Freimaurerische Comic-Industrie

von Shinzon

Comics bzw. im gehobenen Sprachgebrauch Graphic Novels sind keineswegs nur Bilderbücher für Kinder. Es handelt sich um eine eigene Kunstform, die inzwischen international von einer breiten Fangemeinschaft geschätzt wird. Es gibt die verschiedensten Zeichenstile, die in der Regel jahrelange Übung und zuweilen sogar ein Kunststudium voraussetzen.

Die Geschichte der Comics reicht streng genommen bis zu den ersten bildhaften Darstellungen in der Steinzeit zurück und umfasst ebenso die Bildsprache der antiken Ägypter, die ihre historischen Ereignisse in Wandgemälden verewigten. Humorvolle Karikaturen, wie man sie heutzutage in Zeitungen findet, kamen indes erst im 18. Jahrhundert auf. Die Kombination von cartoonhaften Zeichnungen mit Text in einem Panelrahmen entwickelte schließlich Anfang des 19. Jahrhunderts Rodolphe Töpffer (1799-1846), welcher als Vater des modernen Comics gilt. Seine Werke begeisterten u.a. den Freimaurer und Illuminaten Johann Wolfgang Goethe.

Die Bezeichnung „Comic“ entstand allerdings erst Ende des 19. Jahrhunderts in den USA und bezog sich zunächst auf halbseitige Comicstrips in Zeitungen. Der erste moderne Comic mit Sprechblasen kam ebenfalls aus den USA. „The Yellow Kid“ von 1895 stammte aus der Feder von Richard Felton Outcault (1863-1928), welcher seine Karriere als technischer Zeichner bei Thomas Edison begonnen hatte.

Comichefte mit Fortsetzungsgeschichten entwickelten sich derweil zuerst in Europa, genau genommen in Frankreich und Belgien. Zu den ersten Comicserien zählten u.a. „Tim und Struppi“, welche 1929 vom belgischen Comiczeichner Georges Prosper Remi alias Hergé (1907-1983) entwickelt wurden. Während der Zeit der deutschen Besatzung fügte sich Hergé den Nazis und illustrierte u.a. das antijüdische Buch „Fables“ von Robert de Vroylande. Auch andere Werke Remis aus diesem Zeitraum weisen antisemitische und rassistische Elemente auf. Angeblich sei Hergé kein überzeugter Nazi gewesen, doch seine Darstellungen von Afrikanern als minderwertige Sklavenrasse finden sich durchgängig in seinen Comics.

In den USA ließen die ersten Comichefte ebenfalls nicht lange auf sich warten, wobei sich vor allem das Genre der Superheldencomics herauskristallisierte. Spätestens ab diesem Punkt werden die Einflüsse der Freimaurer und Okkultisten offensichtlich, wenn man sich das Genre genauer betrachtet. Die bedeutendsten Verlage sind in dieser Hinsicht DC und Marvel, wobei letzterer inzwischen zum Disney-Konzern gehört. Dieser bediente mit seinen Lustigen Taschenbüchern bis zur Übernahme von Marvel vor allem die junge Leserschaft. Über Disney muss eigentlich nicht viel gesagt werden, das ist freimaurerische Hirnwäsche.

Bei Marvel sieht es dementsprechend nicht anders aus, der Verlag hat gleich eine ganze Illuminati-Serie im Programm.

Das Marvel-Urgestein Stan Lee ist ebenfalls nicht unumstritten. Er hat nicht nur einige hochgradig okkulte Superhelden wie Daredevil und Doctor Strange erdacht, sondern wurde auch schon von Mitarbeitern wegen seelischen Missbrauchs angeklagt. Seine Cameo-Auftritte in sämtlichen Marvel-Filmen mögen durchaus amüsant sein, doch scheint er im realen Leben alles andere als ein netter Opa zu sein.

Im Prinzip nehmen sich die großen Comicverlage nicht viel, wenn es um okkulte und freimaurerische Symbolik geht. Am offensichtlichsten ist jedoch die seit 1999 erscheinende Comicreihe „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ von Alan Moore und Kevin O’Neill. In deren grafischen Erzählungen sind Zirkel und Winkelmaß allgegenwärtig.

Bei der Reihe „Human Target“ ist es hingegen der freimaurerische Schachbrettboden, der sämtliche Cover ziert. Es gibt natürlich einen blauen und einen roten Band.

Neben den westlichen Comics gibt es noch die japanische Variante des Mangas. Die Ursprünge der Manga-Kunst sind nicht eindeutig belegbar, die ersten japanischen Comics gab es allerdings bereits um 1900. Während des 2. Weltkriegs spielten Comics eine Rolle in der japanischen Propagandamaschinerie.

Die moderne Manga-Kunst, welche sich durch übergroße Augen sowie winzige Nasen der Charaktere auszeichnet, kam schließlich nach dem 2. Weltkrieg auf. Insbesondere die Darstellung von Frauen als vollbusige Sexbomben mit Gesichtern von Teenagern ist nicht nur in ästhetischer Hinsicht fragwürdig. Auf die Spitze getrieben wird dieses pädophil anmutende Frauenbild in den pornografischen Hentais.

Es gibt natürlich auch zeichnerisch durchaus gelungene Klassiker wie „Ghost in the Shell“. Diese bedienen jedoch oftmals Themen wie Transhumanismus und die Freimaurerpyramide ist selbst im fernen Japan nicht weit.

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Thomas de Maizière zur Rede gestellt

Auf der Bundespressekonferenz hat Robert Fleischer jüngst Thomas de Maizière zu dessen Teilnahme an der diesjährigen Bilderbergkonferenz befragt. Laut dem Bundesinnenminister war daran „nichts Geheimes“. Es sollte also kein Problem sein, die komplette Rede, welche Thomas de Maizière auf der Konferenz gehalten hat, über das Informationsfreiheitsgesetz vom Bundesinnenministerium zu erhalten.

Die Vril-Gesellschaft – Nazi-UFOs und Channelmedien

von Shinzon

Die Vril-Gesellschaft ist ein historisch kaum nachweisbarer Mythos, über den mehr Verschwörungstheorien als Fakten kursieren. Bereits die Herleitung des Namens führt direkt in die Rubrik Science Fiction. Das Wort „Vril“ tauchte nämlich erstmals in einem 1871 erschienen Roman mit dem Titel „The Coming Race“/„Das kommende Geschlecht“ auf. Abgeleitet wurde es wahrscheinlich vom lateinischen „virilis“, was sich mit „kraftvoll“ übersetzen lässt.

Illustration zu "The Coming Race"

Illustration zu „The Coming Race“

Das würde Sinn ergeben, denn in der Erzählung trifft der Protagonist auf die Vril-ya, eine unterirdisch lebende Menschenrasse, welche sich vom Rest der Menschheit abgespalten hat und über telepathische sowie telekinetische Kräfte verfügt. Obwohl die Unterirdischen im Roman in Höhlensystemen leben, ist dieses Werk wohl gleichermaßen die Ausgangslage für die Verknüpfung des Vril-Mythos mit der Theorie der hohlen Erde, wie er in modernen Verschwörungstheorien häufig anzutreffen ist.

Eine reale Verbindung des Romans zum Okkultismus gibt es derweil tatsächlich. Der Autor von „The Coming Race“, der Brite Edward George Bulwer-Lytton (1803-1873), war nämlich Patron der Societas Rosicruciana in Anglia. Angeblich wurde ihm der Titel gegen seinen Willen verliehen, doch in seinen Werken tauchten die Rosenkreuzer sowie deren esoterische Lehren immer wieder auf. Erst ab den 1850ern ging er allmählich auf Distanz zur Esoterik, nachdem immer mehr Spiritisten als Betrüger entlarvt wurden.

Die mentalen Fähigkeiten der Vril-ya betrachtete er dementsprechend auch nicht aus einem esoterischen Blickwinkel, sondern versuchte sie mit naturwissenschaftlichen Mitteln zu erklären. Auf Anfrage der London Dialectical Society verfasste er am 28. Februar 1869 eine Stellungnahme, in der er Geister als Ursachen für spiritistische Phänomene ausschloss. Stattdessen führte er sie auf das Vorhandensein einer alles durchdringenden Naturkraft zurück. Lytton dürfte damit der Ideengeber für die Macht in „Star Wars“ gewesen sein. Seine posthume Popularität bei den Theosophen war jedoch keineswegs seine Intention.

Die Theosophen und andere okkulte Gruppierungen interpretierten „The Coming Race“ auf ihre Weise und glaubten, die Vril-Kraft für sich nutzen zu können. 1886 brachten einige Esoteriker sogar ein Rindfleischextrakt mit dem Namen „Bovril“ auf den Markt, weil sie sich durch den Bezug auf die fiktive Vril-Kraft einen höheren Absatz erhofften. Der Blödsinn gipfelte schließlich in einem Vril-ya-Bazaar, welcher vom 5. bis 7. März 1891 in der großen Londoner Royal Albert Hall stattfand.

Auch die oberste Theosophin Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) griff die Vril-Kraft in ihrem Werk „Die entschleierte Isis“ von 1877 auf. Die unterirdische Urrasse übernahm sie jedoch nicht aus Lyttons Roman. In ihrem späteren Buch „Die Geheimlehre“ von 1888 behauptete sie stattdessen, die Bewohner von Atlantis hätten die Vril-Kraft zum Bau kolossaler Gebäude benutzt, ähnlich wie Apocalypse bei den „X-Men“. Nach dem Untergang von Atlantis habe dann eine kleine Gruppe überlebender Priester das Wissen um die Vril-Kraft bewahrt.

Die X-Men, von Hollywood als "das kommende Geschlecht" gefeiert.

Die X-Men, von Hollywood als „das kommende Geschlecht“ gefeiert.

Während die Nutzung des Vril-Begriffes durch die Theosophische Gesellschaft bestens belegt ist, sieht es bei der Existenz der Vril-Gesellschaft schon anders aus. Historisch nachweisbar ist lediglich ein Vril-ya-Club, welcher 1904 in London gegründet wurde. Dabei handelte es sich jedoch um einen theosophischen Esoterikclub, welcher keine belegbaren Verbindungen zu den späteren Nazis hatte.

Nach Deutschland kam der Begriff erstmalig 1874 mit der Erstübersetzung von Lyttons Roman. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen sich auch deutsche Okkultisten für die darin beschriebene Vril-Kraft zu interessieren. Es verwundert daher nicht, dass eine weitere deutsche Übersetzung von „Das kommende Geschlecht“ 1922 vom Anthroposophen Guenther Wachsmuth (1893-1963) in Umlauf gebracht wurde – auf ausdrücklichen Wunsch Rudolf Steiners (1861-1925).

An dieser Stelle kann schon mal zusammenfassend gesagt werden, dass der Mythos der fiktiven Vril-Kraft auch unter deutschen Esoterikern weit verbreitet war. Hinzu kam mindestens ein Privatzirkel aus Berlin, der sich explizit mit dieser Vril-Kraft beschäftigte. Dieser nannte sich jedoch nicht Vril-Gesellschaft, sondern Wahrheitsgesellschaft.

Der deutsche Raketenpionier Willy Ley (1906-1969), der nach der Machtergreifung der Nazis 1935 in die USA emigrierte, gab den irrationalen Überzeugungen dieser und anderer esoterischer Zirkel eine Mitschuld am Aufstieg der Nationalsozialisten. Ley veröffentlichte 1947 einen Artikel im Magazin Astounding Science Fiction, in welchem er die Wahrheitgesellschaft korrekt auf Lyttons Roman „The Coming Race“ zurückführte und ihre Überzeugung schilderte, die Vril-Kraft sei real. Mit der eigentlich ominösen Vril-Gesellschaft hatte aber auch die Wahrheitsgesellschaft nichts zu tun.

