Die Luzifer Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse ist nach der in Frankfurt die zweitgrößte Buchmesse Deutschlands und ihre Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Sie findet alljährlich gegen Mitte März statt und bietet Fläche für über 2.000 Verlage. Die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren von über 150.000 auf fast 200.000 gestiegen.

Nun stellt sich die Frage, warum wir uns dafür interessieren sollten, wo wir uns thematisch doch in erster Linie mit okkulter Symbolik beschäftigen? Leider findet sich diese gleich im Logo der Leipziger Buchmesse. Dieses zeigt ein allsehendes Auge, welches ein Buch liest. Man hätte auch zwei Augen nehmen können, denn Bücher werden ja in der Regel nicht von Zyklopen gelesen, aber so ist die Botschaft für Eingeweihte klar und deutlich.

Wie die Film- und Musikindustrie ist auch der Buchmarkt ein Tummelplatz für Okkultisten. Seien es die Pamphlete von Aleister Crowley und Helena Blavatsky, die satanische Bibel von LaVey oder moderne Horrorliteratur aus der Feder von Clive Barker und Co. Die Liste einschlägiger Bücher ist lang. Selbiges trifft auch auf die Liste der Verlage zu.

Den 1982 gegründeten Ahriman-Verlag hatten wir bereits ausgiebig vorgestellt. Ahriman ist der Name Satans im Zoroastrismus und entsprechend kommt das Verlagslogo in Gestalt eines Teufels mit Dreizack und erigiertem Phallus daher. Inhaltlich präsentiert sich der Verlag augenscheinlich marxistisch, allerdings gibt es enge Verbindungen zur neuen Rechten. Der Teufel ist ja bekanntlich ein Täuscher.

Noch eindeutiger ist der Luzifer-Verlag, der mit einem Stand auf der diesjährigen Buchmesse für seine Krimi- und Horrorliteratur wirbt.

2011 gegründet ist er noch relativ jung, hat sich aber schon eine große Fangemeinde aufgebaut. Publiziert werden hauptsächlich deutsche Übersetzungen von internationalen Autoren, es werden aber auch Romane von deutschen Autoren herausgegeben. Dabei lassen sich recht schnell Verbindungen zur Freimaurerei recherchieren. So findet sich unter den Stammautoren ein Biograf des Rappers Sido. Zudem werden auf der Facebook-Seite namhafte Freimaurer wie Henry Ford zitiert, was besonders pikant ist, denn dessen bekanntestes Buch trägt den Titel „Der internationale Jude“.

Einschlägige Symbolik findet sich selbstverständlich auf den Covern diverser Romane. Darunter das Auge des Ra oder das Siegel Salomons.

Baphomet und die 666 dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Luziferische Literatur ist aber selbstverständlich nicht allein dem Luzifer-Verlag vorbehalten. Auch große Verlagshäuser wie Heyne und Bastei-Lübbe haben Sympathien für den Teufel. Wahlweise mit Schlangensymbolik oder allsehendem Auge.

Bastei-Lübbe bedient neben Luzifer auch Satan, wobei letzterer gar zum „Retter der Welt“ erklärt wird. Die beiden Bände gibt es natürlich in den Farben der Freimaurergrade, Blau und Rot.

Blau/Rot ist das auch das Cover von „Lucifer’s Hammer“. Ob damit wohl der Hammer gemeint ist, den Ahriman vor sich herträgt?

Wer neben Lesestoff auch bunte Bilder braucht, für den gibt es ganze Serien von luziferischen Graphic Novels.

Sogar Verlage für Schundheftchen haben einen „Pakt mit Luzifer“ im Sortiment.

Für die ganz kleinen Leseratten gibt es schlussendlich „Luzifer Junior“. Eltern, die ihren Kindern derartiges zu lesen geben, brauchen sich anschließend nicht wundern, warum ihr Satansbraten gegen sie rebelliert.

Die satanische Kunst von Marina Abramovic

Marina Abramovic ist eine serbische Performance-Künstlerin, die jüngst durch ihre Verstrickung in den Pizzagate-Skandal in die Schlagzeilen geriet. In einer E-Mail hatte sie Tony Podesta und dessen Bruder John zu einem „Spirit Cooking“ eingeladen. Eine genauere Recherche scheint also lohnenswert. Allerdings geben die offiziellen Quellen wenig über ihre okkulten Hintergründe her, sondern liefern mehrheitlich nur biografische Eckdaten.

Marina wurde am 30. November 1946 in Belgrad geboren und war das Kind von Partisanen. Ihr Vater war ein Nationalheld und einer ihrer Großonkel von 1930 bis 1937 Patriarch der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Man sollte also meinen, dass sie aus einem gut situierten, christlichen Elternhaus entstammt. Das traf allerdings auch auf Aleister Crowleys Familie zu. Der Grund für die Rebellion liegt in beiden Fällen in der strengen Erziehung, was die Abkehr von den Eltern durchaus nachvollziehbar macht. So wurde Marina von ihrer Mutter geschlagen und durfte bis ins Alter von 29 Jahren das Haus nach Einbruch der Nacht nicht mehr verlassen.

Abramovic‘s Studienzeit an der Akademie der Bildenden Künste in Belgrad von 1965 bis 1970 war also von Leid geprägt, was vielleicht ihren düsteren Stil erklären mag. Ihre satanistischen Züge haben jedoch andere Wurzeln. Nach einem kurzzeitigen Interesse am Buddhismus und einer damit einhergehenden Tibetreise, öffnete sich Marina zunehmend der Esoterik. Die Theosophin Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) gehört seither zu Marinas wichtigsten Vorbildern. Ebenso scheint sie sich für Aleister Crowleys Thelema-Lehre zu interessieren, denn daher stammt nämlich das widerwärtige Ritual des Spirit Cookings.

Der wohl entscheidendste Einfluss dürfte allerdings der österreichische Aktionskünstler Hermann Nitsch sein, der für seine blutigen Menschenopferszenen bekannt ist. Abramovic wirkte 1975 an einer dieser schauerlichen Aufführungen mit.

Hermann Nitsch

Hermann Nitsch

Kunst liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters, aber wer auf solche abartigen Inszenierungen steht, muss schon ein kranker Satanist sein. Die Szenen könnten glatt aus einem Schlachthaus stammen und entbehren nicht eines rituellen Charakters. Nitsch kann dabei als wichtigste Inspirationsquelle von Marina Abramovic gelten, deren Performances zuweilen große Ähnlichkeit mit denen ihres Idols haben. Das Betrifft vor allem die massenhafte Verwendung von Schlachtabfällen.

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Menschen sind in den Augen der Künstlerin ebenfalls nicht viel mehr als Fleisch, das zu besonderen Anlässen serviert wird. Zu ihren gruseligsten Werken gehört eine Torte in Form einer nackten, erdolchten Frau. Offenbar eine Anspielung auf rituellen Kannibalismus.

