Virtuelle Freimaurer in Computerspielen

In Computerspielen kommen die Freimaurer eher selten vor. Stattdessen wird meist auf die Illuminaten zurückgegriffen. Dennoch gibt es eine Handvoll Beispiele, in denen die Freimaurer namentlich erwähnt werden.

In „Max Payne 2“ ist ein freimaurerischer Kult, der bis in den US-Senat reicht, in die Machenschaften eines Drogenkartells involviert. Max Payne kommentiert diese Informationen mit den abfälligen Worten: „Und ich dachte, Verschwörungstheorien seien aus der Mode gekommen.“ Dumm nur, dass es keine Theorien sind.

Old Masonic Cult

Mona Sax offenbart Payne, dass sie einen Kontakt innerhalb der Geheimgesellschaft hat. Hätte Max statt auf ihre Titten lieber mal auf ihre Hände geachtet, hätte er gleich erkannt, dass sie sich selbst meint. Im letzten Bild macht Mona ziemlich unverhohlen die Geste des geöffneten Brustkorbs.

Secret Society

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Dreharbeiten in der Loge

Einen der bekanntesten Filmauftritte hatte die Freimaurerei 2001 in „From Hell“. Der Titel sagt bereits einiges über den Inhalt aus und die blutrünstige Handlung identifiziert den bis heute unbekannten Serienmörder Jack the Ripper als Logenbruder. Es ist fraglich, ob Hellywood mit diesem Film geheime Tatsachen offenbart, aber zumindest die Darstellung der Freimaurer als elitärer Geheimzirkel, dem das britische Königshaus vorsteht, ist korrekt.

From Hell Loge

From Hell Zirkel Winkelmaß Pentagramm

Wer „From Hell“ schon für satanisch hält, sollte sich erst einmal „Crowley – Back from Hell“ geben. In diesem Horrorschinken, der auf dem kruden Werk des Satanisten Aleister Crowley basiert, kommt ebenfalls eine rote Loge vor. Es macht dabei absolut Sinn, dass die Freimaurer im Film Crowley wiedererwecken, denn immerhin war er einer der Ihren.

Crowley Loge_1

Crowley Loge_2

Die zwei deutschen „Anatomie“-Filme aus den Jahren 2000 und 2003 drehen sich ebenfalls um wenig nette Logen. Diese sind speziell auf Ärzte zugeschnitten, die wie Josef Mengele in der Tradition der Antihippokraten stehen. Das heißt, sie scheißen auf das Wohl ihrer Patienten und führen menschenverachtende Experimente an ihnen durch.

Antihippologe

In „Drecksau“ (2013) sieht man eine Loge voll weiterer Drecksäue.

Drecksau Loge

Einblicke in Logen gibt es nicht nur in Filmen, sondern auch in Serien wie „Inspector George Gently“. In der Episode „Giftige Lügen“ aus der zweiten Staffel führen die Ermittlungen Gently direkt zu den Freimaurern. Allerdings handelt es sich nur um eine blaue Johannesloge mit offensichtlich jüdischer Tradition.

George Gently Mason

Das ist schon mal eine umfassende Auswahl von Filmen und Serien, die uns direkt ins Innere einer Loge führen. Es gibt natürlich noch weitere Werke, in denen die Freimaurer eine tragende Rolle spielen und dabei durchaus propagiert werden. Das bekannteste Beispiel dürfte „Das Vermächtnis der Tempelritter“ aus dem Jahr 2004 sein, in dem erstmals einem breiten Publikum die freimaurerische Natur der Gründung der USA offenbart wird. Das Emblem der Freimaurer findet sich gleich dutzendfach in diesem Film und am Ende reicht ein Freimaurer der Hauptrolle Benjamin Gates (Nicolas Cage) die Hand.

Brickmason

Die Freimaurer – Willkommen in der Dualität

von Shinzon

Die Freimaurer sind der am weitesten verbreitete Geheimbund der Welt und zählen heute rund 6 Millionen Mitglieder. Jedoch ist diese Zahl eher gering. Zu ihren Glanzzeiten hatten die Freimaurer allein in den USA über 40 Millionen Mitglieder. Der Rückgang ist also immens. Doch woran liegt das?

Zum einen sind die Logen hoffnungslos überaltert. Im 19. Jahrhundert galt die Mitgliedschaft im gehobenen Bürgertum noch als schick, doch spätestens ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen die albernen Rituale schlichtweg aus der Mode. Zudem braucht man in einer allgemein aufgeklärten Zeit keine (Pseudo-) Aufklärer mehr, die sich im Geheimen treffen. Im Umkehrschluss verzeichnen auch die Kirchen zunehmende Austritte, da aufgeklärte Menschen und Dogmen aus der Steinzeit einfach nicht zusammenpassen.

Der Nachwuchs bleibt allerdings nicht nur aus, weil sich die Idee hinter der Freimaurerei totgelaufen hat. Zusätzlich liegt der Beliebtheitsgrad der Logenbrüder im Keller. Das ist nicht allein die Schuld kruder Verschwörungstheorien, sondern hat auch mit einigen hochrangigen Mitgliedern zu tun, darunter Napoleon Bonaparte (franz. Despot †), Albert Pike (US-Südstaatengeneral und Rassist †), Aleister Crowley (Begründer des modernen Satanismus †), Josef Stalin (russ. Diktator †), Harry S. Truman (Ex-US-Präsident †), Henry Ford (Antisemit und Naziunterstützer †), die Familie Bush (inkl. 2 Ex-US-Präsidenten), Silvio Berlusconi (ital. Ex-Präsident), Nicolas Sarkozy (franz. Ex-Präsident), Angela Merkel (dt. Bundeskanzlerin) und Jimmy Savile (BBC-Moderator und Kinderschänder).

Die Liste abscheulicher Ungeheuer der Weltgeschichte mit Freimaurerzugehörigkeit ließe sich noch endlos fortsetzen. Es gehörten und gehören fast alle Staatsoberhäupter der Welt dazu, ebenso der europäische Hochadel sowie die namhaftesten Köpfe der Banken- und Konzernmafia, darunter die Rothschilds und Rockefellers. Als wäre das noch nicht gruselig genug, tummeln sich bei den Freimaurern auch zahlreiche Esoteriker, Okkultisten und Satanisten, die wiederum Querverbindungen zu anderen Geheimbünden haben. Doppelmitgliedschaften gibt es u.a. bei den Theosophen, den Anthroposophen, dem O.T.O., dem Golden Dawn und der Thule-Gesellschaft, um nur einige zu nennen.

Alle diese Fakten lassen sich leicht nachrecherchieren und geben kein gutes Bild von der Freimaurerei ab, welche von sich behauptet, für humanistische Werte zu stehen. Ist die Freimaurerei also komplett bösartig und verdorben? Um das beurteilen zu können, muss man ihre Ursprünge kennen sowie zwischen der blauen und roten Freimaurerei differenzieren.

Die Johanneslogen, welche nach Johannes dem Täufer benannt sind, berufen sich auf die Tradition der Dombauhütten. Davon sind auch die meisten Symbole wie Zirkel, Winkelmaß, Steinmetzschlegel, Spitzhammer, behauener Stein usw. abgeleitet. Gleiches gilt für die drei blauen Grade Lehrling, Geselle und Meister. Um in diesem Gradsystem aufzusteigen, muss ein Freimaurer vor allem an der eigenen Persönlichkeit arbeiten. Der Lehrling ist wie ein unbehauener Stein noch unvollkommen. Erst als Meister kann ein Freimaurer die Tempelarbeit leiten, welche im Zentrum freimaurerischen Wirkens steht.

Die ersten Logen entstanden um das Jahr 1700 und waren relativ unorganisiert. Dies änderte sich erst mit der Gründung des ersten Dachverbandes, der Vereinigten Großloge von England, im Jahr 1717. Mit großem Abstand folgte 1773 der Dachverband Großorient von Frankreich. In Deutschland gibt es gleich mehrere Großlogen, doch sind alle weiteren Großlogen weltweit den beiden ersten in Großbritannien und Frankreich untergeordnet. Eine komplette Auflistung würde an dieser Stelle zu weit führen, kann aber hier nachrecherchiert werden.

Zum Logenalltag gehören diverse Rituale. Eines der wichtigsten Rituale ist dabei das Nachspielen der Ermordung von Hiram Abif, welcher der Legende nach der Architekt des Salomonischen Tempels war. Selbstverständlich gibt es auch ein Aufnahmeritual, bei dem der Anwärter mit einer Augenbinde, einem Galgenstrick, hochgekrempelten Hosenbein und freigelegter Brust in die Loge geführt wird. Auf die Brust wird ihm ein Schwert gelegt und er schwört daraufhin seinen Eid.

