Die Thule-Gesellschaft – Der okkulte Kern der Nazibewegung

von Shinzon

Der Legende nach ist Thule eine sagenhafte Insel im Norden, in welche insbesondere die Nazis ein nordisches Atlantis hineininterpretieren. Schriftlich wurde sie erstmalig um 325 v.Z. vom griechischen Seefahrer Pytheas (ca. 380-310 v.Z.) festgehalten und später schrieben auch die Römer von der Entdeckung einer Insel namens Thule. Da bei der fraglichen Reise Großbritannien umrundet wurde, muss es sich bei Thule um eine britische Insel, möglicherweise eine der Shetland-Inseln, gehandelt haben. Also kein untergegangenes Reich von blonden Ariern.

Die Nazis nahmen es mit der Geschichte aber nie sehr genau und so benannte der ariosophische Okkultist Rudolf von Sebottendorf (1875-1945) seine faschistische Geheimgesellschaft nach der Insel Thule. Bevor er damit zum Wegbereiter des NS-Regimes wurde, legte er eine recht eigentümliche Karriere hin, die viele Parallelen zu anderen führenden Ariosophen aufweist. Wie Guido von List (1848-1919) und Lanz von Liebensfels (1874-1954) war auch von Sebottendorf kein echter Adeliger. Der eigentliche Name des aus Hoyerswerda stammenden Sohnes eines Lokomotivführers lautete Adam Alfred Rudolf Glauer.

Nach seinem Abitur begann Glauer ein Studium in Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule von Berlin. Dieses brach er jedoch ab und heuerte 1898 als Heizer auf einem Schiff an. Während seiner Reisen auf See verschlug es ihn auch in den Orient, wo er sich mit Okkultismus zu beschäftigen begann.

1901 bereiste er die Türkei, wo der spätere Antisemit ausgerechnet von einem griechischen Juden namens Termudi in die Freimaurerloge von Bursa eingeführt worden sein soll. Ob der Part mit dem Juden stimmt, ist fraglich, denn die Loge stand in Verbindung zum Memphis-Ritus der Theosophen Theodor Reuß (1855-1923) und Rudolf Steiner (1861-1925). Die Theosophen unterhielten ihrerseits enge Verbindungen zu den Ariosophen und Rudolf Steiner finanzierte später sogar eine antisemitische Hetzschrift. Nichts desto trotz behauptete Rudolf Glauer, von dem Juden Termudi eine Bibliothek okkultistischer Bücher geerbt zu haben.

Die Zusammenstellung seiner Interessengebiete war zu dieser Zeit allgemein sehr krude. Neben der Freimaurerei, den theosophischen Lehren Helena Blavatskys (1831-1891) und der Theozoologie des Lanz von Liebenfels beschäftigte sich Glauer auch mit islamischer Mystik und Sufismus. Er machte dabei auch Bekanntschaft mit dem sufistischen Bektaschi-Derwisch-Orden, welchen er als „alte türkische Freimaurerei“ betitelte. Er glaubte außerdem, rosenkreuzerische Traditionen in diesem Orden zu erblicken. Dies ist jedoch historisch nicht korrekt.

Glauer kann diesbezüglich eher als Neo-Sufist gesehen werden, welcher weniger mit dem Islam zu tun hatte als viel mehr mit westlicher Esoterik. In der europäischen Esoterikszene war es bereits seit Blavatsky Brauch, morgenländische Traditionen im Sinne von abendländischer Freimaurerei und Rosenkreuzertum umzudeuten.

In der Freimaurerei stieg Rudolf Glauer recht schnell auf und gründete 1910 in Istanbul eine eigene mystische Loge, fern seiner Heimat Deutschland. Er erwarb sogar die türkische Staatsbürgerschaft und nahm 1913 als Soldat der osmanischen Armee am 2. Balkankrieg teil. Darüber hinaus gab Glauer an, im Orient vom ausgewanderten Baron Heinrich von Sebottendorf adoptiert worden zu sein. Diese Geschichte dürfte jedoch frei erfunden sein, denn 1919 stellte das Bezirksamt Freiburg fest, dass er den Titel „Rudolf Freiherr von Sebottendorf“ zu Unrecht trage.

Rudolf "von Sebottendorf"

Rudolf „von Sebottendorf“

Nach dem 2. Balkankrieg zog Glauer zurück nach Deutschland, wo er kurze Zeit in Berlin weilte und sich schließlich im Dresdner Villenviertel Kleinzschachwitz niederließ. Dort gönnte er sich ein fürstliches Anwesen für 50.000 Reichsmark. In den 1. Weltkrieg wurde er aufgrund seiner türkischen Staatsangehörigkeit nicht eingezogen. Während die anderen an der Front verreckten, heiratete er 1915 im schönen Wien Bertha Anna Iffland. Das Vermögen der Tochter eines reichen Berliner Kaufmanns sicherte ihm ein bequemes Leben frei von Arbeit. Mit anderen Worten: Er war ein Schmarotzer.

Seine freie Zeit nutzte Glauer, um seine Wahnvorstellung einer „jüdischen Weltverschwörung“ auszuformen. Dabei war er als Okkultist selbst Teil einer weltweiten Verschwörung und kannte sich in den Gefilden der Theosophen, Rosenkreuzer und Freimaurer bestens aus. Darüber hinaus trat er dem ariosophischen Germanenorden bei und stattete ihn mit großen Summen unbekannter Herkunft aus. Noch während der Endphase des 1. Weltkrieges gründete Rudolf Glauer mit der Thule-Gesellschaft einen Münchner Ableger des Ordens. Die Gründung fand am 17./18. August 1918 im Luxus-Hotel Vier Jahreszeiten statt.

Innerhalb eines Jahres wuchs der Geheimbund auf rund 1.500 Mitglieder an, davon 250 in München. Es handelte sich überwiegend um Aristokraten, Akademiker und Geschäftsleute. Wie alle Logen handelte es sich bei der Thule offensichtlich um eine extrem elitäre Vereinigung. Nur traten diese feinen Herren nach außen nicht als Humanisten auf, wie Freimaurer dies für gewöhnlich tun, sondern zelebrierten ihren Rassismus in aller Öffentlichkeit. Ihr Motto lautete „Halte dein Blut rein“, was ja perfekt zum aristokratischen Inzestgesocks passte.

Die Thule-Gesellschaft hatte von Anfang an das Ziel, eine Diktatur zu errichten und alle Juden aus Deutschland zu vertreiben bzw. sie zu vernichten. Die radikale judenfeindliche Propagandakampagne des Geheimbundes begann noch vor Ende des 1. Weltkrieges, wobei die Zeitung Münchner Beobachter eine zentrale Rolle spielte. Glauer hatte das einstige Boulevardblatt erst kurz zuvor im Juli 1918 mit dem Vermögen seiner Frau dem Franz-Eher-Verlag abgekauft und anschließend zum Sprachrohr der Thule-Gesellschaft umfunktioniert. Wenig später erfolgte die Umbenennung in Völkischer Beobachter.

VB

Die Thule-Mitglieder waren aber nicht nur geistige Brandstifter, sondern gründeten auch einen Kampfbund, aus dem das Freikorps Oberland hervorging. Dieses war u.a. an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik am 2. Mai 1919 und des Ruhraufstandes von 1920 beteiligt. Die Thule-Gesellschaft war immer an vorderster Front mit dabei, wenn es darum ging, die Freiheit im Keim zu ersticken und schreckte dabei nicht einmal vor politischen Morden zurück. So wurde der bayrische SPD-Ministerpräsident Kurt Eisner (1867-1919) bereits am 21. Februar 1919 vom Thule-Mitglied Anton Graf von Arco auf Valley (1897-1945) ermordet. Das Ironische dabei war, dass Kurt Eisner bereits seine Rücktrittsrede vorbereitet hatte, während von Arco wegen seiner jüdischen Mutter aus der Thule-Gesellschaft ausgeschlossen wurde.

Attentate auf politische Gegner waren allerdings nur die halbe Miete. Eine eigene Partei musste her, um die Macht in Deutschland zu ergreifen. Zu diesem Zwecke entsandte Glauer seinen Sportredakteur des Münchner Beobachters Karl Harrer (1890-1926) in den „freien Arbeiterausschuss“, aus dem sich am 5. Januar 1919 die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) gründete. 13 Monate später benannte sich die DAP in NSDAP um.

Die Nazipartei, welche 1933 per Ermächtigungsgesetz die Macht ergreifen sollte, war also das direkte Produkt einer freimaurerischen Geheimgesellschaft und wurde bis zum bitteren Ende von dieser kontrolliert. Fast sämtliche Führungspersonen der NSDAP und SS waren Thule-Mitglieder. Darunter Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß (1894-1987), der Reichsführer SS Heinrich Himmler (1900-1945) und der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Hermann Göring (1893-1946).

Adolf Hitler (1989-1945) selbst leugnete eine Mitgliedschaft und distanzierte sich ebenso öffentlich vom Okkultismus, was jedoch einzig darin begründet lag, dass er im christlich geprägten Deutschland um seine Zustimmungswerte bangte. Tatsächlich war er nicht nur von Okkultisten umgeben, sondern wurde schon früh von ihnen als Messias auserkoren. In dieser Rolle gefiel er sich absolut und obwohl der Führer um gute Beziehungen zum Vatikan bemüht war, förderte er ungeniert eine esoterisch verzerrte Version des germanischen Heidentums.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Hitler Mitglied der Thule-Gesellschaft war. Immerhin war er bereits 1921 Parteivorsitzender der von ihr gegründeten NSDAP, das Treiben des freimaurerischen Ordens kann ihm also schwerlich entgangen sein. Sogar das „Sieg Heil“ geht auf die Thule-Grußformel „Heil und Sieg“ zurück und das Symbol der Nazibewegung, das Hakenkreuz, stammt aus dem Ordenslogo. Die Thule-Gesellschaft hatte das Hakenkreuz wiederum, zusammen mit der Theorie der Wurzelrassen, von der Theosophischen Gesellschaft übernommen. Die gesamte Symbolik und Ideologie des 3. Reiches stammt aus dem Umfeld okkulter Geheimgesellschaften und es ist schlichtweg undenkbar, dass der Diktator nicht eingeweiht gewesen sein soll.

Thule Logo

Der Gründer der Thule-Gesellschaft, Rudolf Glauer alias von Sebottendorf, sollte hingegen nicht vom Siegeszug seines missratenen Geheimbundes profitieren. Er verließ die Thule-Gesellschaft bereits 1919, nachdem er der Mitschuld am Tod von sieben Thule-Mitgliedern bezichtigt wurde. Bei ihm waren nämlich von der Münchner Räteregierung Mitgliederlisten des Ordens beschlagnahmt worden, woraufhin einige seiner Anhänger in Geiselhaft genommen und 30. April 1919 von Rotgardisten eliminiert wurden. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Der Welt wäre überdies viel Leid erspart worden, wären die Rotgardisten gründlicher vorgegangen.

Während sich die Thule-Gesellschaft leider sehr schnell von diesem Rückschlag erholte, ging es für Sebottendorf weiter bergab. Durch Fehlspekulationen verlor er sein gesamtes Vermögen. Er hielt sich in der Folge mit dem Verfassen von astrologischen sowie esoterischen Schriften und Büchern über Wasser. Außerdem reiste er viel durch Nordamerika, den esoterischen Hot Spot Schweiz und die ihm vertraute Türkei. Nach eigenen Angaben soll er in der Türkei von 1923 bis 1928 Honorarkonsul von Mexiko gewesen sein.

Durch die Machtergreifung der Nazis 1933 beflügelt, kehrte er schließlich wieder in seine Heimat zurück, wo die Thule-Gesellschaft jedoch längst ohne ihn auskam. Im selben Jahr veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „Bevor Hitler kam“. Das Buch wurde umgehend verboten und Sebottendorf 1934 aus Deutschland abgeschoben. Sein Vergehen war es nicht etwa, Okkultist oder Freimaurer zu sein, denn immerhin gehörte er keiner konkurrierenden Loge an, sondern war im Gegenteil der Begründer der nunmehr herrschenden Nazifreimaurerei. Das einzige, was Hitler ihm nicht verzeihen konnte, war seine Selbstüberhöhung als Begründer der Nazibewegung. Diesen Titel beanspruchte der Führer für sich und wer an seinem Mythos kratzte, musste verschwinden.

Der zwischenzeitlich komplett verarmte Rudolf Glauer zog sich in die Türkei zurück, wo er von 1942 bis 1945 als Doppelagent für die deutsche Abwehr und den britischen Geheimdienst gearbeitet haben soll. Dem Reich blieb er aber offensichtlich trotz seiner Abschiebung treu, denn direkt nach der deutschen Kapitulation ertränkte er sich im Bosporus.

