„Regression“ – Ein ernstes Thema wird verspottet

von Shinzon

Es gibt eine ganze Reihe von Filmen über sexualmagische Rituale in satanistischen Kreisen, von denen Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“ aus dem Jahr 1999 der wohl bekannteste ist. Allerdings zeigen solche Werke immer nur Sexorgien unter Erwachsenen. Ritueller Kindesmissbrauch wurde dagegen nie wirklich offen thematisiert, sondern bestenfalls unterschwellig angedeutet. „Regression“ nimmt sich nun dieses heiklen Themas an, doch wer eine ehrliche Aufarbeitung erwartet, wird leider enttäuscht.

Der Film wirbt gleich zu Beginn damit, dass er auf wahren Begebenheiten beruht. Das wird später noch sehr wichtig sein, wenn es um die Schlussfolgerungen geht. Die angeblichen Ereignisse sollen sich jedenfalls 1990 in mehreren Gemeinden von Minnesota abgespielt haben, wofür stellvertretend der fiktive Ort Hoyer stehen soll. Gedreht wurde der Film allerdings in Kanada und Spanien. Es darf daher bezweifelt werden, dass tatsächlich vor Ort recherchiert wurde.

Zur Eröffnung gibt es gleich mal das umgedrehte Satanskreuz, gefolgt vom aufrechten Christenkreuz. Wie in der Hölle, so im Himmel. Der Truck, in dem das Christenkreuz hängt, gehört John Gray (David Dancik), was im Prinzip schon verrät, dass er kein Satanist ist.

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Kurz darauf gesteht John, seine Tochter Angela (Emma Watson) vergewaltigt zu haben, obwohl er sich nicht daran erinnern kann. Das ergibt aber überhaupt keinen Sinn, denn solche Verbrechen werden in der Regel vom Opfer verdrängt und nicht vom Täter. Überhaupt macht John Gray einen sehr verwirrten Eindruck und gesteht im Prinzip nur deshalb, weil er nicht glauben kann, dass seine Tochter lügt. So wie er argumentiert, würde er ihr wohl sogar glauben, wenn sie behaupten würde, der Himmel sei grün.

Detective Bruce Kenner (Ethan Hawke) übernimmt den Fall und fährt mit einem Kollegen zum Haus der Grays, wo er Angelas Großmutter Rose (Dale Dickey) über das Geständnis ihres Sohnes informiert. Als Kenner das Zimmer von Angela sehen möchte, weist nicht etwa Rose ihm den Weg, sondern sein Kollege George Nesbitt (Aaron Ashmore). Dieser kennt sich so gut in dem Haus aus, weil er ein Freund der Familie ist.

Im Haus wirkt alles unverdächtig, ja geradezu christlich, weshalb Nesbitts Verhalten zu diesem Zeitpunkt das einzig Seltsame ist. So schaltet er auf der Rückfahrt eine Radiosendung über Satanismus weg, weil er offenbar nicht möchte, dass sich Kenner mit diesem Thema beschäftigt. Es scheint, als würde hier eine Brotkrumenspur gelegt.

Am nächsten Tag versucht der Psychologe Kenneth Raines (David Thewlis), das noch seltsamere Verhalten von John Gray zu erklären. Er rät zu einer Hypnose-Regression, womit wir beim Kernthema des Films wären. Es geht nämlich um nichts anderes als um die öffentliche Wahrnehmung dieses Themas, welche hier manipuliert werden soll. Wer ein Interesse daran hat, verrät bereits unterschwellig die Nummer an der Tür des Psychologen. Es ist die 303 oder kurz gefasst die 33 Grade der Freimaurerei nach Schottischen Ritus. Wer jetzt noch eine wahrheitsgetreue Aufarbeitung von Fällen rituellen Kindesmissbrauchs erwartet, setzt sich den Hut wahrscheinlich mit dem Hammer auf.

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Die Regressionssitzung beginnt damit, dass Detective Kenner die Mitschrift von Angela Grays Aussage vorliest. Allein das ist schon ein grober Verstoß, denn kein ernstzunehmender Therapeut würde eine Hypnose mit der vorgefertigten Meinung einer anderen Person beginnen. Die anschließenden Fragen sind allesamt manipulativ und suggerieren bereits die Antworten. Zudem liest Kenner weiter die Aussagen von Grays Tochter laut vor. So sieht dieser sich letztendlich selbst seine Tochter vergewaltigen.

Es ist mehr als offensichtlich, dass die Hypnose-Regression als Mittel der Wahrheitsfindung demontiert werden soll. Es stimmt zwar, dass den Probanden durch suggestive Frage alles möglich eingeredet werden kann. Man könnte ihnen sogar weismachen, sie seien ein Hund, wonach sie dann bellend auf allen Vieren herumlaufen, bis der Hypnotiseur ein Codewort nennt. Das machen allerdings nur Show-Hypnotiseure und Scharlatane.

Hypnotiseure, die ihr Handwerk verstehen, würden niemals suggestive Fragen stellen oder gar absichtlich falsche Erinnerungen implantieren. Wenn die Fragen objektiv gestaltet werden (Wer sind Sie? Wo sind Sie? Was passiert dort gerade?), kann dies sehr wohl echte unterdrückte Erinnerungen zutage fördern. Im Film bekommt man jedoch nur die total falsche Herangehensweise präsentiert, die jeder verantwortungsbewusste Psychologe ablehnen würde.

Das geht schließlich sogar so weit, dass Professor Raines dem armen Gray einredet, dass er die Ereignisse nicht durch seine Augen sieht, sondern jemand anderes beteiligt ist. Doch warum sieht John dann alles aus der Ich-Perspektive? Hypnose kann ja wohl kaum die Erinnerungen eines Fremden zutage fördern.

Schlussendlich fragt Raines, ob jemand im letzten Jahr in Grays Haus gewesen sei. Wieder eine manipulative Frage, denn binnen eines Jahres waren mit Sicherheit mehrere Gäste dort. Da Detective Nesbitt ein Freund der Familie ist, baut Gray ihn in die falsche Erinnerung ein und zack gibt es einen weiteren Tatverdächtigen. Bruce Kenner verhaftet seinen Kollegen, der zwar mangels Beweisen bald wieder frei ist, aber seinen Job verliert.

Weiter geht es zur Kirche, wo Kenner erstmals Angela befragt. Diese hat ihrem Vater bis dato nur eine Vergewaltigung angelastet, doch nachdem der Ermittler ein Ritual erwähnt, spinnt sie ihre Geschichte weiter. Plötzlich wimmelt es von vermeintlichen Satanisten und natürlich kann Angela auch George Nesbitt identifizieren. Immerhin ist er unter den ganzen Fotos der Einzige, zu dem sie einen Bezug hat.

Der Fall erzeugt langsam mediale Aufmerksamkeit und eine Reportage über Satanismus beflügelt Detective Kenner in seiner Theorie des rituellen Missbrauchs. Kurz zuvor erhält John Gray Besuch von Reverend Murray (Lothaire Bluteau), der ihm weitere Details von Angelas Geschichte um die Ohren haut. Er soll seiner Tochter ein umgedrehtes Kreuz in den Leib gebrannt haben. Da er nicht ganz zurechnungsfähig ist, gibt Gray dies zu und wie Angela dem Detective später zeigt, hat sie tatsächlich eine solche Narbe.

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In einer Einsatzbesprechung der Polizei macht sich ein junger Kollege derweil über Satanismus lustig. Er hält geopferte Babys und Snuff-Filme für bescheuert. Spätestens an dieser Stelle wird offensichtlich, dass der Regisseur Alejandro Amenábar beabsichtigt, diese ernsten Themen als Verschwörungstheorien zu diskreditieren. Ganz so, als gäbe es weder Satanismus noch Snuff-Filme.

Das ist geradezu zynisch, da Amenábar die Snuff-Industrie bereits 1996 in seinem Werk „Tesis – Der Snuff Film“ thematisiert hat. Die Protagonistin in diesem Film hieß interessanterweise ebenfalls Angela, allerdings kam diese damals noch einem echten Skandal auf die Spur. Inzwischen verleugnet Amenábar die Existenz solcher Grausamkeiten, obwohl sie jederzeit für jedermann im Deep Web verfügbar sind. Wenn hier also etwas bescheuert ist, dann ist es „Regression“.

Doch bevor der Fall Angela aufgedeckt wird, verrennen sich Detective Kenner und Professor Raines erst noch etwas weiter in ihre Theorie. Sie suchen Angelas Bruder Roy in Pittsburg auf, der ihnen allerdings nur offenbart, dass sein Vater ein Alkoholiker war und sich seine Mutter deshalb das Leben genommen hat. Erst unter Hypnose erzählt er etwas von Leuten mit schwarzen Kapuzen, die nachts in sein Zimmer gekommen sind. Dumm nur, dass Kenner ihm genau das kurz zuvor eingeredet hat, womit diese Regression wieder absolut suggestiv und daher nicht zu gebrauchen ist.

Zumindest fallen den beiden Ermittlern einige Widersprüche zwischen den Aussagen von Angela und der Hypnosesitzung ihres Bruders auf. Leider deuten sie diese falsch und schließen nun die Großmutter in den möglichen Täterkreis ein. Die alte Frau bekommt daraufhin einen Nervenzusammenbruch und verfällt dem Alkohol.

Bruce Kenners Phantasie wird indes immer weiter beflügelt. Zum einen bekommt er eine FBI-Akte zum Thema Satanismus in die Hände, zum anderen flößt Angela ihm immer weiter Angst ein. Sie erzählt ihm etwas von schwarzen Messen, Unzucht, Folter, Kindstötungen und Kannibalismus. Außerdem warnt sie ihn, dass man nun auch ihn töten würde und kurz darauf spricht sie von merkwürdigen Personen, die sie anstarren. Dies sei eine Todesdrohung.

Ab diesem Punkt wird Bruce restlos paranoid und schon bald sieht auch er Leute, die ihn zu beobachten scheinen. In der darauffolgenden Nacht wird er von einigen Satanisten in schwarzen Kutten heimgesucht, die ihn mit einer Injektion paralysieren. Als erstes sieht er eine alte Frau, die den Zeigefinger vor den Mund hebt. Eine Geste der Verschwiegenheit.

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Danach wird eine Frau in roter Robe in sein Schlafzimmer geführt, die ihn vergewaltigt. Normalerweise soll die Lady in Rot nur verführen, doch in dieser Situation ist Bruce kaum in der Lage, abzulehnen.

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Die umstehenden Satanisten machen derweil Erpresserfotos. Eine typische Taktik von Satanisten, um sich das Schweigen von Mitwissern zu sichern.

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Zum Schluss verwandelt sich die nackte Schönheit ist eine hässliche, runzlige Alte, deren weiße Augen auf dämonische Besessenheit hindeuten. Kurz darauf wacht Bruce auf und alles entpuppt sich als übler Traum.

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Noch hält Bruce jedoch an seiner Paranoia fest. Als nächstes konfrontiert er Rose Gray mit den Zeichnungen ihres Sohnes, die den Teufel und schwarze Messen zeigen. Doch halt, solche Bilder zeichnen doch sonst die Opfer, also müsste derartiges doch von Angela kommen. Ein Täter, der alles verdrängt und Bilder wie ein 8-jähriger kritzelt, hat absolut nichts mit wahren Begebenheiten zu tun.

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In der Nacht darauf bekommt Rose Halluzinationen von einer schwarzen Teufelskatze, dreht durch und springt aus dem Fenster. Es mag zwar sein, dass die Anschuldigungen die alte Frau sehr mitgenommen haben, aber dass es sie in den sprichwörtlichen Wahnsinn treibt, ist etwas arg dick aufgetragen. Die Halluzinationen lassen sich eigentlich nur durch bunte Pilze erklären.

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Bruce ergeht es jedoch nicht viel besser. In seiner Wohnung stapeln sich Schriften über satanische Symbole und das Böse. Ironischerweise ist dabei seine Dienstwaffe nie weit. Das wäre eine nette Bildsprache, wenn es auf Polizeigewalt anspielen sollte.

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Allerdings braucht Bruce die Waffe für sein Sicherheitsempfinden, denn kurz zuvor hat er einen Drohanruf bekommen. So langsam dreht auch er aufgrund der psychischen Belastung und Überarbeitung durch, was üble Folgen hat. Auf dem Friedhof lässt er sich im Schatten eines Obelisken von Angela zu einem Kuss verleiten, was vom Reverend beobachtet wird. Nun ist er tatsächlich erpressbar. Nur nicht so, wie anfangs gedacht. Wie sich nämlich kurz darauf für die Zuschauer herausstellt, steckt Angela selbst hinter den Drohanrufen.

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Im Prinzip ist der Fall damit schon gelöst, doch nicht für Bruce. Der muss erst noch einen weiteren Alptraum durchleben, in dem er unter Drogen in die Satanssekte eingeweiht wird. Man führt ihn zu einem Altar, auf dem eine schwarze Katze sitzt und miaut. Doch bei genauerer Betrachtung liegt dort ein Baby und schreit.

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Wie sich das Baby wohl bei den Dreharbeiten gefühlt haben muss?

Wie sich das Baby wohl bei den Dreharbeiten gefühlt haben muss?

Im nächsten Moment bekommt er Beifall und stellt fest, dass er Blut an den Händen kleben hat.

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Detective Kenners Paranoia erreicht nun ihren Höhepunkt. Erst geht er im Revier auf Nesbitt los, der nur seine Sachen abholt, dann weigert er sich zu glauben, dass Angela sich die Narbe in Form eines umgedrehten Kreuzes selbst zugefügt hat. Schließlich kommt ihm dann aber doch die Erkenntnis. Erst erfährt er von John Gray, dass dieser ein evangelikaler Christ ist, der sich selbst die Schuld daran gibt, dass sein Sohn schwul ist. Ähm, okay. Und deshalb gesteht er eine Vergewaltigung an seiner Tochter, die nie stattgefunden hat?

Als nächstes entdeckt Bruce eine Suppenwerbung, auf welcher die alte Frau aus seinen Träumen abgebildet ist. Ebenso wie im Traum hält die Werbeoma den Zeigefinger vor den Mund. Ganz so, als wollte sie damit sagen: „Psst, es gibt Satanismus. Aber ihr sollt gefälligst glauben, alles wäre nur Bullshit!“

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Das ist jetzt die Auflösung? Angela ist eine eiskalte Lügnerin, die ihre Familie hasst und Aufmerksamkeit auf sich lenken will. Ihr Vater, ein ehemaliger Junkie und Alkoholiker, ist komplett weich in der Birne, leidet unter einem Schuldkomplex und hat deshalb alles auf sich genommen. Die ganzen Hypnoseregressionen sind ein Schwindel, der vom ehrgeizigen Professor Raines vorangetrieben wurde und Bruce hat sich aus allem Möglichen eine Verschwörungstheorie gebastelt. Der Rest ist Massenhysterie.

Einzig die Verfolgung durch zwei schwarz vermummte Typen hat sich Bruce Kenner nicht eingebildet. Die lauern ihm in seiner Wohnung auf und greifen ihn an. Doch welch Überraschung, es sind keine Satanisten. Es ist sein ehemaliger Kollege George Nesbitt mit einem Kumpan. Dieser wollte sich einzig an Kenner rächen, weil er durch dessen falsche Anschuldigungen seinen Job verloren hat. So unschuldig der Polizist im Film auch sein mag, in der Realität hängen oft Polizeibeamte mit in der Satanistenszene drin, weshalb es fast immer gelingt, Missbrauchsfälle zu vertuschen. Eine böse Anspielung, die hier, wie alles andere verleugnet wird.

Der Film endet damit, dass Detective Kenner durch seinen paranoiden Verschwörungswahn Angela geholfen hat, ihre Familie sowie das Leben seines Kollegen Nesbitt zu zerstören. Kurz vor dem Abspann wird noch behauptet, dass es in Folge der Massenhysterie ähnliche Vorfälle gab, bei denen jedoch nie Beweise für rituellen Missbrauch durch satanische Sekten gefunden wurden. Dies ist eine bedenkliche Verzerrung der Tatsachen. Zwar gab es Vorfälle wie den der McMartin Preschool in den 1980ern, wo die Verdächtigen nach jahrelangen Prozessen freigesprochen wurden, nachdem keine Beweise für ihre Schuld gefunden werden konnten. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Thema an sich eine Erfindung ist.