"From Hell" (2001)

„From Hell“ (2001)

Wer aufgenommen wird, entscheiden die Mitglieder vorab, indem sie weiße und schwarze Kugeln in eine Urne werfen. Weiß steht dabei für „Ja“ und Schwarz für „Nein“, wobei drei oder mehr schwarze Kugeln bereits für eine Abweisung des Suchenden genügen. Es wäre daher gut, einen oder mehrere Fürsprecher zu haben. Weiterhin sollten Anwärter genügend Geld mitbringen, denn die Mitgliedschaft in einer Loge ist nicht billig. Damit wäre die Gleichheit schon mal vom Tisch, denn Leiharbeiter und Arbeitslose können sich die Beiträge von bis zu 1.000 € im Jahr gewiss nicht leisten.

Die Freimaurer sind ein elitärer Club und bei der Aufnahme neuer Brüder sehr wählerisch. Die Betonung liegt zudem auf „Brüder“, denn Frauen war die Mitgliedschaft lange Zeit untersagt. Zwar gab es bereits im 18. Jahrhundert das Konzept der Adoptionslogen, diese waren jedoch nicht selbstständig, sondern blieben den regulären Männerlogen angegliedert. Als eine der ersten gemischten Logen wurde der „Order of the Eastern Star“ 1850 in den USA gegründet. Eigenständige Frauenlogen kamen indes erst Mitte des 20. Jahrhundert auf. In Deutschland war dies die 1949 gegründete Großloge „Zur Humanität“, aus welcher die heutige Frauen-Großloge von Deutschland hervorging.

Doch egal ob nun Mann oder Frau, als Suchender hat man nicht immer Glück. Am ehesten kommt man in eine Loge, wenn man zuvor in einem freimaurerischen Service Club wie den Rotariern oder dem Lions Club Mitglied ist. Passt man ins Profil, wird man angesprochen. Der einzige Weg für jedermann, einmal eine Loge von innen zu sehen, ist dagegen der Tag der offenen Tür.

Zumindest in diesem Punkt sind die Johanneslogen heute sehr exponiert. Während in der Vergangenheit alles hinter verschlossenen Türen stattfand, hat heute jede Loge ihre eigene Webseite, auf der vielleicht nicht alles, aber immerhin vieles preisgegeben wird. Zuweilen findet man sogar Listen von bekannten Freimaurern, die in der Regel aber schon tot sind. Ein Freimaurer kann sich zu Lebzeiten nämlich nur selbst als solcher outen. Einen Bruder in der Öffentlichkeit zu enttarnen ist dagegen strengstens verboten.

Offiziell verboten ist es auch, in der Loge über Politik zu reden. Freilich kann das niemand nachprüfen, aber nach außen geben sich die Freimaurer unpolitisch. Ihre Kernthemen sind die Architektur und die darin verborgene heilige Geometrie. Aber auch andere Künste sind stark von der Freimaurerei geprägt worden. Man denke nur an Mozarts „Zauberflöte“ oder Goethes „Faust“. Die Spuren der Freimaurer führen bis nach Hollywood und zu jedem größeren Musiklabel. Gleiches gilt für die Modewelt sowie die Spiele-Industrie.

Doch da kommen wir allmählich in den Bereich der Hochgradfreimaurerei, wobei es verschiedene Hochgradsysteme gibt. Die einzige Gemeinsamkeit der Hochgradsysteme liegt dabei darin, dass man zuvor die ersten drei blauen Grade durchlaufen haben muss. Ansonsten sind die Systeme sehr unterschiedlich. Im Schwedischen Lehrsystem durchläuft man eine Andreasloge bis zum VI. Grad und anschließend das Ordenskapitel bis zum X. Grad. Es ist wohl kein Zufall, dass dieses Kapitel mit der göttlichen 10 abschließt, denn das Schwedische Lehrsystem ist stark christlich geprägt und betrachtet Jesus Christus als obersten Meister.

Ein etwas bekannteres Hochgradsystem ist der York-Ritus, welcher auf zwei verschiedenen Wegen bis zum XI. Grad reicht. Dabei durchlaufen die Mitglieder das Kapitel der Maurer vom königlichen Bogen bis zum VII. Grad, das Konzil der Kryptischen Maurer bis zum IX. Grad und schließlich die Komturei oder alternativ dazu die Präzeptorei und Priorat bis zum XI. Grad. Auch beim York-Ritus ist das Christentum stark präsent, allerdings deuten die 11 Grade bereits eine Dualität an. Der York-Ritus sollte übrigens nicht mit dem deutschen Royal York verwechselt werden, welcher nur den IV. und V. Grad des Inneren und Innersten Orient umfasst.

Bis hier hin scheint alles noch recht harmlos zu sein und man glaubt, es mit Humanisten zu tun zu haben, die sich auf das Christentum sowie Judentum berufen und sich nicht in das politische Weltgeschehen einmischen. Der roten Freimaurerei des schottischen Ritus, welche bis zum 33. Grad reicht, nimmt man indes nicht mehr so leicht ab, dass sie unpolitisch und humanistisch sei. Die Werke ihrer Vertreter strotzen nur so vor okkulten Inhalten, wobei Albert Pike (1809-1891) in seinem „Morals and Dogma“ sich sogar direkt auf Luzifer berief. In seiner Gedankenwelt existierten zwei Götter, wobei für ihn Luzifer der Freund und Adonai der Feind der Menschheit waren.

Satan fand bei Pike indes keine direkte Erwähnung, jedoch ist Satan lediglich die andere Seite von Luzifer. Im Okkultismus werden Luzifer und Satan die Farben Weiß und Rot zugeordnet. In Bezug auf die roten Grade lässt das eigentlich nur einen Schluss zu, welcher durch satanistische Hochgradfreimaurer wie Aleister Crowley (1875-1947) untermauert wird. Der bereits erwähnte Order of the Eastern Star, welcher zum schottischen Ritus gehört, hat sogar ein umgedrehtes Satanspentagramm als Logo.

Eastern Star

Neben dem praktizierten Okkultismus fällt weiterhin die Errichtung einer „neuen Weltordnung“ auf, welche zweifelsfrei eine politische Agenda darstellt. Es dürfte klar sein, dass diese Agenda nichts Gutes sein kann. Insbesondere, wenn man sich vor Augen führt, welche Politiker Logenmitglieder sind und welch menschenverachtende Politik sie betreiben. Das krasseste Beispiel ist dabei wohl die italienische Propaganda Due, welcher u.a. Silvio Berlusconi angehört. Diese hat schon eher den Charakter einer Mafiaorganisation, was dazu führte, dass sich die meisten europäischen Johanneslogen von ihr distanzierten.

Mit Sicherheit ist die P2 jedoch kein Einzelfall. Hochgradfreimaurer aus aller Welt sind in mafiöse Machenschaften involviert und haben okkulte Orden wie Skull & Bones oder den Bohemian Club ins Leben gerufen, welche offen satanistisch sind. Das hat rein gar nichts mehr mit den Idealen der blauen Logen zu tun, deren fünf Grundpfeiler Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität sind. Allerdings ist die Entstehungsgeschichte der roten Freimaurerei auch eine etwas andere.

Zwar benutzen die roten Loge dieselben Symbole der Dombauhütten, doch die feinen Herren der Oberschicht würden sich niemals selbst die Hände mit rauer Arbeit schmutzig machen. Der schottische Ritus war seit jeher der Elite vorbehalten und beruft sich auf weitaus ältere elitäre Zirkel. Am bekanntesten dürften dabei wohl die Tempelritter sein, allerdings spielen auch der Isis- und Osiris-Kult eine bedeutende Rolle. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass in Freimaurerei altägyptische Symbole wie die geflügelte Sonne sehr weit verbreitet sind. Diese haben nichts mit den Dombauhütten oder christlicher Tradition zu tun.

Das älteste Symbol dürfte allerdings die dreizehnstufige Pyramide mit Auge sein. Der urtümlichste Fund einer solchen Darstellung wird auf ein Alter von rund 13.000 Jahren datiert und dem untergegangenen Atlantis zugeordnet. Das sind die wahren Ursprünge der Freimaurerei und tatsächlich sehen die Logenbrüder in den USA eine Art neues Atlantis. Es ist also kein Zufall, dass dieses antike Symbol auf dem Staatsiegel der USA zu finden ist.

Klaus Dona Pyramide

Wie es scheint, ist die neue Weltordnung eigentlich eine uralte Ordnung, die wiederhergestellt werden soll. Die Freimaurerei ist dabei lediglich das aktuelle Gesicht eines antiken Mysterienkultes, der sich in immer neuen Inkarnationen manifestiert hat. Behauptungen, die Freimaurer seien im Ursprung positiv gewesen und erst später unterwandert worden, sind daher nicht ganz korrekt. Das hängt eher vom Selbstverständnis der einzelnen Logen ab. Der antike Mysterienkult hat sich jedenfalls bis heute sehr weit verzweigt und ein ganzes Netz aus Geheimgesellschaften hervorgebracht. Diese sind alle miteinander verwoben, konkurrieren aber zuweilen auch gegeneinander, was oft in persönlichen Eitelkeiten begründet liegt.

