Mystery Men – Die beknacktesten Superhelden

von Shinzon

Wer schon immer mal Superhelden mit überflüssigen Kräften erleben und dabei mit okkulten Symbolen bombardiert werden wollte, der ist bei den „Mystery Men“ genau richtig. Dieser sinnlose Streifen aus dem Jahr 1999 hat alles, was man nie sehen wollte. An den Kinokassen geriet diese Verfilmung des „Flaming Carrot Comics“ von Dark Horse aus gutem Grund zum Flop.

Alles beginnt mit einer Ü80-Party, auf der ein GILF ältere Damen anbaggert. An der Theke gibt es statt Drinks Medizin und auf der Tanzfläche werden nicht die Beine, sondern die Räder geschwungen. Wer genau hinschaut, entdeckt unter den Gästen auch einen Shriner.

01 Shriner

Die Party wird plötzlich von einer Gang namens Red Eyes gecrasht, die alle Wertsachen einsackt. Doch die Superhelden sind schon da, um sie zu vermöbeln. Darunter der Schaufler (William H. Macy), der Blue Raja (Hank Azaria), Meister des Tafelsilbers, und Mr. Furious (Ben Stiller), dessen Superkraft es ist, wütend zu werden. Außerdem schmückt er sich mit Pentagrammen, die er vom Schrottplatz aufgesammelt hat, auf dem er arbeitet.

Blue Raja

Blue Raja

Der Schaufler

Der Schaufler

Mister Furious

Mister Furious

05 Furious Pentagramm

Selbstverständlich bekommen die selbsternannten Superhelden erst mal eine Supertracht Prügel. Erst als Captain Amazing (Greg Kinnear) auftaucht, beziehen auch mal die Bösewichter Haue. Am Ende ist Amazing der strahlende Held und obwohl er selbst ein Milliardär ist, lässt er sich von Großkonzernen wie Pepsi sponsern. Sein Kostüm ist eine Werbetafel auf zwei Beinen.

07 Captain Schleichwerbung_1

08 Captain Schleichwerbung_2

Während Captain Amazing den ganzen Ruhm erntet, werden die anderen drei Versager von der Polizei ausgelacht. Die Beamten tragen Lederklamotten, wie man sie sonst nur als Klischees in Schwulenbars kennt, und so bezeichnet Mr. Furious sie als „Ledertunten“. Er hätte sie auch Freimaurer nennen können, denn ihre Mützen werden durch ein Schachbrettmuster geziert.

06 Schachbrettbullen

Captain Amazing ist indes keinesfalls so glücklich, wie es nach außen den Anschein hat. Er braucht einen Superschurken als Gegner, doch die hat er längst alle hinter Gitter gebracht. Um endlich wieder große Schlagzeilen machen zu können, fasst er den sagenhaft dämlichen Entschluss, den Gangster Casanova Frankenstein aus der Irrenanstalt zu holen.

In der Irrenanstalt, wo Frankenstein gerade auf die Freimaurerhymne „Ode an die Freude“ anspielt, legt Lance Hunt alias Captain Amazing ein gutes Wort für den Kriminellen ein. Der Anstaltsleiter, welcher aus unerfindlichen Gründen einen Sowjetorden trägt, entlässt den Insassen daraufhin. Das Unglück nimmt seinen Lauf.

09 Sowjetman

In Champion City (was für ein dämlicher Name) sitzen derweil die drei Versager in einem Restaurant und philosophieren darüber, ob Lance Hunt Captain Amazing ist. Das spielt auf all die Superhelden an, die im normalen Leben eine Brille tragen und deshalb von niemandem erkannt werden. Zumindest dieser Seitenhieb ist absolut gerechtfertigt. Ansonsten versagt der Film mit seiner abgeschmackten Gotham-Version jedoch als Satire auf Superheldenfilme.

10 Champion City_1

11 Champion City_2

Die Hauptfiguren sind einfach zu platt. Der Schaufler ist ein Familienvater, dessen Frau von seinen nächtlichen Streifzügen wenig begeistert ist. Der blaue Raja ist noch schlimmer, denn er wohnt mit über 40 noch bei Mutti und klaut deren Tafelsilber, um damit Ganoven zu bewerfen. Mr. Furious ist indes ein absoluter Loser, der es nicht schafft, das Team zusammen zu halten. Am Ende fährt er allein zur Residenz von Casanova Frankenstein. Übrigens ein wahrer Tempel der Dekadenz.

12 Casanova Bude_1

13 Casanova Bude_2

Dort spielt der Bösewicht erst mal auf den Sündenfall an, um zu unterstreichen, wie böse er ist. Allerdings versäumt er es, in den Apfel hinein zu beißen, weil er von seiner Psychiaterin unterbrochen wird. Diese stand die ganze Zeit auf seiner Seite und hat ihn deshalb für geheilt erklärt, obwohl er dies offensichtlich nicht ist.

14 Sündenfall

Als erstes sprengt der Irre dann auch gleich mal die Irrenanstalt, wobei dieser Akt des Vandalismus Captain Amazing auf den Plan ruft. So schlau, wie dieser immer tut, ist er allerdings nicht. Zunächst verwechselt er den Begriff „Antagonisten“ mit „Anthroposophen“, womit hier Rudolf Steiners Esoterikerverein beworben wird. Allerdings nur in der deutschen Übersetzung. Schließlich fällt Amazing auch noch auf einen dummen Trick herein und lässt sich gefangen nehmen. Natürlich wundert sich niemand, dass nach dem Verschwinden des Milliardärs Lance Hunt auch Captain Amazing aus der Öffentlichkeit verschwindet.

Am darauf folgenden Abend versuchen Mr. Furious, Blue Raja und der Schaufler, in die Residenz von Casanova einzudringen und Captain Amazing zu befreien. Die Aktion endet damit, dass sie von ein paar Disko-Typen verprügelt werden, nachdem sie diese dumm angemacht haben.

15 Drei Deppen

Offensichtlich sind sie den Bösewichten hoffnungslos unterlegen und so beschließen sie, ihr Team zu vergrößern. Sie besiegeln ihren Entschluss mit dem Baphomet-Gruß.

16 Baphomets

Als erstes suchen sie den unsichtbaren Bengel (Kel Mitchell) auf, der allerdings nur unsichtbar werden kann, wenn niemand zusieht. Nun, zumindest ist er ein guter Netzwerker und kennt sämtliche potentiellen Mitbewerber, sodass er fürs Erste mitmachen darf. Im Restaurant stößt dann noch der verpickelte Spleen (Paul Reubens) zum Team, dessen Fähigkeit es ist, zu furzen, wenn man an seinem Finger zieht. Spätestens an dieser Stelle verflüchtigt sich das restliche Niveau unter dem Türschlitz hindurch.

Im Garten des Schauflers organisieren die fünf Superversager ein Casting, bei dem nur Knallchargen aufschlagen. Darunter der Waffler, der Ballerinamann und zwei sich zankende Wonder Women. Erst nach Ende der Party trifft mit der Bowlerin eine Bewerberin ein, die es letztendlich ins Team schafft. Sie hat zwar keine Superkräfte, aber dafür eine Superwaffe. Es handelt sich um eine intelligente Bowlingkugel, in der sie den Schädel ihres ermordeten Vaters einarbeiten lassen hat. Ziemlich kranker Scheiß, zumal sie auch noch mit dem Schädel redet.

17 Bowlingschädel

Die erste Aktion des verstärkten Teams besteht darin, Casanova Frankensteins Limousine zu ramponieren. Einer seiner Discoboys zeigt wieder mal den Baphomet, als dieser die Verfolger bemerkt.

