Der Armageddon Song Contest 2019

von Anton Nymous

Es war eine sehr symbolträchtige Entscheidung, den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv stattfinden zu lassen. Schon im Vorfeld gab es harsche Kritik aufgrund der desolaten Menschenrechtslage in Israel. Erst kurz vor dem ESC gab es wieder Luftangriffe auf den Gazastreifen sowie Schüsse auf unbewaffnete Demonstranten an der Grenze. Noch im selben Monat eine große internationale Party zu feiern war eine Geschmacklosigkeit gegenüber den Toten und Verletzten.

Die Kritik kam nicht etwa von Rechtsaußen, denn Nazis scheren sich nicht um Menschenrechte. Israel hat viel mehr selbst eine rechte Regierung, welche die Palästinenser und auch andere Minderheiten zunehmend ausgrenzt. Von daher war es schon direkt überraschend, dass man auf den Affront verzichtete, den ESC in Jerusalem auszutragen.

Doch Botschaften gingen auch von der eigentlichen Hauptstadt Tel Aviv aus. So war das Logo des ESC nicht etwa ein sechszackiger Davidstern, sondern ein aus Dreiecken zusammengesetztes Pentagramm.

Auf und über der Bühne gab es ebenfalls jede Menge Pyramiden.

In Israel wimmelt es von Pyramiden, was ein deutlicher Hinweis darauf ist, wer in diesem Land wirklich das Sagen hat. Israel ist mitnichten ein jüdischer Staat, sondern ein Freimaurerkonstrukt.

Gleiches gilt für den ESC. Zwar ist nicht jede Band Teil dieses Systems, denn die Menschen aus den Teilnehmerländern entscheiden mit darüber, wer sie vertreten darf. Die okkulte Popkultur wurde dafür aber ausreichend im Finale von Madonna vertreten. Und damit wurde es am 18. Mai zum Ende noch einmal richtig interessant.

Der Auftritt begann mit einem Chor in schwarzen Kutten und in einem ebensolchen Kostüm trat auch Madonna selbst auf die Bühne. Der Chor war von Säulenpaaren umgeben und das ganze Szenario in düsteres Rot getaucht, was stark an eine satanische Messe erinnerte. Der teilweise rot angestrahlte Bogen im Hintergrund wirkte indes wie Teufelshörner.

Nachdem Madonna ihre Kapuze zurückgezogen hatte, offenbarte sie eine Klappe auf dem linken Horusauge. Als wäre das noch nicht offensichtlich genug, war auf der Augenklappe ein X abgebildet. Ein X auf einer runden Augenklappe? Wenn das mal nicht an das satanistische XO angelehnt war, auch bekannt als „Herz des Siegel von Nodens“, welches mit dem Zeichen des Tieres identisch ist. Ein weiteres X, welches auch als gekreuzte Knochen gelesen werden konnte, befand sich auf ihrer schwarzen Kutte. Zur Bedeutung dieser Todessymbolik kommen wir aber noch.

Während der schwarzen Messe sang Madonna „Like a Prayer“. Was da wohl gepredigt wurde, kann sich jeder denken. Noch schlimmer war jedoch das zweite Lied, was nicht nur musikalisch grauenhaft war. Bevor Madonna mit ihrem blechern verzerrten Gekrächzte loslegte, warfen die Chorsänger ihre Kutten ab und tanzten in weißen Kleidern mit Blumenkränzen auf dem Kopf umher, was zweifelsfrei ein Symbol für Unschuld darstellen sollte. Nicht ins Konzept passten dagegen die Gasmasken. Wurde hier ein Krieg angekündigt?

Anders lässt sich das kaum deuten, zumal einige der Gasmaskentänzer später wie tot auf den Treppenstufen verteilt lagen. Übrigens nur die Frauen in Weiß und die Männer in Schwarz. Tote Bauern auf dem globalen Schachbrett, wenn man so will. Oder eben die Yin/Yang-Symbolik.

