Revelation – Eine NWO-Prophezeiung

von Anton Nymous

„Revelation – Tödliche Prophezeiung“ ist ein evangelikaler Propagandafilm von 1999, der auf das Buch der Offenbarung anspielt. Die Handlung ist im Jahr 2150 angesiedelt, in dem eine Organisation namens O.N.E. die Menschheit scheinbar friedlich in einem Eine-Welt-Staat vereint und alle Atomwaffen vernichtet hat. Ihr Gründer Franco Macalousso (Nick Mancuso) lässt sich als neuer Messias feiern und hat tatsächlich übermenschliche Kräfte. Doch irgendetwas ist faul an dieser neuen Weltordnung.

Der Polizist Therald Stone (Jeff Fahey), welcher seine Frau und Tochter verloren hat, arbeitet zunächst für O.N.E. und untersucht Terroranschläge, hinter denen fundamentalistische Christen stecken sollen. Er hat den Befehl, alle zu eliminieren und keine Gefangenen zu machen. Doch als er sieht, dass die vermeintlichen Terroristen nur singen und beten, gibt er die Anweisung, alle zu verhaften statt sie zu erschießen.

Diese Opferrolle, in der sich die Christen darstellen, ist einfach nur heuchlerisch. Klar sind die meisten Christen friedlich, doch gerade unter den Fundamentalisten gibt es durchaus Terroristen. Man denke nur an die Lord’s Resistance Army in Uganda, militante Abtreibungsgegner in den USA oder rechtsextremistische Amokläufer, die meinen, sie müssten das „christliche Abendland“ vor Juden, Muslimen und Migranten verteidigen. Eine Christenverfolgung, wie sie im Film gezeigt wird, ist dagegen in den USA undenkbar und grenzt daher ans Lächerliche.

Das Ganze wird zudem auf die Spitze getrieben, da bereits eine Entrückung der Gläubigen stattgefunden hat, von der auch Officer Stones Familie betroffen ist. Wenn also Gott all seine Schäfchen zu sich in den Himmel geholt hat, warum befinden sich dann überhaupt noch Christen auf der Erde, die vom Antichristen verfolgt werden? Ein Beweis für Gottes Fehlbarkeit oder einfach nur eine Cinema Sin?

Die realen Satanisten würden jedenfalls nie so handeln, denn sie haben längst das Christentum unterwandert, beherrschen den Vatikan und haben die christliche Rechte bis hin zum Ku Klux Klan gegründet. Der Wolf kommt immer im Schafspelz. Der Antichrist tritt im Film zwar ebenfalls als falscher Messias auf, ist aber zu leicht durchschaubar. Das erste Anzeichen ist dabei schon seine Organisation O.N.E., mit der er impliziert, dass er der einzig wahre Gott ist, während das Christentum mehrheitlich die Dreifaltigkeit Gottes predigt.

Des Weiteren ist der Glaube an Gott verboten, womit sich der falsche Heiland endgültig entlarvt. Und um dem Fass die Krone aufzuschlagen, ist das Logo seiner neuen Weltordnung eine Pyramide mit Auge. Interessanterweise sehen also auch Christen das Zeichen Satans darin, womit sich die Deutung als Auge Gottes in der dreifaltigen Pyramide wohl restlos erledigt hat. Oder haben hier mal wieder nur die Freimaurer ihre Symbole platziert?

Während Officer Stone immer mehr Zweifel an der angeblichen Schuld der Christen kommen, erklärt sich sein Kollege die Wunder, die der Messias vollbringt, durch dessen möglicherweise außerirdische Herkunft. Zwar stellt sich im Verlauf des Films heraus, dass Macalousso tatsächlich der Teufel ist, aber die Alien-Theorie könnte eine unterschwellige Botschaft sein. Denn eines steht fest: Sollte das Buch der Offenbarung tatsächlich als Anleitung für die neue Weltordnung dienen, wird dies wenig mit Dämonen aus der Hölle zu tun haben. Das Blue Beam Project lässt grüßen.

Im Film braucht es dagegen keine technischen Taschenspielertricks. Macaloussos Schergen haben magische Fähigkeiten und können z.B. durch Wände gehen. Sie tragen übrigens allesamt Schwarz, die Farbe des Saturn, was ihre finstere Mission unterstreicht.

Die Handlung wird ebenfalls immer bizarrer. So verschmelzen am so genannten „Tag der Wunder“ Technologie und schwarze Magie. Von einer Christin bekommt Stone eine CD, auf der sich ein Programm für eine virtuelle Realität befindet. Um die CD zu knacken, sucht er einen Computerfreak namens Willie Spino (Tony Nappo) auf, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Rein zufällig war dieser an dem Projekt beteiligt, allerdings nur auf einem niedrigen Level.

Am „Tag der Wunder“ sollen alle Menschen weltweit in die virtuelle Realität eintauchen und bekommen dafür gratis eine VR-Brille. Nachdem Spino seine Brille erhalten hat, müssen er und Stone fliehen, da Macalousso inzwischen nicht nur den zweifelnden Cop tot sehen will. Der Mitwisser soll ebenfalls über die Klinge springen.

Die Flucht führt die beiden zu einer christlichen Untergrundgruppe, welche von Spinos Stiefschwester Helen Hannah (Leigh Lewis) geleitet wird. Stone zweifelt allerdings auch am Christentum und hat die Alien-Theorie seines nunmehr toten Kollegen übernommen. Die Christen wollen ihn natürlich umgehend bekehren, was aber anfangs schwer ist, da Gott weder seine todkranke Mutter gerettet hat noch auf Bitten ein Glas umstoßen kann.

Spino hackt sich derweil in das Programm auf der CD und muss enttäuscht feststellen, dass die virtuelle Welt nur aus einem leeren weißen Raum besteht. In dieser Szene trägt er ein T-Shirt mit der okkulten Zahl 11, welche für Dualität steht. Wann hatte er eigentlich die Zeit, auf der Flucht die Wäsche zu wechseln? Oder soll hier nur angedeutet werden, dass er die Seiten wechseln wird?

Zunächst schäkert er noch mit der blinden Cindy Bolton (Carol Alt) herum, die ebenfalls nicht so recht in ihrem Glauben gefestigt ist. Bevor die beiden die Seiten wechseln, versucht es Macaloussos Scherge jedoch zunächst bei Stone, indem er ihn per Funk mit seiner entrückten Familie reden lässt. Ein Trick, wie ihn schon der T-1000 in „Terminator 2“ angewandt hat. Natürlich fällt der unschlüssige Cop voll darauf herein, will dem Teufel aber dennoch nicht die CD mit dem „Tag der Wunder“-Programm aushändigen. Stattdessen will er ein Virus in die Computer der O.N.E.-Zentrale einspeisen und den „Tag der Wunder“ damit platzen lassen.

Während Stone das O.N.E.-Gebäude infiltriert, probiert Spino das Programm erneut aus. Diesmal steht eine Guillotine in dem weißen Raum, auf der eine Pyramide mit Auge prangt. Irrwitzigerweise verletzt sich Spino tatsächlich am Finger, als er das Fallbeil berührt. Das hat schon fast etwas von „Nightmare on Elmstreet“, in dem sich die im Traum erlittenen Verletzungen ebenfalls in der Realität manifestieren.

Zunächst lässt der Computerfreak die Finger davon und meint, dass nur Satan höchstpersönlich diese virtuelle Realität programmiert haben kann. Er bespricht sich daraufhin mit den anderen, wobei eine Israelfahne im Hintergrund zu sehen ist. Das ist ein interessantes Detail, denn das biblische Armageddon soll sich im Nahen Osten befinden und der Antichrist sollte sich demnach dort aufhalten.

Die Schwarzkutten um Macalousso halten in der Zwischenzeit eine Satansmesse ab, mit brennendem, umgedrehtem Kreuz und allem, was dazu gehört. Damit starten sie den „Tag der Wunder“, bei dem sie auf den Hochmut und die Habgier der Menschen setzen, welche der Antichrist als wahre Werte preist.

Punkt 12 Uhr setzt sich Cindy aus Neugier die VR-Brille auf und kann den virtuellen Raum tatsächlich sehen. Sollte nicht eigentlich Jesus die Blinden sehend machen? Nun, der Zug ist dann wohl abgefahren, Satan ist schneller. Der begrüßt seine neue Anhängerin direkt persönlich und weiß, dass sie die Erste ist. Er spricht also direkt zu ihr und natürlich trägt Cindy ist dieser bedeutenden Szene die Farben Schwarz und Rot.

Nachdem sie sich von Gott losgesagt hat, erhält Cindy von Satan dessen Mal auf dem Handrücken. Wie bereits die Verletzungen manifestiert sich auch die 666 in der Realität.

Als Spino mitbekommt, dass Cindy sehen kann, lässt er sich ebenfalls auf den Teufel ein, um wieder laufen zu können. Jesus hat es mal wieder verpasst, die Lahmen gehen zu lassen und schwupdiwup hat schon wieder einer die Seiten gewechselt. Dabei wollte der Hacker noch kurz zuvor das Programm platt machen. Er hat es sich in weniger als einer Sekunde anders überlegt und plötzlich will er von Helen die Namen und Positionen der anderen Untergrundkämpfer. Als die beiden Überläufer auffliegen, erschießt Spino einen der Christen, während Helen die Flucht gelingt. Anschließend ermordet der eben noch nette Computernerd sogar seinen geliebten Hund.

Stone ist indessen kurz davor, das Computervirus einzuspeisen, lässt sich allerdings von Spino bequatschen, sich den „Tag der Wunder“ anzusehen. Ihm bietet der Antichrist seine entrückte Familie an, doch Stone durchschaut die Illusion.

Keine Illusion ist allerdings, dass alle, die sich nicht durch die dargebotenen Wunder bekehren lassen, sterben werden, wenn sie auf dem virtuellen Schafott landen. Ein ungünstiger Zeitpunkt, um sich vom Christentum bekehren zu lassen.

Man beachte die Baphomet-Geste.

Bevor das Beil fällt, quatscht Satan den neu erwachten Christen aber erst mal zu und offenbart ihm seine Weltherrschaftspläne. Er erwartet, dass die meisten Menschen seine verlockenden Angebote annehmen werden und ist bereit, ihnen alles zu geben, was sie sich wünschen. Alle anderen werden, gefangen im Programm, den Tod finden. So würde Jesus keinen Grund mehr haben, zur Erde zurückzukehren, die dann Satan allein gehören würde.

Doch wie das immer so ist, wenn Bösewichte zu viel labern, rettet die Verzögerung dem Helden das Leben. Seine Freunde befreien ihn in letzter Sekunde aus dem Programm. Um die Spannung noch etwas zu erhöhen, brauchen die Guten verdammt viel Zeit, um das Computervirus in den Rechner des Teufels einzuspeisen. Sie werden von den Sicherheitswächtern Satans gestellt und sollen lebendig verbrannt werden. Aber, welch Wunder, am Ende geht alles gut aus. Das Virus ist nicht mehr aufzuhalten und die gläubigen Christen erweisen sich als feuerfest.

Am Ende wird der „Tag der Wunder“ auf unbestimmte Zeit verschoben und der ewige Kampf Gut gegen Böse geht in die nächste Runde. Der Antichrist ist darüber sehr erbost und hält in Jerusalem eine Hasspredigt zwischen den Säulen Jachin und Boas. Diese sollen wohl das Portal des neuen salomonischen Freimaurertempels darstellen, der in Jerusalem entstehen soll.

Fazit: Der zweite Teil der „Revelation“-Reihe steckt voller Klischees und ist nur schwer zu ertragen. Einerseits handelt es sich zweifelsfrei um evangelikale Propaganda, doch andererseits trägt der Film deutlich die Handschrift der Freimaurer, die ihre Symbole in den korrekten Kontext setzen. Im Prinzip ist es auch egal, ob man die Menschen dazu aufstachelt, dem Antichristen oder dem Christentum zu folgen, da für die geplante Apokalypse beide Seiten gebraucht werden.

Es wäre das Beste, sich keiner Seite anzuschließen, denn wie es scheint, wollen Satanisten, Evangelikale, radikale Zionisten und Islamisten alle dasselbe. Sie glauben an das Armageddon und wollen es absichtlich herbeiführen. Die Offenbarung des Johannes könnte damit zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Solche Filme dienen dazu, die Menschheit darauf vorzubereiten, während irre NWO-Faschisten wie Trump, Bolsonaro und Netanjahu fleißig an der Eskalationsschraube des Nahostkonfliktes drehen. Warum haben die wohl Jerusalem zu Israels Hauptstadt erklärt, obwohl die Stadt im Westjordanland liegt? Vielleicht um die Schlussszene von „Revelation II“ mit dem Antichristen vorzubereiten?

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Ghostbusters II – Vigo, der Antichrist

von Shinzon

Fünf Jahre nach dem ersten Teil kam 1989 „Ghostbusters II“ in die Kinos. Diese Gruselkomödie gestaltete sich nicht minder okkult und apokalyptisch als der Vorgänger. Allerdings sollte diesmal kein extradimensionaler Dämon das Ende der Welt einläuten, sondern der wiederkehrende Geist eines finsteren Fürsten aus dem Mittelalter.

Alles beginnt mit einer Schleimpfütze, die den Kinderwagen von Dana Barrett (Sigourney Weaver) klaut und mitten auf einer belebten Straße abstellt. Es geht also schon mal um finstere Mächte, die ein Interesse an einem Neugeborenen (Will & Hank Deutschendorf) haben. Dieses stammt übrigens nicht von Dr. Venkman, der fünf Jahre zuvor mit Dana angebandelt hat. Der Vater bleibt anonym.

Wenigstens bekommen die Ghostbusters durch diesen Vorfall wieder etwas zu tun. Winston Zeddemore (Ernie Hudson) und Ray Stantz (Dan Akroyd) schlagen sich nämlich mehr schlecht als recht mit Auftritten auf Kindergeburtstagen durch. Doch nicht mal die Kids können den Geisterjägern noch etwas abgewinnen. Wenigstens Egon Spengler (Harold Ramis) hat noch einen passablen Posten am Institut für erweiterte theoretische Forschung. Dieses Institut befindet sich in einem klassischen Gebäude, dessen Eingang von zwei Säulen gesäumt ist.

Dana wendet sich zuerst an Egon, bei dem sie genau richtig ist. Er arbeitet nämlich an einer Theorie, der zufolge menschliche Emotionen Auswirkungen auf das physikalische Umfeld haben. Diese Theorie ist gar nicht mal so abwegig und wird inzwischen sogar von der realen Wissenschaft behandelt. Für die herrschende Elite ist sie auf jeden Fall der Grund, warum sie die Menschheit in Angst, Verzweiflung und Hass hält. Negative Emotionen erzeugen negative Schwingungen und darauf fahren die Satanisten voll ab. Das ist auch der Grund, warum es so viele Kriege, Armut und schlechtes Fernsehen gibt. In diesem Film wird das alles noch eine zentrale Bedeutung haben.

Wo wir schon mal bei schlechtem Fernsehen sind, Venkman moderiert inzwischen eine eigene Sendung, in der allerhand Esoteriker und Weltuntergangspropheten auftreten. Letzterer könnte allerdings recht behalten und spoilert die Zuschauer mit der Information, dass die Welt am Silvesterabend Punkt 0 Uhr untergehen wird. Statt 1989 hätte der Film also ebenso gut 2000 oder 2012 spielen können. Die UFO-Enthusiastin in Venkmans Sendung datiert den Weltuntergang gar auf den 14. Februar 2016, was inzwischen natürlich genauso obsolet ist, wie alle anderen Weltuntergangstermine. Immerhin ist aber zwischen 1989 und 1990 der Ostblock untergegangen, vielleicht wollte Hollywood ja darauf anspielen.

Die nächste Szene spielt in einem New Yorker Kunstmuseum. An der Fassade hängen ein roter und ein blauer Banner, womit wir die Freimaurerfarben schon mal abhaken können. Selbige finden sich noch einmal auf einer US-Flagge und einer Tricolore. Erstere sollte in den USA nicht weiter verwundern, letztere ist jedoch reine Freimaurerdeko.