Ausschlaggebend für den Mythos waren wohl zwei Pamphlete aus dem Jahre 1930, welche mit „Weltdynamismus“ und „Vril“ betitelt waren. Veröffentlicht wurden sie von einem okkulten Zirkel namens „Reichsarbeitsgemeinschaft: Das kommende Deutschland“. Die Gruppe behauptete in ihren Schriften, sie sei im Besitz von Technologie, welche die Vril-Kraft nutzen könne. Allerdings handelte es sich mehr oder weniger um die Abschrift einer Broschüre des österreichischen Autoren Carl Schappeller (1875-1947), in welcher dieser ein Perpetuum Mobile propagierte.

Vril - Die komische Urkraft

Der Gründer der Reichsarbeitsgemeinschaft soll ein Johannes Täufer gewesen sein, was aber wohl nur ein Pseudonym war. Hinter diesem wird der Verleger und Theosoph Otto Wilhelm Barth (1882-Todesdatum unbekannt) vermutet. Das würde passen, weil bis dato schon immer die Theosophen hinter allem steckten, was mit Vril zu tun hatte.

Für die weitere Existenz der Reichsarbeitsgemeinschaft sowie der Wahrheitsgesellschaft nach 1930 gibt es indessen keine Belege. Und obwohl einige Okkultisten den Nazis ideologisch durchaus nahe standen, gibt es keine nachweisbaren Verbindungen der Vril-Gläubigen zur Führungsebene des 3. Reiches. Angeblich sollen sämtliche Materialien von den Alliierten beiseite geschafft worden sein, aber schaut man sich einmal genauer an, wer solche Behauptungen verbreitet, kommt man schnell auf rechte Esoteriker wie Jan Udo Holey, Reiner Feistle und Jo Conrad.

Erstmalig erwähnt wurde die Vril-Gesellschaft allerdings schon 1960 von den französischen Autoren Louis Pauwels und Jacques Bergier (1912-1978). Den beiden selbsterklärten Okkultisten zufolge soll die Vril-Gesellschaft Anfang der 1920er aus der „Loge der Brüder vom Licht“ hervorgegangen sein. Sie beriefen sich dabei zwar auf die Aussagen Willy Leys, doch ihre Daten deckten sich nicht mit denen der von Ley beschriebenen Wahrheitsgesellschaft. Lediglich die erwähnte Verbindung der Vril-Gläubigen zu den Theosophen und Rosenkreuzern entsprach den Tatsachen.

Vril-Logo

Was die neurechten Esoteriker verbreiten, ist noch abenteuerlicher. So soll die Vril-Gesellschaft unter der Leitung von Maria Orsitsch Anfang der 1920er telepathischen Kontakt mit einer Zivilisation vom Aldebaran aufgenommen haben. Um einen besseren Empfang zu haben, sollen sich die Vril-Mitglieder die Haare besonders lang wachsen lassen haben. Allein das ist schon ha(u)nebüchener Unsinn, denn Aldebaran ist ein Doppelsternsystem, dessen Hauptstern ein roter Riese ist. Wenn es dort überhaupt je Leben gab, dann wäre dieses schon vor hunderten Millionen Jahren verbrannt. Natürlich halten solche Fakten einen Reiner Feistle nicht davon ab, zu behaupten, dass die Vorfahren der weißen Europäer von dort gekommen seien.

Projekt Aldebaran

Allerdings gilt dies den rechten Esoterikern zufolge nur für die weißen Aldebaraner, die als einzige ihre Göttlichkeit bewahrt haben sollen, während die anderen Bewohner des Aldebaransystems durch Rassenvermischung degeneriert sein sollen. Das ist eine zutiefst rassistische Irrlehre, die durch wissenschaftliche Fakten leicht zu widerlegen ist. Im Gegenteil wirkt nämlich ein seichter Genpool degenerierend. Die ganze Story um die Aldebaraner ist gleichermaßen lächerlich wie verwerflich.

Es wird aber noch kruder, denn 1922 soll es der Vril-Gesellschaft gelungen sein, mithilfe der Channelingbotschaften eine Jenseitsflugmaschine zu bauen. Da stellt sich einem doch die Frage: Wenn die Nazis schon über 10 Jahre vor ihrer Machtergreifung über funktionstüchtige Reichsflugscheiben verfügten, wie konnten sie dann den Krieg verlieren? Und wieso haben die Aldebaraner den Nazis nicht gleich direkt geholfen, den Krieg zu gewinnen? Stattdessen sollen sie einfach zugesehen und anschließend Maria Orsistsch Asyl auf ihrem Planeten gewährt haben? Wer diesen Schwachsinn glaubt, der sucht auch am Nordpol nach dem Weihnachtsmann oder eben am Südpol nach Hitler.

Ebenso unwahr wie die kruden Verschwörungstheorien sind die Behauptungen, die Wahrheit über die okkulten Umtriebe der Nazis würden unterdrückt werden. Dokus wie „Schwarze Magie im braunen Hemd“ behandeln die Wurzeln des Naziregimes in der Ariosophie und Thule-Gesellschaft sogar äußerst detailliert. Des Weiteren ist es durchaus historisch anerkannt, dass es bereits in der Weimarer Republik Esoteriker gab, die sich mit Channelings und UFOs beschäftigten. Nur ist die Beschäftigung mit solchen Themen eben kein Beweis für Kontakte der Nazis mit Außerirdischen. Es beweist lediglich, dass es UFO-Sekten schon lange vor dem 2. Weltkrieg gab.

Gleiches gilt für die hoch entwickelte Technologie der Nazis. Wernher von Brauns Raketenforschung bei Peenemünde war bereits so weit gediehen, dass die V2 an der Grenze zum Weltraum kratzte. Doch statt damit zum Mond zu fliegen, hat Hitler sie lieber auf London schießen lassen. Ebenso fortgeschritten war das erste Überschallflugzeug der Gebrüder Horten. Zum Glück kam der Durchbruch zu spät, um die Niederlage noch abzuwenden. Gleiches galt für die Atombombenforschung, die kurz vor Kriegsende vor dem Durchbruch stand.

Kein Historiker würde leugnen, dass Deutschland unter dem Naziregime technologisch sehr weit fortgeschritten war. Inzwischen beschäftigen sich seriöse Historiker sogar offen mit dem Projekt Glocke, welches sich um Antigravitation gedreht haben soll. Allerdings besteht bei der Glocke keinerlei Verbindung zur Vril-Gesellschaft. Im Rahmen des Projektes wurde reguläre Elektrizität genutzt und keine fiktive Vril-Kraft. Außerdem handelte es sich um keine Flugscheibe, sondern um ein glockenförmiges Objekt. Der Erfolg ist bei alledem nicht belegt und so kann die Glocke als eines von vielen gescheiterten Geheimprojekten der Nazis betrachtet werden.

Gleiches gilt für die Entwicklungen des Österreichers Viktor Schauberger (1885-1958). Laut rechten Verschwörungstheorien soll Schauberger in Kontakt mit der Vril-Gesellschaft gestanden haben und an der Entwicklung der Vril 7 Flugscheibe beteiligt gewesen sein. Dumm nur, dass Schauberger Zeit seines Lebens nie etwas Derartiges von sich behauptet hat. Er glaubte nicht einmal an die Vril-Kraft, sondern behauptete lediglich, einen Implosionsmotor entwickelt zu haben. Die Funktionstüchtigkeit der so genannten Repulsine konnte jedoch nie nachgewiesen werden.

Gleichermaßen stellte sich Schaubergers Flugscheibe als absoluter Flop heraus und ihm wurden sämtliche Gelder gestrichen. Es handelte sich mitnichten um den Nachbau eines weltraumtauglichen UFOs, sondern um eine Art deutsches Avro-Car, welches konventionell betrieben wurde. Möglicherweise basierte sogar das Avro-Car der Amerikaner auf erbeuteten Plänen Schaubergers, aber auch dieses Vehikel entpuppte sich als totaler Reinfall und hob nicht mehr als einen Meter ab.

Für weitere Gerüchte sorgten einige Nurflügler, mit welchen die Nazis experimentierten. Im Prinzip probierten die deutschen Flugzeugkonstrukteure so ziemlich jede nur erdenkliche Form aus, wovon die meisten jedoch kläglich scheiterten. Darunter befand sich tatsächlich auch ein Rundflugzeug. Dieses trug aber weder die Bezeichnung Vril oder Haunebu, noch hatte es irgendetwas Überirdisches an sich. Es handelte sich schlicht um ein konventionell betriebenes Flugzeug mit runden Flügeln. Auf den wenigen glaubhaften Fotos lassen sich auch ganz klar Landeklappen sowie Heckflosse erkennen, welche bei einem Antigravitationsvehikel überflüssig wären. Ob die verantwortlichen Konstrukteure mit dieser Form versuchten, UFOs nachzubauen, ist nicht überliefert.

Nurflügler-Prototyp

Nurflügler-Prototyp

Historisch belegbar ist einzig und allein der mythologische Ursprung der Vril-Flugmaschinen. Detaillierte Beschreibungen lieferte der Theosoph William Scott-Elliot bereits in seinem 1896 erschienen Buch „The Story of Atlantis“. Laut diesem Werk sollen die Atlanter einst Flugmaschinen gebaut haben, welche die Vril-Kraft als Antriebsenergie nutzten. Es erscheint keineswegs abwegig, dass auch Okkultisten des 3. Reiches von dieser fiktiven Geschichte fasziniert waren. Heinrich Himmler (1900-1945) war z.B. vom Atlantis-Mythos besessen und beschäftigte sich ebenso mit den Vimanas aus der indischen Mahabharata.

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass es wahrscheinlich keine Vril-Gesellschaft gab, allerdings sehr wohl theosophische Zirkel, die von der Existenz einer Vril-Kraft überzeugt waren. Was das Thema Reichflugscheiben angeht, gab es wohl ebenfalls eher UFO-begeisterte Okkultisten als tatsächlich funktionierende Naziraumgleiter. Und mal ehrlich, wenn die Deutschen diese Technologie besessen hätten, sähe die Welt heute ganz anders aus.

Was rechtsesoterische Verschwörungstheoretiker wie Jan Udo Holey, Reiner Feistle und Jo Conrad verbreiten, sind theosophische Irrlehren, die obendrein das 3. Reich verherrlichen. Mit diesem ha(u)nebüchenen Unsinn lassen sich maximal ein paar enttäuschte Neonazis begeistern, die immer noch darauf hoffen, dass ihr Führer irgendwann mit einer Flugscheibenflotte auftaucht, um das Reich wiederaufzubauen. Na da können sie lange warten, denn Hitler wird weder sein Versteck in der Antarktis, der hohlen Erde oder auf dem Aldebaran je verlassen.

Die Thule-Gesellschaft – Der okkulte Kern der Nazibewegung

von Shinzon

Der Legende nach ist Thule eine sagenhafte Insel im Norden, in welche insbesondere die Nazis ein nordisches Atlantis hineininterpretieren. Schriftlich wurde sie erstmalig um 325 v.Z. vom griechischen Seefahrer Pytheas (ca. 380-310 v.Z.) festgehalten und später schrieben auch die Römer von der Entdeckung einer Insel namens Thule. Da bei der fraglichen Reise Großbritannien umrundet wurde, muss es sich bei Thule um eine britische Insel, möglicherweise eine der Shetland-Inseln, gehandelt haben. Also kein untergegangenes Reich von blonden Ariern.

Die Nazis nahmen es mit der Geschichte aber nie sehr genau und so benannte der ariosophische Okkultist Rudolf von Sebottendorf (1875-1945) seine faschistische Geheimgesellschaft nach der Insel Thule. Bevor er damit zum Wegbereiter des NS-Regimes wurde, legte er eine recht eigentümliche Karriere hin, die viele Parallelen zu anderen führenden Ariosophen aufweist. Wie Guido von List (1848-1919) und Lanz von Liebensfels (1874-1954) war auch von Sebottendorf kein echter Adeliger. Der eigentliche Name des aus Hoyerswerda stammenden Sohnes eines Lokomotivführers lautete Adam Alfred Rudolf Glauer.