Fazit: „Regression“ gibt sich nicht einmal ansatzweise Mühe, das Thema des rituellen Missbrauchs objektiv aufzuarbeiten. Stattdessen werden alle tatsächlichen Beweise ignoriert und Satanssekten als reine Verschwörungstheorie abgetan. Das ist ein heftiger Tritt ins Gesicht aller Opfer, von denen es weltweit Millionen gibt.

Für Emma Watson muss es dabei besonders heftig gewesen sein, bei dieser Verleugnungskampagne mitzumachen. Immerhin spielte sie als Kinderstar in den hochgradig okkulten „Harry Potter“-Filmen mit und über die pädophilen Machenschaften der Filmindustrie hat Ex-Kinderstar Corey Feldman schon vor Jahren alles gesagt. Weiterhin spielte Watson 2015 in „Colonia Dignidad“ mit. Einem Film über eine reale Sekte in Chile, deren Anführer Paul Schäfer (1921-2010) sich nachweislich an Kindern vergriffen hat. Also ist Kindesmissbrauch doch keine bloße Einbildung.

Der Angriff auf die Hypnoseregression geht in eine ähnliche Richtung. So wie sie im Film dargestellt wird, ist sie selbstverständlich komplett unseriös. Nur hat das eben nicht allzu viel mit der Realität zu tun. Hinzu kommt, dass Missbrauchsopfer wie Cathy O’Brien sich durchaus auch ohne Hypnoseregression sehr detailliert an ihre Erlebnisse erinnern können und teils sogar ärztliche Befunde für die an ihnen begangen Verbrechen vorlegen können. Das wird im Film ebenfalls komplett ausgeblendet.

Wie es scheint, will die Filmindustrie mit diesem Machwerk alle Anschuldigungen unter den Teppich kehren. Die Zuschauer sollen glauben, dass sowohl der in der Filmindustrie weit verbreitete Satanismus als auch sämtliche prominenten Fälle von Kindesmissbrauch nichts als ein Schwindel sind. Die Lüge, die dieser Film verbreitet, ist so offensichtlich und ungeheuerlich, dass eigentlich kein vernunftbegabter Mensch darauf hereinfallen sollte. Leider tun es manche trotzdem.

Kinoplakat mit Betonung auf das Horusauge.

Kinoplakat mit Betonung auf das Horusauge.

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Anis Amri und die deutschen Sicherheitsbehörden

von Shinzon

Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016, bei dem 12 Menschen starben, war Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten. Noch bevor der Täter überhaupt fest stand, waren AfD, Pegida und Neonazis schon auf den Barrikaden. Als dann der 24jährige Tunesier Anis Amri, welcher als vermeintlicher Flüchtling nach Deutschland kam, als Täter feststand, fühlten sie sich endgültig in ihrem Fremdenhass bestätigt.

Doch kaum jemand hinterfragt die Ereignisse, die wieder einmal vor Ungereimtheiten nur so strotzen. Wir haben absichtlich die Ermittlungen abgewartet, bevor wir einen Artikel schreiben, der am Ende nichts wert ist. Eine weise Entscheidung, wie sich inzwischen herausgestellt hat. Denn im Falle Anis Amri ist nichts so, wie es den Anschein hat.

Das fängt schon damit an, wie man dem Tunesier auf die Spur gekommen sein will. Er hatte nämlich seine Duldungspapiere am Tatort verloren, womit er schon der fünfte Islamist ist, dem das passiert. Angefangen hat es mit dem magischen Pass von Mohammed Atta, welcher am 11. September auf wundersame Weise den Feuerball sowie den Zusammensturz des World Trade Centers unbeschadet überstanden hat. Inzwischen ist der am Tatort verlorene Pass schon zu einer Art Running Gag geworden. Besonders Verdächtig ist dabei im Falle von Amris Papieren, dass der LKW erst am Tag nach dem Anschlag untersucht wurde. Genug Zeit also, um „Beweise“ nachträglich zu platzieren und das auch noch unter dem Fahrersitz, was Vorsatz impliziert.

Ebenso interessant sind Bilder einer Überwachungskamera, die vom RBB gezeigt wurden. Diese sollen Anis Amri wenige Tage vor und einige Zeit nach der Tat vor dem Moschee-Verein «Fussilet 33» zeigen. Die Verantwortlichen können es einfach nicht lassen, überall ihre Zahlensymbolik zu hinterlassen.

Nachdem Amri anschließend unbemerkt durch halb Europa fliehen konnte, wurde er letztendlich am Freitag nach dem Anschlag bei einer Schießerei in der Nähe des Bahnhofs der italienischen Stadt Sesto San Giovanni von Polizisten getötet. Wie überaus praktisch, denn nun kann er nichts mehr auspacken. Z.B. über seine Kontakte mit deutschen Sicherheitsbehörden.

Um die Ereignisse korrekt zu hinterfragen, muss man wissen, dass Anis Amri bereits vor seiner Einreise nach Deutschland in Italien vorbestraft war. Kurz nach seiner Einreise gab es gleich wieder erste Hinweise auf verdächtiges Verhalten, welche durch Mitbewohner eines Asylheimes an die Polizei herangetragen wurden. Im November 2015 gab Amri gar höchstpersönlich gegenüber einem V-Mann des Landeskriminalamtes NRW bekannt, dass er einen Anschlag plane. Obwohl er sich seit seiner Einreise nach Deutschland insgesamt 14 Identitäten zulegt hatte, war Amri der Polizei also durchaus kein Unbekannter und wurde sogar als islamistischer Gefährder eingestuft.

Darüber hinaus war er wegen Betrugsdelikten zwischenzeitlich verhaftet, wurde aber wieder freigelassen. Ebenso wurden sein Handy und Internetanschluss vom 5. April bis 21. September 2016 überwacht, angeblich ohne Ergebnis. Von untergetaucht kann daher ebenfalls keine Rede sein. Im Gegenteil wussten die deutschen Sicherheitsbehörden zu fast jeder Zeit, wo sich Anis Amri aufhielt. Ein V-Mann des LKA NRW kutschierte ihn sogar nach Berlin, wo er später seine Bluttat verübte. Das war im besten Falle grob fahrlässig, im schlimmsten Fall direkte Beihilfe.

Ohnehin scheint es so, als ließen die deutschen Sicherheitsbehörden Amri absichtlich gewähren. Immerhin hatten sie genügend belastendes Material, um ihn sofort zu verhaften. Ab September 2016 warnten z.B. sowohl der tunesische als auch der marokkanische Geheimdienst das Landeskriminalamt NRW mehrfach davor, Amri wolle in Deutschland ein „Projekt ausführen“. Zudem bestätigten sie seine Kontakte zum IS. Über die zahlreichen Hinweise und Ereignisse gibt es mittlerweile eine umfangreiche Chronik, welche hier nachgelesen werden kann.

Ist dies wirklich nur eine Chronik des Versagens oder würde der deutsche Staat gar einen Islamisten anwerben, um einen Terroranschlag zu inszenieren? Diese Frage mag skandalös erscheinen, doch sie hat ihre Berechtigung. Bereits 2015 ging der Aussteiger Irfan Peci damit an die Öffentlichkeit, dass er als V-Mann vom Verfassungsschutz angeworben wurde und von diesem finanzielle Mittel erhielt, die direkt an Al Kaida geflossen sind. Der Verfassungsschutz hat also wissentlich eine der gefährlichsten Terrororganisationen der Welt finanziert. Der Fall blieb dennoch ohne ernste Konsequenzen für den Geheimdienst. Gleiches gilt auch in Bezug auf seine tragende Rolle beim NSU.

Kommen wir nun zu der Frage nach dem Warum, welche unmittelbar mit einem weiteren berühmten Anschlag in Verbindung steht, der von Geheimdiensten inszeniert wurde. Die Rede ist vom Bombenanschlag auf den Bahnhof von Bologna (Italien), bei welchem am 2. August 1980 85 Menschen geopfert wurden, um einen Regierungswechsel unter Einschluss der Kommunisten zu verhindern. Das Verbrechen wurde damals nämlich den Roten Brigaden in die Schuhe geschoben, was die Wählerschaft vor einer linken Regierung abschreckte. Erst viele Jahre später kam heraus, dass der Anschlag in Wirklichkeit auf das Konto des NATO-Terrornetzwerks Gladio ging, welches aus Rechtsextremisten bestand.

In Deutschland haben wir nun eine ganz ähnliche Situation. 2017 stehen die nächsten Bundestagswahlen an und eine Koalition zwischen SPD und Grünen unter Einschluss der LINKEN scheint nicht mehr undenkbar. DIE LINKE spricht einfach die richtigen Themen an wie die Schere zwischen Arm und Reich oder die Gefahr eines Krieges gegen Russland. Das schmeckt den Herrschenden nicht. Wie könnte man solche Themen nun besser in den Hintergrund treten lassen, als durch einen islamistischen Anschlag, verübt von einem vermeintlichen Flüchtling?

Für diesen Verdacht spricht, dass der Pegida-Gründer Lutz Bachmann nur knapp zwei Stunden nach dem Anschlag auf Twitter bekannt gab, dass er aus internen Quellen von der tunesischen Herkunft des Täters wisse. Das ist interessant, denn zu dieser Zeit verdächtigte die Polizei noch fälschlich einen Pakistaner. Erst am Tag darauf stand der Tunesier Anis Amri als Täter fest. Die Polizei dementierte dementsprechend die Weitergabe von Informationen an Lutz Bachmann. Doch irgendwoher musste Bachmann diese Information haben, denn immerhin war sie korrekt. Vielleicht vom selben V-Mann des LKA NRW, der Amri nach Berlin gefahren hat?

Quelle

Fassen wir also kurz zusammen: Die deutschen Sicherheitsbehörden hatten Anis Amri bereits im Netz und wussten, dass er einen Anschlag plante. Dennoch durfte er seine Pläne ungehindert in die Tat umsetzen. Kurz darauf wusste ausgerechnet der ehemalige Kopf von Pegida über Amris Hintergrund Bescheid, um mit dieser Information fremdenfeindliche Propaganda zu verbreiten. Da ergibt ein äußerst hässlicher Zusammenhang.

Es ist schon eine regelrechte Frechheit, dass Bundesinnenminister de Maiziére direkt nach dem Anschlag wie üblich mehr Videoüberwachung gefordert hat, als könnte man damit das Terrorproblem lösen. Überwachungskameras hätten den LWK genauso wenig gestoppt wie das Landeskriminalamt NRW oder der Verfassungsschutz. Die Frage, warum letztere trotz ausreichender Hinweise untätig blieben, muss nun ins Zentrum der öffentlichen Debatte gestellt werden.

Ghostbusters II – Vigo, der Antichrist

von Shinzon

Fünf Jahre nach dem ersten Teil kam 1989 „Ghostbusters II“ in die Kinos. Diese Gruselkomödie gestaltete sich nicht minder okkult und apokalyptisch als der Vorgänger. Allerdings sollte diesmal kein extradimensionaler Dämon das Ende der Welt einläuten, sondern der wiederkehrende Geist eines finsteren Fürsten aus dem Mittelalter.

Alles beginnt mit einer Schleimpfütze, die den Kinderwagen von Dana Barrett (Sigourney Weaver) klaut und mitten auf einer belebten Straße abstellt. Es geht also schon mal um finstere Mächte, die ein Interesse an einem Neugeborenen (Will & Hank Deutschendorf) haben. Dieses stammt übrigens nicht von Dr. Venkman, der fünf Jahre zuvor mit Dana angebandelt hat. Der Vater bleibt anonym.

Wenigstens bekommen die Ghostbusters durch diesen Vorfall wieder etwas zu tun. Winston Zeddemore (Ernie Hudson) und Ray Stantz (Dan Akroyd) schlagen sich nämlich mehr schlecht als recht mit Auftritten auf Kindergeburtstagen durch. Doch nicht mal die Kids können den Geisterjägern noch etwas abgewinnen. Wenigstens Egon Spengler (Harold Ramis) hat noch einen passablen Posten am Institut für erweiterte theoretische Forschung. Dieses Institut befindet sich in einem klassischen Gebäude, dessen Eingang von zwei Säulen gesäumt ist.

01 Institut

Dana wendet sich zuerst an Egon, bei dem sie genau richtig ist. Er arbeitet nämlich an einer Theorie, der zufolge menschliche Emotionen Auswirkungen auf das physikalische Umfeld haben. Diese Theorie ist gar nicht mal so abwegig und wird inzwischen sogar von der realen Wissenschaft behandelt. Für die herrschende Elite ist sie auf jeden Fall der Grund, warum sie die Menschheit in Angst, Verzweiflung und Hass hält. Negative Emotionen erzeugen negative Schwingungen und darauf fahren die Satanisten voll ab. Das ist auch der Grund, warum es so viele Kriege, Armut und schlechtes Fernsehen gibt. In diesem Film wird das alles noch eine zentrale Bedeutung haben.

Wo wir schon mal bei schlechtem Fernsehen sind, Venkman moderiert inzwischen eine eigene Sendung, in der allerhand Esoteriker und Weltuntergangspropheten auftreten. Letzterer könnte allerdings recht behalten und spoilert die Zuschauer mit der Information, dass die Welt am Silvesterabend Punkt 0 Uhr untergehen wird. Statt 1989 hätte der Film also ebenso gut 2000 oder 2012 spielen können. Die UFO-Enthusiastin in Venkmans Sendung datiert den Weltuntergang gar auf den 14. Februar 2016, was inzwischen natürlich genauso obsolet ist, wie alle anderen Weltuntergangstermine. Immerhin ist aber zwischen 1989 und 1990 der Ostblock untergegangen, vielleicht wollte Hollywood ja darauf anspielen.

02 Esoterikshow

Die nächste Szene spielt in einem New Yorker Kunstmuseum. An der Fassade hängen ein roter und ein blauer Banner, womit wir die Freimaurerfarben schon mal abhaken können. Selbige finden sich noch einmal auf einer US-Flagge und einer Tricolore. Erstere sollte in den USA nicht weiter verwundern, letztere ist jedoch reine Freimaurerdeko.

03 Blau Rot

04 Blau Rot

Zu guter Letzt wären da noch reichlich Sonnensymbole.

05 Sonnensymbole

Dana Barrett ist vom Orchester in dieses Museum gewechselt, wo sie nunmehr als Restaurateurin arbeitet. Ihr Vorgesetzter ist der aufdringliche Dr. Janosz Poha (Peter McNicol), welcher gerade ein neues Gemälde in der Werkstatt aufstellen lässt. Es ist ein Portrait von Vigo (Wilhelm von Homburg), welches nicht nur sehr lebendig wirkt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes eine Seele besitzt.

06 Verfluchtes Bild

Egon sucht in der Zwischenzeit Ray auf, der einen Laden für okkulte Bücher und anderen Esoterikschnickschnack betreibt. Der Laden hat natürlich die Hausnummer 33. Man sieht sie zwar nicht direkt, aber das Gebäude links daneben hat die Nummer 31.

07 Rays okkulter Buchladen

Im Laden gibt es gleich mal eine Pyramide mit Auge und Ray wünscht einem Kunden „viel Spaß beim Hexensabbath“. Als Geisterjäger muss man halt Geister heraufbeschwören, um nicht arbeitslos zu werden.

08 Pyramidenposter

Das Team von damals ist mit dem Eintreffen von Venkman auch schon fast komplett und natürlich erfährt dieser nun, dass seine alte Flamme erneut Stress mit Dämonen hat. Außerdem holt er ein bestelltes Buch mit dem Titel „Magische Pfade zu Reichtum und Macht“ ab, welches ebenfalls von einer Pyramide mit Auge geziert wird. Noch deutlicher kann man wohl kaum darauf hinweisen, dass so ziemlich alle Reichen und Mächtigen dieser Welt Freimaurer mit einem Hang zum Okkulten sind.

09 Pyramidenbuch

Mit dem Okkulten bekommen die Geisterjäger schon bald genug zu tun. Sie statten Dana einen Besuch ab und untersuchen ihre Wohnung. Als dort alles normal scheint, zeigt die besorgte Mutter ihnen die Stelle auf der Straße, an der der Kinderwagen stehen geblieben ist. Dort schlagen die Instrumente von Egon und Ray endlich Alarm. Irgendetwas muss sich unter der Straße befinden.