18 Discomet

Casanovas rechte Hand (Eddie Izzard) prahlt indes damit, dass er den Vater der Bowlerin ermordet hat. Diese reagiert darauf sehr ungehalten und schickt ihre Bowlingkugel in den Kampf.

19 Todesbowling

Die ganze Nummer hat natürlich ein Nachspiel und nach einer nächtlichen Sauftour lauern Casanovas Discoboys den sechs Superknallchargen vor deren Wagen auf. Gibt es eigentlich ein dämlicheres Auftreten für Gangster als den Discostyle?

20 Discogang

In letzter Sekunde werden die Supertrottel von einem mysteriösen Helden namens Sphinx gerettet. Der Name sagt eigentlich schon alles. Ursprünglich sollte dieser Charakter schon früher im Film auftauchen und in einer geschnitten Szene hätte man gleich die Pyramide mit Auge als Tattoo auf seiner Hand gesehen. Übrigens wieder mit einem Reptilienauge.

21 Sphinx Tattoo

Auf dem Kostüm der Sphinx ist das Zeichen der Freimaurer ebenfalls deutlich zu sehen. Die Frage, warum dieser grottige Film für den Saturn Award in der Kategorie beste Kostüme nominiert war, erübrigt sich damit wohl.

22 Sphinx Cape

Die Sphinx wird der Lehrmeister des Teams und trainiert die Superhelden in der Kampfkunst. Außerdem klopft er die ganze Zeit spirituelle Sprüche, bis es Mr. Furious reicht. Roy, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, verlässt den Schatten der Pyramide und geht von nun an eigene Wege.

23 Stoffpyramide

Die Sphinx gedenkt, den Verlust von Arbeitskraft durch Feuerkraft auszugleichen. Diese holen sich die Superhelden bei dem GILF von der Ü80-Party. Dr. Heller (Tom Waits) betreibt nämlich eine Waffenschmiede in einem verlassenen Freizeitpark. Natürlich sind die Waffen alle nicht tödlich, wie der Tornado in der Dose. Gefährliche Waffen dürfen nur die Bösewichte tragen. Die Zeit war damals halt noch nicht reif für „Deadpool“.

Mr. Furious flirtet in der Zwischenzeit mit der Kellnerin Monica (Claire Forlani), die endlich auf seine Avancen eingeht. Sie überredet ihn, sich dem Team wieder anzuschließen, womit das Team wieder komplett wäre. Zusammen machen sie sich auf den Weg, Captain Amazing aus den Klauen von Casanova Frankenstein zu retten.

Letzterer hat alle kriminellen Banden der Stadt zu einem rauschenden Fest eingeladen. Darunter eine Studentenverbindung, die wegen tödlicher Rituale vorbestraft ist. Wer muss da nicht sofort an Skull & Bones denken?

24 Gangsterbanden

Draußen überwachen der Spleen und der unsichtbare Junge die Lage. Als es plötzlich anfängt zu stinken, ist diesmal nicht der Spleen schuld, sondern ein Stinktier, welches es mit dem Bein des Spleens treibt. Diese überflüssige Szene spielt sich im Licht des Vollmondes statt, wobei über Champion City irgendwie jede Nacht Vollmond ist.

25 Vollmondromanze

Zum krönenden Abschluss der Party will Casanova eine Superwaffe vorstellen, mit der er Champion City zu terrorisieren gedenkt. Zunächst will er sie an Captain Amazing testen, doch da kommen ihm Mr. Furious, Blue Raja, die Bowlerin und der Schaufler zuvor. Bei dem Versuch, den Star der Stadt zu retten, grillen sie ihn aus Versehen und Amazing endet als abstraktes Kunstwerk. Welch Ironie, dass jene, die tödliche Waffen ablehnen, mit einer ebensolchen gerade jemanden aus dem eigenen Team erledigen. Obwohl, eigentlich hat Captain Amazing den ganzen Schlamassel überhaupt erst verursacht. Karma is a Bitch!

26 Autsch_1

26 Autsch_2

27 Autsch_3

Entsetzt treten die sechs Superidioten den Rückzug an und suchen den Rat der Sphinx. Zwischenzeitlich outet sich der Blue Raja gegenüber seiner Mutter als Gabelwerfer, was diese überraschend positiv aufnimmt. Sie übergibt ihm sogar das Tafelsilber seiner Oma. Die Frau des Schauflers droht ihrem Mann dagegen mit Scheidung. Roy holt sich derweil einen Abschiedskuss von Monica. Nachdem alle sich in ihre neuen Outfits geworfen haben, sind die glorreichen Sieben bereit, Casanova Frankenstein den Arsch aufzureißen.

28 Glorreiche 7

Mit einem Panzerwagen penetrieren die Superhelden den Partysaal von Casanovas Villa und entwaffnen die Schurken erst einmal mit einem Supermagneten. Um am Superlaser der Schurkenresidenz vorbei zu kommen, brauchen sie einen Unsichtbaren und siehe da, die Kräfte des unsichtbaren Jungen sind tatsächlich real. Nur schwinden sie auch tatsächlich, als alle ihn ansehen und so steht er ziemlich entblößt da. Irgendwie ist es schon rassistisch, dass es den einzigen Afroamerikaner im Team trifft.

29 Unsichtbar

30 Sichtbar

Nach dem Rassismus gibt es noch etwas Sexismus. Die Schrumpfkanone lässt nämlich keine Menschen schrumpfen, sondern lediglich die Klamotten der Girlie-Gang eingehen. Hier gibt es für das männliche Publikum nackte Hintern.

31 Sexismus

Nachdem die glorreichen Sieben alle Gangster ausgeschaltet haben, darf zum Schluss Mr. Furious noch mal so richtig wütend werden.

33 Wutbürger

Er schmeißt den Casanova in dessen eigene Superwaffe, die übrigens eine sechseckige Form aufweist, und rettet Monica aus den Klauen des Bösewichts.

34 Gerechte Strafe

Bei der Zerstörung der Superwaffe kommt derweil die Bowlingkugel zum Einsatz, die es schwer beschadet übersteht.

35 Schädelwaffe_1

36 Schädelwaffe_2

Diesmal sind es die Mystery Men, auf welche die Presse draußen wartet. Scheinbar interessiert sich sogar das israelische Fernsehen für die Truppe, denn das Mikrophon einer Reporterin wird von hebräischen Buchstaben geziert.

37 Israel TV

Fazit: Was für ein bundesligareifer Schwachsinn! Außer einem Sammelsurium okkulter Symbole hat dieser Film absolut nichts zu bieten. Die „Zieh an meinem Finger!“-Witze sind dabei echt das Sahnehäubchen der Niveaulosigkeit. In die Tonne damit!

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Höllenodyssee mit Hennessy

Wer zu viel Cognac trinkt, kann durchaus einen bösen Trip erleben. Wie böse, veranschaulicht ein Spot der Marke Hennessy. Dieser beginnt mit blauem Wasser, welches noch von Bedeutung sein wird. Das Wasser wird alsbald in feuriges Rot getaucht, um die übliche Farbsymbolik abzufeiern. Die Kapitelnamen sollen indes die Eigenschaften des Getränks vermitteln.

01 Blaues Wasser

02 Chapter I

Das zweite Kapitel spielt in einer Wüste, womit ein Bezug zum antiken Ägypten hergestellt wird.

03 Chapter II

Das allsehende Horusauge lässt nicht lange auf sich warten.

04 Sonnenauge

Es folgt ein Mann, der in einen mehrfach gebrochenen Spiegel blickt. Dieser wird kurz darauf in satanisches Rot getaucht.

05 Spiegelsaal

06 Spiegelsaal rot

Das dritte Kapitel beginnt erst mal ganz unauffällig in einer Motorradwerkstatt.