Nach seinem Abitur begann Glauer ein Studium in Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule von Berlin. Dieses brach er jedoch ab und heuerte 1898 als Heizer auf einem Schiff an. Während seiner Reisen auf See verschlug es ihn auch in den Orient, wo er sich mit Okkultismus zu beschäftigen begann.

1901 bereiste er die Türkei, wo der spätere Antisemit ausgerechnet von einem griechischen Juden namens Termudi in die Freimaurerloge von Bursa eingeführt worden sein soll. Ob der Part mit dem Juden stimmt, ist fraglich, denn die Loge stand in Verbindung zum Memphis-Ritus der Theosophen Theodor Reuß (1855-1923) und Rudolf Steiner (1861-1925). Die Theosophen unterhielten ihrerseits enge Verbindungen zu den Ariosophen und Rudolf Steiner finanzierte später sogar eine antisemitische Hetzschrift. Nichts desto trotz behauptete Rudolf Glauer, von dem Juden Termudi eine Bibliothek okkultistischer Bücher geerbt zu haben.

Die Zusammenstellung seiner Interessengebiete war zu dieser Zeit allgemein sehr krude. Neben der Freimaurerei, den theosophischen Lehren Helena Blavatskys (1831-1891) und der Theozoologie des Lanz von Liebenfels beschäftigte sich Glauer auch mit islamischer Mystik und Sufismus. Er machte dabei auch Bekanntschaft mit dem sufistischen Bektaschi-Derwisch-Orden, welchen er als „alte türkische Freimaurerei“ betitelte. Er glaubte außerdem, rosenkreuzerische Traditionen in diesem Orden zu erblicken. Dies ist jedoch historisch nicht korrekt.

Glauer kann diesbezüglich eher als Neo-Sufist gesehen werden, welcher weniger mit dem Islam zu tun hatte als viel mehr mit westlicher Esoterik. In der europäischen Esoterikszene war es bereits seit Blavatsky Brauch, morgenländische Traditionen im Sinne von abendländischer Freimaurerei und Rosenkreuzertum umzudeuten.

In der Freimaurerei stieg Rudolf Glauer recht schnell auf und gründete 1910 in Istanbul eine eigene mystische Loge, fern seiner Heimat Deutschland. Er erwarb sogar die türkische Staatsbürgerschaft und nahm 1913 als Soldat der osmanischen Armee am 2. Balkankrieg teil. Darüber hinaus gab Glauer an, im Orient vom ausgewanderten Baron Heinrich von Sebottendorf adoptiert worden zu sein. Diese Geschichte dürfte jedoch frei erfunden sein, denn 1919 stellte das Bezirksamt Freiburg fest, dass er den Titel „Rudolf Freiherr von Sebottendorf“ zu Unrecht trage.

Rudolf "von Sebottendorf"

Rudolf „von Sebottendorf“

Nach dem 2. Balkankrieg zog Glauer zurück nach Deutschland, wo er kurze Zeit in Berlin weilte und sich schließlich im Dresdner Villenviertel Kleinzschachwitz niederließ. Dort gönnte er sich ein fürstliches Anwesen für 50.000 Reichsmark. In den 1. Weltkrieg wurde er aufgrund seiner türkischen Staatsangehörigkeit nicht eingezogen. Während die anderen an der Front verreckten, heiratete er 1915 im schönen Wien Bertha Anna Iffland. Das Vermögen der Tochter eines reichen Berliner Kaufmanns sicherte ihm ein bequemes Leben frei von Arbeit. Mit anderen Worten: Er war ein Schmarotzer.

Seine freie Zeit nutzte Glauer, um seine Wahnvorstellung einer „jüdischen Weltverschwörung“ auszuformen. Dabei war er als Okkultist selbst Teil einer weltweiten Verschwörung und kannte sich in den Gefilden der Theosophen, Rosenkreuzer und Freimaurer bestens aus. Darüber hinaus trat er dem ariosophischen Germanenorden bei und stattete ihn mit großen Summen unbekannter Herkunft aus. Noch während der Endphase des 1. Weltkrieges gründete Rudolf Glauer mit der Thule-Gesellschaft einen Münchner Ableger des Ordens. Die Gründung fand am 17./18. August 1918 im Luxus-Hotel Vier Jahreszeiten statt.

Innerhalb eines Jahres wuchs der Geheimbund auf rund 1.500 Mitglieder an, davon 250 in München. Es handelte sich überwiegend um Aristokraten, Akademiker und Geschäftsleute. Wie alle Logen handelte es sich bei der Thule offensichtlich um eine extrem elitäre Vereinigung. Nur traten diese feinen Herren nach außen nicht als Humanisten auf, wie Freimaurer dies für gewöhnlich tun, sondern zelebrierten ihren Rassismus in aller Öffentlichkeit. Ihr Motto lautete „Halte dein Blut rein“, was ja perfekt zum aristokratischen Inzestgesocks passte.

Die Thule-Gesellschaft hatte von Anfang an das Ziel, eine Diktatur zu errichten und alle Juden aus Deutschland zu vertreiben bzw. sie zu vernichten. Die radikale judenfeindliche Propagandakampagne des Geheimbundes begann noch vor Ende des 1. Weltkrieges, wobei die Zeitung Münchner Beobachter eine zentrale Rolle spielte. Glauer hatte das einstige Boulevardblatt erst kurz zuvor im Juli 1918 mit dem Vermögen seiner Frau dem Franz-Eher-Verlag abgekauft und anschließend zum Sprachrohr der Thule-Gesellschaft umfunktioniert. Wenig später erfolgte die Umbenennung in Völkischer Beobachter.

VB

Die Thule-Mitglieder waren aber nicht nur geistige Brandstifter, sondern gründeten auch einen Kampfbund, aus dem das Freikorps Oberland hervorging. Dieses war u.a. an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik am 2. Mai 1919 und des Ruhraufstandes von 1920 beteiligt. Die Thule-Gesellschaft war immer an vorderster Front mit dabei, wenn es darum ging, die Freiheit im Keim zu ersticken und schreckte dabei nicht einmal vor politischen Morden zurück. So wurde der bayrische SPD-Ministerpräsident Kurt Eisner (1867-1919) bereits am 21. Februar 1919 vom Thule-Mitglied Anton Graf von Arco auf Valley (1897-1945) ermordet. Das Ironische dabei war, dass Kurt Eisner bereits seine Rücktrittsrede vorbereitet hatte, während von Arco wegen seiner jüdischen Mutter aus der Thule-Gesellschaft ausgeschlossen wurde.

Attentate auf politische Gegner waren allerdings nur die halbe Miete. Eine eigene Partei musste her, um die Macht in Deutschland zu ergreifen. Zu diesem Zwecke entsandte Glauer seinen Sportredakteur des Münchner Beobachters Karl Harrer (1890-1926) in den „freien Arbeiterausschuss“, aus dem sich am 5. Januar 1919 die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) gründete. 13 Monate später benannte sich die DAP in NSDAP um.

Die Nazipartei, welche 1933 per Ermächtigungsgesetz die Macht ergreifen sollte, war also das direkte Produkt einer freimaurerischen Geheimgesellschaft und wurde bis zum bitteren Ende von dieser kontrolliert. Fast sämtliche Führungspersonen der NSDAP und SS waren Thule-Mitglieder. Darunter Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß (1894-1987), der Reichsführer SS Heinrich Himmler (1900-1945) und der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Hermann Göring (1893-1946).

Adolf Hitler (1989-1945) selbst leugnete eine Mitgliedschaft und distanzierte sich ebenso öffentlich vom Okkultismus, was jedoch einzig darin begründet lag, dass er im christlich geprägten Deutschland um seine Zustimmungswerte bangte. Tatsächlich war er nicht nur von Okkultisten umgeben, sondern wurde schon früh von ihnen als Messias auserkoren. In dieser Rolle gefiel er sich absolut und obwohl der Führer um gute Beziehungen zum Vatikan bemüht war, förderte er ungeniert eine esoterisch verzerrte Version des germanischen Heidentums.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Hitler Mitglied der Thule-Gesellschaft war. Immerhin war er bereits 1921 Parteivorsitzender der von ihr gegründeten NSDAP, das Treiben des freimaurerischen Ordens kann ihm also schwerlich entgangen sein. Sogar das „Sieg Heil“ geht auf die Thule-Grußformel „Heil und Sieg“ zurück und das Symbol der Nazibewegung, das Hakenkreuz, stammt aus dem Ordenslogo. Die Thule-Gesellschaft hatte das Hakenkreuz wiederum, zusammen mit der Theorie der Wurzelrassen, von der Theosophischen Gesellschaft übernommen. Die gesamte Symbolik und Ideologie des 3. Reiches stammt aus dem Umfeld okkulter Geheimgesellschaften und es ist schlichtweg undenkbar, dass der Diktator nicht eingeweiht gewesen sein soll.

Thule Logo

Der Gründer der Thule-Gesellschaft, Rudolf Glauer alias von Sebottendorf, sollte hingegen nicht vom Siegeszug seines missratenen Geheimbundes profitieren. Er verließ die Thule-Gesellschaft bereits 1919, nachdem er der Mitschuld am Tod von sieben Thule-Mitgliedern bezichtigt wurde. Bei ihm waren nämlich von der Münchner Räteregierung Mitgliederlisten des Ordens beschlagnahmt worden, woraufhin einige seiner Anhänger in Geiselhaft genommen und 30. April 1919 von Rotgardisten eliminiert wurden. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Der Welt wäre überdies viel Leid erspart worden, wären die Rotgardisten gründlicher vorgegangen.

Während sich die Thule-Gesellschaft leider sehr schnell von diesem Rückschlag erholte, ging es für Sebottendorf weiter bergab. Durch Fehlspekulationen verlor er sein gesamtes Vermögen. Er hielt sich in der Folge mit dem Verfassen von astrologischen sowie esoterischen Schriften und Büchern über Wasser. Außerdem reiste er viel durch Nordamerika, den esoterischen Hot Spot Schweiz und die ihm vertraute Türkei. Nach eigenen Angaben soll er in der Türkei von 1923 bis 1928 Honorarkonsul von Mexiko gewesen sein.

Durch die Machtergreifung der Nazis 1933 beflügelt, kehrte er schließlich wieder in seine Heimat zurück, wo die Thule-Gesellschaft jedoch längst ohne ihn auskam. Im selben Jahr veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „Bevor Hitler kam“. Das Buch wurde umgehend verboten und Sebottendorf 1934 aus Deutschland abgeschoben. Sein Vergehen war es nicht etwa, Okkultist oder Freimaurer zu sein, denn immerhin gehörte er keiner konkurrierenden Loge an, sondern war im Gegenteil der Begründer der nunmehr herrschenden Nazifreimaurerei. Das einzige, was Hitler ihm nicht verzeihen konnte, war seine Selbstüberhöhung als Begründer der Nazibewegung. Diesen Titel beanspruchte der Führer für sich und wer an seinem Mythos kratzte, musste verschwinden.

Der zwischenzeitlich komplett verarmte Rudolf Glauer zog sich in die Türkei zurück, wo er von 1942 bis 1945 als Doppelagent für die deutsche Abwehr und den britischen Geheimdienst gearbeitet haben soll. Dem Reich blieb er aber offensichtlich trotz seiner Abschiebung treu, denn direkt nach der deutschen Kapitulation ertränkte er sich im Bosporus.

Rudolf Glauers Lebenswerk wirkt jedoch bis heute im Rechtsextremismus nach. Von den meisten Historikern wird das Fortbestehen der Thule-Gesellschaft jedoch geleugnet und nach offizieller Lesart löste sie sich sogar schon in den 1920er Jahren während der Weimarer Republik auf. Der ganze Naziokkultismus, insbesondere in Himmlers SS, spricht allerdings eine deutlich andere Sprache. Obwohl der Okkultismus des 3. Reiches an sich nicht zu leugnen ist, wird das Naziregime stets als Feind von Geheimgesellschaften dargestellt, was nichts anderes als freimaurerische Geschichtsfälschung ist.