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In der Nacht beginnen die drei, ein Loch in die Straße zu meißeln. Gerade, als Ray an einem Seil über einem Fluss aus Schleim baumelt, werden sie von der Polizei erwischt und verhaftet. Als sie Ray hochziehen, erwischt dieser eine Stromleitung und legt damit ganz Manhattan lahm. Das dürfte nicht gerade zur Strafmilderung beitragen.

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Im Museum wird unterdessen Janosz von Vigos Gemälde angequatscht. Er soll dem moldawischen Fürsten ein Kind beschaffen. Als er sich fragt, warum er das tun soll, schießen Blitze aus dem Antlitz von Vigo auf den Museumsdirektor nieder, der fortan unter Kontrolle des toten Fürsten steht. Bei dieser Szene darf natürlich ein achtzackiger Stern der Ištar in Schwarz/Weiß nicht fehlen.

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Janosz weiß natürlich genau, wo er ein neugeborenes Kind finden kann und sucht noch in derselben Nacht Dana heim. Er fragt, ob er ihre Wohnung betreten darf, was diese ablehnt. Dämonen und Vampire sollte man niemals hereinbitten und offensichtlich ahnt sie etwas. Oder ihr ist Janosz schon im Normalzustand zu gruselig. Immerhin kann er den Stromausfall kompensieren, indem er seine Augen als Scheinwerfer benutzt.

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Am nächsten Tag beginnt die Gerichtsverhandlung der Geisterjäger. Winston ist dabei nur Gast, aber für die anderen sieht es nicht gut aus. Zumal ihr Anwalt kein geringerer als die Flachzange Louis Tully (Rick Moranis) ist. In seinem Eröffnungsplädoyer weist er gleich darauf hin, dass ihm die Geisterjäger geholfen haben, als er in einen Hund verwandelt war. Und das vor einem Richter, der nicht an Geister glaubt.

Zum Glück befindet sich unter den Beweistücken ein Glas mit dem psychoaktiven Schleim, der unter New Yorks Straßen fließt. Als der Richter Wexler (Harris Yulin) so richtig in Fahrt kommt und den Angeklagten wünscht, er könnte sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen, brodelt es im Einmachglas. Letztendlich explodieren die Geister zweier Hingerichteter aus dem Schleim, welche der Richter selbst einst zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt hat.

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Mit diesen alten Bekannten konfrontiert, sieht sich Wexler genötigt, das Urteil aufzuheben und ebenso die einstweilige Verfügung, welche den Geisterjägern die Ausübung ihres Handwerks untersagt. Nachdem sie die beiden Todeskandidaten in ihren Geisterkerker gesperrt haben, sind sie wieder zurück im Geschäft. Janine Melnitz (Annie Potts) bekommt ebenfalls ihren alten Posten als Sekretärin zurück. Mit neuer Brille und Frisur sitzt sie wieder am Telefon und nimmt Aufträge entgegen, die sich mal wieder häufen. Sogar ein neues Logo haben sich die Geisterjäger gegönnt. Der durchgestrichene Geist macht nun eine V-Geste.

17 V-Logo

Neben der üblichen Geisterjagd experimentieren die Jungs mit dem psychoaktiven Schleim. Sie schreien ihn an, was heftige Reaktionen verursacht, und bringen sogar einen Toaster damit zum Tanzen. Für den ständig herumblödelnden Venkman die Gelegenheit, gleich noch eine V-Geste zu machen.

18 V-Geste

Nach der kleinen Vorstellung besucht Peter seine Ex Dana im Kunstmuseum, wo ihm Janosz das Bild von Vigo vorstellt. Dana ist vom einstigen Herrscher der Karpaten und Moldawiens weit weniger begeistert und bezeichnet den mächtigen Zauberer als „völkermordenden Wahnsinnigen“. Demnach wäre er für das Geistergenre das, was Dracula für das Vampirgenre ist. Obendrein hat er einen gruseligen Modegeschmack mit lauter Totenköpfen, was aber zu seinem Charakter passt.

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Am Abend will Dana mit ihrem Baby baden, aber sie bekommt ungebetenen Besuch vom Blob. Dieser versucht, Klein Donald (im engl. Original Oscar) zu verschlingen.

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Da ein Bad in psychoaktivem Schleim nicht so ihr Ding ist, flüchtet Dana in die Wohnung von Peter Venkman. Dort kommt sie aber vom Regen in die Traufe, denn der Schachbrettboden verheißt nichts Gutes.

22 Schachbrettboden

Am nächsten Tag statten die Geisterjäger erst einmal Vigo einen Besuch ab. Wie ihre Recherchen ergeben haben, lebte Vigo im 15. bis 16. Jahrhundert und erreichte ein stattliches Alter von 105 Jahren. Dabei starb er nicht mal eines natürlichen Todes, sondern wurde vergiftet, erstochen, erschossen, gevierteilt und zerhackt. Offenbar wollte man sicher gehen, dass er auch wirklich tot ist. Vigo wusste also, wie er sich beliebt macht. Kurz vor seinem endgültigen Tod kündigte er jedoch seine Wiederkehr an, um die Menschheit erneut mit seiner Herrschaft zu beglücken.

Von der Fotosession mit Vigo ist Museumsdirektor Janosz Poha wenig begeistert, doch er kann das Eindringen der Geisterjäger nicht verhindern. Vigo kann sich aber sehr wohl selbst um das Problem kümmern. So hypnotisiert er u.a. Ray mit seinem bösen Blick.

Dana wohnt dieser Szene nicht bei, da sie noch in Peters Wohnung weilt. Immerhin konnte sie dort ungestört baden. Als Venkman nach Hause kommt, lädt er die Mutter abends zum Essen ein, während er dem kleinen Donald seine Emanuelle-Sammlung empfiehlt. Ein Pornografiewitz gegenüber einem Neugeborenen ist wieder mal typisch für den pädophilen Sumpf von Hellywood und dieses Baby wird auch noch in ein okkultes Ritual hineingezogen.

Babysitter soll für den Abend Janine spielen, welche in ihrem Leopardenfellmantel und den grünen Handschuhen eine wandelnde Stilsünde ist. Da das Sexkätzchen ein wenig rollig ist, lädt sie Louis ein, sie in Venkmans Wohnung zu begleiten. Es dürfte klar sein, dass die Kombination der beiden nervigsten Charaktere in einer Katastrophe enden muss.

23 Sexkätzchen

Ray und Egon entwickeln derweil die Fotos des Vigo-Gemäldes. Diese sehen nicht ganz so aus, wie die beiden das Portrait in Erinnerung hatten. Auf den Fotografien ist der Fluss aus Schleim zu sehen, welcher unter New York brodelt. Kurz darauf fangen die Fotos Feuer, während sich die Tür der Dunkelkammer von Geisterhand abschließt. Dank Winstons Einschreiten entkommen Egon und Ray diesem Anschlag ganz knapp.

24 Schleimfluss

25 Feurige Fotos

Während Venkman Dana zum Essen ausführt, begeben sich die anderen drei über einen U-Bahntunnel in den New Yorker Untergrund, um den Fluss des Schleims zu untersuchen. Peters Entscheidung, diesem Trip nicht beizuwohnen, erweist sich als absolut richtig, denn was der Rest des Teams entdeckt, ist nicht gerade appetitlich. Zunächst treffen sie auf eine Galerie abgehakter Köpfe, die vermutlich islamistische Terroristen im U-Bahnschacht hinterlassen haben. Die Altersfreigabe ab 12 ist spätestens an dieser Stelle nicht mehr nachvollziehbar und Eltern sollten ihre Kinder von derartigen Szenen fernhalten.

26 Kopfgarten

Der nächste Schock besteht aus einem Geisterzug und so langsam ahnt Egon, dass irgendetwas das Team von seinen Forschungen abhalten will. Kurz darauf entdeckt Ray einen Zugang zum Schleimfluss. Egons Frage, wie viel negative Energie nötig sei, um einen Fluss dieser Größe zu erzeugen, erübrigt sich, denn der Big Apple ist ein Sumpf von Kriminalität und Sünde. Das Ergebnis verschlingt erst einmal Winston und um ihn zu retten, springen auch Ray und Egon in die Glibberbrühe.

27 Schleimbad

Als die drei wieder auftauchen, gehen sich Winston und Ray gegenseitig an die Gurgel. Egon kommt jedoch schnell darauf, dass es an dem Schleim liegt, der geradewegs auf das Kunstmuseum zufließt. Ihre Erkenntnisse müssen sie natürlich gleich Venkman auftischen und zwar beim Essen in einem Nobelrestaurant. Nachdem sie einige Snobs vollgeschleimt haben, werden sie abermals verhaftet und diesmal ist es Peter, der als Unbeteiligter außen vor bleibt. Irgendwie kommen Geisterjäger recht häufig mit dem Gesetz in Konflikt.

Während die Jungs auf dem Weg zum Bürgermeister sind, erwischt Dana die beiden Babysitter Janine und Louis in flagranti. In der Zeit, in der sie auf ihr Baby aufpassen sollten, haben sie gleich selbst eins gemacht. Nebenbei bemerkt nicht unweit eines Schabrettbodens, was einen Hauch von Sex-Magick hat.

28 In Flagranti

Beim Bürgermeister Larry (David Margulies) läuft es unterdessen nicht so prickelnd. Auf die Botschaft, dass sich alle negativen Emotionen der Stadt in einem explosiven Plasma manifestierten, kontert er nur, dass es jedermanns gottgegebenes Recht sei, sich mies zu fühlen und andere wie Dreck zu behandeln. Das bringt den American Way of Life ziemlich präzise auf den Punkt. Nachdem der Bürgermeister sie eiskalt abserviert hat, landen sie diesmal nicht im Knast, sondern in der Klapsmühle. Trotzdem ist dies eine Wiederholung des ersten Teils.

29 Einweisung

Wirklich reif für die Irrenanstalt ist indes der Museumsdirektor Janosz. Dieser hält gerade eine schwarze Messe vor dem Gemälde Vigos ab und quatscht mit dem künftigen Antichristen. Er schleimt sich regelrecht bei dem alten Schleimpilz ein und bittet ihn, Dana zur Frau haben zu dürfen, nachdem er Vigo deren Baby gebracht hat.

30 Schwarze Messe_1

31 Schwarze Messe_2

Vigo will Donald keineswegs missbrauchen oder gar opfern, sondern in dessen Körper wiedergeboren werden. Damit wird der satanistische Mythos bedient, Dämonen könnten in Menschen fahren, wobei es sich in der Realität allerdings eher um multiple Persönlichkeitsspaltung handelt. Dennoch beschreibt dieses Szenario sehr gut, was die Elite mit traumabasiertem Mind Control beabsichtigt. Und wo wir schon mal dabei sind, trägt Donald einen Winnie Puh Schlafanzug, was natürlich ein Disney-Erzeugnis ist.

33 Disney-Programmierung

Janosz fackelt nicht lange und zieht los, um das Baby abzuholen. Vigo hat ihm dafür ein paar Superkräfte mit auf den Weg gegeben. Jetzt ist sein Jünger transzendent und kann fliegen. Obendrein trägt er ein extrem schlechtes Mary Poppins Kostüm und kann seine Arme ausstrecken wie Mr. Fantastic.

34 Janosz Poppins_1

35 Janosz Poppins_2

Dana macht sich sofort auf den Weg ins Museum, wo sie zwischen den Säulen Jachin und Boas mit zwei illuminierten Weltkugeln hindurch muss.

36 Jachin & Boas

Drinnen liegt Donald bereits auf einem Altar, was bei entsprechendem Hintergrundwissen schon ein ziemlich heftiger Anblick ist. Der schwarz/weiße Reptiloidenstern ist dabei stets präsent.

37 Opferaltar

38 Fliegerass

Die Lage in der Stadt spitzt sich derweil immer mehr zu. Der Fluss aus Schleim steigt immer höher und hüllt das Museum komplett ein.

39 Pegelanstieg

40 Wackelpudding_1

41 Wackelpudding_2

Auch andernorts bricht sich der Schleim Bahnen. Darunter bei einer Brodway-Show mit dem bezeichnenden Titel „Cannibal Girls“. Das satanisch-rote Pentagramm ist nicht weit.

42 Cannibal Girls

Direkt gelungen ist dagegen die kleine Botschaft gegen Pelzträger. Ob der Kostümdesigner Peta-Mitglied ist?

43 Bissiger Pelzmantel

Nebenher läuft noch die Titanic an den Docks ein, aber ansonsten sind die Dämonenangriffe eher wenig amüsant.

45 Titanic

44 Dämonenattacke

Zu allem Übel öffnet sich auch noch ein Hellgate und hüllt die Stadt in Dunkelheit.

46 Höllentor

Die Situation ist inzwischen dramatisch genug, dass der Bürgermeister erneut nach den Geisterjägern rufen lässt. Die kommen aber mit ihren Protonenstrahlern nicht durch den schleimigen Wackelpudding hindurch. Da es sich um negativen Schleim handelt, brauchen die Jungs ganz viel positive Energie und ein Symbol, welches die Massen mitzieht. Ein Blick auf das Nummerschild ihres Ecto 1A bringt die zündende Idee. Wer könnte eher Licht ins Dunkel bringen als die Sonnengottheit Mithras? Gemeint ist natürlich die Freiheitsstatue, welche auf dem Nummernschild in den Farben der Freimaurer abgebildet ist.

47 Ecto 1

Bevor die Statue im wahrsten Sinne des Wortes losgehen kann, wird sie erst einmal mit positivem Romantikschleim besudelt. Wie das dazu führen kann, dass sich die Freiheitsstatue mit einem Joystick steuern lässt, ist natürlich erklärungsbedürftig. Aber hey, es ist nur ein Film. Um die Stimmung etwas zu erheitern, gibt es noch etwas Musik von Sony. Bei so viel Product Placement fragt man sich wirklich, warum es bei der TV-Ausstrahlung noch zusätzliche Werbeunterbrechungen gibt?

48 Sony Walkman

Mit der Freiheitsstatue trampeln die Geisterjäger durch Manhattan schnurstracks zum Kunstmuseum. In der Fackel der Statue entzündet sich dabei ein echtes Feuer, mit welchem die Kuppel des Gebäudes durchschlagen wird. Erleuchtungssymbolik, wohin das Auge blickt.

49 Mithras_1

50 Mithras_2

Vigos Geburtstag findet durch diese Aktion ein jähes Ende, dabei war er schon mitten dabei, in Donald zu reinkarnieren.

51 Wiedergeburt_1

52 Wiedergeburt_2

Bevor es Vigo an den Kragen geht, wird erst einmal sein Jünger Janosz „abgespritzt“. Die Anspielung auf eine männliche Ejakulation ist nicht zu übersehen.

53 Abspritzen

Vigo hat sich indessen aus seinem Bild befeit, ist aber nicht leicht niederzumachen. Fürs Erste schickt er die Geisterjäger zu Boden.

54 Vigo tanzt für euch

Danach macht er sich an Donald ran und droht, sich mit ihm zu „vereinigen“. Wie herrlich doppeldeutig. Die Schreie des kleinen Nachwuchsschauspielers dürften in dieser Szene durchaus echt sein.

55 Kinderschreck

Die Vereinigung wird jäh unterbrochen, als die Massen vor dem Museum anfangen zu singen. Die positive Energie verbannt Vigo zurück in sein Gemälde, wo er endlich seine wahre Natur zeigt. Seine entstellte Fratze zeigt sogar Ansätze von Teufelshörnern.

56 Dämon

Abermals hypnotisiert Vigo Ray und ergreift schließlich von ihm Besitz.

57 Nicht Ray

Eine ordentliche Spermadusche mitten ins Gesicht beendet den Spuk jedoch.

58 Vollgewichst

Draußen vor dem Museum glaubt natürlich Louis, er hätte die Situation gerettet. Immerhin darf er sich freuen, nun zum Team zu gehören.

59 Louis

Dieses staunt nicht schlecht, als es das Bild betrachtet. Dieses zeigt nun die vier Ghostbusters mit Donald. Wie zur Hölle ist denn das passiert?

