Akte X auf den Spuren der Satanisten

von Joe Doe

Die Serie „Akte X“ beschäftigt sich mit allerhand Mystery-Themen, angefangen bei UFOs über Kryptide bis hin zu Okkultismus. Was letzteres Thema angeht, sticht die Folge mit dem bezeichnenden Titel „Satan“ besonders heraus. Im Original heißt die 14. Episode der zweiten Staffel kurioserweise „Die Hand die verletzt“. Dies geht darauf zurück, dass im englischen O-Ton während eines okkulten Rituals zwei Sätze auf Deutsch gesprochen werden: „Sein ist die Hand, die verletzt. Sein ist der Ort, genannt Hölle.“

Das Ritual wird in einer fiktiven Kleinstadt in den USA von einem Eltern-Lehrer-Komitee zelebriert, dessen Logo eine Schlange und 10 Pentagramme enthält.

Im Prinzip besteht der gesamte Lehrkörper aus Satanisten und entsprechend lautet der Name der Schule Crowley High School. Dies ist ganz offiziell eine Anspielung auf Aleister Crowley.

Selbstverständlich hat die Schule auch einen Schachbrettboden, wenn auch etwas dezent.

Mulder und Scully ermitteln in Mordfällen an Schülern, die einen rituellen Charakter haben. Dabei kommt heraus, dass ein Mädchen in ihrer Kindheit von ihren Eltern und deren Freunden rituell missbraucht wurde. Bei den Beschreibungen haben die Autoren gründlich recherchiert, denn sowohl die roten Kellerwände als auch das Tragen von schwarzen und roten Kapuzen werden immer wieder von realen Opfern rituellen Missbrauchs geschildert.

Wäre es aber vielleicht auch möglich, dass die Autoren mit dieser Episode Insider-Informationen preisgegeben haben? Zumindest wimmelt es in ihren Biografien von weiteren hochgradig okkulten Werken. Glen Morgan und James Wong haben beide an der „Final Destination“-Reihe mitgewirkt, in welcher der Teufel allgegenwärtig ist, und Wong zeichnet sich darüber hinaus für mehrere Episoden der abartigen Horrorserie „American Horror Story“ sowie des Remakes von „Rosemary’s Baby“ verantwortlich.

Eine wahre Horror Story ist auch die „Akte X“ Episode „Satan“, in der die Morde allerdings nicht von den alteingesessenen Satanisten begangen werden. Diese finden am Ende gar selbst den Tod, weil sie ihre Religion vernachlässigt haben und der Vater des ermordeten Mädchens sogar ausgestiegen ist. Aussteiger haben im Satanismus bekanntlich nichts zu lachen, wobei dieser Herr ironischerweise von einer Schlange gefressen und binnen weniger Minuten bis zur Unkenntlichkeit verdaut wird.

Hinter den paranormalen Morden steckt die neue Lehrerin Phyllis Paddock, deren Nachname auf einen Dämon aus der ersten Szene von Shakespeare’s „Macbeth“ anspielt. Damit dürfte klar sein, dass Paddock kein menschliches Wesen ist und tatsächlich zeigt sie während einer rituellen Beschwörung ihre wahre Gestalt. Ihre geschlitzten Pupillen verraten ihre reptiloide Natur. Übrigens werden Reptilienaugen auch immer wieder von Opfern rituellen Missbrauchs beschrieben, wobei unklar ist, ob es sich tatsächlich um fremde Wesen oder bloß Kontaktlinsen handelt.

Bei den Agenten Mulder und Scully bedankt sich Paddock, indem sie den Spruch „It’s been nice working with you“ auf einer Tafel hinterlässt. Offiziell ist dies ein Abschiedsgruß der beiden Autoren Morgan und Wong, die allerdings später wieder für die Serie geschrieben haben. Mit dieser Episode wollten sie angeblich ausdrücken, dass man sich die Finger verbrennt, wenn man mit Feuer spielt. So beschwören die Jugendlichen Satan nur als Mutprobe und bezahlen dafür mit dem Leben.

Das wirkt allerdings etwas sehr drastisch und die satanistischen Lehrer bringt Paddock auch nicht etwa um, weil sie Satan beschworen haben, sondern weil sie es in den letzten Jahren eben nicht mehr getan haben. Das könnte man schon direkt als Drohung verstehen. Zumal die Folge damit endet, dass die Mörderin zweier unschuldiger Jugendlicher und einer Handvoll Aussteiger ungestraft davon kommt.

Die beiden Autoren dieses zweifelhaften Statements stecken auch hinter der ersten Vampir-Episode von „Akte X“. Die Folge „Drei“ stammt ebenfalls aus der zweiten Staffel und bietet einiges an Symbolik. Dort treiben die Blutsauger ihr Unwesen in einem Restaurant, welches nach dem ägyptischen Sonnengott Ra benannt ist.

In diesem Gebäude wird gerade ein nichtsahnendes Opfer von einer Vampirlady verführt. Für ein stimmungsvolles Ambiente sorgen pyramidenförmige Kerzen. Auch eine Art, die Spitze einer Pyramide zu illuminieren.

Andere Autoren haben ähnliche Symbolik verwendet, jedoch falsche Fährten gelegt. So geht es in der Episode „Energie“ aus der dritten Staffel nicht um einen Satanskult, obwohl alles danach aussieht. Einschließlich eines eingebrannten Ziegenkopfes auf der angekokelten Leiche eines Teenagers.

Passend dazu ist das Maskottchen der Schulmannschaft eine Ziege.

Schlussendlich findet sich sogar in der Tierkreisreklame einer Astrologin eine Ziege, obwohl dort eigentlich ein Widder hingehört. Aber wie gesagt ist das nicht das Einzige, was hier nicht stimmt. So steckt hinter den Morden eben kein Satanskult, sondern zwei fiese Mitschülerinnen mit telekinetischen Fähigkeiten.

Die Ziege mit den sieben Hörnern aus der Episode „Rückkehr der Seelen“ in der vierten Staffel passt derweil wieder sehr gut ins Bild. Immerhin geht es um eine Weltuntergangssekte, die an die Johannesoffenbarung glaubt und darin spielt das Biest nun mal die zentrale Rolle.

In der gleichen Staffel gibt es noch die Episode „Hexensabbat“. Diese stammt zwar aus der Feder von Valerie und Vivian Meyhew, als Berater fungierten aber wieder einmal Morgan und Wong. So verwundert es nicht, dass es abermals einige versteckte Hinweise gibt. Der Hexenmeister, der in dieser Episode Patienten einer Schönheitsklinik opfert, welche an den vier Hexensabbaten Geburtstag haben, wohnt beispielsweise in der Gardner Street 1953. Das ist eine offizielle Referenz an den Wicca-Gründer Gerald Gardner (1884–1964). Die Hausnummer könnte auf seinen 69 Geburtstag anspielen.

Im Haus des Hexers finden Mulder und Scully ein gigantisches Pentagramm auf dem Boden.

Ein weiteres befindet sich auf dem Konferenztisch des Krankenhausvorstandes.

Am ersten Tatort entdeckt Mulder ebenfalls ein Pentagramm, welches er mit dem Blut des ersten Opfers nachzeichnet. Ziemlich unprofessionell, einen Tatort derart zu verändern.

Wie sich herausstellt, hat das Pentagramm auf dem Boden eine Krankenschwester als Schutzzauber hingezeichnet. Offensichtlich hat der jedoch nicht funktioniert und auch das Setzen von fünf Blutegeln auf der nächsten Patientin verhindert nicht deren Ableben.

Am Haus von Schwester Rebecca Waite befindet sich ebenfalls ein aufrecht stehendes Pentagramm, welches sie als weiße Hexe identifiziert. Übrigens ist sie nach einer Freundin der Drehbuchautorinnen benannt. Ihr Name spielt also offiziell nicht auf die Schwester Rebecca an, die während der Salem-Prozesse 1692 unschuldig als Hexe hingerichtet wurde.

Gegen den schwarzen Hexenmeister hat sie allerdings keine Chance. Als sie einen auf Gräfin Bathory macht und ihm in seiner Wohnung in einem Blutbad auflauert, überwältigt er sie und tötet sie durch einen Schadenzauber.

Anschließend levitiert er eine Runde im Bett…

…und bringt am nächsten Tag das letzte Opfer um. Die Ritualmorde verübt er, um sich selbst zu verjüngen. Die Gesichtstransplantation nimmt er selbst an sich vor und entkommt so den FBI-Agenten. Mit einer neuen Identität bewirbt er sich bei einer anderen Schönheitsklinik als Chirurg. Wie bereits die Reptiloidentante Paddock kommt er ungestraft davon und darf weiter morden.

Neben der satanistisch-okkulten Symbolik gibt es weiterhin einiges an esoterischen Symbolen. In der Episode „Der Hellseher“ aus der dritten Staffel ist gleich zu Beginn die Hand mit Auge zu sehen. Zumindest leuchtet dies aber noch ein, da in dem Gebäude eine Wahrsagerin praktiziert, die aus Händen liest.

Tarotkarten dürfen in einer Episode über Hellseher natürlich ebenso wenig fehlen. Die Todeskarte ist dabei für den Wahrsager selbst bestimmt. Warum nur sehen die ganzen Zukunftspropheten ihren eigenen Tod nicht kommen?

Soweit passt die Symbolik noch zum Inhalt, weshalb sie nicht überinterpretiert werden sollte. Etwas expliziter ist da schon die Zimmernummer 66, hinter der sich ein Mord ereignet.

Auf die Spitze treibt es jedoch die Episode „Andere Wahrheiten“, in der eine Pyramide mit gleich drei Augen in allen drei Spitzen zu sehen ist.

Zum Glück sind nicht alle „Akte X“-Episoden dermaßen symbolbehaftet. Die wesentlich interessanteren Alien-Folgen, die einen durchgängigen Handlungsbogen ergeben, glänzen dafür aber durch jede Menge beängstigende Bezüge zum realen UFO-Phänomen, inklusive der Vertuschung durch das Militär und die Geheimdienste. Angeblich soll der Serienschöpfer Chris Carter dabei sogar von Insidern beraten worden sein. Doch das ist ein anderes Thema.

October Faction – Menschen vs. Monster

von Joe Doe

„October Faction“ ist eine Netflix-Serie, die auf einem Comic des Autors Steve Niles basiert. Dieser zeichnete sich bereits für „30 Days of Night“ verantwortlich und arbeitete u.a. für Disney sowie Todd McFarlane. Der offen zur Schau gestellte Okkultismus sollte von daher nicht weiter verwundern.

Gleich zu Beginn der Pilotepisode gibt es die ersten düsteren Vorzeichen. Das Ehepaar Fred (J.C. MacKenzie) und Deloris Allen (Tamara Taylor) kehrt mit den gemeinsamen Kindern Viv (Aurora Burghart) und Geoff (Gabriel Darku) in seine Heimatstadt zurück. Auf dem Weg machen sie an einer Tankstelle halt, in deren Shop ein Wahrsager-Automat steht. Und schon haben wir das erste Pentagramm mit allsehendem Auge.

Die Kids ziehen eine Schicksalskarte, welche ihnen ankündigt, dass verborgene Dinge enthüllt werden. Im Prinzip geht es in der gesamten ersten Staffel um nichts anderes. Sogar das Logo auf der Karte erinnert an ein Symbol, welches noch von Bedeutung sein wird.

Die Familie Allen ist nämlich auf dem Weg zur Beerdigung von Großpapa Samuel (Stephen McHattie), der für die titelgebende Geheimorganisation Presidio gearbeitet hat. Deren Logo ist eine Sonne mit einem Halbmond. Ohne die Schwerter erinnert dieses ein wenig an das Zeichen der Jesuiten und tatsächlich ist der Verein ähnlich fundamentalistisch.

Im Nachlass des Verstorbenen findet sich u.a. ein Joint, der sogleich von Fred geraucht wird. Zwar ist Gras in einigen US-Bundesstaaten inzwischen erlaubt, dennoch ist diese Propagierung von Drogen ziemlich geschmacklos.

Da auf der Trauerfeier der Alkohol ausgeht, womit auch schon die nächste Droge beworben wird, fahren Fred und Deloris schnell in den Supermarkt, um Nachschub zu besorgen. Dort angekommen erfährt man, welcher Arbeit sie nachgehen, denn sie gehören ebenfalls zu Presidio. Diese Mischung aus Geheimbund und Paramilitär macht Jagd auf Monster und von denen treiben sich gerade zwei im Supermarkt herum.

Es handelt sich in diesem Fall um Vampire, die jedoch keine klassischen Vampirmerkmale aufweisen. Sie vertragen Sonnenlicht und ähneln mehr Reptiloiden in Menschengestalt.

Unterdessen hält Tochter Viv mit den jüngeren Gästen der Trauerfeier eine Séance ab.

Statt in Kontakt mit ihrem Großvater zu treten, ergreifen jedoch dunkle Mächte von ihr Besitz. Sie fängt an zu levitieren und zeigt deutliche Anzeichen dämonischer Besessenheit.

Die Pilotfolge endet damit, dass Viv durch ihre Séance unabsichtlich einen sogenannten Warlock befreit, der im Licht des Vollmondes aus einem Gewässer steigt.

Die zweite Episode „Kein Land für alte Vampire“ (in Anlehnung an „No Country for Old Man“) beginnt mit einer Rückblende und erzählt, wie Deloris‘ Vater, einst Sheriff der Gemeinde, von einem gehörnten Kryptiden getötet wurde.

Die Sheriff-Marke ist ein Hexagramm, was allerdings den meisten realen Vorlagen entspricht. Sheriff-Marken sind immer Hexagramme oder Pentagramme, in einigen Fällen auch sieben- oder neunzackige Sterne. Auf der vorliegenden Hexagramm-Marke gibt es zudem noch ein Pentagramm und fünf Pentagrammen in der unteren Spitze.

Deloris‘ Sohn Geoff trägt ebenfalls drei Pentagramme am Ärmel seines Hoodies. Als er sich in der Schule mit einem Lehrer anlegt, ist im Hintergrund außerdem ein Regenschirm zu sehen.

Seine Schwester Viv zeichnet derweil im Kunstunterricht makabere Totenschädel. Die beiden haben es sichtlich schwer, sich in die Kleinstadtgemeinde einzugliedern, nachdem sie zuletzt in Japan gelebt haben.

Noch schwerer ist es für die beiden, Freunde zu finden. Der nächste Eklat in der Schulkantine lässt nicht lange auf sich warten. Übrigens gibt es dort nur ungesunde, zuckerhaltige Getränke der Coca Cola Company. Das Product Placement ist in dieser Serie extrem aufdringlich.

Während die Kids mit ihren pubertären Problemen zu tun haben, entdeckt Vater Fred in der Villa des verstorbenen Großvaters allerhand mystisches. Darunter ein okkultes Symbol mit einer Pyramide im Zentrum.

In der dritten Folge treffen Viv und Geoff erstmalig auf die weibliche Warlock Alice Harlow (Maxim Roy), die ein seltsames Interesse an den beiden zu haben scheint. Passend zu dem okkulten Gedöns trägt sie die Farben der Venus und ist mit einem roten Truck unterwegs.