07 Chapter III

Doch auch hier ist das allsehende Auge nicht weit.

08 Horusauge

Auffällig ist außerdem der Schmuck der Mechaniker. Neben einem Totenkopfring sticht hier besonders ein Armband hervor. Dieses zeigt zwei sich überkreuzende Motorkolben, die optisch stark an freimaurerische Schlägel erinnern.

09 Totenkopfring

Auf der Rückseite einer Jacke wird offenbar das Wassermannzeitalter angekündigt. Seltsam nur, dass dieser grimmige Wassermann Vampirzähne hat.

10 Wassermannjacke

Bevor das Wassermannzeitalter anbricht, muss das alte Zeitalter aber erst in Flammen enden.

11 Chapter IV

Im vierten Kapitel wird das Motiv des Wassermanns noch einmal wiederholt.

12 Wassermann

Es könnte sich aber auch um Moloch handeln.

13 oder Moloch

Als Zugabe gibt es noch eine Hand mit Auge. Dieses Symbol ist insbesondere in der Esoterik-Szene verbreitet, welche das Wassermann-Zeitalter herbeisehnt.

14 Hand mit Auge

Die Schokolade bezieht sich wohl wieder auf den Geschmack des Gesöffs. Aber vielleicht geht es hier auch um das Ritual des Eintauchens.

15 Chapter V

16 Eintauchen

Das sechste Kapitel steht schließlich ganz im Zeichen des Vollmondes.

17 Chapter VI

Es zeigt ein infernalisches Zerstörungswerk, bei welchem die Natur geopfert wird.

18 Zerstörter Wald

Das siebte Kapitel kommt endlich zu Sache und bewirbt das Produkt.

19 Chapter VII

Auch hier gibt es wieder eine Betonung auf das linke Horusauge.

20 Horusauge

Das Produkt wird zum Schluss in den Freimaurerfarben Blau und Rot dargeboten. Ein Farbschema, welches den gesamten Spot durchzieht.

21 Blau-Rot

Das „X.O.“ steht hier übrigens wie bei allen alkoholischen Getränken für „extra old“. Angesichts der okkulten Symbole im Werbespot könnte sich hier allerdings durchaus eine Doppelbedeutung ergeben.

22 XO

Der Regisseur dieses Hennessy-Spots ist übrigens der Däne Nicolas Winding Refn, welcher u.a. den extrem brutalen „Only God Forgives“ (2013) verbrochen hat. Ausgerechnet beim 66. Filmfest 2016 (666) in Cannes wurde er mit seinem bezeichnenden Werk „The Neon Demon“ zum dritten Mal für den Hauptpreis nominiert. Selbstredend, dass dieser Mann weiß, was er tut.

Nicolas Winding Refn

Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

06 Salinta_4

Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

18 Grey Abduction_1

19 Grey Abduction_2

Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

35 Abduction_1

36 Abduction_2

37 Abduction_3

Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

39 Naboo_1

40 Naboo_2

Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

41 Eulenmann

Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

42 Kerzenbude

Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

43 Jungbrunnen_1

44 Jungbrunnen_2

45 Jungbrunnen_3

Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

47 Kuat x 2

Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

48 2001 Elysium

Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

52 ID_1

53 ID_2

Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

55 Dekadenz_1

56 Dekadenz_2

Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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62 Inzesthochzeit

Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

63 Hexagrammvortex

Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

68 Echt jetzt

Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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70 Fallen Angel_2

Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

Arthur Weihnachtsmann – Rationalisierungswahn am Nordpol

von Shinzon

„Arthur Weihnachtsmann“ ist keiner von diesen gewöhnlichen, anheimelnden Weihnachtsfilmen, sondern besticht durch seinen Witz und perfekte Animation. Er hätte das Zeug zum Klassiker, wenn da nicht einige unterschwellige Andeutungen wären.

Arthur ist der jüngere Sohn des aktuellen Weihnachtsmannes und steht damit in einer langen Tradition von Weihnachtsmännern. Leider hat er Höhenangst und ist obendrein ziemlich tollpatschig, weshalb er in der Poststelle arbeitet und dort sämtliche Weihnachtswünsche aus aller Welt entgegen nimmt. Das Verteilen der Geschenke übernimmt indes sein Bruder Steve mit einem ganzen Heer von Elfen. Der Vater der beiden ist lediglich das Aushängeschild.

Steve Weihnachtsmann ist ein typischer Geschäftsmann, der in Begriffen wie Effizienz denkt. Er liefert pünktlich und korrekt, die Fehlerquote geht gegen 0. Durch eine kleine Panne wird nur ein Geschenk nicht ausgeliefert. Als der Fehler auffällt, tut Steve ihn als geringfügig ab. Nur Arthur handelt im Geist von Weihnachten, demnach kein Kind vergessen werden darf. Zusammen mit seinem Großvater und der Elfe Bryony macht er sich auf, das letzte Geschenk auszuliefern.

Das ist die Handlung in knappen Worten. Kommen wir nun zur Symbolik. Bei Arthurs Bruder Steve fällt auf, dass sein Weihnachtsmannoutfit im Flecktarnmuster gehalten ist und auch Papa Weihnachtsmann hat einen Uniformfetisch. Das wirkt schon sehr militaristisch und passt irgendwie nicht zu einem Kinderfilm. Da Opa Weihnachtsmann für die Weihnachten zweier Weltkriege verantwortlich war und daher schon mal mit Militärmütze zu sehen ist, könnte das militärische Outfit des aktuellen und insbesondere des zukünftigen Weihnachtsmannes darauf hindeuten, dass die heutige Generation ebenfalls mit einem Weltkrieg konfrontiert werden wird.

Militäroutfit_1

02 Militäroutfit_2

03 Militäroutfit_3

Auch die Elfen tragen Flecktarnanzüge und verhalten sich wie eine Spezialeinheit für verdeckte Operationen.

04_Black Ops Elfen

Weiterhin prahlt Steve, dass er ein moderneres Kommunikationssystem als das Pentagon hat und obendrein steht der Nordpol unter totaler Videoüberwachung. Doch warum eigentlich? Terroristen dürfte es dort kaum geben und illoyale Elfen, die Geschenke stehlen, wohl ebenso wenig.

05_Northpole Watch

In der Mission Control des Nordpols sieht man indes, wer mit wem gegen wen Krieg führen wird. Im Zentrum steht das Weiße Haus und rechts daneben der Buckingham Palast. Der wichtigste Partner bzw. Vasall dieser Koalition ist Deutschland, welches links gleich mehrfach zu sehen ist. Zu guter Letzt wäre da noch der Kreml, welcher unterhalb des Weißen Hauses zu sehen ist. Damit wären dann wohl beide Seiten des 3. Weltkrieges klar definiert.

06_Kriegsparteien

Fehlt nur noch die Rekrutierung des Kanonenfutters. Das bekannte Uncle Sam-Plakat mit der Aufschrift „I want you für U.S. Army“ taucht hier leicht abgewandelt als Uncle Santa mit dem Spruch „Have you been good?“ auf.

7_I want you

Ein weiterer Hinweis auf den bevorstehenden Weltkrieg ist die Hausnummer des Mädchens, welches bei der Geschenkverteilung vergessen wurde. Es ist die Nummer 23, welche in der okkulten Numerologie für Zerstörung steht.

08_Hausnummer 23_1

09_Hausnummer 23_2

Ihren Brief an den Weihnachtsmann wirft Gwen in einen Briefkasten, der 5:45 Uhr geleert wird. Hitler erklärte seinerzeit Polen den Krieg mit den Worten: „Ab 5:45 Uhr wird jetzt zurück geschossen“.

10_5 Uhr 45

Apropos Polen.