60 Erstaunen

61 Moderne Kunst

Am Ende werden die Ghostbusters wieder einmal gefeiert und bekommen auf Liberty Island Standing Ovations. Übrigens, wie ist die Freiheitsstatue eigentlich wieder auf ihren Sockel zurück gekommen?

62 Jubelfeier

Fazit: „Ghostbusters II“ steht dem ersten Teil in Sachen Okkultismus und Symbolik in nichts nach. Wieder einmal steht der Weltuntergang bevor, aber diesmal nicht durch die Wiederkehr einer sumerischen Gottheit, sondern durch einen moldawischen Antichristen. Die Einbeziehung eines Babys, wobei es sich ja eigentlich um zwei Kinderdarsteller handelt, ist dabei in hohem Maße besorgniserregend.

Berühmte Schauspieler wurden die beiden später nie. Stattdessen schlugen sie eine Laufbahn als Kampfsportler ein und gründeten eine Martial Arts Schule. Scheinbar haben sie sich den Vigo-Darsteller zum Vorbild genommen, denn der Deutsche Norbert Grupe alias Wilhelm von Homburg war lange Zeit Profiboxer. Zudem spielte er in einigen bekannten Filmen mit, darunter auch 1994 in dem ebenso hochgradig okkulten „Die Mächte des Wahnsinns“.

Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

06 Salinta_4

Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

18 Grey Abduction_1

19 Grey Abduction_2

Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

35 Abduction_1

36 Abduction_2

37 Abduction_3

Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

39 Naboo_1

40 Naboo_2

Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

41 Eulenmann

Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

42 Kerzenbude

Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

43 Jungbrunnen_1

44 Jungbrunnen_2

45 Jungbrunnen_3

Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

47 Kuat x 2

Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

48 2001 Elysium

Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

52 ID_1

53 ID_2

Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

55 Dekadenz_1

56 Dekadenz_2

Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

60 Kathedrale_1

61 Kathedrale_2

62 Inzesthochzeit

Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

63 Hexagrammvortex

Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

65 Draco_1

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

68 Echt jetzt

Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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70 Fallen Angel_2

Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

Die 11 – Größer als Gott

von Shinzon

Die Primzahl 11 ist eine der häufigsten Zahlen im Okkultismus. In der Freimaurerei verkörpert sie u.a das Prinzip der Dualität, da sich zwei gleich große Zahlen gegenüberstehen. Überdies vereint die 11 die Zahlen 5 (Pentagramm) und 6 (Hexagramm).

Pentagramm Hexagramm 11

Ebenso wie die 11 sind auch ihre Vielfachen bis hin zur 99 von hoher Bedeutung. So beträgt die Anzahl der Freimaurergrade das Dreifache der 11. In der 33 vereint sich also die 11 mit der 3, welche ebenfalls von hoher okkulter Bedeutung ist. So sind die ersten drei Grade Lehrling, Geselle und Meister die Basis einer jeden Freimaurerkarriere. Multipliziert mit 11 ergibt sich der Gipfel der freimaurerischen Vervollkommnung.

Die 66 ist ebenfalls ein Vielfaches der 11 sowie das Doppelte der 33. Sie kann als Abkürzung der teuflischen Zahl 666 gesehen werden. Zudem steht die einzelne 6 für die Position des Planeten Saturn im Sonnensystem und der Gott Saturn ist wiederum die Vorlage des modernen Satans. Die Multiplikation der 11 mit der 6 ist also ziemlich böse.

Das Böse verbirgt sich jedoch schon in der 11 an sich. Immerhin steht die 11 über der 10, wobei die 10 das göttliche Prinzip verkörpert und sich u.a. in den 10 Geboten wieder findet. Grund für die Assoziation der 10 mit Gott ist die Anzahl der menschlichen Finger, woraus sich auch das metrische System ableitet. Hätten wir Menschen 4 Finger an jeder Hand, wäre wohl die 8 die göttliche Zahl. Nun ist es aber einmal die 10 und die 11 wird damit zum freimaurerischen Ideal von der Gottwerdung des Menschen. Und mehr noch, die Okkultisten stellen sich selbst über Gott, womit die 11 auch als Zahl der Rebellion gesehen werden kann.

Eine ähnliche Botschaft verbirgt sich hinter der Zahlenkombination 9/11. Hier wird die göttliche 10 einfach übersprungen, weshalb auch das von Satanisten inszenierte 9/11-Ritual an eben jenem Datum des Jahres 2001 zelebriert wurde. Hinzu kommt, dass die 9 eine umgedrehte 6 und damit von ähnlich satanischer Bedeutung ist. 9+1+1 ergibt indes wiederum die 11, welche beim 9/11-Ritual omnipräsent war.

"Homer und New York" (1997)

„Homer und New York“ (1997)

Die 11 ist allerdings auch in anderen Bereichen präsent. So z.B. im Fußball, wo jede Mannschaft 11 Spieler hat und 11-Meter geschossen werden. Tatsächlich hat dies einen freimaurerischen Hintergrund und die 11 ist nicht das einzige okkulte Symbol beim Fußball. Darüber hinaus gilt die 11 den Karnevalisten als närrische Zahl. Der Karneval beginnt jedes Jahr am 11. 11. um 11:11 Uhr und wird von einem Elferrat organisiert. Woher diese Tradition kommt, weiß keiner so genau und selbst die verdientesten Jecken spekulieren mehr als sie erklären.

Wolfcop – Sex, Drugs und Satanismus

von Shinzon

Nach dem Vampir-Hype kommen Werwölfe gleich an zweiter Stelle. Zuweilen treffen beide Spezies sogar aufeinander, wie z.B. in den „Twilight“- und „Underworld“-Filmen. Streng genommen ist „Wolfcop“ ebenfalls ein solches Crossover, doch steht der Werwolf hier eindeutig im Vordergrund und die Blutsauger sind keine richtigen Vampire. Aber auch sonst bricht diese Horrorkomödie mit den gewohnten Genre-Regeln.

Bereits im Vorspann konfrontiert der Drehbuchautor und Regisseur Lowell Dean die Zuschauer mit Szenen eines schwarzmagischen Rituals, welche mit entsprechend satanistischer Symbolik garniert sind. Das umgedrehte Satanspentagramm ist dabei von zentraler Bedeutung und wird gegen Ende des Vorspanns mit dem allsehenden Auge kombiniert.

01 Pentagramm_1

02 Pentagramm_2

Apropos allsehendes Auge – ein solches gibt es bereits vor Beginn des Films im Clip der Produktionsfirma Ascot Elite Entertainment zu sehen. Es dürfte also klar sein, wohin die Reise geht.

Ascot Eye

Das Erste, was nach dem Vorspann zu sehen ist, sind leere Alkoholflaschen und das Bild einer nackten Frau. Damit wären bereits in der ersten Minute die Alkohol- und Sex-Agenda abgehakt.

03 Quote mit Titte

Außerdem erfahren die Zuschauer gleich zu Beginn, dass Polizeisergeant Lou Garou (Leo Fafard) ein Säufer ist. Sein Name ist übrigens eine Anspielung auf „loup garou“, das französische Wort für Werwolf. Wer diese Sprache versteht, weiß also bereits, wer bald zum Werwolf mutieren wird. Wer auf Lous Sheriffstern am Ärmel achtet, weiß zudem, dass die Gemeinde Woodhaven von Satanisten kontrolliert wird. Während nämlich andere Sheriffsterne 6 bis 7 Zacken haben, handelt es sich bei der Polizei von Woodhaven um ein umgedrehtes Pentagramm.

04 Alkoholiker

Lou passt wahrhaftig in die Gemeinde, denn dort findet gerade ein Trink- und Schießfestival statt. Betrunkene Waffennarren – das kann eigentlich nur in einer Katastrophe enden.

05 Drink & Shoot

Während Sergeant Garou erst mal seinen Kater auskotzt und mit Restalkohol im Blut Auto fährt, gibt es bereits einen ersten kleinen Hinweis, dass in Woodhaven noch mehr vor sich geht als saufen und ballern. Überall hängen Vermisstenanzeigen für Hunde und Katzen. Das perfekte Szanario für ein paar Zahlenspielereien. Die Telefonnummer für die vermisste Katze ergibt z.B. in der Quersumme 33. Obendrein heißt das arme Tier auch noch „Nipples“, was wohl auf die zahlreich vorhandenen Nippel anspielt, mit denen der Film um Quote beim männlichen Publikum ringt.

06 Nipple Cat

Tittengraffitis stehen auch bei den Schmierfinken der Stadt hoch im Kurs. Nebenbei sprayen sie aber gleich noch die Zahl des Teufels an Hauswände. So viel okkulte Symbolik in den ersten drei Minuten ist schon wirklich rekordverdächtig.

07 666 Graffiti

Weiter geht es mit etwas Alkohol- und Aspirinschleichwerbung. Natürlich nur für den Fall, dass jemand noch nicht mitbekommen hat, dass Lou ein Alkoholproblem hat.

08 Alkoholwerbung

Der erste Anruf führt Lou zu seinem Saufkumpel und Waffenhändler Willie Higgins (Jonathan Cherry), der ihm etwas von okkulten Ritualen im Wald erzählt und ein Video von einem Pentagramm an einem Baum zeigt. „Das Zeichen des Antichristen“, wie er meint.

09 Baumpentagramm

In dieser Szene gibt es bereits zwei diskrete Hinweise darauf, was sich hinter dem satanistischen Treiben verbirgt. Zum einen trägt Willie ein T-Shirt mit einer Fledermaus. Das deutet auf Vampirismus hin und es ist auch kein Zufall, warum ausgerechnet Willie mit derartigen Motiven herumläuft.

<10 Fledermausmann

Lou trinkt indes aus einer Tasse mit einem Grey-Kopf, womit eine Verbindung zwischen Vampirismus und Außerirdischen hergestellt wird. Auf den ersten Blick mag die Platzierung solcher Symbole vielleicht zufällig wirken, doch am Ende wird es durchaus noch Sinn ergeben.

11 Believe

Sergeant Garous nächste Station ist die Dorfspelunke, in der sein zukünftiges Schicksal bereits angekündigt wird. Dort läuft er nämlich an einer Wolfsfigur vorbei.

12 Wolffigur

In der Kneipe bleibt es nicht lange friedlich, denn zuerst taucht der örtliche Drogenboss (Jesse Moss) auf, gefolgt von dem Bürgermeisterkandidaten Terry Wallace (Ryland Alexander), der verspricht, die Stadt von Kriminellen zu säubern. Der ideale Zeitpunkt, um ein paar weitere Pentagramme zu platzieren und mit den Freimaurerfarben zu spielen.

13 Terry Button

Der Rest des Tages vergeht wie im Flug, ohne dass Lou das Geringste erreicht. In der Nacht wagt er sich dann jedoch in den Wald, um den Hinweisen von Higgins nachzugehen. Natürlich ist gerade Vollmondnacht und im Wald treiben sich keineswegs nur jugendliche Metalheads herum.

14 Vollmondnacht

Nachdem er Terry kopfüber an einem Baum hängend gefunden hat, bekommt Lou eine übergebraten und das Letzte, was er sieht, sind einige schwarz gekleidete Teufelsanbeter.

15 Satanistenpack

Am nächsten morgen wacht der Trunkenbold total verkatert auf, was an und für sich nichts Ungewöhnliches ist. Seltsam ist nur, dass sein Hemd nach Hund riecht und sein Bart direkt nach der Rasur nachwächst. Am meisten beunruhigt ihn jedoch das umgedrehte Pentagramm, welches man ihm in die Brust geritzt hat.

16 Pentagrammnarben

Kaum hat er den Schock verdaut, wird er zum Fundort einer Leiche in den Wald gerufen. Der Tote ist Terry Wallace, welcher nun ganz gewiss nicht mehr Bürgermeister werden wird. Sein Hals ist wie von einem Tier zerfetzt, weshalb das Trink- und Schießfestival abgesagt wird. Zuletzt fiel das Festival vor 32 Jahren aus und rein zufällig gab es damals ebenfalls eine Sonnenfinsternis, wie sie derzeit kurz bevorsteht. Lou, der sonst wahrlich kein guter Ermittler ist, dämmert allmählich, dass es da einen Zusammenhang geben muss.

Bevor er jedoch seine Recherchen beim allabendlichen Kneipenbesuch vertiefen kann, wird ihm plötzlich schlecht. Er muss die Bardame Jessica (Sarah Lind) kurz allein lassen, auf die wegen der roten Schuhe wohl eher der Namen Dorothy gepasst hätte. Oder soll damit eher angedeutet werden, dass sie die Lady in Rot ist?

17 Rote Schuhe

Rot kommt es auf dem Klo auch aus Lou, was eigentlich ein Fall für den Notarzt wäre. Die erste Verwandlung zum Werwolf ist immer die schmerzhafteste. Ironischerweise hängt über dem Pissoir das Plakat einer Veranstaltung mit dem passenden Titel „Wildman“, welche an einem Freitag den 13. stattfindet. Ein okkultes Datum gepaart mit einem weiteren Hinweis auf Lykantropie, welcher mit dem Veranstaltungsort „Tooth & Nail“ noch etwas auf die Spitze getrieben wird. Die Zähne und Nägel von Lou werden nämlich in den nächsten Sekunden ungewöhnlich scharf.

18 Friday 13

19 Verwandlung

Nachdem Lou im wahrsten Sinne des Wortes sein Gesicht verloren und zwei Kleinkriminelle geschlachtet hat, die Jessicas Kneipe überfallen wollten, wacht er an ein Bett gefesselt auf. Wie sich herausstellt, hat sein Kumpel Willie ihn betäubt und mitgenommen. Um Lou zu beweisen, dass er ein Werwolf ist, kocht er ihm Rührei mit blauem Eisenhut, allerdings hätte bei der hoch giftigen Zutat wohl jeder gespuckt. Während Lou nun damit konfrontiert wird, dass er ein Werwolf ist, zieht Higgins Vergleiche zu Vampiren und trägt dabei abermals ein Fledermaus-T-Shirt.

20 Fledermausvamp 2

An der Arbeit erwartet den Wolfcop ein grausiger Tatort, aber noch ahnt niemand, dass er für die beiden Toten verantwortlich ist. Allerdings findet seine Kollegin Tina (Amy Matysio) ein Gesicht auf der Toilette, welches große Ähnlichkeit mit Lou hat.

21 Facelifting

Nach der Tatortbesichtigung geht Officer Garou wieder seinen Recherchen nach und findet heraus, dass das Verschwinden seines Vaters Ed Garou im Zusammenhang mit den Ereignissen vor 32 Jahren steht. Er selbst war damals erst 10. Bei dem Versuch, die Puzzlestücke miteinander zu verbinden, fallen ihm schließlich wieder die okkulten Symbole ein.

22 Brennendes Pentagramm

Lou leiht sich ein Buch über okkulte Mythologie aus. In diesem steht etwas über das Ritual der Bluttaufe, bei welchem ein Werwolf in einer Vollmondnacht durch ein menschliches Blutopfer geschaffen wird und nicht wie üblich durch einen Werwolfsbiss.

24 Bluttaufe_1

25 Bluttaufe_2

26 Bluttaufe_3

Der Bluttaufe wird schon bald das Ritual der Abrechnung folgen. Zwar sind Werwölfe bei Vollmond nahezu unverwundbar, doch während einer Sonnenfinsternis sind sie geschwächt und damit angreifbar.

27 Abrechnung

Bei der Abrechnung geht es darum, den Werwolf ausbluten zu lassen. Und wer säuft dieses Blut als wäre es Fanta? Laut dem okkulten Buch stecken reptiloide Gestaltwandler hinter allem, welche auch gleich mit dem umgedrehten Pentagramm sowie dem allsehenden Auge in Verbindung gebracht werden. Für diejenigen, die sich schon etwas ausführlicher mit Satanismus und dem damit verbundenen Schlangenkult beschäftigt haben, ist dieser Auftritt der Reptos wahrlich keine Überraschung. Eher eine Bestätigung.

