Djinn- und Dämonenverzeichnis

Die Zahl der Wesen, die als Djinn oder Dämonen bezeichnet werden, ist geradezu astronomisch. Das liegt u.a. daran, dass viele heidnische Götter vom Christentum dämonisiert wurden. Mit diesem Artikel starten wir den Versuch, zumindest die bekanntesten Entitäten zu katalogisieren, die einen stark negativen Ruf haben. Wir werden den Artikel regelmäßig nach dem Stand unserer Recherchen updaten. Details zu bestimmten Djinn oder Dämonen werden also noch nachgereicht.

Abaasy

Die Abaasy sind schadenbringende Dämonen aus der Mythologie der sibirischen Jakuten. Die gigantischen Unterweltbewohner mit Zähnen aus Eisen sollen in Siebenergruppen reisen. Anordnungen von sieben Dämonen kommen in vielen Kulturen recht häufig vor und sind wahrscheinlich astrologischen Ursprungs, in Anlehnung an das Siebengestirn der Plejaden.

Abigor

Abigor ist ein hochrangiger Kriegsfürst in der christlichen Dämonologie. Er soll 60 Legionen befehligen und wird als Reiter auf einem pferdeähnlichen, geflügelten Untier dargestellt.

Abigor

Achiyalatopa

Der menschenmordende Vogeldämon aus der zunischen Mythologie der Pueblo trägt statt einem Federkleid ein Kleid aus Messern.

Adramelech

Adramelech ist der christlichen Dämonologie zufolge der Garderobier Satans und Vorsitzender des hohen Rats der Teufel. Der als Mischwesen aus Mensch und Esel dargestellte Dämon wird u.a. in einem Gedicht von Friedrich Hölderin und John Miltons „Paradise Lost“ erwähnt.

Adramelech

Aeshma

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie. Dämon der Begierde und des Zorns.

Agares

Agares ist ein dämonischer Herzog, der im „Dictionaire Infernal“ sowie in der „Grimoire Ars Goetia“ vorkommt. Der Dämon in Gestalt eines alten Mannes, der ein Krokodil reitet, soll 31 Legionen von Dämonen befehligen, Erdbeben verursachen und Sprachen lehren.

"Dictionnaire Infernal" (1863)

„Dictionnaire Infernal“ (1863)

Agash

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie. Dämonin der Schäden und Flüche.

Aḫḫāzu

Der so genannte Packer ist ein meist weiblicher Dämon aus der sumerischen und akkadischen Mythologie, der für Fieber und Pest verantwortlich gemacht wurde. Er ist Teil der dämonischen Fiebertriade.

Ah puch

Ah Puch ist der Dämon der Zerstörung in der Mythologie der Maya und wird als Skelett mit Krokodilrücken dargestellt. Unter dem Namen Uac mitun ahau gilt er zudem als „Herr der sechs Höllen“.

Ahriman

Ahriman ist das zoroastrische Äquivalent von Satan. Er steht wie dieser für Zerstörung und hat sieben dämonische Diener (Daeva), die als Erzdämonen das Gegenstück zu den Erzengeln Gottes bilden.

Die Anthroposophen sehen in Ahriman ein Geistwesen, welches den Menschen materialisierende Kräfte verleiht, während Luzifer für die auflösenden Kräfte stehen soll. Diese Gegensätzlichkeit scheint jedoch eher eine Abrechnung mit den luziferisch geprägten Theosophen zu sein, von welchen sich die Anthroposophen abgespalten haben. Rudolf Steiner meinte weiterhin, dass Ahriman im dritten Jahrtausend nach Jesus’ Geburt – also in unserer Zeit – in einem Menschen inkarnieren werde. Mit anderen Worten ausgedrückt glaubte er, dass der Antichrist einst der Erlöser der Menschheit sein werde.

Aisha Qandisha

Aisha Qandisha ist eine weibliche Djinn, die den Afarit zugeordnet wird und von Menschen Besitz ergreift. Sie wird von der arabischsprachigen Bevölkerung im Norden Marokkos als einflussreichstes Geistwesen der Region gefürchtet.

Aka Manah

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie.

Akatash

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie. Dämon der Versuchung.

Akephalos

Akephalos ist der Name einer ganzen Gruppe von kopflosen Dämonen. Zunächst verstand man darunter hingerichtete Verbrecher, die kopflos umherwandeln mussten. In diese Kategorie könnte also auch der Enthauptete aus der amerikanischen Spukgeschichte „Sleepy Hollow“ gezählt werden. Den allgemein als Morddämonen beschriebenen Akephalos wird zudem nachgesagt, ihre Form wandeln zu können, um als kopflose Tiere zu erscheinen.

Alastor

Alastor entstammt der griechischen Mythologie und erscheint als Dämon eines auf Frevel beruhenden Fluches. Weiterhin ist Alastor der Name eines der schwarzen Pferde im Viergespann des Hades.

Alû

Alû ist ein assyrischer Dämon, dessen bloße Berührung Krankheit übertragen soll.

Amducias

Amducias ist einer der vier Erzdämonen in der „Ars Goetia“, zu denen auch Astraroth und Bael gehören.

Andar

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie.

Apaosha

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie. Dämon der Dürre.

Apasmara

Apasmara ist ein zwerghafter Dämon in der indischen Mythologie, der zu Füßen der tanzenden Gottheit Shiva liegt. Des Weiteren versteht man unter diesem Namen eine neurologische Erkrankung, die heute als Epilepsie bekannt ist. Epilepsie wurde in viele Kulturen als dämonische Besessenheit missinterpretiert.

Asag/Asakku

Asag ist ein Krankheiten verursachender, Brunnen austrocknender Dämon der sumerischen Mythologie. Er ist einer von sieben Sebettu, die von An, dem Stadtgott von Uruk, erschaffen wurden. In der akkadischen Mythologie wurde aus ihm Asakku.

Ashaqlun

In der Offenbarungsreligion des Manichäismus wurde das erste Menschenpaar von den obersten Dämonen Ashaqlun und dessen Gemahlin Namrael erschaffen.

Asmodäus

Asmodäus (auch Asmodi oder Aschmodai) ist ein Dämon aus der jüdischen Mythologie und leitet sich von Aeshma ab. König Salomon soll außerbiblischen Überlieferungen zufolge Aschmodai mit einem Zauberring unterworfen haben, woraufhin er ihn zwang, den Tempel von Jerusalem zu errichten.

Astaroth/Ashtar

Ursprünglich handelte es sich bei Astaroth um die babylonische Göttin Ischtar, welche später zur westsemitischen Göttin Astarte wurde. In der jüdisch-christlichen Mythologie wechselte sie schließlich ihr Geschlecht hin zu männlich und wurde zum Dämon Astaroth. Vor seinem Fall soll dieser schändliche Engel zu den Cherub oder Seraph gehört haben.

Astaroth soll zudem oberster Schatzmeister der Hölle sein und alle Geheimnisse aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft enthüllen können. Er findet Erwähnung in Fällen von Besessenheit, was interessant ist, da einige Besessene ebenfalls Wissen über Vergangenheit und Zukunft preisgegeben haben sollen.

Siegel des Astaroth

Siegel des Astaroth

Weiterhin bestehen Parallelen zwischen Besessenheit und Channelings, was uns direkt zu einem weiteren überirdischen Wesen namens Ashtar Sheran führt. Die Namensähnlichkeit zwischen Astaroth und dem angeblichen Kommandeur einer Flotte der galaktischen Föderation des Lichts ist geradezu verblüffend, wobei die ihm gewidmete UFO-Sekte Ashtar Command von einem Theosophen gegründet wurde.

Astvidatu

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie. Dämon des Todes.

Azi

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie. Dämon der Gier.

Baal

Der Name Baal tauchte erstmalig im Neuen Reich des Pharao Amenophis II. auf und bezeichnete dort einen kriegerischen Gott. Später wurde er mit Seth, dem Gegenspieler von Osiris, gleichgestellt. Der ägyptische Teufel, wenn man so will.