Die Begegnung hat Viv derweil vorhergesehen. Ihre Gabe erscheint ihr zunächst gruselig und auch ihr Bruder besitzt eine übernatürliche Wahrnehmung. Es kündigt sich bereits an, dass mit den beiden etwas nicht stimmt.

Die vierte Episode beginnt mit etwas Rot/Blau-Symbolik.

Rot ist auch die bevorzugte Farbe von Deloris, die in der örtlichen Polizeiwache herumschnüffelt.

Nachdem sie erfahren hat, was sie wissen wollte, geht sie mit ihrem Mann im Wald auf Vampirjagd. Die Vampirgang, mit der sie sich kurz zuvor angelegt hatte, wurde jedoch schon von Unbekannten gemeuchelt.

Einem Gangmitglied, welches gerade noch so am Leben ist, wurde ein okkultes Warlock-Symbol eingebrannt. Im Zentrum steht wieder einmal eine Pyramide.

Während die zwei Monsterjäger in der nächsten Episode der Sache näher auf den Grund gehen, feiern ihre Kids daheim eine wilde Party. Auf solchen Teenie-Partys haben viele junge Menschen ihr erstes Mal und zumindest ein Mädel kommt auch gleich im passenden Sexkätzchen-Outfit.

Große Mengen Alkohol gehören ebenfalls dazu. Der ist in den USA zwar erst ab 21 erlaubt, aber solche Gesetzesverstöße werden von Hollywood regelmäßig propagiert. Sich das Hirn wegzusaufen macht die Jugendlichen immerhin noch leichter beeinflussbar.

Die Warlock Alice schleicht sich derweil heimlich ins Gebäude, wobei sie die Gabe nutzt, die Zeit einzufrieren. In Vivs Zimmer befasst sie sich erst einmal mit einer Löwenstatue, die offensichtlich ihren Meister repräsentieren soll.

Kurz darauf findet sie die Schicksalskarte aus dem Wahrsager-Automaten. Auf der Rückseite befindet sich ein allsehendes Auge in einer Ouroboros.

Weiter geht es ins geheime Archiv von Großvater Samuel, der ein eifriger Schädelsammler war.

Außerdem findet sich in den Regalen eine Urne mit dem Warlock-Symbol, auf die es die Einbrecherin abgesehen hat.

Nachdem Viv sich aus den Fängen eines aufdringlichen Partygastes befreit hat, trifft sie zum Schluss noch auf einen Cyborg mit einem rotleuchtenden Horusauge.

In der fünften Episode erfährt man, wofür Alice die Urne braucht. Sie enthält die Asche eines Warlock-Anführers, welche mit dem Blut eines Menschenopfers vermischt mächtige Kräfte freisetzt. Alice macht also erst mal einen auf Gräfin Bathory.

Deloris geht derweil auf dem Friedhof ihrer Familiengeschichte nach. Die Gräber der Freimaurer erkennt man dort sofort an den Obelisken.

In Episode 6 gibt es „Neue Erkenntnisse“. Diese erhält Fred, als er auf eine Gruppe niedergemetzelter Xenoformen stößt, die sich nicht aus Vampiren und Warlocks zusammensetzt. Normalerweise arbeiten die verschiedenen Spezies nicht zusammen, aber andererseits haben beide reptiloide Merkmale. Ihr Anführer ist als Einziger noch am Leben und offenbart Fred, dass er ebenfalls auf der Jagd nach der weiblichen Warlock ist. Sie haben also einen gemeinsamen Gegner.

Deloris schnüffelt unterdessen wieder bei der Polizei herum. Wie bereits in der Schule kontrolliert auch dort der Coca Cola Konzern den Getränkemarkt.

In einer Akte entdeckt die Presidio-Agentin Bilder von Ritualmorden, die mit dem okkulten Symbol im Haus ihres Schwiegervaters in Verbindung stehen.

Der ist übrigens gar nicht tot, sondern im Gewahrsam seines einstigen Arbeitgebers. Mit eigenmächtigen Mitarbeitern geht Presidio nicht gerade zimperlich um und lässt sie gnadenlos foltern. Dabei kann sich Samuel sogar noch glücklich schätzen, denn ein Freund von Fred, der ihm einen Gefallen erweist, wird gleich direkt am Arbeitsplatz hingerichtet.

Viv freundet sich unterdessen mit dem Cyborg Dante (Calvin Desautels) an, welcher ebenfalls eine Verbindung zu dem okkulten Symbol hat.

In Folge Nr. 7 gelangen Fred und Deloris an den „Tiefpunkt“ ihrer Presidio-Karriere. Gemeinsam mit ihrem neuen Verbündeten, dem afrikanischen Warlock Moshe (Dayo Ade), dringen sie in eine Presidio-Einrichtung ein. Dort wird mit dem inzwischen allgegenwärtigen Symbol herumexperimentiert.

Wie sich herausstellt, handelt es sich gar nicht um eine Waffenforschungseinrichtung, sondern um ein Gefangenenlager, in dem grausamen Studien an Kryptiden durchgeführt werden. Satan höchstpersönlich wird einer Vivisektion unterzogen und von Moshe von seinem Elend erlöst.

Presidio wird hier zwar als faschistoides Paramilitär entlarvt, welches mit Kryptiden umgeht, wie ein Dr. Mengele mit den Juden. Andererseits muss man sich schon fragen, für wen hier eigentlich Sympathien erzeugt werden? Satan wird als armes Opfer dargestellt und das ausgerechnet von faschistischen Geheimbünden, die Satan ja eigentlich anbeten. Das ist eine völlige Verdrehung der Tatsachen!

Folge 8 geht noch einen Schritt weiter und erzählt die Vorgeschichte von „Alice“. Diese lebte einst in einer friedlichen Gemeinde von Warlocks, die von Presidio ausgelöscht wurde. Nun könnte man meinen, dies spiele auf die Hexenverfolgungen durch die katholische Kirche an, wobei die Parallelen offensichtlich sind. Nur waren die Opfer der realen Hexenverfolgung eben keine Okkultisten mit magischen Kräften und erst recht keine Reptiloiden mit scharfen Zähnen, wie hier dargestellt. Es waren unschuldige Menschen, die oft von bösartigen Neidern denunziert worden sind.

Die Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen im Mittelalter waren an den Haaren herbeigezogen. In „October Faction“ halten sie dagegen tatsächlich bizarre Rituale ab.

Neben der Pyramide mit dem Kreis verwenden sie dabei auch eindeutig satanistische Symbole wie eine Abwandlung des Kreuzes der Verwirrung.

Ihre Toten verwandeln sie mittels Magie in Asche, die ihre Macht konserviert. Das ist Wasser auf die Mühlen christlicher Fundamentalisten!

In den Häusern der Warlocks finden sich weitere okkulte Zeichen, darunter Sonnensymbole, die ironischerweise dem Logo von Presidio sowie der Jesuiten ähneln.

Das Paramilitär von Presidio ähnelt indessen eher einer Nazisöldnertruppe, die mitten in den USA ethnische Säuberungen durchführt.

Fred und Deloris kamen bei dieser Aktion erste Zweifel auf und wie sich nun herausstellt, haben sie die Zwillinge von Alice, welche diese kurz vor der Säuberungsaktion zur Welt gebracht hat, verschont und als ihre eigenen Kinder aufgezogen. Überraschung: Viv und Geoff sind Warlocks, was ihre übersinnlichen Fähigkeiten erklärt. Und mehr noch, Alice ist ihre leibliche Mutter!

Der Cyborg Dante, dessen Name auf den Autor der „Göttlichen Komödie“ anspielt, ist derweil eine Schöpfung von Samuel Allen. Der hat mittels Warlock-Magie den Geist von Freds verstorbenem Bruder in den Körper eines Strafgefangenen reinkarnieren lassen. Damit ist die gesamte Familie wieder vereint.

Am Handgelenk trägt Dante immer noch ein eingebranntes Kreuz der Verwirrung infolge des Rituals.

Alice bereitet unterdessen ein eigenes Ritual vor, mit dem sie die Seelen der ausgerotteten Warlocks in den Menschen der Gemeinde wiederauferstehen lassen will. Einen aufdringlichen Belästiger sortiert sie zuvor aber noch aus, was man als Statement gegen Hollywoods Vergewaltiger verstehen könnte. Natürlich trägt Alice bei dieser Aktion die Farbe einer Femme Fatale.

Die anderen Einwohner kreist sie derweil in ihr rituelles Symbol ein. Durch das Feuer ist das Kreuz unter der Pyramide nunmehr auch eindeutig als rotes Templerkreuz zu identifizieren.

Das ganze Ritual vollzieht sich natürlich genau an Halloween, einem Fest, an dem sich das Tor zur Welt der Toten öffnet. In der finalen Episode „Die October Faction“ ist der örtliche Halloween-Jahrmarkt daher auch mit „Gate Night“ übertitelt.

Presidio kassiert dort die ganze Stadtbevölkerung ein, denn Alices Ritual hat eine starke Energiespitze erzeugt, welche die Geheimorganisation aufgezeichnet hat. Der Energielevel lag bei 99,9, was auf den Kopf gestellt einer 666 entspricht.

Presidio gibt sich gegenüber der örtliche Polizeibehörde als FBI aus und setzt die Einwohner unter falschem Vorwand fest. Da sie aber Zeugen des Übernatürlichen geworden sind, sollen sie schlussendlich allesamt eliminiert werden. Ein typisches „Quarantine & Kill“-Szenario.

Die reinkarnierten Warlocks sowie Alice und ihre beiden Kinder will Presidio derweil zu Versuchszwecken nach Montauk deportieren. Montauk ist eine kleine Gemeinde auf Long Island gegenüber von New York. Es existiert dort tatsächlich ein militärisches Sperrgebiet, welches immer wieder mit Funden seltsamer Hybridkadaver an der nahen Küste in Verbindung gebracht wird. Die Anspielung ist daher wohl kaum ein Zufall.

Natürlich gelingt Alice gemeinsam mit Deloris die Flucht und die beiden Mütter verbünden sich schlussendlich, um Presidios finstere Leiterin Edith Mooreland (Megan Follows) auszuschalten. Angeführt von Sheriff Gina Fernandez (Nicola Correia-Damude) befreit derweil die örtliche Polizei die Einwohner aus der Gewalt des Paramilitärs.

Fred landet unterdessen in der Zwischenwelt von Diesseits und Jenseits, wo er Hilfe von Alices ermordetem Mann sowie leiblichem Vater von Viv und Geoff erhält. Seine Mutter Maggie (Wendy Crewson) wird schlussendlich neue Leiterin von Presidio und damit ist die Ausgangsbasis für die zweite Staffel geschaffen.

Fazit: Rein handwerklich ist „October Faction“ eine sehr spannend in Szene gesetzte Serie. Das Setting und die darstellerischen Leistungen sind positiv zu bewerten. Gleiches gilt für die Botschaft von gesellschaftlicher Toleranz, die sich auch durch den schwulen Charakter des Geoff Allen ausdrückt.

Die Toleranz gegenüber menschenfressenden Monstern hinterlässt jedoch einen unangenehmen Beigeschmack. Die Serie erweckt den Eindruck, dass hier okkulte Kräfte reingewaschen werden sollen. Letztendlich propagiert sie damit Sympathie für den Teufel, der sich mit Sicherheit gegen eine Vivisektion zu wehren wüsste. Trotz Spannung und jeder Menge überraschender Wendungen ist die Serie daher mit Vorsicht zu genießen.

Penny Dreadful – Dreadful, Awful, Painful

von Joe Doe

„Penny Dreadful“ ist eine US-amerikanische Horror-Serie, die von 2014-2016 in drei Staffeln produziert wurde. „Dreadful“ heißt übersetzt so viel wie „schrecklich“, was den Kern der Serie ziemlich gut trifft. Es handelt sich um einen obskuren Genremix, in dem Vampire, Werwölfe, Hexen, Dämonen und so ziemlich alle Schauergestalten vorkommen, welche die Horror-Literatur je hervorgebracht hat. Es versteht sich, dass diese Kombination mit einem hohen Grad an Okkultismus einhergeht und Satan allgegenwärtig ist.

Im Zentrum der Handlung, die im London des ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist, steht Vanessa Ives, verkörpert von Eva Green, die bereits in okkulten Machwerken wie Tim Burtons MK-Ultra-Vampirfilm „Dark Shadows“ (2012) und „Die Insel der besonderen Kinder“ (2016) mitgespielt hat. Ihre Rolle Vanessa ist bei Sir Malcolm Murray (Timothy Dalton) aufgewachsen, dessen Tochter Mina Harker (Olivia Llewllyn) sich in der Gewalt von Vampiren befindet. Im Kampf gegen diese Kreaturen stehen den beiden Victor Frankenstein (Harry Treadaway) und Ethan Chandler (Josh Harnett) zur Seite. Der Darsteller des Letzteren hatte in „30 Days of Night“ (2007) ebenfalls schon mit Vampiren zu tun.

Die Blutsauger in „Penny Dreadful“ unterteilen sich in umgewandelte Menschen, meist Frauen, die ihren Meistern dienen. Die Anführer haben derweil nichts Menschliches mehr an sich. Sie besitzen scharfe Zähne, wie man sie von Reptiloiden kennt, und unter ihrer äußeren Haut befindet sich eine zweite Haut, die mit ägyptischen Hieroglyphen verziert ist.

Der vermeintliche Hauptplot ist eigentlich nur eine Nebenhandlung und unter den Vampiren findet sich kein bedeutender Hauptcharakter. Mina Harker, die aus Bram Stokers 1897 erschienen „Dracula“ entlehnt ist, spielt ebenfalls nur eine Nebenrolle, die im Finale der ersten Staffel durch die Hand ihres Vaters von ihrem Leid erlöst wird. Abgesehen von einigen blutrünstigen Schlachtszenen ist ihr Schicksal eher unspektakulär.

Sogar dem Nebenplot um Frankenstein wird mehr Platz eingeräumt.

Dessen Monster Proteus (Alex Price) stirbt allerdings gleichsam unnötig schon in der zweiten Episode durch die Hand von Victors erstem Experiment Caliban (Rory Kinnear). Dieser nimmt sodann den Platz der tragischen Kreatur ein, die nach Liebe dürstet, aber von fast allen verachtet wird. Nur in einem Theater findet er Unterschlupf und Anerkennung durch dessen Leiter Vincent Brand (Alun Armstrong), der mit Zylinder aufzutreten pflegt.

Das Theater präsentiert, passend zur Ausrichtung der Serie, Horror-Inszenierungen mit Vampiren und Werwölfen. Diese gipfeln stets in gespielten Jungfrauenopferungen, bei denen mehr Kunstblut vergossen wird als bei einem Agonoize-Konzert.

Nachdem Caliban eine Darstellerin sexuell belästigt hat (#metoo), muss Vincent ihn vor die Tür setzen. Vorübergehend kommt er bei seinem Schöpfer Frankenstein unter, den er erpresst, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Er bringt einfach so lange alle Freunde des Doktors um, bis dieser einlenkt. Darunter übrigens den berühmten Vampirjäger Van Helsing (David Warner), der hier ebenfalls zu einer überflüssigen Nebenrolle degradiert wird.