Links und rechts der Säulen waren zudem Umrisse der amerikanischen Freiheitsstatue mit abgebrochenem Arm sowie Hochhausruinen zu sehen. Der Hintergrund war wie durch einen Atomblitz hell erleuchtet. So oft, wie New York nun schon in Filmen atomar zerstört wurde, um was wetten wir, dass das bald wirklich kommt?

Ob die tumben Massen die Bilder der Zerstörung überhaupt wahrgenommen haben? Wir schon! Und die ständig wiederholte Botschaft „Everybody is coming to the future“ bedeutete in diesem Kontext wohl, dass so unser aller Zukunft aussehen wird.

Dazu haben dann noch die Engel in ihre Posaunen geblasen, womit ganz klar das biblische Motiv aus der Johannesoffenbarung bedient wurde. Und wo liegt laut Bibel das Armageddon? Richtig: Im heutigen Israel!

Zum Schluss sang Madonna „We can light up the dark“ und ab da änderte sich die Szenerie. Die Tänzer nahmen ihre Gasmasken ab, im Hintergrund erstrahlten Sterne und Madonna ging mit ihrem ebenfalls blechern klingenden Co-Sänger die Treppe zwischen den Säulen empor. Damit konnte nur der Aufstieg der neuen Weltordnung nach dem 3. Weltkrieg gemeint sein. Und die erleben nur die technologisch veränderten Transhumanen mit ihren mechanischen Stimmen.

Zum Schluss waren dann noch zwei Tänzer mit israelischer und palästinensischer Flagge auf dem Rücken zu sehen, die Hand in Hand die Treppe empor stiegen. Ein Statement für Frieden im Nahen Osten oder doch eher für die Vereinigung aller Menschen unter einer Weltregierung? Immerhin verbeugten sich hier Jude und Muslima vor einer satanistischen Hohepriesterin.

Auf den sonstigen Popschrott und Musikantenstadl gehen wir an dieser Stelle nicht näher ein. Wer Langeweile hat, kann die ganzen Pyramiden ja gerne selbst zählen. Wenn diese dann noch mit Blau/Rot-Symbolik kombiniert sind, sollte jedem klar sein, welche Bands dazugehören.

Auf dem gesamten ESC gab es lediglich einen Hoffnungsschimmer und das war die isländische Industrial-Band Hatari. Als Antikapitalisten, die es sich zum Ziel gemacht haben, den Kapitalismus zu stürzen, standen sie gegen den ganzen Zirkus.

Außerdem nutzten Hatari ihre Teilnahme für eine Kritik an Israels Politik. Bei den Jurys fielen sie damit zwar weitgehend durch, aber vom Publikum bekamen sie über 180 Punkte, was zu lauten Buh-Rufen in der Veranstaltungshalle führte. Allein für diesen Aufruhr hat sich das Einschalten doch noch gelohnt. Mal davon abgesehen waren Hatari musikalisch Spitze und haben sich den 10. Platz wohl verdient.

Eigentlich hätten sie sogar auf den ersten Platz gehört, denn die Band steht gegen jede Form der Diktatur und den Populismus, der gerade in Europa grassiert. Mit ihrem Hit „Der Hass wird siegen“, haben sie der verlogenen Konsumgesellschaft die Maske heruntergerissen, sie als Betrug und Illusion entlarvt. Ihre im Liedtext geäußerte Analyse „Europa wird zusammenbrechen“ ist geradezu prophetisch, denn genau das erleben wir gerade.

Songtext

Einige haben den Weckruf als solchen verstanden und zumindest haben Hatari für einiges Aufsehen gesorgt. Leider hat sich die breite Masse nach wie vor für inhaltsleeren Popschrott und grauenhafte Volksmusik entschieden. Doch der 10. Platz gibt Anlass zur Hoffnung.

Bleibt zum Schluss die Frage, wann Deutschland endlich mal eine ambitionierte Band ins Rennen schickt? Sister Sister haben total abgelost, obgleich sie nicht ganz so furchtbar peinlich wie Guildo Horn, Stefan Raab und Lena waren. Warum schicken wir nicht mal eine aussagekräftige Band wie z.B. Blind Passenger zum ESC?