Es ist zu bezweifeln, dass sich alle Freimaurer, insbesondere jene in den Johanneslogen, über dieses Ausmaß okkulter Machenschaften bewusst sind. Wahrscheinlich begreifen die meisten nicht einmal, warum sich in ihren Logen auch antike Symbole befinden, die nichts mit der Tradition der Dombauhütten oder dem Christentum zu tun haben. Genauso wie die meisten Katholiken nicht wissen, warum auf dem Petersplatz im Vatikan ein ägyptischer Obelisk steht. Die Johanneslogen sind, ebenso wie jede organisierte Religion, ein Kontrollsystem.

Aus diesem Grund dürfen auch nicht alle Freimaurer als Mitglieder einer finsteren Weltverschwörung diffamiert werden. Vor allem bei den niedrigen Graden findet man viele Menschen, die entweder aus Karrieregründen dabei sind oder tatsächlich humanistische Werte vertreten und genau aus diesem Grund einer Loge beigetreten sind. Die meisten von ihnen werden niemals in die hohen Grade des schottischen Ritus aufsteigen und ihr Leben in dem Glauben verbringen, einer guten Sache zu dienen.

Das Ganze erinnert ein wenig an „Star Wars“, wo sich sogar das Farbsystem der Freimaurer im korrekten Kontext wieder findet. Die positiven Jedi benutzen Laserschwerter in den Farben Blau (Johanneslogen), Grün (Andreaslogen) und Gelb, während die finsteren Sith ausschließlich rote Laserschwerter verwenden. Es gibt sogar Jedi, die sich der dunklen Seite der Macht zuwenden und zu den Sith überlaufen. Diese stehen für die ehemaligen Johannesfreimaurer, die sich dem schottischen Ritus angeschlossen haben.

Sogar die beinahe Auslöschung der Jedi durch die Sith hat einen realen Hintergrund. Im 3. Reich hatten die Nazis die Freimaurerei verboten und viele Logenbrüder wurden in Konzentrationslager verschleppt. Im Kern traf diese Säuberungsaktion jedoch nur die regulären Logen, welche auch Juden aufnahmen. Hochgradfreimaurer wie Henry Ford oder Prescott Bush unterstützten das Naziregime dagegen nach besten Kräften und die Nazi-Elite selbst war in der freimaurerischen Thule-Gesellschaft organisiert. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Krieg innerhalb der Freimaurerei.

Nachdem wir mit wirklich üblen Vertretern der Freimaurerei begonnen haben, widmen wir uns zum Schluss einigen positiven Beispielen, die es tatsächlich gibt. Da wäre zum Beispiel der britische Schauspieler Charlie Chaplin (1889-1977), ein Pazifist und Arbeiterfreund, der sich in seinen Filmen gegen jede Form der Unterdrückung stellte. Seine Worte werden gewiss nicht unwahr, nur weil er Freimaurer war.

Ein Name, der auf jeden Fall noch erwähnt werden muss, ist der chilenische Präsident Salvador Allende (1908-1973), der 1970 zu einer Zeit ins Präsidentenamt gewählt wurde, in der große Armut in Chile herrschte und die reichen Oligarchen regelmäßig Menschenmassen von der Polizei zusammenschlagen ließen. Allende setzte sich als Sozialist für die Rechte der Schwachen ein, verstaatlichte die Bodenschätze des Landes, enteignete Banken und wollte die Abhängigkeit gegenüber den USA beenden. Sein Weg zum Sozialismus war dabei absolut demokratisch und unabhängig vom damaligen Ostblock. Den Einmarsch der Sowjetarmee in Prag verurteilte der Humanist Allende sogar ausdrücklich.

Leider währte die Präsidentschaft Allendes nicht lange. Mit Hilfe der CIA führte der General Augusto Pinochet (1915-2006) drei Jahre später einen Putsch durch und errichtete eine faschistische Militärdiktatur. Tausende Menschen wurden unter seinem Regime gefoltert und ermordet. 2001 wurde zwar ein Prozess gegen den 1990 aus dem Amt gewählten Tyrannen eröffnet, jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen, sodass der Dämon in Menschengestalt ungestraft davon kam.

Interessant an diesem Lehrstück in Geschichte ist die Tatsache, dass Allendes Sturz von Hochgradfreimaurern wie dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger vorangetrieben wurde. Ob Augusto Pinochet ebenfalls Freimaurer war, ist nicht bekannt, aber durchaus wahrscheinlich. So viel also zum Thema: „Ich bin Freimaurer, ich habe 6 Millionen Freunde.“ Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde!

Gleiches gilt für die kubanische Freimaurerei, welche sich recht gut mit dem dortigen Sozialismus arrangiert hat. In der US-amerikanischen Freimaurerei hat sie dagegen keinen Freund. Was treibt also linksgerichtete Humanisten in die Freimaurerei? Möglicherweise geht es zumindest einigen darum, die Machtstrukturen des Geheimbundes für ihre Zwecke auszunutzen.

Dazu gibt es ein gutes Beispiel. Der russische Revolutionär Michail Bakunin (1814-1876), für den Freiheit und Sozialismus entgegen dem späteren Sowjetsozialismus untrennbar miteinander verbunden waren, trat 1845 bei einem Parisbesuch der schottischen Hochgradloge „Grand Orient“ bei. Dies hatte jedoch ausschließlich pragmatische Gründe. Der Dichter Angelo de Gubernatis, der später eine Nichte Bakunins heiratete, berichtete über ein Treffen im Januar 1865 in Florenz Folgendes über Bakunin:

„Bakunin erhob sich bald, näherte sich mir und drückte mir die Hand, indem er mich etwas geheimnisvoll fragte, ob ich kein Freimaurer wäre? Ich antwortete, dass ich es nicht sei und nicht sein möchte, da ich einen Widerwillen gegen jede geheime Gesellschaft hätte … Bakunin sagte mir, dass ich recht hätte, auch er empfinde keine große Achtung vor der Freimaurerei, doch verschaffe sie ihm Mittel, etwas anderes vorzubereiten.“

Bakunin verachtete also die Freimaurer und trat ihnen ausschließlich bei, um ihre Kapazitäten zu nutzen. Er versuchte zudem, die Freimaurerei zu reformieren, was ihm jedoch misslang. Bakunin ist damit der beste Beweis, dass eine Infiltration der Hochgradfreimaurerei sich nicht lohnt. Im Gegenteil können solche Versuche sogar lebensbedrohlich sein und Bakunin hatte viel Glück, dass seine Bemerkung gegenüber de Gubernatis nicht von diesem an seine Logenbrüder weitergegeben wurde.

Letztendlich gründete Bakunin seine eigene Geheimgesellschaft, die „internationale Bruderschaft“. Vielleicht sollten sich die linksgerichteten Logenbrüder jedoch generell fragen, wozu sie in einer klassenlosen und gerechten Gesellschaft überhaupt noch elitäre Geheimbünde brauchen? Offensichtlich ist das ja ein Widerspruch in sich.

An Widersprüchen mangelt es der Freimaurerei aber ohnehin nicht. In ihren Reihen finden sich Adelige und Kommunisten, Kriegstreiber und Pazifisten, Faschisten und Freiheitskämpfer, Antisemiten und Juden, Satanisten und Christen. Von außen betrachtet könnte man die Logen mit Nervenheilanstalten verwechseln. Vernunftbegabte Menschen, die für Ideale wie Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit eintreten, sollten obskure Geheimbünde meiden, in denen man oft auch das Gegenteil findet. Zur Hölle mit der Dualität und dem ganzen Faxentheater aus albernen Ritualen! Kein Mensch braucht diesen Mist!

Quelle zur Freimaurerei

Quelle zu den Gradsystemen

Quelle zu Michail Bakunin

Die Oscarverleihung und der Tanz ums goldene Kalb

Die Idee einer Filmpreisverleihung geht auf Louis B. Mayer (1885-1957) zurück. Der damalige Leiter der Metro-Goldwyn-Mayer-Studios wollte damit der Krise entgegenwirken, in der sich die Filmindustrie in den 1920er Jahren befand. Er war eines von 33 Gründungsmitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

Die Zahl 33 weißt bereits auf die freimaurerische Natur der Academy hin, welche von namhaften Regisseuren, Produzenten und Studiobossen ins Leben gerufen wurde. Darunter der Mitbegründer von Warner Brothers Jack L. Warner (1892-1978), Cecil B. DeMille (1881-1959) und Douglas Fairbanks (1883-1939) – allesamt Freimaurer.

Es ist offensichtlich, dass eine solche Jury nicht unparteiisch ist. Tatsächlich verliehen Mayer, Warner, DeMille, Fairbanks und so ziemlich alle anderen Academy-Mitglieder Oscars an sich selbst. Hier von Manipulation zu sprechen ist also vollkommen berechtigt.

Woher der Name Oscar stammt, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Als der Preis am 11. Mai 1929 zum ersten Mal verliehen wurde, hieß er noch Academy Award of Merit. Die Bezeichnung Oscar tauchte erstmals 1931 auf.