Als Braut für Frankensteins Monster muss Ethan Chandlers todkranke Geliebte Brona Croft (Billie Piper) herhalten. Da Caliban seinen Schöpfer unter Druck setzt, kann dieser nicht warten, bis Brona ihrer Lungenkrankheit erliegt. Er drückt ihr kurzerhand ein Kissen ins Gesicht und nimmt die Leiche mit in sein Labor, wo er sie zu neuem Leben erweckt. Nicht mal das komplizierte Beziehungsgeflecht der Charaktere kommt ohne Mord und Tod aus.

Chandler zeichnet sich allerdings ohnehin nicht durch Treue aus. Er geht sogar ein homoerotisches Verhältnis zu Dorian Gray (Reeve Carney) ein, der seinerseits schon eine blutige Orgie mit Vanessa Ives abgefeiert hat. Entlehnt ist der Charakter aus Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1890. Es könnte kaum eine bessere Vorlage für die zahlreichen wilden Sexorgien geben, die neben den blutigen Gemetzeln das wichtigste Stilmittel der Serie sind.

In dem Charakter des Dorian Gray steckt tatsächlich sehr viel von Wilde selbst, hatte dieser doch häufig Kontakt zu männlichen Prostituierten, obwohl er mit einer Frau verheiratet war. Woher der Schreiberling seine düsteren Phantasien hatte, liegt derweil ebenso auf der Hand, denn er war Mitglied der Dubliner Freimaurerloge Apollo University Lodge No. 357. Kein Wunder also, dass es in Dorian Grays Umgebung von ägyptischer Dekoration nur so wimmelt.

Doch kommen wir nun zur Haupthandlung um Vanessa Ives, die schon in der ersten Episode auf dem Stern der Isis zu sehen ist, wo sie Tarot-Karten legt.

Es zeigt sich schnell, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie betet zwar zu Gott, doch das Kreuz an der Wand dreht sich dabei auf den Kopf und gebiert einen Schwarm Spinnen.

In der zweiten Episode „Die Séance“ nimmt Vanessa an einer selbigen teil, die von einer Spiritualistin namens Evelyn Poole (Helen McCrory) abgehalten wird. Ihren Gästen stellt sich diese als Madame Kali vor, benannt nach der hinduistischen Göttin des Todes und der Zerstörung. Dieser Link kommt nicht von ungefähr, sondern spielt auf die britische Esoterikerin Helena Blavatsky an, welche viel Zeit in Indien verbrachte und die dortige Mythologie in ihr Weltbild integrierte.

Daran, dass diese Bezüge kein Zufall sind, wird Dorian Gray später in der zweiten Staffel keinen Zweifel lassen. Er rühmt sich nämlich damit, dass in seinem Haus bereits Veranstaltungen der Theosophischen Gesellschaft stattgefunden haben, was schon an esoterische Propaganda grenzt.

An der Séance von Kali nehmen jedenfalls 9 Personen teil, was natürlich eine teuflische Zahl ist und der lässt nicht lange auf sich warten. Auf dem Tisch sind zudem Kerzen zu einem Pentagramm angeordnet und auch eine der Teilnehmerinnen trägt ein Pentagramm nebst Mondsichel.

An der Wand hängt ein Spiegel, durch den die Kamera gezielt die Szene einfängt. Dieser Spiegel dient als Dimensionstor, durch das Dämonen in die esoterische Gesellschaft einfallen.

Als Medium wählen diese jedoch nicht Kali, sondern Vanessa. Diese schockt das Publikum durch ihre Besessenheit und zerstört dabei die Spiegeloberfläche des Tisches. Der zerbrochene Spiegel steht wiederum für ihre gespaltene Persönlichkeit.

Was in solchen Kreisen praktiziert wird, sollte natürlich nicht an die Öffentlichkeit geraten, daher gibt es gleich noch eine Verschwiegenheitsgeste oben drauf.

In der fünften Episode wird rückblickend erklärt, wie sich Vanessas Besessenheit entwickelt hat. Wer auf die Umgebung achtet, kann sich sogar noch mehr ableiten, als offenkundig geschildert wird. So schläft Vanessa schon als Kind in einem Bett mit Sonnensymbol.

In einer Nervenheilanstalt wird sie später auf einem schwarz-weißen Hexagonboden lobotomiert und gefoltert.

Geheilt wird sie dadurch nicht. Im Gegenteil entwickelt sie okkulte Fähigkeiten wie Levitation.

In der siebten Folge „Besessen“ wird schließlich ein Exorzist herbeigerufen. Dieser scheitert jedoch und wird von Vanessa angeknabbert. Erst Chandler gelingt es mit ein paar Worten auf Latein, den Teufel aus ihr auszutreiben, was ziemlich unspektakulär abläuft.

Chandler selbst muss in der letzten Episode der ersten Staffel feststellen, dass er ein Werwolf ist. Die amerikanischen Kopfgeldjäger, die ihn verhaften wollen, zerfleischt er kurzerhand in einer Vollmondnacht. Eigentlich war diese Entwicklung absehbar, denn schon in der dritten Episode kommuniziert er mit Wölfen im Londoner Zoo.

Im Auftakt der zweiten Staffel bekommt Frankensteins Monster Caliban mehr Sendezeit. Nachdem er schon in einem blutrünstigen Theater untergekommen war, verschlägt es ihn nun in ein Wachsfigurenkabinett, dessen Besitzer Oscar Putney (David Haig) die Kundschaft mit Mordszenen von der Konkurrenz Madame Tussaud fortlocken möchte. Schon vor dem Kabinett steht eine Werbetafel auf einem Schachbrettboden.

Innen werden die Gäste von Satan höchstpersönlich begrüßt, was die Erklärung für die kranke Ausrichtung sein dürfte.

Nachgestellt werden vor allem Mordszenen von Jack the Ripper. Sicherlich gäbe es für solch ein Horrorkabinett auch in der Realität begeisterte Fans.

Eine weitere Nebenhandlung dreht sich um den Kopfgeldjäger Warren Roper, der Chandlers Werwolfattacke schwer entstellt überlebt hat. Als er erwacht, findet er sich auf dem Schachbrettboden eines Krankenhauses wieder.

Die Haupthandlung nimmt derweil eine krasse Wendung. Das Medium Kali alias Evelyn Poole, in die sich Malcolm Murray verknallt hat, entpuppt sich als böse Oberhexe. Gleich in der Eröffnung der zweiten Staffel stalkt sie Vanessa, die daraufhin okkulte Flashbacks bekommt.

In der zweiten Episode „Verbis Diabolo“ bastelt sich Poole eine Voodoo-Puppe mit Vanessas Aussehen. Damit der Zauber funktioniert, opfert sie ein Baby, dessen Herz sie in die Puppe einpflanzt. Dies ist mit Abstand die widerwärtigste Szene der gesamten Serie und die Anzahl der Puppen deutet darauf hin, dass Kali bereits sehr viele Babys auf dem Pentagrammboden geschlachtet hat.

Passend dazu ist die gesamte Wohnung der Teufelsanbeterin mit menschlichen Knochen dekoriert.

Offenbar handelt es sich um die Überreste ihrer eigenen Opfer, in deren Blut sie badet, wie einst die ungarische Gräfin Bathory.

In der rückblickenden Episode „Die Nachtwandler“ erfährt man die Hintergrundgeschichte von Evelyn und Vanessa. Letztere ging einst bei einer Hexe in die Lehre, die sich als Evelyns Schwester herausstellt. Diese ist jedoch eine weiße Hexe, eine Kräuterfrau, die nebenher auch Abtreibungen vornimmt. Nichtsdestotrotz schmiert sie Vanessa zur Begrüßung ein umgedrehtes Kreuz auf die Stirn und faselt dabei etwas von Luzifer.

Die Schülerin lernt von ihr das Abtreibungshandwerk sowie das Legen von Tarotkarten. Natürlich zieht Vanessa dabei gleich als erstes die Karte des Teufels.

Die Schwester der alten Moorhexe und deren schwarze Hexen tauchen eines Nachts auf und fordern die Auslieferung der Schülerin.

Sie haben die Wicca einst verstoßen und ihr ein Pentagramm auf den Rücken gebrannt.

Als die Verstoßene sich weigert, tötet Evelin eine ganze Rinderherde und schiebt dies ihrer Schwester in die Schuhe.

Den Grafen, der über das Gebiet herrscht, hetzt sie gekonnt gegen die alte Frau auf. Dieser zieht den Dorfpfaffen hinzu und fordert im örtlichen Pub den Pöbel zu einer Hexenjagd auf. Er selbst ist dabei kein Heiliger, lässt er sich doch von der echten Hexe körperlich züchtigen.

Christliche Fundis sind wahrlich die schlimmsten Diener Satans. Das machen sie schlussendlich dadurch deutlich, dass sie die unschuldige Wicca bei lebendigem Leibe verbrennen.

Ihrer Schülerin brennen sie derweil ein Kreuz in den Rücken.

Vanessa verlässt daraufhin das Moor und geht nach London. Da die tote Hexe sie ihren „kleinen Skorpion“ nannte, ist dieses astrologische Symbol fortan ihr Schutzzauber, den sie überall mit Blut hinschmiert. Unnötig zu erwähnen, dass dem Skorpion im astrologischen Tierkreis der Schlangenträger folgt.

Schon in der nächsten Episode suchen Evelyns Hexen Vanessa in ihrem neuen Zuhause heim. Sie dringen getarnt in ihre Wohnung ein, wobei sie sich sprichwörtlich wie Chamäleons der Umgebung anpassen. Den Trick haben sie wahrscheinlich von den Suliban aus „Star Trek – Enterprise“.

Ihr Auftreten als hübsche junge Damen ist ebenfalls nur Tarnung. In Wirklichkeit sind sie kahlköpfig und furchtbar entstellt. Ihre Körper schmücken sie mit Pentagramm-Narben und anderen okkulten Symbolen.

Ins Haus dringen sie ein, da sie Vanessas Haare für ihre Voodoo-Puppe brauchen. Zunächst ist aber Malcolms Ex-Frau dran, die im wahrsten Sinne des Wortes höllische Kopfschmerzen bekommt.

Ihr erscheinen dabei ihre Kinder als Zombies. War ja klar, dass diese Horrorgestalten auch noch ausgegraben werden, wenn auch nur als Vision. Dieser Anblick lässt die arme Frau komplett durchdrehen, sodass sie sich selbst die Kehle durchschneidet.

Ihr Ex-Mann Malcolm ist von ihrem Tod wenig berührt. Er hat längst mit Evelyn eine Affäre, unwissend, dass diese längst auch eine Voodoo-Puppe mit seinem Antlitz gebastelt hat. Natürlich wieder mit einem pochenden Baby-Herzen.

Während Evelyn die Schlinge um ihre Opfer enger zieht, gehen diese rätselhaften Artefakten nach, die Malcolm Murray auf seinen Weltreisen gesammelt hat, Die Artefakte erzählen die autobiografische Geschichte von Luzifer und den anderen gefallenen Engeln.

Sie geben auch einen Hinweis darauf, dass Vanessa Ives und Ethan Chandler der Schlüssel zur Lösung des Problems sind. Allerdings weiß noch niemand zu deuten, dass mit Lupus Dei der Werwolfsmann (wörtlich „Wolf Gottes“) gemeint ist.

Dem ist zu allem Überfluss wieder der Kopfgeldjäger Roper auf den Fersen, der inzwischen einen auf Phantom der Oper macht. Nur will er diesmal nicht das Kopfgeld, sondern Rache für seine Entstellung.

Der Ägyptologe Ferdinand Lyle (Simon Russell Beale) entpuppt sich derweil als Verräter, der mit Evelyn paktiert.

Das ist besonders verwerflich, da er einige Folgen zuvor als Jude mit Kippa zu sehen war. Die Verbindung von Judentum und Satanismus, welche in der Serie unterstellt wird, grenzt schon an Antisemitismus. Möglicherweise wird hier auf die Rothschilds angespielt, die als Weinmarke auch namentlich genannt werden, aber die sind eben ausschließlich Satanisten und keine praktizierenden Juden. Was in „Penny Dreadful“ unterschwellig impliziert wird, ist brandgefährlicher Verschwörungswahn.

Doch zurück zur Haupthandlung. Nachdem Vanessa auf einer Party von Dorian Gray, auf der auch Evelyn und ihre Hexen anwesend sind, eine Vision von Blutregen hat und daraufhin zusammenbricht, entschließt sie sich, aus der Stadt zu fliehen.

Zuflucht sucht sie im Haus der alten Moorhexe, welches diese ihr vermacht hat. Über ihrem Bett hängt immer noch ein passendes Keltenkreuz mit Hexenknoten.

Im Nachlass der Hexe findet Vanessa ein Buch mit bösen Beschwörungsformeln, in dem es von Schlangendarstellungen nur so wimmelt.

Begleitet wird Vanessa von Ethan, der in Vollmondnächten Schafe reißt.

In der Nebenhandlung schlägt Frankensteins Braut Lily neue Wege ein. Sie ist weder an ihrem Schöpfer noch an dessen Monster interessiert und muss sich selbst neu definieren. Als Zeichen ihres Persönlichkeitsbruchs ist sie in einem zerbrochenen Spiegel zu sehen.

Schlussendlich verbündet sie sich mit Dorian Gray, der seine Geliebte, die Transfrau Angelique, zwischenzeitlich vergiftet hat. Lily lässt er dagegen leben, nachdem sie das Geheimnis seiner Unsterblichkeit erfahren hat. All seine Verwundungen, Geschlechtskrankheiten und Sünden manifestieren sich in seinem Portrait.

Lily schlägt einen ähnlichen Weg ein und entwickelt sich zur Lustmörderin, wobei es echt widerlich ist, dass sie sich Typen aussucht, die vom Alter her ihr Großvater sein könnten. Kleines Detail am Rande: Bei ihrem ersten Opfer steht eine Kartenpyramide, deren Spitze in ein rundes Fenster ragt. Symbolik, wohin das Auge blickt.

Auf Sir Malcolms Tisch steht derweil ein Tintenfass mit einem Löwenpaar.

Im Treppenaufgang findet sich weiterhin ein Löwenkopf.

Bevor sich Malcolm Murray entschließt, Evelyn Poole direkt anzugreifen, stattet eine ihrer Töchter Ethan Chandler einen Besuch ab. Statt bis zu Malcolms Anwesen zu spazieren und sich abermals getarnt durch die Vordertür einzuschleichen, nimmt Hecate (Sarah Greene) eine Abkürzung durch einen Spiegel, der hier eindeutig ein Dimensionstor darstellen soll.

Ethan lehnt die Avancen von Hecate ab und schließt sich Murrays Leuten an, als diese ihren Herren aus den Fängen von Evelyn befreien wollen. Malcolm ist nämlich allein zum Hexenschloss aufgebrochen und dabei direkt in eine Falle gelaufen. Evelyn bestraft ihn mit Visionen seiner verstorbenen Familie, was erneut zu einem Abstecher ins Zombie-Franchise führt.

Vanessa trifft bei der Rettungsaktion auf den Leibhaftigen, der sich in Gestalt ihrer Voodoo-Puppe manifestiert. Mit dieser Puppe quatscht sie erst einmal in der Sprache der Gefallenen Engel.