Weiterhin wird Baal zuweilen auch mit dem babylonischen Wettergott Adad gleichgesetzt. Aus dem Gott Baal Sebul leitet sich indes die Bezeichnung Beelzebub für den Teufel ab. Dies ist wohl auch der Grund, warum Baal heute als Dämon gilt. In der Schreibweise Bael zählt er sogar zu den vier Erzdämonen. Die moderne Science Fiction machte Baal dagegen zum Systemlord der Gua’Uld in der Serie „Stargate SG1“.

Schlussendlich war Baal auch als Titel für alle Götter im syrischen und levantinischen Gebiet des Altertums gebräuchlich. Die Bezeichnung fand jedoch auch Anwendung für die jeweilige oberste Gottheit des lokalen Pantheons.

Bajang

Bajang ist ein blutrünstiger Dämon, welcher in der malaiischen Kultur vorkommt. Dem Volksglauben zufolge wächst er in totgeborenen Kindern heran und kann von einer Hexe oder einem Zauberer befreit, genährt und für schadhafte Zwecke eingesetzt werden. Wenn in einem abergläubigen Dorf eine Krankheit grassiert, drohen den Verdächtigten Vertreibung und sogar Tod.

Baphomet

Zum ersten Mal tauchte Baphomet während der Prozesse gegen die Templer auf, als diesen unterstellt wurde, ihn als Götzen anzubeten. Das moderne Bild des Baphomet wurde 1854 von Éliphas Lévi in dessen Werk „Dogme et Rituel de la Haute Magie“ geprägt. Dieses Bild ist heute im Satanismus und in okkulten Kreisen weit verbreitet. In der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland ist der Baphomet in Form eines bärtigen Kopfes im Amtzeichen des Ordensmeisters abgebildet.

baphomet1

Belial

Eine dämonische Gestalt aus der Bibel.

Belphegor

Belphegor leitet sich von der moabitischen Gottheit Baal Pegor ab. Im 4. Buch Mose wenden sich die Israeliten von Jahwe ab und Baal Pegor zu. Sie begannen, Unzucht mit den Töchtern Moabs zu treiben, was wohl die Erklärung dafür ist, weshalb Belphegor als Dämon Einzug in die christliche Mythologie fand.

Dictionnaire Infernal (1863)

Dictionnaire Infernal (1863)

Bisterk Ding

Sogar die kleine Insel Helgoland hat einen eigenen Dämon, der dem Meer entsteigen soll, wenn jemand auf dem Wasser verunglückt.

Buer

Der in der „Pseudomonarchia Daemonum“ erwähnte Buer ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie im Christentum alles dämonisiert wird, was der Kirche nicht in den Kram passt. Der vermeintliche „Große Vorsitzende der Hölle“ und „Oberbefehlshaber von 50 Legionen von Dämonen“ hat nämlich ausgesprochen positive Eigenschaften. U.a. soll Buer Moralphilosophie, Logik sowie die Wirkung von Kräutern lehren und darüber hinaus Gebrechen heilen sowie gute Schutzgeister zur Verfügung stellen.

In der Astrologie wird Buer mit dem Schützen gleichgesetzt, während Louis Breton ihn als Löwenkopf mit fünf Ziegenbeinen darstellte. Manche Leute haben eine extrem durchgeknallte Phantasie.

Buer

Chanda

Chanda ist ein Dämon der hinduistischen Mythologie.

Charun

Der etruskische Unterweltdämon Charun tritt als Begleiter während der Totenreise auf und ist damit nicht nur dem Namen nach mit dem Fährmann Cheron aus der griechischen Mythologie identisch.

Cthulhu

Der Cthulhu-Mythos entsprang der Phantasie des Horror-Schriftstellers H. P. Lovecraft (1890-1937). Im fiktiven Buch „Necronomicon“ werden interstellare Wesen beschrieben, die Lovecraft die „Alten“ nannte. Diese sollen aus entfernten Teilen der Galaxie bzw. des Universums stammen und keinen uns bekannten Naturgesetzen unterliegen.

Es fällt auf, dass Lovecraft den Umkehrschluss der christlichen Fundamentalisten zog und nicht wie diese Aliens dämonisierte, sondern in Dämonen Aliens sah. Okkulte Praktiken dienen ihm zufolge der Kontaktaufnahme mit Außerirdischen. Aleister Crowley sowie zahlreiche Channelmedien wendeten diese Lehren später praktisch an. Von Lovecraft ist hingegen nicht bekannt, dass er selbst über okkulte Rituale mit solchen Wesen in Kontakt trat. Er litt allerdings Zeit seines Lebens unter heftigen Albträumen, die ihn zu seinen Werken inspirierten.

Cthulhu gehört zu seinen bedeutendsten Schöpfungen und erfreut sich in okkulten Kreisen bis heute großer Beliebtheit. Der Dämon mit dem Tintenfischgesicht soll vor mehreren hundert Millionen Jahren auf die Erde gekommen und durch einen Fluch der versunkenen Stadt R’lyeh im Pazifik in einem todesähnlichen Schlaf gefangen sein. Einige Okkultisten hoffen auf seine Wiederkehr, obgleich seine Schreckensherrschaft den Tod allen Lebens auf Erden (also auch den Tod der Okkultisten) bedeuten würde.

Cthulhu

Dibbuk

Dem jüdischen Volksglauben nach ist ein Dibbuk streng genommen gar kein Dämon, sondern die Seele einer verstorbenen Person, die von den Körpern der Lebenden Besitz ergreift. Eine solche umherirrende Seele kann dem Aberglauben zufolge in einer Dibbuk-Kiste gebannt werden.

Dysnomia

In der griechischen Mythologie ist Dysnomia die Dämonin der Gesetzlosigkeit und Gegenspielerin von Eunomia, die für die gesetzliche Ordnung steht.

Eurynome

Eurynome ist einer der vier Erzdämonen in der „Ars Goetia“, zu denen auch Astraroth und Bael gehören.

Fenixmännlein

Die Fenixmännlein sind eine Gruppe schlesischer Zwergdämonen, die mit Zwergen und Erdgeistern verwandt sind. Ihre kleine Statur sowie die Tatsache, dass sie Menschenkinder gegen Wechselbälger austauschen, lässt den Verdacht aufkommen, dass die Legenden der Fenixmännlein auf die Grey-Aliens zurückgehen.

Gautami

Gautami ist in der indischen Mythologie ein weiblicher Dämon, aber auch der Beiname der Göttin Durga.

Gong Gong

Der hornbewehrte Dämon Gong Gong aus der chinesischen Mythologie brachte der Legende nach fast den Himmel zum Einsturz, als er gegen Kaiser Yao, einen der fünf Urkaiser Chinas, kämpfte.

Greiss

Der Greiss ist ein viehmordender Dämon, welcher aus der Sagenwelt des Alpenraums stammt und mit der Rauschbrandseuche in Verbindung gebracht wird.

Hiranyakashipu & Hiranyakasha

Die Brüder Hiranyakashipu und Hiranyakasha waren der indischen Mythologie zufolge einst die Türwächter von Vishnus himmlischem Palast. Jedoch vergingen sie sich, indem sie viele Weise und Asketen nicht einließen, weshalb sie dazu verdammt wurden, als Söhne von Diti und Kashyapa wiedergeboren zu werden. Als Dämonen terrorisierten sie fortan sowohl die Menschen als auch die Götter.

Während Hiranyakasha von Vishnu getötet wurde, tat Hiranyakashipu nach dem Tod seines jüngeren Bruders Buße und erlangte durch Brahma Unsterblichkeit.

Iblis

Iblis ist der islamische Name Luzifers. Während Luzifer für „Lichtbringer“ steht, bedeutet Iblis jedoch „Enttäuschter“, was sich von seiner Verstoßung durch Gott herleitet.

Incubus

Incubi sind nachtaktive Dämonen, die Alpträume verursachen und sich mit schlafenden Frauen paaren, wobei sie ihren Opfern Lebensenergie absaugen. Erstmalig erwähnt wurden solche Dämonen im antiken Mesopotamien. Aus heutiger Sichtweise ergeben sich erstaunliche Parallelen zum UFO-Entführungsphänomen. Auch bei diesem kommen die Grey meist nachts, führen Eingriffe an den Genitalien durch sorgen für Albträume.