Die Zeichen der Thule-Gesellschaft waren überall im 3. Reich präsent und konzentrierten sich in der Wewelsburg, wo bis heute satanistische Rituale von Kindesmissbrauch bis Menschenopferungen stattfinden. Selbstverständlich wird auch diese Verbindung als Verschwörungstheorie abgetan, obwohl durch die Dokureihe „Höllenleben“ längst glaubhafte Zeugenaussagen vorliegen. Ganz so als gäbe es keine Berührungspunkte zwischen Satanismus und Rechtsextremismus.

Wo die Geschichtsrevisionisten schon mal dabei sind, den gesamten NSBM-Sektor zu leugnen, können sie auch gleich die Shoa mitleugnen. Tatsächlich wird die Opferung von Juden und Kommunisten durch die Thule-Gesellschaft im 3. Reich bei Wikipedia unter der Rubrik „Mythen und Spekulationen“ aufgeführt. Geht’s noch? Was ist denn in den Konzentrationslagern geschehen? Dort wurden Millionen Juden, Kommunisten, Gewerkschafter, Sinti, Roma, Homosexuelle usw. ermordet. Es ist in Deutschland sogar strafbar, dies zu leugnen. Dennoch wird zumindest der rituelle Charakter der Shoa von offizieller Seite als Verschwörungstheorie abgetan, obwohl die Thule-Gesellschaft nie einen Hehl aus ihren judenfeindlichen Vernichtungsfantasien machte. Der Zusammenhang zwischen der Thule-Gesellschaft und der Shoa ist offensichtlich und historisch nachweisbar.

Ebenso kann das Fortbestehen der Thule-Gesellschaft nach dem Ende des 2. Weltkrieges nicht geleugnet werden. 1980 gipfelten die Aktivitäten in der Gründung des Thule-Seminars durch den deutschen Verleger Wigbert Grabert und den französischen Rechtsextremisten und REL-Politiker Pierre Krebs. Letzterer gilt als maßgeblicher Theoretikern der Neuen Rechten. Zum Umfeld des Thule-Seminars gehörte außerdem der NPD-Politiker und Ariosoph Jürgen Rieger (1946-2009). Es ist wohl kein Zufall, dass Rieger Zeit seines Lebens den Gedenkmarsch für das führende Thule-Mitglied Rudolf Heß organisierte. Die Ziele von Thule-Gesellschaft und Thule-Seminar sind annähernd deckungsgleich. Es geht vordergründig um die „rassische Reinhaltung“ Westeuropas, gepaart mit einem okkult verzerrten Neoheidentum.

Weiterhin gründete sich in den 1990ern im deutschsprachigen Internet das Thule-Netz, welches von Holocaustleugnung über Volksverhetzung bis Anti-Antifa-Arbeit alles bot, was der herzlose Nazi begehrt. Eifriger Schreiber des Thule-Netzes war der Thüringer NPD-Politiker Tino Brandt, welcher als V-Mann des Verfassungsschutzes den Auftrag erhielt, den rechtsextremen Thüringer Heimatschutz aufzubauen. Eben jene braune Terrorbrutstätte, aus der der NSU hervorging. Offensichtlich reicht die Macht der Thule-Gesellschaft noch heute bis in die deutschen Geheimdienste hinein, was nicht weiter verwundert, da diese ja von Altnazis aufgebaut wurden.

Während das Thule-Netz nur ein Ableger für rechtsextreme Propaganda war, hatte die Thule Gesellschaft auch noch eine offizielle Webseite. Auf deren Startseite befand sich oben eine schwarze Sonne und wenn man ganz nach unten scrollte, fanden sich dort außerdem Zirkel und Winkelmaß der Freimaurer. Scheinbar ist diese Seite nicht mehr online oder sie wurde durch eine weniger offensichtlich freimaurerische Variante ersetzt. Jedenfalls ist die Originalseite nicht mehr aufzufinden.

Dafür gibt es aber eine Facebook-Seite, auf der ein Hexagramm zu finden ist.

Thule Facebook

Die Kontaktadresse, welche auf der Ariosophie-Seite zu finden ist, spricht aber ebenfalls Bände. Sie beginnt mit THT23@ und jeder halbwegs informierte Mensch sollte wissen, wessen Zahl die 23 ist.

Thule 23

Das angebotene Themenspektrum der Thule-Webseite war auf jeden Fall interessant, denn es ähnelte dem von rechten Verschwörungsportalen. Tatsächlich steht die Thule-Gesellschaft bei neurechten Esoterikern wie Jo Conrad hoch im Kurs. In dessen Sendung Bewusst(los) TV ist des Öfteren der braune UFO-Spinner Reiner Feistle zu Gast, welcher offensichtlich ein absoluter Fan der Thule- und Vril-Gesellschaft ist. Den Ursprung der weißen Europäer verortet Feistle jedoch nicht auf einer legendären Insel im Norden, sondern im Sternensystem Aldebaran. Aber das ist ein Thema für sich. Auf jeden Fall gibt es Berührungspunkte zwischen der Thule-Gesellschaft und rechten Verschwörungsportalen, welche darüber hinaus oft auch theosophisches und rosenkreuzerisches Gedankengut verbreiten.

Die Ariosophen – Okkulter Rassismus

von Shinzon

Im Gegensatz zur Anthroposophie, welche sich 1912 direkt von der Theosophie abspaltete, entwickelte sich die Ariosophie ab 1915 parallel zur Theosophie. Dennoch gab es zahlreiche personelle Überschneidungen sowie ideologische Berührungspunkte zwischen beiden Geheimlehren. So bediente sich die Ariosophie esoterischer Praktiken wie der Astrologie, Kabbalah und Handlesekunst. Zudem wurde der Mythos der „arischen Urrasse“ übernommen.

Obwohl das rassistische Weltbild der Ariosophen zwar auf Helena Petrovna Blavatskys (1831-1891) Theorie der „Wurzelrassen“ basierte, strebten die Theosophen doch stets die „Bruderschaft der Menschheit“ an. Die Ariosophen wollten hingegen eine strikte Rassentrennung sowie eine Rassenhierarchie durchsetzen. Im Ergebnis vermischten die Ariosophen Blavatskys Lehren mit der Rassentheorie des Franzosen Joseph Arthur de Gobineau (1816-1882), welcher als einer der Begründer des modernen rassistischen Denkens gilt. Hinzu kamen die rassistisch-okkulten Spekulationen des Berliner Theosophen Max Ferdinand Sebaldt von Werth (1859–1916) sowie die explizite Judenfeindlichkeit aus völkisch-konservativen Kreisen.

Bei alledem hatten die Begründer Guido von List (1848-1919) und Jörg Lanz von Liebenfels (1874-1954) offensichtlich nicht begriffen, dass die Arier ein in Persien sowie Indien verbreiteter Volksstamm sind und keineswegs eine Rasse von Urgermanen waren. Die ganze Mystifizierung des Germanentums samt Falschauslegung der Runen war also totaler Mumpitz. Die Kultur der alten Germanen wurde von den Ariosophen aufs schändlichste missbraucht.

Gleiches gilt für das Christentum, welches der Zisterziensermönch Lanz von Liebenfels mit seinen Vorstellungen von Rassenkunde und Eugenik verband. Er betrachtete sogar die Kreuzzüge als Teil eines Jahrtausende alten Rassenkampfes, was ihn im Jahr 1900 in Wien zur Gründung des Neutemplerordens veranlasste. Die erste ariosophische Organisation gab es damit schon 15 Jahre bevor der eigentliche Begriff geprägt wurde.

Adolf Joseph Lanz mit rotem Kruckenkreuz

Adolf Joseph Lanz mit rotem Kruckenkreuz

Anfangs beschränkte sich der Neutempler-Orden mit seinen rund 50 Mitgliedern auf Wien. Dort verweilte zu dieser Zeit ein gewisser Adolf Hitler (1889-1945), welcher die Ordenszeitschrift „Ostara“ geradezu aufsaugte. Die Ostara erschien von 1905 bis 1917 in 89 Ausgaben. Lanz von Liebenfels verfasste diese fast im Alleingang. In den ersten 25 Ausgaben erschienen lediglich 15 Artikel, die nicht von ihm stammten, danach wurde er gänzlich zum alleinigen Autor.

Neben rassistischer Hetze verbreitete von Liebenfels in der Ostara vor allem auch antifeministische Propaganda, da er in der angeblichen Triebhaftigkeit der Frauen eine Bedrohung für die „Reinhaltung der Rassen“ sah. Sein Neutempler-Orden war dementsprechend eine reine Salamiparty. Für diese erwarb von Liebenfels 1907 die Burgruine Werfenstein in Strudengau, welche zum Erzpriorat werden sollte. 1914 gründete Detlev Schmude ein zweites Priorat in Hollenberg bei Aachen, womit der Orden nach Deutschland expandierte.

Nachdem von Liebenfels 1918 mit dem Zusammenbruch der Donaumonarchie nach Ungarn emigrierte, übernahm Schmude dessen Rolle im deutschsprachigen Raum. In Ungarn bekämpfte Lanz derweil gegen den Aufbau einer kommunistischen Räterepublik und gründete 1925 ein weiteres Priorat in der Nähe des Balaton-Sees sowie 1937 bei Szentendre in Nordungarn. In Deutschland entwickelte sich der Orden nach dem 1. Weltkrieg ebenfalls rasant. Weitere Priorate entstanden 1927 in Dietfurt und 1938 bei Waging am See in Oberbayern. Zu seinen Glanzzeiten hatte der Neutempler-Orden 300-400 Mitglieder.

Diese engagierten sich vor allem in Österreich für die NSADAP, welche dort vor dem Anschluss ans deutsche Reich noch verboten war. Der Wiener Lumenklub diente gar als Rekrutierungsbasis für die Nazipartei. Doch die NSDAP sollte den Ariosophen dieses Engagement nicht danken. Ende der 1930er wurde der Neutempler-Orden von der NS-Diktatur als Sekte deklariert und aufgelöst. Hitler, der im christlich geprägten Deutschland nicht als Okkultist dastehen wollte, lehnte ebenfalls jede Verbindung zu esoterischen Geheimlehren ab. Das war natürlich eine aalglatte Lüge und der enttäuschte Lanz von Liebenfels lag gewiss richtig damit, dass er einer der wichtigsten Vordenker Hitlers gewesen war.

Das war allerdings schon alles, womit er recht behalten sollte. Seine späteren Aussagen, dass er, der Antikommunist, ein Vordenker Lenins gewesen sei, war dagegen vollkommen absurd und wohl ein letzter Versuch, nach dem Ende der NS-Diktatur noch irgendwo Anschluss zu finden. Lanz von Liebenfels suchte Zeit seines Lebens nach Anerkennung, wofür er auch vor Betrug nicht zurückschreckte. Selbst sein Doktortitel sowie sein Adelsprädikat waren frei erfunden. Sein eigentlicher Name lautete Adolf Joseph Lanz, mit der Adelsfamilie Lantz von Liebenfels bestand keinerlei Verwandtschaft.

Gleiches galt für das Adelsprädikat seines Weggefährten Guido von List, welcher schon frühzeitig eine Brücke zwischen Ariosophen und Theosophen schlug. Ab 1903 verband er Elemente der Theosophie mit germanischer Mythologie. Im selben Jahr veröffentlichte er einen Aufsatz mit dem Titel „Die esoterische Bedeutung religiöser Symbole“ in der theosophischen Zeitschrift Die Gnosis. Darin griff er erstmalig fernöstliche Vorstellungen von Reinkarnation und Karma auf und postulierte eine altarische Sexualreligion. Sein Weltbild garnierte er schließlich noch mit seinen Wahnideen von Rassenhygiene und Eugenik.