Rudolf Glauers Lebenswerk wirkt jedoch bis heute im Rechtsextremismus nach. Von den meisten Historikern wird das Fortbestehen der Thule-Gesellschaft jedoch geleugnet und nach offizieller Lesart löste sie sich sogar schon in den 1920er Jahren während der Weimarer Republik auf. Der ganze Naziokkultismus, insbesondere in Himmlers SS, spricht allerdings eine deutlich andere Sprache. Obwohl der Okkultismus des 3. Reiches an sich nicht zu leugnen ist, wird das Naziregime stets als Feind von Geheimgesellschaften dargestellt, was nichts anderes als freimaurerische Geschichtsfälschung ist.

Die Zeichen der Thule-Gesellschaft waren überall im 3. Reich präsent und konzentrierten sich in der Wewelsburg, wo bis heute satanistische Rituale von Kindesmissbrauch bis Menschenopferungen stattfinden. Selbstverständlich wird auch diese Verbindung als Verschwörungstheorie abgetan, obwohl durch die Dokureihe „Höllenleben“ längst glaubhafte Zeugenaussagen vorliegen. Ganz so als gäbe es keine Berührungspunkte zwischen Satanismus und Rechtsextremismus.

Wo die Geschichtsrevisionisten schon mal dabei sind, den gesamten NSBM-Sektor zu leugnen, können sie auch gleich die Shoa mitleugnen. Tatsächlich wird die Opferung von Juden und Kommunisten durch die Thule-Gesellschaft im 3. Reich bei Wikipedia unter der Rubrik „Mythen und Spekulationen“ aufgeführt. Geht’s noch? Was ist denn in den Konzentrationslagern geschehen? Dort wurden Millionen Juden, Kommunisten, Gewerkschafter, Sinti, Roma, Homosexuelle usw. ermordet. Es ist in Deutschland sogar strafbar, dies zu leugnen. Dennoch wird zumindest der rituelle Charakter der Shoa von offizieller Seite als Verschwörungstheorie abgetan, obwohl die Thule-Gesellschaft nie einen Hehl aus ihren judenfeindlichen Vernichtungsfantasien machte. Der Zusammenhang zwischen der Thule-Gesellschaft und der Shoa ist offensichtlich und historisch nachweisbar.

Ebenso kann das Fortbestehen der Thule-Gesellschaft nach dem Ende des 2. Weltkrieges nicht geleugnet werden. 1980 gipfelten die Aktivitäten in der Gründung des Thule-Seminars durch den deutschen Verleger Wigbert Grabert und den französischen Rechtsextremisten und REL-Politiker Pierre Krebs. Letzterer gilt als maßgeblicher Theoretikern der Neuen Rechten. Zum Umfeld des Thule-Seminars gehörte außerdem der NPD-Politiker und Ariosoph Jürgen Rieger (1946-2009). Es ist wohl kein Zufall, dass Rieger Zeit seines Lebens den Gedenkmarsch für das führende Thule-Mitglied Rudolf Heß organisierte. Die Ziele von Thule-Gesellschaft und Thule-Seminar sind annähernd deckungsgleich. Es geht vordergründig um die „rassische Reinhaltung“ Westeuropas, gepaart mit einem okkult verzerrten Neoheidentum.

Weiterhin gründete sich in den 1990ern im deutschsprachigen Internet das Thule-Netz, welches von Holocaustleugnung über Volksverhetzung bis Anti-Antifa-Arbeit alles bot, was der herzlose Nazi begehrt. Eifriger Schreiber des Thule-Netzes war der Thüringer NPD-Politiker Tino Brandt, welcher als V-Mann des Verfassungsschutzes den Auftrag erhielt, den rechtsextremen Thüringer Heimatschutz aufzubauen. Eben jene braune Terrorbrutstätte, aus der der NSU hervorging. Offensichtlich reicht die Macht der Thule-Gesellschaft noch heute bis in die deutschen Geheimdienste hinein, was nicht weiter verwundert, da diese ja von Altnazis aufgebaut wurden.

Während das Thule-Netz nur ein Ableger für rechtsextreme Propaganda war, hatte die Thule Gesellschaft auch noch eine offizielle Webseite. Auf deren Startseite befand sich oben eine schwarze Sonne und wenn man ganz nach unten scrollte, fanden sich dort außerdem Zirkel und Winkelmaß der Freimaurer. Scheinbar ist diese Seite nicht mehr online oder sie wurde durch eine weniger offensichtlich freimaurerische Variante ersetzt. Jedenfalls ist die Originalseite nicht mehr aufzufinden.

Dafür gibt es aber eine Facebook-Seite, auf der ein Hexagramm zu finden ist.

Thule Facebook

Die Kontaktadresse, welche auf der Ariosophie-Seite zu finden ist, spricht aber ebenfalls Bände. Sie beginnt mit THT23@ und jeder halbwegs informierte Mensch sollte wissen, wessen Zahl die 23 ist.

Thule 23

Das angebotene Themenspektrum der Thule-Webseite war auf jeden Fall interessant, denn es ähnelte dem von rechten Verschwörungsportalen. Tatsächlich steht die Thule-Gesellschaft bei neurechten Esoterikern wie Jo Conrad hoch im Kurs. In dessen Sendung Bewusst(los) TV ist des Öfteren der braune UFO-Spinner Reiner Feistle zu Gast, welcher offensichtlich ein absoluter Fan der Thule- und Vril-Gesellschaft ist. Den Ursprung der weißen Europäer verortet Feistle jedoch nicht auf einer legendären Insel im Norden, sondern im Sternensystem Aldebaran. Aber das ist ein Thema für sich. Auf jeden Fall gibt es Berührungspunkte zwischen der Thule-Gesellschaft und rechten Verschwörungsportalen, welche darüber hinaus oft auch theosophisches und rosenkreuzerisches Gedankengut verbreiten.

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UFO-Sekten Teil 2 – Organisierter Wahnsinn

von Shinzon

Im ersten Teil haben wir uns mit den theosophisch angehauchten UFO-Sekten beschäftigt, die sich vor allem durch gechannelten Schwachsinn auszeichnen. Die vermeintlichen Kontakte zu blonden Aliens von den Plejaden oder der Andromeda-Galaxie waren dabei noch eher unterhaltsam. Es bedarf schon einer großen Portion Naivität, um auf solch esoterische Desinformation hereinzufallen. Im zweiten Teil wird es nun etwas ernster, denn die folgenden UFO-Sekten sind weitaus besser organisiert und teilweise sogar gemeingefährlich.

Als erstes wäre da die Rael-Bewegung, welche 1973 von Claude Vorilhon noch unter dem Titel MADECH (mouvement pour l’accueil des extraterrestres, créateurs de l’humanité / deutsch: Bewegung für den Empfang der Außerirdischen, Schöpfer der Menschheit) gegründet wurde. Die Umbenennung der UFO-Religion in Raelismus erfolgte drei Jahre später.

Der 1946 im französischen Vichy geborene Sektengründer ist der Sohn einer katholischen Mutter und eines jüdischen Vaters. Es ist recht offensichtlich, dass er sich beim Raelismus von den Religionen seiner Eltern inspirieren ließ und das Ergebnis anschließend mit Okkultismus anreicherte. So behauptet er, 1973 einem Außerirdischen namens Yahweh begegnet zu sein, was der Name Gottes im Judentum ist. Im Prinzip hätte er seine UFO-Religion auch gleich Israelismus nennen können, wenn er schon einmal dabei ist, das Judentum zu verunglimpfen.

In die gleiche Richtung geht das ursprüngliche Symbol des Raelismus, welches aus einem Hakenkreuz in einem Hexagramm besteht. Für sich genommen haben beide Symbole eine okkulte Deutungsmöglichkeit und kommen auch in der Freimaurerei vor. In anbetracht des persönlichen Hintergrundes von Claude Vorilhon wirkt diese Kombination jedoch eher wie eine Gleichsetzung des Davidsterns mit dem Symbol des Hitlerfaschismus. Wohl aus diesem Grund wurde das Hakenkreuz inzwischen durch einen Wirbel ersetzt.

Raelianerlogo

Die Schöpfungsgeschichte hat Claude Vorilhon indes dem alten Testament der Bibel entlehnt. Mit der Behauptung, dass die Elohim Außerirdische waren, welche die Menschheit erschaffen haben, könnte er dabei sogar richtig liegen. Allerdings ist diese Vorstellung nicht auf seinem Mist gewachsen, sondern fester Bestandteil der Prä-Astronautik. Es ist davon auszugehen, dass er dieses Wissen nicht von einem Alien namens Yahweh erhalten, sondern schlichtweg bei Erich von Däniken abgeschrieben hat.

Da es etwas auffällig gewesen wäre und wohl auch entsprechende Urheberrechtsklagen nach sich gezogen hätte, von Dänikens Bücher komplett zu kopieren, hat Vorilhon seine Irrlehre mit eigenem Nonsens angereichert. So soll die Erde erst vor 22.000 Jahren von den Elohim erschaffen worden sein. Spätestens ab diesem Punkt würde kein ernstzunehmender Prä-Astronautik-Befürworter Vorilhons Bullshit noch weiter unterstützen. Zumal die Elohim nach raelistischer Lehre bereits vor 25.000 Jahren das erste Mal die Erde betreten haben, also 3.000 Jahre bevor sie den Planeten überhaupt erschaffen haben sollen.

Ebenso wenig wie die Prä-Astronautiker würden die Juden den Raelismus unterstützen, obgleich dieser durchaus philosemitisch ist. So sieht Vorilhon in den Juden zwar das auserwählte Volks, aber eben nicht auserwählt von Gott, sondern von Außerirdischen. Seiner Auffassung nach sind die Juden das gelungenste Genexperiment der Elohim, was völlig außer Acht lässt, dass die ersten Juden eigentlich nur eine Glaubensgemeinschaft unter den Ägyptern waren.

Aber egal, wie sehr sich Vorilhon bei den Juden einzuschleimen versucht, als Messias werden sie ihn gewiss niemals akzeptieren. Als solcher feiert er sich nämlich selbst und nennt sich seit seiner herbei fantasierten Begegnung mit Yahweh selbst nur noch Raël. Weiterhin behauptet er, der Halbbruder von Jesus zu sein und sein Vater Yahweh hätte ihn am 25. Dezember 1945 gezeugt. 1946, das Jahr seiner tatsächlichen Geburt, ist das Jahr 1 des raelianischen Kalenders. Ähnlichen Größenwahnsinn findet man sonst nur in Nordkorea, wo das Geburtsjahr von Kim Il Sung ebenfalls das Jahr 1. des koreanischen Kalenders ist.

Claude Vorilhon grüßt seinen wahren Meister.

Claude Vorilhon grüßt seinen wahren Meister.

Nach seiner Erleuchtung durch Yahweh im Jahr 1973 schrieb Raël „Das Buch, das die Wahrheit sagt“. 1975 folgte „Die Außerirdischen haben mich auf ihren Planeten mitgenommen“, in dem er die raelianischen Lebensregeln veröffentlichte. Mit anderen Worten ist Claude Vorilhon ebenso ein verhinderter Science Fiction Autor wie L. Ron Hubbard und obwohl sich beide Sekten gegenseitig nicht ausstehen können, hören ihre Gemeinsamkeiten noch längst nicht auf.

Eines der Ziele des durchgeknallten Irren mit Messiaskomplex ist der Bau einer Botschaft für die Außerirdischen bis zum Jahr 2025. Errichten will er das Gebäude in Israel, wo er allerdings bis heute keine Baugenehmigung für diesen Schwachsinn bekommen hat. $cientology ist da schon einen Schritt weiter, denn die haben genügend eigenen Grundbesitz, auf dem sie eine Botschaft für Xenu errichten können.

Das zweite Ziel der Raelianer ist noch abgefahrener. Während $cientology Milliardengewinne mit Psychospielchen macht, hat sich die Rael-Bewegung auf das Gebiet der Genetik spezialisiert. Die Sekte will tatsächlich das Klonen von Menschen ermöglichen, damit diese nach dem Tod in ein exaktes Duplikat inkarnieren können. Angeblich soll bereits 2002 der erste Klon mit dem Namen „Eve“ im Reagenzglas gezeugt worden sein, was jedoch gemeinhin als Schwindel betrachtet wird. Bis die irdische Gentechnik so weit ist, sollen die Außerirdischen das Klonen übernehmen, wobei die Körperbaupläne der Sektenmitglieder angeblich per Handauflegen des Gurus telepathisch übermittelt werden.

Wer das schon für schwachsinnig hält, den dürfte es wohl erschüttern, dass die BILD-Schlagzeile „UFO-Sekte will jetzt Hitler klonen“ vom 4. August 2001 keine Ente war. Die Raelianer planen tatsächlich, den Führer zu klonen, um ihn seiner Verbrechen anzuklagen. Nur leider funktioniert Reinkarnation nicht so und vor Gericht stünde ein Unschuldiger, der zwar dieselben Gene wie Hitler hätte, aber eine völlig andere Person wäre. Gleiches gilt für die Bestrebungen, Jesus mithilfe des Turiner Grabtuches klonen zu wollen. Dabei käme wohl ohnehin eher ein Klon von Leonardo daVinci heraus, denn das Tuch wurde längst als Fälschung entlarvt.