Incubus

Kali

Kali ist ein hinduistischer Dämon, der verbannt wurde, nachdem er eine Kuh und einen Stier gequält hatte. In Kalis Reich fallen Glückspiel, Alkoholismus, nichtehelicher Sex und das Schlachten von Tieren. Nach Kali ist das derzeitige Eiserne Zeitalter Kali-Yuga benannt. Der Dämon Kali sollte übrigens nicht mit der gleichnamigen Göttin Kali verwechselt werden. Ebenso haben weder der Dämon noch die Göttin etwas mit Kalisalz zu tun.

Keshi

Keshi ist ein Dämon aus der indischen Mythologie, der von Krishna getötet wurde.

Khara

Khara ist ein Rakshasa und der Bruder des Dämonenfürsten Ravana. Beide entstammen dem indischen Nationalepos „Ramayana“. In diesem ist zieht Khara mit 14.000 Dämonen in den Kampf gegen den Helden Rama und wird von diesem getötet.

Krampus

Der Krampus ist das Gegenstück zum Nikolaus und bestraft die unartigen Kinder. Er ähnelt in dieser Funktion dem Knecht Ruprecht.

Happy Krampus

Kumbhakarna

Kumbhakarna ist ein Rakshasa und der Bruder des Dämonenfürsten Ravana.

Kur

Kur ist ein Dämon der sumerischen Mythologie, der für das Reich der Toten, die Hölle bzw. den leeren Raum ohne Hoffnung steht.

Lamaštu

Lamaštu war ursprünglich die Tochter der Himmelsgöttin und des Gottes Anu. In der altbabylonischen Epoche (2000-1600 v.Z.) wurde aus ihr nach der Sintflut eine Dämonin, die Krankheit und Tod verursachte, um im göttlichen Auftrag eine Überbevölkerung zu verhindern. Ihr Hauptaugenmerk galt dabei Schwangeren und Säuglingen. Lamaštu zählt zum Umkreis der „Sieben bösen Dämonen“.

Lamia

Ursprünglich war Lamia die Tochter des griechischen Gottes Poseidon. Später wurde sie Königin von Libyen und zeugte mit Zeus einen Sohn. Nachdem ihr Sohn von Zeus’ Gemahlin Hera aus Eifersucht getötet wurde, verwandelte Lamia ihren Kopf in ein Schlangenhaupt und begann die Kinder anderer Mütter zu töten. Diese Akte der Barbarei waren nicht nur als Rache an Hera ungeeignet, sondern auch übertrieben brutal. Denn Lamia tötete die Kinder nicht einfach nur, sondern häutete, zerstückelte und aß sie obendrein. Angesichts dessen ist es durchaus verständlich, dass Lamia heute als Dämonin betrachtet wird.

Legion

Beim Dämon von Gadara, dem Jesus laut dem Neuen Testament begegnet sein soll, scheint es sich nicht um einen einzelnen Dämon zu handeln, denn er gibt sich als „Legion“ zu erkennen, da es viele sind. Unklar ist zudem, ob Jesus es mit einem (Evangelien von Markus und Lukas) oder zwei (Evangelium von Matthäus) Besessenen zu tun hatte.

Lempo

Lempo ist in der finnischen Mythologie der Gott der Bosheit und Herr der Dämonen.

Lilith

Ursprünglich war Lilith eine sumerische Göttin. Später wurde Lilith u.a. als Succubus beschrieben und von den Mandäern ist eine Dämonenliste überliefert, in der eine ganze Kategorie weiblicher und männlicher Dämonen unter dem Namen Lilith aufgeführt ist.

In der mittelalterlichen Schrift „Abhandlung über die linken Emanationen“ des Rabbi Isaak ben Jakob ha-Cohen aus dem Jahr 1265 bilden Samael und Lilith ein göttliches Paar, welches über eine Gruppe böser Dämonen herrscht. Zusammen kämpfen sie gegen die guten Emanationen um die Vorherrschaft. Allerdings gibt es in dieser Schrift mindestens zwei Liliths, von denen die Jüngere mit dem Dämon Asmodäus vermählt ist.

Dem jüdischen Midrasch nach war Lilith hingegen Adams erste Frau, die sich jedoch seiner Herrschaft entzog. Obwohl sie in dieser Rolle im Christentum oft dämonisiert wird, ist Lilith gerade hier ausnahmsweise sehr positiv angelegt. Sie ist eine starke, gelehrte Frau, die sich gegen das Patriarchat erhebt und im Gegensatz zu Adam und Eva resistent gegenüber dem Teufel ist. In feministischen Kreisen wird Lilith daher bis heute verehrt, während sie in den patriarchalen Strukturen des Christentum verhasst ist.

Loki

Eigentlich ist Loki in der nordischen Mythologie kein wirklicher Dämon. Seine Streiche und Betrügereien sowie seine gestaltwandlerischen Fähigkeiten lassen ihn jedoch in keinem guten Licht dastehen. Nachdem Loki den Tod Balders herbeiführte, zerbrach sein Verhältnis zu den Göttern und er wurde an einen Felsen gefesselt. Mit Beginn der Götterdämmerung konnte er sich jedoch befreien und kämpfte zusammen mit den Riesen gegen die Götter. Im Kampf mit Heimdall töteten sich beide gegenseitig.

In der Marvel-Verfilmung „The Avengers“ führt Loki hingegen eine Heerschar von Dämonen in die Schlacht gegen die Erde, um die Menschheit zu unterwerfen.

Luzifer

Der Anführer der gefallenen Engel Luzifer (zu deutsch „Lichtbringer“) dürfte allseits bekannt sein. In der okkulten Astrologie wird er durch die Venus als Morgenstern repräsentiert.

Magog

Beim Propheten Ezechiel war Magog ursprünglich ein Land in welchem der Fürst Gog wohnte. Erst in der Offenbarung des Johannes wurden aus Gog und Magog zwei (Dämonen-)Völker, die am jüngsten Tage von Satan befreit werden sollen. In der okkulten Studentenbruderschaft Skull & Bones ist Magog indes ein Titel, der anhand der Penislänge vergeben wird.

Marduk

Marduk war der Stadtgott des antiken Babylons.

Munda

Munda ist ein Dämon der hinduistischen Mythologie, Diener der Asuras Sumbha and Nisumbha.

Mura

Mura ist ein Daitya in der indischen Mythologie, der von Krishna getötet wurde.

Namrael

In der Offenbarungsreligion des Manichäismus wurde das erste Menschenpaar von den obersten Dämonen Namrael und deren Gemahl Ashaqlun erschaffen.

Nanghait

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie.

Pan

Pan war im antiken Griechenland ein Hirtengott und Sohn des Hermes. Wegen seiner missgebildeten Gestalt wurde er nicht nur von seiner Mutter Dryops und aus dem Olymp verstoßen. Seine Ziegenfüße und Hörner boten später auch den Christen eine Steilvorlage für die zeitgenössische Darstellung Satans. Lévis Baphomet ist ebenfalls an Pan angelehnt.

Als wäre diese Diffamierung nicht schon schlimm genug, gilt Pan heute obendrein pädophilen Satanisten als Schutzpatron. James Matthew Barries „Peter Pan“ ist spätestens seit der Verfilmung durch den berüchtigten Disney Konzern ein beliebtes Motiv sowohl in der Pädophilenszene als auch in Mind Control-Programmen. Der Name von Michael Jacksons „Neverland-Ranch“ leitet sich vom Nimmerland aus „Peter Pan“ ab.

Weiterhin greift Disney in den „Narnja“-Filmen auf die griechische Darstellung des Pan zurück, wobei es auch in diesen Werken pädophile Anspielungen gibt.

"Pan und die Nymphen", Jean-Francois de Troy (1722-1724)

„Pan und die Nymphen“, Jean-Francois de Troy (1722-1724)

Pazuzu

Pazuzu entstammt der babylonischen und assyrischen Mythologie und galt als Personifizierung des kalten Windes, der Kälte und Fieber bringt. Die einzige bekannte Ganzkörperdarstellung Pazuzus aus dem 1. Jahrtausend v.Z. zeigt ihn als geflügeltes Mischwesen, welches die Geste „Wie im Himmel, so auf Erden“ vollführt.