Zu guter Letzt wären da noch reichlich Sonnensymbole.

Dana Barrett ist vom Orchester in dieses Museum gewechselt, wo sie nunmehr als Restaurateurin arbeitet. Ihr Vorgesetzter ist der aufdringliche Dr. Janosz Poha (Peter McNicol), welcher gerade ein neues Gemälde in der Werkstatt aufstellen lässt. Es ist ein Portrait von Vigo (Wilhelm von Homburg), welches nicht nur sehr lebendig wirkt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes eine Seele besitzt.

Egon sucht in der Zwischenzeit Ray auf, der einen Laden für okkulte Bücher und anderen Esoterikschnickschnack betreibt. Der Laden hat natürlich die Hausnummer 33. Man sieht sie zwar nicht direkt, aber das Gebäude links daneben hat die Nummer 31.

Im Laden gibt es gleich mal eine Pyramide mit Auge und Ray wünscht einem Kunden „viel Spaß beim Hexensabbath“. Als Geisterjäger muss man halt Geister heraufbeschwören, um nicht arbeitslos zu werden.

Das Team von damals ist mit dem Eintreffen von Venkman auch schon fast komplett und natürlich erfährt dieser nun, dass seine alte Flamme erneut Stress mit Dämonen hat. Außerdem holt er ein bestelltes Buch mit dem Titel „Magische Pfade zu Reichtum und Macht“ ab, welches ebenfalls von einer Pyramide mit Auge geziert wird. Noch deutlicher kann man wohl kaum darauf hinweisen, dass so ziemlich alle Reichen und Mächtigen dieser Welt Freimaurer mit einem Hang zum Okkulten sind.

Mit dem Okkulten bekommen die Geisterjäger schon bald genug zu tun. Sie statten Dana einen Besuch ab und untersuchen ihre Wohnung. Als dort alles normal scheint, zeigt die besorgte Mutter ihnen die Stelle auf der Straße, an der der Kinderwagen stehen geblieben ist. Dort schlagen die Instrumente von Egon und Ray endlich Alarm. Irgendetwas muss sich unter der Straße befinden.

In der Nacht beginnen die drei, ein Loch in die Straße zu meißeln. Gerade, als Ray an einem Seil über einem Fluss aus Schleim baumelt, werden sie von der Polizei erwischt und verhaftet. Als sie Ray hochziehen, erwischt dieser eine Stromleitung und legt damit ganz Manhattan lahm. Das dürfte nicht gerade zur Strafmilderung beitragen.

Im Museum wird unterdessen Janosz von Vigos Gemälde angequatscht. Er soll dem moldawischen Fürsten ein Kind beschaffen. Als er sich fragt, warum er das tun soll, schießen Blitze aus dem Antlitz von Vigo auf den Museumsdirektor nieder, der fortan unter Kontrolle des toten Fürsten steht. Bei dieser Szene darf natürlich ein achtzackiger Stern der Ištar in Schwarz/Weiß nicht fehlen.

Janosz weiß natürlich genau, wo er ein neugeborenes Kind finden kann und sucht noch in derselben Nacht Dana heim. Er fragt, ob er ihre Wohnung betreten darf, was diese ablehnt. Dämonen und Vampire sollte man niemals hereinbitten und offensichtlich ahnt sie etwas. Oder ihr ist Janosz schon im Normalzustand zu gruselig. Immerhin kann er den Stromausfall kompensieren, indem er seine Augen als Scheinwerfer benutzt.

Am nächsten Tag beginnt die Gerichtsverhandlung der Geisterjäger. Winston ist dabei nur Gast, aber für die anderen sieht es nicht gut aus. Zumal ihr Anwalt kein geringerer als die Flachzange Louis Tully (Rick Moranis) ist. In seinem Eröffnungsplädoyer weist er gleich darauf hin, dass ihm die Geisterjäger geholfen haben, als er in einen Hund verwandelt war. Und das vor einem Richter, der nicht an Geister glaubt.

Zum Glück befindet sich unter den Beweistücken ein Glas mit dem psychoaktiven Schleim, der unter New Yorks Straßen fließt. Als der Richter Wexler (Harris Yulin) so richtig in Fahrt kommt und den Angeklagten wünscht, er könnte sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen, brodelt es im Einmachglas. Letztendlich explodieren die Geister zweier Hingerichteter aus dem Schleim, welche der Richter selbst einst zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt hat.

Mit diesen alten Bekannten konfrontiert, sieht sich Wexler genötigt, das Urteil aufzuheben und ebenso die einstweilige Verfügung, welche den Geisterjägern die Ausübung ihres Handwerks untersagt. Nachdem sie die beiden Todeskandidaten in ihren Geisterkerker gesperrt haben, sind sie wieder zurück im Geschäft. Janine Melnitz (Annie Potts) bekommt ebenfalls ihren alten Posten als Sekretärin zurück. Mit neuer Brille und Frisur sitzt sie wieder am Telefon und nimmt Aufträge entgegen, die sich mal wieder häufen. Sogar ein neues Logo haben sich die Geisterjäger gegönnt. Der durchgestrichene Geist macht nun eine V-Geste.

Neben der üblichen Geisterjagd experimentieren die Jungs mit dem psychoaktiven Schleim. Sie schreien ihn an, was heftige Reaktionen verursacht, und bringen sogar einen Toaster damit zum Tanzen. Für den ständig herumblödelnden Venkman die Gelegenheit, gleich noch eine V-Geste zu machen.

Nach der kleinen Vorstellung besucht Peter seine Ex Dana im Kunstmuseum, wo ihm Janosz das Bild von Vigo vorstellt. Dana ist vom einstigen Herrscher der Karpaten und Moldawiens weit weniger begeistert und bezeichnet den mächtigen Zauberer als „völkermordenden Wahnsinnigen“. Demnach wäre er für das Geistergenre das, was Dracula für das Vampirgenre ist. Obendrein hat er einen gruseligen Modegeschmack mit lauter Totenköpfen, was aber zu seinem Charakter passt.

Am Abend will Dana mit ihrem Baby baden, aber sie bekommt ungebetenen Besuch vom Blob. Dieser versucht, Klein Donald (im engl. Original Oscar) zu verschlingen.

Da ein Bad in psychoaktivem Schleim nicht so ihr Ding ist, flüchtet Dana in die Wohnung von Peter Venkman. Dort kommt sie aber vom Regen in die Traufe, denn der Schachbrettboden verheißt nichts Gutes.

Am nächsten Tag statten die Geisterjäger erst einmal Vigo einen Besuch ab. Wie ihre Recherchen ergeben haben, lebte Vigo im 15. bis 16. Jahrhundert und erreichte ein stattliches Alter von 105 Jahren. Dabei starb er nicht mal eines natürlichen Todes, sondern wurde vergiftet, erstochen, erschossen, gevierteilt und zerhackt. Offenbar wollte man sicher gehen, dass er auch wirklich tot ist. Vigo wusste also, wie er sich beliebt macht. Kurz vor seinem endgültigen Tod kündigte er jedoch seine Wiederkehr an, um die Menschheit erneut mit seiner Herrschaft zu beglücken.

Von der Fotosession mit Vigo ist Museumsdirektor Janosz Poha wenig begeistert, doch er kann das Eindringen der Geisterjäger nicht verhindern. Vigo kann sich aber sehr wohl selbst um das Problem kümmern. So hypnotisiert er u.a. Ray mit seinem bösen Blick.

Dana wohnt dieser Szene nicht bei, da sie noch in Peters Wohnung weilt. Immerhin konnte sie dort ungestört baden. Als Venkman nach Hause kommt, lädt er die Mutter abends zum Essen ein, während er dem kleinen Donald seine Emanuelle-Sammlung empfiehlt. Ein Pornografiewitz gegenüber einem Neugeborenen ist wieder mal typisch für den pädophilen Sumpf von Hellywood und dieses Baby wird auch noch in ein okkultes Ritual hineingezogen.

Babysitter soll für den Abend Janine spielen, welche in ihrem Leopardenfellmantel und den grünen Handschuhen eine wandelnde Stilsünde ist. Da das Sexkätzchen ein wenig rollig ist, lädt sie Louis ein, sie in Venkmans Wohnung zu begleiten. Es dürfte klar sein, dass die Kombination der beiden nervigsten Charaktere in einer Katastrophe enden muss.

Ray und Egon entwickeln derweil die Fotos des Vigo-Gemäldes. Diese sehen nicht ganz so aus, wie die beiden das Portrait in Erinnerung hatten. Auf den Fotografien ist der Fluss aus Schleim zu sehen, welcher unter New York brodelt. Kurz darauf fangen die Fotos Feuer, während sich die Tür der Dunkelkammer von Geisterhand abschließt. Dank Winstons Einschreiten entkommen Egon und Ray diesem Anschlag ganz knapp.

Während Venkman Dana zum Essen ausführt, begeben sich die anderen drei über einen U-Bahntunnel in den New Yorker Untergrund, um den Fluss des Schleims zu untersuchen. Peters Entscheidung, diesem Trip nicht beizuwohnen, erweist sich als absolut richtig, denn was der Rest des Teams entdeckt, ist nicht gerade appetitlich. Zunächst treffen sie auf eine Galerie abgehakter Köpfe, die vermutlich islamistische Terroristen im U-Bahnschacht hinterlassen haben. Die Altersfreigabe ab 12 ist spätestens an dieser Stelle nicht mehr nachvollziehbar und Eltern sollten ihre Kinder von derartigen Szenen fernhalten.

Der nächste Schock besteht aus einem Geisterzug und so langsam ahnt Egon, dass irgendetwas das Team von seinen Forschungen abhalten will. Kurz darauf entdeckt Ray einen Zugang zum Schleimfluss. Egons Frage, wie viel negative Energie nötig sei, um einen Fluss dieser Größe zu erzeugen, erübrigt sich, denn der Big Apple ist ein Sumpf von Kriminalität und Sünde. Das Ergebnis verschlingt erst einmal Winston und um ihn zu retten, springen auch Ray und Egon in die Glibberbrühe.

Als die drei wieder auftauchen, gehen sich Winston und Ray gegenseitig an die Gurgel. Egon kommt jedoch schnell darauf, dass es an dem Schleim liegt, der geradewegs auf das Kunstmuseum zufließt. Ihre Erkenntnisse müssen sie natürlich gleich Venkman auftischen und zwar beim Essen in einem Nobelrestaurant. Nachdem sie einige Snobs vollgeschleimt haben, werden sie abermals verhaftet und diesmal ist es Peter, der als Unbeteiligter außen vor bleibt. Irgendwie kommen Geisterjäger recht häufig mit dem Gesetz in Konflikt.

Während die Jungs auf dem Weg zum Bürgermeister sind, erwischt Dana die beiden Babysitter Janine und Louis in flagranti. In der Zeit, in der sie auf ihr Baby aufpassen sollten, haben sie gleich selbst eins gemacht. Nebenbei bemerkt nicht unweit eines Schabrettbodens, was einen Hauch von Sex-Magick hat.

Beim Bürgermeister Larry (David Margulies) läuft es unterdessen nicht so prickelnd. Auf die Botschaft, dass sich alle negativen Emotionen der Stadt in einem explosiven Plasma manifestierten, kontert er nur, dass es jedermanns gottgegebenes Recht sei, sich mies zu fühlen und andere wie Dreck zu behandeln. Das bringt den American Way of Life ziemlich präzise auf den Punkt. Nachdem der Bürgermeister sie eiskalt abserviert hat, landen sie diesmal nicht im Knast, sondern in der Klapsmühle. Trotzdem ist dies eine Wiederholung des ersten Teils.

Wirklich reif für die Irrenanstalt ist indes der Museumsdirektor Janosz. Dieser hält gerade eine schwarze Messe vor dem Gemälde Vigos ab und quatscht mit dem künftigen Antichristen. Er schleimt sich regelrecht bei dem alten Schleimpilz ein und bittet ihn, Dana zur Frau haben zu dürfen, nachdem er Vigo deren Baby gebracht hat.

Vigo will Donald keineswegs missbrauchen oder gar opfern, sondern in dessen Körper wiedergeboren werden. Damit wird der satanistische Mythos bedient, Dämonen könnten in Menschen fahren, wobei es sich in der Realität allerdings eher um multiple Persönlichkeitsspaltung handelt. Dennoch beschreibt dieses Szenario sehr gut, was die Elite mit traumabasiertem Mind Control beabsichtigt. Und wo wir schon mal dabei sind, trägt Donald einen Winnie Puh Schlafanzug, was natürlich ein Disney-Erzeugnis ist.

Janosz fackelt nicht lange und zieht los, um das Baby abzuholen. Vigo hat ihm dafür ein paar Superkräfte mit auf den Weg gegeben. Jetzt ist sein Jünger transzendent und kann fliegen. Obendrein trägt er ein extrem schlechtes Mary Poppins Kostüm und kann seine Arme ausstrecken wie Mr. Fantastic.

Dana macht sich sofort auf den Weg ins Museum, wo sie zwischen den Säulen Jachin und Boas mit zwei illuminierten Weltkugeln hindurch muss.

Drinnen liegt Donald bereits auf einem Altar, was bei entsprechendem Hintergrundwissen schon ein ziemlich heftiger Anblick ist. Der schwarz/weiße Reptiloidenstern ist dabei stets präsent.

Die Lage in der Stadt spitzt sich derweil immer mehr zu. Der Fluss aus Schleim steigt immer höher und hüllt das Museum komplett ein.

Auch andernorts bricht sich der Schleim Bahnen. Darunter bei einer Brodway-Show mit dem bezeichnenden Titel „Cannibal Girls“. Das satanisch-rote Pentagramm ist nicht weit.

Direkt gelungen ist dagegen die kleine Botschaft gegen Pelzträger. Ob der Kostümdesigner Peta-Mitglied ist?

Nebenher läuft noch die Titanic an den Docks ein, aber ansonsten sind die Dämonenangriffe eher wenig amüsant.

Zu allem Übel öffnet sich auch noch ein Hellgate und hüllt die Stadt in Dunkelheit.

Die Situation ist inzwischen dramatisch genug, dass der Bürgermeister erneut nach den Geisterjägern rufen lässt. Die kommen aber mit ihren Protonenstrahlern nicht durch den schleimigen Wackelpudding hindurch. Da es sich um negativen Schleim handelt, brauchen die Jungs ganz viel positive Energie und ein Symbol, welches die Massen mitzieht. Ein Blick auf das Nummerschild ihres Ecto 1A bringt die zündende Idee. Wer könnte eher Licht ins Dunkel bringen als die Sonnengottheit Mithras? Gemeint ist natürlich die Freiheitsstatue, welche auf dem Nummernschild in den Farben der Freimaurer abgebildet ist.

Bevor die Statue im wahrsten Sinne des Wortes losgehen kann, wird sie erst einmal mit positivem Romantikschleim besudelt. Wie das dazu führen kann, dass sich die Freiheitsstatue mit einem Joystick steuern lässt, ist natürlich erklärungsbedürftig. Aber hey, es ist nur ein Film. Um die Stimmung etwas zu erheitern, gibt es noch etwas Musik von Sony. Bei so viel Product Placement fragt man sich wirklich, warum es bei der TV-Ausstrahlung noch zusätzliche Werbeunterbrechungen gibt?

Mit der Freiheitsstatue trampeln die Geisterjäger durch Manhattan schnurstracks zum Kunstmuseum. In der Fackel der Statue entzündet sich dabei ein echtes Feuer, mit welchem die Kuppel des Gebäudes durchschlagen wird. Erleuchtungssymbolik, wohin das Auge blickt.

Vigos Geburtstag findet durch diese Aktion ein jähes Ende, dabei war er schon mitten dabei, in Donald zu reinkarnieren.

Bevor es Vigo an den Kragen geht, wird erst einmal sein Jünger Janosz „abgespritzt“. Die Anspielung auf eine männliche Ejakulation ist nicht zu übersehen.

Vigo hat sich indessen aus seinem Bild befeit, ist aber nicht leicht niederzumachen. Fürs Erste schickt er die Geisterjäger zu Boden.

Danach macht er sich an Donald ran und droht, sich mit ihm zu „vereinigen“. Wie herrlich doppeldeutig. Die Schreie des kleinen Nachwuchsschauspielers dürften in dieser Szene durchaus echt sein.