UFO-Sekte will Hitler klonen

Das Klonen von Menschen ist eine wahrhaft dumme Idee, aber keineswegs die einzige dumme Idee der Raelianer. Parallel zum Klonen sollen nämlich Supercomputer entwickelt werden, in denen das Bewusstsein der verstorbenen Sektenmitglieder zwischengelagert werden kann. Im Prinzip wollen es die Raelianer genauso machen wie die Cylonen in der TV-Serie „Battlestar Galactica“, womit hier ganz eindeutig die transhumanistische Agenda bedient wird. Es ist angesichts dessen wohl kaum ein Zufall, dass Transhumanisten wie der französische Autor Michel Houellebecq zu den bekanntesten Mitgliedern der Sekte zählen. Nun, immerhin hat dieser STO-Verschnitt noch keine Terroranschläge verübt. Die „Caprica“-Fans werden wissen, was gemeint ist.

Zum Schluss bleibt die Frage, wie der ganze Mist finanziert wird. Immerhin kostet die Klonforschung momentan noch mehr als die einbringt. Woher also das Geld nehmen? Ganz einfach, indem jedes Mitglied 3% seines Nettoeinkommens an die Sekte abführt. Bei offiziell rund 40.000 Mitgliedern weltweit kommt da schon eine ansehnliche Summe zusammen. Obendrein bedient sich die Rael-Bewegung bei Erbschaften verstorbener Mitglieder.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Rael-Bewegung im Gegensatz zu den theosophischen Dünnbrettbohrern von der Galaktischen Föderation durchaus gefährlich ist. Die Raelianer verbreiten nicht nur den üblichen New Age Bullshit, sie betreiben darüber hinaus unethische Klonexperimente und fördern den Transhumanismus. Ihr Wirkungsgrad ist dabei weitaus höher als jener von Ashtars lächerlichen Youtube-Videos. Immerhin durfte Claude Vorilhon seine kruden Botschaften schon im französischen Fernsehen verbreiten, was seine Anhängerschaft allein in den ersten zwei Jahren auf 700 Personen anwachsen ließ.

Die Raelianer sind inzwischen die einflussreichste UFO-Sekte nach $cientology. In Sachen Gefährlichkeit werden beide allerdings von einer weitaus kleineren UFO-Sekte getoppt. Die Rede ist von Heaven’s Gate, welche in den 1980ern von Marshall Herff Applewhite (1931–1997) und Bonnie Lu Nettles (1927–1985) gegründet wurde.

Applewhite wurde als Sohn eines presbyterianischen Priesters geboren und trat als Kirchenmusiker zunächst in dessen Fußstapfen. Offensichtlich hatte er bereits zu diesem Zeitpunkt schwere psychische Probleme, denn 1970 wurde er aufgrund von „Gesundheitsproblemen emotionaler Natur“ entlassen. Möglicherweise wurzelten diese in einem Konflikt zwischen seiner sexuellen Orientierung und seiner Religion. Ein Jahr später versuchte er jedenfalls, sich in einem Hospital von seiner Homosexualität heilen zu lassen. Da Homosexualität aber keine Krankheit ist, gibt es dafür auch keine Heilung. Im Gegenteil tragen so genannte Homoheiler nachweislich zur psychischen Destabilisierung ihrer Opfer bei, was wohl auch bei Applewhite der Fall war.

Neben der missglückten Behandlung hatte der Hospitalaufenthalt noch eine weitere negative Folge, denn dort lernte er Bonnie Nettles kennen. Beide lagen auf derselben Wellenlänge, interessierten sich für Astrologie, glaubten sich von Geistern und Schutzengeln umgeben. Sie waren sogar überzeugt, sich aus einem früheren Leben zu kennen. Es ist direkt überraschend, dass Nettles keine Patientin des Hospitals war, sondern als Krankenschwester dort arbeitete. Dennoch hatten sich hier zwei Verrückte gefunden.

Das geistesgestörte Paar trat unter Namen wie „The Two“, „Bo und Peep“ oder „Winnie und Pooh“ auf. Alsbald gründeten sie eine UFO-Religion, zunächst unter dem Namen „Guinea Pig“ (Meerschweinchen bzw. „Versuchskaninchen“). Später wurde daraus HIM (Human Individual Metamorphosis), dann TOA (Total Overcomers Anonymous) und zuletzt Heaven’s Gate. Das Logo der Sekte bestand aus einer angedeuteten Pyramide mit einem Stern an der Spitze.

Heavens Gate Logo

Die Sektenmitglieder lebten wie in einem mittelalterlichen Mönchsorden asketisch und gemeinschaftlich. Privatbesitz sowie Privatsphäre war ihnen untersagt und was Letzteres betraf, war die Villa der Sekte komplett mit technischen Überwachungseinrichtungen ausgestattet. Finanziert wurde dieses zweifelhafte Vergnügen aus unterschiedlichen Quellen, zuletzt mittels professioneller Webseiten-Entwicklung unter dem Namen „Higher Source“. Auch hier fand sich wieder eine Pyramide im Layout.

Higher Source

Während die Gurus der meisten Sekten durchaus schlaue Geschäftsleute sind, die ihre Glaubensgemeinschaft ausbeuten, war Applewhite tatsächlich ebenso bekloppt wie seine Anhänger. Dies äußerte sich unter anderem darin, dass er sich, zusammen mit sechs weiteren Männern der Gemeinschaft, zwecks besserer Askese kastrieren ließ. Zumindest waren damit seine sexuellen Probleme gelöst, aber seine psychopathische Erkrankung stand ihm nach wie vor ins Gesicht geschrieben.

Applewhite

Ein Psychopath war Applewhite in jedem Fall. Er war ein extrem manipulativer Charakter, agierte total verantwortungslos und ohne Empathie. Dies führte schlussendlich auch zum traurigen Untergang der Sekte, die er nach dem Tod von Bonnie Nettles im Jahr 1985 allein leitete. Der Grund für das Ende ist zwar hinlänglich bekannt, doch war keineswegs auf Applewhites eigenem Mist gewachsen.

Alles ging auf ein Foto des Kometen Hale-Bopp zurück, welches der Amateurastronom Chuck Shramek im November 1996 veröffentlichte. Auf dem Foto war ein leuchtendes Objekt zu sehen, welches Shramek als viermal so groß wie die Erde einschätzte. In Wirklichkeit entpuppte es sich sogar als noch größer, denn es handelte sich um einen weit entfernten Stern. Damit hätte der Fall eigentlich erledigt sein können, doch leider wandte sich Shramek vor dieser Erkenntnis an den Radio-Moderator Art Bell. In dessen Sendung gab ein Politikwissenschaftler namens Courtney Brown bekannt, dass Hellseher an seinem Farsight Institute in dem Objekt ein außerirdisches Raumschiff erkannt hätten.

Für Marshall Applewhite war diese Desinformation ein gefundenes Fressen. Er glaubte in dem Kometen ein Zeichen der nahenden Apokalypse zu sehen und in dem vermeintlichen Raumschiff die einzige Rettung. Aus welchen Gründen auch immer glaubte Applewhite jedoch nicht, dass das Raumschiff ihn und seine Anhänger auf physischem Wege abholen würde, also wurde beschlossen, es auf astralem Wege zu erreichen.

Am 19. März 1997, drei Tage bevor Hale-Bopp seinen erdnächsten Punkt erreichen sollte, sprach Applewhite in einer Videobotschaft über Massensuizid. Dies sei ihm zufolge der einzige Weg, die Erde zu verlassen. An Bord des nicht existenten Raumschiffs glaubten seine Anhänger, in eine höhere Daseinsstufe überführt zu werden. Theoretisch hat sich dieser Wunsch für 39 Sektenmitglieder, darunter Applewhite selbst, durchaus erfüllt, wenn auch auf eine etwas andere Weise.

Am 26. März 1997 wurden ihre Leichen entdeckt. Offenbar hatten sie sich in mehreren Stufen von ihren irdischen Hüllen verabschiedet. 15 Mitglieder starben am 24. März, 15 weitere am Tag darauf und die restlichen 9 am 26. März. Alle trugen schwarze Einheitskleidung mit neuen Turnschuhen und waren mit purpurnen Tüchern zugedeckt. Zudem hatten alle ein Armband mit der Aufschrift „Heaven’s Gate Away Team“, was schon derbe zynisch ist, denn von dieser Außenmission kehrte niemand von ihnen zurück. Warum jeder einen 5-Dollar-Schein sowie drei Vierteldollar-Münzen mit sich führte, bleibt indes ein Rätsel. Immerhin sollte man meinen, dass astrale Aliens keinen Eintritt verlangen, zumal solch materielle Dinge ohnehin zurückbleiben.

Den Massensuizid überlebte nur ein einziges Sektenmitglied. Rio Di Angelo hatte Wochen vor dem Ereignis mit Applewhite vereinbart, die Gruppe zu verlassen, um deren Videos und Schriften weiterzuverbreiten. Von ihm stammt auch ein Video der Villa in Rancho Santa Fe, welches der Polizei fünf Jahre nach dem Gruppenselbstmord zukam. Trotz Rio Di Angelos Bemühungen ging die Heaven’s Gate Sekte mit dem Tod ihres Anführer unter. Das Endresultat ist auch nicht wirklich zur Nachahmung geeignet.

Allerdings blieb zumindest das Konzept von Raumschiffen, die sich in Kometenschweifen verstecken, bis heute erhalten. 2013 geisterten sogar Behauptungen durchs Internet, der Komet ISON sei selbst ein intelligent gesteuertes Raumschiff. Anfang Dezember 2013 zerbrach der Komet, womit die Diskussion vorzeitig beendet wurde. Zum Glück noch bevor sich die nächsten Deppen einen Schierlingsbecher runterkippen konnten, um auf ein Raumschiff zu gelangen, das gar nicht existiert. Dennoch scheint es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste UFO-Sekte psychisch labile New Age Anhänger mit ha(u)nebüchenen Behauptungen auf dumme Gedanken bringt.

Thor – Marvels extradimensionaler Superheld

von Shinzon

Thor war der Donnergott der nordischen Sagenwelt und wurde von Marvel zum Superhelden uminterpretiert. Der Grundplot ist dabei gar nicht mal so abwegig, denn in der Tat war Thor der Sage nach der Beschützer von Midgard – der Erde.

Die Verfilmung der Comicreihe beginnt mit Thors Ankunft auf der Erde, doch kurz darauf folgt eine Rückblende, die seine Vorgeschichte erzählt. In dieser halfen die nordischen Götter den Menschen, die Eisriesen zu besiegen. Bei den Eisriesen handelt es sich um dämonische Kreaturen mit rot glühenden Augen, die den finsteren Planeten Jotunheim bewohnen.

Die Bewohner von Asgard scheinen jedoch nicht besser drauf zu sein. Während die Eisriesen das satanische Prinzip der Zerstörung vertreten, wirkt in Asgard alles stark luziferisch. Alle Göttergestalten tragen Helme mit Teufelshörnern. Allen voran der einäugige Odin, der mit seinem Kopfschmuck eher dem einäugigen Luzifer ähnelt. Wie praktisch, dass sich beide Charaktere in der Pop-Okkultur so schön verbinden lassen.

Thor Odin

Im Film ist Odin (Anthony Hopkins) der Vater von Thor (Chris Hemsworth) und Loki (Tom Hiddleston). Als er jedoch Thor als Thronerben bevorzug, schmiedet Loki einen Plan, die Vereidigung seines Bruders zu verhindern und die Eisriesen zu benutzen, um Odin zu beeindrucken. Hitzköpfig wie Thor ist, kommt er Loki jedoch zuvor und entfesselt einen Krieg mit den Eisriesen.

Für diese Tat wird er auf die Erde verbannt und kann seinen Hammer erst dann wieder benutzen, wenn er die nötige geistige Reife dafür erwirbt. Er landet da, wo der Film bereits begonnen hat und der Hammer kurz darauf in einem Krater, der alsbald von einer Schattenarmee des militärisch-industriellen Komplexes abgeschottet wird. Nur so nebenbei, den Hammer ziert ein Hexenknoten und er besitzt natürlich magische Kräfte.

Thor Hexenknoten

Das Wurmloch, durch welches Thor reist, ist eine Verlängerung der Regenbogenbrücke, die nach Asgard führt. Dies deckt sich mit der nordischen Mythologie. Allerdings ist in dieser nirgendwo die Rede davon, dass sich am Ende des Regenbogens ein Wurmlochgenerator in Form einer gigantischen weiblichen Brust befindet.

Thor Regenbogenbrücke

Thor Booptransporter

Ebenso wenig wird in der nordischen Mythologie der Torwächter Heimdall (Idris Elba) mit Teufelshörnern beschrieben. In Marvels Umsetzung kann der Regenbogen daher durchaus als Brücke zu Luzifer gesehen werden.

Thor Heimdall

An Sonnensymbolen besteht ebenfalls kein Mangel. Immerhin gibt es ohne Sonnenlicht keinen Regenbogen.

