Die Ariosophen – Okkulter Rassismus

von Shinzon

Im Gegensatz zur Anthroposophie, welche sich 1912 direkt von der Theosophie abspaltete, entwickelte sich die Ariosophie ab 1915 parallel zur Theosophie. Dennoch gab es zahlreiche personelle Überschneidungen sowie ideologische Berührungspunkte zwischen beiden Geheimlehren. So bediente sich die Ariosophie esoterischer Praktiken wie der Astrologie, Kabbalah und Handlesekunst. Zudem wurde der Mythos der „arischen Urrasse“ übernommen.

Obwohl das rassistische Weltbild der Ariosophen zwar auf Helena Petrovna Blavatskys (1831-1891) Theorie der „Wurzelrassen“ basierte, strebten die Theosophen doch stets die „Bruderschaft der Menschheit“ an. Die Ariosophen wollten hingegen eine strikte Rassentrennung sowie eine Rassenhierarchie durchsetzen. Im Ergebnis vermischten die Ariosophen Blavatskys Lehren mit der Rassentheorie des Franzosen Joseph Arthur de Gobineau (1816-1882), welcher als einer der Begründer des modernen rassistischen Denkens gilt. Hinzu kamen die rassistisch-okkulten Spekulationen des Berliner Theosophen Max Ferdinand Sebaldt von Werth (1859–1916) sowie die explizite Judenfeindlichkeit aus völkisch-konservativen Kreisen.

Bei alledem hatten die Begründer Guido von List (1848-1919) und Jörg Lanz von Liebenfels (1874-1954) offensichtlich nicht begriffen, dass die Arier ein in Persien sowie Indien verbreiteter Volksstamm sind und keineswegs eine Rasse von Urgermanen waren. Die ganze Mystifizierung des Germanentums samt Falschauslegung der Runen war also totaler Mumpitz. Die Kultur der alten Germanen wurde von den Ariosophen aufs schändlichste missbraucht.

Gleiches gilt für das Christentum, welches der Zisterziensermönch Lanz von Liebenfels mit seinen Vorstellungen von Rassenkunde und Eugenik verband. Er betrachtete sogar die Kreuzzüge als Teil eines Jahrtausende alten Rassenkampfes, was ihn im Jahr 1900 in Wien zur Gründung des Neutemplerordens veranlasste. Die erste ariosophische Organisation gab es damit schon 15 Jahre bevor der eigentliche Begriff geprägt wurde.

Adolf Joseph Lanz mit rotem Kruckenkreuz

Adolf Joseph Lanz mit rotem Kruckenkreuz

Anfangs beschränkte sich der Neutempler-Orden mit seinen rund 50 Mitgliedern auf Wien. Dort verweilte zu dieser Zeit ein gewisser Adolf Hitler (1889-1945), welcher die Ordenszeitschrift „Ostara“ geradezu aufsaugte. Die Ostara erschien von 1905 bis 1917 in 89 Ausgaben. Lanz von Liebenfels verfasste diese fast im Alleingang. In den ersten 25 Ausgaben erschienen lediglich 15 Artikel, die nicht von ihm stammten, danach wurde er gänzlich zum alleinigen Autor.

Neben rassistischer Hetze verbreitete von Liebenfels in der Ostara vor allem auch antifeministische Propaganda, da er in der angeblichen Triebhaftigkeit der Frauen eine Bedrohung für die „Reinhaltung der Rassen“ sah. Sein Neutempler-Orden war dementsprechend eine reine Salamiparty. Für diese erwarb von Liebenfels 1907 die Burgruine Werfenstein in Strudengau, welche zum Erzpriorat werden sollte. 1914 gründete Detlev Schmude ein zweites Priorat in Hollenberg bei Aachen, womit der Orden nach Deutschland expandierte.

Nachdem von Liebenfels 1918 mit dem Zusammenbruch der Donaumonarchie nach Ungarn emigrierte, übernahm Schmude dessen Rolle im deutschsprachigen Raum. In Ungarn bekämpfte Lanz derweil gegen den Aufbau einer kommunistischen Räterepublik und gründete 1925 ein weiteres Priorat in der Nähe des Balaton-Sees sowie 1937 bei Szentendre in Nordungarn. In Deutschland entwickelte sich der Orden nach dem 1. Weltkrieg ebenfalls rasant. Weitere Priorate entstanden 1927 in Dietfurt und 1938 bei Waging am See in Oberbayern. Zu seinen Glanzzeiten hatte der Neutempler-Orden 300-400 Mitglieder.