Die Vereinigung wird jäh unterbrochen, als die Massen vor dem Museum anfangen zu singen. Die positive Energie verbannt Vigo zurück in sein Gemälde, wo er endlich seine wahre Natur zeigt. Seine entstellte Fratze zeigt sogar Ansätze von Teufelshörnern.

Abermals hypnotisiert Vigo Ray und ergreift schließlich von ihm Besitz.

Eine ordentliche Spermadusche mitten ins Gesicht beendet den Spuk jedoch.

Draußen vor dem Museum glaubt natürlich Louis, er hätte die Situation gerettet. Immerhin darf er sich freuen, nun zum Team zu gehören.

Dieses staunt nicht schlecht, als es das Bild betrachtet. Dieses zeigt nun die vier Ghostbusters mit Donald. Wie zur Hölle ist denn das passiert?

Am Ende werden die Ghostbusters wieder einmal gefeiert und bekommen auf Liberty Island Standing Ovations. Übrigens, wie ist die Freiheitsstatue eigentlich wieder auf ihren Sockel zurück gekommen?

Fazit: „Ghostbusters II“ steht dem ersten Teil in Sachen Okkultismus und Symbolik in nichts nach. Wieder einmal steht der Weltuntergang bevor, aber diesmal nicht durch die Wiederkehr einer sumerischen Gottheit, sondern durch einen moldawischen Antichristen. Die Einbeziehung eines Babys, wobei es sich ja eigentlich um zwei Kinderdarsteller handelt, ist dabei in hohem Maße besorgniserregend.

Berühmte Schauspieler wurden die beiden später nie. Stattdessen schlugen sie eine Laufbahn als Kampfsportler ein und gründeten eine Martial Arts Schule. Scheinbar haben sie sich den Vigo-Darsteller zum Vorbild genommen, denn der Deutsche Norbert Grupe alias Wilhelm von Homburg war lange Zeit Profiboxer. Zudem spielte er in einigen bekannten Filmen mit, darunter auch 1994 in dem ebenso hochgradig okkulten „Die Mächte des Wahnsinns“.

Metropolis – Klassenkampf in der neuen Weltordnung

von Shinzon

Fritz Langs (1890-1976) Stummfilm „Metropolis“ von 1927 gilt als Meisterwerk der Filmgeschichte. Der Streifen wurde sogar als erster Film in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Dank dem Fund einer Kopie, die 2008 in Buenos Aires gefunden wurden, konnte die 145 Minuten lange Originalversion restauriert werden und feierte am 12. Februar 2010 auf der Berlinale große Premiere. Viel Aufhebens für einen Haufen Freimaurerdreck.

Der Film spielt in der Zukunft und Schauplatz ist die gleichnamige Stadt Metropolis. Die Gesellschaft ist streng in zwei Klassen unterteilt. Während die reiche Elite das Leben an der Oberfläche genießt, müssen die Proletarier tagein, tagaus im Untergrund schuften. Die Ausgebeuteten tragen dabei alle die gleichen Arbeitsklamotten und bewegen sich wie Roboter.

Arbeiterklasse

Der Klassenunterschied wird noch einmal kurz als Text in passender Pyramidenform zusammengefasst. Zudem findet sich darin das Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“ wieder.

Pyramidengesellschaft

An der Spitze der Pyramide haben Arbeiter nix verloren und so wird Maria (Brigitte Helm, 1906-1996) mit ihrer Gruppe von Arbeiterkindern sofort wieder verbannt, als sie mit ihren Schützlingen die Oberfläche besucht. Ihr Einwand, dass diese Kinder die Brüder und Schwestern der Menschen an der Oberfläche sind, wird ignoriert. Nur Freder (Gustav Fröhlich, 1902-1987) ist von ihrem Auftritt sichtlich berührt und verliebt sich in sie.

Maria_1

Die Geste des geschlossen Brustkorbs hat dabei allerdings wohl weniger mit seinen Gefühlen zu tun, als viel mehr mit dem Umstand, dass er als Sohn des Oligarchen Joh Fredersen (Alfred Abel, 1879-1937) gewisse Geheimnisse zu hüten hat.

Freder Brustkorb

Hals über Kopf rennt Freder Maria nach und entdeckt dabei die Welt der Arbeiterklasse. Diese malochen unentwegt für das kapitalistische System. Ihre Arbeit scheint keinem sinnvollen Zweck zu dienen, außer ihnen die Lebensenergie auszusaugen. Bei einem Arbeitsunfall, der das Resultat von Erschöpfung ist, werden die Proletarier dem Moloch geopfert.

Moloch_1

Moloch_2

Moloch_3

Moloch_4

Moloch_5

Mit diesen Eindrücken macht sich Freder auf zu seinem Vater, welcher im neuen Turm zu Babel residiert. Als würde der Anblick dieses Bauwerks nicht schon alles offenbaren, wird noch einmal direkt in Worten auf das alte Babylon verwiesen.

Babel Turm_2

Babel Turm_3

Das Dach des Turmes hat zudem eine Pentagrammform. Auf dem Pentagramm befinden sich drei weitere Etagen bzw. Stufen, welche die ersten drei Grade der Freimaurerei repräsentieren.

Babel Turm Pentagramm

Als Freder seinem Vater von dem Arbeitsunfall erzählt, ist dieser nur in Hinblick auf die Produktion daran interessiert. Die Arbeiter sind Johs Ansicht nach da, wo sie hingehören – in der Tiefe. Sein Sohn sieht daraufhin einen Arbeiteraufstand voraus, aber dem miesen Freimaurer fällt nichts Besseres ein, als seine Hand vor dem Proletariat zu verstecken.

Joh Frederson verdeckte Hand

Freder hat im Gegensatz zu seinem Vater noch einen Rest Anstand und hilft Josaphat (Theodor Loos, 1883-1954), nachdem dieser von Joh gekündigt wurde. Sein Vater lässt ihn daraufhin rund um die Uhr überwachen. Was er dabei feststellen muss, gefällt ihm nicht, denn Freder besucht abermals die Unterwelt der Arbeiterklasse. Die Tür, die er durchschreitet, ist mit einer römischen 5 gekennzeichnet, welche man aber auch als „V“ oder Winkel lesen kann.

Raum V

Hinter der Tür kommt ihm erst einmal eine Rauchwolke entgegen und schließlich erblickt er einen Proletarier, der bis zum Umfallen einer sinnlosen und anstrengenden Tätigkeit nachgeht. Als dieser zusammenbricht, nimmt Freder seinen Platz ein. Er tauscht sein Leben, um die andere Seite kennen zu lernen.

Tausch

Die Agenten seines Vaters kleben ihm bereits an den Fersen. Einer tarnt sich ganz schlecht hinter einer Zeitung mit dem Titel „Metropolis 13“. Schöne Grüße vom Schlangenträger.

Metropolis 13

Die Zahlenspielerei geht auf einem Zettel mit Josaphats Adresse noch etwas weiter. Dieser wohnt im 99. Block, was bereits eine hochgradig satanische Zahl ist. Zudem ist sie ein Mehrfaches von 11, ebenso wie die schlecht versteckte 77.

99 77

Auf der Mütze, die Freder gereicht wird, folgt die nächste Zahlenspielerei. Es ist die 11811. Die 11 steht für die freimaurerische Dualität, die 8 (eigentlich liegend) für Unendlichkeit. Das bedeutet in etwa so viel, dass die Freimaurer an den ewigen Konflikt zwischen Gut und Böse glauben.

11811

Während Freder nun das Martyrium eines Arbeiters kennen lernt, genießt der Arbeiter in Freders Outfit das pralle Leben an der Oberfläche. Doch bevor es mit diesem Handlungsstrang weitergeht, wird eine Nebenhandlung eingeführt. In der nächsten Szene hat der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge, 1885-1955) seinen großen Auftritt. Schon im ersten Bild outet er sich mit der Hand am Hals als Freimaurer. Zudem zeigt sein rechter Handschuh, dass er dem Pfad zur linken Hand folgt. Als Vorwand dient der Verlust seiner rechten Hand, aber wer sich mit Symbolik auskennt, findet selbige immer wieder in der Pop-Okkultur.

Rotwang

Zum Pfad der linken Hand gehören okkulte Strömungen wie der Satanismus und Thelema. Es sollte daher nicht verwundern, dass in Rotwangs Gruselbude das umgedrehte Pentagramm allgegenwärtig ist.

Satanische Cyborgkulisse

Die Roboterfrau unter dem Pentagramm ist Rotwangs Lebenswerk. Auf diese Weise versucht er, Johs verstorbene Frau Hel ins Leben zurück zu holen. Sein Irrsinn geht allerdings noch viel weiter. Im „Maschinen-Menschen“ sieht er den Mensch der Zukunft. Die Cyborg-Agenda ist also keineswegs ein Phänomen des Computerzeitalters, sondern existierte bereits in den 1920ern.

Sexborg

Joh Fredersen bittet Rotwang, ihm einen Plan zu entschlüsseln, den immer mehr Arbeiter mit sich führen. Der Erfinder meint, es handele sich um den Plan alter Katakomben und so stellen die beiden den Arbeitern nach, um herauszufinden, was diese in den Katakomben treiben. Immerhin betrachtet Joh die Proletarier als sein Eigentum und es missfällt ihm, dass sein Besitz ein Eigenleben entwickelt. Grund zur Sorge hat er tatsächlich, denn die Arbeiter treffen sich wie einst die verfolgten Christen im antiken Rom. Maria, welche wohl an Maria-Magdalena angelehnt ist, spielt beim Widerstand die zentrale Rolle.

Untergrundkirche

Direkt zynisch kommt es daher, dass Freder in dieser Szenarie die Geste der Löwenpfote macht. Es scheint fast so, als wollte er sich aufgrund seiner Gefühle für Maria ans Herz fassen, doch in Wirklichkeit bedeutet diese Freimaurergeste, dass er sich eher das Herz herausreißen würde, als die Geheimnisse seiner Loge zu verraten.

Freders Löwenpfote

Maria erzählt den Proletariern indes die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Eine Geschichte, die nicht gut für die Arbeiterklasse ausging.

Turmbau zu Babel_1

Turmbau zu Babel_2

Turmbau zu Babel_3

Doch statt zum Klassenkampf aufzurufen, verlangt Maria nur nach einem Mittler zwischen Hirn und Händen – einem Menschen mit Herz. Als dieser Mittler wird sich natürlich später Freder herausstellen, welcher in dieser Szene bereits einem Messias gleich illuminiert wird. Er erkennt seine Chance und Maria wählt ihn als Mittler sowie als Geliebten.

Freder Illumination

Freders Vater ist davon gar nicht angetan und will Zwietracht zwischen den Arbeiter säen, während Rotwang Marias Gesicht für seinen Androiden will. Zu diesem Zwecke entführt er sie. Bevor er sein Werk vollendet, folgt ein Zwischenspiel. In diesem wird es apokalyptisch und ein Pfaffe weist Freder auf die Hure Babylon im Alten Testament hin, auch bekannt als Frau in Scharlach. Aleister Crowley dürfte seine wahre Freude an diesem Film gehabt haben.

Hure Babylon Buch

Des Weiteren hat der zukünftige Messias in der Kirche eine Begegnung mit den sieben Todsünden, in deren Mitte der Tod steht.

Sieben Sünden

Danach besucht Freder Josaphat, welcher wegen diesem Kontakt kurze Zeit später von dem Gestapo-Agenten abgeholt wird. Der Arbeiter 11811, mit dem Freder seine Kleidung getauscht hatte, kommt hingegen noch mit einer Verwarnung davon und wird an seine Maschine zurück geschickt. Der Umstand, dass Arbeiter Nummern statt Namen haben, nimmt übrigens neben der Gestapo bereits einen weiteren Aspekt des 3. Reiches vorweg.

Auf der Suche nach Maria kommt Freder am Haus des Hexenmeisters Rotwang vorbei und hört dort ihre Hilfeschreie. Er läuft in eine Falle und kann ihr nicht helfen, während der verrückte Professor seinem Androiden Marias Gesicht verpasst. Allerdings geschieht dies nicht auf die drastische Weise, sondern in einem technomagischen Ritual, bei dem Maria unversehrt bleibt.

Das Ganze erinnert ein wenig an das Babalon Working aus dem „Liber AL vel Legis“, bei dem ebenfalls die Hure Babylons erweckt werden soll. In diesem Zusammenhang fallen auch die Initialien von C.A. Rotwang auf. Dreht man die Buchstaben seiner zwei Vornamen um, erhält man die Initialien von Aleister Crowley. Angesichts des im Film praktizierten Okkultismus dürfte dies wohl kaum ein Zufall sein, zumal die beiden Vornamen Rotwangs zu keiner Zeit ausgeschrieben werden.

Verwandlung_1

Verwandlung_2

Man beachte bei diem Ritual weiterhin die Saturnringe um den Körper des Androiden, was einmal mehr auf den satanistischen Hintergrund dieser Geschichte verweist.

Robotisierung

Joh Fredersen benutzt den Androiden mit Marias Angesicht, um die Arbeiter in der Unterwelt zu täuschen und das Lebenswerk der echten Maria zu zerstören. Um diesen diabolischen Plan zu unterstreichen, kokettiert die Maschinenfrau mit der Geste des allsehenden Auges.

Maria Einauge

Am Abend trifft sich die feine Gesellschaft in dem vornehmen Club „Yoshiwara“, um die Ankunft der Hure Babylon zu feiern. Diese zeigt sich zunächst im Sonnenrad und macht anschließend dem Baphomet gleich die Geste „Wie im Himmel, so auf Erden“.

Hure Babylon_1

Hure Babylon_2

Hure Babylon_3

Hellfire Club

Auch während dieses Rituals findet sich wieder die Symbolik des allsehenden Auges.

Augensalat

Außen am Club sind zwei abstrahierte Säulen zu sehen, welche Jachin und Boas repräsentieren. Es handelt sich also um einen freimaurerisch-salomonischen Tempel, in dem die Götzenverehrung zelebriert wird.

Yoshiwara Tempel

Während die High Society dem Ritual frönt, liegt Freder fieberkrank in seinem Freimaurerbett mit Pyramide und fantasiert vom Tod. Damit endet das Zwischenspiel.

Pyramidenbett

Sensenmann

Der letzte Akt beginnt mit der Offenbarung des Johannes. Dies ist keineswegs christlich gemeint, denn in der Apokalypse spielt zunächst der Antichrist die Hauptrolle.

Offenbarung des Johannes

Der Antichrist wird mit der Hure Babylon gleichgesetzt, durch deren Ankunft in der Stadt der Reichen Anarchie ausgebrochen ist. Als nächstes soll die unterirdische Stadt der Arbeiter dran glauben, doch Freder will dies in seiner Rolle des Messias verhindern.

Sein Vater hegt dagegen gänzlich andere Ziele. Er will, dass die falsche Maria die Arbeiter zum Aufstand aufwiegelt, um sie dann gewaltsam unterdrücken zu können. Damit nimmt sie zusätzlich die Rolle eines Chaosagenten ein, ähnlich wie heutzutage Alex Jones, der die Massen gegen den Staat aufpeitscht. Wie sich hier zeigt, ist dieser Freimaurertrick schon fast ein Jahrhundert alt.

Eine weitere Aufgabe der Hure Babylon besteht darin, den Glauben an den Mittler zu zerstören. Damit ist nichts Geringeres gemeint, als die Zerstörung des Christentums von innen heraus, worauf sich die christliche Rechte um Alex Jones ebenfalls bestens versteht.

Freder versucht, die falsche Maria zu entlarven, doch niemand von den Arbeitern hört ihm zu. Immerhin ist er der Sohn ihres Unterdrückers Joh Fredersen. Der wütende Mob schlägt auf ihn ein, tötet seinen einzigen Freund und zieht mit der Hure Babylon in die Revolution. Währenddessen ertönt sogar kurz die französische Hymne in Anlehnung das Blutbad der Jakobiner.