Thor Sonnensymbol

Bei der Ankunft auf der Erde hinterlassen Thor und seine Götterkollegen keltisch anmutende Muster auf dem Erdboden. Dies ist ganz offensichtlich eine Anspielung auf Kornkreise, für deren Entstehung mitunter extradimensionale Kräfte verantwortlich gemacht werden.

Thor Sandkreis

Auf der Erde begegnet Thor als erstes der Astrophysikerin Jane Foster (Natalie Portman), deren wissenschaftliches Weltbild er ganz nebenbei umstößt. Denn dort wo er herkommt, sind Wissenschaft und Magie dasselbe. Theosophisches Gedankengut in Reinkultur.

Als wäre noch nicht genug, erklärt Thor, wie die 9 Welten zusammenhängen. Die neun Kugeln erinnern bereits optisch an die Kabbalah und wie zur Bestätigung nimmt Thor auch noch das Wort „Weltenbaum“ in den Mund, um das Modell zu erklären. Obwohl die Kabbalah und der Weltbaum eng miteinander verbunden sind, gibt es aber einen kleinen Unterschied. Der Weltenbaum der nordischen Mythologie umfasst neun Welten, jeweils drei von Utgard, Midgard und Asgard. Bei der Kabbalah sind es hingegen zehn Sphären.

Thor Weltenbaum

Da Thor schon lange nicht mehr in Midgard war, muss er sich erst einmal in die moderne Kultur einleben, was zu mancher Situationskomik führt. Die Stadt, in der er sich aufhält, heißt Puente Antiguo, was übersetzt so viel wie „Antike Brücke“ bedeutet. Eine recht offensichtliche Anspielung darauf, dass dieser Ort ein Sternentor zur Götterwelt ist.

Thor Antike Brücke

Es folgt ein kleiner Kampf mit einem Zerstörerdämon und schlussendlich kehrt Thor nach Asgard zurück. Dort hat Loki bereits seinen Plan durchgezogen, Odin erst an die Eisriesen zu verraten, um ihn dann vor ihnen zu retten und als Held dazustehen. Seine Motivation wirkt zu diesem Zeitpunkt leicht wirr, da er kurz zuvor erfahren musste, dass Odin nicht sein richtiger Vater und er selbst ein adoptiertes Eiskind ist.

Thor Loki

Als Loki wider alle Vernunft und persönliche Rachemotive seine Heimatwelt zerstören will, greift Thor ein und zerstört die Regenbogenbrücke. Loki fällt von der Scheibenwelt, von der aus irgendeinem unlogischen Grund immer neues Wasser ins Nichts fließt, und ward bis „The Avangers“ nicht mehr gesehen.

In Asgard herrscht daraufhin wieder Friede, Freude, Eierkuchen, während sich auf der Erde die finstere Geheimgesellschaft S.H.I.E.L.D. neu formiert. Diese wirkt wie eine Mischung aus CIA, Militär und Freimaurerei. Ein faschistoider Haufen also, dem zu allem Übel eine antike Geheimwaffe in die Hände gefallen ist. Der Tesserakt in dabei in eine Matrix gebettet, welche die Form eines Hakenkreuzes hat.

Kubus

Fazit: Der Film ist actionlastig und bildgewaltig, allein die Story ist etwas dünn geraten. Des Weiteren hält „Thor“ sich zwar größtenteils an die nordische Sagenwelt, vermischt diese jedoch mit esoterischem Gedankengut und satanistischer Symbolik. Man hat den Eindruck, dass hier zwei Dämonenfraktionen um die Vorherrschaft kämpfen, während die Menschen nur sterbliches Kanonenfutter sind.

Der Film vermittelt den Eindruck, die Menschheit bräuchte extradimensionale Götterwesen und finstere Geheimgesellschaften zu ihrem Schutz. Insbesondere wird die Menschheit dabei vor der Wahrheit geschützt, indem S.H.I.E.L.D. alles abriegelt, die Beweise einkassiert und Zeugen verschwinden lässt. Und dann besitzen diese faschistoiden Men in Black auch noch die Chuzpe, sich als „die Guten“ zu bezeichnen.

Auf wessen Seite stehen welle:erdball?

Wir müssen zugeben, dass wir selbst totale welle:erdball-Fans sind. Sowohl musikalisch als auch inhaltlich hat diese Band, welche 1990 noch unter anderem Namen gegründet wurde, einiges zu bieten. Titel wie „Die falsche Front“, „Mensch aus Glas“ und „Amerika“ enthalten viel Gesellschaftskritik und regen zum Nachdenken an. Ein Großteil der Werke beschäftigt sich indes mit Technik, zuweilen liebevoll („VW-Käfer“), aber manchmal auch kritisch („Elektrosmog“).

Leider sind uns auf den Konzerten und auch in den Musikvideos von welle:erdball zunehmend Freimaurersymbole aufgefallen. Die Pyramide mit Auge könnte dabei noch mit einem Augenzwinkern abgetan werden, da sich Titel wie „23“ direkt mit den Illuminaten beschäftigen. Wirklich auffallend sind jedoch die zahlreichen Schachbrettmuster, wie z.B. auf der Cover der Single „Computerklang“.

Computerklang Cover

Im dazugehörigen Videoclip hagelt es ebenfalls Schachbretter.

Schachbrettkombi

Schachbrettdiskette

Und Honey posiert davor mit der Geste „Wie im Himmel so auf Erden“.

Wie oben so unten

Fräulein Venus (!) und Lady Lila stehen des Öfteren in Schachbrettkleidern auf der Bühne.

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Die Kombination von Schachbrettboden und freimaurerischer Blau/Rot-Symbolik findet sich indes bei der „Tanzmusik für Roboter“.

Tanzmusik für Toaster

Auf dem dazugehörigen Tourplakat tragen die beiden Sängerinnen Lady Lila und Fräulein Venus (!) die Farben der Freimaurergrade und posieren mit Honey und A.L.F. vor einem Schachbrettmuster.

welle erdball Schachbrett blaurot

Der Zufall scheidet bei welle:erdball aus, denn in ihrem neusten Video „Spiel mit der Welt“ zeigen sie recht deutlich, dass sie die Symbole der herrschenden Elite kennen und zu deuten wissen.

Karten_1

Karten_2

Der Text zeugt ebenfalls davon, dass die Band weiß, was auf der Erde gespielt wird. Die Frage ist nun, ob das Musikvideo als Weckruf gedacht ist oder die tumben Massen verhöhnen soll, die es sehen und doch nicht begreifen. Insbesondere die Zeile: „Der Mensch ist dumm und er vergisst, solange Unwissenheit ein Segen ist.“, kann durchaus zweideutig verstanden werden. Sind welle:erdball also für oder gegen die Pyramide?

Pyramide_1

Pyramide_2

Pyramide Dollar

Das „World Game“, welches am Ende des Videos vorgestellt wird, gab es übrigens unter dem Titel „Illuminati – New World Order“ tatsächlich.

2033 – Mexikos neue Weltordnung

von Shinzon

Wer glaubt, die neue Weltordnung würde maßgeblich von den USA und der EU vorangetrieben, der hat noch nicht den mexikanischen Film „2033 – Das Ende ist nah“ von 2009 gesehen. Dieser spielt nach einem Putsch, bei dem 2013 ein Politiker namens Pec die Macht in Mexiko übernommen hat. Im Jahr 2033 hat Pecs Nachfolger General Jamaro eine Militärdiktatur installiert, welche von Dr. Stams (Miguel Couturier) Pharmakonzern Phaarmax unterstützt wird. Religiöse Kulte aller Art sind verboten, was die antichristliche Ausrichtung des Regimes unterstreicht.

Bereits die Jahreszahlen ’13 und ’33 sind hochgradig okkult. Das Jahr 2033 spielt dabei nicht nur auf die 33 Grade der Freimaurerei an, sondern auch auf das hundertjährige Jubiläum von Hitlers Machtergreifung. Und für wahr, der Mexikaner Jamaro kann durchaus mit dem Österreicher mithalten. Gleich zu Beginn sieht man den General vor einer Pyramide mit Auge – dem Logo der Militärjunta. Faschismus und Freimaurerei gehen hier offensichtlich Hand in Hand.

General Pyramide

Das Faschistenpack redet in dieser Szene über die Installierung von Überwachungskameras. Orwells Big Brother ist im Film allgegenwärtig.

Totale Überwachung

Um den orwellschen Alptraum zu komplettieren, tragen alle Menschen RFID-Chips, mit denen sie bargeldlos bezahlen.

RFID-Station

Weiter geht es beim Pharmakonzern Phaarmax, dessen Mitarbeiterin einen Stoff namens Tec Panol vorstellt, welcher aus „Pactia“ gewonnen wird. Dieses angebliche Wundermittel ist in nahezu allen Lebensmitteln enthalten und macht 50% der Nahrung aus.

In der nächsten Szene sieht man einen reichen Schnösel namens Pablo (Claudio Lafarga) seine tägliche Dosis abholen, während er von einem Obdachlosen um etwas zu Essen angebettelt wird. Kurzerhand wird der Bettler von einer Wache erschossen, doch niemand greift ein. Offensichtlich ist es vollkommen normal, wenn Menschen auf offener Straße hingerichtet werden.

Die Blutspuren werden umgehend von einem Putzroboter beseitig, welcher die Nummer 93 hat. Diese Zahl war für Aleister Crowley von zentraler Bedeutung, da sie der griechischen Kabbalah zufolge den Zahlenwert der Wörter Thelema und Agape entspricht. Es ist wohl kein Zufall, dass die 93 in diesem Film auftaucht, der nur so vor okkulter Symbolik und Zahlenmystik strotzt. Diese Zahl dürfte eine direkte Referenz zu Crowleys Thelema-Lehre sein, denn als der Wachposten den Bettler erschießt, folgt er damit dem Gebot „Tu was du willst!“

93 Roboter

Selbiges gilt nicht für die Arbeiterklasse. Die soll nur das tun, was ihr befohlen wird: „Konsumieren Sie, produzieren Sie und leben Sie glücklich!“ Wirklich glücklich lebt aber nur, wer zur Oberschicht gehört oder mit anderen Worten ein hochrangiger Freimaurer ist. Die Handschläge der Regimetreuen sind dabei sehr entlarvend.

Masonic Handshake_1

Masonic Handshake_2

In einer Bar für die Oberschicht gibt es nicht nur wieder einen Freimaurerhandschlag, sondern obendrein noch ein paar Pentagramm-Tattoos.

Pentagramtattoos

Wer Geld hat, füllt sich in diesem Laden nicht allein mit Alkohol ab, sondern konsumiert auch gleich noch die neusten Designerdrogen.

Drogenjunkie

Nach diesem Trip schlägt Pablo noch einen Obdachlosen zusammen, wie es sich für den Günstling des Diktators General Jamaro gehört. Nebenbei ärgert er auch zum Spaß einen Arbeitskollegen und macht vom Hubschrauber aus sogar Jagd auf unschuldige Menschen der Unterschicht.

Menschenjagd

Seinen Großvater, der sich noch einen Rest von Anstand und kritischem Denken bewahrt hat, pumpt Pablo im Auftrag seiner Mutter indes mit Medikamenten voll, die dessen Ruhigstellung dienen. Als er seinen Großvater per Sturz ins Jenseits befördert, teilt dieser ihm im Sterben mit, dass sein totgeglaubter Vater (Raúl Méndez) noch am Leben ist und Pablo sich auf die Suche nach ihm machen soll.

Sedierung

Die Trauer seiner Mutter hält sich derweil in Grenzen. Immerhin war sie es, die ihren eigenen Vater mit Drogen voll pumpen lassen hat und ihren Sohn im Glauben ließ, es handele sich um Medikamente. An Pablos Vater ist sie ebenfalls nicht mehr interessiert, da sie beabsichtigt, General Jamaro zu heiraten. Sie ist eine eiskalte Karrierefrau und verkörpert noch mehr als ihr Sohn die Entmenschlichung durch das faschistische System.

Für ihren Sohn stellt der Tod des Großvaters jedoch einen Wendepunkt dar. Kurz nach der Beerdigung trifft Pablo auf einen Arbeitskollegen, den er anhand eines Fisch-Tattoos kurz zuvor als Christen identifiziert hat. Auch dieser Kollege offenbart ihm, dass sein Vater noch am Leben ist und nicht von Christen ermordet wurde, wie die Propaganda verlauten lässt.

Nach einem weiteren Drogentrip folgt Pablo der Einladung seines Kollegen, der sich als Padre Miguel (Marco Antonio Trevino) herausstellt. Dieser zeigt ihm die Auswirkungen von Pactia. Die Droge soll die Menschen gefügig machen und ihnen die Fähigkeit zum eigenständigen Denken nehmen. Als Spätfolge richtet Tec Panol zudem starke Schäden im Gehirn an. Der Untergrund hat jedoch ein Gegenmittel entwickelt, welches die Wirkung aufhebt.