Guido List

Guido List

Die Verbindung von Rassismus, einem verfälschten Ariertum und Reinkarnation sollte später auch den Reichsführer SS Heinrich Himmler begeistern. Guido List kann also als wichtigster Wegbereiter des Naziokkultismus gesehen werden. Aus der 1908 in Wien gegründeten und nach ihm benannten Guido-von-List-Gesellschaft, der auch einige Wiener Theosophen angehörten, ging zudem der Germanen-Orden hervor. Aus diesem entstand wiederum die Thule-Gesellschaft, welche die NSDAP gründete und steuerte. List erlebte sogar noch die Entstehung dieses Monstrums und glaubte, aus dem Edda-Lied Völuspá die Ankunft eines großen germanischen Führers herauszulesen.

Eine weitere Hinterlassenschaft Lists war das Armanen-Furthark, von welchem die Nazis großzügigen Gebrauch machten. Der ganze Runenkult, angefangen bei der SS, geht auf dieses völlig falsch interpretierte Runenalphabet zurück. Ebenso hatte Lists Auffassung von den Armanen nichts mit historischen Tatsachen zu tun, wobei schon der Begriff nur eine germanisierte Form der Herminonenstämme darstellte.

In den drei Stämmen der Teutonen glaubte Guido List lediglich drei Stände zu erkennen, von denen die Armanen die Priesterschaft gewesen seien. Diese Priesterschaft soll die Christianisierung überlebt und ausgerechnet in den Reihen der Tempelritter überdauert haben. Allein das ist schon ein Widerspruch in sich, denn die Templer waren Christen und keine Heiden. Nach dem Untergang der Templer sollen die Armanen unter den Kabbalisten und Rosenkreuzern weiterexistiert haben. Das geht nun in die Richtung Freimaurerei und tatsächlich übernahm List auch Begriffe aus selbiger und sein postulierter Armanen-Orden trug stark freimaurerische sowie rosenkreuzerische Züge.

Letzteres führte dazu, dass viele ariosophische Gruppierungen Ende der 1930er aufgelöst und einige ihrer Mitglieder Anfang der 1940er gar verfolgt und zur Zwangsarbeit verurteilt wurden. Ausgenommen davon blieb die Thule-Gesellschaft, welche selbst freimaurerisch-okkult war und sich für die Verfolgung anderer okkulter Gruppen verantwortlich zeichnete. Offensichtlich sollte damit jede Konkurrenz ausgeschaltet werden.

Dies zeigt auch das Beispiel des Neutemplers Karl Maria Willigut (1866-1946), welcher trotz seiner Zugehörigkeit zu den Ariosophen zu einem der wichtigsten Berater Heinrich Himmlers avancierte und Karriere in der SS machte. 1934 wurde er zum SS-Oberführer befördert und übernahm die Leitung des Archivs im Rasse- und Siedlungshauptamt. 1936 erfolgte dann die Ernennung zum SS-Brigadeführer. Außerdem arbeitete Willigut an der Umgestaltung der Weswelsburg bei Paderborn mit und entwarf den Totenkopfring der SS. Erst als er 1939 zunehmend durch Medikamenten- und Alkoholmissbrauch auffiel und seine Einweisung in eine Nervenklinik aufgrund einer paraphrenen Psychose im Jahr 1924 bekannt wurde, musste er die SS verlassen. Doch selbst danach holte sich Himmler noch häufig den astrologischen Rat des Ariosophen Willigut ein.

Nach der Kapitulation des 3. Reichs verbrüderten sich die Nazis wieder restlos mit den Ariosophen, was 1976 zur Neugründung des Germanen-Ordens führte. Die neuen Ariosophen arbeiten seither eng mit rechtsextremen Strukturen aus dem NPD-Umfeld zusammen. Eine enge Verbindung gibt es z.B. zur 1951 von Wilhelm Kusserow gegründeten „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“. Diese wurde von 1989 bis 2009 vom NPD-Politiker Jürgen Rieger (1946-2009) geleitet.

Ebenfalls 1976 wurde in Krefeld die Gylfiliten-Gilde gegründet, welche Adolf Hitler als Heiligen verehrt und sowohl das Judentum als auch das Christentum ablehnt. Darüber hinaus gibt es noch weitere ariosophische Gruppierungen wie den Bund der Goden und die Arbeitsgemeinschaft naturreligiöser Stammesverbände Europas. Auch in den USA ist die Ariosophie unter rechtsextremen Neoheiden weit verbreitet.

Unter unpolitischen Neoheiden ist die rassistische Fehlinterpretation der altgermanischen Kultur durch die Ariosophen dagegen vollkommen zu recht verhasst. Zum einen, weil die Ariosophie historisch vollkommener Unsinn ist, zu anderem, weil ihre verdorbenen Früchte zu einem der größten Genozide der Neuzeit geführt haben. Dies ist weder im Sinne der alten Germanen, noch im Sinne der echten Arier, welche mit ihrer persisch-indischen Abstammung nicht wirklich ins rassistische Weltbild der Ariosophen passen.

Die Bilderberg-Konferenz 2016

Vom 9. bis 12. Juni fand in Dresden die diesjährige Bilderberg-Konferenz statt. Der Austragungsort war diesmal kein Hotel Bilderberg, sondern ein Hotel Taschenbergpalais in Sichtweite der Semper-Oper. Die schöne Kulisse dürfte aber nicht der Grund gewesen sein, warum sich die Hauptfluchtverursacher ins Zentrum der asylfeindlichen Pegida-Bewegung gewagt haben. Dresden verkörpert wie kaum eine andere Stadt die erfolgreiche Durchsetzung des Prinzips „teile und herrsche“.

So kam es im Verlauf der Konferenz auch zu keiner rechtspopulistischen Großdemonstration. Offensichtlich haben die Pegida-Anhänger nur etwas gegen Kriegsflüchtlinge und Muslime, nicht aber gegen imperialistische Invasoren. Dabei wären die Bilderberger die absolut richtige Adresse für Protest, da ihre Kriege und ihre ungerechte Weltwirtschaft die Wurzel massenhafter Vertreibungen sind. Der Protest blieb jedoch eher verhalten und bis auf eine kleine NPD-Kundgebung war er überwiegend linksgerichtet.

Die Medien ignorierten größtenteils sowohl die Konferenz als auch die Proteste dagegen. Wenn doch mal was zu lesen war, dann entweder über „Antiamerikanisten“ oder „Verschwörungstheoretiker“. Spiegel Online brachte gar einen Satire-Artikel über einen vermeintlichen Dokumenten-Leak, der sich über alle Kritiker lustig machte. Dabei waren doch genügend Medienvertreter vor Ort, um tatsächliche Informationen aus erster Hand zu leaken. Darunter waren aus Deutschland Thomas Ebeling von Pro7Sat1 und Matthias Döpfner vom Springerverlag vertreten.

Stupide Standardantworten gab es auch auf der Bundespressekonferenz sowie von Seiten der Regierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. DIE LINKE war im Übrigen die einzige im Bundestag vertretene Partei, die das Bilderberg-Treffen auf die Tagesordnung setzte und dabei offen kritisierte. Zum einen wegen der Intransparenz, zum anderen, weil die deutschen Steuerzahler die Kosten zu tragen haben und dafür auch noch ausgesperrt wurden. Der Austragungsort war nämlich weiträumig abgesperrt und das Versammlungsrecht innerhalb einer großzügigen Bannmeile außer Kraft gesetzt.

Die überzogenen Sicherheitsmaßnahmen gingen sogar so weit, dass ein unbescholtener Bürger verhaftet wurde, weil er ein Brot bei sich hatte. Es hätte ja als Wurfgeschoss dienen können. Ob auch Bilderberger verhaftet wurden, die sich an der Brottheke des Hotels bedient haben, ist nicht bekannt. Sie dürften sich allerdings köstlich amüsiert haben, dass die deutsche Staatsgewalt den verarmten Massen inzwischen schon die Grundnahrungsmittel wegnimmt.

Doch kommen wir zum Kern des Treffens. Zumindest die groben Tagesordnungspunkte sind auf der offiziellen Webseite der Bilderberger nachzulesen, was durchaus interessant ist. Verbindet man diese Punkte mit den politischen Entscheidungen der nächsten Wochen, dürfte jeder eine recht klare Vorstellung davon erhalten, was auf der Konferenz besprochen wurde. Und das hat wie immer globale Auswirkungen.

Zu vorderst ging es natürlich um die Verschärfung der weltweiten Konflikte. Der Nahe Osten stand logischerweise schon allein wegen des selbst geschaffenen IS auf dem Plan, aber auch Russland und China wurden thematisiert. Diese beiden Weltmächte werden zunehmend von der NATO eingekreist und Bundeskriegsministerin Ursula von der Leichen (CDU) hat schon nach ihrer Teilnahme am Bilderberg-Treffen 2015 Truppen an die russische Grenze geschickt. Ihre neuen Einsatzbefehle wird sie dieses Jahr wohl direkt vom Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Philip M. Breedlove, erhalten haben.

Kriege verursachen natürlich Flucht und so war auch die Migration in Europa ein Thema. Die Spaltung des Kontinents trägt ja inzwischen Früchte und so ist es fast schon zynisch, dass auch die Einheit Europas besprochen wurde. Zusammen mit den Bereichen Wachstum und Reform dürfte es aber ohnehin lediglich um Wirtschaftsinteressen gegangen sein und Migranten sind bekanntlich billige Arbeitskräfte.

Beim Tagesordnungspunkt „Prekariat und Mittelschicht“ dürfte es in eine ähnliche Richtung gegangen sein. Es wäre absolut naiv anzunehmen, der reichen Elite ginge es darum, den Armen zu helfen und die Mittelschicht zu retten. Da braucht man sich nur die Finanzpolitik von Bundesfinanzminister Wolfgangster Schäuble (CDU) zu betrachten, um zu wissen, dass es um die weitere Umverteilung von unten nach oben ging. Um das zu garantieren waren auch wieder Vertreter der wichtigsten Banken mit dabei.

Beschleunigt wird diese Umverteilung durch Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA und TISA. Diese standen zwar offiziell nicht auf der Tagesordnung, wurden aber garantiert unter „aktuelle Ereignisse“ oder „Geopolitik in Energiefragen und Rohstoffpreise“ besprochen. Immerhin ist gerade Fußball-Europameisterschaft, da sind die Massen abgelenkt und schauen nicht hin, wenn diese Abkommen unterzeichnet werden.

Bei den Themen „Cybersicherheit“ und „technologische Neuerungen“ wird es sehr wahrscheinlich um mehr Überwachung gegangen sein, was erklären würde, warum auch Bundesspionageminister Thomas deMaiziére (CDU) auf der Konferenz anwesend war. Überhaupt waren fast alle CDU-Minister mit dabei. Nur Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stand nicht auf der offiziellen Gästeliste, soll aber inoffiziell teilgenommen haben. Dafür war der sächsische Ministerpräsiden Stasilaw Tillich (CDU) offiziell dabei, immerhin tragen seine Wähler einen Großteil der Kosten.