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Höllenodyssee mit Hennessy

Wer zu viel Cognac trinkt, kann durchaus einen bösen Trip erleben. Wie böse, veranschaulicht ein Spot der Marke Hennessy. Dieser beginnt mit blauem Wasser, welches noch von Bedeutung sein wird. Das Wasser wird alsbald in feuriges Rot getaucht, um die übliche Farbsymbolik abzufeiern. Die Kapitelnamen sollen indes die Eigenschaften des Getränks vermitteln.

01 Blaues Wasser

02 Chapter I

Das zweite Kapitel spielt in einer Wüste, womit ein Bezug zum antiken Ägypten hergestellt wird.

03 Chapter II

Das allsehende Horusauge lässt nicht lange auf sich warten.

04 Sonnenauge

Es folgt ein Mann, der in einen mehrfach gebrochenen Spiegel blickt. Dieser wird kurz darauf in satanisches Rot getaucht.

05 Spiegelsaal

06 Spiegelsaal rot

Das dritte Kapitel beginnt erst mal ganz unauffällig in einer Motorradwerkstatt.

07 Chapter III

Doch auch hier ist das allsehende Auge nicht weit.

08 Horusauge

Auffällig ist außerdem der Schmuck der Mechaniker. Neben einem Totenkopfring sticht hier besonders ein Armband hervor. Dieses zeigt zwei sich überkreuzende Motorkolben, die optisch stark an freimaurerische Schlägel erinnern.

09 Totenkopfring

Auf der Rückseite einer Jacke wird offenbar das Wassermannzeitalter angekündigt. Seltsam nur, dass dieser grimmige Wassermann Vampirzähne hat.

10 Wassermannjacke

Bevor das Wassermannzeitalter anbricht, muss das alte Zeitalter aber erst in Flammen enden.

11 Chapter IV

Im vierten Kapitel wird das Motiv des Wassermanns noch einmal wiederholt.

12 Wassermann

Es könnte sich aber auch um Moloch handeln.

13 oder Moloch

Als Zugabe gibt es noch eine Hand mit Auge. Dieses Symbol ist insbesondere in der Esoterik-Szene verbreitet, welche das Wassermann-Zeitalter herbeisehnt.

14 Hand mit Auge

Die Schokolade bezieht sich wohl wieder auf den Geschmack des Gesöffs. Aber vielleicht geht es hier auch um das Ritual des Eintauchens.

15 Chapter V

16 Eintauchen

Das sechste Kapitel steht schließlich ganz im Zeichen des Vollmondes.

17 Chapter VI

Es zeigt ein infernalisches Zerstörungswerk, bei welchem die Natur geopfert wird.

18 Zerstörter Wald

Das siebte Kapitel kommt endlich zu Sache und bewirbt das Produkt.

19 Chapter VII

Auch hier gibt es wieder eine Betonung auf das linke Horusauge.

20 Horusauge

Das Produkt wird zum Schluss in den Freimaurerfarben Blau und Rot dargeboten. Ein Farbschema, welches den gesamten Spot durchzieht.

21 Blau-Rot

Das „X.O.“ steht hier übrigens wie bei allen alkoholischen Getränken für „extra old“. Angesichts der okkulten Symbole im Werbespot könnte sich hier allerdings durchaus eine Doppelbedeutung ergeben.

22 XO

Der Regisseur dieses Hennessy-Spots ist übrigens der Däne Nicolas Winding Refn, welcher u.a. den extrem brutalen „Only God Forgives“ (2013) verbrochen hat. Ausgerechnet beim 66. Filmfest 2016 (666) in Cannes wurde er mit seinem bezeichnenden Werk „The Neon Demon“ zum dritten Mal für den Hauptpreis nominiert. Selbstredend, dass dieser Mann weiß, was er tut.

