The Darkest Minds – Konzentrationslager für Kinder

von Joe Doe

„The Darkest Minds – Die Überlebenden“ ist ein dystopischer Film von 2018, der irgendwo zwischen faschistischer Zukunftsvision und Superhelden-Genre anzusiedeln ist. Regie führte Jennifer Yuh Nelson, die zuvor ausschließlich animierte Filme wie „Kung Fu Panda 2“ abgeliefert hat. Es ist schon ziemlich verstörend, dass ausgerechnet eine Kinderfilmregisseurin für einen Film verantwortlich ist, in dem Kinder interniert und ermordet werden. Doch Hinweise auf die Errichtung einer neuen Weltordnung gibt es auch in „Kung Fu Panda 2“, wo u.a. eine brennende Landkarte einen Krieg gegen China ankündigt.

In „The Darkest Minds“ führt die USA keinen Krieg gegen ein anderes Land, sondern gegen die nächste Generation. Alle Kinder und Jugendlichen haben sich mit einer Krankheit infiziert, an der 90% sterben. Die Überlebenden entwickeln hingegen übernatürliche Fähigkeiten wie erhöhte Intelligenz, Telekinese, Elektrokinese, Telepathie und Pyrokinese. Mit anderen Worten geht es eigentlich weniger um eine Seuche als vielmehr um Evolution.

Für die herrschende Elite ist diese Evolution eine Bedrohung, da die kommende Generation nicht mehr zu kontrollieren ist. Deshalb werden alle Kinder ihren Eltern weggenommen, verschleppt und in Konzentrationslager interniert. Unnötig zu erwähnen, dass es bereits hunderte solcher Camps gibt, welche zumeist der FEMA unterstehen. Ist es da nur ein Zufall, dass die Kinder augenscheinlich aufgrund einer Seuche einkassiert werden?

Die Illuminatenzahl 23 darf bei der Ankunft natürlich nicht fehlen. Und das auch noch exakt bei 6:23 min.!

In den Lagern angekommen werden sie nach ihren Fähigkeiten in einem Pyramidensystem klassifiziert. Die obersten zwei Stufen werden dabei als so gefährlich für die aktuellen Herrscher an der Spitze der Machtpyramide erachtet, dass sie gleich nach ihrer Ankunft umgebracht werden.

Die restlichen Kids werden zur Zwangsarbeit verpflichtet und gnadenlos ausgebeutet. Immerhin kann der Staat nicht alle umbringen, da es sonst in der Zukunft niemanden mehr gäbe, über den die Elite herrschen könnte. Es wäre schlichtweg das Ende der Menschheit. In Freiheit dürfen sie dennoch nicht leben. Nicht einmal jene, die keine Superkräfte, sondern lediglich eine erhöhte Intelligenz besitzen. Auch dies stellt eine Bedrohung für die Machtelite dar, da intelligente Menschen ihr System durchschauen könnten.

Das hat durchaus reale Bezüge, denn in der Realität wird nicht umsonst alles daran gesetzt, die kommenden Generationen dumm und unwissend zu halten. Sie sollen zu tumben Lohnsklaven herangezüchtet werden, die gerade einmal genug Wissen besitzen, um die ihnen zugeteilten Aufgaben erledigen zu können. Daher sieht man im Film auch keine einzige Szene, in denen die internierten Kids unterrichtet werden, sondern nur solche, in denen sie Zwangsarbeit leisten.

Um die absolute Kontrolle zu garantieren, sind permanent an jeder Ecke Kameras und nichttödliche Schallwaffen auf die Kinder gerichtet. In der neuen Weltordnung wird einfach an alles gedacht.

Diese Darstellung ist keineswegs übertrieben. Bereits während der Film gedreht wurde, hat die Trump-Regierung erstmals Kinder in Gefangenenlagern interniert. Zwar (noch) nicht die eigenen Staatsbürger, aber dafür Flüchtlingskinder aus Lateinamerika. Die wachsende Anzahl der Rassisten findet das natürlich absolut okay, nichtsahnend, dass das nur der Anfang ist. Betroffen sind dabei keineswegs nur die USA. Auch China interniert seit einiger Zeit muslimische Kinder in Umerziehungslagern, um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Uiguren im Keim zu ersticken. Und wie das nun einmal so ist, sobald die ersten Tabus gebrochen sind, ist bald niemand mehr davor sicher.

Aber zurück zum Film. In diesem bekommt Ruby (Amandla Stenberg), die sich als kleines Mädchen unabsichtlich aus den Erinnerungen ihrer Eltern gelöscht hat, unerwartet Hilfe von Cate (Mandy Moore), die ihr zur Flucht verhilft. Ruby gehört nämlich zur Kategorie Orange und soll nach ihrem Auffliegen hingerichtet werden.

Wie sich herausstellt, gehört Cate zu einer Widerstandsgruppe namens „League“. Deren Ziele, das menschenverachtende Regime zu stürzen, klingen zwar erst einmal edel. Ihre Bereitschaft, dafür Kindersoldaten einzusetzen, ist es jedoch keineswegs.

Als Ruby an der League zu zweifeln beginnt, flüchtet sie erneut und trifft auf Liam (Harris Dickinson), Chubs (Skylan Brooks) und die kleine Zu (Miya Cech). Liam hat insgesamt 100 Kinder bei seiner Flucht aus einem Konzentrationslager befreit. Wo die anderen alle hin sind, wird nicht erklärt. Übrig sind nur die drei, die in einem Kleinbus unterwegs auf der Suche nach einem Versteck sind.

Auf ihrer Reise entdecken die pubertierenden Jugendlichen Ruby und Liam ihre Gefühle füreinander. Um Liam zu beeindrucken, überreicht Zu ein rotes Kleid an Ruby. Zum Glück war die Darstellerin beim Dreh des Films fast volljährig, ihre Rolle wirkt aber dennoch ein wenig zu jung für eine Femme Fatale.

In Sachen Kindererziehung wird Ruby ihrer fatalen Rolle ebenso gerecht. In einem Einkaufszentrum findet sie das Buch „Unten am Fluss“ und liest daraus der kleinen Zu eine Gutenachtgeschichte vor. Dieses Buch enthält einige überaus brutale Szenen, in denen niedliche Kaninchen auf grausame Weise verstümmelt und getötet werden. Ideal, um Kinder zu traumatisieren.

Den scheinbar sicheren Zufluchtsort erreichen die vier über einige Umwege. Ein kurzer Abstecher führt Ruby zu ihrem einstigen Zuhause, doch dort muss sie erkennen, dass sie ihren Eltern nie wieder die Erinnerung an sich zurückgeben können wird. Danach ist sie bereit, sich den anderen endgültig anzuschließen. Als Zeichen für ihren Ausbruch aus dem alten Leben wirft sie ihren Bienenanhänger weg, den sie einst von ihren Eltern geschenkt bekommen hat. Das ist nicht gänzlich ohne symbolische Bedeutung.