Über die Form der knapp 34 cm großen Statue ist dagegen schon mehr bekannt. Das Design stammt von Cedric Gibbons (1893-1960), dem wichtigsten Art Director, den MGM seinerzeit zu bieten hatte. Selbstverständlich war Gibbons eines der 33 Gründungsmitglieder der Academy und hat sich, wie alle anderen, gleich mal selbst mit einem Oscar ausgezeichnet.

In der Körperhaltung erinnert der Oscar an den ägyptischen Gott Ptah, was man vor allem an der Stellung der Hände erkennt. Bei genauerer Betrachtung hält der Oscar sogar ein Zeptar wie jenes von Ptah, allerdings ohne Anch an der Spitze. Eine solche Anspielung würde durchaus Sinn machen, denn Ptah wurde im antiken Memphis nicht nur als Schöpfergott verehrt, sondern galt auch als Schutzgott der Handwerker. In gewisser Weise ist auch das Filmgeschäft ein Handwerk und die Filmschaffenden sind Schöpfer fiktiver Welten.

Oscar Ptah

Um den Bezug zum antiken Ägypten weiter zu verdeutlichen, wurde 2013 ein neues der Logo Academy of Motion Picture Arts and Sciences vorgestellt. In diesem wird aus dem „A“ eine Pyramide, vor welcher Ptah wie ein Hohepriester aufgestellt ist.

Academy Award

Auf die gleiche Weise wurde auch der Schriftzug „OSCAR“ abgeändert.

Oscars Logo

Die Verleihung der vergoldeten Statue, die im Kern aus einer Nickel-Kupfer-Silber-Legierung besteht, ähnelt selbstverständlich dem Tanz ums goldene Kalb. Der ganze Pomp um Stars und Sternchen ist eine willkommene Ablenkung für die tumben Massen. Dabei kann dann auch gleich noch die eine oder andere politische Agenda bedient werden. 2015 ging z.B. der Oscar für den besten Tonschnitt an den Militärpropagandafilm „American Sniper“. Nominiert war dieser sogar in der Kategorie bester Film, in welcher sich jedoch „Birdman“ durchsetzte.

Die phrygische Mütze der Jakobiner

von Shinzon

Die Jakobiner trugen während der französischen Revolution als Erkennungszeichen rote Mützen mit einem runden Zipfel. Die Form dieser Mützen stammt aus der Antike und war bei den Phrygern populär, welche ihren kulturellen Höhepunkt um 800 v.Z. hatten. Angefertigt wurde die phrygische Mütze damals aus gegerbtem Stier-Hodensack, was ihr einen sexuellen Charakter verleiht.

Phrygische Mütze

Es ist jedoch anzuzweifeln, dass die Jakobiner die phrygische Mützenform aus diesem Grund wählten. Zumal sie ihre Mützen aus rot gefärbtem Stoff nähten, statt sich wie die Phryger Hodensäcke auf den Kopf zu setzen. Offiziell erlagen die Jakobiner schlichtweg dem Irrtum, in der Antike hätten freigelassene Sklaven solche Mützen getragen, weshalb diese zum Symbol der Freiheit erhoben wurden. Tatsächlich trugen die freigelassenen Sklaven der Antike aber eine Pileus genannte Kappe.

Diese Erklärung scheint alles in allem stark konstruiert. Weitaus wahrscheinlicher ist, dass die Jakobiner die phrygische Mütze vom römischen Sonnengott Mithras übernahmen. Denn während ihrer Terrorherrschaft versuchten führende Jakobiner, einen gnostischen Sonnenkult zu etablieren, der das Christentum ablösen sollte. Robespierre höchstpersönlich ließ sogar einen neuen Feiertag zu Ehren eines nicht näher benannten „höchsten Wesens“ ausrufen. Die Mithrasmütze scheint damit eine weitaus okkultere Bedeutung zu haben, als es zunächst den Anschein hat.

Antike Darstellung des Sonnengottes Mithras

Antike Darstellung des Sonnengottes Mithras

Die Freiheit führt das Volk (Eugène Delacroix)

Die Freiheit führt das Volk (Eugène Delacroix)

Abgeleitet von der Jakobinermütze ist übrigens auch die Zipfelmütze des „deutschen Michels“. Deren Zipfel ist jedoch viel länger und hängt nach unten, womit in Karikaturen auf die passive Haltung der Deutschen verwiesen wurde, die ihre Chance zur Revolution verpennt hatten.

Deutscher Michel

Die Jakobiner – Wenn für Menschenrechte Köpfe rollen

von Shinzon

Ende des 18. Jahrhunderts herrschte in Frankreich ein starkes Missverhältnis in der Bevölkerung. Während die Mehrheit des Volkes hungerte, lebte der Adel in Saus und Braus. Das absolutistisch regierte Land stürzte in eine schwere Krise, weshalb König Ludwig XVI. am 5. Mai 1789 die Generalstände eröffnete. Dabei handelte es sich um eine Versammlung von Vertretern des Adels, der Klerus und des dritten Standes. Als sich am 17. Juni 1789 die Nationalversammlung konstituierte, schwor sie drei Tage später, erst dann wieder auseinander zu gehen, wenn sie eine Verfassung geschaffen hätte.

Innerhalb der Nationalversammlung gab es verschiedene politische Lager, welche zuvor jeweils eigene politische Klubs gegründet hatten. Einer dieser Clubs, welche als Vorläufer der modernen Parteien gesehen werden können, war der am 30. April 1789 gegründete Bretonische Club. Dieser wurde im Dezember desselben Jahres von Claude-Christophe Gourdan unter dem Namen „Gesellschaft der Freunde der Verfassung“ neu gegründet. Diese Gesellschaft wählte als Versammlungsort die Bücherei des Pariser Jakobinerklosters, weshalb sich ab 1793 die Bezeichnung „Jakobiner“ durchsetze.

Als Vordenker der Jakobiner gilt der Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), der aufgrund seiner Schrift „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ gleichermaßen zu den Begründern des europäischen Sozialismus gezählt wird. Dementsprechend ging den Jakobinern die durch die französische Revolution erreichte konstitutionelle Monarchie nicht weit genug. Sie wollten die Monarchie komplett beseitigen und durch eine demokratische Republik ersetzen.

Ursprünglich waren die Jakobiner also eine sehr fortschrittliche Vereinigung, welche dem politisch linken Spektrum zuzuordnen war. Zu ihren Anhängern gehörten vor allem Vertreter der städtischen Unterschicht, die für ihre Freiheit und Gleichberechtigung kämpften. Als Vorbild diente ihnen dabei die amerikanische Verfassung, welche gleiche Rechte für alle Menschen garantierte. Aus diesem Blickwinkel ist es verständlich, wie die Jakobiner die Massen für sich mobilisieren konnten.

Doch wie immer stinkt auch bei den Jakobinern der Fisch vom Kopf. Die städtische Unterschicht machte lediglich die Basis der Jakobiner aus. Die Führung bestand hingegen aus Bürgerlichen, darunter Rechtsanwälte, Ärzte und Handwerker. Unnötig zu erwähnen, dass es in diesen gehobenen Kreisen nur so von Freimaurern wimmelte, deren Kontakte bis zu den Illuminaten in Deutschland reichten. Mit diesen Leuten war natürlich keine basisdemokratische Volksrepublik zu machen, sondern bestenfalls eine bürgerliche Stellvertreterdemokratie, wie wir sie bis heute haben.

Der Jakobinerbasis muss man indes zugute halten, dass die breite Bevölkerung damals weniger gebildet war als heute. Sie hatten kein Internet und konnten sich daher nicht mal eben so über die geheime Symbolik der bürgerlichen Elite informieren. Sonst wäre den zahlreichen Mitläufern von damals vielleicht aufgefallen, dass bereits der Name ihres Klubs kein Zufall war. Die Wahl des Jakobinerklosters war nämlich nur ein Deckmantel, der die wahre Bedeutung verstecken sollte.

Zum einen bezog sich die freimaurerische Führung mit der Namenswahl auf die biblische Geschichte von Esau und Jakob. Esau steht dabei für die vererbte Herrschaft (die Monarchie), während Jakob für die verdiente Herrschaft (das Bürgertum) steht. Die Jakobiner sahen sich demnach in der Tradition von Jakob, welcher Esau die Herrschaft durch seine Fähigkeit abgerungen hatte. Eine wirkliche Dezentralisierung der Macht liegt dieser Parabel allerdings nicht zu Grunde, wobei eine solche der elitären Ausrichtung der Freimaurer ohnehin zuwider laufen würde.

Die elitäre Ausrichtung spiegelt sich ebenfalls in der Namenswahl wieder, denn über die biblische Herleitung hinaus kann die Bezeichnung Jakobiner auf Jacques de Molay († 1314) zurückgeführt werden. De Molay war der letzte Großmeister des Templerordens, welcher in der Freimaurerei bis heute verehrt wird. Mit diesem Hintergrundwissen, welches heute frei verfügbar ist, könnten die Jakobiner wohl kein zweites Mal die Massen für sich gewinnen.