28 Shapeshifters

In der folgenden Nacht will Higgins die Verwandlung von Lou mit seiner Videokamera dokumentieren. Bevor es losgeht, kommt jedoch Tina vorbei und offenbart ihrem Kollegen, dass ihr Vater, dem einst die Dorfkneipe gehörte, vor 32 Jahren verschwand und Ed Garou als einziger nach ihm suchte, bis auch er wenig später verschwand. Lou hat die Parallelen zu seinem eigenen Schicksal und dem Tod von Terry Wallace natürlich längst erkannt.

Kaum ist Tina wieder aus dem Haus, beginnt Lous Verwandlung. Passend zu seinem neuen Outfit verlangt er diesmal nach einem „Wildmen Kentucky Bourbon“. Selbst als Wolf ist er noch ein Säufer.

30 Wildmen

Als nächstes will er seinen Hunger mit Donuts stillen, doch da diese alle sind, beschließt er, die Zelle zu verlassen. In die hatte ihn Willie eigentlich aus Sicherheitsgründen gesteckt. Doch Lou merkt an, dass er nicht einfach nur ein Wolf, sondern ein Wolfcop ist und wie es sich für einen Cop gehört, muss er erst einmal zum nächsten Donutladen. Dort läuft gerade ein Überfall, der ziemlich mies für die Ladenräuber ausgeht.

31 Donutladen

Nach getaner Arbeit wird erst einmal das Polizeiauto umgestylt. Mit der aufgemotzten Karre geht es dann weiter zur örtlichen Drogenscheune, wo sich der Gangsterboss gerade Crystal Meth reinzieht.

32 Meth

Was nun kommt, sind jedoch keine Drogenhalluzinationen. Wolfcop nimmt die Bude komplett auseinander, wobei einige Gangster ihr Gesicht oder gar ihren Kopf verlieren. Am Ende explodiert die Scheune und damit auch der gesamte Drogenmarkt.

33 Gesichtsverlust

Wieder zurück im Revier gibt Jessica sich als Rotkäppchen und versorgt den großen, bösen Wolf mit Alkohol.

34 Rotkäppchen

Das ist aber nicht das Einzige, womit sie ihm dienen kann. Was in den folgenden zweieinhalb Minuten geschieht, lässt sich nur noch mit dem Wort „Zoophilie“ beschreiben.

35 Sodomie

Wie sich nach der fragwürdigen Nummer herausstellt, ist Rotkäppchen nicht ganz diejenige, für die sie sich ausgibt. Jessica betäubt die Bestie mit einem Drink und verwandelt sich kurz darauf in Bürgermeisterin Bradley (Corinne Conley). Das ist dann wohl ein diskreter Hinweis darauf, dass reptiloide Gestaltwandler an der Spitze der Machtpyramide stehen und ihre menschlichen Gegenkandidaten ausradieren, sofern sie Aussicht auf einen Wahlerfolg haben. Für Lou ist es darüber hinaus ein ziemlich fieser Schock, dass sich die heiße Jessica in ein gruseliges, altes Reptil verwandelt.

35 Reptil

Am nächsten Morgen wird Wolfcop von Jessica/Bradley und Willie Higgins in den Wald abtransportiert. Überraschung, sein bester Kumpel ist auch ein Gestaltwandler. Und nicht nur der, sondern ebenso Lous Boss Ray (Aiden Devine), welcher zudem als Chef des Drogenkartells unterwegs ist. Es ist schon praktisch, wenn man seine Gestalt nach Belieben verändern kann. Außerdem erklärt dieses Doppelspiel, warum die Polizei nie ernsthaft etwas gegen das organisierte Verbrechen in Woodhaven unternommen hat. Das Kaff ist schon seit 200 Jahren fest in der Hand der Reptos, die alle gesellschaftlichen Schlüsselpositionen besetzen.

36 Bürgermeisterin

38 Reptoclique

Um ihre Macht weiterhin zu erhalten, müssen sich die Echsenmenschen schon bald wieder am Blut eines Werwolfs nähren. Die Sonnenfinsternis nähert sich bereits ihrem Höhepunkt und Ray Repto hat sogar die passende Schutzbrille dabei. Vor dem rechten Auge ein Pentagon und vor dem linken ein Hexagon.

39 Sonnenbrille

40 Sofi

Willies Fledermaus-T-Shirt ergibt nun ebenfalls endlich einen Sinn, denn er ist es, der Lous Blut zapft. Kurz nachdem das Blutsaufen so richtig in Fahrt kommt, erhält Lou unerwartete Hilfe von Tina, die zuerst Higgins mit dem Snipergewehr eliminiert. Allerdings haben es die beiden nicht nur mit den verbliebenen zwei Reptos zu tun, sondern auch mit Chief Rays Drogengangstern. Der blutige Showdown beginnt, in dessen Verlauf Wolfcop die Drogenmafia dezimiert und Tina ihre Konkurrentin Jessica/Bradley ausschalten darf. Nach dem Tod verwandelt sich die Echsenfrau schließlich in ihre ursprüngliche Form.

41 Toter Repto

Selbstverständlich gewinnen die Guten und alle drei Reptos finden den Tod. Ein wenig überraschendes Ende, für das noch einmal kräftig Fleischwunden verteilt werden.

Fazit: „Wolfcop“ ist alles andere als ein gewöhnlicher Werwolffilm. Zum einen ist er hochgradig okkult, zum anderen offenbart er die Verbindung zwischen Satanismus und gestaltwandlerischen Reptiloiden. Wer etwas auf die Symbolik achtet, kommt schon sehr früh dahinter, dass Woodhaven von Satanisten beherrscht wird, denn der Sheriffstern ist ein umgedrehtes Pentagramm mit zwei Schwertern und genau diese Kombination findet sich auch im Buch über okkulte Mythologie wieder. Mit einem Repto als Polizeichef ist das sicherlich kein Zufall.

42 Pentagramm mit Schwertern

Der Rest des Horrorschinkens besteht eigentlich nur noch aus Alkoholwerbung, nackter Haut und Gemetzel. Abgesehen von etwas Situationskomik ist der Film auch nicht besonders witzig. Interessant ist er maximal für diejenigen, die über die okkulten Abgründe von Hollywood recherchieren, wobei sich dieselben Muster wie in Dutzenden anderer Filme ergeben.

John dies at the End – Und nimmt zu Beginn Drogen

von Shinzon

„John dies at the End” ist, ähnlich wie „Fear and Loathing in Las Vegas“, eine Romanverfilmung, in der es vordergründig um einen Drogentrip geht. Doch auch dieser Film strotzt bei genauerer Betrachtung nur so vor okkulter Symbolik und dämonischen Einflüssen. Beide Filme handeln vom drogeninduzierten Abstieg in die Hölle.

Die erste Minute des Streifens kann man gleich überspringen, denn sie zeigt lediglich einen zusammenhangslosen Axtmord. In der nächsten Szene trifft sich David Wong (Chase Williamson) mit dem Reporter Arnie Blondestone (Paul Giamatti) in einem China-Restaurant und schildert diesem rückblickend seine Drogenkarriere. Diese liegt offensichtlich in der Familie, denn Dave beschreibt seine Mutter als crackabhängige Kannibalin, die sich mit Nekromantie und Vampirismus beschäftigt hat. Beste Voraussetzungen also.

Seine eigene Geschichte beginnt Dave mit einem Anruf seines besten Freundes John Cheese (Rob Mayes). Im Fernsehen läuft gerade eine Sendung über einen Zauberkünstler namens Marconi und in der hagelt es bereits die ersten Pyramiden. Zunächst eine ägyptische Pyramide mit illuminierter Spitze, kurz darauf gleich noch eine Maya-Pyramide. Der Film wurde nebenbei bemerkt 2012 uraufgeführt und obwohl der Maya-Kalender keinen Weltuntergang prophezeit, handelt es sich bei diesem Motiv dennoch um einen klischeehaften Hinweis auf die drohende Apokalypse. Doch dazu später mehr.

01_Marconipyramide

02_Mayapyramide

Nachdem John Dave wach geklingelt hat, lädt er ihn zu einem Auftrag ein. Dabei benutzt er eine Codesprache, in der „Morgen ermorden wir den Präsidenten“ so viel wie „Vergiss nicht, unterwegs Bier zu besorgen!“ heißt. Macht voll Sinn, wenn man abgehört wird und keine Aufmerksamkeit erregen will. Es wird ziemlich schnell klar, dass man es bei John mit einer Knallcharge zu tun hat.

Der Auftrag der beiden beginnt sogleich mit einigen Zahlenspielchen. Auf Daves Gewehr findet sich eine Strichliste mit der Zahl seiner Opfer. Es sind 18 Striche und 18 geteilt durch 3 ist 6 6 6.

03_666 Flinte

Auf dem Gewehr findet sich weiterhin die ausgeschriebene Zahl Three/Drei. Diese taucht kurz darauf noch einmal als Hausnummer von John auf. Die 3 steht einerseits für die Dreifaltigkeit und die 33 ist die Anzahl der Freimaurergrade im schottischen Ritus.

04_Hausnummer 3

Die Klientin der beiden wird vom Geist ihres toten Freundes geplagt, doch dann stellen die beiden fest, dass sie selbst ein Geist ist. Kurz nach dieser Erkenntnis bekommen sie es auch schon mit dämonischen Kräften zu tun, die sich zunächst in Form von Schlangen manifestieren.

05_Schlangengrube

Der Türgriff des einzigen Fluchtweges verwandelt sich in einen Penis und das Fleisch aus einer Kühltruhe setzt sich zu einem widerlichen Dämon zusammen, den die zwei mit Hilfe eines Anrufs bei Marconi auflösen.

Selbstverständlich glaubt Blondestone diese abstruse Geschichte nicht. Um die Aufmerksamkeit des Journalisten zu gewinnen, nennt Dave ihm den Inhalt seiner Tasche und trifft auch mit dessen Traum von letzter Nacht ins Schwarze. Die Droge, auf der David ist, lässt ihn nämlich Dinge sehen, die jenseits seiner Wahrnehmung in Raum und Zeit liegen. Wie wenig erstrebenswert diese Bewusstseinserweiterung ist, zeigt der Traum des Reporters, in dem dieser von seiner Mutter mit einer Peitsche aus verknoteten Penissen geschlagen wurde. Aber immerhin hört Arnie ihm nach dieser peinlichen Offenbarung zu.

Nun erzählt David seine Geschichte endlich vom Beginn an, was er auch gleich hätte tun können. Alles fing vor einigen Jahren auf dem Konzert einer befreundeten Band an. Deren Logo besteht aus drei Armen, die eine Pyramide mit einem Auge im Zentrum bilden. Das wichtigste Freimaurersymbol wäre damit abgehakt und wie selbstverständlich steht es im Zusammenhang mit der Musikindustrie.

06_Bandlogo

Auf der Party wird reichlich Alkohol getrunken. In den USA sind die wahlweise blauen oder roten Plastikbecher bereits ein heimliches Symbol für den illegalen Alkoholkonsum unter Jugendlichen, da Personen unter 21 Jahren nicht mit einschlägigen Getränken erwischt werden dürfen.

07_Alkoholbecher

Alkohol ist aber nicht das Heftigste, was auf der Party gereicht wird. Abseits lernt David einen Typen im Jamaika-Look (Tain Bennett) kennen, der schon wie ein Klischeekiffer daher kommt. Seine Droge heißt jedoch nicht Marihuana, sondern Sojasoße und die lässt ihn nicht nur schweben, sondern auch Dinge sehen, die er eigentlich nicht wissen sollte. Woher diese Eingebungen kommen, macht er sogleich mit einer entsprechenden Geste klar.

08_Bob Baphomet

Obwohl die Traumdeutung des Jamaikaners korrekt ausfällt, wendet sich Dave zunächst ab. Die ganze Nummer beunruhigt ihn. Zumal der Junkie ankündigt, dass die USA von einer Atombombe getroffen wird und er weiß, welche Stadt als erste dran glauben muss. Obwohl der Name der Stadt nicht genannt wird, tippen wir einfach mal auf New York. Immerhin wurde ein derartiges Szenario bereits mehrfach in Filmen wie „Know1ng“, „Batman – The dark Knight rises“, „The Divide“, „Man of Steel“ und „Oblivion“ angekündigt. „John dies at the End“ scheint sich nahtlos in diese Liste einzureihen.

Nach der Party läuft Dave ein Hund mit den Namen Bark Lee zu, der später noch eine tragende Rolle spielen wird. Zunächst muss er aber erst mal seinen Rausch ausschlafen. Die Ruhe wird je durch einen Anruf von John unterbrochen, der auf einem schlechten Trip ist und gruselige Kreaturen sieht. Noch glaubt David, dass es sich nur um Halluzinationen handelt.

10_Hirngespinnst

Auf dem Tisch entdeckt er eine Spritze mit einer schwarzen Substanz, die an Black Goo erinnert.

09_Spritze

Er steckt die Spritze ein und fährt mit John in ein Restaurant. Dort erklärt ihm sein Kumpel, dass er das Zeug von einem Robert Marley bekommen hat, also dem Jamaika-Typen auf Party. Während des Gesprächs bekommt Dave einen Anruf von John, der aber direkt vor ihm sitzt. Sein Freund hatte bereits angekündigt, dass er ihn mehrfach angeklingelt hätte und die Telefonate erst noch ankommen werden. Sie sind quasi durch die Zeit gewandert. Nun können Drogen zwar die Wahrnehmung der Zeit verändern, aber nicht die Raumzeit in der Realität beeinflussen. Langsam dämmert Dave, dass mit diesem Zeug etwas nicht stimmt.

Als er mit John weiterfährt, ruft er während einer Fahrpause einen Pfaffen an, um diesen nach Rat zu fragen. Im Verlaufe des Anrufs dringt die Nadel der Spritze versehentlich in Davids Bein ein und infiziert ihn mit der Droge. Während der Pfaffe plötzlich andere Töne anschlägt, erkennt er, dass die Substanz offensichtlich lebt. Damit wird einmal mehr auf das Phänomen des intelligenten Öls angespielt.

12_Sojasoße

Auf der weiteren Fahrt taucht wie aus dem Nichts ein mysteriöser Mann auf der Rückbank auf, der sich als Roger North (Doug Jones) vorstellt und Dave Wong mit einer abartigen Kreatur bedroht. Die Erscheinung sagt ihm, dass er noch eine Aufgabe hätte, die darin bestünde, gegen eine Entität namens Korrok anzutreten. Es gelingt David, den Schattenmann abzuschütteln und dessen Kreatur zu töten. Kurz darauf taucht ein Polizist auf, der die beiden Freunde in Gewahrsam nimmt.

Am nächsten Morgen wird David von Detective Appleton (Glynn Turman) verhört. Dieser offenbart ihm, dass alle Sojasoßekonsumenten von dem Konzert der letzten Nacht verstorben sind. Doch das weiß Wong bereits. Dennoch schockieren ihn die Bilder der förmlich explodierten Drogenopfer. Ebenso schockiert ihn, dass im Nebenraum sein Kumpel Cheese verendet.

An dieser Stelle schwenkt die Handlung kurz in die Gegenwart zurück und Dave zeigt dem Reporter Arnie eine extradimensionale Kreatur im Kofferraum seines Wagens. Zunächst sieht Arnie nur einen leeren Käfig, doch aus dem Augenwinkel erkennt er plötzlich das dämonische Geschöpf, obwohl er die Droge nie genommen hat. Spätestens an dieser Stelle wird endgültig klar, dass das Black Goo die Wahrnehmung tatsächlich erweitert und verborgene Dinge sichtbar macht.

13_Hirngespinnst

Zurück im China-Restaurant fährt Dave mit seiner Geschichte fort. Obwohl sein Kumpel tot ist, bekommt er einen Anruf von ihm. So viel zum Thema Transkommunikation. Jedenfalls teilt John ihm mit, dass die zweite Wache im Vernehmungszimmer kein Mensch ist und er daher unbehelligt fliehen kann. Allerdings muss er noch gegen den Dämon kämpfen und dessen fliegenden Bart abwehren.