11_Polen

Der Brief selbst enthält eine Zeichnung von Gwen, auf welcher der Weihnachtsmann brennt. Eine weitere ziemlich heftige Anspielung.

12_Burn after Reading

Das klingt jetzt alles etwas drastisch? In etwa so drastisch wie das Logo der Produktionsfirma Aardman Animations, welche sich für den Film verantwortlich zeichnet. Das Logo zeigt ein umgedrehtes, rotes Satanspentagramm und ist von oben bis unten mit Blut beschmiert. Derartiges erwartet man doch eher bei einem Horrorfilm.

Weitere Pentagramme gibt es im Film natürlich reichlich.

13_Pentagrammstern

Das Tannenbaumlogo des Weihnachtsmannes erinnert indes an eine dreistufige Pyramide.

14_Weihnachtspyramide

Eine Pyramide mit abgehobener Spitze gibt es in Form einer Alarmanlage neben der Hausnummer 23.

15_23 Pyramide

Dann wäre da noch ein Hexagon neben einer weiteren Hausnummer 23.

16_23 Hexagon

Und wo wir schon mal dabei sind, ist die Quersumme von Arthurs Personalnummer 3776 ebenfalls 23. Das leuchtet sogar irgendwie ein, denn immerhin ist er es, der die Welt ins Chaos stürzt.

17_3776 gleich 23

Und da kommen wir von der okkulten Symbolik zurück zur Irrfahrt von Arthur und Opa Weihnachtsmann, welche gleich zu Beginn und auch später noch mal am Vollmond vorbei führt.

18_Vollmond_1

19_Vollmond_2

Neben den Kriegsanspielungen gibt es nämlich noch ein weiteres wichtiges Thema in „Arthur Weihnachtsmann“. Der Blue Beam-Theorie zufolge soll direkt im Anschluss an den 3. Weltkrieg eine Alieninvasion inszeniert werden, welche der letzte Akt in der Etablierung einer neuen Weltordnung sein wird. Der erste Hinweis darauf wäre der Schlitten des Weihnachtsmannes, welcher einem UFO gleich über den Großstädten dieser Welt schwebt.

20_S1-Schlitten_1

21_S1-Schlitten_2

22_S1-Schlitten_3

Arthur und sein Opa sind zwar mit dem älteren Modell unterwegs, sorgen allerdings durch ihr tollpatschiges Verhalten ebenfalls für einige UFO-Sichtungen. Dabei tauchen sie sogar auf dem Radar des Flughafens von Toronto auf. UFO-Forscher dürften diese Anspielung verstehen, da es tatsächlich zahlreiche Radaraufzeichnungen von unidentifizierten Flugobjekten gibt, die nicht mit unserer konventionellen Flugzeugtechnologie erklärt werden können.

23_UFO auf Radar_1

24_UFO auf Radar_2

Bei einem Zwischenstopp in Idaho, wo sie eine Rentierattrappe entwenden, geraten die beiden an einen Einsiedler, der Arthur für einen Außerirdischen hält.

25_Weihnachtsmarsianer

Obendrein sorgt ihr torkelnder Schlitten für eine weitere UFO-Sichtung.

26_UFO-Schlitten

Die Irrfahrt der beiden inkompetenten Weihnachtsmänner gipfelt in einer weltweiten UFO-Hysterie, welche schnell die Nachrichten dominiert.

27_Alien Hysterie_1

28_Alien Hysterie_2

29_Alien Hysterie_3

Selbstverständlich heißt die Menschheit die vermeintlichen Besucher nicht willkommen. Im Gegenteil hält man sie für das personifizierte Böse.

30_Face of Evil

Und was passiert, wenn die Menschheit einen gemeinsamen Feind hat? Richtig: Alle Nationen vereinen sich.

31_One World

Arthur und sein Opa geben der Welt natürlich das, was die Herrschenden erwarten. Da es sich bei den Weihnachtsmännern jedoch um Menschen in einem Fake-UFO handelt, wird damit ziemlich unverhohlen ein Inside Job angedeutet.

32_UFO-Tarnung_1

33_UFO-Tarnung_2

Bei der ganzen Invasionsthematik dürfen UFO-Sekten natürlich nicht fehlen. Einen wirklich gut versteckten Hinweis gibt es in Arthurs Arbeitszimmer. Dort steht auf einem Regal ein Buch, dessen Titel halb verdeckt ist. Der lesbare teil lautet „NTOLOGY“. Ob hier „$CIENTOLOGY“ gemeint ist?

34_Ntology

Fazit: Oberflächlich betrachtet ist „Arthur Weihnachtsmann“ ein sehr witziger Weihnachtsfilm mit einigen wirklich guten Gags. Schaut man jedoch etwas genauer hin, entdeckt man überall Anspielungen auf Militarismus und Krieg. Das zweite große Thema, die gefakte Alieninvasion, ist dagegen keineswegs unterschwellig, sondern begleitet Arthurs gesamte Reise um den Globus.

35_Ho Ho Horror

Vampirserien – Komasaufen für Blutsauger

Die Liste der Vampirserien ist fast genauso lang wie jene der Vampirfilme. Das Blut scheint den Hollywoodstudios zwar noch nicht ausgegangen zu sein, die Ideen hingegen schon.

Bei den „Munsters“ waren lediglich die beiden Hauptcharaktere Lily Dracula-Munster (Yvonne De Carlo, 1922-2007) und ihr Vater Sam Dracula (Al Lewis, 1923-2006) Vampire. Trotz der Horrorelemente war die Serie an und für sich ein Abklatsch der „Adams Family“ und startete ebenfalls 1964. Wie schon bei der „Adams Family“ wurde auch von den „Munsters“ ein Remake aufgelegt, welches von 1988 bis 1991 lief.

The Munsters Vampire

Die erste reine Vampirserie war „Dark Shadows“ und lief von 1966 bis 1971. Der Titel dürfte einigen Fans des Regisseurs Tim Burton bekannt vorkommen, denn es handelt sich bei der Serie um die Vorlage für dessen Film von 2012. Den Barnabas Collins von damals spielte Jonathan Frid (1924-2012), welcher in Tim Burtons Neuauflage noch kurz vor seinem Tod als einer von vier Stars der Originalserie einen kurzen Cameo-Auftritt hatte. Burton war übrigens nicht der Erste, der den Stoff neu verfilmte. Bereits 1991 gab es ein Remake in Serienform.

Dark Shadows Serie

1978 lieferte Dänemark die Miniserie „Draculas Ring“ ab und im Jahr darauf waren wieder die Amerikaner an der Reihe. Nach der erfolgreichen Kinoadaption von Stephen Kings „Brennen muss Salem“ wurde noch im selben Jahr eine gleichnamige Miniserie fürs Fernsehen nachproduziert. 2004 kam nach der Neuauflage des Kinofilms auch eine Neuauflage der Serie, diesmal unter dem Titel „Salem’s Lot: Brennen muss Salem“.

Salems Lot 2004

1980 kam mit „Mr. & Mrs. Dracula“ die erste Vampir-Comedy-Show ins US-Fernsehen. Dracula war zudem eine wichtige Rolle in der Familienserie „Frankensteins Tante“, welche 1987 in Europa, darunter in Deutschland und Frankreich, produziert wurde.

Frankensteins Tante 1987

1990 bis 1991 hieß es dann „Dracula ist wieder da“ und gleich im Anschluss folgte bis 1992 die Seifenoper „Vamp“.

Vamp 1991

Im selben Jahr, in dem „Vamp“ endete, wurde mit „The Vampyr: A Soap Opera“ Heinrich Marschners (1795-1861) Oper „Der Vampyr“ von 1828 fürs Fernsehen adaptiert.