Das wäre aber ohnehin nicht der Fall, da die Jakobiner sich ab 1792 radikalisierten und ihren Ruf damit für alle Zeiten ruinierten. Unter der Führung von Maximilien de Robespierre (1758-1794) strengten sie zuerst einen Prozess gegen den König an, welcher mit der Hinrichtung dessen gesamter Familie endete. Mit diesem drastischen Ende der Monarchie hätten die Jakobiner eigentlich ihr Ziel einer demokratischen Republik erreicht und tatsächlich verabschiedeten sie 1793 eine neue Verfassung, welche die direkte Demokratie stärkte. Jedoch wurde diese Verfassung nie in Kraft gesetzt. Stattdessen errichteten die Jakobiner ein Terrorregime, welches gnadenlos alle politischen Gegner verfolgte.

Maximilien de Robespierre, welcher als Rechtsanwalt und Berufspolitiker dem aufstrebenden Bürgertum angehörte, machte während dieser Phase eine krasse Wandlung durch. Der einstige „Anwalt der Armen“, der einmal strikt gegen die Todesstrafe war, entwickelte sich zum grausamen Despoten. Seinem Revolutionstribunal, welches am 10. März 1794 gegründet wurde, fielen hunderttausende Franzosen zum Opfer. Ähnlich wie später Stalin, säuberte Robespierre dabei auch die eigenen Reihen von vermeintlichen Verrätern.

In einer Parlamentsrede vom 20. Juli 1794 kündigte Robespierre eine zweite Säuberungswelle an, ohne dabei konkrete Namen zu nennen. Es konnte praktisch jeden treffen. Im Ergebnis bildete sich eine Koalition gegen Robespierre und er wurde nach einstimmigem Beschluss verhaftet. Ihm gelang zunächst die Flucht aus dem Kerker und er versammelte sich zusammen mit einigen Getreuen im Pariser Rathaus. Als die Nationalgarde das Gebäude stürmte, begingen die meisten seiner Anhänger Suizid, indem sie aus den Fenstern sprangen oder sich erschossen. Robespierre selbst schoss sich ebenfalls in den Kopf, zerschmetterte dabei aber lediglich seinen Kiefer.

Da schlechtes Karma meist auf einen zurück fällt und Geschichte zuweilen ironisch ist, wurden Robespierre und 21 seiner Anhänger am 28. Juli 1794 ohne vorherigen Prozess durch die Guillotine enthauptet. In den Tagen darauf verloren noch 83 weitere seiner Anhänger den Kopf. Am 11. November 1794 wurde schlussendlich der Pariser Jakobinerklub geschlossen.

Dies war jedoch noch nicht das Ende der Jakobiner. Es kam immer wieder zu kleineren Aufständen und 1796 versammelten sich ehemalige Jakobiner, Sansculottes und Sozialrevolutionäre um den sozialistischen Journalisten François Noël Babeuf (1760-1797), dessen „Verschwörung der Gleichen“ das herrschende Direktorium stürzen wollte. Selbstverständlich scheiterte dieser Versuch und die beiden Anführer Babeuf und Augustin Alexandre Joseph Darthé (1769-1797) landeten am 27. Mai 1797 auf dem Schafott.

Den Jakobinern in anderen Ländern erging es meist ähnlich. Während der Besetzung von Mainz durch französische Revolutionstruppen wurde im Oktober 1792 die „Gesellschaft der Freunde der Freiheit“ als Klub deutscher Jakobiner gegründet, welche das demokratische Staatswesen auf deutschem Boden etablieren wollten. Nachdem die Preußen und Österreicher Mainz im Sommer des darauf folgenden Jahres zurückerobert hatten, ließen sie alle Klubmitglieder verfolgen und viele wurden hingerichtet.

In Österreich wurden 1794 ebenfalls zwei Wiener Jakobiner vor Gericht gestellt. Franz Hebenstreit (1747-1795) wurde dabei als Landesverräter erhängt, während Andreas Freiherr von Riedel (1748-1837) wohl aufgrund seines Titels mit einer Haftstrafe davon kam. Infolge des Prozesses gegen die beiden Freimaurer wurden noch zahlreiche weitere Anhänger der Aufklärung aus Beamtenschaft und Armee eingesperrt oder hingerichtet.

In Hamburg blieb der Jakobinerklub dagegen verschont, da der führende Kopf Georg Conrad Meyer (1774-1816) ein Bewunderer von Friedrich II. war. Er wollte die Monarchie nicht abschaffen, sondern lediglich reformieren. In seiner Zeitschrift „Der neue Mensch“ forderte er z.B. eine gleichmäßige Verteilung des Reichtums, ohne dabei die Besitzenden zu enteignen.

Die Geschichte der Jakobiner endet jedoch nicht in Frankreich, Deutschland und Österreich. Im Gegenteil kann der Einfluss der Jakobiner noch weitaus später und das weltweit nachgewiesen werden. Man braucht lediglich nach ihrem Erkennungszeichen – der roten Jakobinermütze – Ausschau zu halten. Es ist geradezu erstaunlich, in welchen Staaten man dabei fündig wird.

Colorierte Zeichnung des Illuminaten Goethe (1792)

Colorierte Zeichnung des Illuminaten Goethe (1792)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Jakobiner zumindest im Kern fortschrittlich waren und eine gerechtere Gesellschaft anstrebten. Dieses Ziel verfehlten sie jedoch, da ihre Führung aus selbstherrlichen Freimaurern bestand, welche ihre angestrebten Ideale für die eigene Macht opferten. Ihr Erbe ist die heutige Stellvertreterdemokratie, in der wir lediglich die Wahl haben, von welchen großbürgerlichen Kapitalisten wir uns verarschen lassen wollen.

Dennoch trägt diese Demokratie den Samen der Hoffnung in sich. Denn wenn die Mehrheit endlich erkennt, wer zur Bourgeoisie gehört und dementsprechend nur noch diejenigen wählt, die aus dem einfachen Volk kommen, lassen sich die Verhältnisse sehr wohl verändern. Griechenland und Venezuela sind gute Beispiele dafür, wie man die Banken- und Konzernmafia entmachten und das Volk in demokratische Prozesse einbinden kann. Die Idee des Sozialismus ist keineswegs falsch, weil sie von Freimaurern schändlich missbraucht wurde. Es verhält sich wie mit der Erklärung der Menschenrechte von 1789. Auch diese stammt aus der Feder der Freimaurer und Jakobiner, welche zugleich die Ersten waren, die diese Menschrechte verletzt haben. Ein erstrebenswertes Ideal erkennt man immer daran, dass es von Freimaurern verraten wird.

Die Illuminaten von Thanateros

von Shinzon

Die Illuminaten von Thanateros wurden 1978 in London gegründet. Die beiden Gründer Ray Sherwin und Peter Carroll gehörten damals zum Umfeld des Metaphysik Buchhandels „The Phoenix“ im Londoner East End. Allerdings fanden sie keinen wirklichen Anschluss an die bereits vorhandenen okkulten Gruppierungen, weshalb sie ihr Glück mit einem eigenen Orden versuchten.

Worauf sich die Namenswahl „Illuminaten“ bezieht, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Der Name Thanateros ist indes eine Zusammensetzung der altgriechischen Wörter für Tod und Liebe. Thanatos war zudem ein griechischer Todesgott und Eros der Gott der Liebe. So viel also zum Thema Dualität.

Der Hauptschwerpunkt der Illuminaten von Thanateros ist allerdings die Chaosmagie, gewürzt mit einer Prise Schamanismus, Taoismus und fürs sexuelle Vergnügen Tantra. Das Symbol des Ordens ist entsprechend dem Kernthema der Chaosstern.

Chaosstern

Bei ihrem okkulten Mischmasch berufen sich Sherwin und Carroll erstaunlicherweise nicht auf Adam Weishaupt. Ihr Vorbild scheint viel eher Aleister Crowley zu sein. Z.B. spielt der Titel ihres Magazins „The New Equinox“ mehr als offensichtlich auf dessen Zeitschrift „The Equinox“ an. Hinzu kommen die Bücher von Peter Carroll, welche stark an Crowleys Wortschatz angelehnt sind. Sein erstes Werk „Liber Null: Psychonautik“ ist Crowley pur. Es folgte das „Liber Kaos: Das Psychonomikon“ sowie „PsyberMagick: Advanced Ideas in Chaos Magick“ und „The Apophenion: a chaos magick paradigm“. Man beachte die Schreibweise „Magick“ mit „ck“, welche ebenfalls von Crowley stammt.

Es ist sehr bezeichnend, dass solch okkulte Umtriebe vor allem in Großbritannien aufblühen. In den 1980ern gewannen die Illuminaten von Thanateros allerdings auch zunehmend Mitglieder in Deutschland und Österreich, später folgten noch die USA und Brasilien. Organisiert ist der Orden in teilautonomen Tempeln, von denen es 1991 weltweit bereits 16 gab.