Diese engagierten sich vor allem in Österreich für die NSADAP, welche dort vor dem Anschluss ans deutsche Reich noch verboten war. Der Wiener Lumenklub diente gar als Rekrutierungsbasis für die Nazipartei. Doch die NSDAP sollte den Ariosophen dieses Engagement nicht danken. Ende der 1930er wurde der Neutempler-Orden von der NS-Diktatur als Sekte deklariert und aufgelöst. Hitler, der im christlich geprägten Deutschland nicht als Okkultist dastehen wollte, lehnte ebenfalls jede Verbindung zu esoterischen Geheimlehren ab. Das war natürlich eine aalglatte Lüge und der enttäuschte Lanz von Liebenfels lag gewiss richtig damit, dass er einer der wichtigsten Vordenker Hitlers gewesen war.

Das war allerdings schon alles, womit er recht behalten sollte. Seine späteren Aussagen, dass er, der Antikommunist, ein Vordenker Lenins gewesen sei, war dagegen vollkommen absurd und wohl ein letzter Versuch, nach dem Ende der NS-Diktatur noch irgendwo Anschluss zu finden. Lanz von Liebenfels suchte Zeit seines Lebens nach Anerkennung, wofür er auch vor Betrug nicht zurückschreckte. Selbst sein Doktortitel sowie sein Adelsprädikat waren frei erfunden. Sein eigentlicher Name lautete Adolf Joseph Lanz, mit der Adelsfamilie Lantz von Liebenfels bestand keinerlei Verwandtschaft.

Gleiches galt für das Adelsprädikat seines Weggefährten Guido von List, welcher schon frühzeitig eine Brücke zwischen Ariosophen und Theosophen schlug. Ab 1903 verband er Elemente der Theosophie mit germanischer Mythologie. Im selben Jahr veröffentlichte er einen Aufsatz mit dem Titel „Die esoterische Bedeutung religiöser Symbole“ in der theosophischen Zeitschrift Die Gnosis. Darin griff er erstmalig fernöstliche Vorstellungen von Reinkarnation und Karma auf und postulierte eine altarische Sexualreligion. Sein Weltbild garnierte er schließlich noch mit seinen Wahnideen von Rassenhygiene und Eugenik.

Guido List

Guido List

Die Verbindung von Rassismus, einem verfälschten Ariertum und Reinkarnation sollte später auch den Reichsführer SS Heinrich Himmler begeistern. Guido List kann also als wichtigster Wegbereiter des Naziokkultismus gesehen werden. Aus der 1908 in Wien gegründeten und nach ihm benannten Guido-von-List-Gesellschaft, der auch einige Wiener Theosophen angehörten, ging zudem der Germanen-Orden hervor. Aus diesem entstand wiederum die Thule-Gesellschaft, welche die NSDAP gründete und steuerte. List erlebte sogar noch die Entstehung dieses Monstrums und glaubte, aus dem Edda-Lied Völuspá die Ankunft eines großen germanischen Führers herauszulesen.

Eine weitere Hinterlassenschaft Lists war das Armanen-Furthark, von welchem die Nazis großzügigen Gebrauch machten. Der ganze Runenkult, angefangen bei der SS, geht auf dieses völlig falsch interpretierte Runenalphabet zurück. Ebenso hatte Lists Auffassung von den Armanen nichts mit historischen Tatsachen zu tun, wobei schon der Begriff nur eine germanisierte Form der Herminonenstämme darstellte.

In den drei Stämmen der Teutonen glaubte Guido List lediglich drei Stände zu erkennen, von denen die Armanen die Priesterschaft gewesen seien. Diese Priesterschaft soll die Christianisierung überlebt und ausgerechnet in den Reihen der Tempelritter überdauert haben. Allein das ist schon ein Widerspruch in sich, denn die Templer waren Christen und keine Heiden. Nach dem Untergang der Templer sollen die Armanen unter den Kabbalisten und Rosenkreuzern weiterexistiert haben. Das geht nun in die Richtung Freimaurerei und tatsächlich übernahm List auch Begriffe aus selbiger und sein postulierter Armanen-Orden trug stark freimaurerische sowie rosenkreuzerische Züge.