Anschließend muss Ruby erst einmal ihre drei neuen Freunde vor einer Kopfgeldjägerin retten, die sie per Telepathie manipuliert. Das erinnert ein wenig an Obi Wan-Kenobis Jedi-Trick. Bei Bobina Fett kommen derweil ganz andere Assoziationen auf. Kopfgeldjäger, die Kinder entführen, gibt es nämlich auch in der Realität. Wie im Film geht es denen meist nur ums Geld, aber statt die Kids an Internierungslager auszuhändigen, werden sie einem noch weitaus grässlicheren Schicksal ausgeliefert. Von daher sind solche Anspielungen extrem gruselig.

Der Zufluchtsort, der vom Sohn des Präsidenten geleitet wird, entpuppt sich ebenfalls als Kinderfalle. Clancy (Patrick Gibson), der schon zu Beginn eher wie ein Sektenguru wirkt und dabei Ähnlichkeiten zu Magneto aufweist, bläst nämlich alsbald zur „Ernte“. Diese Wortwahl ist sogar noch gruseliger als alles, was der Film bisher propagiert hat.

Wie sich allerdings herausstellt, arbeitet Clancy nicht im Auftrag seines Vaters oder der Regierung. Im Gegenteil besitzt er dieselben telepathischen Fähigkeiten wie Ruby und kontrolliert sowohl die Regierung als auch das Militär. Ob damit wohl darauf angespielt werden soll, dass sich die herrschenden Eliten selbst für erleuchtete Übermenschen halten? Dazu passt auch, dass Clancy alle anderen begabten Kinder unterdrückt und ihm Gleichrangige auslöschen lässt. Die Eliten mögen es nicht, wenn die tumben Massen aufwachen oder einige ihnen gar überlegen sind.

An dieser Stelle wäre es vielleicht auch angebracht zu erwähnen, dass die Kinder allesamt ein farbiges Leuchten in den Augen haben, wenn sie ihre Superkräfte anwenden. Aus wissenschaftlicher Sicht macht das überhaupt keinen Sinn, aber vielleicht soll hier eine Art dämonische Besessenheit angedeutet werden. Diese Interpretation kommt einem zumindest sofort beim Anblick der orangen Mind Controler und der roten Pyromanen in den Sinn.

Ruby lässt Clancy als Einzige am Leben, da ihm zum einen ihre Fähigkeit zur Gedächtnislöschung fehlt und er zum anderen einen weiblichen Gegenpart sucht. Das Ganze geht jedoch nach hinten los und bei der „Ernte“ bricht das Chaos aus. Einerseits, weil Clancy ein paar der Roten als persönliche Feuerspucker am Leben gelassen hat, aber auch, weil Ruby stärker ist als anfangs gedacht.

Gemeinsam mit Zu, Chubs und Liam kann sie entkommen und ruft die League zu Hilfe. Die rettet die Kids scheinbar vorerst und lässt Liam sogar in Frieden ziehen, nachdem sich Ruby unnötigerweise aus seiner Erinnerung gelöscht hat. Sie selbst wird am Ende zur Anführerin einer Kinderarmee, welche die League gegen Clancys Regime aufstellt.

Das Ganze lässt sich folgendermaßen interpretieren: Die kommende Generation wird mit größtmöglichem Terror konfrontiert, wozu Krieg, Arbeitslager und Massenhinrichtungen gehören. Dermaßen traumatisiert werden die Überlebenden sich jedem anschließen, der dagegen Widerstand leistet. Doch letzten Endes werden diese neuen Eliten nicht besser sein, wenn es nicht sogar dieselben sind.

Fazit: Jennifer Yuh Nelson hat mit ihrem ersten Realfilm sicherlich eine solide Arbeit abgeliefert. „The Darkest Minds“ ist ohne Frage spannend erzählt und wartet mit guten Effekten auf. Die Botschaft ist hingegen geradezu erschreckend, was durch Trumps massenhafte Dauerinternierung von Flüchtlingskindern einen realen Bezug erhält.

Darüber hinaus gibt es jede Menge Product Placement, denn bis zur Apokalypse sollen die Zuschauer ruhig noch schön weiter konsumieren. Insbesondere die mehrfache Erwähnung, dass das Fluchtauto der Kids ein Nissan ist, nervt gewaltig.

Helix – Black Goo und jede Menge Honig

von Mr. Rabbit

Helix ist eine amerikanische Horrorserie, die 2014 bis 2015 in zwei Staffeln erstausgestrahlt wurde. In der ersten Staffel geht es um ein Virus namens Narvik, das die Infizierten in Zombies verwandelt. Es handelt sich um ein künstlich erzeugtes Virus, welches seine Opfer steuert und dazu zwingt, andere zu infizieren. Das klingt zunächst wie eine Mischung aus Zombievirus und Toxoplasmose.

„Helix“ ist aber mitnichten eine weitere Zombieserie, obwohl es gewisse Parallelen zu „Resident Evil“ gibt. Zunächst wäre da der unterirdische Forschungskomplex in der Arktis, wo die Seuche erstmals ausbricht. Das erinnert doch sehr an den Hive unter Raccoon City, obgleich die Anlage in „Helix“ viel abgelegener und klaustrophobischer ist.

Kaum in der Anlage des Privatkonzerns Ilaria angekommen, werden den Angehörigen eines Teams der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) RFID-Chips in die Hände implantiert. Das ist der erste Hinweis auf die neue Weltordnung und das Zeichen des Antichristen, was alles noch eine zentrale Rolle spielen wird.

Das Virus hat derweil nicht viel mit einer gewöhnlichen Zombieseuche zu tun. Es ähnelt viel mehr dem Black Goo, verhält sich intelligent und wuchert binnen Sekunden, wenn es auf einen passenden Nährboden gelangt.

Übertragen wird es von Mund zu Mund oder ähnlich direkte Kontakte.

Der Konzern Ilaria verfolgt mit dem Narvik-Virus ähnliche Ziele wie die Umbrella Corporation in „Resident Evil: The Final Chapter“. Im letzten Teil der Computerspielverfilmung wird offenbart, dass der T-Virus alles andere als eine profitable Biowaffe ist, sondern die Menschheit bewusst dezimiert werden soll. Die Umbrella-Bosse wollen damit zu Anführern einen neuen Weltordnung werden und nichts anderes plant Ilaria in „Helix“. Hat Sony Pictures Television hier einfach nur von Constantin Film kopiert oder wollen beide Studios auf die gleichen Pläne der realen Machtelite anspielen?

Die Elite wird in „Helix“ durch eine Gruppe unsterblicher Übermenschen verkörpert, welche schon seit Jahrhunderten im Verborgenen die Fäden zieht. Ilaria ist daher eher eine Geheimgesellschaft als ein Konzern. Da sich die normalen Menschen in der Überzahl befinden und die Unsterblichen in der Vergangenheit als Hexen verfolgt worden sind, haben die Verantwortlichen gleich zwei gute Gründe, die Menschheit zu dezimieren. Es geht ihnen einerseits um Rache, aber andererseits vor allem um Macht und Kontrolle.