Leider besteht der Untergrund aus religiösen Fanatikern, denen man ebenfalls nicht über den Weg trauen kann. Ein christlich-fundamentalistisches Regime wäre in keiner Weise besser als ein faschistisches. Zudem lässt der Padre Zweifel aufkommen, wer wirklich hinter dem christlichen Widerstand steckt. Bei einer Andacht formt er mit seinen Händen eine umgedrehte Pyramide mit abgehobener Spitze. Man muss nicht Theologie studiert haben, um zu wissen, dass dies keine christliche Geste ist.

Miguel Pyramidenhandgeste_2

Miguel Pyramidenhandgeste_1

Als Pablo aus dem Armenghetto in die glitzernde Welt der Oberschicht zurückkehrt, macht er ebenfalls erst einmal eine Freimaurergeste, indem er sich an die Krawatte greift.

Pablo Krawattengriff

Allerdings kehrt er nicht in sein altes Leben zurück, sondern hilft Padre Miguel und einem weiteren Untergrundkämpfer beim Einbruch in ein grusliges Gefängnis, wo sein Vater festgehalten wird. Die Befreiungsaktion gelingt, sehr zum Ärger von General Jamaro.

Gefängnis_1

Gefängnis_2

Pablos Vater Goros soll die Aufstellung der Milizen übernehmen, was die Frage aufwirft, ob der Rest des Widerstandes vollkommen inkompetent ist, da alles von nur einem einzigen Mann abhängt. Sein Sohn flirtet derweil mit der hübschen Lucía (Sandra Echeverría) während im Hintergrund das Logo des Imperiums aus Star Wars prangt. Hier übertreibt man dann doch etwas mit der faschistischen Symbolik, indem sogar Symbole fiktiver Weltraumnazis dreist kopiert werden.

Star Wars Symbol

Bevor Lucía und Pablo ein Schäferstündchen auf dem Dach halten, entfernt sie ihm noch den zusätzlichen RFID-Chip, den er zuvor von einer Wache des Generals eingesetzt bekommen hat. Doch hätte das Regime ihn zu diesem Zeitpunkt nicht längst aufgespürt haben müssen? Mit Sicherheit nicht die einzige Logiklücke des Films.

Für den Widerstand bedeutet dies jedoch Glück und so laufen die Sabotageakte gegen die Medien, die Energiekonzerne und natürlich den Pharmakonzern an. Hauptziel ist die Neutralisierung des Tec Panol. Dabei geht dann aber doch einiges schief und ein Widerstandskämpfer wird gefangen genommen und mit Foltermethoden verhört. Während dieser arme Tropf durch General Jamaro einen hässlichen Tod erfährt, werden der Padre und Lucía von Dr. Stam auf frischer Tat ertappt.

Als zuletzt auch noch auffliegt, dass Pablo dem Widerstand hilft, ist Dr. Stam sichtlich von den Sicherheitsvorkehrungen enttäuscht und droht, seine Geschäfte nach Israel oder England zu verlagern. In Anbetracht der Art seiner Geschäfte sagt das sehr viel über die zukünftige Politik dieser Länder aus.

Pablo schafft es derweil, Lucía zu befreien. Padre Miguel muss er jedoch zurücklassen, nachdem dieser bei einem Schusswechsel angeschossen wurde. Zu zweit entkommen Pablo und Lucía in einem Mülltransport, versäumen es jedoch, sich unter den Folien zu verstecken. Natürlich werden sie von einer Überwachungskamera entdeckt und gestellt. Als Pablo den General mit der Waffe bedroht, schießt dieser Lucía nieder. Beide werden verhaftet und abgeführt.

Pablo gelingt anschließend die Flucht, weil ein Sicherheitsbeamter, der den Streifenwagen fährt, auf der Seite des Widerstands steht. Weniger Glück hat Padre Miguel, der öffentlich hingerichtet wird. Kurz nach der Live-Übertragung im Fernsehen wird das Hauptquartier der Christen gestürmt und Pablos Vater angeschossen. Es scheint einfach alles schief zu gehen.

Als kleines Abschiedsgeschenk vermint Goros aber noch die Bibliothek und tötet so eine Handvoll Sicherheitskräfte. Dabei wird wieder einmal ordentlich mit faschistischer Symbolik gespielt, denn unter den Büchern findet sich eines über die Kollaboration mit den Nazis im besetzten Frankreich.

Buch Nazikollaboration

Ein anderes Buch hat man extra verkehrt herum ins Regal gestellt, damit die Pyramide auf den Einband nach unten zeigt.

Buch umgedrehte Pyramide

Ein wirklicher Sieg bleibt dem Widerstand nicht vergönnt. Pablo flieht mit seinem Vater in die Pampa, während General Jamaro weiterhin die Befehle des dahinsiechenden Pec ausführt. Es bleibt vollkommen offen, ob die faschistische neue Weltordnung bestehen bleibt oder sie durch eine christlich-fundamentalistische neue Weltordnung ersetzt wird. Da sich jedoch hinter beiden Seiten offensichtlich die Freimaurerei verbirgt, ist es andererseits auch vollkommen egal. Was für ein bescheidenes Ende…

Fazit: Optisch macht der 5 Mio. Dollar teure Blockbuster durchaus etwas her. Für einen mexikanischen Film kann die Qualität durchaus mit Hollywood mithalten. Allerdings liegt „2033 – Das Ende ist nah!“ auch in Sachen okkulte Symbolik mit der amerikanischen Filmindustrie gleich auf. Die Pyramide mit dem allsehenden Auge ist ebenso allgegenwärtig wie die kabbalistische Zahlenmystik. Neben der 33 und 93 wird auch die 23 erwähnt und die 11, welche für freimaurerische Dualität steht, ziert beiläufig einen Zeppelin.

Zeppelin 11

Neben dem freimaurerischen Kernthema der neuen Weltordnung fällt weiterhin unangenehm auf, dass der Film einige Logiklücken aufweist und Chancen verspielt. Z.B. schließt sich dem Widerstand ein kleiner Junge namens Gabriel an, dessen Vater zuvor von Pablo ermordet wurde. Diese Situation bietet einiges an Konfliktpotential, doch die beiden treffen nicht noch einmal aufeinander. Der Gipfel ist schließlich das offene Ende, zumal man kaum Lust auf eine Fortsetzung bekommt.

Ein letzter Minuspunkt muss noch einmal an die deutsche Synchronisation vergeben werden. Die Stimmen sind teils unpassend gewählt und es mangelt ihnen an emotionaler Tiefe. Der Umgebungssound ist ebenfalls sehr fad und man vermisst die Geräuschkulisse einer Großstadt. Alles in allem ist der Film nur ein Genuss fürs Auge, aber nicht fürs Ohr und schon gar nicht für den Geist.

Mythologische Hintergründe des Nationalsozialismus

Die Umdeutung des germanischen Heidentums durch die Nazis ist ein düsteres Kapitel. Dabei wurden nordische Mythen ebenso missbraucht wie die Swastika, die ursprünglich ein Glückssymbol war. Im 3. Reich wurden alten Mythen und Symbole mit Okkultismus, kruden Rassentheorien und Judenfeindlichkeit zu einem bizarren Weltbild vermengt, welches an gefährlichem Schwachsinn kaum zu überbieten ist.

Leider fallen viele Neoheiden auf die Mythen des 3. Reichs herein, obwohl sie sich größtenteils strikt vom Rechtsextremismus distanzieren. Natürliche Felsformationen wie die Externsteine im Teutoburger Wald und die dortigen Hinterlassenschaften früher Christen werden weiterhin zu Überbleibseln einer germanischen Hochzivilisation umgedeutet, obwohl diese Interpretation auf die Nazis zurückgeht.

Die folgende Doku trägt sehr viel zur Aufklärung bei und geht zugleich auf die esoterischen Ursprünge der Nazibewegung ein. Dabei werden auch Helena Blavatskys rassistische Äußerungen über Afrikaner und Juden aufgegriffen, welche später bei den Ariosophen Hochkonjunktur hatten.

Der Bienenkotzemann sagt… viel Mist, wenn der Tag lang ist!

von Shinzon

Sein Blog zählt inzwischen zu den meistgelesenen in der Verschwörungsszene und seine Videos haben Zugriffszahlen jenseits der 5.000er-Marke. Seine Treffen finden über ganz Deutschland verteilt mit Dutzenden Teilnehmern statt. Doch wer ist dieser „Honigmann“ eigentlich?

Im realen Leben heißt der Honigmann Ernst Köwing (*1947). Er ist Autor und betreibt einen Kleinverlag, der vor allem Werke über Imkerei und Bienenprodukte vertreibt. Damit wäre also geklärt, woher das Pseudonym „Honigmann“ kommt.

In seinem Immenverlag erschienen weiterhin Bücher des brauen Esoterikers und Reichdeutschenanhängers Jo Conrad, der „Ritter“ des “Fürstentum Germania“ war. Doch wie steht der Honigmann zu den Reichsdeutschen? Das „Deutsche Reich“ hat auf seinem Blog ein eigenes Schlagwort, unter dem sich einige sehr explizite Artikel finden.

In einem Artikel mit dem Titel „Bundesrepublik kein Staat der Staat ist das Deutsche Reich“ wird z.B. behauptet, dass das Deutsche Reich fortbesteht und nur „mangels Organisation und nationalem Bewusstsein handlungsunfähig“ sei. Die Nazis wurden also nie von den Alliierten besiegt und Großadmiral Karl Dönitz hat nie kapituliert?

Zuweilen wird in reichsdeutschen Kreisen auch behauptet, Dönitz hätte nur für die Wehrmacht kapituliert. Dabei wird gerne außer Acht gelassen, dass er zu diesem Zeitpunkt Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches war und das Deutsche Reich damit sehr wohl kapituliert hat. Was der Honigmann und andere rechte Verschwörungstheoretiker verbreiten, nennt man Geschichtsrevisionismus!

Aber was soll man auch anderes von Personen erwarten, die ihren Laptop mit einem Hakenkreuz verzieren? Es ist mehr als offensichtlich, wo Ernst Köwing politisch steht.

Hakenkreuzmann

Zu einem zünftigen Reichsdeutschen gehört natürlich ein passender Soldatenkult. Der Volkstrauertrag steht dabei selbstverständlich auf dem Programm des Honigmannblogs und wird sogleich zum „Heldengedenken“ umfunktioniert. Derartiges kennt man bereits von der NPD, deren Gothaer Kreistagsabgeordneter Sebastian Reiche alljährlich in Friedrichroda zum Gedenken an die gefallenen Mitglieder der Waffen-SS aufruft.

Neben dem Gedenken an die Verbrecher zweier Weltkriege solidarisiert sich der Honigmann aber auch mit den heutigen Soldaten der Bundeswehr. Die gelbe Schleife, die sich zeitweilig auf seinem Blog befand, steht dabei in krassem Widerspruch zu seiner Berichterstattung über den Krieg in Afghanistan sowie die Kriegsvorbereitungen gegen Syrien und den Iran. Ist Köwing denn nun gegen den Krieg oder steht er hinter der deutschen Bundeswehrmacht?

Honigmann Bundi

In jedem Falle ist er gegen die angebliche „Überfremdung“ und „Islamisierung“ Europas. Eine seiner kruden Thesen lautet: „Der europäische Mensch ist vom Aussterben bedroht“. Dumm nur, dass die Neandertaler bereits vor rund 30.000 Jahren ausgestorben sind und Europa seitdem nur noch vom aus Afrika stammenden Homo Sapiens bevölkert ist. Ernst Köwing kommt mit seinen Bedenken also reichlich zu spät.

Unter dem Schlagwort „Immigranten“ wird vor „Masseneinwanderung“ gewarnt und sogar Begriffe wie der angeblich bevorstehende „Volkstod“ werden direkt von der NPD übernommen. Warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen, wird selbstverständlich nicht hinterfragt. Zwischen westlichem Imperialismus und der Verelendung vieler afrikanischer und asiatischer Länder sieht Köwing genauso wenig einen Zusammenhang wie zwischen deutschen Waffenexporten und Bürgerkriegen.

Statt sich einmal mit den persönlichen Hintergründen der Flüchtlinge zu beschäftigen, werden diese als Teil einer „jüdischen Weltverschwörung“ hingestellt, deren Ziel die Ausrottung des „deutschen Volkes“ ist. Wer interessiert sich schon für persönliche Schicksale, wenn er einen prima Sündenbock gefunden hat? Wen kümmert es, dass viele Asylbewerber unter menschenverachtenden Bedingungen in schimmlige Baracken oder baufällige Bruchbuden gesperrt werden? Es ist doch viel einfacher zu behaupten, dass diese bettelarmen Menschen, die oft alles zurücklassen mussten, aus dem einzigen Grund hierher kommen würden, um auf unsere Kosten in Saus und Braus zu leben.