Als der Worte genug gewechselt sind, zerdrückt sie den Kopf der Puppe, aus dem ein Schwarm Skorpione hervorkommt.

Einer der Skorpione verschmilzt mit ihrer Hand. Sie wird quasi eins mit ihrem Sternzeichen.

Evelyn wird derweil von Ethan getötet, der sich wieder einmal in einen Werwolf verwandelt hat. Die Prophezeiung vom Lupus Dei hat sich damit erfüllt. Bedauerlicherweise hat er zuvor auch Mr. Murrays Butler Sembene (Danny Sapani) totgebissen.

Zwei von Evelyns dämonischen Töchtern werden derweil von Murray und Lyle erledigt. Nur Hecate (Sarah Greene) überlebt, da sie ihre Mutter hintergeht und sich nicht in das Geschehen einmischt. Am Ende brennt sie ihr Zuhause nieder.

Feuer fängt im Staffelfinale auch Jesus, was eine ziemlich eindeutige Botschaft ist.

Die zweite Staffel endet damit, dass Ethan sich der Polizei stellt und nach Amerika ausgeliefert wird, Malcolm mit Sembenes Leichnam nach Afrika reist und Vanessa als Letzte das Licht ausmacht. Diverse Handlungsstränge der dritten Staffel spielen damit außerhalb von England, wo Vanessa es zunächst allein mit Dracula höchstpersönlich zu tun bekommt. Kein Wunder, dass sie in eine depressive Phase gerät und mit dem Rauchen anfängt.

Zunächst sucht sie sich aber erst einmal psychologische Hilfe, von der ihr geraten wird, etwas Neues auszuprobieren. Gesagt getan besucht Mrs. Ives zum ersten Mal in ihrem Leben ein Naturkundemuseum. Die Tiere, die sie dort betrachtet, haben dabei alle etwas mit ihrem Leben zu tun. Als erstes trifft sie auf eine Repräsentation des Baphomet, der für Satan steht.

Das zweite Tier ist ein Wolf, mit dem offenkundig Ethan Chandler gemeint ist.

An dritter Stelle kommen Skorpione, die Vanessa selbst repräsentierten.

Im Museum trifft sie auf Dr. Sweet (Christian Carmago), mit dem sie sich schnell anfreundet. In der zweiten Episode stellt sich jedoch alsbald heraus, dass der sympathische Zoologe in Wirklichkeit Dracula höchstpersönlich ist. Wie er und seine Lakaien es schaffen, bei Tageslicht umher zu wandeln, lässt sich nur damit erklären, dass sich die Serie über gängige Vampirmythen hinwegsetzt.

Das gilt auch für den Mythos, dass Vampire kein Spiegelbild haben. Dracula und seine Diener sind sehr wohl im Spiegel sichtbar. Dr. Sweet lädt Vanessa sogar in ein Spiegelkabinett ein, was wieder einmal auf ihre gespaltene Persönlichkeit/Besessenheit hindeutet.

Auf dem Jahrmarkt gibt es übrigens auch eine Wahrsagerin, an deren Stand nach mehr als zwei Staffeln endlich die freimaurerische Pyramide mit dem allsehenden Auge auftaucht. Das war schon längst überfällig.

Noch unlogischer als die Eigenheiten der Vampire ist Draculas sinisterer Plan, einen Menschen zu erpressen, Vanessa Ives auszuspionieren. Zum einen hat er bereits genügend Anhänger, die den Job erledigen können, zum anderen ist er selbst als Dr. Sweet direkt an ihr dran. Die Drehbücher werden also nicht besser, wie es oft der Fall ist, wenn Serien zu sehr in die Länge gezogen werden.

Die Nebenhandlungen werden ebenfalls immer abgedroschener. So tritt Malcolm auf einen alten Freund, der Apache ist und seine Opfer zu skalpieren pflegt. Rein zufällig hat der Herr auch einen Bezug zu Ethan Chandler, mit dem er geistig über Totems kommunizieren kann.

Frankenstein trifft derweil auf einen alten Freund mit ebenfalls indianischen Wurzeln. Dieser stellt sich als Dr. Jekyll heraus, der in einer Londoner Psychiatrie mit den Insassen herumexperimentiert. Zum einen wird hier schon wieder eine literarische Kultfigur in die ohnehin schon überladene Serie verfrachtet, zum anderen war Dr. Jekyll ursprünglich kein Native American. Der Darsteller Shazad Latif ist obendrein pakistanischer Abstammung, die Besetzung haut also auch nicht hin.

Die abartigste Nebenhandlung dreht sich derweil um Dorian und Lily, die eine Armee unterdrückter Frauen aufbauen wollen. Dafür besuchen sie zunächst eine Snuff-Party, auf der die junge Justine (Jessica Barden) live geschlachtet werden soll. Das zahlende Publikum besteht natürlich aus reichen Herren der Oberschicht, was durchaus reale Bezüge hat. Allerdings sind es diesmal die reichen Säcke, die sterben, während Justine von Dorian und Lily gerettet wird.

Es hat auch etwas von ausgleichender Gerechtigkeit, dass die beiden Justine ihren Peiniger servieren, der sie im zarten Alter von nur 12 Jahren gekauft und zur Prostitution gezwungen hat. Sie tötet den widerwärtigen Bastard ohne zu zögern.

Was darauf folgt, ist jedoch mindestens ebenso widerwärtig, wie das, was Justine all die Jahre angetan wurde. Sie und ihre beiden Retter baden im Blut ihres Peinigers und veranstalten eine wilde Sexorgie. Zum Glück gibt es im 19. Jahrhundert noch kein HIV, dennoch ist diese Szene überaus geschmacklos.

Die vierte Episode „Der gefallene“ Engel dreht sich wieder komplett um Vanessa und spielt fast ausschließlich in einer Zelle der Nervenheilanstalt. Der Rückblick in ihre Vergangenheit wird diesmal durch eine Hypnosesitzung bei ihrer Psychologin herbeigeführt. Diese ist ebenfalls Raucherin, womit wieder einmal unterschwellig die Tabak-Agenda beworben wird.

In der Nervenheilanstalt fällt abermals der Hexagonboden auf. Die 666 in endloser Aneinanderreihung.

Das passt auch, denn in der Zelle erscheint der Patientin Luzifer, der vom Pfleger Besitz ergreift. Später gesellt sich auch noch Dracula dazu, der entgegen den üblichen Legenden ebenfalls als gefallener Engel portraitiert wird.

Der Pfleger ist übrigens kein Geringerer als John Clare, der später von Frankenstein als Caliban wiederbelebt wird. In der dritten Staffel erhält er einen Nebenplot, in dem er seine Frau und seinen Sohn wiedersieht. Allerdings nur, um seinen Sohn sterben zu sehen. Seine Frau bittet ihn, den Sohn ebenfalls in einen Zombie transformieren zu lassen, was Caliban ablehnt. Die Frau verlässt ihn daraufhin und er ist wieder allein.

Zur Haupthandlung trägt dies nicht viel bei und auch der Plot um Dorian Gray und Lily findet ein eher unspektakuläres Ende. Gray schmeißt Lilys Gefolgschaft aus seinem Luxusloft, tötet Justine auf ihren eigenen Wunsch hin und trennt sich schließlich von Lily.

Ethan Chandlers Ausflug in die USA hinterlässt ebenfalls keinen bleibenden Eindruck. Er mutet eher wie ein Versuch an, aus der Serie einen Western zu machen. Chandler wird jedenfalls von den Männern seines Vaters befreit, verbündet sich mit Hecate und verfällt vorübergehend der dunklen Seite. Hecate löscht seine Häscher aus, indem sie ausgerechnet Klapperschlangen heraufbeschwört.

Letztendlich gelangen die beiden in die Gewalt von Ethans Vater Jared Talbot (Brian Cox), zu dem es auch Malcolm und dessen Apachenfreund verschlägt. Talbot erzählt den Anwesenden die Geschichte, wie Ethan seine eigene Familie von den Apachen abschlachten lassen hat und kurz darauf wiederholt sich eben diese Geschichte.

Hecate stirbt gleich zu Beginn des Gemetzels, womit sich die Serie einer weiteren überflüssigen Nebenrolle entledigt. Danach ist alles wieder beim Alten, Chandler steht wieder auf der Seite der Guten und ist bereit, Vanessa aus den Fängen Draculas zu befreien. Die macht inzwischen gemeinsame Sache mit Batman.

Zunächst reagiert sie noch abweisend auf die Erkenntnis, dass Dr. Sweet Darcula ist und er sie, ebenso wie Luzifer, besitzen will. Aber anscheinend findet sie ihn doch süß genug, dass sie es letztendlich mit ihm auf dem satanisch schwarz-roten Schachbrettboden treibt.

Ihr Besuch bei Lyle dient derweil nur der Präsentation ägyptischer Ausgrabungsstücke. Die Warnungen vor dem Blutsauger schlägt sie in den Wind.

In der achten Folge kündigt sich bereits der große Showdown an. Ethan ist mit den anderen zurück in London und entdeckt einen ausgeschlachteten Wolf in Murrays Villa. Eindeutig eine Botschaft, die an ihn als Werwolf gerichtet ist. Dennoch schlagen er und der Apache sich recht gut gegen die Vampire.

In der finalen Episode dringen Ethan, Malcolm und einige Verbündete in Draculas Versteck ein. Passenderweise ein Schlachthaus, in dem statt Schweinehälften menschliche Körperteile von der Decke hängen. Das erinnert ein wenig an „The Midnight Meat Train“ und Kenner wissen spätestens seit der „From Dusk Till Dawn“-Serie, dass Vampire für Reptiloide stehen.

Dracula füttert mit den Kadavern allerdings auch seine transformierten menschlichen Diener. Dies spielt zweifellos auf den Kannibalismus an, der im Satanismus praktiziert wird.

Während Malcolm und seine Freunde Vampire abschlachten, dringt Ethan bis zu Vanessa vor, die aber schon in einen Vampir verwandelt wurde. Sie bittet ihn, sie zu töten, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Gesagt, getan, die Kulisse mit den ganzen Kerzen bietet sich obendrein prima für einen Mord an.

Nach dem Sieg über Dracula endet die Serie mit der Bestattung der Hauptprotagonistin. Nachdem ihre engsten Freunde an ihrem Grab standen, kniet auch Caliban davor nieder. Mit ihr ist auch seine letzte Chance auf Liebe gestorben und er bleibt als einsames Monster zurück. Ende.

Fazit: Der einzige Pluspunkt der Serie ist das gelungene Ambiente des 19. Jahrhunderts. Die Kulissen, die Kostüme und die Spezialeffekte versetzen den Zuschauer in das viktorianische Zeitalter. Untermalt ist diese Szenerie mit einem atmosphärischen Soundtrack, der oft sehr düster daherkommt. Dieses Potential wird jedoch durch den hoffnungslos überladenen Genremix verschenkt. Der hohe Grad an Sex und Gewalt macht die anfängliche Stimmung restlos zunichte und treibt den Zuschauer regelmäßig an die Kotzgrenze.

Kaum eine andere Serie ist so abgründig und offen okkult. Alles, was zum harten Kern des Satanismus gehört, wird hier abgefeiert. Angefangen bei Sexorgien über rituelle Menschenopfer bis hin zu Snuff-Partys und Kannibalismus. Es ist einfach nur krank und widerwärtig. Die meisten Darsteller sowie die Produzenten werden schon wissen, was sie da propagieren. Leider ist „Penny Dreadful“ damit näher an der Realität, als einem lieb sein kann. Wer seine Seele nicht belasten will, sollte von dieser Serie Abstand nehmen.

Scott Pilgrim gegen den Rest Vernunft

von Joe Doe

„Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ basiert auf einer Graphic Novel von Bryan Lee O’Malley und wurde 2010 von Edgar Wright verfilmt, der zuletzt für den schwächsten Teil der neuen „Star Wars“-Trilogie „Die letzten Jedi“ verantwortlich war. Seine Adaption von „Scott Pilgrim“ ist dagegen nicht nur schwach, sondern schwachsinnig und obendrein vollgestopft mit okkulter Symbolik. Das fängt schon mit den Sig-Runen im Vorspann an.

Im Mittelpunkt steht besagter Scott Pilgrim, gespielt von Michael Cera, zu dessen Vita weitere hochgradig okkulte Filme wie „Das ist das Ende“ gehören. Seine Rolle Scott ist Mitglied in einer Rockband namens SexBobOmb und im Prinzip geht es im ganzen Film um kaum etwas anderes als Sex. Da er diesen nicht von seiner 5 Jahre jüngeren Freundin Knives (Ellen Wong) bekommt, träumt er längst von einer anderen Frau. Dabei ist die 17jährige sein größter Fan.

Der Übergang in eine andere Beziehung wird durch einen Schachbrettboden markiert. Ab diesem Zeitpunkt ist zudem nicht mehr ganz klar, was Scott träumt bzw. phantasiert und was Realität ist. Waren die comichaften Lautmalereien bis dahin noch als Stilelement akzeptabel, nimmt der Film mit durchschreiten dieser ersten Dimensionstür eine Wendung ins Absurde.

Die nächste Tür, welche direkt ins Bett von Scotts Traumfrau Ramona (Mary Elizabeth Winstead) führt, ist derweil mit einem schwarzen Pentagramm markiert.

Zum Abschied gibt sie ihm ihre Telefonnummer, welche zweimal die 66 enthält und in der Quersumme 55 ergibt. Darunter stehen sieben Xe, die für ihre sieben Ex-Lover stehen. Das X hat hier also einen direkten Bezug zu Sex.

Auf einem Konzert der Band SexBobOmb trifft Scott auf den ersten Ex von Ramona, der sich selbst als „teuflischer Ex-Lover“ vorstellt und dabei die 666-Handgeste macht.

Um jeden Zweifel auszuräumen, dass hier Satanismus im Spiel ist, besitzt der Ex paranormale Fähigkeiten wie Levitation und Pyrokinese. Außerdem kann er dämonische Begleiterinnen herbeirufen, die alle ein schwarzes Pentagramm auf dem Shirt tragen

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um geflügelte Repiloide mit spitzen Zähnen und geschlitzten Pupillen. Spätestens ab hier dürfte klar sein, dass es sich um keinen normalen „Coming of Age“-Film handelt.

Der Kampf gegen den teuflischen Ex-Lover findet selbstverständlich auf einem Schachbrettboden statt.

Da Scott nun offen für eine Beziehung zu Ramona kämpft, muss er endlich mit Knives Schluss machen. Passend dazu trägt er ein T-Shirt mit Totenschädel.

Beim Übergang zur neuen Freundin ist wieder ein Schachbrettboden im Hintergrund zu sehen.

Bevor er jedoch Ramona für sich allein haben kann, muss er auch ihre anderen Ex-Lover im Kampf besiegen. Der nächste ist der Filmstar Lucas Lee (Chris Evans), der unfairerweise gleich seine sämtlichen Stuntdoubles mit antreten lässt. Auf den Skateboards und auch als Tattoo trägt Lee ein auf dem Kopf stehendes Tau.