Letzteres führte dazu, dass viele ariosophische Gruppierungen Ende der 1930er aufgelöst und einige ihrer Mitglieder Anfang der 1940er gar verfolgt und zur Zwangsarbeit verurteilt wurden. Ausgenommen davon blieb die Thule-Gesellschaft, welche selbst freimaurerisch-okkult war und sich für die Verfolgung anderer okkulter Gruppen verantwortlich zeichnete. Offensichtlich sollte damit jede Konkurrenz ausgeschaltet werden.

Dies zeigt auch das Beispiel des Neutemplers Karl Maria Willigut (1866-1946), welcher trotz seiner Zugehörigkeit zu den Ariosophen zu einem der wichtigsten Berater Heinrich Himmlers avancierte und Karriere in der SS machte. 1934 wurde er zum SS-Oberführer befördert und übernahm die Leitung des Archivs im Rasse- und Siedlungshauptamt. 1936 erfolgte dann die Ernennung zum SS-Brigadeführer. Außerdem arbeitete Willigut an der Umgestaltung der Weswelsburg bei Paderborn mit und entwarf den Totenkopfring der SS. Erst als er 1939 zunehmend durch Medikamenten- und Alkoholmissbrauch auffiel und seine Einweisung in eine Nervenklinik aufgrund einer paraphrenen Psychose im Jahr 1924 bekannt wurde, musste er die SS verlassen. Doch selbst danach holte sich Himmler noch häufig den astrologischen Rat des Ariosophen Willigut ein.

Nach der Kapitulation des 3. Reichs verbrüderten sich die Nazis wieder restlos mit den Ariosophen, was 1976 zur Neugründung des Germanen-Ordens führte. Die neuen Ariosophen arbeiten seither eng mit rechtsextremen Strukturen aus dem NPD-Umfeld zusammen. Eine enge Verbindung gibt es z.B. zur 1951 von Wilhelm Kusserow gegründeten „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“. Diese wurde von 1989 bis 2009 vom NPD-Politiker Jürgen Rieger (1946-2009) geleitet.

Ebenfalls 1976 wurde in Krefeld die Gylfiliten-Gilde gegründet, welche Adolf Hitler als Heiligen verehrt und sowohl das Judentum als auch das Christentum ablehnt. Darüber hinaus gibt es noch weitere ariosophische Gruppierungen wie den Bund der Goden und die Arbeitsgemeinschaft naturreligiöser Stammesverbände Europas. Auch in den USA ist die Ariosophie unter rechtsextremen Neoheiden weit verbreitet.

Unter unpolitischen Neoheiden ist die rassistische Fehlinterpretation der altgermanischen Kultur durch die Ariosophen dagegen vollkommen zu recht verhasst. Zum einen, weil die Ariosophie historisch vollkommener Unsinn ist, zu anderem, weil ihre verdorbenen Früchte zu einem der größten Genozide der Neuzeit geführt haben. Dies ist weder im Sinne der alten Germanen, noch im Sinne der echten Arier, welche mit ihrer persisch-indischen Abstammung nicht wirklich ins rassistische Weltbild der Ariosophen passen.

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In Deutschland brennen wieder Asylheime

Die Anschläge auf die Asylheime in Rostock und Hoyerswerda kurz nach dem Mauerfall sind bis heute Synonym für Fremdenfeindlichkeit und prägten das Bild Ostdeutschlands als brauner Sumpf. Wirklich überwunden war der rechtsextreme Terror insbesondere in den neuen Bundesländern nie, wie spätestens nach dem Auffliegen des NSU-Terrornetzwerks jedem klar sein sollte. Gleiches gilt für fremdenfeindliche Ressentiments, die in Umfragen immer wieder Rekordwerte erreichen.

2014 konnte sich schließlich die AfD als rechtspopulistische Partei in vielen Landesparlamenten etablieren und gegen Ende des Jahres eroberte mit Pegida eine neurechte Massenbewegung die Straßen. Obwohl die größten Erfolge von AfD und Pegida im Osten der Bundesrepublik zu verzeichnen waren, zeichnete sich diesmal ein bundesweiter Trend ab.