Pazuzu

Perchta

Perchta ist eine Sagengestalt ungeklärter Herkunft, von der sich die Perchten aus dem alpenländischen Brauchtum in Bayern und Österreich ableiten. Schon witzig, dass ausgerechnet die Erzkatholiken sich einen Spaß daraus machen, einmal im Jahr in Dämonenkostüme zu schlüpfen. Die lärmenden Umzüge können sogar bis 500 n. Z. zurückverfolgt werden.

Ravana

Ravana ist der Dämonenkönig des Epos „Ramayana“ und Gegenspieler des Helden Rama, von dem er letztendlich getötet wurde. Er gilt nicht als einseitig Böse, sondern lediglich als Feind der Götter. Sein Reich Lanka könnte möglicherweise im heutigen Sri Lanka gelegen haben.

Ravana

Satan/Schaitan

Satan ist im Christentum der Gegenspieler Gottes und Herrscher über die Hölle. Er ist auch unter den Bezeichnungen Teufel, Leibhaftiger, Beelzebub uvm. bekannt. Obgleich er sich von Luzifer ableitet, stellt er im Okkultismus dessen Gegenstück dar. Luzifer vertritt demnach das aufbauende Prinzip, während Satan für die Zerstörung steht. In der Astrologie wird Satan durch die Venus als Abendstern repräsentiert.

Die islamische Bezeichnung Satans lautet Schaitan.

Saurwa

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie.

Šebettu

Der akkadische Name Šebettu bedeutet übersetzt „Sieben“. Er steht für zwei Dämonengruppen Babyloniens, die aus jeweils sieben Dämonen bestehen.

Die bösen Sieben sind die Söhne des Himmelsgottes Anu und wurden in der babylonischen Astrologie wenig überraschend mit den Plejaden assoziiert. Sie sind die Thronträger der Totengöttin Ereškigal, die Menschenfleisch essen und Blut trinken. Der Überlieferung nach sind sie zudem für Mondfinsternisse verantwortlich.

Den sieben bösen Šebettu stehen die sieben guten Šebettu gegenüber, welche die Söhne des Enmešarra sind.

Succubus

Succubi sind das weibliche Gegenstück zu Incubi. Im antiken Mesopotamien waren diese Wesen unter den Namen Lilu, Lilutu, Ardat Lili oder Irdu Lili bekannt, woraus sich wahrscheinlich Lilith aus der jüdisch-christlichen Mythologie ableitet. Nächtliche Besucher, die schlafenden Männern die Samen stehlen, weisen jedoch auch erstaunliche Parallelen zum UFO-Entführungsphänomen auf.

Supay

Der Inka-Dämon Supay steht für die strafende Gewalt, welche die Seelen der Verstorben in der Unterwelt für ihre Schandtaten quält.

Taraxippos

Die alten Griechen hatten so ziemlich für alles einen Gott oder Daimon parat. Für das Durchgehen der Pferde auf der Rennbahn wurde der Dämon Taraxippos verantwortlich gemacht.

Taurvi

Einer der sieben Daeva des Ahriman in der persischen Mythologie.

Tuchulcha

Tuchulcha ist ein Dämon der etruskischen Unterwelt, in dessen Haar und um dessen Arme sich Schlangen winden. Er wird meist männlich dargestellt, sein Geschlecht kann jedoch auch variieren.

Ullikummi

Ullikummi ist ein riesenhafter Steindämon aus der hurritischen Mythologie. Diese wurde später von den Hethitern übernommen.

Ulu Toyon

Ulu Toyon ist der Herrscher über die Abaasy aus der Sagenwelt der sibirischen Jakuten. Der Dämonenkönig gab einst den Menschen das Geheimnis des Feuers, womit dieser Parallelen zu Luzifer und Prometheus aufweist.

Ur

Der König der Finsternis in der mandäischen Mythologie ähnelt der Rolle Satans im Christentum. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Mandäer sind eine monotheistische Glaubensgemeinschaft, die sich vom Judentum und Christentum abgespalten hat.

Vanth

Vanth ist eine etruskische Dämonin, die als jugendliche Begleiterin des Totengottes Charun auftritt.

Vritra

Vritra ist ein drachen- bzw. schlangenartiger Dämon aus der vedischen Mythologie Indiens, welcher von Indra erschlagen wurde. Die Legende ähnelt der griechischen Heldensage von Herakles, der die Hydra erschlug sowie Thor, der in der nordischen Mythologie die Midgardschlange tötete und Conan, der Thulsa Doom köpfte. Es liegt nahe, dass alle diese antiken und modernen Heldensagen einen gemeinsamen Ursprung haben.

Zalambur

In der islamischen Dämonologie ist Zalambur der Sohn von Iblis (Luzifer). Als Djinn leitet er unehrliche und betrügerische Geschäfte.

Zipacna

Zipacna ist ein Erdbeben-Dämon aus der Maya-Mythologie.

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John Carter – Die Rosenkreuzer des Mars

von Joe Doe

Der Film „John Carter – Zwischen zwei Welten“ basiert auf der gleichnamigen Buchreihe von Edgar Rice Burroughs (1875-1950), die ab 1917 in elf Bänden erschien. Die folgende Kritik bezieht sich auf die Verfilmung aus dem Hause Disney und nicht auf den grottigen Mockbuster von The Asylum.

Als Burroughs seine Geschichten verfasste, war noch nicht bekannt, dass der Mars ein toter Planet ist. Passenderweise ist die Story im ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt und dreht sich um das Sterben des roten Planeten. Verantwortlich für den Niedergang des Mars ist Sab Than (Dominic West), der König der mobilen Stadt Zodanga.

Zodanga

Sab Than ist ein recht machtgieriges und blutrünstiges Individuum, welches nach der absoluten Herrschaft strebt. Ein Traum, der zu Beginn des Films in Scherben liegt, als er gerade eine entscheidende Schlacht verliert. Doch plötzlich werden alle gegnerischen Himmelsschiffe zerstört und drei engelsgleiche Wesen steigen zu ihm herab und vertrauen ihm eine Waffe an, die ihn unbesiegbar macht.

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Bereits diese Szene ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zunächst wäre da die prä-astronautische Komponente, denn diese Darstellung erinnert doch sehr stark an Begegnungen diverser irdischer Persönlichkeiten mit höheren Wesen. Da wäre z.B. Hesekiel in der Bibel oder Alexander der Große, der nach einer Erscheinung am Himmel eine Schlacht gewann. Auch Jeanne d’Arc und Hildegard von Bingen kommen einem in den Sinn, die ihren Aussagen nach Kontakt zu himmlischen Wesen hatten.

Überlegene Waffen der Götter kommen ebenfalls in einigen Legenden vor. Man denke nur an den Donnerkeil von Zeus, Poseidons Dreizack, das Schwert Excalibur und dergleichen mehr. Der Austausch von Technologie zieht sich dabei bis zu heutigen Gerüchten über angebliche Geheimverträge irdischer Schattenregierungen mit Aliens, was die Anfangsszene von John Carter nur noch brisanter macht.

Götterwaffe_1

Götterwaffe_2

Ein anderer Aspekt dieser Szene ist die engelsgleiche Darstellung der Fremden, die an so genannte „aufgestiegene Meister“ aus der New Age-Bewegung erinnert. Auf diesen Aspekt muss an späterer Stelle noch einmal eingegangen werden, denn die gefallenen Engel haben nicht die besten Absichten. Dies dürfte bereits zu Beginn klar sein, denn immerhin helfen sie einem Bösewicht.

Aufgestiegene Thernmeister

Nach diesem Einstieg wird die Handlung erst einmal auf der Erde fortgesetzt, wo Edgar Rice Burroughs (Daryl Sabara) das Erbe seines Onkels John Carter antritt. Der Name des Neffen ist natürlich eine allzu offensichtliche Hommage an den Autor der Romanvorlage.

Im Nachlass seines Onkels findet Ed neben einem Maya-Kalender auch ein Tagebuch, in dem er von dessen Reise zum Mars erfährt.