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Weiterhin finden sich auch zahlreiche Anspielungen auf rituelle Menschenopfer, woran von Seiten der Massenmedien jedoch keinerlei Anstoß genommen wird.

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Auf Wikipedia wird Abramovics gesamtes Werk verharmlost und alles Abartige verschwiegen. Lediglich auf die sexuellen Perversionen wird in einem kurzen Abschnitt eingegangen. Es geht dabei um den Kunstfilm „Balkan Erotic Epic“ aus dem Jahr 2005, der sich um vermeintliche Sexual- und Fruchtbarkeitsriten auf dem Balkan dreht. Es darf jedoch bezweifelt werden, dass Szenen, in denen Frauen ihre Brüste in die Sonne und ihre Vulva in den Regen halten oder Männer im Freien masturbieren und den Boden penetrieren, auch nur im entferntesten etwas mit serbischer Kultur und Tradition zu tun haben.

Das Ganze erinnert dann doch eher an okkulte Sexualmagie, wie sie im Ordo Templi Orientis praktiziert wird. Außerdem erinnert der Pornostreifen an den Titel der 120. Performance von Marinas Idol Hermann Nitsch, welche nur ein Jahr vor den Dreharbeiten zu ihrem Film zelebriert wurde. Das so genannte Orgien-Mysterien-Theater begann am 1. Juni 2004 in Nitschs privatem Schloss Prinzendorf und dauerte bis zum Sonnenuntergang des Folgetages.

Es handelte sich jedoch nicht um eine reine Sexorgie, sondern um ein blutrünstiges Ritual, für welches ein Stier und fünf Schweine geschlachtet wurden. Außerdem wurden 600 Liter echtes Blut verwendet. In dieser Kulisse wurden dann nackte Frauen an Kreuze gebunden, womit offensichtlich Jesus verhöhnt werden sollte.

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Abramovic selbst arbeitet ebenfalls mit echten Tierkadavern und posierte schon mal als Frau in satanischem Rot mit einem gehäuteten Ziegenkopf. Was im Deep Web illegal unter der Bezeichnung „Crush Porn“ kursiert, darf die serbische Künstlerin ganz offen als Kunst deklarieren. Warum schreitet da eigentlich keine Tierschutzorganisation ein?

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Bei derartigen Darstellungen, seien es nun jene von Abramovic oder Nitsch, dürfte den meisten normalen Menschen wohl das große Kotzen kommen. Zudem ist der zur Schau gestellte Satanismus unübersehbar. Das wirft die Frage auf, warum Abramovic international gefeiert wird und sich vor Angeboten von Universitäten kaum retten kann? Man kann kaum anders, als hier ein gewaltiges satanistisches Netzwerk hinter einem Großteil der modernen Kunstszene zu vermuten.

Es ist unglaublich wo Marina Abramovic überall herumgekommen ist, nachdem sie zunächst an der Kunstakademie von Belgrad lehrte und anschließend von 1976 bis 1989 hauptsächlich mit ihrem damaligen Lebensgefährten Ulay performte. Anfang der 1990er war sie Gastdozentin an der Académie des Beaux-Arts in Paris sowie an der Hochschule der Künste in Berlin. Von 1992 bis 1996 war sie Professorin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und von 1997 bis 2004 an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig. 2005 zog Abramovic schließlich nach New York, wo sie die Independent Performance Group gründete. Nach deren Auflösung 2007 kaufte sie 2008 ein Theater in Hudson.

An Auszeichnungen mangelt es der Okkultistin ebenfalls nicht. Erwähnt seien hier der Goldene Löwe (1997), der niedersächsische Kunstpreis (2003), mehrere Ehrendoktorwürden sowie das österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, welches ihr 2008 vom damaligen Bundespräsidenten und Bilderberger Heinz Fischer (SPÖ) verliehen wurde.

2012 wurde Abramovic zudem in die Jury der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig berufen. Es sollte also nicht verwundern, warum immer wieder satanistische Künstler ausgezeichnet werden, wenn Ihresgleichen in den Jurys sitzen. Die gesamte Unterhaltungsindustrie ist dermaßen korrumpiert, dass überhaupt nur diejenigen eine Chance haben, die zum Club gehören.

Wie stark die Verbindungen Abramovic‘s zu anderen satanistischen Künstlern sind, zeigte sich 2010 im New Yorker Museum of Modern Art, welches in diesem Jahr von Mitte März bis Ende Mai eine Retrospektive ihrer Arbeiten ausstellte. Zeitgleich fand eine Performance statt, bei der die Lady in Rot einfach an einem Tisch saß und schwieg. Auf der gegenüberliegenden Seite konnten die Besucher Platz nehmen. Diese Gelegenheit nutzten u.a. die Schauspielerinnen Sharon Stone und Tilda Swinton sowie die Sängerinnen Björk und Lady Gaga.

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Letztere war sogar schon bei einem Spirit Cooking von Abramovic eingeladen. Wer immer noch daran zweifelt, was es damit auf sich hat, sollte vielleicht einen Blick auf das folgende Bild werfen, welches die beiden beim genüsslichen Naschen von Körperflüssigkeiten zeigt. Ob der Körper in dem Blutbad noch lebt, kann man nur hoffen, auf jeden Fall ist es aber ein extrem Ekel erregendes Ritual.

Spirit Cooking mit Lady Gaga.

Spirit Cooking mit Lady Gaga.

Der Mix aus Körpersäften wird zuweilen im Anschluss zum Beschmieren von Wänden benutzt. Man achte dabei auf die okkulten Symbole, darunter die Zahl des Tieres 666, ein Pentagramm und ein Hexagramm. Am praktizierten Satanismus bleibt damit ebenfalls kein Zweifel.

Von der breiten Öffentlichkeit werden Gestalten wie Lady Gaga und Marina Abramovic selbstverständlich nur als abgedrehte Künstlerinnen wahrgenommen, die mit ihren bizarren Darbietungen Millionen kassieren. In Wahrheit zelebrieren sie jedoch ihren Satanismus unverhohlen in der Öffentlichkeit und dürften sich köstlich darüber amüsieren, dass kaum jemand ihr Treiben hinterfragt. Die Öffentlichkeit kümmert es ja nicht einmal, wenn Abramovic mit halbnackten Kindern posiert, womit wir wieder beim eingangs erwähnten Pizzagate-Skandal wären.

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Ebenso hinterfragt niemand die offen zur Schau gestellten okkulten Symbole, welche ganz klar in Richtung Satanismus zeigen. Abramovic ließ sich schon sehr früh mit einschlägigen Symbolen ablichten. Auf dem folgenden Foto von 1974 trägt sie eine Halskette, welche die typische Freimaurerpyramide mit Auge zeigt.

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Rituale mit Pentagrammen durchziehen ihre gesamte Karriere und es darf davon ausgegangen werden, dass sie über die okkulte Bedeutung des Drudenfußes informiert ist.