Wer sonst noch unter den rund 125 Gästen war? Neben US-Amerikanern hauptsächlich Deutsche. Hier die offizielle Gästeliste:

Chairman: Henri de Castries (Frankreich) – Vorsitzender und Geschäftsführer der AXA Group

Deutschland (16):

Paul M. Achleitner – Vorsitzender des Supervisory Board der Deutsche Bank AG
John Cryan – Geschäftsführer der Deutsche Bank AG
Mathias Döpfner – Geschäftsführer von Axel Springer
Thomas Ebeling – Geschäftsführer von ProSiebenSat.1
Thomas Enders – Geschäftsführer der Airbus Group
Ulrich Grillo – Vorsitzender der Grillo-Werke AG; Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie
Timotheus Höttges – Geschäftsführer der Deutsche Telekom AG
Julia Jäkel – Geschäftsführerin von Gruner + Jahr
Joe Kaeser – Präsident und Geschäftsführer der Siemens AG
Carsten Kengeter – Geschäftsführer der Deutsche Börse AG
Ursula von der Leyen – Bundeskriegsministerin (CDU)
Thomas de Maizière – Bundesspionageminister (CDU)
Wolfgang Schäuble – Bundesfinanzminister (CDU)
Klaus Schwab – Präsident des Weltwirtschaftsforums
Hans-Werner Sinn – Professor für Ökonomie und öffentliche Finanzen, Ludwig Maximilian Universität München
Stanislaw Tillich – Ministerpräsident von Sachsen (CDU)

Belgien (3):

Yasmine Kherbache – Politikerin (Socialistische Partij Anders)
Thomas Leysen – Vorsitzender der KBC Group
Charles Michel – Primierminister

Bulgarien (1):

Kristalina Georgiewa – Vizepräsidentin der Europäischen Kommission

Dänemark (4):

Thomas Ahrenkiel – Sekretär des Kriegsministeriums
Christian Dyvig – Vorsitzender von Kompan
Ulrik Federspiel – Group Executive, Haldor Topsøe A/S
Søren Pind – Justizminister

Finnland (2):

Matti Apunen – Direktor des Finnish Business and Policy Forum EVA
Björn Wahlroos – Vorsitzender der Sampo Group, Nordea Bank, UPM-Kymmene Corporation

Frankreich (10):

Patricia Barbizet – Geschäftsführerin von Artemis
Nicolas Baverez – Partner, Gibson, Dunn & Crutcher
Olivier Blanchard – Fred Bergsten Senior Fellow, Peterson Institute
Emmanuelle Charpentier – Direktor des Max Planck Institut für Infektionsbiologie
Benoît Coeuré – Mitglied des Executive Board der Europäischen Zentralbank
Laurent Fabius – Präsident des Constitutional Council
Etienne Gernelle – Chefredakteur des Le Point
Sylvie Goulard – Mitglied des EU-Parlaments
Christine Lagarde – Geschäftsführende Direktorin des IWF
Edouard Philippe – Bürgermeister von Le Havre

Griechenland (3):

George Logothetis – Vorsitzender und Geschäftsführer der Libra Group
Kyriakos Mitsotakis – Politiker, Vorsitzender der Nea Dimokratia
Dimitri Papalexopoulos – Geschäftsführer von Titan Cement Co.

Großbritannien (10):

Marcus Agius – Vorsitzender der PA Consulting Group
Douglas J. Flint – Gruppenvorsitzender von HSBC Holdings plc
Helen Goodman – Politikerin (Labour Party)
Dido Harding – Geschäftsführerin TalkTalk Telecom Group plc
Demis Hassabis – Mitgründer und Geschäftsführer von DeepMind
John Kerr – Deputy Vorsitzender von Scottish Power
Zanny Minton Beddoes – Chefredakteur von The Economist
John Sawers – Vorsitzender und Partner von Macro Advisory Partners
Guy Standing – Co-Präsident von BIEN; Research Professor, University of London
Martin H. Wolf – Ökonomischer Chefkommentator der Financial Times

Irland (2):

Michael Noonan – Finanzminister
Michael O’Leary – Geschäftsführer von Ryanair Plc

Italien (6):

Franco Bernabè – Vorsitzender von CartaSi S.p.A.
Claudio Costamagna – Vorsitzender von Cassa Depositi e Prestiti S.p.A.
Marta Dassù – Senior Direktor für europäische Beziehungen, Aspen Institute
John Elkann – Vorsitzender und Geschäftsführer von EXOR; Vorsitzender von Fiat Chrysler Automobiles
Lilli Gruber – Chefredakteurin und Moderatorin von “Otto e mezzo”, La7 TV
Carlo Ratti – Direktor des MIT Senseable City Lab

Kanada (4):

Yoshua Bengio – Professor in Computerwissenschaft und Unternehmensforschung, University of Montreal
Chris Hadfield – Colonel, Astronaut
Bill Morneau – Finanzminister
Heather M. Reisman – Vorsitzende und Geschäftsführerin von Indigo Books & Music Inc.

Niederlande (7):

Ahmed Aboutaleb – Bürgermeister von Rotterdam
Ben van Beurden – Geschäftsführer von Royal Dutch Shell plc
Sharon A.M. Dijksma – Umweltministerin
Victor Halberstadt – Professor für Ökonomie, Universität Leiden
Willem-Alexander, König der Niederlande
Kajsa Ollongren – Stellvertr. Bürgermeisterin von Amsterdam
Mark Rutte – Premierminister (VVD)

Norwegen (3):

Svein Richard Brandtzæg – Präsident und Geschäftsführer von Norsk Hydro ASA
Børge Brende – Außenminister
Kristin Skogen Lund – Generaldirektorin von The Confederation of Norwegian Enterprise

Österreich (3):

René Benko – Gründer und Vorsitzender des Advisory Board der SIGNA Holding GmbH
Andreas Schieder – Klubobman der SPÖ
Rudolf Scholten – Geschäftsführer der Österreichischen Kontrollbank AG

Polen (1):

Radoslaw Sikorski – Senior Fellow, Harvard University; ehem. Außenminister

Portugal (3):

Maria Luís Albuquerque – ehem. Finanzminister (Sozialdemokratische Partei)
José M. Durão Barroso – ehem. Präsident der EU-Kommission
Carlos Gomes da Silva – Vizevorsitzender und Geschäftsführer von Galp Energia

Schweden (4):

Magdalena Andersson – Finanzminister
Conni Jonsson – Gründerin und Vorsitzende von EQT
Carl-Henric Svanberg – Vorsitzender von BP plc und AB Volvo
Jacob Wallenberg – Vorsitzender von Investor AB

Schweiz (4):

André Kudelski – Vorsitzender und Geschäftsführer der Kudelski Group
Christa Markwalder – Politikerin (FDP), Nationalratspräsidentin
Martin Vetterli – Präsident des Schweizerischen Nationalfonds
Beatrice Weder di Mauro – Professorin für Ökonomie, University of Mainz

Spanien (4):

César Alierta – Vorsitzender und Geschäftsführer von Telefónica
Ana P. Botín – Vorsitzender von Banco Santander
Juan Luis Cebrián – Vorsitzender von PRISA and El País
Luis Garicano – Professor für Ökonomie, LSE; Senior Advisor to Ciudadanos

Türkei (3):

Senem Aydin-Düzgit –Professor und Jean Monnet Chair der Istanbul Bilgi Universität
Soli Özel – Professor, Kadir Has University
Mehmet Simsek – Finanzminister (AKP)

USA (31):

Roger C. Altman – Vorsitzender von Evercore
Sam Altman – Präsident von Y Combinator
Anne Applebaum – Kolumnistin der Washington Post; Direktorin des Transitions Forum, Legatum Institute
Philip M. Breedlove – Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa
William J. Burns – Präsident des Carnegie Endowment for International Peace
David M. Cote – Vorsitzender und Geschäftsführer von Honeywell
Richard Engel – Chef-Außenkorrespondent von NBC News
Roger W. Ferguson Jr. – Präsident und Geschäftsführer von TIAA
Niall Ferguson – Professor für Geschichte, Harvard University
Lindsey Graham – Senator (Republikaner)
Hobson, Mellody (USA), President, Ariel Investment, LLC
Reid Hoffman – Mitgründer und Vorsitzender von LinkedIn
Kenneth M. Jacobs – Vorsitzender und Geschäftsführer von Lazard
James A. Johnson – Vorsitzender von Johnson Capital Partners
Vernon E. Jordan, Jr – Senior Managing Direktor von Lazard Frères & Co. LLC
Alex Karp – Geschäftsführer von Palantir Technologies
Henry A. Kissinger – Vorsitzender von Kissinger Associates Inc., ehem. US-Außenminister (Republikaner)
Klaus Kleinfeld – Vorsitzender und Geschäftsführer von Alcoa
Henry R. Kravis – Co-Vorsitzender und Co-Geschäftsführer von Kohlberg Kravis Roberts & Co.
Marie-Josée Kravis – Senior Fellow, Hudson Institute
Richard Levin – Geschäftsfüher von Coursera
Divesh Makan – Geschäftsführer von ICONIQ Capital
Scott Malcomson – Autor; Präsident von Monere Ltd.
Megan McArdle – Kolumnist bei Bloomberg View
John Micklethwait – Chefredakteur von Bloomberg LP
Craig J. Mundie – Principal von Mundie & Associates
Charles A. Murray – W.H. Brady Scholar, American Enterprise Institute
Peggy Noonan – Autorin und Kolumnistin von The Wall Street Journal
David H. Petraeus – Vorsitzender des KKR Global Institute
Eric E. Schmidt – Vorsitzender von Alphabet Inc.
Peter A. Thiel – Präsident von Thiel Capital

Quelle

Anthroposophische Tanzmusik

Wer kennt nicht die 80er-Jahre Kultband Eurythmics, welche 1980 von Annie Lennox und David A. Stewart gegründet wurde? Und wer hat sich nicht schon mal gefragt, was es mit diesem seltsamen Namen auf sich hat?

Es ist offensichtlich, dass dieser an die esoterische Tanz- und Bewegungskunst der Eurythmie angelehnt ist, welche Anfang des 20. Jahrhunderts von Rudolph Steiner entwickelt wurde. Da Steiner zu diesem Zeitpunkt noch Generalsekretär der deutschen Theosophischen Gesellschaft war, ist es fraglich, ob Eurythmics dem Umfeld der Theosophen oder doch eher dem der Anthroposophen zuzuordnen sind. Die Eurythmie ist seit Steiners Abkehr von den Theosophen jedenfalls fast ausschließlich in dessen Anthroposophie verbreitet.

Ein Blick auf das Cover der berühmtesten Single, „Sweet Dreams (are made of this)“, offenbart jedenfalls wieder einmal die Verbindung von Theosophen/Anthroposophen zur Freimaurerei. David A. Stewart ist darauf mit der Geste des geöffneten Brustkorbs zu sehen und ein kleines Pentagramm darf ebenfalls nicht fehlen.

Eurythmics - Sweet Dreams

Die Anthroposophische Gesellschaft – Rudolf Steiners Esoteriktruppe

von Shinzon

Der Begriff Anthroposophie setzt sich aus den beiden altgriechischen Wörtern ánthrōpos für „Mensch“ und sophίa für „Weisheit“ zusammen. Es handelt sich bei dieser esoterischen Strömung um eine Abspaltung von der Theosophie, welche von Rudolf Steiner begründet wurde.

Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Donji Kraljevec (damals Kaisertum Österreich, heute Kroatien) geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Er behauptete, bereits als Kind hellsichtige Fähigkeiten gehabt zu haben und interessierte sich daher schon früh für Esoterik. Die heilige Geometrie hatte es ihm ebenfalls angetan. Nach seinem Realschulabschluss bekam er ein Stipendium, welches ihm erlaubte, von 1879 bis 1883 an der Technischen Hochschule von Wien Mathematik und Naturwissenschaften auf Lehramt zu studieren. In dieser Zeit knüpfte er Kontakt zum Freimaurer und Theosophen Friedrich Eckstein (1861-1939), welcher ihn mit den Lehren Helena Blavatskys (1831-1891) bekannt machte.

Mit Ablauf des Stipendiums gingen Steiner die finanziellen Mittel aus, weshalb er das Studium ohne Abschlussexamen beenden musste. Er siedelte daraufhin nach Deutschland über, wo sein Versuch einer Dissertation an der Universität Jena 1884 jedoch ebenfalls scheiterte. Sieben Jahre später reichte er an der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock eine 48-seitige Schrift mit dem Titel „Die Grundfrage der Erkenntnistheorie mit besonderer Rücksicht auf Fichte’s Wissenschaftslehre: Prolegomena zur Verständigung des philosophierenden Bewußtseins mit sich selbst“ ein und promovierte in einer mündlichen Prüfung am 23. Oktober 1891 zum Doktor der Philosophie.