Noch ungeliebter als Asylbewerber sind dem Honigmann jedoch die Sinti und Roma, die er gleich als „Zigeuner“ verunglimpft. Das Bild des „schmutzigen Zigeuners“, der nur stiehlt und schmarotzt, hat auf Köwings Blog Hochkonjunktur. Einige Negativbeispiele müssen dabei für sämtliche Sinti und Roma herhalten, wohingegen deren Verfolgung und Ermordung durch Nazis und Neonazis völlig ausgeblendet wird.

Mit der Realität hat dieses rassistische Denken nichts zu tun. Ebenso wenig wie die Theorie der „Islamisierung Europas“, die dank Thilo Sarrazin (SPD) und Udo Ulfkotte auf dem Vormarsch ist. Köwing hat offenbar Angst, dass der Islam bald ganz Europa regieren könnte. Doch ist das „christliche Abendland“ angesichts der letzten CDU/CSU-Wahlergebnisse tatsächlich in Gefahr? In Deutschland ist die Islambruderschaft nicht einmal zu den Wahlen angetreten. Wir stehen also keineswegs kurz vor der Einführung der Sharia, wie und der Honigmann und die NPD glauben machen wollen.

Moscheen sollten indes in einem Land, in dem die Religionsfreiheit im Grundgesetz steht, kein Problem darstellen. Zumal die islamophoben Angstmenschen genauso gut gegen Kirchtürme protestieren könnten, wenn sie gegen den Bau von Minaretten sind. Das Christentum kommt nämlich aus derselben Ecke des Nahen Ostens und war bei seiner Verbreitung in Europa nicht gerade zimperlich. Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Vielleicht liegt das ja an der Medienberichterstattung.

Offenbar glauben die Rechtsextremisten und Reichsdeutschen nämlich der offiziellen Propaganda vom finsteren Islamisten, der nichts Besseres zu tun hat, als „Kuffar“ in die Luft zu sprengen. Seltsam, dass der Honigmann auf der anderen Seite sämtliche Terroranschläge durchaus hinterfragt. Doch hinterfragt er sie auch richtig?

Nein, natürlich nicht! Zwar kommt er nicht um die Rolle der Geheimdienste drum herum, doch hinter alledem stecken Köwing zufolge keine geringeren als die Juden bzw. Zionisten. Dabei ist er sich keineswegs zu fein, auch aus den „Protokollen der Weisen von Zion“ zu zitieren – einer judenfeindlichen Hetzschrift des russisch-zaristischen Geheimdienstes. Der Honigmann kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Protokolle echt seien. Eine Ansicht, die er irrwitzigerweise mit der radikalislamistischen Hamas teilt.

Im einen Moment hetzt Köwing noch gegen gemäßigte Muslime, nur um sich kurz darauf mit den krassesten Islamisten zu verbünden. Aber gegen die „alles beherrschenden Zionisten“ muss man ja zusammenhalten, was? Die Zionisten sind für ihn natürlich alles Juden. Brauner Standard-Bullshit, gegen den nur Aufklärung hilft. Es gibt nämlich durchaus einige christliche Zionisten, während auf der anderen Seite viele Juden den Zionismus ablehnen. Aber eine kritische Auseinandersetzung mit dem politischen Zionismus wäre viel zu kompliziert für einen alten Naziknacker.

Als solcher leugnet Köwing den Holocaust aus tiefster Überzeugung. Die Realität biegt er sich dabei mittels einseitiger Berichterstattung zurecht. Ein Artikel der Ostfriesenzeitung über Otto Uthgenannt, der seine Leidensgeschichte offenbar erfunden hat, wird z.B. als Beweis herangezogen, dass hunderttausende Überlebende der Konzentrationslager Lügner seien. Diese Art der geschichtsrevisionistischen Berichterstattung ist nicht nur falsch, sondern aus gutem Grund strafbar! (Ein Strafverfahren läuft gegen Köwing allerdings nur wegen „verfassungsfeindlicher Verunglimpfung von Verfassungsorganen“.)

Darüber hinaus sollen die Juden dann auch noch Satan anbeten, womit Köwing in Sachen dämonisierender Hasspropaganda sogar Hitler toppt. Unsere Recherchen ergeben jedenfalls, dass Satanisten Satan anbeten und nicht die Juden. Und woran erkennt man die wahren Satanisten?

Heil Satan_1

Heil Satan_2

Inwieweit Köwing da selbst mit drin hängt, lässt sich noch nicht mit letzter Sicherheit sagen. Es fällt aber auf, dass er den Baphomet in dem betreffenden Video über fast eine halbe Minute lang zeigt. Und das nicht etwa, um über die Zeichen der okkulten Elite aufzuklären. Im betreffenden Abschnitt beschuldigt er stattdessen Wernher von Braun des Vaterlandsverrats, weil dieser nach dem 2. Weltkrieg zu den Amerikanern überlief.

Zumindest outet er sich damit restlos als Nazi. Denn der angebliche Verrat, über den Köwing da schwadroniert, betrifft nicht etwa Deutschland, sondern das 3. Reich. Es zeigt sich, wem seine Loyalität gilt. Angesichts seiner reichsdeutschen Ansichten sollte dies jedoch nicht überraschen.

Eine Überraschung ist hingegen, dass Köwing die NPD nicht mag. Als Grund gibt er an, dass er die Nazipartei für ein Konstrukt des MI6 hält. Allerdings lehnt der Honigmann die bundesdeutsche Parteienlandschaft ohnehin ab, da laut ihm und seinesgleichen das 3. Reich fortbesteht. Seine Partei dürfte dann wohl eher die NSDAP sein.

Und da wären wir auch schon bei den Freunden vom Honigmann.

Honigfreunde

Unter diesen fällt als erstes „Sommers Sonntag“ auf. Dieser Blog erfreut sich ebenfalls wachsender Beliebtheit und das nicht nur bei Neonazis. Sommer und dem Honigmann ist es zu verdanken, dass sich rassistische und judenfeindliche Tendenzen in der Verschwörungsszene ausbreiten wie Schimmel auf altem Brot. Dabei fällt auf, dass die Ausländer- und Judenfeindlichkeit bei Sommers Sonntag noch offener zutage treten.

Weiterhin verbreitet Sommer die gängigen Mythen rund ums 3. Reich. Das führt uns wiederum zu einem weiteren befreundeten Blog des Honigmanns. Gemeint ist der Haunebu-Blog, welcher den Mythos der Reichsflugscheiben bereits im Namen trägt. Neben den offensichtlichen Tendenzen fällt allerdings noch etwas anderes auf. Das dominante Symbol auf der Webseite ist eine Fleur de Lys.

Haunebu Fleur de Lys

Ein weiterer Freund von Köwing, mit dem dieser sogar schon einige gemeinsame Videos produziert hat, ist Klaus Jaeger alias Claudios. Dieser betrieb den Youtube-Kanal „Grandmasteryaeger“ bis zu dessen Löschung und ist auch unter dem Pseudonym „ClusterVision“ bekannt. Claudios’ Videos strotzten stets vor religiösem Eifer und kreationistischem Gedankengut. Offensichtlich hat man es bei ihm mit einem evangelikalen Fundamentalisten zu tun, der sich im finalen Kampf gegen Satan auf der Seite Gottes wähnt.

Ein anderes Thema, über das Claudios sich bei einem Treffen mit dem Honigmann im Friesen-Watt 2011 ausließ, ist Zitat: „Die Dezimierung der weißen Rasse“. Das Video wurde inzwischen gelöscht. Jedoch nicht von Youtube, sondern von Claudios persönlich, was zu einer kleinen Eiszeit zwischen ihm und dem Honigmann führte.

Unter den sonstigen Links auf dem Honigmannblog finden sich einige weitere Verbindungen zur reichsdeutschen sowie zur Esoterikszene. Natürlich darf dabei das braune Esoterikportal Bewusst TV von Jo Conrad nicht fehlen. Einer der wohl wichtigsten Freunde von Ernst Köwing.

Kommen wir nun zu einer abschließenden Zusammenfassung: Der Honigmann und seine Honigbiene verstehen es perfekt, kritische Menschen einzufangen und zu begeistern. Eigentlich ist es begrüßenswert, dass immer mehr Menschen aufwachen und begreifen, dass in dieser Welt etwas gewaltig schief läuft. Es wird immer offensichtlicher, dass wir von den Herrschenden und ihren Massenmedien belogen und manipuliert werden. Ihre Geheimbünde sind dabei längst kein Geheimnis mehr.

Menschen wie Ernst Köwing sind allerdings keineswegs der Wahrheit auf der Spur. Sie füttern ihre Leser, Zuhörer und Zuschauer mit einigen offenkundigen Fakten an, um sie dann in eine bestimmte Richtung zu führen. Im Falle des Honigmanns geht es dabei ganz weit nach rechts.

Jeder kann mit Leichtigkeit nachprüfen, dass es sich bei Köwing um einen knallharten Rassisten, Antisemiten und Holocaustleugner handelt. Seine eigenen Worte entlarven seinen Fremdenhass sowie seine faschistoiden Ansichten. Doch Vorsicht beim Durchstöbern: Uns ist von all der Bienenkotze, die wir bei unserer Recherche durcharbeiten mussten, richtig schlecht geworden!

Doch wie kann man sich vor solcher Irreführung schützen? Der wichtigste Grundsatz lautet, auf niemanden zu hören, der Hass predigt. Fremdenhass sowie Hass gegen Juden, Moslems, Homosexuelle usw. fördert das Prinzip „teile und herrsche“. Bewusst oder unbewusst unterstützen Desinformanten wie der Honigmann damit die herrschende Elite.

Zu guter Letzt entlarvt sich Ernst Köwing dann noch mit seinen Verbindungen zur Esoterikszene, insbesondere Wunderheilern sowie einzelnen Kreationisten. Dass er seine Rente mit dem Verkauf von Honigmann-Fanartikeln aufbessert, ist bei alledem nur das Tüpfelchen auf dem „i“. Unser Fazit: Das Geld und die Zeit, die man im braunen Honigsumpf verlieren kann, lassen sich anderweitig weitaus besser investieren.

Iron Sky – Mondnazis greifen an!

von Shinzon

Was zunächst als witziger Fake-Trailer auf Youtube die Runde machte, wuchs sich dank großzügiger Spenden zu einem ambitionierten Filmprojekt aus, welches 2012 die Kinos stürmte. Die hohen Erwartungen wurden dabei nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.

Nazi Crop Circle

Natürlich hat sich nicht jeder vorab mit der Entwicklung von „Iron Sky“ beschäftigt und daher wirkt es für einige vielleicht nur wie ein weiterer Invasionsfilm. Doch weit gefehlt! Was die Finnen hier abliefern, kann sich nicht nur locker mit Hollywood-Blockbustern messen, es ist obendrein auch noch eine echte Innovation gegenüber den Invasionsfilmen nach Schema F, die Hollywood im Dutzend ausspuckt.

Das liegt unter anderem daran, dass sich „Iron Sky“ eines eher unbeliebten Mythos annimmt, der manchmal zu recht, oft aber auch zu unrecht als braune Esoterik verschrien wird. Die Rede ist von den Reichsflugscheiben, mit denen die Nazis nach Neuschwabenland (Antarktis) oder wahlweise zum Mond entkommen sein sollen.

Einen wahren Kern scheinen zumindest einige Elemente der Verschwörungstheorie tatsächlich zu haben. So ist z.B. die Antarktisexpedition des deutschen Forschungsschiffes „Neuschwabenland“ historisch belegt., Während dieser Expedition wurde ein Teil des Kontinents mit Hakenkreuzfähnchen als Reichgebiet markiert. Eine weitere Mission zur Antarktis war zwar geplant, wurde jedoch nach Kriegsausbruch abgeblasen. Die Nazis kehrten nie in die Antarktis zurück und auf dem Mond sind sie erst recht nicht gelandet.

Das Thema der Reichflugscheiben ist noch weitaus umstrittener. Es gab zwar in der Tat schon während des 3. Reiches esoterische Kreise, die sich mit UFO’s und Außerirdischen beschäftigten, doch darf bezweifelt werden, dass es dieser handvoll Naziokkultisten gelang, eine funktionierende Flugscheibe nachzubauen. Historisch belegt sind lediglich einige runde Nurflügler, die jedoch allesamt konventionell betrieben wurden. Das modernste, was die Luftwaffe des 3. Reichs zu bieten hatte, waren die ersten Überschallflugzeuge der Horten-Reihe, unter denen sich sogar ein experimenteller Tarnkappenbomber befand.

Ein weiteres Experiment war die so genannte „Glocke“, über die in der N24-Doku „Das geheime UFO-Projekt der Nazis“ berichtet wurde. Dabei handelte es sich wohl um einen Versuch, einen Antigravitationsantrieb mittels elektrischer Felder zu entwickeln. Das wäre mit dem damaligen technischen Stand durchaus nicht unmöglich gewesen und offenbar wurde der Prototyp von den Amerikanern erbeutet, da einige Jahre nach dem Krieg ein vergleichbares Objekt in den USA abstürzte.