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Der Skorpion ist eigentlich nicht ihr Sternzeichen, sondern nach offizieller Lesart der Schütze.

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Bezieht man jedoch den Schlangenträger ein, wäre dies ihr Sternzeichen. Zumindest verkörpert Marina den Schlangenträger gerne mal und betont dabei gleich noch ihr linkes Horusauge. Ebenso ist sie auf dem Cover ihrer Biografie als Schlangenträgerin zu sehen. Wer mehr über Marina Abramovic erfahren möchte, sollte vielleicht auch einen Blick in dieses Buch hinein werfen. Aber Vorsicht, es könnte Übelkeit verursachen.

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Pizza für Satan

Bereits lange vor dem Pizzagate-Skandal gab es zahlreiche Anspielungen auf Pizza im Satanismus. Ganz so, als wären die Verbindungen der Washingtoner Pizzabuden zum organisierten rituellen Kindesmissbrauch szeneintern längst bekannt gewesen.

Das besta Beispiel ist das Illuminati Card Game aus den 1990ern, welches bereits für zahlreiche Vorhersagen zukünftiger Ereignisse bekannt ist, die später tatsächlich eingetreten sind. Darunter die 9/11-Anschläge. Selbstverständlich gibt es auch eine Pizza-Karte mit dem Verweis auf geheime Treffen. Man mag sich gar nicht vorstellen, was für Treffen hier gemeint sind, aber sie könnten im Keller des Comet Ping Pong stattgefunden haben.

Die Verbindung von Pizza und Satanismus ist weitaus verbreiteter als es zunächst den Anschein hat. So tauchen auch in Deutschland vermehrt Aufkleber mit dem Slogan „Pizza for Satan“ in Kombination mit umgedrehtem Pentagramm und der Zahl 666 auf. Wir konnten leider nicht herausfinden, ob es sich dabei um eine Band oder ein Kunstprojekt handelt. Vielleicht weiß ja irgendein Leser mehr, für Hinweise wären wir dankbar.

Das Modelabel Crystal-Rain vertreibt indes T-Shirts mit auffallend ähnlichen Motiven. Darunter ein T-Shirt, welches ein umgedrehtes Pentagramm aus Pizzastücken mit einem Reptilienauge in der Mitte zeigt. Betitelt ist es mit dem Slogan „Eat Pizza, Hail Satan“.

In der Musikindustrie finden sich abermals dieselben Muster. Die Band Axeslasher wartet mit einem Pizzapentagramm im Logo auf und ihr Motto „Eat pizza, worship Satan“ unterscheidet sich kaum von Crystal-Rain.

„Regression“ – Ein ernstes Thema wird verspottet

von Shinzon

Es gibt eine ganze Reihe von Filmen über sexualmagische Rituale in satanistischen Kreisen, von denen Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“ aus dem Jahr 1999 der wohl bekannteste ist. Allerdings zeigen solche Werke immer nur Sexorgien unter Erwachsenen. Ritueller Kindesmissbrauch wurde dagegen nie wirklich offen thematisiert, sondern bestenfalls unterschwellig angedeutet. „Regression“ nimmt sich nun dieses heiklen Themas an, doch wer eine ehrliche Aufarbeitung erwartet, wird leider enttäuscht.

Der Film wirbt gleich zu Beginn damit, dass er auf wahren Begebenheiten beruht. Das wird später noch sehr wichtig sein, wenn es um die Schlussfolgerungen geht. Die angeblichen Ereignisse sollen sich jedenfalls 1990 in mehreren Gemeinden von Minnesota abgespielt haben, wofür stellvertretend der fiktive Ort Hoyer stehen soll. Gedreht wurde der Film allerdings in Kanada und Spanien. Es darf daher bezweifelt werden, dass tatsächlich vor Ort recherchiert wurde.

Zur Eröffnung gibt es gleich mal das umgedrehte Satanskreuz, gefolgt vom aufrechten Christenkreuz. Wie in der Hölle, so im Himmel. Der Truck, in dem das Christenkreuz hängt, gehört John Gray (David Dancik), was im Prinzip schon verrät, dass er kein Satanist ist.

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Kurz darauf gesteht John, seine Tochter Angela (Emma Watson) vergewaltigt zu haben, obwohl er sich nicht daran erinnern kann. Das ergibt aber überhaupt keinen Sinn, denn solche Verbrechen werden in der Regel vom Opfer verdrängt und nicht vom Täter. Überhaupt macht John Gray einen sehr verwirrten Eindruck und gesteht im Prinzip nur deshalb, weil er nicht glauben kann, dass seine Tochter lügt. So wie er argumentiert, würde er ihr wohl sogar glauben, wenn sie behaupten würde, der Himmel sei grün.

Detective Bruce Kenner (Ethan Hawke) übernimmt den Fall und fährt mit einem Kollegen zum Haus der Grays, wo er Angelas Großmutter Rose (Dale Dickey) über das Geständnis ihres Sohnes informiert. Als Kenner das Zimmer von Angela sehen möchte, weist nicht etwa Rose ihm den Weg, sondern sein Kollege George Nesbitt (Aaron Ashmore). Dieser kennt sich so gut in dem Haus aus, weil er ein Freund der Familie ist.

Im Haus wirkt alles unverdächtig, ja geradezu christlich, weshalb Nesbitts Verhalten zu diesem Zeitpunkt das einzig Seltsame ist. So schaltet er auf der Rückfahrt eine Radiosendung über Satanismus weg, weil er offenbar nicht möchte, dass sich Kenner mit diesem Thema beschäftigt. Es scheint, als würde hier eine Brotkrumenspur gelegt.

Am nächsten Tag versucht der Psychologe Kenneth Raines (David Thewlis), das noch seltsamere Verhalten von John Gray zu erklären. Er rät zu einer Hypnose-Regression, womit wir beim Kernthema des Films wären. Es geht nämlich um nichts anderes als um die öffentliche Wahrnehmung dieses Themas, welche hier manipuliert werden soll. Wer ein Interesse daran hat, verrät bereits unterschwellig die Nummer an der Tür des Psychologen. Es ist die 303 oder kurz gefasst die 33 Grade der Freimaurerei nach Schottischen Ritus. Wer jetzt noch eine wahrheitsgetreue Aufarbeitung von Fällen rituellen Kindesmissbrauchs erwartet, setzt sich den Hut wahrscheinlich mit dem Hammer auf.

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Die Regressionssitzung beginnt damit, dass Detective Kenner die Mitschrift von Angela Grays Aussage vorliest. Allein das ist schon ein grober Verstoß, denn kein ernstzunehmender Therapeut würde eine Hypnose mit der vorgefertigten Meinung einer anderen Person beginnen. Die anschließenden Fragen sind allesamt manipulativ und suggerieren bereits die Antworten. Zudem liest Kenner weiter die Aussagen von Grays Tochter laut vor. So sieht dieser sich letztendlich selbst seine Tochter vergewaltigen.