Satanische Revolution

Unterdessen belauscht Fredersen Rotwang, als dieser Maria gerade erklärt, wie er den Oligarchen hintergangen hat. Dieser erkennt seinen Fehler und greift Rotwang an, wobei es Maria gelingt, aus dem Haus des Hexenmeisters zu fliehen. Die entsprechenden Filmsequenzen sind bis heute verschollen, weshalb dieser Teil der Handlung nur in Form von Texttafeln vorhanden ist.

In der nächsten Szene ist die Revolution in vollem Gange, doch die Arbeiter gefährden sich damit nur selbst. Einzig der Wächter der Herzmaschine (Heinrich George, 1893-1946) stellt sich der Revolte in den Weg, bekommt jedoch von Joh Fredersen den Befehl, die Tore zur wichtigsten aller Maschinen zu öffnen, damit die Arbeiter sie zerstören können.

Das Ergebnis der blinden Zerstörungsorgie besteht darin, dass die unterirdische Arbeiterstadt absäuft. Doch dadurch fällt auch in der überirdischen Stadt der Reichen der Strom aus. Nicht nur das Proletariat hat sich mit seinem Verhalten selbst geschadet, sondern auch Joh Fredersen.

Einzig sein Sohn und Maria handeln vernünftig und bringen zunächst die Kinder der Arbeiterklasse an die Oberfläche, um sie vor den Fluten zu retten. Dem Wächter der Herzmaschine gelingt es indessen, die wütenden Massen wach zu rütteln und ihnen zu vermitteln, dass ihre Stadt abgesoffen ist. Nun machen sich plötzlich alle Sorgen um ihre Kinder, die zum Glück schon in Sicherheit sind. Doch als die Massen endlich anfangen zu begreifen, beginnt sogleich die Hexenjagd auf Maria. Natürlich macht der Mob keinen Unterschied zwischen der echten und der falschen Maria.

Durch einen glücklichen Zufall geraten jedoch der Arbeitermob und die Jubeldemo der Reichen aneinander, sodass letztendlich die falsche Maria auf dem Scheiterhaufen landet und verbrennt. Es wird also lediglich eine weitere Maschine zerstört und damit bleibt es den Arbeitern erspart, zu Mördern zu werden. Dennoch ist diese mittelalterliche Hexenverbrennungsszene äußerst bedenklich.

Hexenverbrennung_1

Hexenverbrennung_2

Auf dem Kirchendach findet im Folgenden der finale Kampf zwischen dem Messias und dem Oberschurken Rotwang statt. Natürlich gewinnt der strahlende Held, dem von da an alle Proletarier zu Füßen liegen. Am Tag darauf marschieren die Arbeiter in Pyramidenformation vor der Kirche auf.

Pyramidenmarsch

Der Wächter der Herzmaschine bietet John Fredersen die Hand an, doch dieser schlägt sie aus. Hände und Hirn finden nach wie vor nicht zueinander. Doch der Mittler mit seinem großen Herzen steht schon bereit, um die Verbindung herzustellen. Alles ist wieder Friede, Freude, Eierkuchen – Ende!

Mittler_1

Mittler_2

Fazit: „Metropolis“ ist kein Meisterwerk, sondern von vorne bis hinten Freimaurerpropaganda. Lediglich die Spezialeffekte waren für die damalige Zeit bahnbrechend. Ansonsten ist es einfach nur unheimlich öde, sich zweieinhalb Stunden Stummfilm rein zu ziehen. Natürlich nur, sofern man diese Zeit nicht gezielt damit verbringt, nach Freimaurersymbolen Ausschau zu halten. In der Hinsicht hat man bei diesem Film stets etwas zu tun. Kaum ein moderner Film strotzt heute noch so vor Symbolik wie „Metropolis“.

In der Handlung vermischen sich indes der Turmbau zu Babel, der Aufstieg des Christentums sowie die Erweckung der Hure Babylon und die Apokalypse. Wenn man dabei genauer hinschaut, so stellt man fest, dass das Christentum die Religion für die tumben Massen ist, welche sich leicht manipulieren lassen und am Ende sogar zu mittelalterlichen Traditionen wie Hexenverbrennungen greifen. Auf der anderen Seite ist die Religion der reichen Elite ziemlich offen zu erkennen der Satanismus.

In anbetracht dieser Prämisse ist der letztendliche Schulterschluss zwischen Proletariern und Bourgeoisie umso unglaubwürdiger. Ohnehin ist es nicht erstrebenswert, die Klassengesellschaft aufrecht zu erhalten. Solange es ausgebeutete Arbeiter und privilegierte Eliten gibt, nützt auch ein Mittler nichts, den es heute z.B. in Form von Gewerkschaften gibt.

„Metropolis“ zeigt überdeutlich, dass die Überwindung der Klassengesellschaft kein erklärtes Ziel der Freimaurerei ist. Diese strebt lediglich nach mehr Kontrolle über die Arbeiterklasse, welche durch einen Mittler aus ihren eigenen Reihen erzielt werden soll. In dieser Tradition steht heutzutage auch die SPD, deren Spitzenpolitiker selbst zur Oberschicht gehören, während sie vorgeben, für die Rechte der Arbeiter einzutreten.

Da bekommt man direkt Lust auf eine richtige Revolution. Die Revolution des Proletariats wird in „Metropolis“ jedoch aufs Böseste diffamiert. Die Arbeiter werden als Idioten dargestellt, die am eigenen Ast sägen. Die Wahrheit ist jedoch, dass eine Rebellion nur dann scheitert, wenn sie von Freimaurern angeführt wird. Dies wird im Film durch die Hure Babylon offensichtlich und man darf nicht vergessen, dass auch hinter der französischen Revolution, auf welche der Film anspielt, von freimaurerischen Kräften aus dem bürgerlichen Lager angeführt wurde. Gleiches gilt für die russische Revolution, deren Früchte von dem Hochgradfreimaurer Stalin zertrampelt wurden.

Nie wieder dürfen sich die Massen zu einer Revolution verleiten lassen, die von der Elite gewollt ist. Leider geschieht selbiges aber momentan in der Ukraine sowie im Norden von Syrien und Irak. In beiden Fällen sind es wieder einmal blutige Revolutionen, welche von Faschisten und Terroristen angeführt werden. Wann lernt die Menschheit endlich, dass sich die nächste Revolution gegen die Elite und ihre okkulten Geheimbünde richten muss? Und wann begreifen es die Massen endlich, dass diese Revolution friedlich sein muss?

Historischer Nachtrag: Fritz Lang emigrierte nach Machtergreifung der Nazis erst nach Frankreich und schließlich in die USA. Er wurde jedoch nie von den Nazis verfolgt. Im Gegenteil wurde er von Propagandaminister Goebbels sogar angefleht, sein Können in die Dienste des 3. Reichs zu stellen. Obwohl Langs Werk „Metropolis“ selbst faschistoide Tendenzen aufweist, wollte er sich nicht in seine künstlerische Freiheit hineinreden lassen, die er bis zu seinem Tod 1976 in den USA ausleben konnte.

Ein Großteil der an „Metropolis“ mitwirkenden Schauspieler machte dagegen durchaus Karriere im 3. Reich. Darunter auch Heinrich George, der Vater des heutigen Stars Götz George, welcher u.a. in Werken wie „Hitlerjunge Quex“ (1933) und „Jud Süß“ (1940) mitspielte. Der Hauptstar von „Metropolis“, Gustav Fröhlich, legte ebenfalls eine große Karriere in der NS-Propagandaindustrie hin. Für diese trennte sich Fröhlich sogar, wie bereits Heinz Rühmann vor ihm, von seiner halbjüdischen Ehefrau, die im Exil überlebte.

Wenn man nun bedenkt, dass die Darsteller von „Metropolis“ – abgesehen von den Statisten – durch die Bank weg Freimaurer waren und man dies dem Werk in jeder Szene ansieht, wirkt es einmal mehr unglaubwürdig, dass die die Freimaurer sich heutzutage als Opfer des deutschen Faschismus sehen. Offensichtlich konnten sehr viele von ihnen problemlos unter Hitler Karriere machen. Selbiges gilt auch für Fritz Langs Ex-Frau Thea von Habou, welche 1940 in die NSDAP eintrat.

Dementsprechend war „Metropolis“ trotz unmissverständlicher Freimaurersymbolik im 3. Reich nie verboten. Lediglich die Sowjetunion indizierte den Streifen wegen seiner konterrevolutionären Aussage. Immerhin siegt am Ende die Klassengesellschaft und der erzielte Klassenfrieden durch die freiwillige Unterwerfung der Arbeiterklasse war eher typisch für den Nationalsozialismus. „Metropolis“ diente der NSDAP sogar als Vorbild, weshalb der heutige Hype um diesen angeblichen Klassiker äußerst fragwürdig ist.

Die Neue Filmordnung

In Filmen und Serien wird die neue Weltordnung immer häufiger herbeizitiert. In einigen Fällen gibt es sogar eine Art Weltregierung. Z.B. die „World Organization“ in den „Austin Powers“-Filmen.

Austin Powers_WO

In der Serie „Seaquest DSV“ existiert indes die UEO (United Earth Organization). Der Dreizack im Logo spielt übrigens nicht auf Satan, sondern auf Poseidon an, da sich die Serie um die Erforschung der Ozeane dreht.

Weiterhin gibt es eine „Seaquest“-Episode mit dem Titel „Schöne neue Welt“ („Brave New World“) und in der Folge „Duell der Entdecker“ meint ein Charakter: „Wir leben in einer neuen Weltordnung“.

Seaquest UEO Logo

In „Ich bin Nummer 4“ werden zwei Nerds von einer Gruppe Vampiraliens bedroht. Um nicht getötet zu werden, bieten die beiden den Invasoren an: „Wir machen mit bei eurer neuen Weltordnung“. Dieser Satz ergibt überhaupt keinen Sinn, es sei denn, Hollywood will uns hier bewusst Außerirdische als Drahtzieher hinter der neuen Weltordnung servieren.

Das krasseste Beispiel, das wir finden konnten, ist ein Film mit dem Titel „New World Order“. Darin geht es ganz offensichtlich um den Aufstieg des Antichristen. Es handelt sich also um eine direkte Verfilmung des Buches der Offenbarung.

Zu guter Letzt gibt es noch unzählige Filme, die die neue Weltordnung zwar nicht namentlich nennen, aber deren Umsetzung thematisieren. Dazu gehören u.a. „Equilibrium“, „THX 1138“, „Aeon Flux“ und Romanverfilmungen wie „Things to come“, „Der Report der Magd“ sowie nicht zu vergessen George Orwells „1984“. Die Liste ist derart lang, dass wir an dieser Stelle nicht alle Filme nennen werden. Allerdings werden wir zu einigen Glanzlichtern der NWO-Propaganda separate Filmkritiken veröffentlichen.

Videoanalyse: Disturbed und die neue Weltordnung

Die US-Metalband Disturbed (zu Deutsch „gestört“) coverte 2005 den Genesis-Klassiker „Land of Confusion“. Das dazugehörige Video scheint auf den ersten Blick gleichsam verstörend wie revolutionär, doch wer die Symbolik dahinter versteht, erkennt darin die Verkündung einer neuen Weltordnung.

Gleich zu Beginn des Videos sieht man einen Kometen, der die Ankunft des Antichristen markiert. Diese Szene erinnert wohl nicht zufällig an die Ankunft der Necromonger in „Riddick – Chroniken eines Kriegers“.

1 Komet

Während der Ankunft des Antichristen, welcher erst einmal in Ketten gelegt wird, wütet auf der Erde bereits der dritte Weltkrieg. Man sieht Truppen, die zunächst die Flaggen ihrer Länder tragen, aber letztendlich zu einer Weltarmee (NATO) zusammengeschlossen werden, welche die Bevölkerung unterdrückt.

2 New World Army

Mit ihren Gasmasken erinnern die Soldaten an eines der Gemälde aus dem Denver Flughafen, auf dem des ebenfalls um Krieg und Unterdrückung geht.

3 New World Army

Krieg und Genozid

Krieg und Genozid

Das Logo der satanischen neuen Weltordnung ist ein abgewandeltes Dollarzeichen auf einer Naziflagge. Damit wird zum einen die faschistische Ausrichtung der satanischen neuen Weltordnung verdeutlich…

4 New World Army

…gleichzeitig zeigt das Dollarzeichen aber auch, dass hinter dem Faschismus das Kapital steht. Die Hochfinanz wird durch einen Zigarre rauchenden Klischeekapitalisten dargestellt, der einen freimaurerischen Zylinder trägt, sein linkes Auge durch ein Monokel betont und in einer Szene recht deutlich die M-Handgeste zeigt.

13 Kapitalist

14 Kapitalist M-Hand

Die Hochfinanz kontrolliert offensichtlich alle Länder, von denen auszugsweise Russland, die USA, Großbritannien, Frankreich und Japan gezeigt werden. Die Auswahl erklärt sich wohl damit, dass mit Ausnahme von Japan all diese Länder Flaggen in den Freimaurerfarben Blau/Weiß/Rot haben. An einem Tisch der UN sitzen zudem 6 Vertreter zu einem freimaurerischen Hexagramm angeordnet.

5 Elite

Zu Beginn bekämpfen sich diese Länder noch, was den Antichristen sichtlich freut. Denn letztendlich arbeiten die Faschisten ihm damit in die Hände. Er nutzt die Situation, um sich zum Anführer des Widerstandes auszurufen. Seinen Führungsanspruch verdeutlicht er durch eine erhobene Faust.

7 Antichrist Anführer

In der Einstellung davor flattert kurz ein Zettel mit einem „S“ auf seine Brust, was wohl auf Superman anspielt, zumal es im Text an betreffender Stelle heißt: „Superman where are you now?“ In der Tat ist Clark Kent, ebenso wie der Antichrist in diesem Musikvideo, ein Außerirdischer, der als Sternschnuppe auf die Erde kommt. Beide stellen eine Art falschen Erlöser dar.

6 Antichrist Superstar

Während der Unmut in der Bevölkerung wächst, führend die Nationen weiter Krieg gegeneinander sowie gegen ihre eigene Bevölkerung. Im folgenden Zusammenschnitt werden dabei einige Hauptangriffsziele für den dritten Weltkrieg eingeblendet. Darunter Hong Kong…

8 Angriffsziel Hong Kong

…London…

9 Angriffsziel London

…Paris…

10 Angriffsziel Paris

…New York…

11 Angriffsziel New York

…und Istanbul.

12 Angriffsziel Istanbul

Unter der Führerschaft des Antichristen beginnt eine Rebellion sowohl gegen den Krieg als auch gegen den Faschismus.

15 Erhobene Fäuste

Man sieht, wie sich die Flaggen vor dem UN-Gebäude zur Flagge der faschistischen neuen Weltordnung vereinen, was verdeutlichen soll, dass hinter dem ganzen Konflikt von Anfang an eine Macht gesteckt hat – die Konzerne und die Hochfinanz. Danach scheint der Film rückwärts zu laufen, was wohl den Wiederaufbau nach Kriegsende darstellen soll.

Mit dem Antichristen an der Spitze stürmt der wütende Mob das UN-Hauptquartier in New York.

16 UN

17 Antichrist

Nach dem Sturz des Kapitals regnet es überall Geld. Entweder wird damit auf den Rain Man angespielt oder auf das Ende des monetären Systems.

18 Rain Man

Am Schluss ist zwar der dritte Weltkrieg beendet und die satanische neue Weltordnung besiegt, doch es beginnt sogleich die luziferische neue Weltordnung unter der Herrschaft des Antichristen. Das ist eine sehr wichtige Lehre, denn der Antichrist wird nicht der faschistische Weltdiktator sein, der die Nationen mit Gewalt unterwirft. Der wahre Antichrist wird derjenige sein, der uns scheinbar aus dem Elend erlöst und uns in ein vermeintlich „goldenes Zeitalter“ des Friedens führen wird. Die perfekte Täuschung!