Tha Vampyr A Soap Opera 1992

1992 startete zudem „Nick Knight – Der Vampircop“ und lief bis 1996.

Nick Knight - Der Vampircop

Kaum war diese Serie Geschichte, kam 1996 „Embraced – Clan der Vampire“. In diesem Drama haben diverse Vampirclans eine Stadt unter sich aufgeteilt und natürlich verlieben sich zwei Blutsauger, die verfeindeten Clans angehören. „Romeo und Julia“ als moderner Vampirmythos.

Clan der Vampire Serie

Von 1997 bis 2003 lief dann der Serienhit schlechthin: „Buffy – Im Bann der Dämonen“. Die einstige Vampirjägerin des Erfolgsfilms von 1992 bekam es in der Serie allerdings nicht nur mit Vampiren zu tun, sondern auch mit allerhand anderem Höllengetier. Der okkulte Schwachsinn war bei den Zuschauern dermaßen beliebt, dass von 1999 bis 2004 eine parallele Spin-Off-Serie mit dem Titel „Angel – Jäger der Finsternis“ produziert wurde.

Buffy & Angel

1998 erschien die Serie „Ultraviolet“, in der eine Untergrundorganisation der Polizei Jagd auf Vampire macht. Nach nur einer Staffel war schon wieder Schluss damit. Die Serie hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Film von 2006 zu tun.

Ultraviolet Serie

Ebenfalls 1998 startete „My Date with a Vampire“ und wurde bis 2004 in Hong Kong gedreht. Ja, auch in China gibt es Vampire.

My Date with a Vampire

Gleiches gilt für das benachbarte Japan, welches 2001 die Manga-Serie „Hellsing“ als Anime umsetze. Eigentlich schreibt man den Vampirjäger „Helsing“, aber offenbar wollten die Japaner eine Brücke zur Hölle schlagen, was zudem die vielen Pentagramme erklärt. Die Serie lief mit einigem Erfolg auch in Deutschland, was mitunter an der charismatischen Rolle des Vampirs Alucard lag. Übrigens ein Anagramm von Dracula.

Hellsing Alucard

Aus Kanada kam von 2001 bis 2002 „Vampire High“, eine Highschool-Serie mit Blutsaugern, welche nicht die letzte ihres Formats bleiben sollte.

Vampire High Serie

Von 2002 bis 2003 drängte schließlich sogar Brasilien mit „O Beijo do Vampiro“ auf den Vampirserienmarkt.

O Beijo do Vampiro

2004 explodierte dieser Markt regelrecht. In Japan erschien die 12-teilige Serie „Vampire Host“, basierend auf der Manga-Serie „Blood Hound“. Aus den USA kam indes neben dem bereits erwähnten Remake von „Salem’s Lot“ eine Comedy-Serie mit dem Titel „Mad Mad House“, in der ein Hauptcharakter ein Vampir ist. Auf dem folgenden Bild ist nicht nur der Vampir zu sehen, sondern auch wieder einmal ein Pentagramm.

Mad Mad House

Nachdem bereits China und Japan mit Vampirserien vertreten sind, legten die Südkoreaner 2005 und 2006 mit „Annyeong, Peurancheseuka“ sowie „Freeze“ nach. Da fehlt eigentlich nur noch Nordkorea, vielleicht mit „Kim Jong Untot“.

Annyeong Peurancheseuka

Annyeong Peurancheseuka

Freeze 2006

Die Amerikaner blieben 2006 mit „Blade – Die Jagd geht weiter“ im Geschäft und wie der Titel schon vermuten lässt, schlachtete diese Serie die erfolgreichen „Blade“-Filme fürs Fernsehen aus. Allerdings ohne Wesley Snipes.

Blade - Die Jagd geht weiter 2006

Im selben ja startete in Großbritannien die Kinderserie „Young Dracula“ und in Kanada die Detektivserie „Blood Ties – Biss aufs Blut“.

Young Dracula & Blood Ties

2007 kam eine besonders kuriose Mischung aus den USA. „The Lair“ ist eigentlich eine Schwulenliebesgeschichte, die mit Vampiren in Haupt- und Nebenrollen angereichert wurde. Dracschwula könnte fast schon ein Fall für die „Lesbian Vampire Killers“ sein, wenn die Vampire weiblich wären.

The Lair 2007

Von 2007 bis 2008 lief außerdem die Serie „Moonlight“, in welcher der Vampir Mick die Reporterin Beth bei der Aufklärung von Verbrechen unterstützt. Hier kommt zudem mal wieder der Vollmond ins Spiel, obwohl Vampire im Gegensatz zu Werwölfen eigentlich nicht darauf angewiesen sind.

Moonlight Serie

In der kanadischen Serie „Sanctuary – Wächter der Kreaturen“, die von 2007 bis 2011 lief, gibt es neben Werwölfen auch einige Vampire. Unter anderem wird der serbischstämmige Erfinder Nikola Tesla (1856-1943) als Vampir dargestellt. Historisch ist das natürlich nicht ganz korrekt.

Sanctuary Tesla

In der Seifenoper „Gabriel“, welche 2008 bis 2009 auf Puerto Rico gedreht wurde, wimmelt es ebenfalls von Vampiren. In der britischen Serie „Being Human“, die im selben Jahr startete und bis 2013 lief, ziehen ein Vampir, ein Werwolf und ein Geist in eine WG. Das US-Remake lief von 2011 bis 2014.

Sehr kreativ: Die Lampe ist ein Vollmond.

Sehr kreativ: Die Lampe ist ein Vollmond.

Zu guter Letzt startete 2008 die Kultserie „True Blood“, die aus unerklärlichen Gründen mit roher Gewalt und schmuddeliger Softpornografie ein Massenpublikum begeistert. Wie satanistisch diese kranke Serie ist, zeigt bereits der Trailer zur ersten Staffel, in dem ein umgedrehtes Kreuz sowie ein Satanspentagramm mit Baphometkopf zu sehen sind.

True Evil Blood

Ebenfalls seit 2009 läuft mit ähnlichem Erfolg die Jugendserie „Vampire Diaries“. Vom Konzept her ähnelt die Dreiecksbeziehung der Protagonisten sehr stark an „Twilight“, was wohl kaum ein Zufall ist.

Vampire Diaries vs Twilight

Schlussendlich hatte das Jahr 2009 noch die japanische Highschool-Vampirserie „Koishite Akuma – Vampire Boy“ zu bieten. Vampire in Pink, Augensymbolik mir rosa Herzchen und violette Pentagramme – das ist der Gipfel des schlechten Geschmacks. Wahrscheinlich saugen diese japanischen Vampire sogar rosa Zuckerblut.

Koishite Akuma

Eine weitere Highschool-Vampirserie lief 2009 bis 2012 in Israel. In „Split“ dreht sich alles um die jüdische Halbvampirin Ella, die noch nichts von ihrem blutrünstigen Schicksal weiß und deshalb Hilfe vom Vollblutvampir Leo erhält. 2011 wagte sich ausgerechnet die Ukraine an ein Remake von „Split“, was im Nachhinein äußerst ironisch, denn seit dem Putsch 2014 herrscht dort offene Judenfeindlichkeit.

Split Remake

2010 gab es gleich ein halbes Dutzend neuer Vampirserien. Portugal war erstmalig mit der Seifenoper „Destino Imortal“ sowie der Dramaserie „Lua Vermelha“ („Red Moon“) mit dabei.

Lua Vermelha 2010

Die USA blieben selbstverständlich nicht untätig und lieferten im selben Jahr „The Gates“ und die Comedy-Serie „Vamped Out“ ab.