Es ist mehr als offensichtlich, dass die Hypnose-Regression als Mittel der Wahrheitsfindung demontiert werden soll. Es stimmt zwar, dass den Probanden durch suggestive Frage alles möglich eingeredet werden kann. Man könnte ihnen sogar weismachen, sie seien ein Hund, wonach sie dann bellend auf allen Vieren herumlaufen, bis der Hypnotiseur ein Codewort nennt. Das machen allerdings nur Show-Hypnotiseure und Scharlatane.

Hypnotiseure, die ihr Handwerk verstehen, würden niemals suggestive Fragen stellen oder gar absichtlich falsche Erinnerungen implantieren. Wenn die Fragen objektiv gestaltet werden (Wer sind Sie? Wo sind Sie? Was passiert dort gerade?), kann dies sehr wohl echte unterdrückte Erinnerungen zutage fördern. Im Film bekommt man jedoch nur die total falsche Herangehensweise präsentiert, die jeder verantwortungsbewusste Psychologe ablehnen würde.

Das geht schließlich sogar so weit, dass Professor Raines dem armen Gray einredet, dass er die Ereignisse nicht durch seine Augen sieht, sondern jemand anderes beteiligt ist. Doch warum sieht John dann alles aus der Ich-Perspektive? Hypnose kann ja wohl kaum die Erinnerungen eines Fremden zutage fördern.

Schlussendlich fragt Raines, ob jemand im letzten Jahr in Grays Haus gewesen sei. Wieder eine manipulative Frage, denn binnen eines Jahres waren mit Sicherheit mehrere Gäste dort. Da Detective Nesbitt ein Freund der Familie ist, baut Gray ihn in die falsche Erinnerung ein und zack gibt es einen weiteren Tatverdächtigen. Bruce Kenner verhaftet seinen Kollegen, der zwar mangels Beweisen bald wieder frei ist, aber seinen Job verliert.

Weiter geht es zur Kirche, wo Kenner erstmals Angela befragt. Diese hat ihrem Vater bis dato nur eine Vergewaltigung angelastet, doch nachdem der Ermittler ein Ritual erwähnt, spinnt sie ihre Geschichte weiter. Plötzlich wimmelt es von vermeintlichen Satanisten und natürlich kann Angela auch George Nesbitt identifizieren. Immerhin ist er unter den ganzen Fotos der Einzige, zu dem sie einen Bezug hat.

Der Fall erzeugt langsam mediale Aufmerksamkeit und eine Reportage über Satanismus beflügelt Detective Kenner in seiner Theorie des rituellen Missbrauchs. Kurz zuvor erhält John Gray Besuch von Reverend Murray (Lothaire Bluteau), der ihm weitere Details von Angelas Geschichte um die Ohren haut. Er soll seiner Tochter ein umgedrehtes Kreuz in den Leib gebrannt haben. Da er nicht ganz zurechnungsfähig ist, gibt Gray dies zu und wie Angela dem Detective später zeigt, hat sie tatsächlich eine solche Narbe.

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In einer Einsatzbesprechung der Polizei macht sich ein junger Kollege derweil über Satanismus lustig. Er hält geopferte Babys und Snuff-Filme für bescheuert. Spätestens an dieser Stelle wird offensichtlich, dass der Regisseur Alejandro Amenábar beabsichtigt, diese ernsten Themen als Verschwörungstheorien zu diskreditieren. Ganz so, als gäbe es weder Satanismus noch Snuff-Filme.

Das ist geradezu zynisch, da Amenábar die Snuff-Industrie bereits 1996 in seinem Werk „Tesis – Der Snuff Film“ thematisiert hat. Die Protagonistin in diesem Film hieß interessanterweise ebenfalls Angela, allerdings kam diese damals noch einem echten Skandal auf die Spur. Inzwischen verleugnet Amenábar die Existenz solcher Grausamkeiten, obwohl sie jederzeit für jedermann im Deep Web verfügbar sind. Wenn hier also etwas bescheuert ist, dann ist es „Regression“.

Doch bevor der Fall Angela aufgedeckt wird, verrennen sich Detective Kenner und Professor Raines erst noch etwas weiter in ihre Theorie. Sie suchen Angelas Bruder Roy in Pittsburg auf, der ihnen allerdings nur offenbart, dass sein Vater ein Alkoholiker war und sich seine Mutter deshalb das Leben genommen hat. Erst unter Hypnose erzählt er etwas von Leuten mit schwarzen Kapuzen, die nachts in sein Zimmer gekommen sind. Dumm nur, dass Kenner ihm genau das kurz zuvor eingeredet hat, womit diese Regression wieder absolut suggestiv und daher nicht zu gebrauchen ist.

Zumindest fallen den beiden Ermittlern einige Widersprüche zwischen den Aussagen von Angela und der Hypnosesitzung ihres Bruders auf. Leider deuten sie diese falsch und schließen nun die Großmutter in den möglichen Täterkreis ein. Die alte Frau bekommt daraufhin einen Nervenzusammenbruch und verfällt dem Alkohol.

Bruce Kenners Phantasie wird indes immer weiter beflügelt. Zum einen bekommt er eine FBI-Akte zum Thema Satanismus in die Hände, zum anderen flößt Angela ihm immer weiter Angst ein. Sie erzählt ihm etwas von schwarzen Messen, Unzucht, Folter, Kindstötungen und Kannibalismus. Außerdem warnt sie ihn, dass man nun auch ihn töten würde und kurz darauf spricht sie von merkwürdigen Personen, die sie anstarren. Dies sei eine Todesdrohung.

Ab diesem Punkt wird Bruce restlos paranoid und schon bald sieht auch er Leute, die ihn zu beobachten scheinen. In der darauffolgenden Nacht wird er von einigen Satanisten in schwarzen Kutten heimgesucht, die ihn mit einer Injektion paralysieren. Als erstes sieht er eine alte Frau, die den Zeigefinger vor den Mund hebt. Eine Geste der Verschwiegenheit.

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Danach wird eine Frau in roter Robe in sein Schlafzimmer geführt, die ihn vergewaltigt. Normalerweise soll die Lady in Rot nur verführen, doch in dieser Situation ist Bruce kaum in der Lage, abzulehnen.

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Die umstehenden Satanisten machen derweil Erpresserfotos. Eine typische Taktik von Satanisten, um sich das Schweigen von Mitwissern zu sichern.

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Zum Schluss verwandelt sich die nackte Schönheit ist eine hässliche, runzlige Alte, deren weiße Augen auf dämonische Besessenheit hindeuten. Kurz darauf wacht Bruce auf und alles entpuppt sich als übler Traum.

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Noch hält Bruce jedoch an seiner Paranoia fest. Als nächstes konfrontiert er Rose Gray mit den Zeichnungen ihres Sohnes, die den Teufel und schwarze Messen zeigen. Doch halt, solche Bilder zeichnen doch sonst die Opfer, also müsste derartiges doch von Angela kommen. Ein Täter, der alles verdrängt und Bilder wie ein 8-jähriger kritzelt, hat absolut nichts mit wahren Begebenheiten zu tun.