Gleiches gilt für die aktuelle Serie von Brandanschlägen auf Asylheime. Auch wenn die AfD und Pegida hier nicht direkt die Feuer legen, fungieren sie doch als geistige Brandstifter. Sie schaffen ein gesellschaftliches Umfeld, in denen sich rechtsextreme Pyromanen durch eine breite Masse ermutigt und bestätigt fühlen. Zudem liefern sie den Nazis mit ihren Scheinargumenten die nötige Rechtfertigung.

Die Liste der Brandanschläge und Angriffe auf Asylunterkünfte wird inzwischen fast stündlich länger. Dabei ist ebenfalls ein bundesweiter Trend zu verzeichnen. Das Epizentrum scheint allerdings in Sachsen zu liegen, eben da, wo auch Pegida am erfolgreichsten ist. Es folgt eine unvollständige Liste, die wir nach besten Kräften zu aktualisieren versuchen. Angriffe auf einzelne Flüchtlinge sowie Anschläge auf Asylheime in der Schweiz und Österreich sind aus Platzgründen nicht aufgelistet.

01. 01. 2014 – Köln-Mülheim (NRW) – Brandanschlag
01. 01. 2015 – Brand-Erbisdorf (Sachsen) – Attacke mit Böllern
06. 03. 2015 – Hoyerswerda (Sachsen) – Vandalismus und Schmierereien
08. 03. 2015 – Hof (Bayern) – Hakenkreuzschmierereien
08. 03. 2015 – Malterdingen (Ba-Wü) – Steinwürfe
31. 03. 2015 – Reutlingen (Ba-Wü) – Brandanschlag
03. 04. 2015 – Tröglitz (Sachsen-Anhalt) – Brandanschlag
10. 04. 2015 – Hofheim (Hessen) – Sachbeschädigung
14. 04. 2015 – Hamburg – Brandanschlag
16. 04. 2015 – Hepberg (Bayern) – Brandanschlag
20. 04. 2015 – Berlin-Buch – Angriff auf Wachleute einer Asylunterkunft
25. 04. 2015 – Hofheim (Hessen) – Attacke mit Böllern
16. 05. 2015 – Zossen (Brandenburg) – Brandanschlag
03. 06. 2015 – Hoyerswerda (Sachsen) – Brandanschlag
13. 06. 2015 – Dresden (Sachen) – Brandanschlag
27. 06. 2015 – Berlin – Hakenkreuzschmierereien
28. 06. 2015 – Meißen (Sachen) – Brandanschlag
29. 06. 2015 – Lübeck (Schleswig-Holstein) – Brandanschlag
11. 07. 2015 – Böhlen (Sachen) – Schüsse
16. 07. 2015 – Reichertshofen (Bayern) – Brandanschlag
18. 07. 2015 – Aschaffenburg (Bayern) – Brandanschlag
18. 07. 2015 – Remchingen (Ba-Wü) – Brandanschlag
27. 07. 2015 – Freital (Sachsen) – Bombenanschlag auf das Auto eines LINKE-Politikers
31. 07. 2015 – Lunzenau (Sachsen) – Brandanschlag
14. 08. 2015 – Meißen (Sachsen) – Einbruch und Wasserschaden
15. 08. 2015 – Bockau (Sachsen) – Steinwurf
17. 08. 2015 – Torgelow (Meck-Pomm) – Beschuss mit Feuerwerkskörpern
20. 08. 2015 – Berlin-Mahrzahn – Brandanschlag
21. 08. 2015 – Neustadt (Bayern) – Brandanschlag
ab 21. 08. 2015 – Heidenau (Sachen) – andauernde Krawalle und Proteste
23. 08. 2015 – Weissach (Ba-Wü) – Brandanschlag
24./25. 08. 2015 – Nauen (Brandenburg) – Proteste und Brandanschlag
25. 08. 2015 – Parchim (Meck-Pomm) – bewaffneter Überfall
25. 08. 2015 – Döbeln (Sachsen) – Brandanschlag
25. 08. 2015 – Berlin – Bombendrohung gegen Willy-Brandt-Haus (SPD-Bundeszentrale)
26. 08. 2015 – Leipzig (Sachsen) – Brandanschlag
26. 08. 2015 – Bochum (NRW) – Schüsse
26. 08. 2015 – Berlin-Reinickendorf – Brandanschlag
27. 08. 2015 – Oschersleben (Sachsen-Anhalt) – Brandanschlag
27. 08. 2015 – Salzhemmendorf (Niedersachsen) – Brandanschlag
28. 08. 2015 – Aue (Sachsen) – Brandanschlag
03. 09. 2015 – Witten (NRW) – Brandanschlag
06. 09. 2015 – Rottenburg (Ba_Wü) – Brandanschlag
07. 09. 2015 – Rockensußra (Thüringen) – Brandanschlag
03. 10. 2015 – Bischhagen (Thüringen) – Brandanschlag
04. 10. 2015 – Friemar (Thüringen) – Brandanschlag