Ein interessantes Detail sind die silbern leuchtenden Augen der Unsterblichen. Damit wird recht unverhohlen auf dämonische Besessenheit angespielt. Im Prinzip hätten sie auch geschlitzte Pupillen haben können, denn in jedem Falle sind die Verantwortlichen von Ilaria nicht ganz menschlich. Sie sind machtgierige und gewissenlose Psychopathen und daher zumindest als Parabel auf die Satanisten zu verstehen.

Es sollte dementsprechend nicht verwundern, dass die zweite Staffel gleich mit einer Verhöhnung des Christus wirbt. Auf dem Cover ist eine maskierte Gestalt zu sehen, die an ein Kreuz gehängt und mit gelben Honigfäden eingesponnen ist.

Tatsächlich geht es in der Fortsetzung um eine anderes Pathogen, einen Pilz, welcher über Bienenhonig übertragen wird. Mit anderen Worten eine Seuche aus dem Bienenkorb der Freimaurerei.

Allerdings wirkt die Pilzinfektion derart schnell tödlich, dass sie sich kaum ausbreiten kann. Für eine Pandemie ist das Pathogen daher unbrauchbar. Das mag daran liegen, dass es eigentlich gar nicht als Honig verabreicht werden sollte, wie in der Episode „Verbotene Früchte“ geschehen. Der Titel ist natürlich mal wieder eine biblische Anspielung, obgleich es sich bei den vergifteten Früchten um Brombeeren handelt. Die Bienen haben den Pilz jedoch bei gentechnisch veränderten Äpfeln aufgeschnappt, womit das Gesamtbild wieder stimmig ist.

Die Genobstplantage gehört zu allem Elend einer religiösen Sekte, die sich auf der fiktiven Pazifikinsel St. Germain eingenistet hat. Der Sektenführer Michael ist natürlich ein Unsterblicher, der ebenfalls aus Rachemotiven handelt. Im Gegensatz zu Ilaria will er die Menschheit jedoch nicht auslöschen, sondern lediglich unfruchtbar machen. Das von ihm entwickelte Genfood zielt dabei auf die männliche Fruchtbarkeit ab, denn die Frauen will er selbst weiter begatten, wobei er über vier Jahrhunderte auch seine eigenen Töchter und Enkelinnen geschwängert hat.

Der dargestellte Inzest treibt das Paarungsverhalten des europäischen Hochadels auf die Spitze und spielt wohl durchaus bewusst darauf an. Es ist ein weiterer Beleg für die Abartigkeit und Kontrollsucht der herrschenden Eliten. Die Macht soll in der Familie bleiben.

Als die Macht über die Sekte dem Oberguru entgleitet, greift er zu einem ebenfalls in der Realität üblichen Mittel und vergiftet seine Anhängerschaft. Dabei zieht die Serie sogar einen direkten Vergleich zu den Sonnentemplern, also einem elitären Rosenkreuzerorden. Allerdings wird auch die UFO-Sekte Heavens Gate namentlich erwähnt.

Die relevanteste Parallele zur Realität ist derweil das gentechnisch veränderte Obst, welches unfruchtbar machen soll. Immerhin gibt es schon Untersuchungen, laut denen u.a. Genmais für erhöhte Unfruchtbarkeit in Mexiko verantwortlich sein soll. Der Inhalt der Serie ist also durchaus ernst zu nehmen. Zumal sie nicht die einzige Serie mit dieser Botschaft ist. Die Handlung der zweiten Staffel ähnelt der kurz zuvor ausgestrahlten britischen Serie „Utopia“ dermaßen, dass es schon kein Zufall mehr sein kann.

Eine weitere Übereinstimmung ist das zeitgleich eingesetzte Virus, hier das Narvik und da die russische Grippe. Ebenso sind die Verantwortlichen in beiden Serien untereinander zerstritten. Während die einen die Menschheit direkt mittels Biowaffen an den Rand der Auslöschung treiben wollen, sind die anderen etwas weniger drastisch und wollen die Bevölkerungsreduktion ohne Genozid durch Sterilisation erreichen. Letztere Botschaft findet sich auch in Filmen wie „Children of Men“, in denen die Menschheit durch Unfruchtbarkeit kurz vor dem Aus steht.

Damit sind die Gemeinsamkeiten immer noch nicht am Ende. In „Utopia“ soll das Virus mit Flugzeugen versprüht werden und am Ende der zweiten Staffel von „Helix“ werden Chemiewaffen über St. Germain versprüht, um das Pathogen einzudämmen. Was zu welchem Zweck per Flugzeug verteilt wird, mag auf den ersten Blick unterschiedlich sein, doch in beiden Fällen ist es tödlich und spielt insbesondere in „Helix“ auf Chemtrails an.

Zu guter Letzt gibt es in beiden Serien eine Reihe von Protagonisten, die dem Wahnsinn verfallen und die Seiten wechseln. Sympathische Charaktere sind rar gesät und die Bösen sind derart psychopathisch, dass selbst Kim Jong Un dagegen nett wirkt. So wimmelt es in der zweiten „Helix“-Staffel von Kannibalen, Folterknechten, Serienmördern und einem Guru, der stark an Josef Fritzl erinnert und einen Keller voller zahnloser Gebärmaschinen hat.

Fazit: „Helix“ ist eine absolut kranke Serie, welche tiefe Einblicke in die perverse Gedankenwelt der herrschenden Elite bietet. Während die erste Staffel wenigstens noch halbwegs spannend und interessant ist, sollte die zweite Staffel von Menschen mit sensiblen Nerven gemieden werden. Obwohl diese auf einer tropischen Insel spielt, ist sie noch weitaus düsterer als das erste Jahr in der arktischen Untergrundbasis. Die Altersfreigabe von FSK 16 ist diesbezüglich nicht nachvollziehbar, da es mehr als nur eine verstümmelte Leiche und sogar Verstümmelungen sowie Morde an Kindern gezeigt werden.

High School – Hollywood ist nicht ganz dicht

von A. Tom Shroom

Es gibt gute Argumente für die Legalisierung weicher Drogen wie Cannabis. Auf der anderen Seite gibt es aber ebenso gute Argumente, Werbung für alle Arten von Drogen, darunter auch Tabak und Alkohol, zu verbieten. Insbesondere gilt dies, wenn gezielt Jugendliche dazu animiert werden sollen, sich von Suchtmitteln abhängig zu machen. Das Konzept von „High School – Wir machen die Schule dicht“ mag auf den ersten Blick witzig erscheinen, doch bei genauerem Hinsehen handelt es sich um Propaganda für durchaus härtere Drogen.

Wer ein Interesse daran hat, eine ganze Generation breit in der Ecke liegen zu sehen, verrät gleich zu Beginn das Logo von Parallel Media. Zu sehen ist ein Drache (Reptiloid) vor dem Pferdekopfnebel. Dieser Nebel liegt, welch Zufall, im Sternbild des Orion.

Der Film beginnt mit einem Buchstabierwettbewerb, bei dem ein asiatisches Mädchen (Julia Ling) namens Charlyne Phuc (gesprochen FUCK) ihren Einsatz versemmelt, weil sie total stoned ist. Da sie sich wie im Himmel fühlt, während sie sich auf Erden befindet, trägt sie die Nummer 69. Aber vielleicht handelt es sich ja auch um eine sexuelle Anspielung, was zu ihrem Nachnamen passen würde.