Marskalender

Diese beginnt im wilden Westen, wo John Carter als ehemaliger Soldat der Konföderierten von den Streitkräften der Nordstaaten gefangen genommen wird. Diese bieten ihm an, für die andere Seite zu arbeiten. Carter ist jedoch wenig an diesem Angebot interessiert, da er andere Zukunftspläne hat. Ihm gelingt die Flucht und er schlägt sich zu einer Höhle durch, in der er kurz zuvor einen Goldschatz entdeckt hat.

Dort begegnet er einem der mysteriösen Engelswesen, die sich selbst Therns nennen und auf dem Mars Gott spielen. Carter erschießt das transdimensionale Wesen und nimmt ihm ein seltsames Gerät ab, welches ihn direkt auf den roten Planeten transferiert.

Teleporter

Zunächst weiß er nicht, wo er sich befindet und plagt sich mit der geringeren Schwerkraft herum. Dabei sollte erwähnt werden, dass es Menschen auf dem Mars wegen der geringeren Gravitation tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes leicht haben. Aber solche Luftsprünge, wie sie John Carter hinlegt, sind dennoch stark übertrieben.

Auf seiner Erkundungstour entdeckt er kurz darauf ein Nest, in dem madenartige Wesen zu schlüpfen beginnen. Aus den kleinen grünen Männchen werden später einmal große grüne Männchen mit vier Armen und diese sind wenig über den Fremdling begeistert. Kurz bevor die Tharks John Carter auf eine erneute Reise – diesmal ins Jenseits – schicken, erbarmt sich einer der ihren und sammelt den Menschen als Kuriosität ein.

Grünes Männchen

Carters Gönner Tars Tarkas (Willem Dafoe) gehört zu den wenigen mitfühlenden Individuen seines spartanischen Volkes. Dieses kennt nur das Recht des Stärkeren, eliminiert alle Jungen, die es nicht rechtzeitig aus ihren Eiern schaffen und frönt schaurigen Freizeitbeschäftigungen wie Gladiatorenkämpfen. Mit dem menschlichen Volk des Mars teilen sie zwar den Planeten, aber kein Mitgefühl. Als zwei Luftschiffe der sich bekriegenden Städte Zodanga und Helium am Horizont erscheinen, sind die Tharks daher auch eher erheitert über das Gemetzel.

John Carter lässt der Konflikt dagegen nicht so kalt. Er rettet die hübsche Prinzessin Dejah Thoris vor ihrem Sturz in die Tiefe und legt sich nebenbei gleich noch mit Sab Than an, mit dem die Thronfolgerin der Stadt Helium zwangsverheiratet werden soll.

Nachdem sich Sab Than zunächst zurückziehen muss, erkundet John Carter zusammen mit Dejah den heiligen Tempel der Tharks, in dessen antiken Reliefs sie sich Antworten erhoffen. John geht es darum, zu erfahren, wie das mysteriöse Gerät der Fremden funktioniert, um damit zur Erde zurückkehren zu können. Die wissenschaftlich begabte Dejah will dagegen hinter das Geheimnis des Neunten Strahls kommen, mit welchem sich unbegrenzt freie Energie gewinnen lässt.

Bei letzterem Punkt ist interessant, dass Dejahs Experimente von den Fremden sabotiert werden, was ebenso auf fast sämtliche realen Experimente zur Gewinnung von Vakuumfeldenergie auf der Erde zutrifft. Freie Energie wird mit allen Mittel unterdrückt. Viele Forscher wurden bereits sabotiert, finanziell in den Ruin getrieben und sogar ermordet. Inzwischen beschränkt man sich darauf, Physiker wie Prof. Dr. Claus Turtur lächerlich zu machen und in die Esoterik-Ecke abzuschieben. Die Profite der Energiekonzerne sowie der Öl- und Atomlobby sind dabei wohl die treibende Kraft, aber eventuell nicht die Einzige.

Im Film ist die blaue Energie die Machtquelle der Therns und daher auch der Schlüssel, technologisch zu ihnen aufzuschließen. Das kommt nicht von ungefähr, denn der neunte Strahl spielt auf den neunten Grad der Rosenkreuzer an, mit dessen Erreichen die Betreffenden als gottähnlich gelten. Derartiges wollen die Therns natürlich verhindern. Kurioserweise ergibt sich hier ein Umkehrschluss zur Serie „V – Die Besucher“, in der die Reptiloiden der Menschheit ihre ebenfalls blaue Energie als Geschenk anbieten.

Blaue Energie

Die Suche nach dem Geheimnis der blauen Energie und der Bedienungsanleitung für den Teleporter müssen Carter und die Marsprinzessin auf der Flucht fortsetzen. Denn nachdem ihnen schon die Therns und ihre Marionette Sab Than auf den Fersen sind, haben sie mit dem Betreten des heiligen Tharktempels deren wichtigstes Tabu gebrochen und sich dieses Volk damit zum Feind gemacht. Da Tars Tarkas leibliche Tochter Sola (Samantha Morton) bei der Bewachung des Tempels versagt hat und deswegen die Todesstrafe bekommen soll, verhilft ihr Vater den Dreien zur Flucht.

Zusammen erreichen sie den Fluss Is, an dessen Ufer sie die Säulen Jachin und Boas durchqueren.

Säulen am Fluss

Die Reise geht zu Wasser weiter, auf dem sie schließlich eine Inselanlage der Therns finden. Diese ist überraschend schlecht bewacht, sodass John und Dejah ungehindert eindringen und an die gewünschten Informationen gelangen können. Anhand der Hologrammdarstellungen kann John der Marsprinzessin zudem endlich beweisen, dass er von einer anderen Welt stammt. Dejahs Volk kennt die Erde als Jasoom, während sie ihren eigenen Planeten Barsoom nennen.

Als die beiden endlich damit fertig sind, die Beziehungen ihrer beiden Welten zu verbessern, wartet draußen schon ein anderer Stamm Tharks, der von den Therns aufgehetzt wurde. Auf dem Wasser können sie noch problemlos vor ihren Häschern fliehen, die von den Klippen aus nur Speere nach ihnen werfen können. Doch zurück am Ufer werden sie überwältigt.

Für den Erdling stellen die Tharkhorden allerdings kein Problem dar, er metzelt sich einfach durch sie hindurch. Spätestens hier beginnen Carters Superkräfte echt zu nerven, denn er benimmt sich fast wie Superman auf der Erde. Allerdings sind es diese Superkräfte, die Sab Thans Interesse wecken, weshalb er Carter vorerst am Leben lässt. Dejah ergibt sich indes ihrem Schicksal und willigt in die Hochzeit mit ihrem Widersacher ein, da dies der einzige Weg zu sein scheint, den Krieg der beiden Städte zu beenden. Allerdings schickt sie noch einen ihrer Leute aus, um Carter aus den Klauen ihren zukünftigen Gatten zu befreien.

Unterschwellige Augensymbolik.

Unterschwellige Augensymbolik.

Als John Carter aus der Stadt hinaus schleichen will, begegnet er einem Thern, der überraschend redselig ist und ihm offenbart, was hinter den Kulissen geschieht. Die Therns streiten die Verantwortung für die Zerstörung des Mars ab und sehen sich lediglich als Verwalter der Zerstörung. Sie erdreisten sich, das Schicksal anderer Welten zu lenken, was eine Parallele zu den mysteriösen Hutträgern aus dem ähnlich gearteten Film „Der Plan“ (2011) darstellt.

In „Der Plan“ antworten die Fremden auf die Frage, ob sie Engel seien: „So wurden wir auch schon genannt.“ Ob ihr Boss Gott oder Luzifer ist, lässt der Film indes offen. In „John Carter – Zwischen zwei Welten“ haben die Therns hingegen keinen Meister, wobei ihr verwerfliches Verhalten sie definitiv in die Ecke der gefallenen Engel rückt.

Weiterhin beunruhigend ist die Tatsache, dass sie ihre Gestalt verändern und unerkannt unter den Marsmenschen wandeln können. Diese Fähigkeit wird einigen realen Aliens immer wieder von Whistleblowern und Augenzeugen nachgesagt, weshalb diese Filmszene als Anspielung auf die Realität angesehen werden könnte.

Thernverwandlung_1

Thernverwandlung_2

Thernverwandlung_3

Wie John Carter später erfährt, sind die Therns auch auf der Erde aktiv und beeinflussen die menschliche Entwicklung ebenfalls negativ. Die Bruderschaft der Schlange lässt grüßen, auch wenn Disney es versäumt, die irdischen Kollaborateure und ihr Netz aus okkulten Geheimbünden zu erwähnen.