Der Kampf findet im Schatten des Vollmondes statt, der in dieser Einstellung durch ein Stromkabel durchtrennt ist. Die Spaltung des Mondes ist dabei kein Zufall, wie sich später noch zeigen wird.

Am nächsten Tag macht sich Scott Gedanken darüber, dass Ramona sieben Ex-Lover hat, was sich in seiner Umgebung widerspiegelt.

Ein eingekreistes X an seinem Ärmel, welches bereits ankündigt, dass sie auch ihn irgendwann verlassen wird, reißt er ab und wirft es auf den Boden. Symbolisch bedeutet dies, dass er sie nach nur einem One-Night-Stand nicht aufgeben will.

Die Aufschrift seines nächsten T-Shirts ist schon weniger leicht zu deuten. „SARS“ ist eine tödliche Infektionserkrankung der Atemwege, die sieben Jahre vor dem Filmdreh wütete.

Quelle

Einfacher ist da schon wieder das nächste Konzertplakat von SexBobOmb zu deuten, welches von zahlreichen Pentagrammen übersät ist. Außerdem gibt es auf der linken Seite ein Logo aus umgedrehten Pyramiden, welches später noch eine wichtige Rolle spielen soll.

Beim Auftritt trägt Scott ein weiteres Pentagramm auf dem T-Shirt. Außerdem hat es die Aufschrift „Zero“, was möglicherweise andeuten soll, dass er eine Null ist.

SexBobOmb treten jedenfalls nur als Vorband für Clash at Demonhead auf. Deren Sängerin, die zufällig Scotts Ex ist, macht ihrem Bandnamen alle Ehre und präsentiert sich als Schlangenträgerin. Sie trägt eine Schlange als Ring und zwei Ouroboros-Schlangen als Ohrringe.

Ihr aktueller Macker Todd (Brandon Routh) ist derweil der dritte teuflische Ex-Lover von Ramona. Welch ein unglaublicher Zufall, dass ihre jeweiligen Ex-Partner zueinander gefunden haben. Da fragt man sich, warum die beiden überhaupt eifersüchtig reagieren, wenn sie doch längst wieder andere Beziehungen eingegangen sind? Wie es scheint, geht es hier schlichtweg um Kontrolle. Die Frau wird zum Besitz des Mannes und bleibt dies auch, wenn er bereits eine andere hat.

Der dritte teuflische Ex-Lover hat auf jeden Fall wieder einmal paranormale Fähigkeiten und seine leuchtenden Augen deuten auf dämonische Besessenheit hin.

Wie Ramona anmerkt, hat ihr Todd einst „ein Loch in den Mond gehauen“. Das ist nun schon die zweite Anspielung auf einen lunaren Anschlag. Da ein solches Ereignis schon in Dutzenden anderen Filmen und Serien angekündigt wird, mag man hier nicht mehr an Zufälle glauben.

Mit der 3 auf dem T-Shirt lässt sich derweil super spielen. Zweimal nebeneinander ergibt dies die Anzahl der Freimaurergrade nach schottischem Ritus. Man wird das Gefühl nicht los, dass es bei den Kämpfen gegen die Ex-Lover eigentlich um den Aufstieg Scott Pilgrams in der Freimaurerhierarchie geht.

Wie zur Bestätigung gibt es beim nächsten „Bass Battle“ wieder einen Schachbrettboden. Die Art, wie Scott seinen Kontrahenten Todd besiegt, ist dabei mehr als skurril. Todd ist Veganer und nachdem Scott ihm einen Drink mit Sahne angedreht hat, erscheint die Veganpolice und beraubt ihn seiner paranormalen Kräfte. Ob das eine Anspielung darauf sein soll, dass vegane Ernährung genauso esoterischer Bullshit ist wie Superkräfte?

Die nächste Konfrontation lässt nicht lange auf sich warten. Sie wird von der Hausnummer 4 angekündigt, wo Scott auf einer Party die nächste Exfreundin von Ramona kennenlernt.

Ja richtig, es geht diesmal um eine Frau. Dabei ist Ramona doch eindeutig hetero. Eine Erklärung könnte sein, dass sie unter einer multiplen Persönlichkeitsspaltung leidet und eine ihrer Persönlichkeiten lesbisch ist. Darauf deuten zumindest die zerbrochenen Spiegel bei der Zerstörung einer Diskokugel hin.

Der fünfte Kampf findet dann wieder bei einem Bandduell statt. Auf dem Konzertplakat steht ganz unten „Ninth Circle“, womit ziemlich deutlich auf den neunten Kreis der Hölle verwiesen wird.

Diesmal muss es Scott gleich gegen zwei Gegner aufnehmen, denn Ramona war mit Zwillingen zusammen. Zumindest wird der Film dadurch um einen Kampf verkürzt, denn langsam fängt diese krude Story gewaltig an zu nerven. Gleiches gilt für die Symbolik, die bei den Zwillingen durch ein Yin-Yang auf den Punkt gebracht wird.

Im ersten Anlauf zerstören die beiden Gegner mit ihrer Soundwave das Hallendach. Dort wird erneut der Vollmond sichtbar. Doch halt! Dieser Kampf findet Tage nach dem zweiten statt und es ist immer noch Vollmond? Hier verstößt die okkulte Symbolik eindeutig gegen Naturgesetze!

Aber scheiß auf die Naturgesetze. Mit Musik lassen sich auch keine Dämonen heraufbeschwören wie auf diesem Konzert. Bei den asiatischen Zwillingen sind es natürlich Drachen, deren Erscheinen vom Publikum mit Baphomet-Gesten honoriert wird.

Nach diesem kruden Effektfeuerwerk trifft Scott endlich auf den Bossgegner, der auf der Spitze einer Pyramide residiert. Der Name Gideon Gordon Graves (Jason Schwartzman) ist dabei ebenfalls von symbolischer Bedeutung. Alle Namensteile beginnen mit einem G, dem siebten Buchstaben des Alphabets. Statt der 666 gibt es also eine 777, der u.a. von Aleister Crowley eine noch höhere Bedeutung zugeschrieben wird.

Gideon trägt außerdem die Farben der Venus, weiß und rot, womit er gleichermaßen Luzifer und Satan repräsentiert. Die umgedrehte Pyramide, die auf einem der Konzertplakate zu sehen war, ist zudem sein Logo. Ramona betrachtet er als seinen Besitz, was durch diverse Gesten verdeutlicht und auch in einer Zwischensequenz sehr genau erläutert wird.

Am offensichtlichsten ist der Chip mit Gideons Logo. Wenn das mal keine Anspielung auf technologische Massenkontrolle ist.

Scotts Bandkollegen stehen ebenfalls unter Kontrolle, allerdings auf freiwilliger Basis. Sie haben ihre Seelen für Geld und Ruhm verkauft. Passend dazu sind sie in freimaurerischem Schwarz/Weiß gekleidet, einer sogar mit Krawatte.

Scott wird von Gideon ebenfalls ein Deal angeboten, den er jedoch ablehnt. Für ihn ist der Kampf um Ramona eine Herzensangelegenheit, weshalb ihm ein Samuraischwert aus dem flammenden Herz entspringt.

Mit diesem zerlegt er erst einmal eine Schar von Gegnern, die wie in einem Videospiel zu Münzen zerfallen. Das Ganze natürlich abermals auf einem Schachbrettboden.

Der Endgegner hat derweil ein Cybersamuraischwert mit Totenkopf am Griff. Und tatsächlich verliert Scott in der ersten Runde sein Leben.

Zum Glück hat Pilgrim noch ein Bonusleben sowie etwas Hilfe von seiner Ex Knives, die diesmal ihrem Namen alle Ehre macht und mit Messern aufkreuzt. Allerdings trägt auch sie die Farben des freimaurerischen Schachbretts.

Gemeinsam besiegen sie Gideon, wobei die umherfliegenden Münzen wie eine Blutfontäne aussehen.

Am Ende beider Endkämpfe steht Scott auf der Spitze der 23-stufigen Pyramide. Einmal mit Ramona und beim zweiten Mal mit Knives. Nach dem endgültigen Sieg über Gideon ist sogar die Spitze der Pyramide illuminiert, wobei die 23 Stufen ein direkter Hinweis auf die Illuminaten sind. Hier wird nichts Geringeres symbolisiert als Pilgrims Erleuchtung, wobei sein Name nunmehr auch einen Sinn ergibt, da er eine Art Pilger ist.

Zum Schluss darf er sich dafür auch frei zwischen Knives und Ramona entscheiden, wobei die Wahl irgendwie vorhersehbar ist. Er kommt aus einem Tor mit der umgedrehten Pyramide und verabschiedet sich durch die Tür mit dem schwarzen Pentagramm.

Fazit: Was augenscheinlich als durchgeknallter „Coming of Age“-Film daherkommt, ist bei genauerer Betrachtung eine freimaurerische Erleuchtungsgeschichte. Außerdem wird einmal mehr vermittelt, dass jede Band, die in der okkulten Musikindustrie erfolgreich sein will, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen hat. Diese tieferen Bedeutungen dürften den meisten jungen Zuschauern jedoch entgehen, da diese die Symbole kaum zu deuten wissen werden.

Der Nebel – Auf Serienlänge gestreckter Mist

von Joe Doe

Seit einiger Zeit ist es in Mode, Filmklassiker auf Serienlänge zu strecken und dabei brutal zu entstellen. Aus dem Vampirkultfilm „From Dusk Till Dawn“ wurde ein Reptiloidenschlachtfest gemacht und in der Neuauflage von „Frequency“ führte die Story ständig in Sackgassen. Jedes Mal, wenn der Nightingale-Mörder in diesem Zeitreisekrimi gefasst war, stellte sich heraus, dass es der falsche Verdächtige war. Natürlich nur, um die Filmhandlung auf Staffellänge zu dehnen, der noch eine zweite folgen könnte. Dabei erschöpft sich das Potential der Handlung bereits nach wenigen Folgen. Bei „Der Nebel“ verhält es sich nicht anders.

Wie bereits in der „From Dusk Till Dawn“-Serie wird das Ganze dann noch mit okkulter Symbolik garniert. Schon im Vorspann hagelt es allsehende Augen, womit die Serie die eher harmlose Filmvorlage bereits im negativen Sinne übertrifft.

Im Film flüchten die Menschen vor dem Dunst in eine Einkaufshalle. In der Serie wird daraus eine gigantische Mall und es kommen noch Nebenschauplätze wie die Kirche und ein Krankenhaus hinzu, um den Charakteren Raum zu geben. Im Gegensatz zum Film, wo es nur eine bösartige Fundamentalistin gibt, welche die Überlebenden spaltet und aufhetzt, sind in der Serie so ziemlich alle Charaktere Arschlöcher, denen man keine Träne nachweint, wenn der Nebel sie holt.

Das fängt schon damit an, dass die junge Alex (Gus Birney) auf einer Party von einem Mitschüler vergewaltigt wird. Allerdings kann sie sich nicht genau erinnern, wer es war, und verdächtigt anfangs den unschuldigen Jay (Luke Cosgrove). Schon allein das birgt Konfliktpotential in sich.

Der wahre Schuldige ist derweil ihr bester Freund Adrian (Russell Posner), der eigentlich schwul ist. Dieser ist eine total verkorkste Existenz und behauptet schlussendlich, er würde all seine Grausamkeiten aus Liebe begehen. Er lügt, vergewaltigt und mordet, was das Zeug hält. Dabei hätte jedem aufmerksamen Zuschauer schon von Anfang an klar sein müssen, dass er der Oberbösewicht ist, trägt er doch ein T-Shirt mit der 666. Und damit landet er ausgerechnet in der Kirche, wo er vorgibt, sich taufen lassen zu wollen, nur um dem Pfaffen die Autoschlüssel zu klauen.

In der Kirche befindet sich außerdem noch ein Typ mit einem gruseligen Tattoo, welches bereits die Art seines Todes vorweg nimmt. Es handelt sich um einen Schmetterling mit einem Totenschädel.

Als er die Kirche kurz verlässt, flattert ihm ein Schmetterling ins Ohr und nur wenige Sekunden später spuckt er einen ganzen Schwarm aus. Außerdem brechen Flügel durch sein Tattoo, sodass er glatt als Mottenmann auftreten könnte.

In der Filmvorlage sind die Kreaturen aus dem Nebel noch deutlich realistischer und repräsentierten ein fremdes Ökosystem aus einer anderen Dimension. Dieses ist in sich schlüssig, es gibt Jäger und Gejagte, die im Prinzip wie die irdische Fauna nur ums Überleben kämpfen. In der Serie haftet den Kreaturen dagegen etwas Dämonisches an. Es gibt sogar Wesen, die aus Black Goo bestehen, die im Film definitiv nicht vorkommen.

Die frisch verwitwete Nathalie (Frances Conroy) glaubt dennoch, dass es um natürliche Auslese geht und beginnt, den Nebel als eine Art Naturgottheit anzubeten. Schlussendlich fordert sie Pfarrer Romanow (Dan Butler) zu einem Glaubensduell auf. Sie beide gehen in den Nebel, um zu entscheiden, ob Gott oder die Natur des Nebels die alleingültige Wahrheit repräsentiert. Gott hilft dem Pfaffen selbstverständlich nicht, der schon bald einen hässlichen Tod findet, während Nathalie verschont wird.

Die Kreaturen erscheinen dem Pfaffen als Reiter der Apokalypse, womit die religiöse Symbolik auf die Spitze getrieben wird. Allerdings ist es nicht der Sensenmann, der den Pfaffen holt, sondern der Reiter mit den Teufelshörnern. Entweder ist Romanow damit der neue Hiob oder es gibt schlichtweg keinen Gott, der ihn vor dem Teufel rettet.

Während die Filmvorlage noch scharfe Kritik am christlichen Fundamentalismus übt, nimmt in der Serie Nathalie als durchgeknallte New Age Tante die Rolle der Spalterin ein. Ihre Anhänger führt sie jedoch alsbald in den Tod. Wer auf der Strecke bleibt, wird mit dem Argument der natürlichen Selektion eiskalt zurückgelassen. Der Sheriff, der ihr ebenfalls folgt, gibt dabei sogar noch Sterbehilfe. Im Prinzip gibt es nur zwei Arten von Charakteren – geisteskranke Psychopathen und Leute, die einfach nur so einen sinnlosen Tod sterben. Zum Glück verrecken am Ende auch ein paar Psychos, darunter Nathalie.

Alex Vater Kevin (Morgan Spector) hält es derweil zusammen mit Adrian und einigen anderen nicht lange in der Kirche. Im örtlichen Krankenhaus treffen sie allerdings auf noch weitaus mehr Durchgeknallte. Darunter ein Arzt, der seine Patienten zu Studienzwecken dem Nebel aussetzt, und einen Psychiatrieinsassen, der glaubt, böse Menschen zu erkennen und diese töten zu müssen.

Als Dr. Tod Kevin dem Nebel ausgesetzt, erscheinen ihm Halluzinationen. Auch das ist eine Neuerung gegenüber der bodenständigen Filmvorlage. Der Nebel in der Serie scheint an sich eine intelligente Lebensform oder eben eine Entität aus der Hölle zu sein, die mit ihren Opfern spielt. Zwar gibt es mitunter tödliche Lebensformen im Dunst, aber Erscheinungen wie die apokalyptischen Reiter oder die Eule der Minerva haben herzlich wenig mit einem fremden Ökosystem zu tun.