19 Sieg des Antichristen

20 Faust des Antichristen

Die größten Okkultisten: Marilyn Manson – Antichrist und Superstar

von Shinzon

Marilyn Manson wurde am 5. Januar 1969 als Brian Hugh Warner in Canton (Ohio) geboren. Seine Eltern Barbara und Hugh schickten ihn an die Heritage Christian School, eine streng christliche Privatschule. Wie bereits Edward Alexander Crowley kam Brian Warner ebenfalls durch diese religiöse Erziehung früh in Kontakt mit dem Begriff des Antichristen. Und wie Crowley bezeichnete sich auch Warner später gern selbst als Antichrist.

Während seiner Schulzeit dealte er mit unerlaubten Musikaufnahmen und Süßigkeiten, was entsprechende Strafen nach sich zog. Er begann, einen Groll gegen die streng religiöse Schule zu entwickeln, fand zudem Gefallen an Rockbands wie Kiss und eiferte diesen nach. Unter anderem schminkte er sich sogar wie Peter Criss von KISS, woraus sich später sein eigener Stil entwickeln sollte.

Neben der streng christlichen Erziehung erwähnt Manson in seiner Autobiografie „The Long Hard Road Out of Hell“ noch einen weiteren Grund, warum er das Christentum ablehnte. Sein Großvater, der sich nach außen als frommer Christ gab, war in Wirklichkeit ein eifriger Sammler obszöner Pornografien. In den Schubladen seines Opas entdeckte er sogar Aufnahmen von Tierpornographie, was überhaupt nicht mit der christlichen Strenge des alten Sacks vereinbar war. Das Christentum selbst geriet dem jungen Brian daher zur blanken Heuchelei.

Sodomanson

Nach dem Umzug seiner Eltern nach Fort Lauderdale (Florida), besuchte Brian Warner das Broward Community College, wo er Journalismus und Theater studierte. Er begann, Gedichte sowie Kurzgeschichten zu schreiben und war als Musikjournalist beim Magazin 25th Parallel tätig. Er interviewte einige Bands, darunter seine Idole KISS. Allerdings waren diese Interviews eine Enttäuschung für ihn, da ihm laut eigenen Aussagen klar wurde, wie unecht vieles im Musikgeschäft war.

Diese Erkenntnis hielt ihn jedoch nicht davon ab, eine eigene Band zu gründen, mit der er sich zunehmend selbst zum Lakaien okkulter Mächte machte. 1989 gründete er die Gruppe Marilyn Manson and the Spooky Kids, wobei sein eigener Künstlername eine Zusammensetzung aus Marilyn Monroe und dem Massenmörder Charles Manson ist. Laut ihm soll dies die widersprüchliche Natur der Gesellschaft widerspiegeln.

Die anderen Bandmitglieder benannten sich ebenfalls noch Popikonen und Serienmördern. Darunter Madonna Wayne Gacy, was eine Kombination aus der Pop-Diva Madonna und dem Serienmörder und Sexualstraftäter John Wayne Gacy alias Pogo darstellt. Neben solchen Provokationen setzte die Band allerdings von Beginn an auch auf okkulte Symbolik. Bereits auf den Plakaten zu den frühsten Konzerten war z.B. der klassische Baphomet nach Éliphas Lévi abgebildet.

Marilyn Baphomet

Nach der Gründungsphase bekam die Band Unterstützung von Trent Reznor, dem Sänger der Nine Inch Nails. Marilyn Manson hatte ihn während seiner Zeit als Musikjournalist kennen gelernt und konnte 1994 sein erstes Album „Portrait of an American Family“ bei Reznors Label Nothing Records veröffentlichen. Eine anschließende gemeinsame Tour mit den Nine Inch Nails machte Marilyn Manson and the Spooky Kids letztendlich über die Grenzen Floridas hinaus bekannt.

Manson The complete spooky kids tapes

Im Erscheinungsjahr seines Debütalbums machte Marilyn Manson eine weitere prägende Bekanntschaft, als er der Einlandung von Anton Szandor LaVey folgte. Von diesem wurde er zum Ehrenmitglied der Church of Satan ernannt. Zwar distanzierte sich Manson später von dieser Mitgliedschaft und betonte, nie eine Eintrittserklärung unterzeichnet zu haben, aber offenbar verstand er sich dennoch sehr gut mit dem Gründer der Church of Satan und war dessen Gedankengut nicht gerade abgeneigt.

Im Gegenteil benannte er Anton LaVey, neben Friedrich Nietzsche und Aleister Crowley, als seine größte Inspiration und gab wie dieser mehrfach offen zu, dass er das Christentum zerstören wolle. Zitat: „I’ll be remembered as the person who brought an end to christianity.”

lavey-manson

Das Christentum bezeichnete Manson von Anfang an als faschistisch. Auf die Evangelikalen und einige vatikanische Organisationen wie die Jesuiten und Opus Dei mag dies sogar durchaus zutreffen. Doch die haben mit dem, was Jesus einst predigte, rein gar nichts zu tun. Diese pseudochristlichen Institutionen schaden dem Christentum durch ihre radikale Hasspropaganda weit mehr, als es Manson je könnte. Sie bieten im geradezu eine Steilvorlage für seine antichristliche Ideologie, welche mindestens ebenso faschistisch daher kommt. Man könnte fast meinen, beide Seiten arbeiten für dasselbe Ziel und wenn man die finsteren Abgründe des Vatikans und manch Evangelikaler (Stichwort: Bush) kennt, ergibt das alles plötzlich Sinn.

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Neben dieser faschistoid-okkulten Symbolik fällt auf, dass Marilyn Manson für eine lange Phase nie ohne weiße Kontaktlinse im linken Auge auftrat. Diese Symbolik des allsehenden Auges kommt nicht von ungefähr, zeigte sich auf einem späteren Foto doch ein fetter Freimaurerring an seinem Finger. Dieser war dann auch noch im Rot der hohen Freimaurergrade gehalten, wobei allerdings unklar ist, welchen Grad genau er inne hat und wann er welcher Loge beigetreten ist.

Freemanson

Unstrittig ist dagegen, dass Brian Warner ein Hochgradfreimaurer ist. Dies belegt nicht nur der Ring, sondern auch die Geste der verdeckten Hand.

Marilyn hidden Hand

Den großen Durchbruch hatte seine Band jedenfalls mit dem Album „Antichrist Superstar“ im Jahr 1996. Laut seiner Biografie fiel der Band die Arbeit an dem Album sehr schwer, da Manson und seine Freunde während dieser Phase mit allerhand Drogen herumexperimentierten. Im Gegensatz zu Aleister Crowley schaffte Marilyn aber den Absprung und verarbeitete seine Erfahrungen im Album „Mechanical Animals“. Auf dieser 1998 erschienenen Platte finden sich unter anderem Song wie „I don’t like the drugs, but the drugs like me“ und „Coma White“. Musikalisch war es das ruhigste und melodischste Album.

Privat kam Marilyn in diesem Jahr mit der Schauspielerin Rose McGowan zusammen. Diese Beziehung fiel in eine Zeit, in der er sich zunehmenden Angriffen ausgesetzt sah. Der berechtigten Kritik an den okkulten Ausschweifungen Mansons, der schon mal eine Bibel auf einem seiner Auftritte zerriss, folgte 1999 eine wahre Hexenjagd durch die Massenmedien. Nach dem Amoklauf an der Columbine High School wurde nämlich er für die Bluttat verantwortlich gemacht. Dumm nur, dass die beiden Amokläufer gar keine Fans von ihm waren und er in diesem Falle unschuldig war. 2002 äußerte er sich in Michael Moores Dokumentarfilm „Bowling for Columbine“ zu den Vorwürfen.

Musikalisch ging es 2000 mit dem Album „Holy Wood“ weiter, welches wieder eine härtere Gangart an den Tag legte und einen regelrechten Affront gegen die christliche Wertegemeinschaft darstellte. Im Jahr darauf trennte er sich von Rose McGowan, doch seine neue Flamme trat bereits im Video der ersten Singleauskopplung seines nächsten Albums „The Golden Age of Grotesque“ von 2003 auf. In „mOBSCENE“ schwamm Dita Von Teese noch in einem Cocktailglas herum, 2005 heirateten die beiden schließlich. Die Ehe verlief allerdings nicht sehr glücklich und schon am 29. Dezember 2006 reichte Von Teese die Scheidung ein.

Etwas erfolgreicher lief dagegen ein Geschäft, welches Manson 2007 mit der Destillerie Matter-Luginbühl AG in der Schweiz einging. Für diese entwickelte er einen Absinth mit dem Titel Mansinthe. 2008 gewann das Gebräu mit einem Alkoholanteil von 66,6% auf der World Spirits Competition in San Francisco eine Goldmedaille. Eine Auszeichnung für Warners Beitrag zur Alkohol-Agenda und die damit einhergehende Zerstörung von Hirnmasse in Größenordnungen.

Mansinthe

Ebenfalls 2007 hieß es auch wieder: Ein neues Album, eine neue Frau. Die Schauspielerin Evan Rachel Wood hatte im Video der ersten Singleauskopplung „Heart Shaped Glasses“ sogar einige Softpornoszenen mit Marilyn. Die Beziehung der beiden galt einigen als äußerst fragwürdig, da Wood zwar zu diesem Zeitpunkt volljährig war, aber dennoch über 18 Jahre jünger als Manson ist. Zudem lässt der Albumtitel „Eat Me, Drink Me“, welcher eine Anspielung auf „Alice im Wunderland“ ist, nichts Gutes erahnen.

Ein Jahr später plante Manson zudem die Dreharbeiten eines filmischen Denkmals für den pädophilen Autor Lewis Carroll. Bei dem 2010 erschienen Film „Phantasmagoria“ spielte er zugleich die Hauptrolle und führte Regie. Seine zweifelhafte Beziehung ging derweil den Bach runter. 2008 nahm Evan Rachel schon wieder Abstand von dem Schockrocker und trennte sich 2010 endgültig von ihm. Ob dies mit Mansons Bewunderung für Lewis Carroll und dessen drogenverherrlichendes Werk zu tun hatte, ist nicht überliefert.

„Phantasmagoria“ war indes nicht das erste filmische Werk von Marilyn Manson. Bereits für „The Golden Age of Grotesque“ drehte er den grotesken Softporno „Doppelherz“, der in einer Special Edition des Albums erschien. Nebenbei spielte er auch in einigen anderen Filmen mit. Darunter „Party Monster“ von 2003, in dem er zusammen mit dem ehemaligen Kinderstar und Missbrauchsopfer Macaulay Culkin („Kevin allein zu Haus“) auftrat. Culkin trat bereits als Kind in Michael Jacksons Musikvideo zu „Black or White“ auf, womit die Arbeit an der Seite Mansons nicht dessen erster Kontakt zu zweifelhaften Figuren aus der Musikindustrie war.

Doch zurück zu Brian Warner alias Marilyn Manson. Neben seinen musikalischen und filmischen Werken entdeckte er ab 1998 auch sein malerisches Talent. Mit seinen Werken provozierte er bereits in Berlin, wo er u.a. seine Interpretation des Reichstagsbrandes ausstellte. Ein anderes seiner Aquarelle – ein Selbstportrait, welches ihn als Satan zeigt – zierte indes 2004 sein Best of Album „Lest We Forget“.

Lest we forget Satan

Um das Ganze abzurunden, machte er 2005 einen Ausflug in die Welt der PC-Spiele. In „Area 51“ lieh er einem überdimensionierten Grey-Alien in einem Formaldehydtank seine Stimme. Im Spiel wimmelt es von Anspielungen auf Verschwörungsthemen wie die Mondlandung oder Kornkreise, wobei stets der enge Zusammenhang zwischen den Illuminaten und den Grey betont wird.

Area 51 Oberalien

Zuletzt veröffentlichte Marilyn Manson die Alben „The High End of Low“ (2009) und „Born Villain“ (2012). Ein Jahr zuvor hatte bereits Lady Gaga ihr ähnlich klingendes Album „Born This Way“ veröffentlich. Tatsächlich arbeiten die beiden seit ihre ersten gemeinsamen Single „Love Game“ aus dem Jahr 2009 eng zusammen.

Manson & Gaga

In Medienberichten wurden die beiden damals ein „ungleiches Paar“ genannt, was die Fans des ehemaligen Schockrockers zuweilen ähnlich sahen. Seinen ursprünglichen Stil hatte Manson zudem bereits mit dem Album „Eat Me, Drink Me“ verlassen, worunter seine Popularität in der Subkultur ebenfalls stark gelitten hatte. Doch obgleich Marilyn Manson nunmehr im Mainstream angekommen ist, läge nichts weiter von der Wahrheit entfernt, als ihn und Lady Gaga ein „ungleiches Paar“ zu nennen. Beide verwenden in ihren Werken dieselbe satanistische Symbolik und propagieren dieselben diabolischen Ziele der okkulten Elite. Trotz ihrer musikalischen Differenzen ergänzen sie sich perfekt im Hinblick auf ihre zur Schau gestellte Perversion.

Man darf gespannt sein, wie sich die Beziehung von Manson und Gaga weiter entwickelt. Vielleicht ist dies ja der Beginn eines größeren Zusammenwachsens innerhalb der Pop-Okkultur. Denkbar wären auch gemeinsame Auftritte von Beyoncé mit Dummi Borgir oder Rihanna mit Cradle of Filth. In Deutschland könnten sich indessen Lena Meyer-Landruth und der inzwischen kastrierte Unheilig mit Eisregen zusammentun. Satans Legionen weltweit vereint!

Bandflagge

Die größten Okkultisten: Aleister Crowley – Freimaurer und Satanist

von Shinzon

Edward Alexander Crowley wurde am 12. Oktober 1875 in Leamington Spa (England, GB) geboren. Sein Leben begann in einer streng gläubigen Familie, die sich den freikirchlichen Plymouth-Brüdern angeschlossen hatte. Mit ihrer Sittenstrenge und den Bibellesungen erreichten seine Eltern jedoch genau das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigten. Schon früh begann Edward Alexander sich vor allem für das Buch der Offenbarung und den darin beschriebenen Antichristen zu interessieren.

Während die christliche Indoktrination nach hinten losging, blieb das aristokratische Gehabe seiner Eltern dagegen durchaus hängen. Seine Familie berief sich auf eine Abstammung von der bretonischen Familie Quérouaille, die sich während der Herrschaft der Tudors in England niederließ und später im 16. Jahrhundert durch den Dichter Robert Crowley bekannt wurde.

Wirklich aristokratisch war der Beruf seines Vaters Edward Crowley allerdings nicht. Dieser hatte als Bierbrauer die „Crowleys Alton Alehouse“-Kette aufgebaut. Als der Vater 1887 starb, zog der zwölfjährige Sohn mit seiner Mutter nach London. Dort übernahm der Bruder seiner Mutter, der protestantische Fundamentalist Tom Bond Bishop, die Erziehung. Ebenso streng wie die Erziehung daheim war auch der Unterricht an darbystischen Schulen, auf die Edward Alexander geschickt wurde.

Als sich seine Gesundheit verschlechterte, erhielt er zwar christlichen Hausunterricht, doch sein Privatlehrer Archibald Douglas hatte sich insgeheim vom protestantischen Glauben abgekehrt. Douglas freundete sich schnell mit seinem Schüler an und brachte ihn, hinter dem Rücken seiner Familie, mit Tabak, Alkohol, Glücksspiel und Frauen in Kontakt. Für einen Heranwachsenden in der Pubertät, dessen Freiheit massiv unterdrückt wurde, war dieser Einfluss natürlich ein willkommenes Ventil.

Seine Mutter reagierte darauf einmal mehr mit völlig falschen Erziehungsmethoden und schickte Edward Alexander 1888 in ein christliches Internat, wo man versuchte, ihn mit Gewalt zu erziehen. Eine denkbar ungeeignete Idee, um einen Pubertierenden von sexuellen Kontakten zu anderen Kindern des Internats abzubringen. Mit sexueller Aufklärung wäre das nicht passiert, aber dagegen sträuben sich die Fundis bekanntlich noch bis heute.

Im Oktober 1895 begann Edward Alexander Crowley am Trinity College der Universität Cambridge ein Studium der Geisteswissenschaften. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da man seinen Zustand in späteren Jahren nur als „geisteskrank“ beschreiben kann. Noch ging es ihm aber relativ gut und seine Interessen galten dem Schachspiel und dem Bergsteigen. Crowley reiste jährlich in die Alpen und erkletterte 1895 im Alleingang den Eiger. Nebenbei veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „Aceldama“.