Das Logo des Buchstabierwettbewerbs ist derweil eine Biene, was nicht nur eine Anspielung auf die original englische Bezeichnung von Buchstabierwettbewerben ist („Spelling Bee“), sondern auch das Bildungssystem wieder mal als Instrument der Freimaurer entlarvt, das die Kinder zu produktiven Arbeitssklaven umformen soll. Sie sollen nur so viel lernen, dass sie später am Arbeitsplatz optimal funktionieren, ansonsten dürfen sie gerne blöd bleiben und obendrein auch noch bekifft. Aus den Reihen dieser Generation wird kaum noch Widerstand entstehen.

Im Zentrum der Handlung steht allerdings ein durchaus begabter Schüler namens Henry (Matt Bush), der unbedingt ans MIT (Massachusetts Institute of Technology) will. Es gibt jedoch Kräfte, die das verhindern wollen. Welche Kräfte das sind, sieht man gleich in seiner ersten Szene, in der drei Wecker um 6 Uhr morgens klingeln. Wozu braucht jemand drei Wecker? Außer natürlich, um jeden Morgen mit der 666 geweckt zu werden.

Sein Kumpel Travis (Sean Marquette) hätte die drei Wecker derweil nötiger gehabt, da er den halben Tag verpennt. Seine Kumpels nutzen die Gelegenheit, um ihn ein Hitlerbärtchen anzumalen. Doch damit nicht genug, er bekommt auch noch einen Schwanz ins Gesicht gemalt und auf der anderen Wange ein XXX, also den Code für die Pornoindustrie.

Offensichtlich passt das sehr gut zu seinem Charakter, bei dem, was Travis auf einem Fragebogen unter „in der Schule erlernte Fähigkeiten“ angibt. Spätestens hier wird deutlich, dass das Niveau dieser Komödie extrem unterirdisch ist.

In der Schule wimmelt es derweil von Freimaurersymbolen. Allen voran ist die freimaurerische Tricolore allgegenwärtig und zuweilen in Kombination mit der Fleur de Lys oder Pentagrammen zu sehen.

Auf der Toilette wird das Ganze auf die Spitze getrieben, da dort noch ein sexuell anrüchiger Spruch mit einer Telefonnummer steht. Letztere enthält drei Neunen oder eben eine auf dem Kopf stehende 666.

Bei den Kumpels von Travis und Henry sieht es nicht besser aus. An der Wand hängt ein Plakat mit der Aufschrift Osiris und links daneben ein Pentagramm. Wir erinnern uns an die Anspielung auf das Sternbild des Orion, der gleichbedeutend mit dem ägyptischen Gott Osiris ist. Das Pentagramm links davon dürfte demnach für den Stern Sirius stehen.

Da Henrys Freunde allesamt Kiffer sind, dauert es nicht lange, bis ihm Travis Drogen anbietet. Daraufhin stürzt er aus einem Baumhaus und verletzt sich dabei ausgerechnet am linken Horusauge. Ein toller Vorwand, um ihn für den Rest des Films mit dieser Symbolik herumlaufen zu lassen, wobei das allsehende Auge auch an anderen Stellen auftaucht.

Sogar auf dem DVD Cover darf Adrien Brody die Geste des Allsehenden Auges mit einer Stange Cannabis machen.

Doch zurück zur Handlung. Die anschließende Kombination aus Drogen und einem Kriegsspiel löst bei Henry einen Flashback aus. Er ist wieder 12 und rennt nackt durch den Wald, wobei er von Hubschraubern verfolgt wird. Diese Anspielung auf nackte Kinder ist nicht nur überflüssig, sondern richtiggehend widerwärtig. Zum Glück war der Schauspieler zum Zeitpunkt seiner Nacktszene schon über 20 Jahre alt.

Als wäre der schlechte Trip nicht schon Strafe genug, kündigt der Schuldirektor einen Drogentest an, der für Henry den Rausschmiss bedeuten würde. Da seine Träume vom MIT auf dem Spiel stehen, planen er und Travis, die gesamte Schule high zu machen. Ihrer Logik zufolge müsste der Direktor dann entweder alle rausschmeißen oder den Test für ungültig erklären.

Damit dieser Plan gelingt, klauen sie den stärksten verfügbaren Stoff von Psycho Ed (Adrien Brody). Dieser Dealer ist von oben bis unten tätowiert, wobei ein Schachbrettmuster am Hals nicht fehlen darf.

Um zu verdeutlichen, dass mit Psycho Ed nicht zu spaßen ist, trägt er außerdem Totenschädelringe an beiden Händen.

Schädel und gekreuzte Knochen sind auch an der Schule voll angesagt.

Dort tauschen Henry und Travis die Brownies der Mütter gegen ihre eigenen THC-Brownies aus. Leider haben sie dabei nicht eingeplant, dass es an der Schule Überwachungskameras gibt, weshalb sich Henry zwischen den Abschlussprüfungen auch noch darum kümmern muss. Hilfe bekommt er dabei von Travis, der u.a. in der Schwimmhalle eine Lehrerin mit sexuellen Belästigungen ablenkt. Auffällig ist dabei ein Hexagramm-Tattoo auf seinem Rücken. Da weder der Schauspieler noch der von ihm verkörperte Charakter jüdisch ist, kann das Hexagramm eigentlich nur als Freimaurersymbol gedeutet werden.

Während Travis die Lehrerin belästigt, muss Henry im Büro des Direktors dessen sexuelle Perversionen über sich ergehen lassen. Das ist nach dem Kindheitsflashback schon die zweite Anspielung dieser Art, was nichts Gutes erahnen lässt.

Am Ende geht für Henry jedoch alles gut aus. Auf dem Überwachungsvideo, das er nicht rechtzeitig vernichten konnte, ist nicht die Aktion mit den Brownies zu sehen, sondern ein sexueller Übergriff des Direktors auf eine Lehrerin. Das führt auch prompt zur Verhaftung des unliebsamen Schuldirektors.

Der Film endet mit ein paar Zeitungsschlagzeilen und auf einer Titelseite gibt es zum Abschied noch den Satansgruß.

Fazit: High School gehört zu den so genannten Stoner-Movies, die sich um Drogenkonsum drehen. In diese Kategorie gehören auch Klassiker wie „Fear and Loathing in Las Vegas“, doch es fällt auf, dass die Zahl solcher Filme ab Mitte der 1990er exorbitant angestiegen ist. Dabei fehlen in der Auflistung von Wikipedia noch solche Blüten wie „Die Killerhand“ (1999).

„High School – Wir machen die Schule dicht“ sticht hingegen nicht wirklich heraus. Was vielleicht als Komödie gedacht war, verliert sich in geschmackloser Phrasendrescherei mit extrem vielen Fremdschäm-Momenten. Wirklich witzig sind eigentlich nur die Wortspiele im Titel, wobei der Zusatz „Wir machen die Schule dicht“ nur im Deutschen funktioniert und nicht Teil des Originaltitels ist.

Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Joe Doe

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

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Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

18 Grey Abduction_1

19 Grey Abduction_2

Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

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Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

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Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

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Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

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Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

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Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

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Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

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Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

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Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

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Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

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Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

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Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
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Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

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Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

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Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

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Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

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Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

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Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

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Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

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Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

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Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

Die Illuminaten – Fakten und Mythen

von Joe Doe

Es gibt wohl kaum ein größeres Mysterium auf diesem Planeten als die Illuminaten. Folgt man den Verschwörungstheorien, sollen sie an der Spitze der Machtpyramide stehen und was immer auf der Welt geschieht, die Illuminaten sollen für alles verantwortlich sein. Doch wer sind diese Illuminaten eigentlich und wie lässt sich der Begriff definieren?

Den meisten Verschwörungstheorien liegt der real existierende bayrische Illuminatenorden zu Grunde, welcher am 1. Mai 1776 in Ingolstadt gegründet wurde. Dieser soll im Laufe der Jahrhunderte die Freimaurerei infiltriert haben und inzwischen die gesamte Welt kontrollieren. Die Wahrheit sieht jedoch ein wenig anders aus und dürfte die meisten Verschwörungstheoretiker zumindest teilweise bitter enttäuschen.

Der Gründer Adam Weishaupt (1748-1830), welcher an der Universität von Ingolstadt praktische Philosophie und Kirchenrecht lehrte, sah sich nämlich der wissenschaftlichen Aufklärung verpflichtet. Den Illuminatenorden gründete er, um seine Schüler vor den Intrigen der Jesuiten zu schützen, denen er als einziger im Lehrkörper der Universität nicht angehörte. Zwar besuchte er selbst in seiner Jugend ein Jesuiten-Gymnasium, mit dem Orden konnte er sich jedoch nie anfreunden.

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Nun war Weishaupt nicht nur ein erbitterter Gegner der Jesuiten, sondern sah zunächst auch in den Rosenkreuzern und Freimaurern ein Übel, welches es zu bekämpfen galt. 1790 berichtete er rückblickend in seiner Schrift „Pythagoras oder Betrachtungen über die geheime Welt- und Regierungskunst“ Folgendes:

„Zwei Umstände aber gaben vollends Ausschlag. Zu eben dieser Zeit [1776] hatte ein Offizier, Namens Ecker, in Burghausen eine Loge errichtet, welche auf Alchemie ging und sich gewaltig zu verbreiten anfing. Ein Mitglied dieser Loge kam nach Ingolstadt, um dort zu werben und die Fähigsten unter den Studierenden auszuheben. Seine Auswahl fiel zum Unglück gerade auf diejenigen, auf welche auch ich mein Auge geworfen hatte. Der Gedanke, so hoffnungsvolle Jünglinge auf diese Art verloren zu haben, sich auch überdies mit der verderblichen Seuche, mit dem Hang zur Goldmacherei und ähnlichen Torheiten angesteckt zu sehen, war für mich quälend und unerträglich.“

Das alles hört sich ganz und gar nicht nach den bösen Illuminaten an, welche die Menschheit zu unterdrücken trachten. Im Gegenteil war Weishaupt ein erklärter Gegner des Absolutismus und strebte nach einer demokratischen Republik. Sein Geheimname „Spartacus“ war dementsprechend an den Anführer des römischen Sklavenaufstandes (73–71 v. Z.) angelehnt.

Mit diesem Hintergrundwissen ist einem Adam Weishaupt plötzlich gar nicht mehr so unsympathisch. Dennoch beging er einige gravierende Fehler mit seinem „Bund der Perfektibilisten“, wie der Illuminatenorden ursprünglich hieß.

Der größte Fehler war, dass er schon früh Freimaurer in seinen Illuminatenorden aufnahm, die er zuvor noch als Übel erachtete. Zwar verschaffte die Aufnahme des Freimaurers Franz Xaver von Zwack (1756-1843) dem Orden 1778 einen ersten Aufschwung, sodass er zwei Jahre später schon 60 Mitglieder umfasste, doch kamen die Illuminaten damit auch vom ursprünglichen Kurs ab.

Weishaupt selbst trat 1777 der Münchner Freimaurerloge „Zur Behutsamkeit“ bei, in welcher er zunächst den Namen „Sanchoniaton“ trug. Er überließ seinem Logenbruder von Zwack die Reorganisierung seines Bundes der Perfektibilisten, wobei die Freimaurerei als Vorbild diente. Weishaupt schlug indes als neuen Namen „Bienenorden“ vor, was eindeutig an der Freimaurersymbolik angelehnt war. Seiner Vorstellung zufolge sollten die Mitglieder unter Leitung einer Bienenkönigin den Nektar der Weisheit einsammeln.

Das Einzige, was seine Untergebenen einsammelten, waren jedoch noch mehr Freimaurer. Darunter auch der Adelige Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (1752-1796), welcher seinerseits zahlreiche Freimaurer in Weishaupts Orden brachte, für den man sich inzwischen auf den Namen „Illuminaten“ geeinigt hatte.

Nun wird ja oft behauptet, dass die Illuminaten die Freimaurerei unterwandert hätten. In Wahrheit sieht es jedoch ganz danach aus, als ob das genaue Gegenteil der Fall war. Einige Freimaurer, wie z.B. Johann Wolfgang von Goethe, wurden sogar gezielt mit dem Auftrag zu den Illuminaten geschickt, diese zu überwachen. Zu diesem Zeitpunkt war der Illuminatenorden allerdings schon nur noch ein freimaurerisches Karrierenetzwerk, welches von einer Gruppe Hochgradfreimaurer genutzt wurde, um die zahlreichen deutschen Logen unter ihre Herrschaft zu bringen.

Man könnte also zusammenfassend sagen, dass eine Gruppe von Hochgradfreimaurern die Illuminaten nur als Werkzeug gegen konkurrierende Kräfte innerhalb der Freimaurerei eingesetzt hat. Dieser interne Machtkampf kam nicht von ungefähr, sondern war das Resultat einer schweren Krise, in welcher sich die deutsche Freimaurerei ab 1776 befand. In diesem Jahr starb mit Karl Gotthelf, Reichsfreiherr von Hund und Altengrotkau (1722-1776) der Gründer der „Strikten Observanz“ (das deutsche Hochgradsystem) und hinterließ damit ein Machtvakuum.

Gotthelf war so etwas wie der Kopf der deutschen Hochgradfreimaurerei und behauptete, mit „geheimen Oberen“ in Kontakt zu stehen, die ihn in das tiefste Geheimnis der Freimaurerei eingeweiht hätten. Nun könnte man spekulieren, ob es sich bei diesen „geheimen Oberen“ um den europäischen Hochadel oder gar um Grey und Reptiloide gehandelt haben könnte. Allen dahingehenden Verschwörungstheorien zum Trotz meldeten sich diese Wesen jedenfalls nicht zu Wort und ließen die deutschen Freimaurer ratlos zurück.