Statt fremder Kreaturen wie Spinnen mit Säurefäden gibt es zudem eher irdische Lebensformen wie Blutegel und Schlangen. Letztere haben dabei natürlich okkulte Bedeutung.

Nachdem sich alle Charaktere in der Mall zusammengefunden haben, eskaliert dort die Lage und alle fangen an, sich gegenseitig umzubringen. Alex und ihre Familie werden dabei aus dem Gebäude geworfen und dem tödlichen Nebel überlassen. Dieser ist jedoch wählerisch, wen er umbringt. In Alex und Jay versucht er lediglich einzudringen und so Besitz von ihnen zu ergreifen.

Während Jay zurückgelassen wird, fliehen Alex, ihre Eltern und weitere Überlebende in Richtung Bahnhof, wo gerade ein Zug einfährt. Die vermeintliche Rettung entpuppt sich jedoch als das genaue Gegenteil. Soldaten werfen gefangene Zivilisten aus den Wagons und töten sie damit gezielt. Hier endet die erste Staffel und es bleibt zu hoffen, dass es keine zweite geben wird.

Fazit: Die Kinoversion von „Der Nebel“ ist ein erstklassiger Film, der zeigt, was passiert, wenn ein fremdes Ökosystem in unsere Welt eindringt. Dabei ist ziemlich offensichtlich, dass das Militär ein Dimensionsportal geöffnet hat, welches nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt hat. Immerhin löst sich der Nebel am Ende aber auf und das Militär evakuiert die Überlebenden.

Die Serie ist das krasse Gegenteil davon. In ihr ist der Nebel etwas Okkultes mit übernatürlichen Eigenschaften. Es entbrennt auch kein Konflikt zwischen Wissenschaft und Kreationismus, sondern zwischen Christentum und New Age. Die überwiegend unsympathischen und teils psychopathischen Charaktere machen die Serie zudem unerträglich. Es spielt im Prinzip keine Rolle, ob sich nun der Film oder die Serie näher an der Romanvorlage hält. Der Film ist ein genialer Klassiker und die Serie ein Rohrkrepierer.

Fast & Furious Spy Racers – Mit Vollgas in die Neue Weltordnung

von Joe Doe

Die „Fast & Furious“-Filmreihe steht vor allem für schnelle Autos und waghalsige Stunts. Der Realismus bleibt dabei meist auf der Strecke, was seichte Gemüter allerdings nicht davon abhält, ihren Idolen nachzueifern. Einige der Filme mögen zwar durchaus unterhaltsam sein, jedoch propagieren sie eine Lebenseinstellung, die schnell zum Verkehrstod führen kann. Angesichts dessen ist es grob fahrlässig, eine animierte Serie auf ein noch jüngeres Publikum loszulassen.

Kinder und Jugendliche sind leicht beeinflussbar und tun einfach alles, um das zu sein, was ihnen als „cool“ vorgelebt wird. In „Fast & Furious Spy Racers“ dienen Jugendliche als Vorbilder, die vielleicht gerade mal alt genug für einen Führerschein sind und sich sogleich in illegale Autorennen stürzen, bei denen keinerlei Rücksicht genommen wird. In der computergenerierten Welt bekommen die jugendlichen Rennfahrer natürlich nicht mal ‘ne Schramme, aber in der realen Welt wären so ziemlich alle gezeigten Stunts tödlich.

Wer hätte nun ein Interesse daran, Kindern solche Ideen zu vermitteln? Um diese Frage zu beantworten, braucht man sich nur die okkulte Symbolik der Serie anzusehen, welche die der Filme bei weitem übertrifft. Das fängt schon bei Tony Torettos Team an, wobei die Sig-Runen auf dem T-Shirt seines Kumpels direkt noch harmlos sind.

Etwas auffälliger sind da schon die zahlreichen Baphomet-Gesten, die bei wirklich jeder Gelegenheit gezeigt werden.

Toretto und seine Kumpels träumen davon, Karriere bei illegalen Autorennen zu machen. Zuvor werden sie jedoch vom FBI angeworben, um eine Reihe von Autodiebstählen aufzuklären. Um die Szene zu infiltrieren, müssen sie aber selbst erst mal einen brauchbaren Rennwagen klauen. Die Wahl fällt auf ein raketengetriebenes Modell mit einem gekrönten Totenschädel als Kühlerfigur. Wenn der mal nicht für die königliche Kunst des Amokfahrens steht.

Beim Hacken eines Smartphones steht die Zeit auf 03:33 min., was ziemlich genau die Hälfte von 666 ist. Eine Symbolik, die später noch wiederkehren wird.

Die Schreibweise der Sh1ft3r-Rennen ist ebenfalls auffällig, enthält sie doch eine 13. Ob das ein Hinweis auf die Straßengang MS-13 sein soll, sei einmal dahingestellt, in jedem Falle ist es ein okkulter Zahlencode. Organisator der Sh1ft3r-Rennen ist Shashi, dem Layla als rechte Hand zur Seite steht. Letztere tritt als Lady in Rot auf, wobei ihre Jacke zusätzlich mit goldenen Pyramiden verziert ist.

Ein anderes Gang-Mitglied hat ein auffälliges Schädel-Tattoo, welches stark an das Expendables-Logo erinnert.

Toretto wird von Shashi beauftragt, weitere Autos von fünf Milliardären zu stehlen, wobei ihm Layla zur Seite steht. Einer der Milliardäre ist ein Russe, der sich eine Eule als Haustier hält.

Irgendwie ist bei jedem nächtlichen Raubzug gerade Vollmond und es darf bezweifelt werden, dass die Serienmacher dabei lediglich auf das Amblin-Logo anspielen wollten.

Toretto klaut den letzten Wagen sogar noch, obwohl er zu dem Zeitpunkt längst als FBI-Agent aufgeflogen ist. Erst am Übergabepunkt legt sich sein Team mit Shashis Leuten an. Während sich die anderen prügeln, tragen die beiden Computernerds ihren Kampf virtuell aus, wobei der Teufel auch in der Computerspielwelt nicht weit ist.

Wie sich herausstellt sind die fünf Autos Schlüssel zu einer unterirdischen Anlage. Um diese zu öffnen müssen die Rennwagen zu einem Pentagramm angeordnet werden. Mit ihren Scheinwerfern erzeugen sie zudem ein Hexagramm.

In der Anlage liegt ein so genannter Skelettschlüssel verborgen, mit dem sich sämtliche computergesteuerten Geräte der Welt kontrollieren lassen. Der Besitzer könnte damit einen atomaren Weltkrieg auslösen und wäre vergleichbar mit einem Gott.

Entwickelt wurde er von Shashis Eltern im Auftrag der fünf Milliardäre. Diese haben anschließend Shashis Eltern ermordet, weshalb dieser neben seinen Plänen zur Weltherrschaft auch persönliche Rachepläne verfolgt.

Den Helm, mit dem er sämtliche Technologie steuern kann, hat ein rotes Display, welches nach außen einen Totenschädel simulieren kann.

Um noch deutlicher zu machen, wer hier der Böse ist, sind in der Innenansicht des Helms drei Hexagramme zu sehen. Wieder einmal eine codierte 666.

Und was will der teuflische Schurke? Natürlich eine neue Weltordnung, wie er vollmundig verkündet. Allerdings sind seine Gegner nicht viel besser. Darunter das Militär, welches den Skelettschlüssel als Waffe benutzen will, und natürlich der letzte Milliardär, welcher offenkundig ein großer Drachenfan ist.

Im Hintergrund ist zuweilen auch ein roter Drache zu sehen.

Der Sitz des Milliardärs befindet sich in Las Vegas, wo passenderweise eine Pyramide steht, die unter Shashis Kontrolle rot erstrahlt.

Als erstes erleichtert Shashi den Milliardär um dessen Ersparnisse und verstreut sie wie Robin Hood unter das Volk. Irgendwie muss der zukünftige Weltherrscher, der mit Panzern einmarschiert, die Massen ja für sich gewinnen.

Toretto nutzt derweil die Pyramide als Sprungschanze für seinen Rennwagen, um sich ins Gebäude des letzten Milliardärs zu katapultieren. Dort kommt es zum großen Showdown mit Shashi, den Toretto natürlich gewinnt. Der Eigentümer des Gebäudes greift derweil zu drastischen Mitteln und sprengt die Bude in die Luft.

Am Ende klauen Torettos Leute den Skelettschlüssel und machen mit dem Transportflugzeug ihrer staatlichen Auftraggeberin erst mal einen Urlaubsflug ans Meer. Layla hat inzwischen auch die Seiten gewechselt, also Ende gut alles gut.

Fazit: Mit Ausnahme der Autorennen hat die Serie nicht viel mit der Filmreihe gemein. Vin Diesels CGI-Cameoauftritte in der ersten und letzten Episode können da auch nicht drüber hinwegtäuschen, dass „Fast & Furious Spy Racers“ ein peinlicher Abklatsch mit dümmlichen Charaktere ist, die permanent nur dumme Entscheidungen treffen.

Die Haupthandlung zielt zu allem Überfluss wieder einmal auf die Erschaffung einer neuen Weltordnung ab, wobei deren Architekten zumindest auf der Seite der Bösen stehen. Die omnipräsente okkulte Symbolik lässt allerdings die Frage offen, wer eigentlich die Guten sein sollen? Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass keine weiteren Staffeln folgen werden. Zumal schon bei den Filmen, trotzt Paul Walkers Tod, kein Ende in Sicht ist.

Santa‘s Slay – schlitzen statt Schlitten

von Joe Doe

Es gibt wahrlich alle Arten von Slashern, bei denen in der Regel ein männlicher Psychopath reihenweise Teenager umlegt. Den Weihnachtsmann würde man allerdings nicht in einer solchen Rolle erwarten. „Santa’s Slay – Blutige Weihnachten“ von 2005 bereichert das Genre in dieser Hinsicht auf eine skurrile und trashige Weise. Allein schon das Wortspiel aus „Sleigh“ (Schlitten) und „Slay“ (ermorden) lässt nichts Anspruchsvolles erwarten. Das Anagramm von „Santa“ und „Satan“ gleich im Vorspann garniert das Ganze dann noch mit einer Portion Okkultismus.

Warum der satanische Santa mit Vierzack statt mit Dreizack dargestellt wird, erschließt sich nicht. Was er damit vorhat dagegen schon. Dargestellt wird er übrigens vom WWE-Wrestler Bill Goldberg.

Die Darstellungen mit der Sanduhr kündigen an, dass Santas Zeit nun gekommen ist. Warum er nicht schon eher amokgelaufen ist, wird später noch erklärt.

Die Sanduhr taucht auch in den folgenden Bildern auf und wird dabei immer größer, bis Santa sie schlussendlich im Jahr 2005 zertritt. Hier setzt auch das ein, was dem Zuschauer als Handlung verkauft wird.

Irrwitzigerweise spielt das Ganze in einer Kleinstadt namens „Hell“. Offensichtlicher geht es nun wirklich nicht.

Nachdem Santa vorab schon eine Familie beim Weihnachtsschmaus dahin gemetzelt hat, ist sein nächstes Opfer eine alte Schreckschraube, die obendrein noch Tabakwerbung macht. Man könnte hierbei fast den Eindruck gewinnen, als hole er Menschen, die es ohnehin nicht anders verdient haben.

Der Protagonist Nicholas Yuleson (Douglas Smith) stellt sich derweil als völlige Trantüte heraus. Seine Kollegin Mary (Emilie de Ravin) macht ihm ziemlich offen Avancen, die er entweder nicht bemerkt oder sie absichtlich abblitzen lässt. Er stellt sich permanent saudämlich an, dass sich geradezu zwangsläufig ein Fremdschämeffekt einstellt. Mindestens ebenso unverständlich ist es, warum Mary ihn weiterhin anbaggert, nur um immer wieder abserviert zu werden.

Mindestens ebenso unmissverständlich wie ihre Flirtversuche ist das Shirt von Nicholas. Vorne hat es vier Pentagramme und hinten eine 99, die angesichts der satanischen Ausrichtung des Films als auf dem Kopf stehende 66 gelesen werden kann.

Der Großvater des Trottels ist ähnlich verpeilt. Die Haustür des paranoiden Bewohners hat ein halbes Dutzend Schlösser, aber der Schlüssel ist draußen hinter einem Schild versteckt, sodass Einbrecher leichtes Spiel haben. Am Briefkasten gibt es nebenbei noch einen echtzackigen Stern.

Opa Yuleson (Robert Culp) ist wahrlich nicht die hellste Kerze auf der Geburtstagstorte. Seine verrückten Erfindungen sind auf ihre Retro-Art aber fast schon wieder genial. Darunter das Vorgängermodell des Walkmans, ein tragbarer Plattenspieler. Wer würde sich in Zeiten von handlichen MP3-Playern denn nicht gern einen solchen Apparat, der obendrein mit einer Handkurbel betrieben wird, auf den Rücken schnallen?

Man könnte meinen, Grandpa tickt nicht richtig, und tatsächlich stimmt etwas nicht mit ihm. Unter seinen Sachen findet sich ein militärisch wirkender Anstecker für besondere Verdienste, doch der alte Mann verneint, je in der Armee gewesen zu sein. Mit anderen Worten ist die geflügelte Sonne mit den zwei Pentagrammen hier symbolisch gemeint.

Seinem Enkel liest er aus einem alten Buch vor und erzählt, dass es fälschlicherweise für das Necronomicon gehalten wird. Wieder so eine Anspielung, von wegen Santa = Satan. Diese Verbindung wird sogleich bestätigt, da der Märchenopa erklärt, Santa sei zeitgleich zu Jesus aus einer Verbindung Satans mit der Jungfrau Erika hervorgegangen. Historisch belegt ist das natürlich nicht.

Die Geschichtsstunde wird jäh von Mary unterbrochen, die dem Großvater ihres Freundes den Kadaver eines Vielfraß‘ überreicht, der sogar noch aus dem Maul stinkt und wie ein unrasierter Hodensack aussieht. Ein wirklich tolles Gastgeschenk, das sicherlich einen leckeren Weihnachtsbraten abgibt. Nun, zumindest haben die Drehbuchschreiber Humor.

Santa mordet unterdessen fröhlich weiter. Der Nächste, der dran glauben muss, hat es ebenfalls verdient. Den Weihnachtsmann hält man einfach kein Messer an die Kehle. Die Totenschädel auf dem Stirnband und den Ringen des Ganoven sind geradezu prophetisch, denn kurz nach seiner Attacke hat er eine angespitzte Zuckerstange im Auge und fliegt in eine Mülltonne.

In der Kirche landet derweil der wahre Geist des Weihnachtsfestes in der Kollekte, wobei der Pfaffe Scheine statt Münzen sehen will. Ist halt doch ein reines Kommerzfest.

Die Kollekte verjubelt der Prediger sogleich in einem Strip-Club, was eine vortreffliche Kirchenkritik darstellt. Santa lässt nicht lange auf sich warten und mischt den Club ordentlich auf. Die Männer haben kaum eine Überlebenschance, den Stripperinnen glotzt er dagegen zwischen die Schenkel.