Natürlich war die Technologie noch nicht ausgereift und weit von einer Reichflugscheibe entfernt. Den entscheidenden Durchbruch für eine Serienproduktion gab es nie, denn sonst hätte Nazideutschland den Krieg wohl nicht verloren. Die Wunderwaffen sowie die Reise zum Mond bleiben ein Mythos bzw. Wunschdenken einiger Neonazis.

Mondbasis Nazi 1

Das tut „Iron Sky“ jedoch keinen Abbruch, denn der Film erhebt weder den Anspruch auf Realismus, noch glorifiziert er gar den Faschismus. Im Gegenteil! Es handelt sich um eine Parodie, die sowohl das 3. Reich, als auch die US-Außenpolitik auf’s Korn nimmt. Und das auf solch irrsinnig witzige Weise, dass man aus dem Lachen kaum mehr herauskommt.

Moment, darf man eigentlich über Nazis lachen? Darauf wusste schon Charlie Chaplin die richtige Antwort, als er „Der große Diktator“ drehte. Selbstverständlich gibt es in „Iron Sky“ eine liebevolle Hommage an diesen Klassiker, die obendrein nachdenklich stimmt. Denn auf der Rückseite des Mondes hat „Der große Diktator“ eine Laufzeit von nur 10 Minuten und wird von den Mondnazis als Propagandafilm ausgelegt. Als die verblendete Lehrerin Renate Richter (Julia Dietze) auf der Erde in den Genuss der ungekürzten Version kommt und danach noch auf eine Gruppe rüpelhafter Naziskinheads trifft, bricht ihr Weltbild völlig zusammen und schlussendlich landet sie in den Armen des afroamerikanischen Astronauten James Washington (Christopher Kirby).

Doch wie gesagt werden nicht nur die Mondnazis durch den Kakao gezogen, sondern insbesondere auch die USA. Die Präsidentin erinnert nicht zufällig an Sarah Palin und führt einen radikal überzogenen Wahlkampf. Für diesen greift sie selbst erst auf Naziideologie zurück, um dann mit dem Nazifeindbild zu punkten und den Invasoren mit dem US-Raumschiff „George W. Bush“ einzuheizen. Das Zitat „Alle Präsidenten, die einen Krieg beginnen, werden wieder gewählt“, dürfte inzwischen Kultstatus haben.

Leider kommt bei der Präsidentin die übliche okkulte Symbolik ins Spiel. Sie trägt in wirklich jeder Szene rote Kleidung, womit sie eine typische Femme Fatale darstellt.

Palin in Red

Zudem ist ihre Idee, eine Invasion für ihre politischen Ziele zu nutzen, nicht wirklich neu. Zum einen finden sich dafür einige historische Beispiele wie Pearl Habor und 9/11. Zum anderen kommt einem das Blue Beam Project in den Sinn. In dieser Hinsicht sind zwei Punkte interessant. 1. Sind die Invasoren aus dem All in Wirklichkeit Menschen, was als Hinweis auf einen Inside Job gedeutet werden kann. 2. Sind sowohl die Angreifer als auch die vermeintlichen Retter Faschisten, die hinter den Kulissen zusammenarbeiten.

An was sie arbeiten, dürfte dabei wohl klar sein. Der Möchtegern-Mondführer Klaus Adler hat darüber ein Buch mit einem unmissverständlichen Titel geschrieben.

Adlers NWO

Einen Vorläufer der neuen Weltordnung gibt es im Film indes schon: Die Vereinte-Welt-Konföderation. Na wenn das mal keine Anspielung auf die UN ist…

Weltkonföderation

Der orwellsche Überwachungsstaat muss ebenfalls nicht erst geschaffen werden, er ist schon überall präsent.

Yes we scan

Während die Präsidentin und ihre Nazi-PR-Abteilung sich um die Errichtung der neuen Weltordnung kümmern, landet der albinisierte Astronaut James Washington auf der Straße. Dort darf er den Verschwörungstheoretiker spielen, den niemand ernst nimmt. Im Hintergrund findet sich übrigens eine umgedrehte 666.

Mondnazis 666

Mindestens eine Pyramide darf auch nicht fehlen. Hätten die Finnen ihr Projekt bloß ohne die Hilfe von Hollywood durchgezogen, dann wären dem Publikum solche Symbole vielleicht erspart geblieben.

NY Pyramide

Symbolisch startet dann auch die Invasion der Mondnazis. Das erste, was die Reichsflugscheiben zerstören, ist die Freiheitsstatue. Ein deutlicher Verweis darauf, dass es in der neuen Weltordnung keine Freiheit mehr geben wird.

Freiheit zerstört

Allerdings kann sich die neue Weltordnung am Ende von „Iron Sky“ nicht wirklich durchsetzen. Wie gesagt bedient der Film nicht das Schema F, nach welchem die außerirdischen Invasoren die Menschheit dazu zwingen, sich unter einer globalen Diktatur zu vereinen. Bereits vorab halten sich die Nationen wegen ihrer schwarzen Raumfahrtprogramme den Bruch internationaler Verträge vor.

Secret Space Programs

Zwar kämpfen die Raumflotten der verschiedenen Nationen zunächst gemeinsam gegen die Nazis. Doch kaum sind diese besiegt, offenbart sich, dass es der USA nur um die Rohstoffe des Mondes (Helium 3) geht, was der internationalen Zusammenarbeit schnell ein feuriges Ende bereitet.

Helium 3 Mine

Fazit: „Iron Sky“ ist definitiv der innovativste, intelligenteste, provokanteste und witzigste Invasionsfilm, der je gedreht wurde. Er bietet neben Action und Spannung vor allem viel schwarzen Humor, dass man sich vor Lachen kaum auf dem Kinosessel halten kann. Die Spezialeffekte stehen den großen Blockbustern zudem in nichts nach, obwohl der hauptsächlich aus Spenden finanzierte Streifen über ein Budget von gerade einmal knapp 8 Mio. Dollar verfügt.

Leider kommt im Laufe des Films dann doch die übliche Symbolik durch. Die Hakenkreuze können dabei aus nachvollziehbaren Gründen direkt noch verziehen werden. Immerhin handelt der Film von Nazis und die Verwendung von deren Symbolen hat stets einen stark satirischen Charakter.

Nazihüpfspiel

„Iron Sky“ Trailer:

Die Legende von Atlantis – Theosophische Hirnwäsche

von Shinzon

In diesem Artikel geht es nicht um Atlantis an sich, sondern um die Videoreihe „Die Legende von Atlantis“, welche von der Royal Atlantis Film GmbH in Umlauf gebracht wurde. Diese besticht durch esoterischen Dünngeist erster Güte, wobei im Logo der Verantwortlichen gleich die royalen Löwen übel aufstoßen.

Royal Atlantis Logo

Die Kernaussage lautet, dass die Menschheit nach dem Untergang von Atlantis in ein Zeitalter geistiger Umnachtung versunken ist. Das stimmt sogar, allerdings leistet die Videoreihe einen Beitrag dazu, dass es auch in Zukunft so bleibt.

Folgt man der dargebotenen Geschichte weiter, so liefern sich seit jeher zwei große Geheimgesellschaften einen heimlichen Krieg auf der Erde. Die eine Gruppierung hat ihren Hauptsitz in Schambala, die andere in Argatha. Beides sollen Städte der inneren Erde sein, womit wir bei der Theorie der hohlen Erde wären. Als Beweise für diese Theorie dienen einige Zeichnungen sowie die unterirdische Ocampa-Stadt aus dem Pilotfilm von „Star Trek – Voyager“.

Vulkane und Plattentektonik, die diesen Mumpitz eigentlich widerlegen, werden schließlich in völlig absurder Weise als weitere Beweise herangezogen. Vulkane sollen sogar Tore in die innere Erde sein. Wer’s glaubt, kann gerne den Versuch wagen, durch das Magma nach unten zu schwimmen. Als Preis winkt ein Darwin-Award.

Noch bedenklicher ist jedoch, was in diesen Videos über die Geheimgesellschaften verbreitet wird. Auf der einen Seite geben die Macher offen zu, dass die Illuminaten und die Thule-Gesellschaft der Menschheit nur Schlechtes gebracht haben und sie bald durch ein Zeitalter der Weisheit und Liebe abgelöst werden. Andererseits behaupten sie, dass es die Aufgabe der Geheimgesellschaften wäre, die Menschen leiden zu lassen, da dies wichtig für unsere spirituelle Evolution sei.

Dieser Murks wird dann noch mit einigen leicht widerlegbaren Falschaussagen garniert. So gibt es zwar die roten Drachen, doch deren Gegenpart sind nicht die gelben, sondern die weißen Drachen. Die typische Symbolik für Satan und Luzifer und beides menschenverachtende Schlangenkulte. Zumindest geben die Macher zu, dass beide die Seiten der gleichen Medaille sind.

Schlangenbruderschaft

Falsch ist dagegen wieder, dass die westlichen Geheimgesellschaften mit den asiatischen „Rotmützen“ zusammenarbeiten. Ein Zugpferd der esoterischen Agenda westlicher Logen ist der Dalai Lama und dieser gehört bekanntermaßen der pseudobuddhistischen Gelbmützensekte an. Die dargebotene Desinformation hält also nicht einmal einer oberflächlichen Betrachtung stand.

Weiterhin wird behauptet, dass positiv gesonnene Außerirdische das Wirken der Illuminaten zum Wohle der Menschheit lenken. Die Bruderschaft der Schlange, die über den Illuminaten steht, sei von zentraler Bedeutung für das Erwachen der Menschheit in ein goldenes Zeitalter. STOP!

UFO Bruderschaft

Spätestens hier ist jede Glaubwürdigkeit futsch! Die Bruderschaft der Schlange soll ein Produkt einer galaktischen Konföderation sein. Diese soll aus uns wohl gesonnenen humanoiden Spezies aus der „inneren Erde“ und von den Plejaden bestehen. Zunächst einmal ist das mit der galaktischen Föderation menschlich aussehender Raumbrüder derselbe Schund, den UFO-Sekten wie die Galaktische Föderation des Lichts und das Ashtar Command verbreiten.

Der Bezug der UFO-Sekten zur Bruderschaft der Schlange ist dabei durchaus unterschwellig vorhanden. Und genau diese Schlangensymbolik ist ein deutlicher Hinweis auf die Reptiloiden und eben nicht auf humanoide Sternengeschwister. Ebenso würde eine wirklich spirituelle Spezies uns niemals absichtlich Leid zufügen und anschließend behaupten, dies wäre zu unserem Besten. Wer diesen Schwachsinn glaubt, setzt sich den Hut wohl mit dem Hammer auf.

Es ist offensichtlich, dass wir hier wieder zum Kern der neuen Weltordnung vordringen. Diese ist eben nicht das dunkle Zeitalter, welches sich gerade anbahnt, sondern die Herrschaft der Esoterik, die uns als Erlösung präsentiert werden wird. Dabei geben die Macher von „Die Legende von Atlantis“ sogar offen zu, dass hinter der Finanzdiktatur und dem goldenen Zeitalter danach dieselben Kräfte stehen. Regelrecht erschreckend, wie ehrlich sie in diesem Punkt sind.

Natürlich fallen dann noch die üblichen esoterischen Begriffe wie „Wassermannzeitalter“, „Aufstieg in die 5. Dimension“ und die „Gottwerdung des Menschen“. Dies sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Parallelen der Atlantis-Videoreihe zu den Lehren von David Icke und anderen Esoterikern.

Himmelsleiter

Das goldene Zeitalter ist nämlich nicht für jedermann zugänglich. Man muss sich den esoterischen Lehren unterwerfen, um den „Aufstieg“ zu meistern. Alle Menschen, die sich verweigern, müssen dagegen sterben. Ist das spirituell? Oder nicht doch eher faschistisch?

Und da wären wir schon beim nächsten Thema. Ein Teil der Reihe beschäftigt sich nämlich mit den Nazis. Diese kommen zwar nicht generell gut weg, werden zuweilen jedoch in Schutz genommen und es wird kräftig aus den „Protokollen der Weisen von Zion“ zitiert. Ebenso wird der Mythos um die Reichsflugscheiben bemüht.

Historisch belegt ist zwar, dass es die okkulte Thule- sowie die esoterische Vril-Gesellschaft wirklich gab und sich die Nazielite sehr wohl mit Atlantis und UFOs beschäftigte. Völliger Mumpitz ist dagegen, dass einige Nazis mit den Flugscheiben nach Neuschwabenland entkommen sind und in der inneren Erde ein neues Berlin gegründet haben.

Um nicht völlig ins rechte Licht gerückt zu werden, wird behauptet, dass nur die guten Nazis in Agartha aufgenommen wurden, während alle SS-Offiziere und KZ-Aufseher draußen bleiben mussten. Ein erbärmlicher Versuch, die eigenen Aussagen zu entschärfen, um berechtigten Neonazi-Vorwürfen zu entgehen.