Als ob das noch nicht verrückt genug wäre, kann Dave auch mit einem kaputten Handy noch weiter mit seinem toten Freund kommunizieren. Dieser demonstriert ihm, dass er genauso gut mit einem Hot Dog in der Hand telefonieren kann. Mit diesem skurrilen Kommunikationsgerät lotst John ihn zum Trailer von Bob Marley, wo er nicht nur ein merkwürdiges Wesen in einem Aquarium entdeckt, sondern auch seine Zukunft im Fernseher sieht. Darüber hinaus ist die Bude mit einer Todesrune ausstaffiert, welche aus Hanfblättern besteht.

14_Hanfrune

Durch ein Geräusch aus dem Nebenraum aufgeschreckt, wird Dave auf eine weitere Dosis Black Goo in Pillenform aufmerksam. Die beiden Kapseln verwandeln sich in Fliegen und dringen ohne sein Zutun in seinen Kopf ein.

15_Lord of Flies

Während einer außerkörperlichen Erfahrung erlebt David die Produktion einer Pistolenkugel, die Detective Appleton wenige Sekunden später auf ihn abfeuern wird. Bevor es dazu kommt, erklärt der Cop ihm, dass die Soßenopfer von etwas Lebendigem aufgefressen wurden. Als Katholik erkennt Appleton in den extradimensionalen Wesen Dämonen und meint, dass die Hölle die Menschen umgibt und diese sie nur nicht wahrnehmen können.

Die Droge des Jamaikaners hat nun die Barriere zwischen der Hölle und unserer Realität durchbrochen und Appleton gedenkt, die Tür wieder zu schließen. Dafür muss er leider alle töten, die mit dem Black Goo in Berührung gekommen sind, was David wenig begeistert. Der Schuss prallt jedoch an ihm ab, weil bei der Produktion eine Fliege in die Patrone gekrochen ist. Er verdankt sein Leben also dem Herrn der Fliegen.

Als Dave aufwacht, brennt die Wohnung rings um ihn herum. Die Rettung kommt in Form seines Wagens durch die Wand gefahren. Am Steuer sitzt kein geringerer als der Hund, den er in der Nacht zuvor aufgegabelt hatte. Als wäre das noch nicht absurd genug, spricht aus dem Köter sein toter Kumpel John telepathisch mit ihm und erklärt, dass die letzte Welt, die mit dem intelligenten Öl infiziert wurde, nach 100 Tagen komplett zerstört war.

16_Zerstörte Welt

Noch beunruhigender ist die Erkenntnis, dass nicht Dave die Sojasoße nimmt, sondern die Soße ihn nimmt. Das Zeug spielt mit seinen Opfern, bis es sie nicht mehr gebrauchen kann und schlussendlich tötet. Wie sehr die Droge von jemanden Besitz ergreifen kann, zeigt sich bei Justin White (Jonny Weston), der sich neuerdings „Shitload“ nennt. Er hätte sich genauso gut „Legion“ nennen können, denn es sind verdammt viele Dämonen in ihm.

Mit Shitload ist nicht zu spaßen und selbst nach einem Kopfschuss steht er wieder auf. Mit David hat der Untote etwas Besonderes vor und bringt ihn zusammen mit dem wieder auferstandenen John, dem Asiaten Fred (Jimmy Wong) und Amy (Fabianne Therese) zu einem leer stehenden Kaufhaus mit dem bezeichnenden Namen „Mall of the Dead“.

17_Shitload

In der Kaufhalle befindet sich ein Dimensionsportal, welches nur von auserwählten Drogenkonsumenten gesehen werden kann. Das Portal erscheint als grüne Tür, was eine Anspielung auf die Smaragdstadt im „Zauberer von Oz“ sein dürfte. Dieses Kinderbuch des Theosophen Lyman Frank Baum handelt ebenfalls von einer Parallelwelt, in der es jede Menge Anspielungen auf Drogen (z.B. Mohnfelder) gibt.

18_Oz Tür

Mit einer zuvor platzierten Nachricht lockt David Shitload nach draußen, wo Detective Appleton den Dämon erschießt und die Leiche verbrennt. Appleton nimmt die restlichen Kids mit, doch wie sich herausstellt, hat er die Droge ebenfalls genommen. Seine Augen explodieren, das Auto überschlägt sich und kaum haben sich alle Überlebenden aus dem Wrack gerettet, befallen die herausströmenden Dämonen Fred. Es bleibt den anderen nichts weiter übrig, als ihn zu erschießen und zu verbrennen. Eine überflüssige Rolle stirbt einen sinnlosen Tod.

Die verbliebenen Drei beschließen, der Paralleldimension einen Besuch abzustatten. In der Mall of the Dead finden sich bereits entsprechende Symbole, die das Gebäude als Reptiloidenzone kennzeichnen. Auf dem Boden sind mehrere Oktagone aufgemalt, die das Innere eines achtzackigen Isis-Sterns darstellen.

19_Oktagon

John gelingt es nicht, die Geistertür zu öffnen, da er einfach durch sie hindurch greift. An dieser Stelle kommt Amy ins Spiel, die ihre linke Hand verloren hat. Allerdings gilt dies nur für die physische Realität. Auf der astralen Ebene existiert ihre Hand noch und mit dieser kann sie die Tür öffnen. Dabei ist es wohl kein Zufall, dass es ausgerechnet die linke Hand sein musste, denn die drei folgen schon lange dem Pfad zur linken Hand.

20_Astralhand

Obwohl Amy als Einzige die Tür öffnen kann, ist sie gleichermaßen die Einzige, die sie nicht mit bloßem Auge sehen kann. Dies gelingt ihr nur mit einer 3D-Brille, welche ein schwarz/weißes Muster hat. Hier dient das Schachbrettmotiv wieder einmal ganz offensichtlich als Dimensionsübergang.

21_Schachbrettbrille

Dave, John und Amys Hund Bark Lee gehen auf die andere Seite und werden von Amy getrennt. In einer Höhle treffen sie auf ein weiteres Portal in Form einer schwarzen Säule. Dort werden sie von Roger North und dem Magier Marconi erwartet, welche sie mit der Mission betrauen, in die Parallelwelt zu reisen und dort Korrok mit einer halluzinogenen Bombe auszuschalten.

22_Dimensionstor

Die Welt des alternativen Universums ist sehr befremdlich und hat einen roten Himmel. Der rote Himmel ist ein wiederkehrendes Motiv bei der Vorhersage zukünftiger Kataklysmen, welche diese Dimension bereits hinter sich hat.

23_Roter Himmel

Begrüßt werden die beiden Dimensionsreisenden von einer Gruppe maskierter Gestalten, die mit Ausnahme des Anführers fast komplett nackt sind. John kommentiert dies mit den Worten „Offenbar eine Eyes Wide Shut Welt“. Das ist ein kleiner Insider für all jene, die Stanley Kubricks hochgradig okkulten Film über die Sexrituale der Hochgradfreimaurer gesehen haben.

24_Eyes wide shut

Dave und John werden in eine satanistische Endzeitkirche geführt, wo sie offensichtlich schon seit langem erwartet werden. Man beachte die rote Krawatte des Predigers, die einen Hinweis darauf gibt, in wessen Diensten er steht.

25_Satanskirche

26_Thron

Der Prediger erklärt den beiden, dass sie in einer alternativen Zeitlinie gelandet sind, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts abgespalten hat. In unserer Realität starb damals ein gewisser Cyrus Rooney im Alter von 17 Jahren, während er in der Parallelwelt überlebte und zu einem großen Erfinder avancierte. Insgeheim war er natürlich ein Okkultist und ziemlich pervers, wie die Hand im Schritt andeutet.

27_Cyrus

Rooney experimentierte auf dem Gebiet der Bestielogie, womit er in etwa die Rolle einnimmt, die Aleister Crowley in unserer Realität hatte. Im Gegensatz Crowley hatte sich Rooney jedoch nicht mit Drogen ins Nirwana geschossen und stattdessen den ersten Supercomputer aus dem Hirn eines Schweins entwickelt. Bereits 1922 hatte die Parallelwelt sich selbst weiterentwickelnde Computer auf organischer Basis, die letztendlich die Herrschaft über die Welt übernahmen.

Es gibt bereits genügend Andeutungen, dass der Schlussstein der Freimaurerpyramide kein lebendes Wesen, sondern ein allsehender und alles kontrollierender Supercomputer ist. Das erinnert nicht von ungefähr an das Venus Projekt, wobei die Venus in der okkulten Astrologie für Luzifer und Satan steht. Bei dem in Jacque Frescos Projekt vorgesehenen Zentralcomputer handelt es sich demnach um Luzifer/Satan höchstpersönlich.

Die Teufelsmaschine von Jacque Frescos filmischem Alterego Cyrus Rooney strotzt ebenfalls vor derartigen Andeutungen. Korrok erinnert mit seinen Tentakeln an Cthulhu und in seinem Zentrum sitzt ein allsehendes Reptilienauge.

29_Korrok_1

30_Korrok_2

Weitere Parallelen gibt es zu Skynet aus der „Terminator“-Filmreihe, denn nach dem Tod Rooneys 1926 entwickelte Korrok ein eigenes Bewusstsein und begann damit, die Menschheit zu versklaven und alle Kritiker auszurotten. Der Genozid wird entsprechend der Alterfreigabe von FSK 16 nur als Cartoon gezeigt, was jedoch nichts an der Abartigkeit der folgenden Szenen ändert.

Nach der kurzen Geschichtsstunde werden John und Dave direkt zu Korrok geführt. Dieser offenbart den beiden, dass er sie mit einer winzigen Veränderung ihrer Gehirnchemie zu Kinderschändern machen könnte. Dieser überflüssige Kommentar ist gleichermaßen eine Anspielung auf Mind Control und rituellen Kindesmissbrauch – zwei Praktiken, die seit jeher im Satanismus miteinander kombiniert werden. Aber was will man anderes von einer Höllenmaschine erwarten, die glatt mit Sauron konkurrieren könnte?

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Neben der offensichtlichen Symbolik des allsehenden Reptilienauges gibt es in Korroks Umfeld noch eine weitere Anspielung auf die Reptiloiden. Das Türschloss zu seinem Bunker ist ein achtzackiger Ištar-Stern.

33_Korrokstern

Korroks nächstes Ziel ist es, unsere Realität zu erobern, wobei ihm Dave und John behilflich sein sollen, da sie bereits einen Dimensionssprung geschafft haben. Freilich haben die beiden andere Pläne und stellen den Zeitzünder der Bombe ein. Während Dave am Abgrund zu Korroks Schlund abhängt, setzt sich John eine Totenkopfmaske auf und grillt die Diener des Supercomputers mit einem selbst gebastelten Flammenwerfer. Nun, in der Hölle sind die beiden ja sowieso.

34_Flammenwerfer

In letzter Sekunde scheint die Mission der beiden fast zu scheitern, doch da taucht plötzlich Amys Hund auf, schnappt sich die Bombe und startet einen Kamikazeangriff auf Korrok. Wie sich herausstellt, hatte Bark Lee auch etwas von der Sojasoße abbekommen, als er den Jamaikaner gebissen hat. Auf diese Weise konnte er telepathischen Kontakt mit Marconi aufnehmen und bekam den Auftrag, Korrok zu töten. Dave und John waren lediglich seine Eskorte.

35_Bark Lee

Die nächste Überraschung wartet schon im China-Restaurant, denn Arnie Blondestone beschreibt sich selbst als Afroamerikaner, während Dave ihn als Weißen wahrnimmt. Das bedeutet, dass der Reporter längst tot ist und Dave die ganze Zeit mit einem Geist gequatscht hat.

In der Schlusszene spielen Dave und John Basketball und entdecken dabei ein sphärisches Dimensionstor. Dieses führt sie in eine weitere Parallelwelt, die von einer Katastrophe heimgesucht wurde.

36_Black Sphere

Vom Himmel steigen zwei Soldaten der Befreiungsarmee herab, deren Anzüge aus dem Film „Galaxy Quest“ recycelt wurden. Offensichtlich ging den Produzenten zum Ende hin das Geld aus, aber immerhin konnten sie so noch einmal den Saturn ins Bild bringen.

37_Galaxy Quest

Fazit: „John dies at the End“ zeigt sehr eindringlich, dass man die Finger von harten Drogen lassen sollte. Darüber hinaus offenbart er aber auch die Machenschaften der okkulten Elite, insbesondere deren Agenda zur Erschaffung eines allsehenden Zentralcomputers. Google und Facebook lassen grüßen. Das Ganze wird dann noch etwas mit satanistischer Symbolik und extradimensionalen Höllenwesen garniert und fertig ist ein weiteres blutrünstiges Machwerk, mit dem Filmfreunde ihre Seelen abstumpfen können.

Ein zentraler Aspekt des Films ist das Black Goo, welches offensichtlich eine intelligente Lebensform außerirdischen Ursprungs ist. In dieser Hinsicht ist auch die Rolle des Marconi interessant, denn in der Realität soll eine britische Firma mit dem Namen „Marconi Electronic Systems“ mit Black Goo herumexperimentiert haben. Angeblich sollen dabei 22 Mitarbeiter Selbstmord begangen haben. Die Verbindung des Namens Marconi mit intelligentem Öl in „John dies at the End“ ist gewiss kein Zufall, zumal es auch im Film mehrere Tote gibt.

Die Freimaurer – Willkommen in der Dualität

von Shinzon

Die Freimaurer sind der am weitesten verbreitete Geheimbund der Welt und zählen heute rund 6 Millionen Mitglieder. Jedoch ist diese Zahl eher gering. Zu ihren Glanzzeiten hatten die Freimaurer allein in den USA über 40 Millionen Mitglieder. Der Rückgang ist also immens. Doch woran liegt das?

Zum einen sind die Logen hoffnungslos überaltert. Im 19. Jahrhundert galt die Mitgliedschaft im gehobenen Bürgertum noch als schick, doch spätestens ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen die albernen Rituale schlichtweg aus der Mode. Zudem braucht man in einer allgemein aufgeklärten Zeit keine (Pseudo-) Aufklärer mehr, die sich im Geheimen treffen. Im Umkehrschluss verzeichnen auch die Kirchen zunehmende Austritte, da aufgeklärte Menschen und Dogmen aus der Steinzeit einfach nicht zusammenpassen.

Der Nachwuchs bleibt allerdings nicht nur aus, weil sich die Idee hinter der Freimaurerei totgelaufen hat. Zusätzlich liegt der Beliebtheitsgrad der Logenbrüder im Keller. Das ist nicht allein die Schuld kruder Verschwörungstheorien, sondern hat auch mit einigen hochrangigen Mitgliedern zu tun, darunter Napoleon Bonaparte (franz. Despot †), Albert Pike (US-Südstaatengeneral und Rassist †), Aleister Crowley (Begründer des modernen Satanismus †), Josef Stalin (russ. Diktator †), Harry S. Truman (Ex-US-Präsident †), Henry Ford (Antisemit und Naziunterstützer †), die Familie Bush (inkl. 2 Ex-US-Präsidenten), Silvio Berlusconi (ital. Ex-Präsident), Nicolas Sarkozy (franz. Ex-Präsident), Angela Merkel (dt. Bundeskanzlerin) und Jimmy Savile (BBC-Moderator und Kinderschänder).

Die Liste abscheulicher Ungeheuer der Weltgeschichte mit Freimaurerzugehörigkeit ließe sich noch endlos fortsetzen. Es gehörten und gehören fast alle Staatsoberhäupter der Welt dazu, ebenso der europäische Hochadel sowie die namhaftesten Köpfe der Banken- und Konzernmafia, darunter die Rothschilds und Rockefellers. Als wäre das noch nicht gruselig genug, tummeln sich bei den Freimaurern auch zahlreiche Esoteriker, Okkultisten und Satanisten, die wiederum Querverbindungen zu anderen Geheimbünden haben. Doppelmitgliedschaften gibt es u.a. bei den Theosophen, den Anthroposophen, dem O.T.O., dem Golden Dawn und der Thule-Gesellschaft, um nur einige zu nennen.

Alle diese Fakten lassen sich leicht nachrecherchieren und geben kein gutes Bild von der Freimaurerei ab, welche von sich behauptet, für humanistische Werte zu stehen. Ist die Freimaurerei also komplett bösartig und verdorben? Um das beurteilen zu können, muss man ihre Ursprünge kennen sowie zwischen der blauen und roten Freimaurerei differenzieren.