Seine Affäre mit einem Kommilitonen im Alter von 22 Jahren brachte ihm indes eine europaweite Polizeifahndung wegen Unzucht mit jungen Männern ein und stieß auch bei seiner Mutter erwartungsgemäß auf Ablehnung. Diese beschimpfte ihn bereits zuvor immer wieder als Antichristen und „Beast“, was letztendlich dazu führte, dass er sich mit dieser Rolle identifizierte und sich selbst als „The Great Beast 666“ bezeichnete.

Selbstportrait Crowleys mit Phallus-Symbolik.

Selbstportrait Crowleys mit Phallus-Symbolik.

Das Erbe seines verstorbenen Vaters, welches er im Alter von 21 Jahren endlich antreten durfte, ermöglichte es Edward Alexander jedoch, sich von seiner Familie unabhängig zu machen. Das Jahr 1896 war allerdings auch in anderer Hinsicht ein bedeutendes Jahr für ihn. Er brach sein Studium ohne Abschluss ab, wandte sich der schwarzen Magie zu und nannte sich fortan keltisierend „Aleister“. Die Silvesternacht 1896 verbrachte er in Stockholm, wo er sich bereits derart stark mit dem Antichristen identifizierte, dass er sein Leben in dieser Nacht endgültig der dunklen Seite widmete.

Nicht die okkulten Lehren selbst hatten ihn auf diesen Weg geführt, sondern die Strenge seiner religiösen Erziehung, der ewige Hass seiner Mutter sowie die Unterdrückung seiner freien Persönlichkeitsentfaltung durch die prüde Gesellschaft. Das sollte den heutigen Evangelikalen, die ihren Kindern jeden Spaß verbieten, doch sehr zu denken geben. Ohne deren einengende Ideologie wäre der Satanismus für Jugendliche gänzlich unattraktiv.

Im Falle von Crowley waren die Auswirkungen des christlichen Fundamentalismus besonders krass. Er wandte sich ohne Umschweife direkt dem Satanismus zu. Er las das „Buch der schwarzen Magie“ und begann eine Korrespondenz mit dessen Autor Arthur Edward Waite (1857-1942), einem Okkultisten, Freimaurer und Rosenkreuzer. Waite verfasste einige Schriften über Hellsehen, Kabbalah sowie Alchemie und war der Miterfinder der heute üblichen Tarotkarten.

Arthur Edward Waite

Arthur Edward Waite

Wie prägend der Kontakt zu Waite für Crowley war, zeigte sich u.a. an dem eigenen Tarotkartensatz, den er später entwickelte. Ob es nur Zufall ist, dass Crowleys Tarot 1942 erschien, dem Jahr, in dem Arthur Edward Waite starb?

Crowley Tarot

Politisch wurde Aleister Crowley in der Zwischenzeit bei den Jakobiten aktiv, die das Haus Stuart auf den britischen Thron zurück befördern wollten. Es ist dabei unklar, ob Crowley ein Monarchist war oder das katholische Haus Stuart aus religiösen Gründen gegen das herrschende Könighaus unterstützte, welches bis heute anglikanisch ist. Weiterhin unterstützte er die ebenfalls katholischen sowie absolutistischen Carlisten in Spanien, welche gegen die liberalen und später republikanischen Kräfte kämpften. Entweder war Crowley ein entschiedener Fortschrittsgegner oder er wusste schon damals über die scheinheiligen Abgründe der katholischen Kirche bescheid.

Seine okkulte Karriere setzte er indes ab 1898 im Hermetic Order of the Golden Dawn fort. In den Orden gelangte Crowley über den Chemiker George Cecil Jones, an den ihn dessen Kollege Julian L. Baker verwiesen hatte. An Baker hatte sich Crowley zuvor gewandt, um ihn nach der „inneren Kirche“ zu fragen, von der er in den Werken des Okkultisten Karl von Eckartshausen gelesen hatte. Im Golden Dawn schien er diese „innere Kirche“ gefunden zu haben.

Golden Dawn Kreuz

Golden Dawn Kreuz

Crowleys Logenname lautete fortan Perdurabo (‚Ich werde ausharren bis zum Ende‘) und er durchlief die ersten drei Grade innerhalb kürzester Zeit vom Dezember 1898 bis Februar 1899. Nebenher veröffentlichte er seinen pornografischen Gedichtband „White Stains“.

1899 lernte der Schnellaufsteiger Allan Bennett kennen, mit dem er ritualmagische Übungen des Ordens praktizierte. Crowley ließ Bennett sogar bei sich wohnen, worauf dieser im Gegenzug zu Aleisters persönlichem Lehrer des Okkulten wurde. Gelehrt hat Bennett ihn jedoch vor allem den Konsum von Opium, Kokain, Morphium, Äther und Chloroform, indem er ihm weis machte, es gäbe eine Droge, die ihm „den Schleier hinter der Welt der Dinge zeige“. Gegen sein Asthma wurde Bennett zudem von den Ärzten Heroin verschrieben, mit welchem Crowley ebenfalls schnell in Kontakt kam. Er sollte bis zu seinem Lebensende heroinsüchtig bleiben.

1900 trennten sich die Wege von Crowley und Bennett wieder, da Letzterer aufgrund seines Gesundheitszustandes nach Ceylon (heute Sri Lanka) zog. Crowley verschlug es indes nach Schottland, wo er ins Boleskine House am Strand von Loch Ness zog und sich fortan Laird of Boleskine nannte. Lange nach seinem Tod wurde sein Anwesen von Jimmy Page, dem Gitarristen von Led Zeppelin, gekauft und restauriert.

Während sich Aleister Crowley in Schottland einrichtete, lief es für ihn im Londoner Golden Dawn nicht wirklich gut. Dessen Mitglieder verweigerten ihm den Aufstieg in den fünften Grad, dem Adeptus Minor, aufgrund seiner homosexuellen Erfahrungen. Im Januar 1900 besuchte Crowley daraufhin MacGragor Mathers, den Gründer des Golden Dawn in Paris, welcher die Einführungszeremonie in den fünften Grad vornahm. Der Londoner Ordenszweig erkannte diese Weihe jedoch nicht an und schloss Mathers sogar aus dem Golden Dawn aus.

Nachdem Crowley versuchte, im Namen Mathers’ die Kontrolle über den Golden Dawn zu erlangen und daraufhin ebenfalls vor die Tür gesetzt wurde, schien er drei Jahre später dessen homophobe Vorwürfe entkräften zu wollen. Zumindest wäre dies eine Erklärung für seine unglückselige Ehe mit der verwitweten Rose Edith Kelly, welche er am 11. August 1903 heiratete.

Während ihrer siebenmonatigen Hochzeitsreise um den halben Globus machten die beiden u.a. in Kairo halt, wo Rose am 8. Februar 1904 bei einer Geisterbeschwörung ihre medialen und hellseherischen Fähigkeiten entdeckt haben soll. Sie bat ihren Mann darum, den Gott Horus anzurufen, den sie auf der Stele des Anchefenschons im Boulak-Museum gesehen hatte. Zufällig trug das Exponat die Nummer 666, was Crowley als Omen wertete.

Pharao Crowley

Auf Weisung seiner Frau, die Horus’ Botschafter Aiwass zu channeln glaubte, fand er sich an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils um 12 Uhr in einem Apartment nahe dem Boulak-Museum ein. Am 8., 9. und 10 April 1904 soll ihm dort von Aiwass das „Liber AL vel Legis“ („Buch der Gesetze“) diktiert worden sein. Dieses Buch, in welchem Crowley in Anlehnung an Helena Petrovna Blavatsky ein neues Zeitalter verkündete, zählt zu seinen bedeutendsten Werken.

Gleichzeitig ist es aber auch eines seiner abscheulichsten Werke, da der darin gepredigte Sozialdarwinismus große Gemeinsamkeiten zur Ideologie Adolf Hitlers aufweist. Unter anderen spiegelt sich dieses Denken in folgenden Sätzen wider: „Zertrete die Verdammten und Schwachen, so will es das Gesetz der Starken.“, „Sei stark, Mensch!“ oder der Grundsatz des modernen Satanismus: „Es gibt kein Gesetz außer: Tu was du willst!“.

Das „Liber AL vel Legis“ mag durchaus berechtigt als ein Fundament des Faschismus gelten, obgleich es in erster Linie die Basis für Crowleys eigene Lehre der Thelema bildete. Der Unterschied zwischen thelemischer Ethik und faschistischer Ideologie ist jedoch marginal. So verdammte Crowley in seinem Buch jede Form von Mitleid, während er Krieg für bewundernswert hielt. Die Demokratie lehnte er als „ekelerregenden Kult der Schwäche“ ab und hielt dem in 220 Versen seine eigene Vorstellung von der Evolution des Menschen entgegen.

Von seinen eigenen Lehren beflügelt, gründete Crowley 1907 seine erste eigene Geheimgesellschaft Astrum Argenteum (den „Orden des Silbernen Sterns“), in welcher er die Selbsteinweihung sowie den Hass des Ichs lehrte. Das Gradsystem entlehnte er beim Golden Dawn, dessen Rituale er zwei Jahre später in zehn Bänden der Zeitschrift „The Equinox“ jeweils zur Sommer- und Wintersonnenwende veröffentlichte. Dies brachte ihm natürlich den Zorn des Golden Dawn ein, aber auch den Respekt von zahlreichen Winkelmaurern und Okkultisten.

Wie diese Beispiele zeigen, trug die Beziehung zwischen Aleister und Rose in Hinsicht auf sein okkultes Wirken einige verdorbene Früchte. Doch Rose’ Ehe mit dem drogensüchtigen Satanisten stand nicht wirklich unter einem guten Stern. Ihre 1904 geborene erste Tochter Lilith, benannt nach der sumerischen Göttin und Dämonin, starb 1906 in Rangun an Typhus. Erst die zweite Tochter von Aleister und Rose, die 1907 geborene Lola Zaza, überlebte ihre Eltern. Deren Ehe wurde 1909 geschieden und zwei Jahre später, am 27. September 1911, wurde Rose geistig umnachtet in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Dies kann als Spätfolge ihrer Ehe mit Crowley angesehen werden, da der Grund für ihren geistigen Verfall im Missbrauch von Drogen und Alkohol lag.

Grund für die Scheidung dürfte mitunter Crowleys Bekanntschaft mit Victor Benjamin Neuburg gewesen sein, den er 1908 kennen lernte und in magischen Praktiken unterrichtete. Dies war jedoch nicht das einzige, worin er Neuburg einige Lektionen erteilte. Er weihte seinen Schüler überdies in homosexuelle Ritualpraktiken ein, wobei Crowley stark sadomasochistische Elemente mit einbezog. Ende 1909 reisten Crowley und Neuburg nach Nordafrika. Vom 23. November bis 19. Dezember wanderten die beiden durch Marokko, wo sie eine henochische Anrufung des englischen Mystikers John Dee (1527-1608) vollzogen.

Eine weitere Bekanntschaft machte Crowley zwischen 1910 und 1912 mit dem deutschen Freimaurer und Theosophen Theodor Reuß (1855-1923), welcher zu dieser Zeit den Ordo Templi Orientis gründete. 1912 wurde Crowley von ihm beauftragt, die englische Sektion des O.T.O. aufzubauen, welche den Namen „Mysteria Mystica Maxima“ erhielt. Zudem weihte Reuß ihn in seine Techniken der Sexualmagie ein, für welche der O.T.O. noch berüchtigt werden sollte.

Theodor Reuß in Freimaurerkluft.

Theodor Reuß in Freimaurerkluft.

Anfang 1914, als Crowley bereits den 11. Grad innerhalb des von ihm mitbegründeten O.T.O. erreicht hatte, erprobte er einige der sexualmagischen Praktiken an seinem Freund Victor Neuburg. Mit diesen homosexuellen Operationen sollten Merkur und Jupiter angerufen werden, um einerseits Weisheit und Inspiration zu erlangen sowie Geld aus dem Nichts herbei zaubern zu können. Letzteres hatte wohl damit zu tun, dass Aleister das restliche Vermögen seines Vater in diesem Jahr verjubelt hatte.

Andererseits waren derartige Rituale auch Ausdruck seiner fortgeschrittenen Geisteskrankheit. Diese äußerte sich auch in den sadomasochistischen Ausschweifungen des so genannten „The Paris Workings“. Im Februar 1914 beendete Neuburg ihre Beziehung laut einem Biographen aus dem Grund, dass Crowley sich bei Streitigkeiten schnell im Ton vergriff und Neuburgs jüdische Familie zum Anlass nahm, ihn zu beleidigen. Zudem hatte Crowley ihm bei den sexualmagischen Ritualen so sehr zugesetzt hat, dass Neuburg auch in dieser Hinsicht nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte.

Neben der Frage nach seiner geistigen Gesundheit stellt sich angesichts dessen auch die Frage, ob Aleister Crowley tatsächlich bisexuell war? Denn Liebe schien ihm als Satanisten völlig fremd zu sein. Seine zahlreichen Sexualpartner/-innen bedeuteten ihm dementsprechend herzlich wenig, sondern waren ihm nur Mittel zum Zweck. Möglicherweise nutzte er seine Affären mit Männern lediglich zu Ritualzwecken und um sich gegen die homophoben Moralvorstellungen der christlichen Fundamentalisten zu stellen.

1914 sollte jedoch nicht nur Aleisters Beziehung zu Victor Neuburg ein Ende finden. Der gesamten Welt drohte mit Beginn des ersten Weltkrieges der Zusammenbruch. Crowley hielt sich bei Kriegsaubruch in der Schweiz auf und reiste umgehend zurück, um sich den britischen Geheimdiensten anzudienen. Diese lehnten ihn jedoch ab, was ihn wohl dazu bewogen hat, später antibritische Artikel in diversen Zeitungen zu veröffentlichen. 1917 wurde daraufhin der britische Hauptsitz des O.T.O. in London von der Polizei durchsucht.

Möglicherweise war seine antipatriotische Propagandatätigkeit für das Deutsche Reich aber auch nur Tarnung. Denn wie der Historiker Richard B. Spence herausfand, war Crowley an britischen Spionageaktionen in den USA beteiligt und arbeitete wahrscheinlich doch mit dem SIS (Secret Intelligence Service, später MI6) zusammen. Sein fünfjähriger Aufenthalt in den USA, während dem Crowley die US-Staatsbürgerschaft erhielt, hatte allerdings auch noch andere Gründe.

In den Vereinigten Staaten lernte er seine „Scharlachfrau“ Jeanne Foster kennen, die ihm einen Sohn gebar. Am 6. Oktober 1915 reisten die beiden zur Weltausstellung nach San Francisco und trafen sich im Anschluss am 19. Oktober mit dem Astrum Argenteum-Mitglied Achad in Vancouver. Ihre Reise ging weiter nach Point Loma, wo Aleister Crowley sich mit der Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft in Amerika, Katherine Tingley, treffen wollte, um ihr eine Zusammenarbeit mit seinem Astrum Argenteum Orden anzubieten. Tingley verweigerte ihm jedoch die Audienz und als er erbost nach New Orleans abreiste, verließ ihn obendrein noch seine Frau, weil diese seine Analsexpraktiken nicht mehr ertragen konnte.

Kaum war diese Beziehung zu Jeanne Foster beendet, machte Crowley sich an die Frau des indisch-englischen Kunsthistorikers Ananda Kentish Coomaraswamy heran. Er unterzog Alice Richardson, welche unter dem Pseudonym Ratan Devi als Sängerin bekannt war, diversen Praktiken von Sexualmagie, woraufhin sie schwanger wurde. Als ihr Mann sie mit auf eine Schiffsreise nahm, auf der sie eine Fehlgeburt erlitt, griff Crowley ihn scharf an und scheute dabei nicht einmal rassistische Beleidigungen wegen Coomaraswamys indischer Herkunft.