Nebenher interessierte sich Rudolf Steiner vor allem für Johann Wolfgang von Goethe und gab von 1882 bis 1897 dessen naturwissenschaftliche Schriften heraus. Nachdem er sich bis 1890 als Hauslehrer über Wasser hielt, wurde er als Goetheforscher an das Weimarer Archiv berufen. Sein Faible für den Freimaurer und Illuminaten Goethe sollte sich wie ein roter Faden durch Steiners gesamtes Lebenswerk ziehen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte Rudolf Steiner auch engen Kontakt mit Elisabeth Förster-Nietzsche (1846-1935), der Schwester des damals schon geistig umnachteten Friedrich Nietzsche (1844-1900). Er beschäftigte sich eingehender mit den Werken Nietzsches und traf diesen am 22. Januar 1896 auch persönlich. Nach einem Eklat um die Herausgeberschaft von Nietzsches Werken brach Steiner jedoch mit der Schwester und prangerte ihre zweifelhaften Machenschaften an. Mit ihren eigenwilligen Interpretationen der Werke ihres Bruders wurde Elisabeth Förster-Nietzsche zudem zu einer Vordenkerin der Nazibewegung.

Zu Steiners drittem wichtigen Einfluss sollte sich schließlich die inzwischen verstorbene Helena Blavatsky entwickeln. Kurz vor seinem Aufstieg in deren Theosophischer Gesellschaft heiratete Rudolf Steiner 1899 die verwitwete Anna Eunike (1853–1911), die er bereits aus Wien kannte. Als Student hatte er bei ihr und ihren fünf Kindern aus erster Ehe gewohnt, womit er sich sowohl privat als auch ideologisch wieder seinen Jugendjahren zuwandte.

Rudolf Steiner

Im September 1900 hielt er je einen Vortrag über Nietzsche und Goethe in der Theosophischen Bibliothek des Grafen Cay Lorenz von Brockdorff (1844-1921). Die Theosophen nahmen seine Vorträge derart positiv auf, dass er gleich noch eine 26-teilige Vortragsreihe mit dem Titel „Die Mystik“ anschloss, welche er bis April 1901 abhielt. Stand Steiner den Theosophen als Religionskritiker zunächst noch skeptisch gegenüber, konnte er nun dank ihnen gut von seinen Vorträgen leben.

1902 gründete sich eine deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft, doch die deutschen Theosophen konnten sich auf keinen Vorsitzenden einigen. Als Kompromiss ernannten die Mitglieder schließlich Rudolf Steiner zum Generalsekretär. In dieser Funktion gab er auch die deutsche Ausgabe der theosophischen Zeitschrift „Lucifer Gnosis“ heraus. Zwei Jahre später erschien dann sein erstes Buch „Theosophie“, in dem er mit dem für Okkultisten üblichen Lehrer-Schüler-Verhältnis brach und sich für die selbstbestimmte Erkenntnisleistung aussprach.

Lucifer Gnosis

Steiner wich auch in einigen weiteren Punkten von den theosophischen Lehren ab. Zum einen sprach er dem Ego eine zentrale Bedeutung in der spirituellen Entwicklung zu, während das Ego in der Esoterik gemeinhin als zu überwindendes Übel gilt. Zum anderen weigerte sich Steiner, in Jesus einfach nur einen hoch entwickelten Menschen bzw. aufgestiegenen Meister zu sehen. Stattdessen betonte er die Einmaligkeit und Einzigartigkeit von Jesus.

Der Konflikt war also vorprogrammiert und verschärfte sich mit Steiners nächstem Buch. 1910 fasste er seine esoterischen Lehren in der Schrift „Die Geheimwissenschaft im Umriss“ zusammen, welche sich hauptsächlich um abendländische Themen wie die christliche Hierarchienlehre drehte. Steiner nahm zwar auch viele fernöstliche Elemente der Theosophie in sein Weltbild auf, betrachtete Themen wie Reinkarnation und Karma jedoch aus einer wissenschaftlichen Perspektive.

In sich war Rudolf Steiner ein sehr widersprüchlicher Mensch, der Christentum, Okkultismus, wissenschaftlichen Rationalismus und das irrationale Rosenkreuzertum miteinander zu verbinden versuchte. Sogar dem sexualmagischen Ordo Templi Orientis gehörte er an. Über den OTO freundete sich Steiner mit Theodor Reuß (1855-1923) an, dessen Orden der alten Freimaurer vom Memphis- und Misraïm-Ritus er nicht nur angehörte, sondern ihn als Souveräner General-Großmeister von 1906 bis 1914 auch leitete.

Rudolf Steiner war damit in so ziemlich jeder bedeutenden Geheimgesellschaft dieser Zeit, doch in der Theosophischen Gesellschaft fühlte er sich zunehmend unwohl. Bereits 1907 zerstritt er sich mit Annie Besant (1847-1933), nachdem diese behauptete, die Mahatmas (Meister der Weisheit) wären am Totenbett von Blavatskys Nachfolger Henry Steel Olcott (1832-1907) erschienen und hätten sie als seine Nachfolgerin auserkoren. Hatte Steiner zuvor noch ein positives Verhältnis zu Besant, ging ihm die Machtergreifung der 33°-Freimaurerin definitiv zu weit.

Annie Besant mit den Freimaurerinsignien des 33. Grades.

Annie Besant mit den Freimaurerinsignien des 33. Grades.

Zunächst trennte er seine eigene esoterische Schule von der Theosophischen Gesellschaft, wodurch sich die deutschen Sektionen und Logen weiter von der Muttergesellschaft entfremdeten. Der endgültige Bruch kündigte sich an, nachdem einige führende Theosophen um Charles Webster Leadbeater (1847-1934) im Jahre 1911 den damals 16-Jährigen Jiddu Krishnamurti (1895-1986) als kommenden Weltlehrer Maitreya propagierten und ihn als Reinkarnation von Jesus verkauften. Steiner lehnte den Kult um Krishnamurti sowie dessen Order of the Star in the East ab und forderte Annie Besant zum Rücktritt auf. Selbstverständlich blieb sie Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft und setzte ihren Kurs weiter fort.

Rudolf Steiner gründete daraufhin am 28. Dezember 1912 in Köln seine eigene Anthroposophische Gesellschaft, zu der rund 2.500 deutsche Theosophen überliefen. Binnen eines Jahres kamen über 1.000 weitere Mitglieder hinzu. Es spielte also schon fast keine Rolle mehr, als die Theosophische Gesellschaft am 7. März 1913 ihre ehemals von Steiner geleitete deutsche Sektion offiziell auflöste. An ihre Stelle trat eine erneuerte deutsche Sektion unter Leitung von Wilhelm Hübbe-Schleide (1846-1916).

Privat ging Steiner ebenfalls neue Wege, indem er am 24. Dezember 1914 seine zweite Frau Marie von Siver (1867-1948) heiratete. Sie hatte bereits einige Hauptrollen in seinen Mysteriendramen gespielt, welche zwischen 1910 und 1913 in München uraufgeführt wurden. Wie er gehörte sie dem Ordo Templi Orientis und dem Memphis-Misraïm-Ritus an, welcher auch Frauen zugänglich war. Den Betrieb der Loge stellte Steiner jedoch im Jahr seiner Heirat ein, um sich gemeinsam mit Marie auf die Anthroposophie zu konzentrieren.

Marie Steiner war dabei vor allem an der Entwicklung der Eurythmie beteiligt, einer esoterischen Tanz- und Bewegungskunst, mit der sie sich schon seit 1907 beschäftigte. Außerdem leitete sie den 1908 von ihr gegründeten Philosophisch-Theosophischen Verlag ab 1913 unter dem Namen Philosophisch-Anthroposophischer Verlag weiter. 1923 verlegte sie ihren Verlag von Berlin ins schweizerische Dornach, welches inzwischen zum Zentrum der Anthroposophie geworden war.

1913 wurde dort das erste Goetheanum gebaut, welches als Hauptsitz und Veranstaltungsstätte diente. In der Silvesternacht 1922/1923 wurde es jedoch von einem Unbekannten in Brand gesteckt. Erst 1928 wurde schließlich das zweite Goetheanum errichtet, welches bis heute der Hauptsitz der Anthroposophischen Gesellschaft ist.

Erstes Goetheanum

Zweites Goetheanum

Von Dornach aus verbreitete Steiner nicht nur seine esoterischen Lehren, sondern nahm auch Einfluss auf die Politik. Erste Kontakte knüpfte er bereits vor Ausbruch des 1. Weltkrieges, insbesondere in konservative und nationalistische Kreise. Eben diese Kreise erfanden nach Kriegsende allerhand Verschwörungstheorien, mit denen die Schuld am verlorenen Krieg auf politische Gegner abgewälzt werden sollte. Steiner beteiligte sich 1919 mit einer Broschüre an dieser Diskussion, welche den Titel „Die Schuld am Kriege“ trug.

Darüber hinaus finanzierte er eine verschwörungstheoretische Schrift des Ariosophen Karl Heise (1872-1939), in welcher dieser den Juden, Freimaurern und Theosophen die Schuld am Krieg und dessen Verlauf gab. Steiner schrieb sogar eine Einleitung für das Pamphlet, auf welches sich später auch die Nazis beriefen. Nun mag es noch einleuchten, dass Steiner nach dem Bruch mit den Theosophen diesen eine reinwürgen wollte. Aber warum unterstützte er als Freimaurer und Rosenkreuzer eine Schrift, welche sich gegen die Freimaurerei richtete? Und was hatte er für ein Problem mit den Juden? Im Gegensatz zu Hitlers Vorgeschichte ist aus Steiners Lebenslauf nicht ablesbar, wieso er sich plötzlich mit Antisemiten umgab.

Es scheint fast so, als hätten die Freimaurer sich absichtlich selbst zum Teil antisemitischer Verschwörungstheorien gemacht, um später Kritiker mit der Antisemitismuskeule mundtot zu machen. In jedem Falle sind Rudolf Steiners diesbezügliche Ambitionen ein weiteres Beispiel für den in der Hochgradfreimaurerei grassierenden Antisemitismus. Karl Heise bezeichnete sich derweil zwar als Anti-Freimaurer, war allerdings selbst ein Okkultist und aus den Reihen der Ariosophen hatte sich gerade in dieser Zeit die Thule-Gesellschaft entwickelt, welche ihrerseits stark freimaurerische Züge trug.

Als wären diese Abgründe nicht schon gruselig genug, nahm der antisemitische Esoterikquerfrontler Rudolf Steiner mit seiner Waldorfpädagogik Einfluss auf die schulische Bildung ganzer Generationen. Die erste Schule nach seinem Modell war die 1919 in Stuttgart eröffnete Betriebsschule der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik. Der Name der heute weltweit verbreiteten Waldorfschulen geht also auf eine Kippenmanufaktur zurück und ihr Begründer Emil Molt (1876-1936) verdiente sein Geld mit Gift. Selbstverständlich war Molt ebenfalls Theosoph und später Anthroposoph, weshalb es für ihn kein Problem war, die Kinder seiner Angestellten auch mental zu vergiften.

Die esoterische Erziehung verbreitete sich rasant. So wurden Waldorfschulen und –kindergärten nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland gegründet. Bereits nach einem Jahr entstand ein Kindergarten in Warschau, 1928 folgten Schulen unter anderem in Basel, Budapest, London, Lissabon und New York. In Deutschland erfolgte während der Nazizeit ein Rückschlag, nachdem das Kultusministerium 1934 den Beschluss fasste, in den Waldorfschulen keine ersten Klassen mehr zuzulassen. 1935 wurde schließlich die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland verboten, woraufhin sich sechs Schulen freiwillig auflösten. Die verbliebenen Schulen wurden bis 1941 geschlossen.