Die Tempelmitglieder können in vier Graden aufsteigen. Die Initiation in die Grade Magus, Adept, Initiat und Neophyt ist dabei kostenlos. Die Mitglieder des 2. und 3. Grades können sich zu Priestern weihen lassen. Darüber hinaus gibt es noch Ämter wie den Archivar und den Insubordinator. Letzterer steht dem Leiter einer lokalen Gruppe, dem Magister Templi, beratend zur Seite.

Unter allen okkulten Geheimgesellschaften sind die Illuminaten von Thanateros eine eher unbedeutende Gruppe, die den legendären Illuminaten Weishaupts nicht mal ansatzweise das Wasser reichen kann. Der Mitbegründer Sherwin stieg zudem schon in den 1980ern aus dem Orden aus, der ihm laut eigenen Aussagen zu konventionell war.

Jim Carrey und die Illuminaten

Am 18. November 2014 trat der bekannte Komödiendarsteller Jim Carrey bei Jimmy Kimmel Live auf, wo die beiden über das kontroverse Thema der Illuminati diskutierten. Dabei sprach Carrey über die Beeinflussung der Medien durch die Regierung und spielte auf die jährlichen Treffen des Bohemian Clubs an, bei denen bizarre Rituale im Wald abgehalten werden. Er kam zu dem Schluss, dass die Zuschauer in Konsumdrohnen verwandelt werden sollen, was ja im Prinzip schon längst geschehen ist.

Obwohl das Thema durchaus ernst zu nehmen ist, gibt Carrey hier den Clown und zieht damit alles ins Lächerliche. Das Publikum denkt dementsprechend auch nicht wirklich über seine Worte nach, sondern lacht stattdessen über seine Geste der allsehenden Zunge. Genau das ist beabsichtigt. Jim Carrey spielt den autorisierten Helden, der einen Teil der Wahrheit sagt, aber als Komödiant nicht ernst genommen wird. Auf diese Weise werden sämtliche Systemkritiker verspottet.

Jim Carrey Pyramide mit Zunge

Jim Carrey hat selbst einen großen Anteil daran, dass die Menschen „Dumm und Dümmehr“ werden. So spricht er zwar über die Illuminaten, aber erwähnt mit keinem Wort die Freimaurer, denen er offensichtlich angehört. Verfolgt man seine Karriere, wird diese stets von Freimaurersymbolen begleitet, die er jedoch maximal in spöttischer Weise kommentiert. In einem sehr frühen Sketch verschandelt er z.B. ein Gemälde, welches eine Pyramide mit allsehendem Auge zeigt. Er bezeichnet das Werk als „evil“/“böse“ und meint, man könne damit die Hölle dekorieren.

Jim Carrey Evil Eye

Seine eigene Sympathie für den Teufel zeigte Carrey am 30. Oktober 2014, indem er sich in Anlehnung an Elvis als „Hellvis“ verkleidete. Okay, das war zu Halloween, dennoch ist die Symbolik eindeutig. Sowohl er als auch seine Truppe traten mit Teufelshörnern in komplett roter Kleidung auf. Es hätte sich ebenso gut um eine TV-Show der Church of Satan handeln können, obgleich Jim Carrey natürlich wie immer einen Witz daraus machte.

Jim Carrey als Hellvis

Dass Carrey auch ernst sein kann, bewies er indes in einem Film, welcher uns zurück zu den Illuminaten führt. Die Rede ist von „Number 23“, der sich zwar nicht direkt um Adam Weishaupts Orden dreht, aber dessen Zahl aufgreift. Diese sieht Carreys Rolle Walter Sparrow überall, wodurch sein Charakter in den Wahnsinn getrieben wird. Einmal mehr werden dadurch Menschen, die sich mit den Illuminaten beschäftigen, für verrückt erklärt.

Nummer 23

Die Illuminaten – Fakten und Mythen

von Shinzon

Es gibt wohl kaum ein größeres Mysterium auf diesem Planeten als die Illuminaten. Folgt man den Verschwörungstheorien, sollen sie an der Spitze der Machtpyramide stehen und was immer auf der Welt geschieht, die Illuminaten sollen für alles verantwortlich sein. Doch wer sind diese Illuminaten eigentlich und wie lässt sich der Begriff definieren?

Den meisten Verschwörungstheorien liegt der real existierende bayrische Illuminatenorden zu Grunde, welcher am 1. Mai 1776 in Ingolstadt gegründet wurde. Dieser soll im Laufe der Jahrhunderte die Freimaurerei infiltriert haben und inzwischen die gesamte Welt kontrollieren. Die Wahrheit sieht jedoch ein wenig anders aus und dürfte die meisten Verschwörungstheoretiker zumindest teilweise bitter enttäuschen.

Der Gründer Adam Weishaupt (1748-1830), welcher an der Universität von Ingolstadt praktische Philosophie und Kirchenrecht lehrte, sah sich nämlich der wissenschaftlichen Aufklärung verpflichtet. Den Illuminatenorden gründete er, um seine Schüler vor den Intrigen der Jesuiten zu schützen, denen er als einziger im Lehrkörper der Universität nicht angehörte. Zwar besuchte er selbst in seiner Jugend ein Jesuiten-Gymnasium, mit dem Orden konnte er sich jedoch nie anfreunden.

Adam_weishaupt

Nun war Weishaupt nicht nur ein erbitterter Gegner der Jesuiten, sondern sah zunächst auch in den Rosenkreuzern und Freimaurern ein Übel, welches es zu bekämpfen galt. 1790 berichtete er rückblickend in seiner Schrift „Pythagoras oder Betrachtungen über die geheime Welt- und Regierungskunst“ Folgendes:

„Zwei Umstände aber gaben vollends Ausschlag. Zu eben dieser Zeit [1776] hatte ein Offizier, Namens Ecker, in Burghausen eine Loge errichtet, welche auf Alchemie ging und sich gewaltig zu verbreiten anfing. Ein Mitglied dieser Loge kam nach Ingolstadt, um dort zu werben und die Fähigsten unter den Studierenden auszuheben. Seine Auswahl fiel zum Unglück gerade auf diejenigen, auf welche auch ich mein Auge geworfen hatte. Der Gedanke, so hoffnungsvolle Jünglinge auf diese Art verloren zu haben, sich auch überdies mit der verderblichen Seuche, mit dem Hang zur Goldmacherei und ähnlichen Torheiten angesteckt zu sehen, war für mich quälend und unerträglich.“

Das alles hört sich ganz und gar nicht nach den bösen Illuminaten an, welche die Menschheit zu unterdrücken trachten. Im Gegenteil war Weishaupt ein erklärter Gegner des Absolutismus und strebte nach einer demokratischen Republik. Sein Geheimname „Spartacus“ war dementsprechend an den Anführer des römischen Sklavenaufstandes (73–71 v. Z.) angelehnt.

Mit diesem Hintergrundwissen ist einem Adam Weishaupt plötzlich gar nicht mehr so unsympathisch. Dennoch beging er einige gravierende Fehler mit seinem „Bund der Perfektibilisten“, wie der Illuminatenorden ursprünglich hieß.

Der größte Fehler war, dass er schon früh Freimaurer in seinen Illuminatenorden aufnahm, die er zuvor noch als Übel erachtete. Zwar verschaffte die Aufnahme des Freimaurers Franz Xaver von Zwack (1756-1843) dem Orden 1778 einen ersten Aufschwung, sodass er zwei Jahre später schon 60 Mitglieder umfasste, doch kamen die Illuminaten damit auch vom ursprünglichen Kurs ab.

Weishaupt selbst trat 1777 der Münchner Freimaurerloge „Zur Behutsamkeit“ bei, in welcher er zunächst den Namen „Sanchoniaton“ trug. Er überließ seinem Logenbruder von Zwack die Reorganisierung seines Bundes der Perfektibilisten, wobei die Freimaurerei als Vorbild diente. Weishaupt schlug indes als neuen Namen „Bienenorden“ vor, was eindeutig an der Freimaurersymbolik angelehnt war. Seiner Vorstellung zufolge sollten die Mitglieder unter Leitung einer Bienenkönigin den Nektar der Weisheit einsammeln.

Das Einzige, was seine Untergebenen einsammelten, waren jedoch noch mehr Freimaurer. Darunter auch der Adelige Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (1752-1796), welcher seinerseits zahlreiche Freimaurer in Weishaupts Orden brachte, für den man sich inzwischen auf den Namen „Illuminaten“ geeinigt hatte.