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In der Nacht darauf bekommt Rose Halluzinationen von einer schwarzen Teufelskatze, dreht durch und springt aus dem Fenster. Es mag zwar sein, dass die Anschuldigungen die alte Frau sehr mitgenommen haben, aber dass es sie in den sprichwörtlichen Wahnsinn treibt, ist etwas arg dick aufgetragen. Die Halluzinationen lassen sich eigentlich nur durch bunte Pilze erklären.

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Bruce ergeht es jedoch nicht viel besser. In seiner Wohnung stapeln sich Schriften über satanische Symbole und das Böse. Ironischerweise ist dabei seine Dienstwaffe nie weit. Das wäre eine nette Bildsprache, wenn es auf Polizeigewalt anspielen sollte.

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Allerdings braucht Bruce die Waffe für sein Sicherheitsempfinden, denn kurz zuvor hat er einen Drohanruf bekommen. So langsam dreht auch er aufgrund der psychischen Belastung und Überarbeitung durch, was üble Folgen hat. Auf dem Friedhof lässt er sich im Schatten eines Obelisken von Angela zu einem Kuss verleiten, was vom Reverend beobachtet wird. Nun ist er tatsächlich erpressbar. Nur nicht so, wie anfangs gedacht. Wie sich nämlich kurz darauf für die Zuschauer herausstellt, steckt Angela selbst hinter den Drohanrufen.

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Im Prinzip ist der Fall damit schon gelöst, doch nicht für Bruce. Der muss erst noch einen weiteren Alptraum durchleben, in dem er unter Drogen in die Satanssekte eingeweiht wird. Man führt ihn zu einem Altar, auf dem eine schwarze Katze sitzt und miaut. Doch bei genauerer Betrachtung liegt dort ein Baby und schreit.

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Wie sich das Baby wohl bei den Dreharbeiten gefühlt haben muss?

Wie sich das Baby wohl bei den Dreharbeiten gefühlt haben muss?

Im nächsten Moment bekommt er Beifall und stellt fest, dass er Blut an den Händen kleben hat.

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Detective Kenners Paranoia erreicht nun ihren Höhepunkt. Erst geht er im Revier auf Nesbitt los, der nur seine Sachen abholt, dann weigert er sich zu glauben, dass Angela sich die Narbe in Form eines umgedrehten Kreuzes selbst zugefügt hat. Schließlich kommt ihm dann aber doch die Erkenntnis. Erst erfährt er von John Gray, dass dieser ein evangelikaler Christ ist, der sich selbst die Schuld daran gibt, dass sein Sohn schwul ist. Ähm, okay. Und deshalb gesteht er eine Vergewaltigung an seiner Tochter, die nie stattgefunden hat?

Als nächstes entdeckt Bruce eine Suppenwerbung, auf welcher die alte Frau aus seinen Träumen abgebildet ist. Ebenso wie im Traum hält die Werbeoma den Zeigefinger vor den Mund. Ganz so, als wollte sie damit sagen: „Psst, es gibt Satanismus. Aber ihr sollt gefälligst glauben, alles wäre nur Bullshit!“

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Das ist jetzt die Auflösung? Angela ist eine eiskalte Lügnerin, die ihre Familie hasst und Aufmerksamkeit auf sich lenken will. Ihr Vater, ein ehemaliger Junkie und Alkoholiker, ist komplett weich in der Birne, leidet unter einem Schuldkomplex und hat deshalb alles auf sich genommen. Die ganzen Hypnoseregressionen sind ein Schwindel, der vom ehrgeizigen Professor Raines vorangetrieben wurde und Bruce hat sich aus allem Möglichen eine Verschwörungstheorie gebastelt. Der Rest ist Massenhysterie.

Einzig die Verfolgung durch zwei schwarz vermummte Typen hat sich Bruce Kenner nicht eingebildet. Die lauern ihm in seiner Wohnung auf und greifen ihn an. Doch welch Überraschung, es sind keine Satanisten. Es ist sein ehemaliger Kollege George Nesbitt mit einem Kumpan. Dieser wollte sich einzig an Kenner rächen, weil er durch dessen falsche Anschuldigungen seinen Job verloren hat. So unschuldig der Polizist im Film auch sein mag, in der Realität hängen oft Polizeibeamte mit in der Satanistenszene drin, weshalb es fast immer gelingt, Missbrauchsfälle zu vertuschen. Eine böse Anspielung, die hier, wie alles andere verleugnet wird.

Der Film endet damit, dass Detective Kenner durch seinen paranoiden Verschwörungswahn Angela geholfen hat, ihre Familie sowie das Leben seines Kollegen Nesbitt zu zerstören. Kurz vor dem Abspann wird noch behauptet, dass es in Folge der Massenhysterie ähnliche Vorfälle gab, bei denen jedoch nie Beweise für rituellen Missbrauch durch satanische Sekten gefunden wurden. Dies ist eine bedenkliche Verzerrung der Tatsachen. Zwar gab es Vorfälle wie den der McMartin Preschool in den 1980ern, wo die Verdächtigen nach jahrelangen Prozessen freigesprochen wurden, nachdem keine Beweise für ihre Schuld gefunden werden konnten. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Thema an sich eine Erfindung ist.

Fazit: „Regression“ gibt sich nicht einmal ansatzweise Mühe, das Thema des rituellen Missbrauchs objektiv aufzuarbeiten. Stattdessen werden alle tatsächlichen Beweise ignoriert und Satanssekten als reine Verschwörungstheorie abgetan. Das ist ein heftiger Tritt ins Gesicht aller Opfer, von denen es weltweit Millionen gibt.

Für Emma Watson muss es dabei besonders heftig gewesen sein, bei dieser Verleugnungskampagne mitzumachen. Immerhin spielte sie als Kinderstar in den hochgradig okkulten „Harry Potter“-Filmen mit und über die pädophilen Machenschaften der Filmindustrie hat Ex-Kinderstar Corey Feldman schon vor Jahren alles gesagt. Weiterhin spielte Watson 2015 in „Colonia Dignidad“ mit. Einem Film über eine reale Sekte in Chile, deren Anführer Paul Schäfer (1921-2010) sich nachweislich an Kindern vergriffen hat. Also ist Kindesmissbrauch doch keine bloße Einbildung.

Der Angriff auf die Hypnoseregression geht in eine ähnliche Richtung. So wie sie im Film dargestellt wird, ist sie selbstverständlich komplett unseriös. Nur hat das eben nicht allzu viel mit der Realität zu tun. Hinzu kommt, dass Missbrauchsopfer wie Cathy O’Brien sich durchaus auch ohne Hypnoseregression sehr detailliert an ihre Erlebnisse erinnern können und teils sogar ärztliche Befunde für die an ihnen begangen Verbrechen vorlegen können. Das wird im Film ebenfalls komplett ausgeblendet.