Der Muschisaft an der Tanzstange ist ihm dann aber doch zu igit igit, die muss Santa erst einmal desinfizieren, bevor er sie als Waffe zweckentfremdet. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man dem Film wahrlich nicht absprechen.

Zum Schluss fackelt er den Schuppen ab, den er als „Sündenpfuhl“ bezeichnet. Komisch, eigentlich müsste das doch genau sein Ding sein. Draußen wartet jedenfalls schon sein Schlitten auf ihn, der kurioserweise von einem Bison statt von einem Rentier gezogen wird. Wollte man statt einem Geweih unbedingt Hörner oder fand jemand einfach nur, die Idee sei witzig?

Witzig ist auf jeden Fall der kleine Gag im Hintergrund, wo Santas Schlitten am Vollmond vorbei zieht. Dieser Film ist jedoch nicht von Amblin Entertainment.

Nicholas wirft inzwischen einen Blick in Opas altes Buch, wo er die angeblich wahre Weihnachtsgeschichte erfährt. So soll ein Engel vor tausend Jahren Santa zu einem Curling-Spiel herausgefordert haben. Als Wetteinsatz musste Santa versprechen, für 1.000 Jahre keine weiteren Morde zu begehen und stattdessen Kindern zu Weihnachten eine Freude zu machen.

Das ist weder die offizielle noch die inoffizielle Hintergrundgeschichte des Weihnachtsfestes. Das ist einfach nur beknackt. Mindestens ebenso beknackt wie die Tatsache, dass es der Engel versäumt, Santa das Morden für immer zu verbieten. Damit trägt er eine indirekte Mitschuld am aktuellen Amoklauf des Weihnachtsmannes. Um die Absurdität dieser Story auf die Spitze zu treiben, wird sie als Puppentricksequenz veranschaulicht.

Im Buch sieht das ganze Szenario etwas anders aus. Dort ist u.a. ein Segelschiff mit Templerkreuz zu sehen, aber kein Curling-Turnier.

Nachdem Nicholas nun aufgeklärt ist, sucht er im Internet nach Santas Standort. Dort wird er jedoch nur dafür verhöhnt, dass er mit 16 noch an den Weihnachtsmann glaubt. Leider gibt es den Weihnachtsmann doch und er treibt weiter sein Unwesen. Die Geschenke, die er zwei Rotzgören gebracht hat, erweisen sich als äußerst explosiv. Nun, zumindest haben dafür die Eltern endlich Ruhe. Stille Nacht, heilige Nacht.

In der Kirche findet derweil eine Trauerzeremonie für die Opfer im Strip-Club statt, welche der Pfaffe dreist „Sünder“ nennt. War er zur Tatzeit nicht selbst Gast dieses Etablissements? Aber das Christentum ist halt auch nur ein scheinheiliger Sonnenkult, wie man schon an den Kirchenfenster sieht.

Das nächste Opfer ist der jüdische Ladenbesitzer Mr. Green (Saul Rubinek), was ein wenig kurios ist. Immerhin bekennt sich der Santa-Darsteller Bill Goldberg selbst zum Judentum und sollte daher nicht solch fragwürdige Hinrichtungen mittels Menora an seinen Glaubensbrüdern durchführen. Vielleicht liegt es aber daran, dass Mr. Green ihn zuvor einen „Goi“ schimpft, Zeug nach ihm wirft und ihn mit seinem Hexagrammanhänger blendet.

Vielleicht ist das Judentum aber auch nur Tarnung, denn immerhin spielt Goldberg hier Satans Sohn und die WWE ist ebenfalls nicht gerade ein frommer Verein. Wie auch immer, der Laden eignet sich jedenfalls hervorragend für ein paar Produktplatzierungen.

Nicholas ist natürlich als erster am Tatort und trotz der Menora im Hals schafft es Mr. Green noch, ihm zu sagen, dass der Weihnachtsmann wirklich existiert. Vertrottelt wie Nicholas nun einmal ist, gibt er seinem ehemaligen Boss noch ein „Ich dachte immer, ihr Juden glaubt nicht an so was…“ auf den Weg.

Der erste Cop, der den Laden betritt, meint dazu, ihm käme „hier einiges nicht ganz koscher vor“. Die Rabbis vor dem Laden verwechselt er dann obendrein noch mit einer „Amish-Truppe“. Zum Glück ist das der letzte schlechte Judenwitz in diesem grotesk dämlichen Film.

Was allerdings nicht bedeutet, dass es keine anderen schlechten Witze mehr gäbe. So steht auf dem Polizeiwagen, dass das Verbrechen keine Chance in der Hölle hat.

Das Büro des Polizeichefs, der Nicholas die Story vom Weihnachtsmann natürlich nicht abkauft, hat derweil die Nr. 23. Direkt daneben hängt eine Karte der Spur der Verwüstung, die Santa bisher hinterlassen hat. Diese hat ironischerweise die Form eines Weihnachtsbaumes.

Kurz darauf wird die Polizeiwache selbst zum Tatort.

Als nächste Ziele hat sich Santa Nicholas und Mary auserkoren. Diese fliehen zunächst zu seinem Grandpa in den Bunker, dessen Tür dem Weihnachtswrestler allerdings nicht lange standhält. In den Bunker eingedrungen findet Santa das Buch über seine Vergangenheit. Scheinbar hatte er mal noch zwei Helfer und während er selbst Rot trägt, tragen Santa Johannes Blau und Santa Andreas Grün.

Auf der Flucht wird Grandpa Yuleson vom Bison überfahren, welches von seinem Besitzer fälschlich als „Rentier“ bezeichnet wird. Nicholas und Mary können derweil mit einem Schneemobil fliehen, werden aber alsbald von Santa mit explosiven Geschenken von oben bombardiert. Mit seinem Düsenschlitten fackelt Santa außerdem noch einen Weihnachtsbaum ab, während er Jagd auf seine Nachahmer macht.

Schlussendlich kommt es in der Hell School zum großen Showdown. Das Schulmaskottchen ist natürlich eine Teufelsfratze, was erklären dürfte, warum Satans Sohn ausgerechnet an diesem Ort zuerst zuschlägt. Er fühlt sich in Hell einfach wie zu Hause!

Obendrein gibt es in der Bibliothek noch „Die Weihnachtsgeschichte“. Aber genug der Ironie!

In letzter Sekunde werden die zwei Kids in der Sporthalle von Opa Yuleson gerettet, der sich als weihnachtlicher Erzengel herausstellt. Da hätte man auch gleich drauf kommen können, denn immerhin ist „Yule“ ein skandinavisches Synonym für Weihnachten und der Name seines Enkels spielt auf den Nikolaus an. Inzwischen ist Grandpa ein gefallener Engel, da er seine Unsterblichkeit für die Liebe zu einer Erdenfrau aufgegeben hat. Nun, zumindest auf den Kopf gefallen ist er tatsächlich.

Auf seine Spur ist Santa derweil durch einen Wunschzettel seines Enkels gekommen. Okay, dann lag Santas Besuch wohl doch nicht am einladenden Namen der Gemeinde.

Erzengel Yuleson fordert Santa noch einmal zu einem Curling-Turnier heraus und verlangt diesmal im Falle seines Sieges, dass Santa das Morden für immer einstellt. Darauf hätte er auch tausend Jahre eher kommen können. Bevor es losgeht, küsst er noch seinen Glückbringer, die geflügelte Sonne. Es dürfte jetzt wohl klar sein, für welchen besonderen Verdienst er sie einst erhalten hat.

Auf Glück sollte er auch hoffen, denn diesmal wartet im Eisloch kein kaltes Wasser, sondern ein Höllenschlund. Außerdem findet der Wettstreit unter den wachsamen Augen Satans statt.

Obendrein schummelt Santa und benutzt Opa Yuleson als Curlingstein, was diesen fast in die Hölle befördert.

Der Punktestand von 666 spricht für sich.

Während Nicholas und Mary den Engel aus dem Höllenschlund retten, macht sich Santa aus dem Staub. Da Grandpa die Sporthalle der Schule aus unerfindlichen Gründen nicht verlassen kann, müssen sein Enkel und dessen Freundin die Jagd zu Ende bringen, was in diesem Falle wörtlich zu verstehen ist. Die beiden holen sich nämlich Marys schießwütige Familie zu Hilfe.

Zur Truppe gehört auch ein Indianer, der an den „South Park“-Charakter Ned Gerblansky erinnert. Kurz vor dem Abspann wird sogar darauf hingewiesen, dass er die neue Synchronstimme für Animationsfilme ist. Wie lange er das bei dem Tabakkonsum noch durchziehen kann, bleibt jedoch fraglich. Er raucht wie ein Schlot, obwohl sich bereits sein Kehlkopf verabschiedet hat. Eine Friedenspfeife wäre dabei noch vertretbar gewesen, aber so nervt die überschwellige Kippenwerbung einfach nur.

Neben der Tabaklobby scheint auch die NRA den Film gekapert zu haben.

Mit den Flinten ist allerdings nicht viel gegen Santas Schlitten auszurichten. Marys Vater schießt ihn schließlich mit einer Bazooka ab und verwandelt das fliegende Bison in Gulasch. Der Weihnachtsmann muss daraufhin per Flugzeug zurück zum Nordpol.

Er kann dabei unerkannt reisen, da alle glauben, der Dorfpfaffe sei der Serienmörder gewesen. Dieser lag nämlich als Weihnachtsmann verkleidet in Santas Schlitten und ist beim Absturz auf einem Flaggenmast gepfählt worden.

Fazit: „Santa Slay“ lief nicht umsonst im Programm von „Schlefaz“. Manche Gags sind zwar ganz witzig, insgesamt ist der Film jedoch echt unterirdisch. Das liegt zum einen an den saudämlichen Protagonisten, für die man sich permanent fremdschämen muss. Zum anderen ist die ganze Story an den Haaren herbeigezogener Bullshit. Das Weihnachtsfest mag tatsächlich heidnische Wurzeln haben, aber Santa als Satans Sohn? Diesen Film legt man besser nur seinen Feinden unter den Christbaum.

From Dusk Till Dawn – Überflüssiges Blutvergießen in überflüssigem Serienformat

von Joe Doe

„From Dusk Till Dawn“ aus dem Jahr 1996 ist inzwischen ein absoluter Kultfilm, der mit einigen wirklich witzigen Gags aufwartet. Warum zum Henker sollte man diesen Streifen auf Serienlänge strecken und mit anderen Darstellern neu besetzen? Das ist ein Affront gegen die Fans des ursprünglichen Films und der kommt auch noch direkt vom Regisseur Robert Rodriguez. Ja, der Schöpfer des Franchise ist höchstpersönlich für dessen Niedergang verantwortlich!

Eigentlich kann es dafür nur einen Grund geben. Obwohl der Film von 1996 keineswegs frei von okkulter Symbolik war, wollte Rodriguez wohl noch tiefer in die Materie eintauchen und nebenbei noch ordentlich Geld scheffeln. Das fängt schon bei der Vorgeschichte an, die auf unsägliche fünf Episoden aufgeblasen wurde.

Im Zentrum stehen die Gecko-Brüder Seth und Richie. Im Original genial von George Clooney und Quentin Tarantino verkörpert, können die Seriendarsteller D.J. Cotrona und Zane Holtz schlichtweg nicht mithalten. Obendrein ist Richie, der schon im Original ein Psychokiller war, in der Serie noch um einiges ausgeflippter. Er schneidet seinen Opfer die Augen aus dem Kopf und drapiert sie in den Händen, nur um damit esoterische Symbolik zu bedienen. Das ist krank!

Wie sich herausstellt, sind die Stimmen in seinem Kopf, die ihm dies befehlen, durchaus real. In Berührung kommt er mit diesen Stimmen durch einen verfluchten Gegenstand, ein antikes Obsidianmesser der Maya mit allsehendem Auge.

Dieses allsehende Auge findet sich auch später im Titty Twister wieder. Schon damit toppt die Serie den Film in Sachen okkulter Symbolik um Längen!

Die Ouroboros darf natürlich auch nicht fehlen, kündigt sie doch an, worum es im Kern geht.

Völlig überflüssig ist die Rolle eines Rangers, der die Gecko-Brüder verfolgt und dabei Hilfe von Sex Machine bekommt. Dieser Charakter, der im Original von Tom Savini dargestellt wurde, wird in der Serie von Jake Busey völlig neu interpretiert. Er ist nun ein verrückter Archäologie-Professor, der einem alten Mayakult auf der Spur ist und deren Opferrituale gerne nachahmen würde. Das Einzige, was er mit dem Filmcharakter gemeinsam hat, ist die Pimmelknarre.

Eine Vampir-Stripperin ergreift die Waffe im Verlauf des Gemetzels im Titty Twister. Dies impliziert ziemlich unverhohlen einen Blowjob.

Völlig unverschuldet geraten der Pfaffe Jacob Fuller und seine beiden Kids in die Ereignisse, als sich die Gecko-Brüder ihr Wohnmobil aneignen und sie als Geiseln nehmen. Zumindest diesbezüglich hält sich die Serie weitgehend an den Film, auch wenn die ganze Familiengeschichte viel zu breit ausgeweitet wird. Jacob wird übrigens von Robert Patrick verkörpert, der schon in der Filmfortsetzung „Blood Money“ mitspielte. Allerdings in einer anderen Hauptrolle, während Harvey Keitel ursprünglich Jacob Fuller darstellte.

Im Titty Twister, der nun wirklich kein Etablissement für Kinder ist, gibt es erst einmal eine Peepshow, die ebenfalls unnötig mit neuen Handlungssträngen aufgeblasen wird. Immerhin an Satanico Pandemoniums Auftritt hat sich nicht viel geändert. Nur die Darstellerin Eliza González sowie die Neonschlangen im Hintergrund sind neu.

Satanico trat schon im Original als Schlangenträgerin auf, was auch hier wieder der Fall ist.

Allerdings fällt die Rolle des Schlangenträgers diesmal auch anderen Charakteren zu, darunter Richard Gecko.

Dabei sind die meisten der Charaktere selber Schlangen, könnten sich also selbst auf den Arm nehmen. Zwar hatten schon die Vampire im Film von 1996 eine reptiloide Gestalt, doch in der Serie sind sie mehr Schlangen als Vampire. Sie sind neuerdings auch immun gegen Weihwasser und Christuskreuze, haben nur eine leichte Sonnenallergie und den typischen Vampirtod sterben sie nur noch mit der Pflock-durchs-Herz-Methode.

Es scheint so, als würde hier weniger eine Vampirgeschichte erzählt als viel mehr etwas über die Reptiloiden offenbart. Genau wie bei diesen erkennt man sie zuerst an den geschlitzten Pupillen und das ist nun wirklich kein typisches Merkmal klassischer Vampire.

Die Vampirzähne sehen ebenfalls viel mehr wie Schlangenfangzähne aus und dazu passend gibt es die gespaltene Zunge.