Nicolas Winding Refn

X für Unbekannt

Trotz einer großen Vielzahl an Filmen mit „X“ im Titel dürfte den meisten als erstes „Akte X“ einfallen. Zwar steht das X hier definitiv für einen unbekannten Faktor, aber sowohl die Serie als auch der Kinofilm aus den 1990ern strotzen nur so vor okkulten Inhalten.

X Files

Später wurde das Logo der Serie abgewandelt und das X in einen Kreis gesetzt. Dies wird dem okkulten Charakter der Serie schon viel eher gerecht, handelt es sich doch um ein zweifelsfrei satanistisches Symbol.

X Logo 2

X Logo 3

In der Serie „X-Factor: das Unfassbare“, moderiert von „Star Trek“-Legende Jonathan Frakes, steht das X wieder für das Unbekannte bzw. das Unglaubliche. Es gab noch eine etwas sachlichere Serie mit dem Titel „X-Factor: Die fünfte Dimension“, eine Serie über Spukgeschichten namens „X-Faktor: Die wahre Dimension der Angst“ sowie einen deutschen Abklatsch namens „X-Factor: Wahre Lügen“. Konnten Sie heute Wahrheit und Fiktion auseinander halten?

X-Factor

Zum x-ten Mal Hellywood

Das bekannteste Beispiel für eine okkulte Interpretation des X sind die beiden „Triple X“-Actionfilme. Der erste erschien 2002 mit Vin Diesel in der Hauptrolle und dreht sich um eine Gruppe von Chaosagenten, die eine Anschlagsserie planen. Gleich zu Beginn des Films gibt es „Feuer von frei!“ von Rammstein. Teil 2 folgte 2005 mit Ice Cube in der Hauptrolle.

Das XXX-Tattoo im Nacken steht, wie der Strichcode des Hitman, für die 666. Es ist also als Malzeichen des Antichristen zu verstehen.

Triple X

So richtig krank wird es in Julia X. In diesem Horrorstreifen aus dem Jahr 2011 gehen Julia und Jessica auf Männerjagd, weil ihr Vater ein Pädophiler war. Als Julia den Köder spielt, läuft die Sache etwas aus dem Ruder und sie bekommt von dem Fremden ein Brandzeichen in der Form eines X. Passend dazu sind auf der deutschen DVD-Covervariante zudem die Beine der beiden Frauen überkreuzt.

Julia X

Transhumanisten kommen indes bei den „X-Men“-Filmen voll auf ihre Kosten. Wobei es ja eigentlich bei Männern „XY“ heißen müsste, wenn wir schon mal bei der Genetik sind.

X-Men 2

Interessant ist hier wieder mal, dass das Logo der X-Men eingekreist ist. Es handelt sich also um ein satanisches XO.

X-Men Logo

Fürs Fernsehen wurde von 2001 bis 2004 ein Abklatsch namens „Mutant X“ produziert.

Mutant X

Zum Schluss gibt es noch eine ganze Reihe von Filmen mit dem Titel „Project X“. 1949 erschien ein Drama mit diesem Namen und 1968 ein Zukunftsthriller.

Project X 1968

1987 folgte ein Science Fiction Film namens „Project X“ mit Matthew Broderick in der Hauptrolle.

Project X 1987

Zum Schluss wäre dann noch der unsägliche Film von 2011, welcher den Konsum von Alkohol und harten Drogen mit anschließenden Krawallen propagiert. Die verantwortlichen Jugendlichen müssen am Ende nicht etwa Konsequenzen für ihr abartiges Verhalten tragen, sondern werden als Partylegenden gefeiert. Angesichts der verkommenen und teilweise softpornografischen Inhalte hätte der Produzent Todd Phillips, welcher schon die obszöne „Hangover“-Trilogie verzapft hat, diesen Schrottfilm auch gleich „Project XXX“ nennen können.

Project X KO

Musik im Zeichen des XO

Das eingekreiste X ist sowohl Teil des Siegels von Nodens als auch von Aleister Crowleys Babalon-Siegel. In der Musikindustrie wird das satanische Symbol oft in XO aufgeteilt, was nichts anderes als eine Codierung ist.