Zumindest auf dem Mars haben die Therns ihre Rechnung jedoch ohne John Carter gemacht. Dieser kehrt mit einer gekaperten Flugmaschine zu den Tharks zurück, um sie für den Kampf gegen Sab Than zu gewinnen. Dummerweise wurde Tars Tarkas nach seiner Fluchthilfeaktion eingekerkert und zusammen mit seiner Tochter und Carter soll er in der Arena an zwei hässliche Marsaffen verfüttert werden. Natürlich gelingt es dem Erdling, die Viecher zu erledigen und obendrein den Anführer der Tharks zu enthaupten. Kein Disney-Kinderfilm ohne Blutbad!

Blutsport

Säulen Arena

Durch seinen Sieg in der Arena, welche wieder einmal mit zwei Säulen geschmückt ist, gelingt es John Carter, die Tharks von seiner Mission zu überzeugen. Allerdings muss er feststellen, dass die mobile Stadt Zodanga verlassen ist und Sab Thans Truppen sich bereits in Helium aufhalten. Er fliegt schon mal vor, um die Hochzeit des marsianischen Oberilluminaten mit Dejah zu verhindern, denn es dürfte inzwischen klar sein, dass diese nicht den erhofften Frieden, sondern eine feindliche Übernahme bringen wird.

Die Hochzeitsvorbereitungen sind bereits in vollem Gange und noch marschieren die Truppen von Zodanga und Helium Seite an Seite. Erstere tragen dabei rote und Letztere blaue Flaggen. War ja klar, dass die friedlichen und gleichermaßen unwissenden Herren von Helium die niederen Freimaurergrade repräsentieren, während Sab Than der satanistischen Hochgradfreimaurerei angehört.

BlauRot-Parade_1

BlauRot-Parade_2

Das Ende ist natürlich vorhersehbar und die Guten gewinnen. Sab Than findet den verdienten Tod und John Carter heiratet die hübsche Prinzessin. Doch der Einfluss der Therns ist keinesfalls beendet. Als Carter sich entschließt, auf dem Mars zu bleiben, und sein erbeutetes Teleportationsgerät aus dem Fenster pfeffert, wird er von einem Thern überrascht, der ihn zur Erde zurück schickt. Ohne eigenen Teleporter kann er nämlich nicht wieder auf den Mars zurückkehren und den Therns dort nicht weiter ins Handwerk pfuschen.

Auf der Erde entwickelt Carter den Plan, zu behaupten, er hätte einen weiteren Teleporter gefunden, was die Aufmerksamkeit der Intrigenspinner auf ihn lenkt. Er fingiert seinen eigenen Tod und lockt so einen Thern in die Falle, um ihm dessen Teleporter abzuknöpfen. Mit diesem kann er wieder zu seiner marsianischen Frau zurückkehren, doch nicht, ohne seinen Neffen als Beschützer anzuheuern.

Interessanterweise bleibt sein physischer Körper nämlich auf der Erde zurück und wenn dieser getötet wird, stirbt auch sein Abbild auf dem Mars. Das ist deshalb interessant, weil es nahe legt, dass John Carter gar nicht physisch auf den Mars reist, sondern eine Astralreise unternimmt. Existiert die Zivilisation auf Barsoom letztendlich nur auf astraler Ebene?

Fazit: Optisch ist der Film zweifelsohne gelungen und mit Sicherheit dem Mockbuster von The Asylum vorzuziehen. An Spannung und Action mangelt es dem Streifen ebenfalls nicht. Gleiches gilt für hintergründige Anspielungen auf die Beeinflussung unterentwickelter Zivilisationen durch extradimensionale Kräfte. Zumindest verrät der Film aber auch, dass diese Wesen tot umfallen, wenn man auf sie schießt. Das lässt hoffen.

Die aufgestiegenen Erbauer der Stargates

In „Stargate“ suchen die Menschen lange Zeit nach den Erbauern der Sternentore – den Antikern. Letztendlich finden sie diese in einer höheren Dimension, denn sie sind zu einer körperlosen Daseinsform aufgestiegen.

Allerdings gibt es in „Stargate“ keine Channelings. Es ist den Antikern sogar verboten, in das Geschehen der niederen Dimensionen einzugreifen. Wenn dann doch mal ein Antiker Kontakt zu den Menschen aufnehmen will, muss er eine physische Form annehmen und auf sein Wissen verzichten. In einem Fall konnte die Antikerin Chaya sogar ihre Fähigkeiten behalten, wurde jedoch ins Exil verbannt.

Antiker Lichtwesen

Neben den spirituellen Antikern gibt es auf der anderen Seite noch negative Aufgestiegene. Die Ori greifen schamlos in die materielle Ebene ein und versklaven zahllose Völker, um sich von deren emotionaler Energie zu ernähren. Dazu etablieren sie eine totalitäre Religion, die allen Menschen mit Gewalt aufgezwungen wird.

Aber sie vollbringen auch Wunder, um die Menschen zu überzeugen. Wem kommen da nicht Luzifer und der Antichrist in den Sinn? Tatsächlich haben die Ori sämtliche Eigenschaften von Dämonen bzw. Djinn. Sie erscheinen als rauchloses Feuer und können sogar von Menschen Besitz ergreifen.

Oridämon

Aufgestiegene Jedi-Meister

Kaum eine Science Fiction Saga beschäftigt sich intensiver mit esoterischen Themen als „Star Wars“.

Die Jedi-Meister haben nicht nur Telekinese drauf, die Mächtigsten unter ihnen schaffen es sogar, als körperlose Wesen in höhere Dimensionen aufzusteigen. Die Ähnlichkeit zu den „aufgestiegenen Meistern“ aus der Theosophie ist unübersehbar. Ebenso wie diese nehmen auch die aufgestiegenen Jedi-Meister Kontakt zu Medien auf. Wenn Luke von der Stimme Obi-Wan Kenobis den Hinweis bekommt, ins Dagobah-System zu fliegen, ist das nichts anderes als ein Channeling.

Aufgestiegene Jedimeister

Channelmedien – Die esoterischen Lehren „aufgestiegener Meister“

von Joe Doe

Das Internet wird seit einigen Jahren von einer Flut angeblich gechannelter Botschaften überschwemmt. Mit „Channeling“ ist dabei die geistige Kontaktaufnahme zu Außerirdischen, „aufgestiegenen Meistern“ und zuweilen auch Geistern und Engeln gemeint. Die Inhalte dieser vermeintlich außer- bzw. überirdischen Grußbotschaften sind dabei alle sehr ähnlich: Die Welt ist zwar schlecht, aber schon bald wird alles Friede, Freude, Eierkuchen sein.

In der Tat sind diese Videobotschaften, die entweder von einer mehr oder weniger schlechten Computerstimme gesprochen oder von einem Channelmedium persönlich vorgetragen werden, an Banalität kaum zu überbieten. Der erste Teil konzentriert sich dabei fast immer auf den aktuellen Zustand der irdischen Gesellschaft.

Mal ehrlich: Wir brauchen keine Botschaften von höheren Wesen, um zu erkennen, dass unser Planet momentan im Chaos versinkt. Kriege, Korruption, Umweltzerstörung und menschliches Elend, wohin man blickt. Man muss schon blind sein, um nicht zu erkennen, dass die Welt fest im Griff einer moralisch verkommenen Elite ist. Die angeblichen Aliens erzählen uns da absolut nichts Neues!

Kommen wir also zum zweiten Teil diverser Channelbotschaften. In diesem wird standardmäßig das baldige Erwachen der Menschheit angekündigt und auf die Erlösung durch höhere Mächte spekuliert. Letztendlich soll die Erde in die 5. Dimension aufsteigen, wo nichts Schlechtes existiert.

Es mag zwar durchaus stimmen, dass derzeit immer mehr Menschen aufwachen. Doch 1. handelt es sich nach wie vor um eine verschwindend kleine Minderheit und 2. liegt dies keineswegs an außerirdischen Einflüssen. Die irdische Machtelite treibt es inzwischen schlichtweg so weit auf die Spitze, dass man schon ziemlich hirntot sein muss, um nicht zu merken, was auf diesem Planeten abgeht. Zudem verbreiten sich Informationen dank dem Internet heutzutage immer schneller.