Die beiden Illuminaten Freiherr Knigge und Franz Dietrich von Ditfurth (1738-1813) nutzten die Gunst der Stunde und übernahmen auf dem großen Freimaurerkonvent der Strikten Observanz von 1782 die Meinungsführerschaft. Sie schafften das alte Templersystem ab und drängten die Gold- und Rosenkreuzer ins Abseits. (Kleine Anm. nebenbei: Die ehemalige Grünenpolitikern und Gründerin der Ökologischen Linken Jutta Ditfurth ist eine Nachfahre des Illuminaten Franz Dietrich von Ditfurth.)

Nachdem der Illuminatenorden durch die freimaurerische Übernahme gestärkt war, kam es 1784 zum Streit zwischen Weishaupt und Knigge. Offensichtlich hatte Weishaupt seinen schweren Fehler erkannt. Statt die Freimaurerei zu verändern, kontrollierte diese nun seinen Orden und spähte ihn aus. Er mahnte daher an, dass zu rasch zu viele Mitglieder aufgenommen wurden, ohne diese zu überprüfen.

Knigge fühlte sich daraufhin persönlich angegriffen und drohte Weishaupt damit, dessen Geheimnisse an die verhassten Jesuiten und Rosenkreuzer zu verraten. Letztendlich ließ er ein Schiedsgericht in Weimar einberufen, dem u.a. Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder und Herzog Ernst von Sachsen-Gotha angehörten. Dieser Congress urteilte, dass sowohl Weishaupt als auch Knigge ihre Machtpositionen im Orden aufgeben sollten. Da Weishaupt, welcher die Leitung des Ordens an Johann Martin Graf zu Stolberg-Roßla abgab, als dessen Gründer jedoch weiterhin einflussreich blieb, verließ Knigge die Illuminaten am 1. Juli 1784.

Mit Knigge verabschiedete sich der wichtigste Fürsprecher des Absolutismus, welcher den republikanischen Bestrebungen des Ordens entgegen stand. Mit dieser neuen Dominanz wurden die Illuminaten wieder zu einer Gefahr für den herrschenden Adel. Insbesondere der bayrischen Obrigkeit waren die Geheimbünde suspekt, weshalb schon am 22. Juni 1784 alle „Communitäten, Gesellschaften und Verbindungen“ durch den bayerischen Kurfürsten Karl Theodor verboten wurden, die nicht vorab von ihm genehmigt waren.

Am 2. März 1785 folgte schließlich das direkte Verbot der Illuminaten und Freimaurer, welche als landesverräterisch und religionsfeindlich eingestuft wurden. Bei den folgenden Hausdurchsuchungen sowie dem Fund eines toten Kuriers, der bei einem Gewitter von einem Blitz getroffen wurde, konnten zahlreiche Dokumente und Mitgliederlisten der Illuminaten beschlagnahmt werden. Einige Illuminaten wurden in der Folge ihrer Ämter enthoben, doch die Verfolgung verlief insgesamt eher milde und es wurden keinerlei Haftstrafen ausgesprochen. Im April 1785 erklärte Graf Stolberg-Roßla den Orden, dem er selbst einst angehörte, schließlich offiziell für suspendiert.

Dies hätte nun das Ende der Illuminaten sein können, wenn Adam Weishaupt nicht 1787 Asyl beim Herzog Ernst in Gotha erhalten hätte. Der verschaffte ihm zusätzlich eine Stelle als Hofrat und bewahrte die Geschichte des Illuminatenordens in der so genannten Schwedenkiste auf, welche sich bis heute in Gotha befindet und seit 1990 ausgewertet wird. Ein weiteres Zeugnis der Illuminaten ist der Merkurtempel im Gothaer Stadtpark. An diesem findet sich bei genaurer Betrachtung die 666 verschlüsselt wieder – ein mögliches Indiz dafür, dass Weishaupt zumindest in späteren Jahren auch vom Satanismus beeinflusst wurde.

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Neben Weishaupt versuchte auch dessen Mitstreiter Johann Joachim Christoph Bode (1731-1793) die Illuminaten durch die Nachfolgeorganisationen der „Minervalkirche“ und dem „Orden der unsichtbaren Freunde“ am Leben zu halten. Die bayrische Obrigkeit roch den Braten offenbar und erließ am 16. August 1787 ein drittes, verschärftes Verbotsedikt, welches die Rekrutierung von Mitgliedern für die Freimaurer und Illuminaten unter Todesstrafe stellte. Unter diesen harten Bedingungen stellte Bode drei Jahre später seine Bemühungen ein.

Was die Freimaurerei angeht, so konnte diese ihren Einfluss dank ihrer Verbreitung in ganz Europa sowie der Mitgliedschaft der wichtigsten Adelshäuser aufrechterhalten. Später konnten die Freimaurer auch in Bayern wieder Fuß fassen. Die Illuminaten gelten hingegen als zerschlagen, wobei sich einige ehemalige Mitglieder wie der bayrische Staatsminister Maximilian von Montgelas (1759-1838) aus Machtkalkül gegen den Geheimbund stellten. Ein Rest von Zweifel bleibt allerdings.

Als letztes großes Werk der Illuminaten gilt die Französische Revolution, welche von 1789-1799 wütete. Historisch belegt ist diese Behauptung jedoch nicht. Fakt ist lediglich, dass die deutschen Freimaurer Verbindungen zu ihren französischen Logenbrüdern unterhielten und auch heute noch unterhalten. Da zahlreiche führende Freimaurer zu dieser Zeit Mitglieder des Illuminatenordens waren, könnte man den Illuminaten zumindest eine Beteiligung an der französischen Revolution zugestehen. Zumal die Abschaffung der Monarchie sowie die Erklärung der Republik zu den wichtigsten Zielen der Illuminaten gehörten.

Die französische Revolution hätte es wohl aber auch ohne Adam Weishaupts Orden gegeben, denn die treibende Kraft dahinter waren die Jakobiner. Diese waren ebenfalls ein Produkt der Freimaurerei und wurden von den Erfahrungen der französischen Soldaten angetrieben, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatten und dort mit der Idee einer demokratischen Republik in Kontakt gekommen waren. Es ist daher kaum ein Zufall, dass die französische Tricolore in den Farben der Freimaurer gehalten ist.

Ob Illuminaten oder Jakobiner, letztendlich sind die Freimaurer die verdeckte Hand, die unsere Geschichte lenkt. Das gilt insbesondere auch für die USA, deren Flagge dieselben Farben aufweist, wie die französische Tricolore. Die USA waren seit jeher ein Freimaurerstaat und sämtliche Verschwörungstheorien, die ihre Gründung den bayrischen Illuminaten zuschreiben, sind kompletter Mumpitz.

Einige Verschwörungstheoretiker behaupten sogar, dass Adam Weishaupt nach Amerika geflohen sei, wo er den Namen George Washington angenommen hätte. Das kann nicht stimmen, denn dann hätte Weishaupt an zwei Orten gleichzeitig sein müssen. Im 18. Jahrhundert konnte er auch noch nicht innerhalb von wenigen Stunden über den Atlantik fliegen und die Seereise dauerte Wochen. Es gibt nur eine Verbindung zwischen ihm und Washington: Beide waren Freimaurer. Möglicherweise ist es daher kein Zufall, dass 1776 sowohl die Vereinigten Staaten von Amerika als auch die Illuminaten gegründet wurden, welche in Deutschland eine ähnliche Republik anstrebten.