Wie es scheint, will die Filmindustrie mit diesem Machwerk alle Anschuldigungen unter den Teppich kehren. Die Zuschauer sollen glauben, dass sowohl der in der Filmindustrie weit verbreitete Satanismus als auch sämtliche prominenten Fälle von Kindesmissbrauch nichts als ein Schwindel sind. Die Lüge, die dieser Film verbreitet, ist so offensichtlich und ungeheuerlich, dass eigentlich kein vernunftbegabter Mensch darauf hereinfallen sollte. Leider tun es manche trotzdem.

Kinoplakat mit Betonung auf das Horusauge.

Kinoplakat mit Betonung auf das Horusauge.

Split – Ein Affront gegen Multiple Persönlichkeiten

von Shinzon

Multiple Persönlichkeitsspaltung ist an und für sich ein interessantes Thema, vor allem für angehende Psychologen. Was M. Night Shymalan mit „Split“ abliefert, ist jedoch alles andere als eine sensible Auseinandersetzung mit MPS. Im Gegenteil werden Betroffene als geisteskranke Psychokiller dargestellt.

Alles fängt damit an, dass Claire (Haley Lu Richardson), Marcia (Jessica Sula) und Casey (Anya Taylor-Joy) von einem Irren namens Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) betäubt und entführt werden. In dessen Kellerverließ werden sie mit seinen 23 verschiedenen Persönlichkeiten konfrontiert. Warum ausgerechnet 23? Klar, die Illuminaten können es einfach nicht lassen.

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Die Persönlichkeiten haben unterschiedliche Geschlechter und sind unterschiedlichen Alters. Zudem können sie ihre physischen Eigenschaften verändern. Zumindest bis dahin ist die Darstellung realistisch. Sogar die physischen Abweichungen konnten schon in der Realität beobachtet werden. Es sind zum Beispiel Fälle bekannt, bei denen die Augenfarbe sich von Persönlichkeit zu Persönlichkeit verändert hat.

Nicht realistisch ist dagegen, dass sämtliche Persönlichkeiten komplett durchgeknallt sind und gemeinsam einen bösen Plan verfolgen, der für Claire, Marcia sowie Crumbs Therapeutin Dr. Fletcher (Betty Buckley) tödlich endet. Nur Casey wird von Crumb verschont, als dieser ihre Narben sieht, welche auf den Missbrauch durch ihren Onkel zurückgehen.

Das ist der eigentliche Kern von MPS, der hier total verzerrt dargestellt wird. Die Abspaltung verschiedener Persönlichkeiten kann nämlich in so ziemlich allen Fällen auf traumatische Ereignisse in der frühen Kindheit zurückgeführt werden. In der Regel handelt es sich um schwere Gewalt oder sexuellen und rituellen Missbrauch. In satanistischen Sekten sowie Mind Control Programmen (Stichwort: MK Ultra) werden durch solche traumatischen Eingriffe sogar gezielt multiple Persönlichkeiten erschaffen.

Allerdings handelt es sich bei den Betroffenen um Opfer und nicht, wie im Film dargestellt, um Täter. Damit wird ein völlig falsches Bild von MPS-Betroffenen erzeugt. Zumeist führen diese nämlich oberflächlich ein normales Leben und einige wissen gar nicht mal von ihren verschiedenen Persönlichkeiten. In manchen Fällen kennen sich die Persönlichkeiten dagegen schon untereinander und kommunizieren auch miteinander. Dennoch würden die meisten Betroffenen in der Öffentlichkeit kaum auffallen, es sei denn sie outen sich ganz bewusst.

Kevin Wendell Crumb fällt da völlig aus dem Rahmen und wird letztendlich zum Mörder. Unter seinen 23 Persönlichkeiten schlummert nämlich noch eine weitere, die sich „Bestie“ nennt und überlegene physische Stärke besitzt. Die Bestie ist nahezu unverwundbar und kann wie Spider-Man die Wände entlang klettern. Derartige Fähigkeiten haben natürlich nichts mehr mit der Realität zu tun und gehören in den Bereich Fantasy.

Obwohl, eigentlich geht es hier schon mehr oder weniger direkt um Okkultismus. Die Bestie, welche offensichtlich der Drahtzieher hinter der ganzen Entführung ist. soll nämlich den Teufel höchstpersönlich darstellen. Es geht also um dämonische Besessenheit, welche man den Opfern rituellen Missbrauchs zuweilen tatsächlich einredet. Man denke nur an Beyoncés Persönlichkeit Sasha.

Leider wird in „Split“ nicht wirklich darauf eingegangen, wie Crumb zu dieser Persönlichkeit gekommen ist. Der einzige Bezug, der hier überhaupt zu den Ursachen von MPS hergestellt wird, ist Casey. Sie wurde offensichtlich misshandelt, hat aber keine MPS. Damit verliert sich der Film in Andeutungen, die letztendlich aber nichts am falschen Bild ändern, was hier vermittelt wird.

Zum Schluss wird es dann noch einmal zynisch, denn die einzige Überlebende Casey wird von ihrem Onkel abgeholt wird, der sie missbraucht hat. Die Polizistin fragt sie zuvor noch, ob sie bereit sei, was in diesem Falle extrem doppeldeutig ist, da Casey gerade erneut traumatisiert wurde. Das ist wirklich bitter.

Fazit: „Split“ ist ein sehr düsterer Film, der einen negativen Beigeschmack hinterlässt. Außer Wahnsinn und Brutalität hat er nicht viel zu bieten, womit er sich bestenfalls dafür eignet, sich den Tag zu vermiesen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema der traumabasierten multiplen Persönlichkeitsspaltung findet nicht statt.

Anspielungen auf Satanismus gibt es hingegen schon, obgleich die Bestie hier als Persönlichkeit Nummer 24 auftritt und nicht Nummer 666. Dennoch sagt der Name „Bestie“ eigentlich alles, denn so nannte sich auch Aleister Crowley. Der Regisseur M. Night Shymalan spielt absolut bewusst mit dieser Symbolik und ist auf dem Gebiet auch kein Neuling. So stammt u.a. der hochgradig okkulte „Devil – Fahrstuhl zur Hölle“ aus dem Jahr 2010 von ihm.

Die Monas Hieroglyphe

Die Monas Hieroglyphe hat mitnichten etwas mit dem antiken Ägypten zu tun. Das Symbol wurde vom britischen Astrologen John Dee (1527-1608/09) entwickelt und erstmals in seiner 1564 erschienen „Monas Hieroglyphica“ beschrieben. In diesem Werk, welches auf Latein verfasst wurde, beschäftigte sich Dee mit Mathematik, Kabbalistik und Alchemie. Er führte darin die Schöpfung auf die Einheit von Punkt, Kreis und Linie zurück, welche zentrale Elemente der Monas Hieroglyphe sind.