Die Johanneslogen, welche nach Johannes dem Täufer benannt sind, berufen sich auf die Tradition der Dombauhütten. Davon sind auch die meisten Symbole wie Zirkel, Winkelmaß, Steinmetzschlegel, Spitzhammer, behauener Stein usw. abgeleitet. Gleiches gilt für die drei blauen Grade Lehrling, Geselle und Meister. Um in diesem Gradsystem aufzusteigen, muss ein Freimaurer vor allem an der eigenen Persönlichkeit arbeiten. Der Lehrling ist wie ein unbehauener Stein noch unvollkommen. Erst als Meister kann ein Freimaurer die Tempelarbeit leiten, welche im Zentrum freimaurerischen Wirkens steht.

Die ersten Logen entstanden um das Jahr 1700 und waren relativ unorganisiert. Dies änderte sich erst mit der Gründung des ersten Dachverbandes, der Vereinigten Großloge von England, im Jahr 1717. Mit großem Abstand folgte 1773 der Dachverband Großorient von Frankreich. In Deutschland gibt es gleich mehrere Großlogen, doch sind alle weiteren Großlogen weltweit den beiden ersten in Großbritannien und Frankreich untergeordnet. Eine komplette Auflistung würde an dieser Stelle zu weit führen, kann aber hier nachrecherchiert werden.

Zum Logenalltag gehören diverse Rituale. Eines der wichtigsten Rituale ist dabei das Nachspielen der Ermordung von Hiram Abif, welcher der Legende nach der Architekt des Salomonischen Tempels war. Selbstverständlich gibt es auch ein Aufnahmeritual, bei dem der Anwärter mit einer Augenbinde, einem Galgenstrick, hochgekrempelten Hosenbein und freigelegter Brust in die Loge geführt wird. Auf die Brust wird ihm ein Schwert gelegt und er schwört daraufhin seinen Eid.

"From Hell" (2001)

„From Hell“ (2001)

Wer aufgenommen wird, entscheiden die Mitglieder vorab, indem sie weiße und schwarze Kugeln in eine Urne werfen. Weiß steht dabei für „Ja“ und Schwarz für „Nein“, wobei drei oder mehr schwarze Kugeln bereits für eine Abweisung des Suchenden genügen. Es wäre daher gut, einen oder mehrere Fürsprecher zu haben. Weiterhin sollten Anwärter genügend Geld mitbringen, denn die Mitgliedschaft in einer Loge ist nicht billig. Damit wäre die Gleichheit schon mal vom Tisch, denn Leiharbeiter und Arbeitslose können sich die Beiträge von bis zu 1.000 € im Jahr gewiss nicht leisten.

Die Freimaurer sind ein elitärer Club und bei der Aufnahme neuer Brüder sehr wählerisch. Die Betonung liegt zudem auf „Brüder“, denn Frauen war die Mitgliedschaft lange Zeit untersagt. Zwar gab es bereits im 18. Jahrhundert das Konzept der Adoptionslogen, diese waren jedoch nicht selbstständig, sondern blieben den regulären Männerlogen angegliedert. Als eine der ersten gemischten Logen wurde der „Order of the Eastern Star“ 1850 in den USA gegründet. Eigenständige Frauenlogen kamen indes erst Mitte des 20. Jahrhundert auf. In Deutschland war dies die 1949 gegründete Großloge „Zur Humanität“, aus welcher die heutige Frauen-Großloge von Deutschland hervorging.

Doch egal ob nun Mann oder Frau, als Suchender hat man nicht immer Glück. Am ehesten kommt man in eine Loge, wenn man zuvor in einem freimaurerischen Service Club wie den Rotariern oder dem Lions Club Mitglied ist. Passt man ins Profil, wird man angesprochen. Der einzige Weg für jedermann, einmal eine Loge von innen zu sehen, ist dagegen der Tag der offenen Tür.

Zumindest in diesem Punkt sind die Johanneslogen heute sehr exponiert. Während in der Vergangenheit alles hinter verschlossenen Türen stattfand, hat heute jede Loge ihre eigene Webseite, auf der vielleicht nicht alles, aber immerhin vieles preisgegeben wird. Zuweilen findet man sogar Listen von bekannten Freimaurern, die in der Regel aber schon tot sind. Ein Freimaurer kann sich zu Lebzeiten nämlich nur selbst als solcher outen. Einen Bruder in der Öffentlichkeit zu enttarnen ist dagegen strengstens verboten.

Offiziell verboten ist es auch, in der Loge über Politik zu reden. Freilich kann das niemand nachprüfen, aber nach außen geben sich die Freimaurer unpolitisch. Ihre Kernthemen sind die Architektur und die darin verborgene heilige Geometrie. Aber auch andere Künste sind stark von der Freimaurerei geprägt worden. Man denke nur an Mozarts „Zauberflöte“ oder Goethes „Faust“. Die Spuren der Freimaurer führen bis nach Hollywood und zu jedem größeren Musiklabel. Gleiches gilt für die Modewelt sowie die Spiele-Industrie.

Doch da kommen wir allmählich in den Bereich der Hochgradfreimaurerei, wobei es verschiedene Hochgradsysteme gibt. Die einzige Gemeinsamkeit der Hochgradsysteme liegt dabei darin, dass man zuvor die ersten drei blauen Grade durchlaufen haben muss. Ansonsten sind die Systeme sehr unterschiedlich. Im Schwedischen Lehrsystem durchläuft man eine Andreasloge bis zum VI. Grad und anschließend das Ordenskapitel bis zum X. Grad. Es ist wohl kein Zufall, dass dieses Kapitel mit der göttlichen 10 abschließt, denn das Schwedische Lehrsystem ist stark christlich geprägt und betrachtet Jesus Christus als obersten Meister.

Ein etwas bekannteres Hochgradsystem ist der York-Ritus, welcher auf zwei verschiedenen Wegen bis zum XI. Grad reicht. Dabei durchlaufen die Mitglieder das Kapitel der Maurer vom königlichen Bogen bis zum VII. Grad, das Konzil der Kryptischen Maurer bis zum IX. Grad und schließlich die Komturei oder alternativ dazu die Präzeptorei und Priorat bis zum XI. Grad. Auch beim York-Ritus ist das Christentum stark präsent, allerdings deuten die 11 Grade bereits eine Dualität an. Der York-Ritus sollte übrigens nicht mit dem deutschen Royal York verwechselt werden, welcher nur den IV. und V. Grad des Inneren und Innersten Orient umfasst.

Bis hier hin scheint alles noch recht harmlos zu sein und man glaubt, es mit Humanisten zu tun zu haben, die sich auf das Christentum sowie Judentum berufen und sich nicht in das politische Weltgeschehen einmischen. Der roten Freimaurerei des schottischen Ritus, welche bis zum 33. Grad reicht, nimmt man indes nicht mehr so leicht ab, dass sie unpolitisch und humanistisch sei. Die Werke ihrer Vertreter strotzen nur so vor okkulten Inhalten, wobei Albert Pike (1809-1891) in seinem „Morals and Dogma“ sich sogar direkt auf Luzifer berief. In seiner Gedankenwelt existierten zwei Götter, wobei für ihn Luzifer der Freund und Adonai der Feind der Menschheit waren.

Satan fand bei Pike indes keine direkte Erwähnung, jedoch ist Satan lediglich die andere Seite von Luzifer. Im Okkultismus werden Luzifer und Satan die Farben Weiß und Rot zugeordnet. In Bezug auf die roten Grade lässt das eigentlich nur einen Schluss zu, welcher durch satanistische Hochgradfreimaurer wie Aleister Crowley (1875-1947) untermauert wird. Der bereits erwähnte Order of the Eastern Star, welcher zum schottischen Ritus gehört, hat sogar ein umgedrehtes Satanspentagramm als Logo.

Eastern Star

Neben dem praktizierten Okkultismus fällt weiterhin die Errichtung einer „neuen Weltordnung“ auf, welche zweifelsfrei eine politische Agenda darstellt. Es dürfte klar sein, dass diese Agenda nichts Gutes sein kann. Insbesondere, wenn man sich vor Augen führt, welche Politiker Logenmitglieder sind und welch menschenverachtende Politik sie betreiben. Das krasseste Beispiel ist dabei wohl die italienische Propaganda Due, welcher u.a. Silvio Berlusconi angehört. Diese hat schon eher den Charakter einer Mafiaorganisation, was dazu führte, dass sich die meisten europäischen Johanneslogen von ihr distanzierten.

Mit Sicherheit ist die P2 jedoch kein Einzelfall. Hochgradfreimaurer aus aller Welt sind in mafiöse Machenschaften involviert und haben okkulte Orden wie Skull & Bones oder den Bohemian Club ins Leben gerufen, welche offen satanistisch sind. Das hat rein gar nichts mehr mit den Idealen der blauen Logen zu tun, deren fünf Grundpfeiler Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität sind. Allerdings ist die Entstehungsgeschichte der roten Freimaurerei auch eine etwas andere.

Zwar benutzen die roten Loge dieselben Symbole der Dombauhütten, doch die feinen Herren der Oberschicht würden sich niemals selbst die Hände mit rauer Arbeit schmutzig machen. Der schottische Ritus war seit jeher der Elite vorbehalten und beruft sich auf weitaus ältere elitäre Zirkel. Am bekanntesten dürften dabei wohl die Tempelritter sein, allerdings spielen auch der Isis- und Osiris-Kult eine bedeutende Rolle. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass in Freimaurerei altägyptische Symbole wie die geflügelte Sonne sehr weit verbreitet sind. Diese haben nichts mit den Dombauhütten oder christlicher Tradition zu tun.

Das älteste Symbol dürfte allerdings die dreizehnstufige Pyramide mit Auge sein. Der urtümlichste Fund einer solchen Darstellung wird auf ein Alter von rund 13.000 Jahren datiert und dem untergegangenen Atlantis zugeordnet. Das sind die wahren Ursprünge der Freimaurerei und tatsächlich sehen die Logenbrüder in den USA eine Art neues Atlantis. Es ist also kein Zufall, dass dieses antike Symbol auf dem Staatsiegel der USA zu finden ist.

Klaus Dona Pyramide

Wie es scheint, ist die neue Weltordnung eigentlich eine uralte Ordnung, die wiederhergestellt werden soll. Die Freimaurerei ist dabei lediglich das aktuelle Gesicht eines antiken Mysterienkultes, der sich in immer neuen Inkarnationen manifestiert hat. Behauptungen, die Freimaurer seien im Ursprung positiv gewesen und erst später unterwandert worden, sind daher nicht ganz korrekt. Das hängt eher vom Selbstverständnis der einzelnen Logen ab. Der antike Mysterienkult hat sich jedenfalls bis heute sehr weit verzweigt und ein ganzes Netz aus Geheimgesellschaften hervorgebracht. Diese sind alle miteinander verwoben, konkurrieren aber zuweilen auch gegeneinander, was oft in persönlichen Eitelkeiten begründet liegt.

Es ist zu bezweifeln, dass sich alle Freimaurer, insbesondere jene in den Johanneslogen, über dieses Ausmaß okkulter Machenschaften bewusst sind. Wahrscheinlich begreifen die meisten nicht einmal, warum sich in ihren Logen auch antike Symbole befinden, die nichts mit der Tradition der Dombauhütten oder dem Christentum zu tun haben. Genauso wie die meisten Katholiken nicht wissen, warum auf dem Petersplatz im Vatikan ein ägyptischer Obelisk steht. Die Johanneslogen sind, ebenso wie jede organisierte Religion, ein Kontrollsystem.

Aus diesem Grund dürfen auch nicht alle Freimaurer als Mitglieder einer finsteren Weltverschwörung diffamiert werden. Vor allem bei den niedrigen Graden findet man viele Menschen, die entweder aus Karrieregründen dabei sind oder tatsächlich humanistische Werte vertreten und genau aus diesem Grund einer Loge beigetreten sind. Die meisten von ihnen werden niemals in die hohen Grade des schottischen Ritus aufsteigen und ihr Leben in dem Glauben verbringen, einer guten Sache zu dienen.

Das Ganze erinnert ein wenig an „Star Wars“, wo sich sogar das Farbsystem der Freimaurer im korrekten Kontext wieder findet. Die positiven Jedi benutzen Laserschwerter in den Farben Blau (Johanneslogen), Grün (Andreaslogen) und Gelb, während die finsteren Sith ausschließlich rote Laserschwerter verwenden. Es gibt sogar Jedi, die sich der dunklen Seite der Macht zuwenden und zu den Sith überlaufen. Diese stehen für die ehemaligen Johannesfreimaurer, die sich dem schottischen Ritus angeschlossen haben.

Sogar die beinahe Auslöschung der Jedi durch die Sith hat einen realen Hintergrund. Im 3. Reich hatten die Nazis die Freimaurerei verboten und viele Logenbrüder wurden in Konzentrationslager verschleppt. Im Kern traf diese Säuberungsaktion jedoch nur die regulären Logen, welche auch Juden aufnahmen. Hochgradfreimaurer wie Henry Ford oder Prescott Bush unterstützten das Naziregime dagegen nach besten Kräften und die Nazi-Elite selbst war in der freimaurerischen Thule-Gesellschaft organisiert. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Krieg innerhalb der Freimaurerei.

Nachdem wir mit wirklich üblen Vertretern der Freimaurerei begonnen haben, widmen wir uns zum Schluss einigen positiven Beispielen, die es tatsächlich gibt. Da wäre zum Beispiel der britische Schauspieler Charlie Chaplin (1889-1977), ein Pazifist und Arbeiterfreund, der sich in seinen Filmen gegen jede Form der Unterdrückung stellte. Seine Worte werden gewiss nicht unwahr, nur weil er Freimaurer war.

Ein Name, der auf jeden Fall noch erwähnt werden muss, ist der chilenische Präsident Salvador Allende (1908-1973), der 1970 zu einer Zeit ins Präsidentenamt gewählt wurde, in der große Armut in Chile herrschte und die reichen Oligarchen regelmäßig Menschenmassen von der Polizei zusammenschlagen ließen. Allende setzte sich als Sozialist für die Rechte der Schwachen ein, verstaatlichte die Bodenschätze des Landes, enteignete Banken und wollte die Abhängigkeit gegenüber den USA beenden. Sein Weg zum Sozialismus war dabei absolut demokratisch und unabhängig vom damaligen Ostblock. Den Einmarsch der Sowjetarmee in Prag verurteilte der Humanist Allende sogar ausdrücklich.

Leider währte die Präsidentschaft Allendes nicht lange. Mit Hilfe der CIA führte der General Augusto Pinochet (1915-2006) drei Jahre später einen Putsch durch und errichtete eine faschistische Militärdiktatur. Tausende Menschen wurden unter seinem Regime gefoltert und ermordet. 2001 wurde zwar ein Prozess gegen den 1990 aus dem Amt gewählten Tyrannen eröffnet, jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen, sodass der Dämon in Menschengestalt ungestraft davon kam.

Interessant an diesem Lehrstück in Geschichte ist die Tatsache, dass Allendes Sturz von Hochgradfreimaurern wie dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger vorangetrieben wurde. Ob Augusto Pinochet ebenfalls Freimaurer war, ist nicht bekannt, aber durchaus wahrscheinlich. So viel also zum Thema: „Ich bin Freimaurer, ich habe 6 Millionen Freunde.“ Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde!

Gleiches gilt für die kubanische Freimaurerei, welche sich recht gut mit dem dortigen Sozialismus arrangiert hat. In der US-amerikanischen Freimaurerei hat sie dagegen keinen Freund. Was treibt also linksgerichtete Humanisten in die Freimaurerei? Möglicherweise geht es zumindest einigen darum, die Machtstrukturen des Geheimbundes für ihre Zwecke auszunutzen.