Doch wie gesagt ist das verbindende Element die Freimaurerei. Auf diese ist auch die Pyramide mit dem allsehenden Auge zurückzuführen, welche sich u.a. auf dem Staatsiegel der USA befindet. Die Behauptung, dass es sich bei der Pyramide um ein Illuminatensymbol handele, ist zumindest in Bezug auf Adam Weishaupt schlichtweg falsch. Die nachweisbaren Verbindungen zwischen den Illuminaten und der Pyramide mit Auge sind allesamt neueren Datums und ein Phänomen der modernen Pop-Okkultur.

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Das Symbol der Illuminaten war indes die Eule der Minerva und nicht einmal die Eule kann ausschließlich den Illuminaten zugeordnet werden. Zum einen wird sie auch von anderen okkulten Geheimgesellschaften wie dem Bohemian Club benutzt, zum anderen wird sie exoterisch als Symbol der Weisheit verwendet, z.B. von Universitäten und Buchhandlungen. Es ist also nicht alles ein Werk der Illuminaten, wie oft behauptet wird.

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Einzig die Zahl 23 kann zweifelsfrei den Anhängern Adam Weishaupts zugeschrieben werden. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass das ehemalige Versammlungsgebäude der Illuminaten heute die Hausnummer 23 hat. Das war nicht immer so, denn als die Theresienstraße noch Am Weinmarkt hieß, hatte das Gebäude die Nummer 298. Offenbar gibt es in Ingolstadt bis heute einflussreiche Freimaurer, die dem Illuminatenorden huldigen.

Oder gibt es den Orden gar noch, wie einige behaupten? Diese Frage lässt sich aufgrund der Beweislage nur schwer beantworten. Es fällt jedoch auf, dass der Name der Illuminaten nicht nur von Verschwörungstheoretikern verwendet wird, sondern extrem oft in der Pop-Okkultur vorkommt. Die Illuminaten tauchen in Filmen, Liedern und PC-Spielen auf. Einige Firmen haben sich sogar nach den Illuminati benannt. Das ist mehr als nur die Ausschlachtung eines alten Mythos, es ist die blanke Ehrerbietung. Der bayrische Orden genießt in Teilen der Freimaurerei bis heute höchste Anerkennung.

Doch steckt eventuell mehr dahinter als die reine Romantisierung eines längst vergangenen Kultes? In betreffenden Filmen und PC-Spielen werden die Illuminaten als nach wie vor mächtige Organisation dargestellt, die das Weltgeschehen kontrolliert. In der Musikindustrie werden Stars direkt mit den Illuminaten in Verbindung gebracht und zwar nicht von Internetbloggern, sondern von der Musikindustrie selbst.

Eine direkte Verbindung gibt es auch zu modernen Geheimgesellschaften wie dem rosenkreuzerischen Ordo Templi Orientis, dessen Mitglieder sich als rechtmäßige Nachfolger der Illuminaten betrachten. Die Meritokratische Partei Großbritanniens beruft sich ebenfalls direkt auf Weishaupts Orden. Die Indizien häufen sich also, dass die Illuminaten tatsächlich noch existieren bzw. in anderen Geheimgesellschaften fortleben und ihr Einfluss keineswegs gegen Null läuft.

Des Weiteren gibt es noch einige okkulte Randgruppen, die sich zwar Illuminaten nennen, aber keinen direkten Bezug zu Weishaupt haben. Darunter die 1978 gegründeten Illuminaten von Thanateros, die sich mit Chaosmagie beschäftigen. Halten wir also fest, dass es verschiedene Illuminaten gibt.

Es gibt sogar Mutmaßungen, dass die wahren Illuminaten schon lange vor Adam Weishaupts Orden existierten. Möglicherweise gab es sie schon vor über 13.000 Jahren im untergegangenen Atlantis. Das ist zwar eine reine Spekulation, aber zumindest muss es schon damals einen Vorläufer der modernen Freimaurerei gegeben haben. Dafür sprechen steinerne Artefakte wie eine dreizehnstufige Pyramide mit Auge, die auf ein Alter von ca. 13.000 Jahren datiert wurden. Die Frage, wie ein solch altes Symbol den Einzug in die Freimaurerei und damit auch auf das Staatssiegel der USA fand, ist absolut berechtigt.

Klaus Dona Pyramide

Doch nannte sich der antike Vorläufer der modernen Freimaurerei tatsächlich Illuminaten? Und war Weishaupts Orden lediglich der Versuch einer Wiederbelebung dieses alten Kultes? Spekulationen, Behauptungen, Irrwege. Wir haben lediglich einige Puzzleteile, die alle okkulten Geheimgesellschaften miteinander verbinden.

Erschwerend kommt hinzu, dass Illuminaten nicht nur die Bezeichnung einer ganzen Reihe von Geheimbünden ist, sondern auch ein Status. Die höchsten Grade der Freimaurerei sehen sich selbst als Erleuchtete und das lateinische Wort dafür lautet Illuminati. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass mit den Illuminaten, welche die Welt beherrschen, gar kein konkreter Geheimbund gemeint sind, sondern die Elite der Freimaurerei. Das würde Sinn machen, denn wenn man sich die Namensliste der Weltenlenker ansieht, findet man dort fast ausschließlich Logenbrüder.

Der einzige andere Orden, der in Sachen Einfluss und Verbreitung mit den Freimaurern mithalten kann, sind die Jesuiten. Deren Logo ist die Sonne. Sonne = Licht = Erleuchtung. Es ist eigentlich unerheblich, ob die Führungsebene der Jesuiten sich ebenfalls als Illuminati bezeichnet, denn als Erleuchtete betrachten sie sich auf jeden Fall. Dieses Spiel lässt sich mit weiteren Geheimgesellschaften beliebig fortsetzen, deren Eliten sich allesamt als auserwählt und dem Rest der Menschheit überlegen ansehen.

Abschließend lässt sich also feststellen, dass die Illuminaten absolut real sind. Und das sowohl als namentliche Geheimorden wie auch als Status innerhalb selbiger. Der Weltverbesserer Adam Weishaupt hatte dabei anfangs gar nicht mal so verkehrte Ansätze. Der „Bund der Perfektibilisten“ war aufklärerisch, richtete sich gegen den Absolutismus sowie gegen die Jesuiten und Rosenkreuzer. Erst nach Weishaupts Beitritt in eine Freimaurerloge begann der rapide Abstieg und sogar die Umbenennung in Illuminaten geht auf die Übernahme durch die Freimaurer zurück.

Eine herrschaftsfreie Gesellschaft war und ist mit den adeligen Hochgradfreimaurern selbstverständlich nicht mehr zu erreichen. Doch auch Weishaupt selbst wurde zunehmend totalitär. Neumitglieder wurden über die Ziele des Ordens bewusst getäuscht und ihnen wurde ein bedingungsloser Kadavergehorsam abverlangt. Diese Verstöße gegen die eigenen Ideale sollten sich in Form des eigenen Niedergangs rächen.