Beyoncé ist eines der bekanntesten Opfer der Pop-Okkultur und ihre Werke sind dementsprechend mit satanistischer Symbolik voll gepackt. In diesem Sinne lässt sich ihre 2013 erschiene Single „XO“ nur im Sinne von Crowley und Grant verstehen.

Beyonce XO

Es gibt noch weitere Stars, die versteckte Anspielungen auf Satanismus lieben.

I Love XO

John Mayer - XO

Der deutsche Rapper Casper setzt mit seinem 2011 erschienenen Album „XOXO“ gleich noch einen drauf. Auffällig ist bei ihm, dass dieser Titel just nach seinem Wechsel zum Label Four Music auf den Markt kam. Four Music ist eine Tochterfirma von Sony, einem global Player der okkulten Musikindustrie.

Casper - XOXO

Noch interessanter ist die Band XOTOX. Zum einen findet sich hier das XO vorwärts und rückwärts. Zum anderen besteht der mittlere Teil des Bandnamens aus OTO. Die Okkultisten Aleister Crowley und Kenneth Grant, welche das XO mit ihren Werken populär gemacht haben, waren beide Mitglieder der Ordo Templi Orientis oder kurz O.T.O.

Xotox

Das X – X-beliebige Deutungsmöglichkeiten

von Anton Nymous

Das X ist der 24. Buchstabe im lateinischen Alphabet und zugleich eine römische Ziffer mit dem Zahlenwert 10. In beiden Fällen steht die Verwendung des X in keinerlei okkultem Kontext.

X lateinisch

Im Englischen ist es oft üblich, die Silbe „Ex“ mit einem „X“ abzukürzen, z.B. bei „Xtreme“. Diese Abkürzung wird auch offiziell bei experimentellen Flugzeugen, den so genannten „X-Planes“, verwendet. Als Beispiel sei hier das erste amerikanische Überschallflugzeug Bell X-1 genannt. Das X hat in diesem Zusammenhang nichts Magisches an sich, sondern steht lediglich für „eXperimentell“. Ähnlich verhält es sich bei Kleidergrößen wie XS oder XL, wo das X für „eXtra“ steht.

In der Mathematik hat das kleine x zwei zusätzliche Funktionen. Zum einen als Multiplikationszeichen, zum anderen als unbekannter Faktor in Gleichungen. Ein Beispiel: 1 + x = 3. Der Logik zufolge stünde das x in diesem Fall für eine 2. Wenn es in einer Gleichung zwei Unbekannte gibt, wird ein kleines y hinzugezogen. Der Name der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ ist direkt davon abgeleitet, da es in dieser um unbekannte Straftäter geht, auf man sich Hinweise erhofft. Hier kann also immer noch nichts Okkultes hineininterpretiert werden.

Eine ähnliche Bedeutung hat das X, wenn es um Unerforschtes geht. Das beste Beispiel hierfür sind die „X-Akten“ für ungeklärte Fälle. Das kratzt schon etwas am Okkulten, da es um verborgene Dinge geht. Dennoch steht das X hier wie in der Mathematik für einen unbekannten Faktor, ist also nicht direkt als okkultes Symbol zu verstehen.

Selbiges gilt für den griechischen Buchstaben Chi, auf welchem das lateinische X optisch basiert. Das Chi hat zahlreiche Funktionen in der Mathematik, Physik und Chemie. Zugleich symbolisiert es aber auch das christliche Kreuz. Aus diesem Grund sprechen wir heute davon, auf Kalendern, Wahlzetteln oder Lottoscheinen „ein Kreuz zu machen“, obwohl wir eigentlich ein X schreiben.

X griechisch

Ferner kann das X-Kreuz auch für Verbote stehen, in dem Sinne, dass etwas optisch durchgestrichen wird. Dies trifft z.B. auf die gelben Kreuze zu, mit denen sich die Menschen im Wendland gegen Atommüll wehren, oder die x-förmigen Haltezeichen an Bahnübergängen. Das X, welches in der Straight Edge-Szene auf dem Handrücken getragen wird, symbolisiert indes den Verzicht auf Rauschmittel. All diese Anwendungen haben keinen okkulten Hintergrund.