Im Sommer des Jahres 1916 weihte sich Crowley in den vorletzten Grad des Golden Dawn, den Grad des Magus, ein. Dazu hielt er im Juni ein schwarzmagisches Ritual ab, mit welchem die Überreste des vergangenen Äons entsorgt und dessen sterbender Gott gebannt werden sollte. Abgesehen von solchen wahnhaften Phantasien war Crowleys Amerikaaufenthalt aber alles in allem nicht gerade von Erfolgen gekrönt. Lediglich während der vorübergehenden Leitung der Zeitschrift The International im Jahr 1917 konnte er mittels Artikeln, Gedichten und Erzählungen ein wenig Werbung für seine Thelema-Religion machen.

1918 traf Crowley in New York auf Harvey Spencer Lewis, was ihm die Zeit in den USA doch noch etwas versüßte. Lewis Geheimorden AMORC („Antiquus Mysticusque Ordo Rosæ Crucis“, oder zu Deutsch „Alter und mystischer Orden vom Rosenkreuz“) berief sich sowohl auf die Tradition der Rosenkreuzer als auch Crowleys Ideale „Do what you wilt!“ und „Love ist the law, love under will.“ Lewis schmeichelte Crowley sogar derart, dass er behauptete, diese Regeln wären angeblich klassische Rosenkreuzergesetze.

In Sachen Sex kam Crowley im gleichen Jahr mit der Lehrerin Leah Hirsig zusammen, die ihn zusammen mit ihrer Schwester Alma in Manhattan aufgesucht hatte. Leah wurde seine neue „Frau in Scharlach“ und wenig später gebar sie die gemeinsame Tochter Anna Leah. Zusammen mit seiner neuen Familie kehrte Aleister 1919 zunächst nach England zurück und siedelte ein Jahr später nach Cefalú auf Sizilien (Italien) um.

Leah Hirsig vor einem Gemälde von Crowley.

Leah Hirsig vor einem Gemälde von Crowley.

In Cefalú mietete Crowley ein Haus, in dem er die Abtei Thelema gründete. Diese führte er wie ein Sektenguru, dem alle hörig und sexuell gefällig sein mussten. Darüber hinaus mussten alle Abteimitglieder ein magisches Tagebuch führen, welches sie Crowley regelmäßig vorzulegen hatten. Während die Frauen zu Repräsentationen der „Frau in Scharlach“ verkleidet wurden, mussten sich die Männer ihre Köpfe bis auf eine Phalluslocke kahl scheren. Diese Stirnlocke stand zum einen für die magische Kraft von Horus, zum anderen für die Hörner des Pan. Die Gestalt des Pan gilt dank Crowley bis heute als Symbol der Pädophilie und man ahnt bereits, welches Martyrium möglicherweise Kinder in Crowleys Thelema Abtei durchmachen mussten.

Am 14. Oktober 1920 starb z.B. die kleine Anna Leah noch vor ihrem ersten Geburtstag unter ungeklärten Umständen. Obgleich die hygienischen Zustände in der Abtei katastrophal waren, wirft ihr Tod die Frage nach rituellen Kindstötungen auf. Derartige Abscheulichkeiten sind im Satanismus keineswegs unüblich. Bekräftigt wird der Verdacht durch den Tod Raoul Lovedays, welcher ebenfalls in Crowleys Abtei starb, nachdem er bei einem satanistischen Ritual das Blut einer geopferten Katze trinken musste. (Als alternative Todesursache wird auch angegeben, dass er danach aus einem unsauberen Fluss in der Gegend trank und sich dadurch eine Infektion zuzog.) Lovedays Witwe Betty May verklagte den Thelemagründer daraufhin mit Erfolg und wandte sich an die britische Presse.

Es gab in der Abtei Thelema, neben zahlreichen Tieropferungen, also mindestens zwei menschliche Todesopfer, von denen eines Crowleys eigene Tochter war. Zur Frage nach dem rituellen Kindesmissbrauch sowie Kindstötungen liest sich folgendes Zitat des Gurus wie eine Bestätigung: „Für die höchste spirituelle Arbeit muss man dementsprechend das Opfer wählen, das die größte und reinste Kraft in sich birgt. Ein männliches Kind von vollkommener Unschuld und hoher Intelligenz ist das befriedigendste und geeignetste Opfer.“ In wie weit er diese ekelhaften Phantasien tatsächlich auslebte, wäre eine interessante Forschungsaufgabe für Historiker.

Während seiner Zeit in Cefalú schrieb Crowley, der inzwischen täglich drei Gran Heroin verbrauchte, nebenbei auch seinen Roman „Tagebuch eines Drogenabhängigen“, der 1922 erschien. Doch im Gegensatz zu anderen autobiografischen Werken wie „Die Kinder vom Bahnhof Zoo“ rechnete er keineswegs mit dem Heroin ab, sondern rief im Gegenteil zum hemmungslosen Drogenkonsum auf.

Im selben Jahr kamen in Italien die Faschisten an die Macht und scheinbar durch Zufall machte Aleister Crowley gerade in Rom Zwischenstopp, als dort Mussolinis Schwarzhemden einmarschierten. Ein Triumph war dies jedoch nicht für ihn, denn obwohl die Faschisten sein sozialdarwinistisches Weltbild teilten, hatten sie eine gespielte Abneigung gegen Geheimbünde. Diese wurden, mit Ausnahme der Propaganda Due und vatikanischer Orden, allesamt verboten. Dementsprechend wurde Crowley am 23. April 1923 des Landes verwiesen. In seinem tunesischen Exil verfasste er eine Gedichtsammlung mit dem Titel „Songs for Italy“, welche sich gegen das Mussolini-Regime richtete.

1923 verstarb zudem Aleisters Freund Theodor Reuß, der bereits im Jahr zuvor aus gesundheitlichen Gründen alle Ämter beim Ordo Templi Orientis niedergelegt und an Crowley übergegeben hatte. Seine Nachfolgeregelung konnte er jedoch nicht durchsetzen, da in Deutschland eine gewisse Abneigung gegen Crowleys Lehren herrschte. Die Kontrolle über den deutschen O.T.O. übernahm daraufhin der Theosoph Heinrich Tränker (1880-1956).

Im Sommer 1925 veranstaltete schließlich die deutsche Rosenkreuzerbewegung, zu welcher der deutsche O.T.O. gehörte, eine Konferenz im thüringischen Weida, auf der ein neuer Leiter gewählt werden sollte. Tränker und Konsorten luden dazu auch Crowley ein, der zusammen mit Leah Hirsig aus Paris anreiste, wo er sich inzwischen niedergelassen hatte. Tränker sollte diese Einladung später noch bereuen.

Crowley glaubte sich zu dieser Zeit bereits in der Rolle des Retters der Menschheit sowie des Verkünders einer neuen religiösen Botschaft. Er verglich sich sogar mit dem von der Theosophischen Gesellschaft erwarteten Weltlehrer Maitreya, wobei er sich von der „Weißen Bruderschaft“ legitimiert sah. In Weida verfolgte er schließlich den Plan, sich von Deutschland ausgehend zum Weltheiland ausrufen zu lassen. Vergleichbare Allüren hatte zur selben Zeit auch schon ein gewisser Österreicher, der ähnliche Pläne in Deutschland hegte und dabei leider mehr Erfolg hatte.

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Crowley schaffte es dagegen lediglich, die Rosenkreuzer zu spalten. Einige erkannten ihn als internationales Oberhaupt an und unterschrieben seine Ermächtigung zum Weltlehrer. Als „Bruder Baphomet“ übernahm er die Leitung des O.T.O. und denunzierte Heinrich Tränker, nachdem dieser seine Unterstützung kurz nach der Weida-Konferenz zurückgezogen hatte. Obendrein führte das Zerwürfnis zur Auflösung von Tränkers Pansophischer Loge, aus der jedoch die Fraternitas Saturni („Bruderschaft des Saturn“) hervorging. Tränker bezeichnete Crowley fortan als Judas und soll 1928 alle Freimaurerlogen dazu aufgerufen haben, den selbsternannten Weltlehrer zu verhaften, sofern dieser jemals wieder nach Deutschland einzureisen versuche.

In Deutschland wurde dem Thelemagründer im darauf folgenden Jahrzehnt aber ohnehin einmal mehr die Show gestohlen. Zuvor verkündete er noch, dass derjenigen Nation die Weltherrschaft zufallen würde, die sein Buch „Liber Legis“ zum Staatsgrundsatz erklärt. Deutschland machte aber stattdessen Hitlers „Mein Kampf“ zum Staatsgrundsatz. Satan kann schon ein ziemlicher Arsch sein, wenn er seine Jünger gegeneinander ausspielt…

Es verhält sich nicht gerade so, dass unter den okkulten Geheimgesellschaften perfekte Harmonie herrschen würde. Oft waren und sind sie sich untereinander überhaupt nicht grün. So begrüßten es auch die Theosophen keineswegs, dass Crowley sich als ihr Weltlehrer präsentierte. Als solchen hatte Blavatskys Esotruppe bereits den Inder Jiddu Krishnamurti (1895-1986) auserkoren. Krishnamurti und Crowley waren sich spinnefeind, obgleich es keiner von beiden zum Weltlehrer schaffte. Zumindest erlangte Crowley jedoch durchaus die größere Popularität.

Der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Am 17. März 1929 wurde Aleister Crowley wegen angeblicher Spionage aus Frankreich ausgewiesen, womit er bereits in drei Ländern höchst unwillkommen war. Nach Deutschland kehrte er allerdings noch mehrfach zurück. So heiratete er im August 1929 in Leipzig seine nächste „Scharlachfrau“, die aus Nicaragua stammende Maria Theresa de Miramar. Mit der Heirat bekam diese die britische Staatsbürgerschaft und noch im selben Monat zogen die beiden nach Kent, wo sie sich in einem Landhaus niederließen.

1930 zogen die zwei wieder zurück nach Deutschland, wo Crowley seine zweifelhaften Kunstwerke ausstellen wollte. Nachdem sich Aleister in Berlin in die gerade einmal 19-jährige Künstlerin Hanni Jaeger verliebte, landete seine zurückgelassene Ehefrau Maria Theresa in einer Nervenheilanstalt. Crowley hatte ein wahres Talent, seine Frauen um deren geistige Gesundheit zu bringen.

Mit Hanni reiste er indes nach Lissabon, wo diese ihn jedoch verließ und nach Deutschland zurückreiste. Möglicherweise inszenierte er ihretwegen seinen Suizid in der Nähe von Cascais, wobei ihm der portugiesische Dichter Fernando Pessoa half. Der französische Esoteriker René Guénon mutmaßte dagegen in einem Brief an den italienischen Rassentheoretiker Julius Evola, dass Crowley mit dem fingierten Selbstmord die Absicht verfolgte, in die Rolle von Hitlers okkultem Berater zu schlüpfen.

Tatsächlich verweilte der satanistische Weltlehrer bis Mitte 1932 in Berlin, wo er jedoch zunächst unangenehme Bekanntschaft mit einem SA-Schlägertrupp machte. Am 3. August 1931 hatte Crowley schon wieder eine Lady in Rot bei einem Spaziergang Unter den Linden kennen gelernt. Er weihte sie zur „großen Hure des Tieres 666“ und missbrauchte sie nach allen Regeln der Kunst. Als er während eines heftigen Streits auf offener Straße auf die einschlug, kam ihr ein SA-Trupp zu Hilfe und prügelte den Frauenfeind in den Rinnstein.

Es steckt schon eine gewisse Ironie darin, wenn sich die Bösen gegenseitig die Visagen eintreten. An anderer Stelle ergänzten sich die Mächte der Finsternis jedoch wieder. Unter anderem pflegte Crowley während seines Berlinaufenthalts Kontakt mit Aldous Huxley (1894-1963), dem Autor von „Brave New World“. Rein zufällig erschien diese Dystopie genau ein Jahr vor Hitlers Machtergreifung und angesichts von Huxleys Umfeld kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass „Brave New World“ nicht als Warnung, sondern als Steilvorlage für die Neue Weltordnung gedacht war.

Der freimaurerische Begriff der neuen Weltordnung war natürlich auch den Nazis nicht fremd, wobei deren Thule-Gesellschaft davon eine etwas andere Vorstellung hatte als die anderen Logen in Deutschland, die 1937 verboten wurden. Von ausländischen Hochgradfreimaurern, darunter Henry Ford, wurden die Nazis indes weiter unterstützt. Ebenso von Crowley, der den 33. und damit den höchsten Grad der Freimaurerei bekleidete.

Hidden Finger

Seiner unerfreulichen Erfahrung mit der SA sowie dem Verbot des Ordo Templi Orientis durch Heydrich am 20. Juli 1937 zum Trotz, erkannte der Schwarzmagier eine große Seelenverwandtschaft zu Adolf Hitler (1889-1945). Im Führer sah er den Vollstrecker seiner satanistischen Ideologie. Zudem sah Crowley starke Ähnlichkeiten zwischen seiner Thelema und Hitlers okkultem Orden. Zwischen 1942 und 1944 notierte er seine dahingehenden Gedanken in einem Exemplar von Hermann Rauschnings „Gespräche mit Hitler“ und strich Textpassagen an, in denen Rauschning beschreibt, wie Hitler von einer „neuen Weltordnung“ und dem Zerfall des alten Wertesystems sprach.

Es dürfte inzwischen jedem gut informierten Menschen klar sein, dass es eine enge Verbindung der neuen Weltordnung mit dem Faschismus und Satanismus gibt. Obgleich sich diverse okkulte Geheimbünde durchaus immer wieder gegenseitig behaken, bilden sie doch das Bindeglied zwischen der NWO und den politischen sowie religiösen Ideologien der Verdammnis. Wie eine Schuppenflechte legt sich das Netz der Geheimlogen über den Globus und zersetzt die menschliche Gesellschaft.

Wen sollte es in Anbetracht dessen noch verwundern, dass Hitlers Verlautbarungen über die Verneinung der Moral, den Einsatz von Gewalt sowie den Triumph des Willens direkt aus Crowleys „Buch der Gesetze“ abgeschrieben sein könnten? Wäre es tatsächlich eine Überraschung, wenn sich am Ende doch noch herausstellte, dass der Begründer des modernen Satanismus dem Gründer des 3. Reichs beratend zur Seite stand?

Allerdings blieb Crowley nicht bis zu Hitlers Machtergreifung in Berlin. Ein knappes halbes Jahr zuvor kehrte er nach England zurück, wo er den Rest seines armseligen Lebens verbrachte. Während seine Gesundheit aufgrund seiner Heroinsucht zusehends den Bach runter ging und er auf die finanzielle Unterstützung seiner Schüler angewiesen war, schwand auch sein gesellschaftlicher Einfluss.

1934 verklagte er seine einstige Freundin Nina Hamnett, weil diese sich in ihren Memoiren unvorteilhaft über seine Abtei Thelema geäußert hatte. Diesen Schritt hätte er, wie so ziemlich alles in seinem Leben, lieber lassen sollen. Nach vier Tagen endete das Verfahren für Crowley mit einer Niederlage und er wurde selbst zum Angeklagten, da er Briefe gestohlen hatte, um sie im Prozess gegen Nina Hamnett zu verwenden. Er bekam zwei Jahre auf Bewährung.

Im Jahr darauf musste er vor seinen Gläubigern kapitulieren und er wurde für bankrott erklärt. Ideologisch war Aleister Crowley dennoch nicht am Boden und hinterließ der Nachwelt noch einige okkulte Werke. Darunter das „Thoth Tarot“, welches er gemeinsam mit der Gattin des liberalen Politikers Percey Alfred Harris entwickelte. Frieda Harris (1877-1962) hatte er 1937 kennen gelernt und er arbeitete bis zu seinem Tod mit ihr zusammen.

Dennoch verstarb Aleister Crowley vereinsamt am 1. Dezember 1947 in Hastings. Es ist direkt erstaunlich, dass sein Herz trotz der langjährigen Drogenkrankheit erst im Alter von 72 Jahren den Dienst versagte. Seine letzten Worte „I’m perplexed“ („Ich bin überrascht“), sorgten indes für einige wilde Spekulationen. Sah Aleister etwa dasselbe Licht, welches Menschen mit Nahtoderfahrungen als voller Liebe und Vergebung beschreiben? Für einen krankhaften Satanisten wie Crowley müsste es jedenfalls der Inbegriff der Hölle sein, wenn ihm an einem solchen Ort der Harmonie bewusst werden würde, dass er sein Leben gänzlich verschwendet hat.