Schlussendlich können die Schlangenmenschen ihre Gestalt komplett in ihre reptiloide Form ändern. Damit dürfte klar sein, woher der Vampirmythos tatsächlich kommt. Allerdings ist es Bullshit, dass Menschen durch Reptobisse selbst zu Reptiloiden werden. Daher wäre es besser gewesen, den Vampirplot ganz fallen zu lassen.

In der Serie kontrollieren die Reptiloiden die mexikanischen Verbrecherkartelle, die in der Realität tatsächlich Bezüge zum Satanismus haben. Diesbezüglich sei an den abartigen Drogenboss Adolfo Constanzo (1962-1989) erinnert, der die Hirne seiner rituell ermordeten Opfer gegessen hat. In der Serie „From Dusk Till Dawn“ spielen sich ganz ähnliche Szenen ab. Die Menschen werden regelrecht entsaftet, um die Reptiloiden mit Blutwein zu versorgen.

Satanico verbraucht dabei den größten Anteil, denn sie badet gern wie Gräfin Bathory in Blut.

Der Hauptgang besteht derweil aus geschredderten Menschenteilen. Willkommen beim Spirit Cooking im Titty Twister.

Der sieht von hinten übrigens immer noch wie eine Maya-Pyramide aus.

Auf die Vergangenheit wird im Verlauf der ersten Staffel sehr detailliert eingegangen, wobei diese den dritten Film „The Hangman’s Daughter“ völlig über den Haufen wirft. Satanico Pandemonium ist nämlich nicht mehr die Tochter eines Halunken, die im 19. Jahrhundert in eine Vampirella verwandelt wurde. Sie ist nunmehr eine verfluchte Maya-Priesterin und ihre rechte Hand ein Konquistador, der sie befreit hat. Dieser kam übrigens unter der Flagge der Templer nach Mexiko.

Der Spanier hat sie einst gerettet, denn sie war an einen Opferaltar gekettet, wo sie zwangsweise rituelle Menschenopferungen durchführen sollte. Spätestens beim Thema Menschenopfer zu Ehren einer Schlangengottheit sollten die Bezüge zur Realität offensichtlich werden, denn das ist offizielle Maya-Geschichte. Kukulkan lässt grüßen.

Allerdings opfern die Maya heute niemanden mehr. Das ist nunmehr Sache satanistischer Europäer.

Nur Richard Gecko wurde nicht als Opfer in den Tempel gelockt, sondern soll Satanicos neue rechte Hand werden, da sie ihres einstigen Retters inzwischen überdrüssig ist. Zuvor muss er jedoch noch eine Prüfung in einem Labyrinth bestehen. Es handelt sich um ein Labyrinth des Geistes, in dem die Gecko-Brüder wichtige Stationen ihres bisherigen Lebens erneut durchlaufen müssen. An die Hirnwäschethematik können wir also auch gleich einen Haken machen.

Nach bestandener Prüfung führt sich Richard oral eine Schlange ein. Da kommen einem doch gleich die Goa’Uld aus „Stargate“ in den Sinn, womit die Besessenheit durch Schlangenwesen ebenfalls abgehakt wäre.

Irgendwie war es aber schon klar, dass die Gecko-Brüder dem Satanismus zugeneigt sind. Beim großen Gemetzel sprengen sie zwar ein paar Reptos in die Luft, aber der per Handy ausgelöste Zündcode lautet 666.

Während die erste Staffel die Geschichte des einstigen Kultfilms neu interpretiert und quälend in die Länge zieht, geht die Serie ab der zweiten Staffel gänzlich eigene Wege. Gleich im Staffelauftakt gibt es erst einmal sexuelle Übergriffe im Zeichen eines schwarzen Pentagramms.

Die Szene spielt sich in einem Schlachthof ab, was erschreckende Parallelen zu „The Midnight Meat Train“ aufwirft. Auch dort arbeitet der Schlachter, der die Reptiloiden mit Menschenfleisch beliefert, in einer Fleischfabrik. Hat da etwa jemand bei Clive Barker abgeschrieben? Ab hier lohnt es sich wirklich nicht mehr, diese brutale Serie weiter zu verfolgen, die es auf abartige drei Staffeln gebracht hat. Die Bilder von kranken Typen, die Mäntel aus gegerbten Menschengesichtern tragen, sollte man sich lieber ersparen.

Fazit: Bis auf den Grundplot und eine Handvoll kopierter Szenen hat die Serie absolut nichts vom originalen „From Dusk Till Dawn“. Vor allem fehlen der ursprüngliche Witz und Charme. Stattdessen gibt es eine abgedroschene Story über Reptiloide. Die dürften zwar tatsächlich die Wurzel des Vampirmythos sein, doch haben die klassischen Vampire mit der Zeit völlig abweichende Eigenschaften erhalten. Diese sollten einfach nicht mit der Reptostory verwoben werden, es sei denn, man will bewusst die Realität dieses Zusammenhangs thematisieren. Dies ist hier jedoch nicht wirklich der Fall, denn weder zerfallen Reptiloide zu Staub noch können sie Menschen per Biss in Ihresgleichen verwandeln.

Animal World – Ein chinesischer Clown in den Fängen der Mafia

von Joe Doe

Chinesische Filme können inzwischen mit Hollywood konkurrieren. Nicht nur, was die Qualität angeht, sondern auch die okkulte Symbolik betreffend. Ein extremes Beispiel ist „Animal World“, der ein durchaus interessantes Grundkonzept hat, zuweilen jedoch sehr verstörend wirkt. Das liegt vor allem am Protagonisten Zheng Kaisi (Li Yifeng), der als Kind ein traumatisches Erlebnis hatte, während dem ein Clown-Zeichentrickfilm im Fernsehen lief. Seitdem leidet er unter stressbedingten Tagträumen, in denen er selbst zum Clown mutiert.

Der asiatische Prank-Clown nimmt es in seiner Phantasie mit grottenhässlichen Monstern auf. Zuweilen verwandeln sich auch Zhengs Mitmenschen in seiner Phantasie in solche Dämonen.

Da er für einen Kumpel bürgt, der sich mit einem Mafiakredit verzockt hat, bekommt er es bald selbst mit dem organisierten Verbrechen zu tun. Der Mafiaboss Anderson (Michael Douglas) lässt ihm die Wahl, die Schulden für den Rest seines Lebens abzumalochen oder sich auf ein Spiel einzulassen. Die tickende Uhr, die ihm nur wenig Zeit für die Entscheidung lässt, hat die Form eines allsehenden Auges.

Das Spiel findet auf einem Boot mit dem passenden Namen „Destiny“ (Schicksal) statt, welches fernab von jedem Gesetz in internationalen Gewässern kreuzt.

Gespielt wird dort „Schere, Stein, Papier“, allerdings mit Karten. Auf diesen sind Hände in den jeweiligen Gesten zu sehen. Hände mit Augen wohlbemerkt.

Die Spieler, allesamt Schuldner, bekommen jeweils 3 Pentagramme. Die Verlierer müssen eins abgeben, die Gewinner bekommen ihn vom Gegenüber. Ziel ist es, am Ende mindestens 3 Sterne zu haben. Wer schon vor Ablauf der Spielzeit alle Sterne verliert, wird eliminiert. Außerdem müssen bis zum Ende alle Karten verspielt werden.

Für Zheng beginnt und endet das teuflische Spiel am Tisch 6.

Auch sonst ist das Schiff mit allerhand Symbolik ausstaffiert. Im Zentrum steht eine Spielstandsuhr mit Tigerkäfig obendrauf. Getragen wird sie von geknechteten Statuen, welche die Sklaven repräsentieren, die das kapitalistische System tragen. Direkt neben dran befinden sich Überwachungskameras, um keinen Zweifel daran zu lassen, wie sehr die Sklaven kontrolliert werden.

Der Spielmeister steht auf einer Empore deutlich über dem verschuldeten Proletariat. Über ihm ist ein beleuchteter achtzackiger Stern zu sehen.

Auf dem Boden findet sich passend dazu ein Oktagon nebst Schachbrettmustern. Freimaurersymbolik auf Mafiaterrain, die P2 lässt grüßen.

Die Tür, hinter der die Eliminierten verschwinden, wirkt derweil wie das Tor zur Hölle. Nicht ganz grundlos, denn Gerüchten zufolge dienen die Unglücklichen als Laborratten für medizinische Experimente. Vielleicht werden sie aber auch direkt von stinkreichen Perversen geschlachtet, wer weiß das schon…

Zheng sieht auf dem Boot seinen Kumpel wieder und gemeinsam mit einem Dritten bilden sie ein Team, um das Spiel zu ihren Gunsten zu manipulieren. Die mathematische Berechnung macht den einzigen Reiz des Films aus, sofern man auf Mathematik steht. Allerdings geht die Rechnung allzu oft nicht auf, da auch andere Spieler bescheißen und sich der Dritte im Bunde ebenfalls als Betrüger entpuppt.

Um den Stress besser zu verkraften, greift Zheng des Öfteren zur Zigarette. Tabakwerbung scheint inzwischen wieder voll im Trend zu sein. Zuletzt war die Filmindustrie in den 1980ern derart massiv von der Kippenlobby dominiert.

Am Ende überlebt Zheng und kann sogar einen unschuldigen alten Mann von der Schlachtbank retten. Einige Überlebende haben mit dem Spiel nicht nur ihre Schulden getilgt, sondern gehen sogar mit einem Gewinn nach Hause.

Wirklich aus dem Schneider sind sie allerdings nicht. Wer einmal in die Fänge der Mafia geraten ist, bleibt unter stetiger Beobachtung.

Fazit: Optisch hat „Animal World“ viel zu bieten, spannend ist er jedoch nur für Spieler. Das Filmvergnügen wird zudem dadurch geschmälert, dass keine deutsche Synchronfassung vorliegt. Man muss sich den Film schon auf Chinesisch mit deutschen Untertiteln antun. Die okkulten Symbole sowie die grottenhässlichen Monster sind weitere Gründe, diesen Film nicht zu empfehlen.

Yakuza-Mode – Nazis und die Mafia

von Anton Nymous

Yakuza ist nicht nur der Name der japanischen Mafia, sondern auch ein Klamottenlabel, welches sich vor allem in Naziläden zwischen Thor Steinar und Brachial finden lässt. Das kommt nicht von ungefähr, denn Markus Eisold und Bertram Krause, die das Label 2004 in Bautzen gegründet haben, sind bestens mit der Neonaziszene vernetzt. So soll Eisold laut Szene-Insidern Anfang der 2000er Mitglied der sächsischen Hammerskin-Sektion „East Saxon Hammerskins“ gewesen sein. Die extrem brutale Gruppierung wurde 1993 von Mirko Hesse ins Leben gerufen, gegen den daraufhin wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wurde.

Auf dem PC von Hesse sollen Polizeiermittler weiterhin auf ein Foto von Eisold gestoßen sein und darüber hinaus hat er seinen Kumpel im Knast besucht, was definitiv über eine oberflächliche Geschäftsbeziehung hinaus geht. Die Tatsache, dass er Hesse das Hammerskin-Logo (zwei überkreuzte Hämmer) tättowiert hat, spricht ebenfalls dafür, dass er wusste, in welche Kreise er sich begibt.

Auffällig ist weiterhin, dass es immer wieder aktive Neonazis sind, die mit ihren Läden zur Verbreitung der Marke beitragen. Der offizielle Weiterverkäufer in Tschechien, Tomáš Marek aus Plzen, ist ebenfalls ein Rechtsextremist und Bassist der Rechtsrock-Band „Conflict 88“. Zwar werden Yakuza-Klamotten aufgrund ihrer martialischen Motive auch außerhalb der rechten Szene von geschmacksverirrten Vollpfosten getragen, aber ihre größte Verbreitung haben sie nicht zufällig unter Faschisten und Hooligans.

Quelle

Das Ganze ist schon reichlich befremdlich, denn immerhin fordern die extremen Rechten mit Nachdruck die Abschiebung von kriminellen Ausländern. Gleichzeitig tragen sie aber den Namen einer ausländischen Mafia-Organisation. Aber okay, sie fordern ja auch die Todesstrafe für Kinderschänder, während es in ihren Reihen von Päderasten nur so wimmelt. Die Faschisten waren in der Umsetzung ihrer Forderungen noch nie besonders konsequent, außer wenn es um Gewalt gegen Migranten, Linke, Juden, Homosexuelle usw. geht.

Die alles entscheidende Frage ist nun, wie die Rechtsextremisten ausgerechnet auf Yakuza kommen und warum selbige ihnen noch längst nicht die Finger abgeschnitten und sie davon gejagt hat? Dafür gibt es eigentlich nur eine Erklärung, wobei Verbindungen zum organisierten Verbrechen nun wirklich keine Überraschung wären.

Ein Zufall ist das alles wohl kaum, denn die Modemarke verwendet wissentlich die Codes der japanischen Mafia, darunter die Zahl 893. Diese Zahlenkombination stammt aus dem Kartenspiel Oicho-Kabu und gilt als wertlos, was dem Selbstverständnis der Mafiamitglieder entspricht. Ya-Ku-Za ist die japanische Aussprache dieser Zahlen.

Weiterhin fallen einige der Motive der Yakuza-Klamotten auf. Da wird u.a. offen Kokainkonsum propagiert, was geradezu aberwitzig ist, angesichts dessen, dass sich Rechtsextremisten permanent über Ausländer aufregen, die mit Gras dealen. Der Knaller schlechthin ist jedoch ein T-Shirt mit dem Motiv „Mexican Cartel“. Dieses wirbt ganz offen für die schlimmsten Drogenkartelle der Welt, die massenhaft Menschen entführen und töten. Was das mit der Yakuza zu tun hat? Solche Kartelle sind Zulieferer sämtlicher Mafias.

Auffällig an diesem T-Shirt ist weiterhin das „X“ zwischen „Mexican“ und „Cartel“ sowie der offensichtliche Totenkult. Gerade in Mexiko gehen Drogenhandel und Satanismus oft Hand in Hand, wie der Sektenführer und Drogenboss Adolfo Constanzo (1962-1989) unter Beweis stellte. Schädel und gekreuzte Knochen dominieren die Yakuza-Motive regelrecht.

Zuweilen finden sich die Schädel auch in Hexagonen wieder. Natürlich drei an der Zahl, was eine verschlüsselte 666 darstellt.

Es handelt sich mit Sicherheit um keinen Zufall, was weitere Motive belegen. Darunter ein Schädel mit der Schlange Luzifer.

Immer noch nicht offensichtlich genug? Der Teufel höchstpersönlich dürfte alle Zweifel ausräumen, dass es sich hier um Nazi-Mafia-Satanisten handelt. Da kommt so ziemlich alles Böse zusammen.

Baphomet ist ebenfalls nicht weit, wenn auch mit einer Schweinemaske getarnt. Schweinereien gehen dabei vor allem in Baphomets Schrittbereich ab, wo ein Typ dem Teufel an der Pflaume leckt.

Horrorclowns dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Und zu guter Letzt verstößt die Marke auch noch gegen Urheberrechte, indem dreist „Howard the Duck“ aus Marvels Cinematic Universe abgedruckt wird. Wenn es schon keinen Ärger mit der Mafia gibt, dann vielleicht irgendwann mit Disney, denn dieses Studio hat bestimmt keinen Deal mit kleinkriminellen Naziganoven.