Ob das dritte Reich von höheren Mächten beeinflusst wurde, können wir ohne Beweise oder Gegenbeweise nicht beurteilen. Fakt ist lediglich, dass es in den Reihen der Nazis durchaus von Channelmedien und Esoterikern wimmelte. Wenn tatsächlich extradimensionale Kräfte den Faschismus unterstützt haben sollten, könnten diese gewiss nicht als „positiv“ bezeichnet werden.

NaziUFOs

Als Kronzeuge für diesen braunen Esoterikschwachsinn wird Virgil Armstrong herangezogen. Dieser Desinformant behauptet von sich selbst, ein ehemaliger CIA-Agent gewesen zu sein und die innere Erde persönlich betreten zu haben, wo er „nette Haunebu-Leute“ traf. Inzwischen treibt er sich im reichsdeutschen und rechtsesoterischen Dunstkreis von Jo Conrad und Jan van Helsings Secret TV herum.

Ansonsten wimmelt es in der Videoreihe von Channelmedien und Esoterik-Quacksalber aller Coleur. Der „seriöseste“ Kronzeuge ist Erich von Däniken, wobei fraglich ist, ob die Royal Atlantis Film GmbH die Interviews selbst führte oder einfach fremdes Material verwurstet hat. Immerhin sind auch Szenen aus „Kampfstern Galactica“ zu sehen, wofür es sicherlich keine Genehmigung gab.

Kommen wir jedoch zum Finale dieses zusammengeklauten Theaters. Dies ist natürlich die lang ersehnte Rückkehr der „aufgestiegenen Jedi-Meister“. (Die „Star Wars“-Titelmelodie ist nebenbei bemerkt auch kurz zu hören.) Einer dieser Meister soll Jesus sein, der bei seiner Rückkehr als so genannter „Maitreya“ auftreten soll. Hier stellt sich nicht nur die Frage, warum Jesus einen anderen Namen annehmen sollte? Der Maitreya ist darüber hinaus längst als der falsche Messias aufgeflogen, der den Boden für den Antichristen bereiten soll.

Genauso scheinheilig sind die ständigen Glaubensbekenntnisse zu Gott. Auf den ersten Blick scheint hier das Christentum propagiert zu werden. Doch wie verträgt sich das mit der Gottwerdung des Menschen? Oder ist nicht eher Luzifer der Gott, der hier angebetet wird? Immerhin wird Luzifer mehrmals namentlich erwähnt, darunter als Name eines Planeten hoher Spiritualität.

Es ist einfach unfassbar, für wie blöd die Menschen mit dieser Videoreihe verkauft werden. Die Lehren der Macher richten sich nicht gegen die Illuminaten, sondern propagieren deren neue Weltordnung und die große Täuschung, die sie für die Menschheit vorbereiten. Man muss nicht mal besonders schlau sein, um die wahren Absichten hinter diesen Irrlehren zu erkennen. Beinahe im Minutentakt werden okkulte Symbole wie die Pyramide mit Auge und das freimaurerische Hexagramm eingeblendet.

Hexagramm

Esoterikpyramide

Der Knaller ist jedoch das satanische Ritual, welches vor laufender Kamera zelebriert wird. Was sehen wir denn da? Maskierte Logenbrüder in den Farben des freimaurerischen Schachbretts und eine Frau, die mit mehreren Anchs, einem Hexagramm und natürlich der Pyramide mit Auge beschmiert ist.

Ritual_1

In einer Szene darf sie sogar den Christus verhöhnen, indem sie sich ans Kreuz hängt. Selbiges ist natürlich mit okkulten Symbolen geschmückt und wird durch die goldene Farbe als Sonnenkreuz ausgewiesen.

Ritual_2

Die blaue Farbe der Frau könnte weiterhin eine Anspielung auf das „blaue Volk“ sein, welches u.a. im Hinduismus verehrt wird.

Blaue Frau

Wo wir schon mal beim Hinduismus sind: Wer hat sich denn maßgeblich bei dieser Religion bedient? Es fällt in der gesamten Reihe auf, dass von der Bruderschaft der Schlange über die Illuminaten und Freimaurer bis hin zur Thule fast sämtliche wichtigen Geheimgesellschaften beim Namen genannt werden … bis auf eine. Unerwähnt bleibt die Theosophische Gesellschaft. Wer genau hinschaut, findet jedoch ihre Symbole in dem dargebotenen Ritual.

Ritual_3

Es scheint, dass sich hinter der Royal Atlantis Film GmbH niemand Geringeres als die Theosophen verbergen. Es passt einfach alles. Die Verdrehung fernöstlicher Lehren, das Channeln aufgestiegener Meister, die Bezugnahme auf Luzifer, das kommende Wassermann-Zeitalter, Hardcore-Esoterik und natürlich die Symbolik. „Die Legende von Atlantis“ ist von vorne bis hinten theosophische Propaganda.

Brainwash by Illuminati

Brainwash by Illuminati

Die dargebotenen Desinformationen sind größtenteils purer Schwachsinn, zuweilen aber auch stark verzerrte Halbwahrheiten. Die Außerirdischen werden als unsere Erlöser dargestellt, wobei die Grey und Reptiloiden nicht einmal ansatzweise vorkommen. Zu sehen bekommt man nur blonde Humanoide von perfekter Gestalt. Wie wir aus Erfahrungsberichten von Entführungsopfern wissen, sind es genau diese „Nordics“, die von den Grey gezüchtet werden und nach dem Betrachten der theosophischen Propaganda ahnen wir allmählich auch, zu welchem Zweck.

V – Die reptiloiden Besucher kommen

von Shinzon

1983 startete die erste Miniserie von „V – Die außerirdischen Besucher kommen“, in der Außerirdische urplötzlich in einen globalen Erstkontakt mit der Menschheit treten.

Originalserie

Ursprünglich sollte es eine Serie über den Aufstieg einer faschistischen Bewegung in den USA werden, was bereits einen starken Bezug zur neuen Weltordnung hatte. Man wollte jedoch eine Science Fiction Serie – keine neue Weltordnung ohne Aliens. Diese durften dann in der Serie den Part der Faschisten übernehmen, wobei ihr Logo stark an das Hakenkreuz der Nazis erinnert.

Reptilienlogo

Reptofaschismus_1

Reptofaschismus_2

Wie sich im Verlauf der ersten Miniserie herausstellte, handelt es sich bei den Besuchern keineswegs um Humanoide, sondern um Reptiloide in Menschenhaut, die uns zum fressen gern haben und die Ressourcen der Erde plündern. Die wenigen wissenden Menschen schließen sich zu einer Widerstandsbewegung zusammen, um die Besucher zu bekämpfen. Hilfe erhalten sie dabei von einer 5. Kolonne innerhalb Reptiloidengesellschaft.

Die Heimatwelt dieser Wesen ist übrigens ein Planet im Sirius-System. Das ist interessant, denn der hellste Stern am Nachthimmel war vielen antiken Hochkulturen heilig und galt u.a. den alten Ägyptern als Heimat ihrer Götter. Ebenso berichten einige Entführungsopfer, dass die Reptiloiden aus der Umgebung des Sternbildes Orion kommen sollen. Vermittelt uns die Serie hier geheimes Wissen?

Dieser Verdacht wird zumindest dadurch angeheizt, dass das Aussehen Besucher in der Serie den Beschreibungen von aus Sichtungsberichten in der Realität stark ähnelt. Außerdem spielt die menschliche Hülle auf Formwandlertheorie an. Und das zu einer Zeit, in der David Icke noch kein bekannter Esoterik-Guru war.

Enttarnt

Reptiloid

Erschreckend ist auch die Lösung des Besucherproblems durch biologische Kriegsführung. Mittels Flugzeugen soll tödlicher, roter Staub ausgebracht werden. Zwar entpuppt sich dieser Plan als Ablenkungsmanöver, während der Widerstand den Dreck mit Heißluftballonen über den Planeten verteilt, aber dennoch kommen einem hier unweigerlich Chemtrails in den Sinn.

Natürlich sind Chemtrails ein sehr umstrittenes Thema und es werden definitiv keine biologischen Waffen breitflächig ausgebracht, was ja letztendlich auch den Selbstmord der Elite bedeuten würde. Allerdings gab es nachweislich vereinzelte Experimente in den USA, Großbritannien und anderen Ländern, bei denen biologische und chemische Kampfstoffe wie Dioksin und LSD ausgebracht und an der eigenen Bevölkerung getestet wurden. Diese sind jedoch gewiss nicht dazu gedacht, Außerirdische zu bekämpfen.

Nachdem die Menschheit am Ende der Miniserie mittels Biowaffen vorerst über die Besucher gesiegt hat, kommen diese in einer kompletten Serienstaffel aus den Jahren 1984-85 zurück. Während die Miniserie durch eine hohe Qualität und spannende Drehbücher glänzt, bleibt die Serienstaffel jedoch ein totaler Flop.

Die Handlung ist zuweilen sehr konfus und die Umsetzung teils erschreckend dämlich. So schießen die Besucher nur Löcher in Luft, während bei den Menschen jeder Schuss sitzt. Als dann doch mal ein Hauptcharakter von einem Laserstrahl verdampf wird, stirbt dieser total sinnlos, da er mitten hinein rennt. Gute Unterhaltung sieht anders aus.

Hinzu kommt, dass jede Menge neue Handlungsstränge geöffnet werden, die zu keinem Abschluss kommen. So beten einige Reptiloide zu einem extradimensionalen Wesen, was jedoch nie weiter verfolgt wurde. Zu einer zweiten Staffel kam es nicht mehr.

Dafür gab es jedoch ein Remake, welches von 2009-2011 lief. In diesem treten die Reptiloiden wieder in Menschenhaut als unsere Erlöser auf, abermals ohne ein vorhergehendes Invasionsszenario. Natürlich stellen sie sich wieder als menschenverachtende Monster heraus und es gründet sich eine Widerstandsbewegung namens „5. Kolonne“, wobei dies im Original der Name des internen Widerstands unter den Reptiloiden war. Von denen gibt es aber auch diesmal wieder Hilfe.

Neu ist dagegen das Interesse der Reptiloiden für die menschliche Seele – ein Konzept, welches ihnen fremd ist. Auf der Suche nach der Seele entführen die Besucher Menschen und unterziehen sie schmerzvollen Prozeduren, an die sich die Opfer später nicht mehr erinnern können. Allerdings werden die Entführten fortan von Alpträumen geplagt. Die Parallelen zum realen Entführungsphänomen sind mehr als offensichtlich und tatsächlich wird von den Betroffenen immer wieder die Gegenwart von Reptiloiden berichtet, die mit den Grey zusammenarbeiten.

Ein weiteres Phänomen, welches sowohl in der Serie auftritt als auch von Entführungsopfern berichtet wird, ist der rote Himmel. In der Originalserie gab es nur den roten Staub, der eine Biowaffe gegen die Besucher war. Im Remake ist der rote Himmel hingegen das Werk der Besucher, welches angeblich die Welt von Umweltgiften reinigen soll. Die Bilder, von denen Entführte berichten, sind jedoch ungleich apokalyptischer und könnten auf eine Kriegswaffe oder eine Naturkatastrophe wie einen Sonnensturm hindeuten.

Roter Himmel 1

Roter Himmel 2

Ebenfalls neu ist beim Remake, dass einige Besucher schon lange vor dem offiziellen Erstkontakt die menschliche Gesellschaft unterwandert haben. Die Besucher zeichnen sich für sämtliche Kriege, Bürgerkriege, Terrororganisationen, politischen und religiösen Extremismus sowie Krisen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen verantwortlich. All diese Aktionen dienten dazu, die Menschheit ins Chaos zu stürzen, um dann als Erlöser aufzutreten. Wer glaubt, dass einige Politiker und Stars in Wahrheit Reptiloide sind, kann sich hier seine Paranoia auffrischen lassen.

Alles in allem ist die neue Serie weitaus mysteriöser als das Original und enthält zudem weitaus mehr okkulte Symbole. Für die Fans der alten Serie gibt noch eine kleine Überraschung, denn Jane Badler ist wieder als Besucherin Diana mit von der Partie – eine Rolle, die sie bereits in der Originalserie spielte.

Lydia & Diana

Das Ende des Remakes gehört dann aber wieder zu den negativen Aspekten, die vom Original übernommen wurden. Es ist wieder einmal eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Die guten Charaktere handeln total unlogisch, lassen Gnade mit ihren Feinden walten, nur um dann reihenweise von ihnen niedergemäht zu werden. Die Situation ist zuletzt ausweglos, während die einzig verbliebene Widerstandskämpferin Erica Evans (Elizabeth Mitchell) auf eine mysteriöse Geheimgesellschaft stößt.

Dies wirft einige interessante Fragen auf. Z.B. warum diese Geheimbündler (Illuminaten?) den Kampf der 5. Kolonne nicht unterstützt haben, wenn sie doch gegen die Besucher sind? Das Ende bleibt offen und hoffnungslos, denn aufgrund der sinkenden Einschaltquoten wurde die Serie abgesetzt. Wie es scheint, sind selbst die Freimaurer den Gesetzen des Marktes unterworfen. Oder haben sie mit dieser Serie einfach zu viel verraten?