Bei ähnlich verkrachten Existenzen erlangten Crowleys Werke nach seinem Tod noch durchaus große Popularität. Der von ihm mitbegründete Ordo Templi Orientis existiert zwar bis heute, ist jedoch in zahlreiche Einzelgruppierungen zerfallen. Die bedeutendste davon ist der amerikanische Calipaths-O.T.O., der auch die Rechte an Crowleys Tarot besitzt.

In Deutschland gründete sich 1979 der Thelema-Orden des Argentum Astrum, dessen Initiator Michael Dietmar Eschner (1949-2007) von sich behauptete, die Reinkarnation Aleister Crowleys zu sein. 1982 wurde der Orden in Thelema umbenannt und machte zunehmend Schlagzeilen wegen verschiedensten Formen von ritueller Gewalt. 1992 wurde Eschner schließlich wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung eines Gruppenmitgliedes zu sechs Jahren Knast verurteilt.

2001 wurde die Sekte abermals umbenannt und trägt nunmehr die Bezeichnung Thelema Society. Ein Jahr später hagelte es wieder Schlagzeilen über sexuelle Ausbeutung innerhalb der Gruppe, womit Michael Dietmar Eschner tatsächlich in der schmutzigen Tradition Crowleys stand.

Unter den weiteren Anhängern Crowleys finden sich auch bekanntere Namen wie Anton Szandor LaVey (1930-1997), der in Crowley den bedeutendsten Vorreiter des „nietzscheanischen Satanismus“ sah. Neben der Church of Satan wurde aber auch die Psychosekte $cientology indirekt von Crowley beeinflusst. Das Erbe von Aleister Crowley kann also alles in allem als äußerst verdorben angesehen werden.

Allerdings kann der wohl größte Okkultist der Moderne auch als mahnendes Beispiel gelten, was Satanismus, Esoterik und Drogenmissbrauch aus Menschen machen können. Obwohl er durchaus alt wurde und erheblichen Einfluss auf das Weltgeschehen nahm, war sein Leben doch überwiegend von persönlichen Rückschlägen und Niederlagen gekennzeichnet. Der Pakt mit dem Teufel bescherte ihm weder Glück noch Reichtum.

Stattdessen war er schwer drogenkrank, was wiederum seiner geistigen Gesundheit äußerst abträglich war. Unter Drogeneinfluss glaubte er gar, während des „Amalantrah Working“ 1919 einen Außerirdischen namens Lam sowie die bereits erwähnte Gottheit Aiwass zu channeln. Zumindest liegt es nahe, derartige Kontakte Crowleys Drogenkonsum zuzuschreiben, wohingegen andere Channelmedien angeblich auch ohne Heroin und lustige Pilze auskommen sollen.

LAM

LAM

Ebenso fraglich ist Crowleys Selbstdarstellung als bösester Mensch des 20. Jahrhunderts, da ihm Hitler, Stalin und Pol Pot durchaus Konkurrenz machten. Zweifellos war Crowley ein extrem widerwärtiger Charakter und ein ideologischer Vordenker dieser Menschenschlächter. Dennoch scheint der Titel des geistig umnachtetsten Menschen weitaus angebrachter zu sein. Und vielleicht ist es ja genau diese geistige Umnachtung, die ihn bis heute so gefährlich macht.

Quelle (deutsch und englisch)

Videoanalyse: Lady Gaga – Born this Antichrist

Im Video zu Lady Gagas Single “Born this Way” scheint es weniger um die Pop-Diva zu gehen, als viel mehr um die Geburt des Antichristen. Um den gewohnt satanistischen Charakter von Gagas Darbietungen zu unterstreichen, beginnt der Clip mit einer umgedrehten Pyramide.

1 Pyramide nach unten

Das allsehende Auge ist auch nicht weit, wobei selbiges Gaga am Kinn klebt. Gehört das dritte Auge nicht eigentlich an die Stirn? Ebenso sollte das Auge doch an der Spitze der Pyramide platziert werden und nicht zwischen zwei Pyramidenohrringen…

3 Drittes Auge am Kinn

Doch kommen wir zur Handlung: Der Geburt des Antichristen sowie einer neuen Rasse, für welche Stefani Germanotta als das „Muttermonster“ auserwählt wurde. Vor der Geburt kommt jedoch erst die Empfängnis, weshalb zunächst Eierstöcke angedeutet werden. Man beachte, dass die Eierstöcke aus Sternen bestehen, womit angedeutet wird, dass es sich um eine kosmische Aussaat handelt. Dazu später mehr.

4 Eierstöcke

In dieselbe Kerbe haut auch der Begleittext:

„A government owned alien territory in space…”
„Eine Regierung, die fremdes Territorium im Weltraum besaß…”

Das US-Militär hat tatsächlich die Vorherrschaft im Erdorbit und angeblich sogar Geheimbasen auf Mond und Mars. Mit der Regierung dürfte allerdings eher die Schattenregierung gemeint sein. Bevor diese Schattenregierung uns den Antichristen präsentiert, kommt aber erst einmal eine andere Geburt an die Reihe.

„…a birth of magnificent and magical proportions took place.”
„…fand eine Geburt von prachtvollen und magischen Ausmaßen statt.“

5 Birth of a Transhuman

„But the birth was not finite, it was infinite.”
„Aber die Geburt war nicht endlich, sie war unendlich.”

Obendrein ist die Geburt auch sehr ungewöhnlich, denn die dämonisch anmutende Hebamme entlockt dem Muttermonster nicht nur ein Baby, sondern obendrein einen ganzen Sack Schmetterlinge.

6 Schmetterlingsgeburt

Die Schmetterlinge könnten eventuell eine Monarch-Programmierung von Stefani Germanotta andeuten, scheinen aber eher für eine Transformation zu stehen. Die Transformation der gesamten Menschheit, um genau zu sein, denn weiter heißt es:

„The beginning of a new race. A race within a race of humanity. (…)”
„Der Beginn einer neuen Rasse. Einer Rasse innerhalb der Spezies Mensch. (…)“

In diesem Abschnitt geht es also um die Geburt einer transhumanen Rasse. Kombiniert man dies mit dem Motiv der kosmischen Aussaat, könnte man diese Zeile als Anspielung auf das Hybridenprogramm der Grey verstehen. Geht es hier also um die Nordics, die wie Menschen aussehen, aber keine sind? So ganz menschlich wirken die Personen in diesem Video nämlich nicht.

Auf jeden Fall sind dies bedenkliche Worte und es kommt sogar noch schlimmer:

„But on that same day, as the eternal mother hovered, in the multiverse another more terrifying birth took place. A birth of evil.”
“Aber an demselben Tag, als die ewige Mutter schwebte, fand im Multiversum noch eine andere, weitaus entsetzlichere Geburt statt. Eine Geburt des Bösen“

Hier ist wohl nun die Geburt des Antichristen gemeint. Dieser voraus geht eine rote Menschenpyramide, welche die satanistische Hierarchie symbolisieren soll.

7 Satanistische Hierarchie

Die Mutter ist abermals Lady Gaga, aus deren Sündenpfuhl zu jeder Seite zwei Sig-Runen ragen.

8 Birth of the Anti

Wenn die Mutter schon mit einem Maschinengewehr um sich ballert, wie wird dann erst ihr Nachwuchs?

9 Gewaltexzess

„But she wondered: How can I protect something so perfect without evil?”
„Aber sie fragte sich: Wie kann ich etwas so Perfektes schützen, ohne das Böse?“

Aha, die transhumane Rasse muss vom Antichristen beschützt werden. Es ist sein Volk! Der Kreis schließt sich und das unsägliche Intro kommt nach rund zweieinhalb Minuten zum Ende. Doch so wie das Intro endet, so beginnt der offizielle Teil. Die transformierte Lady Gaga schreitet zwischen einer Gruppe Transhumaner hindurch, welche zu ihren Füßen niederknien. Sie setzt sich an die Spitze, um gemeinsam mit den anderen den Antichristen anzubeten. So demütig hätte uns die okkulte Elite wohl gern und tatsächlich erfüllen ihr einige Fans diesen Wunsch.

10 Domina

Das nächste Outfit, was von Gaga und einem ihrer Tänzer aufgefahren wird, ist der Totenkopflook. Auch unter dieser Kriegsbemalung trägt die Pop-Ikone die dämonischen Hörner auf der Stirn. Daraus könnte man nun ablesen, dass die neue transhumane Rasse ein Todesbote ist.

11 Totenkopfäffchen

In dieser Sequenz zeigt Germanotta dem Publikum zudem kurz die freimaurerische Verschwiegenheitsgeste. Haben wir etwa schon zu viel offenbart? Wir fangen gerade erst an!

12 Zeigefinger 1

Dieselbe Geste taucht später noch zwei weitere male auf.

12 Zeigefinger 2

12 Zeigefinger 3

Wo wir schon bei Freimaurergesten sind: Spielt der Gevatter Tod hier Taschenbillard oder soll das eine Abwandlung der verdeckten Hand sein?

13 Taschenbillard

Was Gaga hier zeigt ist jedenfalls definitiv die Geste des geöffneten Brustkorbs.

14 geöffneter Brustkorb

Und zum Schluss noch ein Griff in den Genitalbereich mit M-Handgeste.

15 Genital-M

Transhumaner Gruppensex…

16 Orgie

Reißverschlüsse an den Titten und im Genitalbereich…

17 Sex-Agenda

Und Gaga kalbt zwischendrin immer noch transhumanen Nachwuchs.

18 Niederkunft

Die Dämonen wollen aus ihr raus, was zu einigen „Der Exorzist“-reifen Szenen führt.

19 Exorzismus

Die Frage lautet nun, ob Gaga überhaupt als Mutter einer neuen Rasse sowie des Antichristen taugt. Der Songtext hat so überhaupt nichts mit dem Geschwätz aus dem Intro des Videos zu tun, könnte dafür aber Aufschluss über einen lange gehegten Verdacht geben. Augenscheinlich geht es darum, dass man sich selbst so akzeptieren soll, wie Gott einen geschaffen hat.

„I’m beautiful in my way
‚Cause God makes no mistakes
I’m on the right track, baby
I was born this way”

„Ich bin auf meine Weise schön
Denn Gott macht keine Fehler
Ich bin auf dem richtigen Pfad, Baby
Ich bin so geboren“

Später heißt es jedoch:

„Don’t be a drag, just be a queen”

Ist Stefani Germanotta also doch eine Dragqueen? Sprich ein Mann in Frauenkleidern? Immerhin ist ihr/sein Künstlername „Gaga“ an „Radio Gaga“ von Queen angelehnt. Hinzu kommt eine eindeutig maskuline Masturbationsgeste.

20 Masturgagation

Was sollen diese ganzen Anspielungen? Wenn Germanotta in Wirklichkeit ein Stefan ohne „i“ ist, warum steht er/sie/es nicht offen dazu? Immerhin fordert Gaga in „Porn this Way“ genau das! Wozu dieses dümmliche Verwirrspiel? Um von der okkulten Botschaft über die Geburt des Antichristen abzulenken? Das Video strotzt nur so vor Beispielen für schlechte Tarnung, wobei die typische Augenbetonung nur das Tüpfelchen auf dem „i“ ist.

21 Augenbetonung

Und zum Schluss noch einmal die Pyramide mit Spitze nach oben und die Monstermutter reitet auf dem Einhorn davon. Vielleicht nach Candy Mountain?

22 Pyramide nach unten

Metal – Die Musik des Antichristen

Es gibt kaum eine Musikrichtung, die den Antichristen so offen propagiert, wie Metal.

Destruction - Antichrist

Der „Phantom Antichrist“ von Kreator hat gleich noch die vier apokalyptischen Reiter im Gepäck.

Kreator - Phantom Antichrist

Besonders beliebt ist der Antichrist erwartungsgemäß bei den Black Metal-Bands. Geradezu klischeehaft kommen diese mit dem umgedrehten kreuz daher.

Gorgoroth Antichrist

Triumph des Antichrist_1

Triumph des Antichrist_2

Der Antichrist in Filmen – Hellywoods kleine Satansbraten

Der Antichrist ist ein beliebtes Filmthema, wobei die meisten Filme sich auf seine Geburt und Kindheit konzentrieren.

Der berühmteste Klassiker dieses Genres dürfte Roman Polanskis „Rosemaries Baby“ von 1968 sein. In diesem wird eine junge Frau namens Rosemarie von Satan geschwängert, was sie jedoch zunächst als Alptraum abtut. Später findet sie jedoch heraus, dass ihre Nachbarn Satanisten sind. Auch der Arzt, an den sie empfohlen wurde, gehört der Kirche Satans an und zu guter letzt stellt sich sogar heraus, dass ihr Ehemann sie gegen Wohlstand an die Satanssekte verkauft hat.

„Rosemaries Baby“ schildert jedoch nicht nur die Geburt des Antichristen (in diesem Film „Adrian“), sondern zeigt zudem den großen Einfluss der Satanisten in allen gesellschaftlichen Ebenen. Weiterhin offenbart P(äd)olanski mit Filmen wie „Rosemaries Baby“ und „Die neun Pforten“ seine wahre Religionszugehörigkeit, denn in beiden Filmen wird der Teufel glorifiziert und gewinnt am Ende. Doch ist Satan in diesen Filmen wirklich ein Höllenfürst? Zumindest der Vater von Rosemaries Baby scheint eher ein Reptiloid zu sein, wenn man sich seine Augen einmal aus der Nähe betrachtet.

Der Antichrist ist ebenfalls Thema der erfolgreichen „Omen“-Reihe, welche 1976 startete.

Omen 1976

Es folgten „Damien – Omen II“ (1978), „Barbara’s Babys – Omen III“ (1981) und der Abschluss der Reihe „Omen IV – Das Erwachen“ (1991). Auf dem DVD-Cover des letzteren Films fällt einmal mehr die Betonung des allsehenden Auges auf, welches in dämonischem Rot leuchtet und eine 666 beinhaltet.

Omen - Das Erwachen

2006 gab es noch ein Remake von „Das Omen“. Auf dem DVD-Cover findet sich einmal mehr die 666, deren Ziffern zu einer Triskele angeordnet sind. Die Zahl des Antichristen, der von einem hochrangigen US-Diplomaten adoptiert und damit in Nähe des Weißen Hauses platziert wird, steht im Zentrum eines umgedrehten Kreuzes. Weitere Satanskreuze finden sich im Hintergrund.

Omen 2006

Einen Mockbuster von The Asylum gibt es zu „Das Omen“ auch schon. Interessanterweise findet man bei diesem keine 666, sondern die Ziffern 11 / 11 / 11. Macht zusammen 33, die Anzahl der Freimaurergrade. Damit dürfte wohl endgültig klar sein, dass sich sogar die Mockbusterstudios unter der Kontrolle der Logen befinden.

Omen 11 11 11

Neben den bekannten Beispielen gibt es eine große Anzahl an weiteren Filmen über den Antichristen. Zu viele, um alle aufzuführen. Ein gängiges Klischee sind in den meisten Fällen natürlich umgedrehte Kreuze.

The Antichrist

Der wohl schlechteste Film in dieser Kategorie ist Lars von Triers „Antichrist“, welcher jedoch nicht viel mit dem Vertreter Satans zu tun hat. Von Trier ist für seine abartigen Sex- und Gewaltorgien bekannt, die jeden Inhalt vermissen lassen. Doch die Darstellung einer geistig umnachteten Psychopathin, die erst die Genitalien ihres Mannes und anschließend ihre eigenen verstümmelt, schlägt dem Fass die Krone auf. Das sollte sich niemand zumuten!

Zudem wird von Trier aufgrund des Zeichens der Weiblichkeit über dem „t“ in „Antichrist“ Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. In Ermangelung einer anderen, vernünftigen Erklärung, kann man dem wohl zustimmen. Zumal der Regisseur mit seinem neusten Werk „Nymphomaniac“ einmal mehr beweist, dass er unter krankhaften Sexphantasien leidet und Frauen zu Lustobjekten degradiert.

Antichrist von Trier