Die Nazis kritisierten jedoch nicht den esoterischen Unfug, welcher in den Waldorfschulen gelehrt wurde, denn davon hatten sie selbst genug auf dem Lehrplan stehen. Steiners Lehren hatten sogar sozialdarwinistische Züge, die den Nazis sicherlich gefallen hätten. Das einzige Problem, was sie mit der Anthroposophie hatten, war der darin gelebte Individualismus, welcher dem kollektiven Geist des Faschismus entgegen stand. Ansonsten standen sich Anthroposophen und Nazis eigentlich recht nahe, was sich auch in einem Brief führender Anthroposophen an Hitler zeigte, in welchem diese auf Steiners arische Herkunft verwiesen.

Der Konkurrenzkampf der Ariosophen gegen die Anthroposophen endete erst mit dem Sturz des Naziregimes durch die Alliierten. Dafür kam es jedoch alsbald zu einem Konkurrenzkampf unter den Anthroposophen. Ausgangspunkt war die Witwe Rudolf Steiners, der seine irdische Hülle bereits am 30. März 1925 abgelegt hatte. 1943 gründete Marie Steiner die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung, der sie am 1. Dezember 1947 sämtliche Rechte an den Werken ihres verstorbenen Mannes übertrug.

Nach ihrem eigenen Ableben am 27. Dezember 1948 brach schließlich ein Rechtsstreit zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung aus. Letztendlich siegte vor Gericht die Nachlassverwaltung, woraufhin die Gesellschaft bis ins Jahr 1968 alle Werke Steiners aus der Buchhandlung des Goetheanums verbannte.

In den 1960ern fanden die Anthroposophen allgemein wieder zueinander. So schlossen sich die 1935 abgespaltenen Landesgesellschaften in Holland und England in den Jahren 1960 und 1963 wieder an. Dornach wurde mit seinem Goetheanum wieder zum weltweiten Zentrum der Anthroposophen.

Die Waldorfschulen feierten kurz darauf ebenfalls eine neue Blütezeit. Bereits nach dem Ende des 2. Weltkriegs kam es umgehend zu Wieder- und Neugründungen in Deutschland. Zu einem regelrechten Boom kam es jedoch erst in den 1970ern. Die Waldorfschulen breiteten sich in dieser Zeit weltweit aus. Bis 2015 entstanden 1.063 Schulen in 60 Ländern sowie rund 2.000 Waldorfkindergärten.

Angesichts der Lehrinhalte ist diese Entwicklung jedoch äußerst bedenklich. Kern der Waldorfpädagogik ist nämlich das anthroposophische Menschenbild, demnach der Mensch nicht nur einen physischen Körper, sondern auch einen Astralkörper, einen Ätherkörper und ein Über-Ich besitzt. Diese drei Körper können natürlich nur übersinnlich wahrgenommen werden.

Nun ist ja wirklich nichts gegen ein ganzheitliches Weltbild einzuwenden, in dem der Mensch eine unsterbliche Seele hat. Angesichts der zahllosen Berichte über außerkörperliche sowie Nahtoderfahrungen sollte die Wissenschaft sich durchaus ernsthaft mit diesem Themenbereich beschäftigen. Wozu der Mensch aber noch einen Ätherleib braucht, der laut Steiner angeblich mit dem Zahnwechsel geboren wird, oder einen Astralleib, der sich während der Pubertät bilden soll, ist keine Frage der Wissenschaft mehr. Das ist esoterischer Unfug vom Feinsten und es sollte verboten werden, derartiges an Schulen zu unterrichten.

Natürlich gibt es an Waldorfschulen auch reguläre und pragmatische Fächer, doch dazwischen tauchen immer wieder Fächer wie Eurythmie auf. Esoterik hat genauso wie die biblische Schöpfungslehre nichts auf dem Lehrplan zu suchen. Schule sollte Wissen vermitteln und keinen Glauben! Natürlich gibt es da noch christliche und jüdische Schulen, die in diesem Punkt auch nicht wirklich besser sind. Nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz kann man nicht die einen verbieten und die anderen erlauben. Allerdings sollten Eltern sich gut überlegen, ob sie ihre Kinder an einer Waldorfschule mit anthroposophischen Esoterikmumpitz indoktrinieren lassen.

Hinzu kommen immer wieder Rassismusvorwürfe gegen Waldorfschulen. Offiziell hat sich der Bund der Freien Waldorfschulen e.V. zwar gegen Rassismus, Diskriminierung und Nationalismus ausgesprochen. Einer 1996 in Auftrag gegebenen Untersuchung der niederländischen Anthroposophischen Gesellschaft mit dem Titel „Anthroposophie und die Frage der Rassen“ zufolge, wären jedoch 12 Aussagen Rudolf Steiners heute in den Niederlanden strafbar und 50 weitere könnten diskriminierend verstanden werden. Eine Abkehr von ihrem Gründer kommt für die Anthroposophen dennoch nicht in Frage.

Auffällig ist auch das Vorgehen des Bundes der Freien Waldorfschulen gegen kritische Berichterstattung. Teilweise kam es schon vorab zu Gerichtsverfahren, Gegendarstellungsbegehren und Unterlassungsansprüchen. Konsequente Schritte erfolgten dagegen erst nach kritischen Berichten, wie z.B. die Verbannung des rassistischen Buches „Atlantis und das Rätsel der Eiszeitkunst“ des Anthroposophen Ernst Uehli (1875-1959) aus den Schulbibliotheken, nachdem dieses 1998 auf einer Literaturliste für Waldorflehrer entdeckt worden war.

Neben der Waldorfpädagogik hinterließ Rudolf Steiner der Welt auch seine anthroposophische Medizin. Diese bezieht Astral- und Ätherleib in die Behandlung ein und trägt stark homöopathische Züge. Obwohl es sich um eine absolute Pseudowissenschaft handelt, genießt die anthroposophische Medizin in Deutschland seit 1978 den Status einer „besonderen Therapierichtung“. Ein Wirksamkeitsnachweis ist daher für anthroposophische Arzneien nicht zwingend erforderlich.

Wenn das mal kein Lobbyismus für die Weleda AG ist. Diese Pharmafirma wurde 1921 von Anthroposophen gegründet und vertreibt seitdem allerhand homöopathische Mittelchen sowie Naturkosmetik. Der Hauptsitz der Weleda AG befindet sich im schweizerischen Arlesheim, keine 3 Kilometer von Dornach entfernt, wo das Goetheanum steht. Das Umfeld von Basel ist ohnehin ein esoterischer Hot Spot, welcher sonst nur noch von London übertroffen wird.

Das erste anthroposophische Gemeinschaftskrankenhaus wurde allerdings 1969 im deutschen Herdecke (NRW) gebaut. Gründer war der anthroposophische Arzt Dr. Gerhard Kienle (1923–1983). Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke besitzt zahlreiche schulmedizinische Abteilungen, darunter eine Intensivstation und Chirurgie. Neben dem umfangreichen schulmedizinischen Angebot, welches von Geburt bis Tod reicht, werden allerdings auch esoterische Praktiken wie Heileurythmie angeboten. Es ist geradezu ironisch, dass es auch eine psychiatrische Abteilung gibt.

Geld lässt sich natürlich nicht nur auf dem Gesundheitsmarkt verdienen. Seit 1974 sind die Anthroposophen auch im Finanzsektor aktiv. In diesem Jahr wurde von Gisela Reuther, Wilhelm Ernst Barkhoff (1916-1994), Albert Fink und Rolf Kerler die GLS-Genossenschaftsbank gegründet. 2003 übernahm diese die Geschäfte der Ökobank, welche in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, und 2008 schluckte sie außerdem die Münchner IntegraBank.

Das Konzept der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken, welche 2009 Gründungsmitglied der Global Alliance for Banking on Values war, ist dabei gar nicht mal so verkehrt. So finanziert die GLS weder Atomkraft, Gentechnik und Rüstung noch Drogen wie Alkohol und Tabak oder Unternehmen, die auf Kinderarbeit und Tierversuche setzen.

Alles in allem ist die GLS eine äußerst ethisch agierende Bank, deren Kunden selbst mitbestimmen können worin ihr Geld angelegt wird. Die über 11.000 Unternehmen und Projekte, die jährlich finanziert werden, sind aber auf jeden Fall in Branchen wie ökologische Landwirtschaft, regenerative Energien, nachhaltiges Bauen, Kultur, Gesundheit, Altenpflege und Behinderteneinrichtungen angesiedelt. So weit so gut. Allerdings werden auch freie Schulen und Kindergärten finanziert. Es sollte klar sein, dass damit vorrangig Waldorfeinrichtungen gemeint sind. Die GLS trägt also auch zur Verbreitung der anthroposophischen Esoterik bei.

Des Weiteren engagiert sich die GLS beim Thema Klimahysterie und ist vom Programm Stop Climate Change zertifiziert. Ferner ist sie Partner des World Future Council, welches stark vom Club of Rome durchsetzt ist. Zu den Ratsmitgliedern des WFC gehörten 2014 u.a. die Club of Rome Mitglieder Hans-Peter Dürr (1929-2014), Manfred Max-Neef und Vandana Shiva. Die Nähe zur Anthroposophenbank macht das World Future Council nicht unbedingt sympathischer, denn mit diesen Verbindungen geht das ganze schon wieder stark in Richtung einer esoterischen neuen Weltordnung.

Ethik, Menschenrechte und Globalisierungskritik sind ohne Frage positiv besetzt, doch gerade das macht sie zu einer geeigneten Fassade für esoterische Heilsbringer. Die Anthroposophen haben diese Taktik bestens verstanden und in ihr Gesamtkonzept integriert. Wie schon ihr Schöpfer Rudolf Steiner benutzen sie fernöstliche, christliche und humanistische Elemente, doch hinter dieser Maske verbergen sich obskure Esoterik und finsterer Okkultismus. Wirklich überraschend ist dies jedoch nicht, da die Anthroposophische Gesellschaft eine Abspaltung der Theosophischen Gesellschaft ist. Teilweise haben Rudolf Steiner und seine Anhänger sogar die rassistischen Ideen von deren Gründerin Helena Petrovna Blavatsky übernommen und wie die Theosophen pflegen auch die Anthroposophen enge Verbindungen zur Hochgradfreimaurerei und zum Rosenkreuzertum.

Unzucht auf Rosenkreuzertour

Der Name der 2009 in Hannover gegründeten Dark Rock Band Unzucht kündigt bereits von einem sündigen Verhalten. Das erste Album von 2012 fügt dementsprechend den sieben Todsünden eine achte hinzu. 2015 steuerten Unzucht außerdem mit dem „Sündenfall“ einen Titel zum Saltatio Mortis Album „Zirkus Zeitgeist“ bei.

Wer derart in Sünde lebt, hat in der Regel Verbindungen zu okkulten Geheimgesellschaften und tatsächlich erschien 2013 das zweite Album mit dem Titel „Rosenkreuzer“.

Unzüchtiger Rosenkreuzer

Eine etwas unzüchtige Version der Fleur de Lys darf auf der entsprechenden Tour natürlich nicht fehlen.

Sperm de Lys

Da die Rosenkreuzer ein Bindeglied zwischen Freimaurerei und Satanismus sind, sollte der Titel des dritten Albums von 2014 ebenfalls nicht verwundern. „Venus Luzifer“ bringt den Teufel mal wieder in Verbindung mit Astrologie, was wir bereits von der Single „Lucifer“ des Freimaurers Jay-Z kennen. Die satanische Kreatur auf dem Unzucht-Cover trägt sogar die Farben der Venus – ein weißes Kleid mit rotem Blut.

Venus Luzifer