Die vermehrten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte scheinen in direktem Zusammenhang mit einer Google-Karte zu stehen, welche die rechtsextreme Kleinpartei Der III. Weg ins Netz gestellt hatte. Der III. Weg ist jedoch weniger eine Partei als viel mehr ein Terrornetzwerk, welches in Südthüringen seinen Anfang nahm. Seit einigen Monaten überzieht die gewaltbereite Nazigruppierung Thüringen mit Aufmärschen, bei denen stets Fahnen mit Kruckenkreuzen in den Farben der Ukraine mitgeführt werden. Offensichtlich streben die Verantwortlichen einen ähnlichen Bürgerkrieg wie in der Ukraine an, wobei es am 1. Mai 2015 bereits zu einem schweren Übergriff mit 3. Verletzten in Saalfeld kam.

Besonders gefährlich ist die Tatsache, dass es für derartigen Naziterror eine wachsende Zustimmung in der Bevölkerung gibt. Mittels perfider Propaganda wird den Massen vermitteln, die Flüchtlinge kämen wie eine Heuschreckenplage über uns, und würden Deutschland in den Ruin treiben wollen. Die dummen Mitläufer übernehmen diese Hetze vollkommen unkritisch, womit die Flüchtlinge im Massenbewusstsein zum Hauptkostenfaktor gemacht werden und nicht etwa die Banken, deren Rettung hunderte Milliarden Euro mehr gekostet hat. Statt Protesten gegen die Finanzmafia und Freihandelsabkommen gibt es nun brennende Asylheime und niemand hinterfragt diese Zustände. Ebenso fragt niemand danach, was dem Steuerzahler die Brandanschläge der Nazis kosten.

Die Fluchtursachen werden ebenfalls nicht hinterfragt. Zwar hat Angela Merkel die Buh-Rufe und Eierwürfe bei ihrem Besuch in Heidenau durchaus verdient, allerdings nicht, weil Deutschland Menschen in Not humanitäre Hilfe leistet. Die Buh-Rufe hätten eigentlich der Zustimmung zu Waffenexporten sowie der Unterstützung von Erdogans Vorgehen gegen die Kurden und den guten Beziehungen zur menschenverachtenden Diktatur in Eritrea gelten sollen. Doch kann man überhaupt noch so viel Verstand vom Durchschnittsdeutschen erwarten?

Leider scheint es so, dass einfache Feindbilder wieder Hochkonjunktur haben. An die wahren Schuldigen für soziale Missstände, Arbeitslosigkeit und Lohndumping traut sich keiner ran, also wird auf den nächst Schwächeren eingetreten. Armes Deutschland! Diese verkürzte Denkweise gibt zwangläufig Faschisten Auftrieb und könnte im schlimmsten Fall zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen, welche die Nazis dann für ideologische Säuberungen nutzen würden. Wer eine Entwicklung wie in der Ukraine unterstützt, ist ein Narr, dem offensichtlich weder etwas an einer lebenswerten Zukunft noch am eigenen Leben liegt.

Erst recht liegt dem braunen Mob nichts an Deutschlands Ruf in der Welt. Es ist den Verantwortlichen völlig egal, ob wir Deutschen wieder als wilde Barbaren ohne einen Funken Menschlichkeit wahrgenommen werden. Dank der brennenden Flüchtlingsheime müssen wir uns alle nun wieder für Deutschland schämen, zumal wir uns nach der Befreiung 1945 geschworen hatten, nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus zu dulden. Allerdings müssen wir uns nicht allein für die Zustände in unserem Land schämen, denn leider rückt ganz Europa nach Rechts. Zu ähnlichen Übergriffe kam es bereits in Österreich, der Schweiz, Italien und Griechenland.

Der folgende Bericht ist übrigens schon von 2013, aber im wahrsten Sinne des Wortes „brandaktuell“.