Nun wird ja oft behauptet, dass die Illuminaten die Freimaurerei unterwandert hätten. In Wahrheit sieht es jedoch ganz danach aus, als ob das genaue Gegenteil der Fall war. Einige Freimaurer, wie z.B. Johann Wolfgang von Goethe, wurden sogar gezielt mit dem Auftrag zu den Illuminaten geschickt, diese zu überwachen. Zu diesem Zeitpunkt war der Illuminatenorden allerdings schon nur noch ein freimaurerisches Karrierenetzwerk, welches von einer Gruppe Hochgradfreimaurer genutzt wurde, um die zahlreichen deutschen Logen unter ihre Herrschaft zu bringen.

Man könnte also zusammenfassend sagen, dass eine Gruppe von Hochgradfreimaurern die Illuminaten nur als Werkzeug gegen konkurrierende Kräfte innerhalb der Freimaurerei eingesetzt hat. Dieser interne Machtkampf kam nicht von ungefähr, sondern war das Resultat einer schweren Krise, in welcher sich die deutsche Freimaurerei ab 1776 befand. In diesem Jahr starb mit Karl Gotthelf, Reichsfreiherr von Hund und Altengrotkau (1722-1776) der Gründer der „Strikten Observanz“ (das deutsche Hochgradsystem) und hinterließ damit ein Machtvakuum.

Gotthelf war so etwas wie der Kopf der deutschen Hochgradfreimaurerei und behauptete, mit „geheimen Oberen“ in Kontakt zu stehen, die ihn in das tiefste Geheimnis der Freimaurerei eingeweiht hätten. Nun könnte man spekulieren, ob es sich bei diesen „geheimen Oberen“ um den europäischen Hochadel oder gar um Grey und Reptiloide gehandelt haben könnte. Allen dahingehenden Verschwörungstheorien zum Trotz meldeten sich diese Wesen jedenfalls nicht zu Wort und ließen die deutschen Freimaurer ratlos zurück.

Die beiden Illuminaten Freiherr Knigge und Franz Dietrich von Ditfurth (1738-1813) nutzten die Gunst der Stunde und übernahmen auf dem großen Freimaurerkonvent der Strikten Observanz von 1782 die Meinungsführerschaft. Sie schafften das alte Templersystem ab und drängten die Gold- und Rosenkreuzer ins Abseits. (Kleine Anm. nebenbei: Die ehemalige Grünenpolitikern und Gründerin der Ökologischen Linken Jutta Ditfurth ist eine Nachfahre des Illuminaten Franz Dietrich von Ditfurth.)

Nachdem der Illuminatenorden durch die freimaurerische Übernahme gestärkt war, kam es 1784 zum Streit zwischen Weishaupt und Knigge. Offensichtlich hatte Weishaupt seinen schweren Fehler erkannt. Statt die Freimaurerei zu verändern, kontrollierte diese nun seinen Orden und spähte ihn aus. Er mahnte daher an, dass zu rasch zu viele Mitglieder aufgenommen wurden, ohne diese zu überprüfen.

Knigge fühlte sich daraufhin persönlich angegriffen und drohte Weishaupt damit, dessen Geheimnisse an die verhassten Jesuiten und Rosenkreuzer zu verraten. Letztendlich ließ er ein Schiedsgericht in Weimar einberufen, dem u.a. Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder und Herzog Ernst von Sachsen-Gotha angehörten. Dieser Congress urteilte, dass sowohl Weishaupt als auch Knigge ihre Machtpositionen im Orden aufgeben sollten. Da Weishaupt, welcher die Leitung des Ordens an Johann Martin Graf zu Stolberg-Roßla abgab, als dessen Gründer jedoch weiterhin einflussreich blieb, verließ Knigge die Illuminaten am 1. Juli 1784.

Mit Knigge verabschiedete sich der wichtigste Fürsprecher des Absolutismus, welcher den republikanischen Bestrebungen des Ordens entgegen stand. Mit dieser neuen Dominanz wurden die Illuminaten wieder zu einer Gefahr für den herrschenden Adel. Insbesondere der bayrischen Obrigkeit waren die Geheimbünde suspekt, weshalb schon am 22. Juni 1784 alle „Communitäten, Gesellschaften und Verbindungen“ durch den bayerischen Kurfürsten Karl Theodor verboten wurden, die nicht vorab von ihm genehmigt waren.

Am 2. März 1785 folgte schließlich das direkte Verbot der Illuminaten und Freimaurer, welche als landesverräterisch und religionsfeindlich eingestuft wurden. Bei den folgenden Hausdurchsuchungen sowie dem Fund eines toten Kuriers, der bei einem Gewitter von einem Blitz getroffen wurde, konnten zahlreiche Dokumente und Mitgliederlisten der Illuminaten beschlagnahmt werden. Einige Illuminaten wurden in der Folge ihrer Ämter enthoben, doch die Verfolgung verlief insgesamt eher milde und es wurden keinerlei Haftstrafen ausgesprochen. Im April 1785 erklärte Graf Stolberg-Roßla den Orden, dem er selbst einst angehörte, schließlich offiziell für suspendiert.

Dies hätte nun das Ende der Illuminaten sein können, wenn Adam Weishaupt nicht 1787 Asyl beim Herzog Ernst in Gotha erhalten hätte. Der verschaffte ihm zusätzlich eine Stelle als Hofrat und bewahrte die Geschichte des Illuminatenordens in der so genannten Schwedenkiste auf, welche sich bis heute in Gotha befindet und seit 1990 ausgewertet wird. Ein weiteres Zeugnis der Illuminaten ist der Merkurtempel im Gothaer Stadtpark. An diesem findet sich bei genaurer Betrachtung die 666 verschlüsselt wieder – ein mögliches Indiz dafür, dass Weishaupt zumindest in späteren Jahren auch vom Satanismus beeinflusst wurde.

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Neben Weishaupt versuchte auch dessen Mitstreiter Johann Joachim Christoph Bode (1731-1793) die Illuminaten durch die Nachfolgeorganisationen der „Minervalkirche“ und dem „Orden der unsichtbaren Freunde“ am Leben zu halten. Die bayrische Obrigkeit roch den Braten offenbar und erließ am 16. August 1787 ein drittes, verschärftes Verbotsedikt, welches die Rekrutierung von Mitgliedern für die Freimaurer und Illuminaten unter Todesstrafe stellte. Unter diesen harten Bedingungen stellte Bode drei Jahre später seine Bemühungen ein.

Was die Freimaurerei angeht, so konnte diese ihren Einfluss dank ihrer Verbreitung in ganz Europa sowie der Mitgliedschaft der wichtigsten Adelshäuser aufrechterhalten. Später konnten die Freimaurer auch in Bayern wieder Fuß fassen. Die Illuminaten gelten hingegen als zerschlagen, wobei sich einige ehemalige Mitglieder wie der bayrische Staatsminister Maximilian von Montgelas (1759-1838) aus Machtkalkül gegen den Geheimbund stellten. Ein Rest von Zweifel bleibt allerdings.

Als letztes großes Werk der Illuminaten gilt die Französische Revolution, welche von 1789-1799 wütete. Historisch belegt ist diese Behauptung jedoch nicht. Fakt ist lediglich, dass die deutschen Freimaurer Verbindungen zu ihren französischen Logenbrüdern unterhielten und auch heute noch unterhalten. Da zahlreiche führende Freimaurer zu dieser Zeit Mitglieder des Illuminatenordens waren, könnte man den Illuminaten zumindest eine Beteiligung an der französischen Revolution zugestehen. Zumal die Abschaffung der Monarchie sowie die Erklärung der Republik zu den wichtigsten Zielen der Illuminaten gehörten.

Die französische Revolution hätte es wohl aber auch ohne Adam Weishaupts Orden gegeben, denn die treibende Kraft dahinter waren die Jakobiner. Diese waren ebenfalls ein Produkt der Freimaurerei und wurden von den Erfahrungen der französischen Soldaten angetrieben, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatten und dort mit der Idee einer demokratischen Republik in Kontakt gekommen waren. Es ist daher kaum ein Zufall, dass die französische Tricolore in den Farben der Freimaurer gehalten ist.

Ob Illuminaten oder Jakobiner, letztendlich sind die Freimaurer die verdeckte Hand, die unsere Geschichte lenkt. Das gilt insbesondere auch für die USA, deren Flagge dieselben Farben aufweist, wie die französische Tricolore. Die USA waren seit jeher ein Freimaurerstaat und sämtliche Verschwörungstheorien, die ihre Gründung den bayrischen Illuminaten zuschreiben, sind kompletter Mumpitz.

Einige Verschwörungstheoretiker behaupten sogar, dass Adam Weishaupt nach Amerika geflohen sei, wo er den Namen George Washington angenommen hätte. Das kann nicht stimmen, denn dann hätte Weishaupt an zwei Orten gleichzeitig sein müssen. Im 18. Jahrhundert konnte er auch noch nicht innerhalb von wenigen Stunden über den Atlantik fliegen und die Seereise dauerte Wochen. Es gibt nur eine Verbindung zwischen ihm und Washington: Beide waren Freimaurer. Möglicherweise ist es daher kein Zufall, dass 1776 sowohl die Vereinigten Staaten von Amerika als auch die Illuminaten gegründet wurden, welche in Deutschland eine ähnliche Republik anstrebten.