Vamped Out

Von den Philippinen kam schließlich noch die Soap „Imortal“, in der sich ein Vampir in eine Werwölfin verliebt. Wer das schon kitschig findet, sollte sein Haupt nach Bollywood wenden, wo sich von 2010 bis 2011 die Vampirliebesgeschichte „Pyaar Kii Ye Ek Kahaani“ („A Story of Love“) abspielte.

A Story of Love

In eine ähnliche Kerbe haut die Thailändische Vampirserie „Love Never Dies“ von 2011.

Love Never Dies 2011

Bleiben wir noch etwas in Fernost. 2011 starteten in Südkorea die Comedy-Show „Vampire Idol“…

Vampire Idol

…und die Detektivserie „Vampire Prosecutor“.

Vampire Prosecutor

In Kanada läuft seit 2011 „Mein Babysitter ist ein Vampir“, wo es mal wieder teuflische Pentagramme hagelt. Der Name der Schulmannschaft lautet zudem „WC Teufel“, was irgendwie nach einem Kloreiniger klingt.

WC Devils

WC Pentagramm

Außerdem lief in diesem Jahr die US-Comedy-Horrorserie „Death Valley“ an, in der eine LAPD-Elite-Einheit mit der Bezeichnung Undead Task Force (UTF) gegen Vampire, Werwölfe und Zombies kämpft.

Death Valley Vampir

2013 startete mit „The Originals“ ein Ableger der Serie „Vampire Diaries“. Hinzu kam außerdem eine „Dracula“-Serie, in der sich der Vampirfürst als amerikanischer Unternehmer Alexander Grayson tarnt.

Dracula Serie

Im Jahr darauf folgten „Penny Dreadful“, „The Strain“ und „From Dusk Till Dawn: The Series“. Letztere Horrorserie ist nicht nur an die gleichnamigen Kultfilme angelehnt, sondern viel mehr ein in die Länge gezogenes Remake.

From Dusk Till Dawn Serie

Nach den USA ist Südkorea das Land mit den meisten Vampirserien und so verwundert es nicht, dass dort zuletzt 2014 „Baem-pai-eo-ui kkot“ („Vampire Flower“) und 2015 „Blood“ anliefen.

Vampire Flower Serie

Vampire im Kinderzimmer

Vampirismus macht auch nicht vor Kindern halt. Das fängt schon bei Graf Zahl aus der Sesamstraße an, der den Kleinen neben dem Fürchten auch gleich noch das Zählen lehrt.

Graf Zahl

Die wohl berühmteste Vampirreihe für Kinder ist „Der kleine Vampir” nach der Kinderbuchvorlage von Angela Sommer-Bodenburg. Die erste filmische Umsetzung war eine 13-teilige Fernsehserie, welche 1985 als deutsch-kanadisch-englische Co-Produktion gedreht wurde. Die Hauptrolle des Rüdiger spielte der kanadische Kinderstar Joel B. Dacks, so wie auch fast alle anderen Rollen mit Kanadiern besetzt waren.

Der kleine Vampir 1985 - Joel B Dacks

Die Neuauflage von 1993 war indes eine rein deutsche Produktion, die auf ARD ausgestrahlt wurde. In der ebenfalls 13-teiligen Serie, die auf den Bänden „Der kleine Vampir verreist“ und „Der kleine Vampir auf dem Bauernhof“ basiert, spielten Jan Steilen und Silvio Geßner den kindlichen Blutsauger.

Der kleine Vampir 1993

Im Jahr 2000 erschien zuletzt eine US-amerikanische Verfilmung, die lediglich unter deutscher und niederländischer Coproduktion zustande kam und sich nicht wirklich an die Buchvorlage hielt. Den kleinen Vampir spielte diesmal der Brite Rollo Weeks.

Der kleine Vampir 2000 - Rollo Weeks

Neben Realfilmserien wie dem kleinen Vampir dominieren im Kinderfernsehen selbstverständlich Zeichentrickserien. Zu den ersten gehörte 1988 bis 1991 die französische Kinderserie „Ernest der Vampir“. Mit der grauen Haut, den großen Ohren und den Stoßzähnen sah dieser aber eher wie ein Elefantenmensch aus.

Ernest der Vampir 1988

Die Briten stiegen ebenfalls 1988 mit „Graf Duckula“ in den Zeichentrickvampirmarkt ein. Die Serie mit der vegetarischen Vampirente lief bis 1993 und war zutiefst satanisch und okkult.

Graf Duckula

Bereits im Vorspann ist von „geheimen Ritualen“ die Rede, die alle 100 Jahre stattfinden, wenn der Mond im Sternzeichen des Wassermanns (Wassermannzeitalter) steht. Untermauert wird dies durch ein umgedrehtes Pentagramm mit einem Saturn und einem allsehenden Auge, in dessen Zentrum der Vollmond steht.

Satanic Ritual_1

Satanic Ritual_2

Es geht aber noch eine Spur beknackter. In der deutsch-tschechischen Zeichentrickserie „Die Ketschup-Vampire“ ernährten sich die Langzähne, wie der Titel bereits verrät, von Ketchup. Was da von 1991 bis 1994 produziert wurde, sollte wohl so kindgerecht wie möglich erscheinen.

Ketchup-Vampire

1992 waren wieder die Franzosen am Zug und lieferten „Draculie – Der gruftstarke Vampir“ (Originaltitel: Draculito, Mon Saigneur) ab.

Draculie – Der gruftstarke Vampir 1992

In der kanadischen Serie „Monster Force“ von 1994 kämpften die Protagonisten gegen allerhand Gruselgetier, darunter auch Vampire.

Monster Force Vampir

Ebenfalls aus Kanada stammt die Zeichentrickserie „Mona der Vampir“, die von 1999 bis 2003 produziert wurde.

Mona der Vampir

Man sollte sich nicht wundern, warum es heutzutage so viele Gruftis mit einer Affinität zu Vampiren gibt, denn es handelt sich genau um die Generation, die mit solchen Serien aufgewachsen ist. Damit sich auch zukünftige Generationen in diese Richtung entwickeln, gibt es auch für die Kiddies des neuen Millenniums entsprechende Serien. „Desmodus der Vampir“ (abgeleitet von Desmodus rotundus, einer Vampirfledermaus), der von 2003 bis 2005 über die Bildschirme flimmerte, stammt dabei wieder einmal aus Frankreich. Zu allem Übel basiert diese missratene Gestalt auf einer Kinderbuchserie mit Fäkalfetisch.

Zensiert aus Gründen bloginterner Qualitätskontrolle.

Zensiert aus Gründen bloginterner Qualitätskontrolle.

Zu guter Letzt gibt es noch die 104 Episoden umfassende Zeichentrickserie „Die Schule der kleinen Vampire“, welche zwischen 2006 und 2010 in Deutschland, Italien und Luxemburg produziert wurde.

Die Schule der kleinen Vampire

2012 kam mit „Hotel Transsilvanien“ der erste animierte Film mit Vampiren in den Hauptrollen in die Kinos. Zwar sorgte dieser für einige Lacher, die letztendliche Aussage lautete jedoch, dass die Menschen heute keine Angst mehr vor Monstern haben, sondern diese cool finden. Dafür haben ja nicht zuletzt auch solche Filme und Serien gesorgt.

Hotel Transsilvanien 2012

Pünktlich zu Halloween 2015 kommt übrigens der zweite Teil in die Kinos. Der Enkel von Dracula erhält im Trailer Flugstunden bei Vollmond.

Im selben Jahr wie „Hotel Transsilvanien“ erschien auch „Die Vampirschwestern“. Bei diesem klischeehaften Kinderfilm dauerte es nur zwei Jahre bis zur Fortsetzung „Die Vampirschwestern 2 – Fledermäuse im Bauch“. Auf den Werbeplakaten zu beiden Filmen bilden die beiden Schwestern das Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“.