Dazu gibt es ein gutes Beispiel. Der russische Revolutionär Michail Bakunin (1814-1876), für den Freiheit und Sozialismus entgegen dem späteren Sowjetsozialismus untrennbar miteinander verbunden waren, trat 1845 bei einem Parisbesuch der schottischen Hochgradloge „Grand Orient“ bei. Dies hatte jedoch ausschließlich pragmatische Gründe. Der Dichter Angelo de Gubernatis, der später eine Nichte Bakunins heiratete, berichtete über ein Treffen im Januar 1865 in Florenz Folgendes über Bakunin:

„Bakunin erhob sich bald, näherte sich mir und drückte mir die Hand, indem er mich etwas geheimnisvoll fragte, ob ich kein Freimaurer wäre? Ich antwortete, dass ich es nicht sei und nicht sein möchte, da ich einen Widerwillen gegen jede geheime Gesellschaft hätte … Bakunin sagte mir, dass ich recht hätte, auch er empfinde keine große Achtung vor der Freimaurerei, doch verschaffe sie ihm Mittel, etwas anderes vorzubereiten.“

Bakunin verachtete also die Freimaurer und trat ihnen ausschließlich bei, um ihre Kapazitäten zu nutzen. Er versuchte zudem, die Freimaurerei zu reformieren, was ihm jedoch misslang. Bakunin ist damit der beste Beweis, dass eine Infiltration der Hochgradfreimaurerei sich nicht lohnt. Im Gegenteil können solche Versuche sogar lebensbedrohlich sein und Bakunin hatte viel Glück, dass seine Bemerkung gegenüber de Gubernatis nicht von diesem an seine Logenbrüder weitergegeben wurde.

Letztendlich gründete Bakunin seine eigene Geheimgesellschaft, die „internationale Bruderschaft“. Vielleicht sollten sich die linksgerichteten Logenbrüder jedoch generell fragen, wozu sie in einer klassenlosen und gerechten Gesellschaft überhaupt noch elitäre Geheimbünde brauchen? Offensichtlich ist das ja ein Widerspruch in sich.

An Widersprüchen mangelt es der Freimaurerei aber ohnehin nicht. In ihren Reihen finden sich Adelige und Kommunisten, Kriegstreiber und Pazifisten, Faschisten und Freiheitskämpfer, Antisemiten und Juden, Satanisten und Christen. Von außen betrachtet könnte man die Logen mit Nervenheilanstalten verwechseln. Vernunftbegabte Menschen, die für Ideale wie Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit eintreten, sollten obskure Geheimbünde meiden, in denen man oft auch das Gegenteil findet. Zur Hölle mit der Dualität und dem ganzen Faxentheater aus albernen Ritualen! Kein Mensch braucht diesen Mist!

Quelle zur Freimaurerei

Quelle zu den Gradsystemen

Quelle zu Michail Bakunin

Die Oscarverleihung und der Tanz ums goldene Kalb

Die Idee einer Filmpreisverleihung geht auf Louis B. Mayer (1885-1957) zurück. Der damalige Leiter der Metro-Goldwyn-Mayer-Studios wollte damit der Krise entgegenwirken, in der sich die Filmindustrie in den 1920er Jahren befand. Er war eines von 33 Gründungsmitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

Die Zahl 33 weißt bereits auf die freimaurerische Natur der Academy hin, welche von namhaften Regisseuren, Produzenten und Studiobossen ins Leben gerufen wurde. Darunter der Mitbegründer von Warner Brothers Jack L. Warner (1892-1978), Cecil B. DeMille (1881-1959) und Douglas Fairbanks (1883-1939) – allesamt Freimaurer.

Es ist offensichtlich, dass eine solche Jury nicht unparteiisch ist. Tatsächlich verliehen Mayer, Warner, DeMille, Fairbanks und so ziemlich alle anderen Academy-Mitglieder Oscars an sich selbst. Hier von Manipulation zu sprechen ist also vollkommen berechtigt.

Woher der Name Oscar stammt, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Als der Preis am 11. Mai 1929 zum ersten Mal verliehen wurde, hieß er noch Academy Award of Merit. Die Bezeichnung Oscar tauchte erstmals 1931 auf.

Über die Form der knapp 34 cm großen Statue ist dagegen schon mehr bekannt. Das Design stammt von Cedric Gibbons (1893-1960), dem wichtigsten Art Director, den MGM seinerzeit zu bieten hatte. Selbstverständlich war Gibbons eines der 33 Gründungsmitglieder der Academy und hat sich, wie alle anderen, gleich mal selbst mit einem Oscar ausgezeichnet.

In der Körperhaltung erinnert der Oscar an den ägyptischen Gott Ptah, was man vor allem an der Stellung der Hände erkennt. Bei genauerer Betrachtung hält der Oscar sogar ein Zeptar wie jenes von Ptah, allerdings ohne Anch an der Spitze. Eine solche Anspielung würde durchaus Sinn machen, denn Ptah wurde im antiken Memphis nicht nur als Schöpfergott verehrt, sondern galt auch als Schutzgott der Handwerker. In gewisser Weise ist auch das Filmgeschäft ein Handwerk und die Filmschaffenden sind Schöpfer fiktiver Welten.

Oscar Ptah

Um den Bezug zum antiken Ägypten weiter zu verdeutlichen, wurde 2013 ein neues der Logo Academy of Motion Picture Arts and Sciences vorgestellt. In diesem wird aus dem „A“ eine Pyramide, vor welcher Ptah wie ein Hohepriester aufgestellt ist.

Academy Award

Auf die gleiche Weise wurde auch der Schriftzug „OSCAR“ abgeändert.

Oscars Logo

Die Verleihung der vergoldeten Statue, die im Kern aus einer Nickel-Kupfer-Silber-Legierung besteht, ähnelt selbstverständlich dem Tanz ums goldene Kalb. Der ganze Pomp um Stars und Sternchen ist eine willkommene Ablenkung für die tumben Massen. Dabei kann dann auch gleich noch die eine oder andere politische Agenda bedient werden. 2015 ging z.B. der Oscar für den besten Tonschnitt an den Militärpropagandafilm „American Sniper“. Nominiert war dieser sogar in der Kategorie bester Film, in welcher sich jedoch „Birdman“ durchsetzte.

R.I.P.D. – Tote Cops versus Dämonen

von Shinzon

Wenn verstorbene Cops auf Dämonenjagd geschickt werden, so kann das eigentlich nur in okkultem Klamauk ausarten. Und genau darum geht es in „R.I.P.D“, was für „Rest in Peace Department“ steht.

Zu Beginn ist Nick Walker (Ryan Reynolds) allerdings noch beim Bostoner Police Department beschäftigt. Er hat alles, was man zum Glücklichsein braucht: Einen Orangenbaum im Garten, darunter einen Goldschatz, der später noch von Bedeutung sein wird, und eine hübsche Frau (Stephanie Szostak). Als Letztere joggen geht, rückt auch schon der erste Obelisk ins Bild.

Erster Obelisk

So wirklich perfekt ist Nicks Glück natürlich nicht, denn das Gold in seinem Garten ist eigentlich Beweismaterial. Er bekommt ein schlechtes Gewissen und überlegt, die Artefakte abzugeben. Dies teilt er dummerweise seinem Kollegen Bobby Hayes (Kevin Bacon) mit, welcher ebenfalls einige Goldbrocken mitgehen lassen hat. Dummerweise deshalb, weil der nix von dem Plan hält und seinen Kameraden bei einer Drogenrazzia kurzerhand über den Haufen schießt.

Damit wäre also geklärt, wie und warum Nick Walker ins R.I.P.D. versetzt wird. Als er feststellt, dass er nicht mehr ganz so lebendig ist, geht es ab nach oben. Das Ende des Tunnels ist dabei recht eigenartig und widerspricht den Nahtoderlebnissen der meisten Menschen. Licht gibt es dort zwar, aber dieses ist blau und hat die Form eines abstrahierten Hexagramms.

Hexagontunnel

Auf der anderen Seite wartet auch nicht etwa Gott oder die verstorbene Verwandtschaft, sondern die Polizeibeamtin Proctor (Marie-Luise Parker). Diese klärt Nick erst einmal über seine Situation auf (100 Jahre R.I.P.D. oder Jüngstes Gericht) und brennt ihm anschließend seine neue Marke in den Astralleib. Ein wenig fraglich an dieser Szene ist das Product Placement. Seit wann gibt’s im Jenseits Geld?

Brausewerbung

Als nächstes lernt Nick seinen neuen Partner Roy Pulsipher (Jeff Bridges) kennen, welcher gar nicht vom neuen Teamwork begeistert ist. Nick ist indessen wenig begeistert, dass er durch ein Klo zurück auf die Erde gespült wird und wir sind wenig begeistert, dass es dort erst einmal Pentagramme hagelt. Darunter auch auf dem gelben Sonnenwagen der beiden.

Pentagramme_1

Pentagramme_2

Das Symbolspiel geht auf Nicks Beerdigung noch etwas weiter. Auf dem Friedhof steht er zwischen zwei Säulen (Jachin & Boas), durch welche die Sonne hindurch scheint.

Zwischen Jachin & Boas

Eine Reihe Obelisken in unmittelbarer Nähe des Grabes dürfen natürlich genauso wenig fehlen. Wie wir später erfahren werden, dienen Obelisken als Blitzableiter für Jenseitsenergie.

Obelsiken am Grab_2

Als Zugabe gibt es noch etwas Fremdschämen, als Nick zu Julia rennt und sie anspricht, als würde er noch leben. Peinlich ist das deshalb, weil er für die Sterblichen nun aussieht, wie ein alter, verwirrter Chinese. Sein Partner Roy hat da schon mehr Glück, denn der erscheint den Lebenden als heiße Blondine. Zusammen geben die beiden ein recht ungewöhnliches Paar ab.

Nach dem Abstecher auf den Friedhof gibt es die erste Lektion im Festnehmen von verkommenen Seelen. Diese verbreiten schlechtes Karma, was Pflanzen verwelken und Technik kaputtgehen lässt. Hinter all den Defekten stecken also doch keine Gremlins, sondern fiese Verstorbene. Ebenfalls ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Toten in Gestalt von Lebenden für selbige sichtbar auftreten. Unsichtbaren Geisterspuk gibt es in diesem Film nicht.

Dafür aber übel verrottete Seelen, die in verschimmelten Absteigen leben und zu hässlichen Dämonen mutieren, wenn man ihnen indisches Essen unter die Nase reibt. Der erste stinkende Mistsack ist gleich ein Volltreffer, denn er kotzt Goldbrocken, nachdem Nick den Kerl mit dessen eigenen Arm verprügelt hat. Die Goldklumpen passen, wie es der Zufall so will, zu den Artefakten, die Nick in seinem Garten vergraben hat. Sie landen also erst einmal als Beweisstücke in der Asservatenkammer, welche ein recht merkwürdiges Zahlensystem hat. Die Kamera schwenkt dabei auf die 999 in weiß und schwarz.

999 Code

Als nächstes besuchen Nick und Roy einen Informanten im Baseballstadion, wo es die 66 gleich noch richtig herum gibt.

66 Stadion_1

Die 23 ist ebenfalls nicht weit.

23 Stadion

Abgesehen von etwas Numerologie ist aus dem Informanten aber nichts herauszubekommen. Dennoch scheint er etwas zu wissen, weshalb die beiden Jenseitscops ihm eines der Beweisstücke überlassen und sich an seine Fersen heften. Zu Nicks Überraschung trifft sich der nutzlose Informant mit seinem Expartner Bobby Hayes und übergibt diesem den Goldklumpen. Hayes führt die beiden wiederum zu Nicks Haus, wo er die heimlich vergrabenen Goldstücke seines toten Exkollegen einsammelt und obendrein dessen Frau anbaggert.

Mit dem Goldkoffer geht es weiter zu einem Hehler, der sich als wirklich fieser Fettsack herausstellt. Die Festnahme endet natürlich wieder in einem Fiasko und die beiden Cops müssen ihn verfolgen. Als erstes latscht der Fettsack vor einen auffälligen LKW mit der Aufschrift „Who but W.B. Mason“. Wer steckt wohl dahinter, wenn nicht die Freimaurer.

Mason Truck

Es folgt ein wenig Klamauk, wobei es schon stark übertrieben ist, wenn ein alter Chinese von einem Auto erschlagen wird, unbeschadet wieder aufsteht und mit einer Banane auf eine widerwärtige Kreatur zielt. Sein Kollege, der ja als Blondine wahrgenommen wird, hängt indessen mit einer Fönharpune am Fettsack, der wie Spiderman die Gebäude hochklettert. Das schlimmste an dem Drama ist jedoch, dass der Hehler den beiden entkommt.

Selbstverständlich gibt das erst mal ziemlichen Ärger, doch von oben naht Rettung in Form einer Nachricht. Dieser zufolge sind die Goldartefakte Teile eines Obelisken, der als Stab von Jericho bekannt ist.

Info Artefakt

Dieser wurde nicht grundlos zerbrochen und in alle Winde zerstreut, da er sonst die Toten auf die Erde regnen lassen würde. Mit anderen Worten handelt es sich um den Schlüssel zu einem Höllentor.

Info Hellgate

Leider werden Roy und Nick von dem Fall abgezogen und suspendiert. Die Auszeit nutzt Nick, um erneut seine Frau aufzusuchen, die sich jedoch von ihm abwendet. Es folgt ein kleines Wortduell mit Roy, in dessen Verlauf die beiden auf die Idee, kommen, dass Nicks Exkollege Bobby Hayes ein Dämon sein könnte.

Der trifft sich gerade mit einem anderen Fiesewicht und bekommt von ihm ein weiteres Artefakt überreicht. Seine Kontaktperson hat eine weitere 66 auf dem Trikot.

66 Trikot

Das Artefakt parkt Bobby in einem Behälter mit altsumerischen Keilschriftzeichen.

Keilschriftbox

Bevor Nick und Roy Bobby ergreifen, wird dieser von Julia über den kleinen Chinesen informiert, womit er natürlich vorgewarnt ist. Die nächste Szene ist daher wenig überraschend, wird aber zumindest mit einem ironischen Spruch im Hintergrund aufgeheitert. Das Plakat ist in der freimaurerischen Blau/Rot-Symbolik gehalten.

Dead Broke

Bei der Verhaftung stellt sich heraus, dass Bobby ein ganz übler Dämon ist, der sogar ein ganzes Haus zum Zerfall bringt. Er lässt sich allerdings ohne Widerstand abführen, weil er nur so zu den fehlenden Artefakten in der himmlischen Asservatenkammer gelangt. Dort stellt sich ein kugelförmiges Artefakt als Spezialbombe heraus, welche das R.I.P.D. lahm legt, und schon können er und seine Leute den Laden leer räumen. Eine von Bobbys Kumpanen hat übrigens ein ziemlich ausgebranntes Horusauge.

Horuslady

Die Bande entkommt und in den Straßen von Boston werden bei der anschließenden Schießerei einige tote Cops getötet. Ja, auch Tote können sterben. Doch die Zeit für Action ist sehr knapp, also geht es per Verfolgungsjagd weiter. Auf dem Weg zum Commonwealth Building gibt es noch eine 33…

33 Boston

…und auf dem Dach des Zielortes die dazugehörigen Farben der Freimaurergrade.

Boston Blau Rot

Der Obelisk nimmt dort langsam Gestalt an…

Goldständer

…und sein Kernstück ist ein X.

X-Stein

Aber eine Zutat fehlt noch. Um das Höllentor zu aktivieren braucht es das Blut einer Jungfrau. Nicks Freundin Julia ist das perfekte Menschenopfer.

Blutopfer

Als sich das Hellgate komplett öffnet, macht Bobby die passende Geste, um die Toten zu begrüßen.

Bobby Baphomet

So viel Zum Thema, dass Obelisken Energieleiter sind…

Obeliskenblitz_1

Obeliskenblitz_2

Selbstverständlich gelingt es Roy, den Obelisk zu zerstören. Nick befördert indes Bobby ins Jenseits vom Jenseits. Als Belohnung bekommt er einen Moment mit Julia, die ihn während einer Nahtoderfahrung so sehen kann, wie er einst war. Roy bekommt hingegen nur einen neuen Hut. Aber immerhin darf er sein Blondinen-Outfit behalten, während Nick eine neue Identität als Mädchen mit Zahnspange bekommt. Und wo sie schon gestorben sind, da sterben sie noch heute.

Fazit: R.I.P.D. ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Lachnummer. Und das ist schon die positive Seite. Denn neben einigen guten Gags bietet der Film sonst nur Okkultismus pur. Obelisken, die Türen zur Totenwelt öffnen und Untote, die sich in Dämonen verwandeln – das ist die Kernaussage des Films.

28_Boston Hellgates