Doch wie gesagt ist das verbindende Element die Freimaurerei. Auf diese ist auch die Pyramide mit dem allsehenden Auge zurückzuführen, welche sich u.a. auf dem Staatsiegel der USA befindet. Die Behauptung, dass es sich bei der Pyramide um ein Illuminatensymbol handele, ist zumindest in Bezug auf Adam Weishaupt schlichtweg falsch. Die nachweisbaren Verbindungen zwischen den Illuminaten und der Pyramide mit Auge sind allesamt neueren Datums und ein Phänomen der modernen Pop-Okkultur.

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Das Symbol der Illuminaten war indes die Eule der Minerva und nicht einmal die Eule kann ausschließlich den Illuminaten zugeordnet werden. Zum einen wird sie auch von anderen okkulten Geheimgesellschaften wie dem Bohemian Club benutzt, zum anderen wird sie exoterisch als Symbol der Weisheit verwendet, z.B. von Universitäten und Buchhandlungen. Es ist also nicht alles ein Werk der Illuminaten, wie oft behauptet wird.

Illuminateneule

Einzig die Zahl 23 kann zweifelsfrei den Anhängern Adam Weishaupts zugeschrieben werden. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass das ehemalige Versammlungsgebäude der Illuminaten heute die Hausnummer 23 hat. Das war nicht immer so, denn als die Theresienstraße noch Am Weinmarkt hieß, hatte das Gebäude die Nummer 298. Offenbar gibt es in Ingolstadt bis heute einflussreiche Freimaurer, die dem Illuminatenorden huldigen.

Oder gibt es den Orden gar noch, wie einige behaupten? Diese Frage lässt sich aufgrund der Beweislage nur schwer beantworten. Es fällt jedoch auf, dass der Name der Illuminaten nicht nur von Verschwörungstheoretikern verwendet wird, sondern extrem oft in der Pop-Okkultur vorkommt. Die Illuminaten tauchen in Filmen, Liedern und PC-Spielen auf. Einige Firmen haben sich sogar nach den Illuminati benannt. Das ist mehr als nur die Ausschlachtung eines alten Mythos, es ist die blanke Ehrerbietung. Der bayrische Orden genießt in Teilen der Freimaurerei bis heute höchste Anerkennung.

Doch steckt eventuell mehr dahinter als die reine Romantisierung eines längst vergangenen Kultes? In betreffenden Filmen und PC-Spielen werden die Illuminaten als nach wie vor mächtige Organisation dargestellt, die das Weltgeschehen kontrolliert. In der Musikindustrie werden Stars direkt mit den Illuminaten in Verbindung gebracht und zwar nicht von Internetbloggern, sondern von der Musikindustrie selbst.

Eine direkte Verbindung gibt es auch zu modernen Geheimgesellschaften wie dem rosenkreuzerischen Ordo Templi Orientis, dessen Mitglieder sich als rechtmäßige Nachfolger der Illuminaten betrachten. Die Meritokratische Partei Großbritanniens beruft sich ebenfalls direkt auf Weishaupts Orden. Die Indizien häufen sich also, dass die Illuminaten tatsächlich noch existieren bzw. in anderen Geheimgesellschaften fortleben und ihr Einfluss keineswegs gegen Null läuft.

Des Weiteren gibt es noch einige okkulte Randgruppen, die sich zwar Illuminaten nennen, aber keinen direkten Bezug zu Weishaupt haben. Darunter die 1978 gegründeten Illuminaten von Thanateros, die sich mit Chaosmagie beschäftigen. Halten wir also fest, dass es verschiedene Illuminaten gibt.

Es gibt sogar Mutmaßungen, dass die wahren Illuminaten schon lange vor Adam Weishaupts Orden existierten. Möglicherweise gab es sie schon vor über 13.000 Jahren im untergegangenen Atlantis. Das ist zwar eine reine Spekulation, aber zumindest muss es schon damals einen Vorläufer der modernen Freimaurerei gegeben haben. Dafür sprechen steinerne Artefakte wie eine dreizehnstufige Pyramide mit Auge, die auf ein Alter von ca. 13.000 Jahren datiert wurden. Die Frage, wie ein solch altes Symbol den Einzug in die Freimaurerei und damit auch auf das Staatssiegel der USA fand, ist absolut berechtigt.

Klaus Dona Pyramide

Doch nannte sich der antike Vorläufer der modernen Freimaurerei tatsächlich Illuminaten? Und war Weishaupts Orden lediglich der Versuch einer Wiederbelebung dieses alten Kultes? Spekulationen, Behauptungen, Irrwege. Wir haben lediglich einige Puzzleteile, die alle okkulten Geheimgesellschaften miteinander verbinden.

Erschwerend kommt hinzu, dass Illuminaten nicht nur die Bezeichnung einer ganzen Reihe von Geheimbünden ist, sondern auch ein Status. Die höchsten Grade der Freimaurerei sehen sich selbst als Erleuchtete und das lateinische Wort dafür lautet Illuminati. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass mit den Illuminaten, welche die Welt beherrschen, gar kein konkreter Geheimbund gemeint sind, sondern die Elite der Freimaurerei. Das würde Sinn machen, denn wenn man sich die Namensliste der Weltenlenker ansieht, findet man dort fast ausschließlich Logenbrüder.

Der einzige andere Orden, der in Sachen Einfluss und Verbreitung mit den Freimaurern mithalten kann, sind die Jesuiten. Deren Logo ist die Sonne. Sonne = Licht = Erleuchtung. Es ist eigentlich unerheblich, ob die Führungsebene der Jesuiten sich ebenfalls als Illuminati bezeichnet, denn als Erleuchtete betrachten sie sich auf jeden Fall. Dieses Spiel lässt sich mit weiteren Geheimgesellschaften beliebig fortsetzen, deren Eliten sich allesamt als auserwählt und dem Rest der Menschheit überlegen ansehen.

Abschließend lässt sich also feststellen, dass die Illuminaten absolut real sind. Und das sowohl als namentliche Geheimorden wie auch als Status innerhalb selbiger. Der Weltverbesserer Adam Weishaupt hatte dabei anfangs gar nicht mal so verkehrte Ansätze. Der „Bund der Perfektibilisten“ war aufklärerisch, richtete sich gegen den Absolutismus sowie gegen die Jesuiten und Rosenkreuzer. Erst nach Weishaupts Beitritt in eine Freimaurerloge begann der rapide Abstieg und sogar die Umbenennung in Illuminaten geht auf die Übernahme durch die Freimaurer zurück.

Eine herrschaftsfreie Gesellschaft war und ist mit den adeligen Hochgradfreimaurern selbstverständlich nicht mehr zu erreichen. Doch auch Weishaupt selbst wurde zunehmend totalitär. Neumitglieder wurden über die Ziele des Ordens bewusst getäuscht und ihnen wurde ein bedingungsloser Kadavergehorsam abverlangt. Diese Verstöße gegen die eigenen Ideale sollten sich in Form des eigenen Niedergangs rächen.

Die angeblichen Infiltrationspläne Weishaupts, die inzwischen weltweit kursieren, sind dagegen historisch nicht belegbar. Vermutlich gehen die Behauptungen über die Pläne zur Zerstörung des Christentum und der Kontrolle der Politik auf die Bekenntnisschriften von Aussteigern zurück, welche stark ausgeschmückt waren und daher als Quellen wenig wertvoll sind. Einige vermeintliche Ziele wurden gar erst viel später hinzugedichtet, da bestimmte Entwicklungen wie z.B. die modernen Massenmedien damals noch gar nicht absehbar waren.

Die meisten Behauptungen über die bayrischen Illuminaten sind ganz und gar von den aktuellen Entwicklungen der Weltpolitik abgeleitet. Diese realen gesellschaftlichen Tendenzen gehen aber wohl eher auf den Einfluss der modernen Hochgradfreimaurerei sowie der Rosenkreuzer, Theosophen usw. zurück. Obgleich sich diese als Erleuchtete betrachten und sich mitunter auf Adam Weishaupt berufen, sollten Wahrheitsaktivisten nicht immer gleich von Illuminaten reden, wenn Freimaurer gemeint sind. Dies führt nur zu einer Mystifizierung der Geheimgesellschaften und verstärkt den verschwörungstheoretischen Charakter dessen, was eigentlich als Aufklärung gemeint sein sollte. Das ist auch der Grund, warum wir lieber von der „herrschenden Elite“ reden, da diese Bezeichnung sämtliche Geheimbünde einschließt und eine Differenzierung selbiger ermöglicht.

Die Pyramide der allsehenden Illuminati

Die Pyramide mit Auge ist eigentlich ein klassisches Freimaurersymbol, während die Illuminaten die Eule benutzten.

Dennoch wird die Pyramide immer wieder den Illuminaten zugeordnet.

Den Einfluss der Illuminaten auf die Hip Hop-Szene hatten wir bereits hier behandelt.