Sein Zeitgenosse, der britische Theosoph Robert Fludd (1574-1637), beschäftigte sich ebenfalls mit dieser kosmischen Einheit und erkannte in der Monas Hieroglyphe die Zeichen der vier Elemente sowie der sieben Planeten. Tatsächlich finden sich einige Versatzteile der Planetensymbole in der Monas Hieroglyphe wieder, optisch erinnert sie jedoch eher an eine einäugige Teufelsgestalt. Dazu passt auch, dass Fludd diesbezüglich auf die zwei Tierkreiszeichen Widder und Stier verwies, welche beide Repräsentationen des Baphomet sind.

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Es verwundert nicht, dass die Monas Hieroglyphe in den folgenden Jahrhunderten immer wieder von okkulten Gruppierungen aufgegriffen wurde. Bereits im 17. Jahrhundert fand sie Eingang in das Rosenkreuzertum und ist heute auch im modernen Satanismus verbreitet. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London diente die Monas Hieroglyphe sogar als Vorlage für die Maskottchen. Keine große Überraschung, denn immerhin war John Dee der Hofastrologe von Königin Elisabeth I. Nun erlebt er unter Elisabeth II. eine Renaissance.

Um die satanische Bedeutung der Olympia-Maskottchen zu unterstreichen, posierten Wenlock und Mandeville (Man Devil?) für Werbezwecke vor einem Regenbogen. Dieser Lichtbrechungseffekt steht mitunter für den Lichtbringer Luzifer.

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Die literarische Mystifizierung von John Dee

Bereits William Shakespeare (1564-1616) soll sich John Dee als Vorbild für die Figur des Prospero in seinem Werk „Der Sturm“ genommen haben. Die erste direkte Erwähnung sollte allerdings noch eine Weile auf sich warten lassen. Der österreichische Theosoph und Freimaurer Gustav Meyrink (1868-1932) beschäftigte sich als einer der ersten Romanautoren mit dem Leben Dees und fasste seine Interpretation 1927 in „Der Engel vom westlichen Fenster“ zusammen.

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H.P. Lovecraft (1890-1937) machte John Dee in seinem „Cthulhu-Mythos“ gar zum Übersetzer des Necronomicons. Da dieses bizarre Buch Lovecrafts eigener Phantasie entsprungen war, kann diese Behauptung jedoch als Fiktion abgetan werden. Das Necronomicon sollte, ebenso wie John Dee, zu einem okkulten Mythos werden. Es tauchte u.a in den „Evil Dead“-Filmen auf.

necronomicon

Der berühmte italienische Schriftsteller Umberto Eco (1932-2016) beschäftigte sich in seinem 1988 erschienen Roman „Das Foucaultsche Pendel“ mit John Dee. Das Buch strotzt nur so vor Kabbalah und Esoterik. Die andere, naturwissenschaftliche Seite von John Dee diente indes der Autorin Mary Hoffman (*1945) als Vorlage für die Figur des Naturphilosophen William Dethridge in ihrer „Stravaganza“-Reihe.

In den Scheibenweltromanen machten Terry Pratchett (1948-2015), Ian Stewart (*1945) und Jack Cohen (*1933) Dees Bibliothek zu einem Portal zwischen der Scheibenwelt und unserer Welt. Michael Scott Rohan (*1951) erhob John Dee schließlich in seinem 1997 erschienen Roman „Maxies Dämon“ zu einer Hauptfigur. Von der Kritik wurde das Buch jedoch verrissen.

Der irische Schriftsteller Michael Scott (*1959) machte John Dee ab 2007 in seiner Reihe „Der unsterbliche Alchemyst“ zum Gegenspieler Nicolas Flamels. Offensichtlich hatte Scott schlecht recherchiert, denn der französische Alchemist lebte von 1330 bis 1413. Er war also keineswegs unsterblich und ist John Dee, welcher mehr als ein Jahrhundert später geboren wurde, nie begegnet. Aber was will mal von offensichtlich okkultem Freimaurergedöns anderes erwarten? Auf den Büchern wimmelt es von Symbolen wie dem Dreizack, der Pyramide mit Auge, der Sanduhr und dem Schmetterling.

der-alchemyst

Der Höhepunkt der okkulter Mystifizierung John Dees wurde bereits ab 2004 in den „Lycidas“-Romanen des deutschen Autors Christoph Marzi (*1970) erreicht. Diesmal sollte John Dee der Unsterbliche sein. Obendrein wurde er zum Diener Lycidas abgestempelt, welcher als Synonym für Luzifer zu verstehen ist. Auf dem Romancover wird wieder einmal das linke Auge betont, was impliziert, dass Marzi sich mit der Materie bestens auskennt.

lycidas

Eine weitere tragende Rolle erhielt John Dee 2010 in den Romanen „In königlichem Auftrag“ und „Im Haus des Zauberers“ von Mary Hooper (*1948).

Die okkulte Einweihung des Gotthard-Basistunnels

Am 1. Juni 2016 wurde der Schweizer Gotthard-Basistunnel eingeweiht. (Nicht zu verwechseln mit dem Gotthard-Tunnel für Straßenverkehr.) Die Bauarbeiten am längsten Eisenbahntunnel der Welt dauerten 17 Jahre und verschlangen 11 Milliarden Euro. Die 57 km lange Abkürzung von Zürich nach Mailand bricht aber nicht nur weltliche Rekorde. Die Einweihungszeremonie setzt ebenso Maßstäbe in Sachen Okkultismus.

Die ganzen Männer in orangefarbenen Anzügen sind ja noch verständlich, denn sie repräsentieren die über 2.400 Bergarbeiter. Aber was sollen die ganzen halbnackten Tänzer, die sich in sexuellen Posen befummeln? Sex Magick?

01 Sex Magick

Und was ist mit der geflügelten Gestalt, der alle zu Füßen liegen? Das hat rein gar nichts mit dem Tunnel zu tun, durch den zukünftig Züge fahren und nicht etwa Vögel fliegen sollen. Wer sich mit okkulten Zeremonien auskennt, kommt schnell darauf, dass hier nur der gefallene Engel Luzifer gemeint sein kann.

02 Gefallener Engel

03 Luziferanbetung

Zumal im Hintergrund eine aufgehende Sonne zu sehen ist. Luzifer ist bekanntlich der Sohn des Morgens, sprich die Venus als Morgenstern. In diesem Falle dürfte damit nicht nur der Anbruch eines neuen Tages, sondern eines neuen luziferischen Zeitalters gemeint sein.

04 Sohn des Morgens

Um keinen Zweifel an der Symbolik zu lassen, ist Baphomet während der gesamten Zeremonie allgegenwärtig. Im Innenbereich tragen diverse Personen Hörner bzw. gehörnte Tierschädel wie bei einer schwarzen Messe.

05 Tierschädel

06 Hörner

07 Baphomet

Mitten unter den gehörnten Schädeln wird ein Lamm hochgehalten. Während dieser Prozession hört man erst eine finstere Lache und kurz darauf einen gequälten Schrei. Offensichtlich wird hier das Lamm Gottes geschlachtet.