Vampirschwestern 2014

Hellywoods Blutsauger

Zu den ersten Vampirfilmen zählten „Vampire of the Coast” von 1909 und „The Vampire’s Trail” von 1910. Bereits in dieser frühen Stummfilmära wurde ab 1912 eine regelrechte Lawine in diesem Genre losgetreten, sodass eine detaillierte Betrachtung aller Filme unmöglich ist. Wir beschränken uns daher auf einige ausgewählte Highlights und hängen den Rest als Liste an.

1935 durfte Horrorfilmlegende Bela Lugosi (1882-1956) in „Das Zeichen des Vampirs“ erneut Zähne zeigen, nachdem er 1931 bereits den ersten offiziellen „Dracula“ zum Besten gab.

Im Zeichen des Vampirs 1935

In „The Last Man on Earth” von 1964 bekam es der ebenfalls legendäre Vincent Price (1911-1993) ebenfalls mit vampirartigen Kreaturen zu tun, die allerdings schon eher an Zombies erinnerten.

The Last Man On Earth 1964

1967 lieferte der Satanist Roman Polański seinen „Tanz der Vampire“ ab, welcher 30 Jahre später als Musical adaptiert wurde.

Tanz der Vampire 1967

Vier Jahre nach Erscheinen der Romanvorlage von Stephen King kam 1979 „Brennen muss Salem“ in die Kinos. Der besonders schaurige Vampir war äußerlich an Nosferatu angelehnt und hatte spitze Schneide- statt Eckzähne. 1987 folgte „Salem 2 – Die Rückkehr“ und 2004 erschien das Remake „Salem’s Lot – Brennen muss Salem”.

Brennen muss Salem 1979

„Lifeforce – Die tödliche Bedrohung“ von 1985 war nicht der erste Film, in dem die Vampire aus dem Weltraum kamen, er machte die prä-astronautische Interpretation des Vampirthemas jedoch populär.

Lifeforce 1985

Im gleichen Jahr erschien der Klassiker „Die rabenschwarze Nacht – Fright Night“. Wer den Vampir von Salem schon gruselig fand, wird von der mutierten Amy (Amanda Bearse) gewiss Alpträume bekommen.

Fright Night Amy

Das Remake von „Fright Night“ erschien 2011, gefolgt von der Fortsetzung „Fright Night 2 – Frisches Blut“ im Jahr 2013.

Fright Night Remake & Original

Eine weitere Kultserie startete 1987 mit „The Lost Boys“, der vor allem durch seinen brillanten Soundtrack in Erinnerung blieb.

The Lost Boys 1987

Es vergingen mehr als 20 Jahre, bis 2008 die eher schwache Fortsetzung „Lost Boys 2: The Tribe“ erschien, gefolgt von einem wesentlich besseren „Lost Boys: The Thirst” im Jahr 2010. Von der Originalbesetzung nahm lediglich der ehemalige Kinderstar Corey Feldman seine alte Rolle des Edgar Frog wieder auf.

Lost Boys The Thirst 2010

1992 kam „Buffy – Der Vampir-Killer“ in die US-Kinos. Der Film war erfolgreich genug, dass Joss Whedon daraus eine Fernsehserie entwickelte.

Buffy 1992

Ein weiterer Klassiker kam 1994 mit der Romanverfilmung von „Interview mit einem Vampir“.

Interview mit einem Vampir 1994

1996 erschien die legendäre Horrorkomödie „From Dusk Till Dawn”. Die Vampire konnten sich in diesem Film nicht nur in Feldermäuse verwandeln, sondern auch in Reptiloiden.

From Dusk Till Dawn Reptotransformation

Bei den Fortsetzungen „From Dusk Till Dawn 2 – Texas Blood Money” von 1999 und „From Dusk Till Dawn 3 – The Hangman’s Daughter” von 2000 führte zwar nicht mehr Robert Rodriguez Regie, dennoch kann man der gesamten Filmreihe Kultstatus zuschreiben.

From Dusk Till Dawn Reihe

Eine ebenso bekannte, wenn auch weitaus unspaßigere Trilogie, ist die „Blade”-Reihe, deren erster Teil 1998 erschien. 2002 folgte „Blade II“ und 2004 „Blade: Trinity”. Der Daywalker aus der Comicvorlage wurde in allen drei Teilen von Wesley Snipes verkörpert. Blacula is back.

Blade Trilogie

1998 wagte sich auch John Carpenter an das Thema „Vampire“.

Mit „John Carpenter’s Vampires: Los Muertos“ von 2002 hatte der Regisseur dann allerdings nicht mehr viel zu tun. Dafür konnte allerdings der Rockstar Jon Bon Jovi für die Hauptrolle verpflichtet werden.

Vampires Los Muertos 2002

Nach den Alienvampiren aus „Lifeforce“ und den Reptiloiden aus „From Dusk Till Dawn“ startete 1999 erneut ein „Angriff der Weltraumvampire“ (Originaltitel: „Teenage Space Vampires“). Dieser fiel jedoch eher trashig aus.

Wo wir schon bei Kitsch sind, „Vampires Anonymous” von 2003 fällt ebenfalls in diese Kategorie. Hier treffen anonyme Bloodyholiker auf dumme Bauerntrottel, die Schafe poppen.

Vampires Anonymous 2003

Im selben Jahr startete die weitaus ernstere und brutalere „Underworld“-Reihe, in der die aristokratischen Vampire gegen die proletarischen Lykaner kämpfen. 2006 wurde die Handlung in „Underworld: Evolution” fortgesetzt, während „Underworld – Aufstand der Lykaner“ von 2008 die Vorgeschichte des Konfliktes schilderte. 2012 ging es mit „Underworld: Awakening” wieder chronologisch weiter.

Underworld Viktor

2004 startete mit der Romanverfilmung „Wächter der Nacht – Nochnoi Dozor“ schon die nächste Filmreihe, in der Vampire auf der Seite der Nacht kämpfen. Die Fortsetzung „Wächter des Tages – Dnevnoi Dozor” kam 2006 in die Kinos. Das Besondere an diesen Filmen war, dass sie aus Russland kamen. Der dritte Teil „Wächter der Dämmerung“, der immer noch in Planung ist, soll jedoch als US-amerikanisches Projekt vom Studio 20th Century Fox realisiert werden.

Wächter der Nacht 2004

Das Highlight des Jahres 2007 war die Comicverfilmung „30 Days of Night”, in welcher sich die Blutsauger 30 Tage lang in der Polarnacht austoben konnten. Eine blutige Schneeballschlacht, die 2010 mit „30 Days of Night: Dark Days” eine unwürdige Fortsetzung fand.

30 Days of Night 2007

2008 wurde der Roman „So finster die Nacht“ John Ajvide Lindqvist verfilmt. In diesem geht es um einen introvertierten Jungen, der sich in ein Vampirmädchen verbliebt. Die gleiche Handlung wurde 2010 unter dem Titel „Let Me In” erneut verfilmt, wobei das Remake dank dem Hitgirl Chloë Moretz in der Hauptrolle ein wenig erfolgreicher lief.

Let Me In 2010

„So finster die Nacht“ war 2008 nicht die einzige Vampirromanverfilmung. Mit „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ begann darüber hinaus die filmische Umsetzung der Romanreihe von Stephenie Meyer. Es folgten 2010 „Eclipse – Bis(s) zum Abendrot“, 2011 „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 1“ und 2012 „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“.