Berühmte Mitglieder der Church of Satan

von Shinzon

Die Church of Satan hat viele Mitglieder in der Entertainmentindustrie. Die meisten arbeiten im Hintergrund als Computerspielentwickler, Maskenbildner und Designer. Es gibt aber auch sehr viele Prominente, die LaVeys Satanistenclub angehören oder ihm nahe stehen.

Eines der bekanntesten Ehrenmitglieder war der bekannte amerikanische Entertainer Sammy Davis Jr. (1925-1990), der zusammen mit Frank Sinatra und Dean Martin das berühmte Rat Pack bildete.

Sammy Davis Jr. (m.) neben Anton LaVey (r.)

Sammy Davis Jr. (m.) neben Anton LaVey (r.)

Zudem spielte er in der Bill Cosby Show und Filmen wie „Auf dem Highway ist die Hölle los“ (1981) mit. Seine satanistische Einstellung brachte er zudem in „Poor Devil“ (1973) überdeutlich zu Ausdruck.

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Nicht weiter verwundern sollte ein Name wie Vincent Crowley, Mitglied der Band Acheron. Vincent Crowley wurde einst von Anton LaVey persönlich zum Priester der Church of Satan ernannt, wird inzwischen jedoch als ehemaliges Mitglied geführt.

Vincent Crowley

Vincent Crowley

Das auffälligste Mitglied, dessen Bezug zur Church of Satan mehr als offensichtlich ist, nennt sich King Diamond. Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich der Musiker Kim Bendix Petersen (*1956), der vor seiner Solokarriere zur Band Mercyful Fate gehörte. Seine Markenzeichen sind umgedrehte Kreuze und ein freimaurerischer Zylinder.

King Diamond

King Diamond

Ebenfalls mit dabei ist Thomas Thorn von der Band The Electric Hellfire Club. Irgendwie passend, denn die Hellfire Clubs waren die frühen Vorläufer der Church of Satan. Während die Band „Sympathy for the Devil“ coverte, haben sie für Jesus wenig Sympathie, wie das folgende Bild zeigt. Auf dem T-Shirt links ist das Logo der Church of Satan zu sehen.

Electric Hellfire Club

Ein weiterer Undergroundmusiker aus dem Umfeld der Church of Satan ist Boyd Rice (*1955). Dieser warb 1999 Marc Almond von der berühmten 80er-Jahre Pop-Band Soft Cell an, was wohl die größte Überraschung sein dürfte. Noch bevor Almond der Church of Satan beitrat, kokettierte er auf seinen frühen Albencovern mit Freimaurersymbolen, womit wieder einmal eine Brücke zwischen Freimaurerei und Satanismus geschlagen wäre.

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Eine weitere Brücke existiert zwischen Marc Almond und Michael Cashmore von Current 93, einer Band mit starken Bezügen zu Aleister Crowley. Wo man in der Musikindustrie hinblickt, wimmelt es von Satanisten und man braucht nur wenig Recherche, um dahinter zu kommen. So beschrieb Almond in einem Interview mit der Zeitung Die Welt ganz offen die Einführung in die Kirche Satans als „wundervoll“ und gab an, von LaVeys Ansichten über Musik und Film fasziniert zu sein. Diese Ansichten sind recht interessant, glaubte LaVey doch, über Musik und Filme satanistische Ideen verbreiten und so den Weg für den Antichristen ebnen zu können.

Dieselbe Taktik benutzen seit jeher auch Neonazis. Über Rechtsrockkonzerte wird mit dem Spaßfaktor für die faschistische Ideologie geworben und in der Tat finden die meisten jungen Menschen über solche Musik den Weg in die rechtsextreme Szene. Und da gibt es die nächste Verbindung, denn auch Michael Moynihan (*1969) von Blood Axis ist ein Mitglied der Church of Satan.

1988 kam er mit Boyd Rice in Kontakt und trat ein Jahr später gemeinsam mit ihm in Osaka (Japan) auf. Bei diesem Auftritt verwendeten die beiden Satanisten explizite NS-Symbole wie SS-Totenköpfe. Weiterhin teilten beide ein Interesse für Faschismus, Nationalsozialismus, ein antichristliches Neuheidentum sowie Charles Manson. Da Rice und Moynihan dem Gründer der Church of Satan sehr nahe standen, offenbart sich hier eine enge Verbindung zwischen Satanismus und Rechtsextremismus.