Die angeblichen Infiltrationspläne Weishaupts, die inzwischen weltweit kursieren, sind dagegen historisch nicht belegbar. Vermutlich gehen die Behauptungen über die Pläne zur Zerstörung des Christentum und der Kontrolle der Politik auf die Bekenntnisschriften von Aussteigern zurück, welche stark ausgeschmückt waren und daher als Quellen wenig wertvoll sind. Einige vermeintliche Ziele wurden gar erst viel später hinzugedichtet, da bestimmte Entwicklungen wie z.B. die modernen Massenmedien damals noch gar nicht absehbar waren.

Die meisten Behauptungen über die bayrischen Illuminaten sind ganz und gar von den aktuellen Entwicklungen der Weltpolitik abgeleitet. Diese realen gesellschaftlichen Tendenzen gehen aber wohl eher auf den Einfluss der modernen Hochgradfreimaurerei sowie der Rosenkreuzer, Theosophen usw. zurück. Obgleich sich diese als Erleuchtete betrachten und sich mitunter auf Adam Weishaupt berufen, sollten Wahrheitsaktivisten nicht immer gleich von Illuminaten reden, wenn Freimaurer gemeint sind. Dies führt nur zu einer Mystifizierung der Geheimgesellschaften und verstärkt den verschwörungstheoretischen Charakter dessen, was eigentlich als Aufklärung gemeint sein sollte. Das ist auch der Grund, warum wir lieber von der „herrschenden Elite“ reden, da diese Bezeichnung sämtliche Geheimbünde einschließt und eine Differenzierung selbiger ermöglicht.

Die Cyborg-Agenda – Widerstand ist zwecklos!

von Locutus

Wer kennt sie nicht, die Borg aus „Star Trek“? Sie sind der Inbegriff der Cyborg-Agenda, deren Ziel es ist, alle Menschen in Robotersklaven zu verwandeln.

Borgdrohne

„Star Trek“ zeigt jedoch zwei Wege, die die Menschheit einschlagen kann. Der eine Weg ist die Föderation – ein demokratischer Bund souveräner Welten, die gemeinsame Ideale teilen. Die Welten der Föderation vertreten eine klassenlose Gesellschaft, in der alle Individuen gleiche Rechte und Chancen haben. Die Betonung liegt auf „Individuen“, denn die freie Entfaltung der Persönlichkeit ist eines der höchsten Prinzipien der Föderation, deren Gesellschaftsmodell alles in allem als kommunistisch zu bezeichnen ist.

Das Gegenteil dazu ist der Stalinismus bzw. Faschismus, der bei den Erzfeinden der Föderation zu finden ist. Bei den Borg zählt nur das Kollektiv und der Dienst an der Allgemeinheit ist kein freiwilliger Akt, sondern der einzige Lebensinhalt. Das Individuum geht nicht nur in der Gemeinschaft unter, wie dies bei allen bisherigen Autokratien der Fall ist – die Individualität wird kurzerhand ausgelöscht.

Und das ist der eigentliche Kern der Cyborg-Agenda. Wir sollen nicht zwangsläufig physisch in Maschinen umgewandelt werden, sondern vor allem psychisch. Wir sollen funktionieren und wenn wir für keine Arbeit mehr zu gebrauchen sind, sollen wir wie eine defekte Maschine ausrangiert werden.

Von daher können physische Implantate wie Prothesen nicht zwangsläufig als Teil der Cyborg-Agenda gesehen werden. Wenn z.B. ein Mensch einen Arm oder ein Bein verliert, kann eine Prothese diesem Individuum einen Teil seiner bisherigen Lebensqualität zurückgeben. Eine Prothese schränkt die Freiheit der Person nicht ein, sondern erweitert sie im Gegenteil sogar. Derartige Technologien abzulehnen, weil sie einen Menschen in einen Roboter verwandeln könnten, ist daher unsinnig.

Abzulehnen sind dagegen zwangsweise verordnete Implantate, die der Massenkontrolle dienen. Dazu zählen z.B. RFID-Chips, mit denen das komplette Verhalten der Menschen ausspioniert und jedermann jederzeit überall geortet werden kann. Bei den Borg aus „Star Trek“ geht dieser Eingriff in die Privatsphäre sogar so weit, dass den Borgdrohnen Chips ins Gehirn eingepflanzt werden, die ihr Denken kontrollieren.

Die Cyborg-Agenda propagiert also durchaus die Mechanisierung des menschlichen Körpers, sofern dies der Kontrolle bzw. Unterdrückung des Individuums dient. Ziel ist die Erschaffung eines willenlosen Sklaven, einer Borgdrohne.

Eine Borgdrohne verhält sich wie eine Arbeiterbiene und es ist wohl kein Zufall, dass in „Star Trek“ von einem Hive-Bewusstsein gesprochen wird. Der Borg-Hive ist nichts anderes als eine Repräsentation des Bienenkorbs.

Unikomplex

Wie sich in „Star Trek VIII – Der erste Kontakt“ herausstellt, hat dieser sogar eine Königin.

Borg Queen

Dies deckt sich sehr gut mit dem faschistischen und stalinistischen Gesellschaftsmodellen. Diese sind nämlich keineswegs klassenlos. Das Kollektiv nährt nicht nur sich selbst, sondern vor allem den Führer und seinen Hofstaat. Sklaven kann es nur dort geben, wo es auch Herren gibt, denen sie dienen.

Damit die Sklaven aber nicht auf die Idee kommen, sich gegen ihre Herren aufzulehnen, müssen sie ihrer Individualität beraubt werden. Bisher begnügte sich die Elite damit, die Zufriedenheit ihrer Sklaven mit Konsum zu garantieren. Ablenkung ist immer ein gutes Mittel, aber ungeeignet, wenn eine kleine Elite ALLES besitzen will. Wenn sie den anderen nämlich alles wegnehmen wollen, ist irgendwann auch die Ablenkung weg.

Also gibt man ihnen etwas anderes – ein falsches Gemeinschaftsgefühl. Bisher konnte dieses durch künstliche Identitäten wie Nation, Rasse oder Religion erzeugt werden. In der neuen Weltordnung soll es jedoch nur noch einen Weltstaat, eine Weltgemeinschaft und eine Weltreligion geben. Damit werden sich die wenigsten identifizieren können. Die Elite kann ihre Ziele also nur mit Zwang erreichen.

Damit dies dennoch nicht zu Massenunruhen oder gar zum Sturz der Herrschenden führt, propagiert die Elite die Cyborg-Agenda als erstrebenswertes Ziel. Die Menschen werden dehumanisiert, während Roboter immer menschlicher dargestellt werden. Dabei sind Roboter tatsächlich nur Maschinen, die weder Persönlichkeit haben, noch benötigen. Es geht lediglich darum, dass wir uns mit ihnen identifizieren. Letztendlich sollen wir auf Zwang wie eine Maschine reagieren – indem wir alle Befehle gehorsam ausführen.

Gegen diese Agenda sollten wir uns wehren, bevor Widerstand zwecklos wird.