08 Opferlamm

Danach jodelt erst einmal ein alter Mann einen weiteren Baphomet an.

09 Jodelmet

Gegen Ende wird ein falscher Papst mit einem Templerkreuz aufgefahren. Der Vatikan hat hier also ebenfalls seine Finger im Spiel und wer dort das sagen hat, dürfte klar sein.

10 Falscher Papst

Weiter geht es auf einer Außenbühne am anderen Ende des Tunnels. Dort werden drei Bergarbeiter hochgezogen und zappeln wie im Todeskampf. Wenig später lassen sie ihre Oberkörper leblos fallen, sind also tot.

11 Tote Arbeiter

Diese Annahme wird sogleich bestätigt, indem die Arbeiter durch Geister ersetzt werden, die gen Himmel fahren.

12 Geister

Das Ganze spielt sich natürlich vor einem gigantischen allsehenden Auge ab.

13 Allsehendes Auge

Wenig später sieht man an derselben Stelle drei Skarabäen. Dies hat eine doppelte Bedeutung. Zum einen waren Skarabäen im antiken Ägypten heilige Käfer. Zum anderen ersetzen sie die Arbeiter, womit ausgedrückt wird, dass der finstere Baphomet im Hintergrund in den Arbeitern nichts als Insekten sieht.

14 Skarabäen

Baphomet tanzt derweil vor einer Kollage aus allsehenden Augen.

15 Augenkollage

Umgeben ist der Santiner von den Seelen der Verdammten, welche offensichtlich Qualen erleiden.

16 Gequälte Seelen

Nun könnten einige einwenden, dass es sich bei der gehörnten Gestalt um eine Bergziege handelt, wie sie in den Alpen häufig vorkommt. Der gesamte Kontext ist jedoch okkult und die Ziege wird offensichtlich von den Menschen angebetet, was es in dieser Form nur im Satanismus gibt.

17 Ziegengott

18 Baphomets Knechte_1

19 Baphomets Knechte_2

Die Schweiz ist bekanntlich ein Zentrum der europäischen Hochgradfreimaurerei sowie luziferischer Esoterikvereine von den Theosophen bis zu den Anthroposophen. Derart okkulte Rituale sollten also nicht weiter verwundern und tatsächlich kamen nicht einmal die Massenmedien umhin, die Einweihungszeremonie des Gotthard-Tunnels als „bizzar“ und „creepy“ zu bezeichnen. Angela Merkel hob in einem Interview dagegen die „große Symbolkraft für die Schweiz“ hervor. Nur die wahre Bedeutung des ganzen Theaters verschweigen Medien und Politiker natürlich.

Höllenodyssee mit Hennessy

Wer zu viel Cognac trinkt, kann durchaus einen bösen Trip erleben. Wie böse, veranschaulicht ein Spot der Marke Hennessy. Dieser beginnt mit blauem Wasser, welches noch von Bedeutung sein wird. Das Wasser wird alsbald in feuriges Rot getaucht, um die übliche Farbsymbolik abzufeiern. Die Kapitelnamen sollen indes die Eigenschaften des Getränks vermitteln.

01 Blaues Wasser

02 Chapter I

Das zweite Kapitel spielt in einer Wüste, womit ein Bezug zum antiken Ägypten hergestellt wird.

03 Chapter II

Das allsehende Horusauge lässt nicht lange auf sich warten.

04 Sonnenauge

Es folgt ein Mann, der in einen mehrfach gebrochenen Spiegel blickt. Dieser wird kurz darauf in satanisches Rot getaucht.

05 Spiegelsaal

06 Spiegelsaal rot

Das dritte Kapitel beginnt erst mal ganz unauffällig in einer Motorradwerkstatt.

07 Chapter III

Doch auch hier ist das allsehende Auge nicht weit.

08 Horusauge

Auffällig ist außerdem der Schmuck der Mechaniker. Neben einem Totenkopfring sticht hier besonders ein Armband hervor. Dieses zeigt zwei sich überkreuzende Motorkolben, die optisch stark an freimaurerische Schlägel erinnern.

09 Totenkopfring

Auf der Rückseite einer Jacke wird offenbar das Wassermannzeitalter angekündigt. Seltsam nur, dass dieser grimmige Wassermann Vampirzähne hat.

10 Wassermannjacke

Bevor das Wassermannzeitalter anbricht, muss das alte Zeitalter aber erst in Flammen enden.

11 Chapter IV

Im vierten Kapitel wird das Motiv des Wassermanns noch einmal wiederholt.

12 Wassermann

Es könnte sich aber auch um Moloch handeln.

13 oder Moloch

Als Zugabe gibt es noch eine Hand mit Auge. Dieses Symbol ist insbesondere in der Esoterik-Szene verbreitet, welche das Wassermann-Zeitalter herbeisehnt.

14 Hand mit Auge

Die Schokolade bezieht sich wohl wieder auf den Geschmack des Gesöffs. Aber vielleicht geht es hier auch um das Ritual des Eintauchens.

15 Chapter V

16 Eintauchen

Das sechste Kapitel steht schließlich ganz im Zeichen des Vollmondes.

17 Chapter VI

Es zeigt ein infernalisches Zerstörungswerk, bei welchem die Natur geopfert wird.

18 Zerstörter Wald

Das siebte Kapitel kommt endlich zu Sache und bewirbt das Produkt.

19 Chapter VII

Auch hier gibt es wieder eine Betonung auf das linke Horusauge.

20 Horusauge

Das Produkt wird zum Schluss in den Freimaurerfarben Blau und Rot dargeboten. Ein Farbschema, welches den gesamten Spot durchzieht.

21 Blau-Rot

Das „X.O.“ steht hier übrigens wie bei allen alkoholischen Getränken für „extra old“. Angesichts der okkulten Symbole im Werbespot könnte sich hier allerdings durchaus eine Doppelbedeutung ergeben.

22 XO

Der Regisseur dieses Hennessy-Spots ist übrigens der Däne Nicolas Winding Refn, welcher u.a. den extrem brutalen „Only God Forgives“ (2013) verbrochen hat. Ausgerechnet beim 66. Filmfest 2016 (666) in Cannes wurde er mit seinem bezeichnenden Werk „The Neon Demon“ zum dritten Mal für den Hauptpreis nominiert. Selbstredend, dass dieser Mann weiß, was er tut.

Nicolas Winding Refn

Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

06 Salinta_4

Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

18 Grey Abduction_1

19 Grey Abduction_2

Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

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Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

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Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

41 Eulenmann

Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

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Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

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Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

47 Kuat x 2

Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

48 2001 Elysium

Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

52 ID_1

53 ID_2

Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

55 Dekadenz_1

56 Dekadenz_2

Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

60 Kathedrale_1

61 Kathedrale_2

62 Inzesthochzeit

Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

63 Hexagrammvortex

Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

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Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“