Halten wir also fest, dass das geistige Erwachen einer wachsenden Anzahl von Menschen etwas mit der Verfügbarkeit von Informationen zu tun hat. Wissen ist Macht und Unwissenheit ist Ohnmacht. Man muss dabei schon reichlich ohnmächtig sein, um an hanebüchene Dinge wie Photonengürtel oder galaktische Synchronisationsstrahlen zu glauben.

Der Aufstieg der Erde in höhere Dimensionen ist ebenfalls Unfug. Es stimmt zwar, dass das Universum multidimensionaler Natur ist, wovon inzwischen sogar jeder ernstzunehmende Physiker ausgeht. Jedoch wird die vierdimensionale Raumzeit immer die vierdimensionale Raumzeit bleiben und nicht in höhere Dimensionen entweichen. Es hat Gründe, warum wir auf dieser materiellen Ebene inkarniert sind und vertraut man den Berichten von Nahtoderfahrungen, lernen wir die höheren Ebenen noch früh genug kennen.

Die Erde wird also nirgendwohin aufsteigen und das Universum ist ohnehin schon immer multidimensional gewesen. Die gechannelten Botschaften können jedoch nicht nur durch logisches Denken demaskiert werden. Ihre Versprechungen waren zudem nicht ein einziges Mal zutreffend. So sollte die Erde bereits 2012 aufsteigen. Nun, wir haben jetzt 2013.

Ebenso sollten laut der Australierin Blossom Goodchild (welch passender Name) bereits am 14. Oktober 2010 massenhaft UFOs über den Hauptstädten der Erde erscheinen. Passiert ist nichts.

Das stört die Channelmedien und ihre leichtgläubigen Anhänger jedoch nicht. Wenn die Erde mal wieder nicht aufgestiegen ist, liegt das halt am „Einfluss der Dunkelkräfte“ sowie den vielen „Ungläubigen“. Gleiches gilt für das Nichterscheinen der Lichtflotte der galaktischen Föderation. Wobei in letzterem Fall einige tiefgläubige Anhänger sogar aus jedem Flugzeug ein UFO machen, um die Wahrhaftigkeit der Channellings zu unterstreichen.

Wie blöd muss man eigentlich sein, um auf solche billigen Taschenspielertricks hereinzufallen? Diese ständigen Umdeutungen, nachdem sich wieder mal etwas als unzutreffend herausgestellt hat, muten schon fast wie ein intergalaktisches Hütchenspiel an. Letztendlich ist die Kugel stets unter keinem Hütchen, sondern immer in der Hand des Betrügers.

Doch wer sind diese Betrüger eigentlich? Um dies zu erfahren, machen wir eine kurze Exkursion in die Geschichte der Esoterik. Die ersten Channellings kamen im ausgehenden 19. Jahrhundert auf – eine Zeit, in der auch Séancen und andere esoterisch-okkulte Praktiken populär waren.

Zu den ersten Channelmedien gehörten namhafte Theosophinnen wie Helena Blavatsky, die in ihrer Weltanschauung u.a. einige Elemente des Hinduismus aufgriff und diese für ihre eigenen luziferischen Lehren verdrehte. So sollte es auch nicht verwundern, dass sich unter den „aufgestiegenen Meistern“ auch immer wieder hinduistische sowie andere antike Gottheiten finden.

Helena Blavatsky

Helena Blavatsky

Aus Göttern wurden schließlich Außerirdische und so gründete der US-amerikanische Theosoph Guy Ballard mit der „I am“-Bewegung den Vorläufer der ersten UFO-Sekte, dem „Ashtar Command“. Die Channelbotschaften dieses „arisch“ anmutenden Weltraumheinis sind schon geradezu legendär. Jedoch werden wir auf die UFO-Sekten in einem separaten Artikel noch genauer eingehen, da dies hier einfach den Rahmen sprechen würde.

Ashtaroth

Kommen wir zu einem weiteren Channelmedium, welcher wie kein anderer für die finsteren Abgründe dieses Themas steht. Die Rede ist von Aleister Crowley und dessen angeblichem Channelkontakt „Lam“ oder „Aiwass“. Dieses Wesen, das einem Grey-Alien ähnelt, soll ihm sogar eines seiner Bücher, „Liber AL vel Legis“, diktiert haben.

Lam

Es ist schon mehr als fragwürdig, warum die angeblich wohlwollenden „aufgestiegenen Meister“ ausgerechnet Kontakt zu einem Satanisten suchen und diesem ihre luziferischen Irrlehren diktieren. Spätestens hier sollte man die Parallelen von Channellings zu okkulten Praktiken wie automatischem Schreiben und Hexenbrettern ziehen. Alle drei Methoden werden üblicherweise bei Séancen angewendet, um vermeintlichen Kontakt zur Geisterwelt herzustellen.

Dies führt uns direkt zur Frage, was es mit Channellings tatsächlich auf sich hat? Es gibt im Großen und Ganzen drei Erklärungsmöglichkeiten.

1. Die psychologische Erklärung.

Durch wissenschaftliche Experimente mit Gläserrücken weiß man, dass das Unterbewusstsein hier eine große Rolle spielt. Die Probanden bewegen das Glas tatsächlich nicht absichtlich, sondern üben unterbewusst Druck mit ihren Händen aus.

Ähnlich ist es beim Channelling. Im besten Falle führen die Medien einen inneren Monolog, nehmen diesen aber nicht als solchen wahr, sondern als Zwiegespräch. Im schlimmsten Falle kann es sich um eine schizophrene Erkrankung handeln, bei der die Betroffenen Stimmen im Kopf hören und diese für übernatürlich halten.

Weiterhin können Drogen eine wichtige Rolle spielen. Wenn z.B. Aleister Crowley behauptete, ein Alien namens Lam gechannelt zu haben, sollte dabei berücksichtigt werden, dass dieser Mann sich so ziemlich jede Droge geknallt hat, die zu seiner Zeit verfügbar war.

2. Die bewusste Agenda.

Es fällt auf, dass sich so ziemlich alle gechannelten Botschaften einander ähneln und die gleichen oder zumindest sehr ähnlich lautende esoterische Lehren enthalten. Es ist schwer zu glauben, dass alle Medien zufällig die gleichen schizophrenen Wahnvorstellungen haben. Womöglich sind auch nur eine Handvoll dieser Menschen tatsächlich schizophren.

Es ist davon auszugehen, dass die betreffenden Theosophen, Freimaurer und anderen Geheimbündler, die sich als Channelmedien verkaufen, sich den ganzen Mist einfach nur aus ihren Fingern saugen. Dies wäre wahrhaftig billigster Jahrmarktzauber, wie wir ihn von angeblichen Hellseherinnen mit ihren Kristallkugeln kennen.

Wer kann schon in die Köpfe von solchen Leuten sehen und nachprüfen, ob sie tatsächlich telepathischen Kontakt zu „aufgestiegenen Meistern“ haben oder sich alles nur ausdenken? Sie können einem sonst was erzählen und in der Regel erzählen sie ihrem Publikum genau das, was dieses hören will. „Alles wird gut“, „Du bist auserwählt“, „Das Paradies wird bald Wirklichkeit“ und dergleichen mehr.

Die Botschaften im Internet sind dabei besonders virulent. Und das, obwohl sie von oft schlecht animierten Aliens oder gar Zeichnungen mit einer monotonen Computerstimme vorgetragen werden. Es sollte jedem mit einem halbwegs funktionsfähigen Hirn klar sein, dass solche Videos von Menschen erstellt und hoch geladen werden. Teilweise mit derartig billigen Methoden, dass es fast schon wieder lustig ist.

Hinzu kommen die dussligen Namen der „aufgestiegenen Meister“, wie z.B. „SaLuSa vom Sirius“ oder „Kryon vom magnetischen Dienst“. Man sollte sich diese Videos wirklich nur dann ansehen, wenn man mal wieder herzhaft lachen möchte.