X als Signalschild

Im griechischen Alphabet wird das X jedoch „ch“ ausgesprochen. Da gesprochene X ist im griechischen der Buchstabe Xi, welcher aus drei horizontalen Linien besteht. Das Xi ist vom phönizischen Buchstaben Samech abgeleitet, welcher ebenfalls aus drei waagerechten Linien besteht, welche von einer Senkrechten durchkreuzt werden. Dies entspricht dem okkulten Kreuz des Baphomet.

Xi phönizisch

Da das lateinische X zwar optisch dem griechischen Chi entspricht, phonetisch jedoch dem phönizischen Samech, kann in einzelnen Fällen eine okkulte Bedeutung in die Verwendung des Buchstaben X hineingedeutet werden. Es kann zuweilen als Ersatzsymbol für das Dreifachkreuz des Baphomet gesehen werden. Wenn man all die Fälle weglässt, in denen X für etwas Unbekanntes oder als Abkürzung steht, bleiben noch genügend Beispiele übrig, in denen eine okkulte Bedeutung unterstellt werden kann.

Ein solches Beispiel ist der britische X-Club, welcher von November 1864 bis März 1892 existierte. Dem exklusiven Club gehörten 9 Intellektuelle an, allesamt Naturwissenschaftler von gehobenem Stand. Einer von ihnen war der Freimaurer Thomas Henry Huxley (1815-1895), der Großvater von Aldous Huxley, Julian Huxley und Andrew Fieldung Huxley.

Thomas Henry Huxley mit verdeckter Hand.

Thomas Henry Huxley mit verdeckter Hand.

Ein weiteres X mit freimaurerischen Bezügen ist das Andreaskreuz. Gemeint sind hier nicht die bereits erwähnten Haltezeichen an Bahnübergängen, obwohl diese danach benannt sind. Das eigentliche Andreaskreuz bezieht sich auf das Kreuz, an dem der Apostel Andreas gekreuzigt wurde. Nach diesem Apostel sind die Andreaslogen benannt, welche zum Rektifizierten Schottischen Ritus gehören und den Übergang von der Johannesmaurerei zum Inneren Orden bilden. Im Ursprung also ein christliches Symbol, welches von den Freimaurern annektiert wurde.

Andreaskreuz

Am okkultesten ist die Anordnung von drei Xen. Dies kann einerseits für „Sex Sex Sex“ stehen, womit XXX ein üblicher Code in der Pornoindustrie ist. Von da aus ist es nicht mehr weit bis zur „Six Six Six“, der Zahl des Teufels. XXX kann also als 666 gelesen werden. Die Beispiele für eine solche Verwendung sind mannigfaltig, wobei die Grenzen zwischen satanistischer und sexueller Bedeutung durchaus fließend sein können.

Reguläre Altersfreigabe ab 18 (oben) und X-Rating für Schmuddelfilme (unten).

Reguläre Altersfreigabe ab 18 (oben) und X-Rating für Schmuddelfilme (unten).

Ähnlich sieht es mit dem eingekreisten X aus, welches eine Kombination aus X und O ist. Laut Crowleys Schüler Kenneth Grant (1924-2011) handelt es sich dabei um das „Herz des Siegel von Nodens“, welches mit dem Zeichen des Tieres identisch ist. Das eingekreiste X findet sich u.a. in Aleister Crowleys Babalon-Siegel und ist damit ein eindeutig satanistisches Symbol. In der Pop-Okkultur wird das eingekreiste X oftmals in seine Bestandteile XO zerlegt und in dieser Form als Code verwendet.

XO

Die Kombination von zwei Xen kann schlussendlich eine Anspielung auf das Siegel Satans sein, denn bei genauerer Betrachtung beinhaltet dieses ein großes und ein kleines X.