Michael Moynihan

Michael Moynihan

In diese Kategorie können auch Death in June gezählt werden, die des Öfteren in SS-Uniform auftreten. Zwar steht diese Band in keiner direkten Verbindung zur Church of Satan, aber ihr Gründer Douglas Pearce arbeitete zusammen mit Michael Moynihan am Boyd Rice Album „Music, Martinis and Misantrophy“ mit.

Irrwitzigerweise gibt es nicht nur Nazis in der Church of Satan. Auch aus dem Bereich Punk gibt es Satanisten wie Matt Skiba (*1976) vom Alkaline Trio. Die überkreuzten Arme auf folgendem Bild sind eine altägyptische Geste, die sich bereits von Aleister Crowley wieder fand.

Matt Skiba

Matt Skiba

Quelle

Die Eagles machten auf ihrem Album „Hotel California“ ebenfalls einen auf Satanismus und die gleichnamige Single soll sogar eine direkte Anspielung auf die Church of Satan sein. Der Manager der Band, Larry Salter, soll in einem Interview mit dem Tribune Harold 1982 zugegeben haben, dass die Eagles in die Kirche Satans involviert sind. Dazu passend findet sich auf der Innenseite des Booklets von „Hotel California“ ein Bild mit Anton Szandor LaVey im Hintergrund.

Eagles LaVey

Equilibrium – Die emotionslose Weltordnung

Der Film „Equilibrium“ (2002) verdient gewiss eine ausführlichere Betrachtung, die an dieser Stelle noch folgen wird. Leider hackt unsere DVD etwas rum, sodass wir momentan nicht mit den entsprechenden Screenshots dienen können.

Interessant ist schon einmal, das das totalitäre Regime im Film eine Naziflagge mit Kruckenkreuz benutzt. Man beachte, dass die Lautsprecheranordnung ein zweites Kruckenkreuz formt.

Equilibrium Kruckenkreuz

Das Tau ist ebenfalls omnipräsent.

Equilibrium Tau_0

Das Kruckenkreuz – Vom Sonnensymbol zum Symbol der Finsternis

von Shinzon

Das Kruckenkreuz findet sich bereits in Felsritzungen der jüngeren Steinzeit. Es besteht aus 4 Taus, scheint jedoch unabhängig von diesem Symbol entstanden zu sein. Von der Mainstream-Archäologie wird das Kruckenkreuz als Sonnensymbol gedeutet. Zu den Varianten zählen das Hammerkreuz und das Prankenkreuz.

Kruckenkreuz

Im Mittelalter wurde das Kruckenkreuz, wie so viele Symbole, von der Kirche adaptiert und als Jerusalemkreuz genutzt. Vom Jerusalemkreuz existiert allerdings auch eine Variante ohne Balken an den Enden.

Jerusalemkreuz

In der Moderne wurde das Kruckenkreuz 1925 von Bundeskanzler Ignaz Seipel als Ehrenzeichen in Österreich eingeführt und auf die Rückseite der 2-Groschen-Münze geprägt (ab 1931 auf der 5-Groschen-Münze).

2 Kruckengroschen

1934 wurde das Kruckenkreuz von der Vaterländischen Front übernommen und bis zum Anschluss an das 3. Reich mit der österreichischen Staatsflagge gleichgesetzt.

Kruckenkreuz Front

Durch die Benutzung im faschistischen Österreich sowie die Ähnlichkeit zum Hakenkreuz, avancierte das Krukenkreuz zum Symbol vieler faschistischer Organisationen. Insbesondere in Russland erfreut es sich unter Neonazis großer Beliebtheit.

Ganz "intelligent" mit verstecktem Hakenkreuz.

Ganz „intelligent“ mit verstecktem Hakenkreuz.

Im deutschsprachigen Raum wird es von der rechtsextremen „Europäischen Aktion“ benutzt. Zu den Rednern dieses Rassistenvereins gehört u.a. Bernhard Schaub, der von einem deutschen Europa schwärmt.

EU Aktion_1

In Kambodscha verwendeten die nationalistischen Monatio ebenfalls eine Flagge mit Krukenkreuz. Deren Anhänger wurden jedoch innerhalb kürzester Zeit von den Roten Khmer exekutiert. Der BBC unterlief 1998 ein peinlicher Fauxpas, indem sie die Flagge den Roten Khmer zuordnete, was für einige Verwirrung sorgte.

Kambodschanationalisten