3. Tatsächliche extradimensionale Wesen.

Auch diese Möglichkeit möchten wir nicht unerwähnt lassen, zumal sie neben einigen Channelings auch nachweisbare Phänomene wie die Transkommunikation erklären würde.

Wie man an den hochgradig okkulten Inhalten der Channelings sehr deutlich erkennen kann, hätten wir es im Falle eines Kontaktes mit echten Wesen keineswegs mit freundlichen Raumbrüdern zu tun. Viel mehr würde alles auf negative Extradimensionale hindeuten, die möglicherweise hinter den Plänen zur neuen Weltordnung stehen könnten.

Das zeigt sich allein schon daran, dass sich manche dieser angeblichen Entitäten als „Jesus“ ausgeben, jedoch teils sehr unchristliche Botschaften von sich geben. Immer wieder ist die Rede davon, dass wir unsere eigenen „Götter“ wären und die „Auserwählten“ schon bald zu einem omnipotenten Herrenmenschen mutieren.

Dieselbe Ideologie finden wir 1:1 bei der Theosophischen Gesellschaft wieder, die nicht zuletzt eine ganze Reihe von Channelmedien hervorgebracht hat. Wir hatten bereits Helena Blavatsky und Guy Ballard erwähnt. Alice Ann Bailey wäre ebenfalls noch zu erwähnen. Wenn man dann noch theosophische Publikationen wie Blavatskys „Lucifer“-Magazin und Baileys „Lucifer Publishing Company“ berücksichtigt, ergibt sich ein ernüchterndes Gesamtbild.

Alice Bailey

Alice Bailey

Von solchen Figuren sollte sicht niemand ein „erwachendes Christusbewusstsein“ oder ähnlichen Unfug einreden lassen. Dies kann sogar lebensgefährlich werden, wenn es heißt, dass physische und psychische Leiden Anzeichen eben dieses „erwachenden Christusbewusstseins“ seien. Wer körperliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen oder im Falle von Depressionen einen Psychotherapeuten. Blindes Vertrauen in esoterischen Mumpitz kann dagegen im schlimmsten Fall tödlich enden.

Wir haben es bei Channelings mit nichts anderem zu tun als mit einer gigantischen New Age-Täuschung. Wir erleben hier den Aufstieg einer neuen, esoterischen Weltreligion, welche uns vermeintliche Außerirdische als Gottheiten auftischt. Es spielt dabei keine Rolle, ob sich hinter dieser Agenda tatsächlich fremde Wesen (Grey, Reptiloide, etc.) oder einfach nur geistesgestörte Menschen verbergen. Wichtig ist nur, dass sich niemand davon in die Irre führen lassen darf.

Das Ziel der Channelmedien ist ganz klar, uns in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen. Um dies zu verdeutlichen, betrachten wir kurz das Medium David Wilcock, der behauptet, eine Entität namens „Ra“ zu channeln. Bereits die Erwähnung des ägyptischen Sonnengottes rückt Wilcock in ein freimaurerisches Licht.

David Wilcock

David Wilcock

Kommen wir jedoch zu den Behauptungen dieses Scharlatans, den einige vielleicht als Dauergast bei der „Ancient Aliens“-Reihe des History Channel kennen. Unter anderem prophezeite er, dass die Bilderbergkonferenz in der Schweiz unterbrochen werden würde, was allerdings nicht geschah. Die Weltelite würde weiterhin von wohlwollenden Aliens unter Druck gesetzt, wofür es jedoch keinerlei Anzeichen gibt.

In diesem Zusammenhang spricht Wilcock auch gerne von so genannten weißen Bruderschaften, die einen geheimen Krieg gegen die dunklen Geheimlogen führen würden. Zwar gibt es tatsächlich einen Konkurrenzkampf innerhalb der okkulten Elite und es gibt sogar eine weiße Freimaurerei. Allerdings sind dies nur zwei Seiten der gleichen Medaille.

Es gibt zwei Ausrichtungen bei den Geheimlogen – das aufbauende luziferische Prinzip und das zerstörende satanische Prinzip. Die beiden Seiten finden ihren Ausdruck u.a. in dem Dualitätsglauben der Freimaurer. Wirklich wohlwollend ist keine der beiden Strömungen. Sie sind beide okkult und ergänzen sich gegenseitig. Die von Wilcock propagierten „White Dragons“ gehören darüber hinaus zum selben Reptilienkult wie der rote Drache als Symbol für Satan.

Wilcock spekuliert offenbar darauf, dass seine Zuhörer sich nicht mit dem astrologischen Wahnsystem der Geheimlogen auskennen. Ebenso scheint er darauf zu hoffen, dass sein Publikum aus wissenschaftlichen Blindgängern besteht. So behauptet er weiter, dass die vermehrten Erdbeben der letzten Jahre auf das Konto von wohlwollenden Außerirdischen gehen.

Diese Behauptung ist nicht nur abenteuerlich, sondern obendrein geschmacklos. Angeblich wurden mit den „gezielten“ Erdbeben Untergrundbasen der Reptiloiden zerstört. Fakt ist jedoch nur, dass die Erdbeben um Japan herum unzählige Menschen getötet und einen atomaren Supergau verursacht haben. Diese tragische Katastrophe als wohlmeinende Hilfe bei der menschlichen Evolution zu verkaufen ist einfach nur noch Ekel erregend.

Darüber hinaus wird der Mythos verbreitet, die okkulten Geheimgesellschaften bzw. deren außerirdische Overlords hätten verloren und mit der Menschheit könne es von jetzt an nur noch bergauf gehen. Das Gegenteil ist der Fall!

Zwar wurden der korrupten Machtelite in den letzten Jahre ein paar Steine in den Weg geworfen – sie kommen z.B. in Syrien und Iran nicht so gut voran wie geplant und ihr Megaritual 2012 musste ebenfalls verschoben werden. Doch nichts davon geht auch nur im Entferntesten auf außerirdische Einflüsse zurück. Einmal mehr ist es die schnelle Verbreitung von Informationen (z.B. über die Hintergründe im Syrien-Konflikt), die das Vorankommen der neuen Weltordnung blockiert.

Auch liefern sich hier keine weißen und schwarzen Logen einen Geheimkrieg. Es ist viel mehr so, dass man in der NATO auf der einen Seite und in Russland und China auf der anderen Seite recht unterschiedliche Vorstellungen von der neuen Weltordnung hat. Jeder will möglichst viel Macht für sich allein. An das Wohl der Menschheit denkt von denen keiner!

David Wilcock lenkt mit seinen Science Fiction-Geschichten vom wahren Weltgeschehen ab. Er schiebt einfach alles auf die Aliens und unterschlägt den Einfluss der Menschen völlig. Der Zweck dahinter ist offensichtlich: Wir sollen uns darauf verlassen, von angeblichen Raumbrüdern gerettet zu werden und dabei die Hände in den Schoß legen, während die neue Weltordnung um uns herum Gestalt annimmt.

Passivität ist eine Kernlehre der Esoterik. Wir sollen nicht auf die Straße gehen, nicht für unsere Rechte kämpfen und uns erst recht nicht aktiv gegen die Korruption engagieren. Wir sollen einfach auf eine Erlösung durch höhere Wesen warten und bestenfalls noch etwas nutzlose „Lichtarbeit“ machen. Wir sollen schlafen, bis wir in einer Diktatur aufwachen.

Das Einzige, was wir dagegen tun können, ist, diese Esoterik-Quacksalber mit ihren gechannelten Botschaften in die Wüste zu schicken. Ihre Lügen sind offensichtlich, ihre Ziele entlarvt und ihre Mitgliedschaften in Geheimbünden wie der Theosophischen Gesellschaft bekannt. Es gibt keinen Grund, ihnen noch weiter zuzuhören.

Von Channellings sollte man ebenso die Finger lassen, wie von Séancen, Gläserrücken, automatischem Schreiben oder Ouija-Boards. Ansonsten wird man im besten Fall über’s Ohr gehauen und abgezockt oder entwickelt im schlimmsten Fall eine Psychose.

Wir müssen zu rationalem Denken zurückkehren und selbst gegen unsere Versklavung aktiv werden. Wie heißt es doch so schön in der Internationalen?

„Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!“

Quelle über David Wilcock.