Das Besondere an den Vampiren dieser Filmreihe ist ihre Reaktion auf Sonnenlicht. Dieses bringt sie nicht um, sondern lässt sie glitzern. Als typisch amerikanisches Highschool Girl steht Isabella (Kristen Stewart) auf alles, was glitzert, und heiratet schlussendlich den Vampir Edward (Robert Pattinson). Ihre Schwangerschaft verläuft jedoch mit üblen Komplikationen, weshalb sie wohl doch lieber bei dem Werwolf Jacob hätte bleiben sollen.

Twilight Edward

Die Parodien ließen nicht lange auf sich warten und 2010 erschien „Beilight – Bis(s) zum Abendbrot“. Die Fortsetzung „Die Beilight Saga – Breaking Wind Bis(s) einer heult!“ fiel jedoch wegen unterirdischem Fäkalhumor beim Publikum durch.

Doch zurück zum Jahr 2008, welches weiterhin mit der französischen Komödie „Vampire Party – Freiblut für alle!“ aufwarten konnte.

Eine weitere Top-Komödie des Genres ist „Lesbian Vampire Killers“ von 2009.

Lesbian Vampire Killers 2009

Im selben Jahr erschien auch „Suck – Bis(s) zum Erfolg“, indem eine Rockband auf den Vampirkult setzt. Mit Alice Cooper, Iggy Pop, Henry Rollins (Black Flag) und Moby waren sogar einige echte Stars der Musikbranche dabei.

Suck Alice Cooper 2009

Ebenfalls 2009 erschien „Daybreakers“, in dem fast die gesamte Menschheit mit dem Vampirvirus infiziert wurde. Eine Gesellschaft, die nur noch aus Vampiren besteht und der Menschen als Nahrungsquelle fehlen, ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Wie durch ein Wunder wird jedoch ein Weg gefunden, Vampire zurück in Menschen zu verwandeln. Nur wer will schon ein Mensch unter Vampiren sein?

Daybreakers 2009

Schlussendlich wurden 2009 die ersten drei Bände der zwölfteiligen „Darren Shan“-Romanserie von Darren O’Shaughnessy unter dem Titel „Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire“ verfilmt. Harmlose Vampire für ein junges Publikum.

Mitternachtszirkus 2009

2010 gelang dem deutschen Regisseur Dennis Gansel mit „Wir sind die Nacht” ein ganz großer Wurf. Es handelt sich nicht nur um einen der besten Vampirfilme, sondern auch um ein Glanzlicht der deutschen Filmgeschichte. „Wir sind die Nacht“ ist ein wenig wie die Geschichte vom hässlichen Entlein auf Vampire übertragen.

Wir sind die Nacht 2010

In den USA nahm die Qualität hingegen 2011 mit „Priest“ stark ab. In dieser Dystopie herrschen christliche Fundis über den Planeten, der zu allem Übel auch noch von Vampiren heimgesucht wird. Cool sind in dieser Welt nur die Motorräder. Die Handlung ist dagegen vorhersehbar und die Action höchst unglaubwürdig. Hinfort damit!

Priest 2011

Etwas erheiternder ist da schon „Abraham Lincoln – Vampirjäger“, der ein Jahr später in die Kinos kam. Zwar ist die Action in diesem Film auch nicht immer glaubwürdig und auf historische Korrektheit darf schon gar nicht geachtet werden, aber der Film nimmt sich dafür selbst nicht so ganz ernst und geht daher als Komödie durch.

Abraham Lincoln Vampirjäger 2012

Die Vampire im ebenfalls 2012 erschienenen „Byzantium“ weichen derweil etwas von der Norm ab, denn sie haben keine spitzen Zähne. Dafür haben sie aber einen spitzen Fingernagel, mit dem sie ihre Opfer töten. Die Hauptfigur Eleanor Webb (Saoirse Ronan) achtet allerdings darauf, dass ihre Opfer nur alte Menschen sind, die ohnehin dem Tod geweiht sind bzw. sogar sterben wollen. Der Name „Byzantium“ leitet sich übrigens von dem Puff ab, den ihre Filmmutter Clara (Gemma Arterton) leitet, was ein klein wenig fragwürdig ist.

Byzantium 2012

„Dark Shadows” aus demselben Jahr ist noch eine Spur fragwürdiger. In Tim Burtons hochgradig freimaurerischem Werk geht es weniger um Vampire als viel mehr um Mind Control. Die Hauptrolle spielt passender Weise Johnny Depp.

Dark Shadows 2012

Etwas lustiger mutet da schon „5 Zimmer Küche Sarg“ aus dem Jahr 2014 an.

5 Zimmer Küche Sarg 2014

Die folgende Liste enthält weitere Vampirstreifen, mit Ausnahme der Draculafilme, die wir bereits gesondert in einem Artikel aufgelistet haben. Ebenso fehlen die Kinderfilme, für die ebenfalls ein eigener Artikel veröffentlicht wird.

1912

● „Vampyrdanserinden”
● „In the Grip of the Vampire”

1913

● „The Vampire Of The Desert”
● „La torre dei vampiri”
● „The Vampire”
● „The Vampire”

1914

● „The Vampire”
● „The Exploits Of Elaine”
● „Vampires of the Night”
● „Vesco, The Vampire”
● „The Vampire’s Trail”
● „Vampyre der Großstadt”
● „Saved From the Vampire”
● „The Devil’s Daughter”
● „A Fool there was”
● „Was She A Vampire?”

1915

● „Die Vampire”
● „Zhenshchina Vampir”

1916

● „Kiss of the Vampire”
● „Mister Vampire”
● „Nächte des Grauens”
● „A Vampire Out of Work”
● „The Village Vampire”

1917

● „Magia”

1920

● „The Great London Mystery”
● „Vampire”
● „Der Vampyr von St. Louis”

1922/1923

● „The Blond Vampire”
● „Drakula halála“

1927

● „Um Mitternacht“

1932

● „Vampyr – Der Traum des Allan Grey“
● „Boo“

1933/1935

● „The Vampire Bat“
● „Condemned to Live”

1940

● „The Devil Bat”

1944

● „Frankensteins Haus”
● „The Return of the Vampire”

1945/1948

● „Le Vampire“
● „Abott & Castello treffen Frankenstein“

1952/1953

● „Mother Riley Meets the Vampire”
● „Der Vampyr von Soho”

1956

● „Der Vampir von Notre Dame“

1957

● „Blood of Dracula”

Blood of Dracula 1957

● „Vampiro“

1958

● „Der Dämon mit den blutigen Händen“
● „Der Sarg des Vampiro“

1959

● „Schlechte Zeiten für Vampire“

1960

● „…und vor Lust zu sterben“
● „Die Geliebte des Vampirs“

1961

● „Supermann gegen Vampire“
● „Vampire gegen Herakles“

1962

● „Die Rache des Vampirs“
● „House on Bare Mountain“

1963

● „Der Kuss des Vampirs“

Der Kuss des Vampirs 1963

● „Der Fluch der grünen Augen“
● „Die drei Gesichter der Furcht“

1964

● „Die Todeskarten des Dr. Schreck“

1965

● „Die Gruft der toten Frauen”
● „Orgy of the Dead”
● „Planet der Vampire”

1966

● „Curse of the Vampires”
● „Gespensterparty“

1967

● „Galerie des Grauens“
● „Das Geheimnis der Todesinsel“
● „Frankensteins Monster-Party“
● „Sangre de vírgenes“
● „Zinda Laash“
● „Der Vampir“

1968

● „Goké – Vampir aus dem Weltall“
● „Die Vergewaltigung des Vampirs“
● „Der Todesengel“
● „Laila – Vampir der Lust“

1969

● „Goke – Vampir aus dem Weltall“
● „Das Lustschloss der grausamen Vampire“

1970

● „Die Nackten Vampire“
● „Totentanz der Vampire“
● „Cuadecuc, Vampir“
● „Der Vampir von Schloss Frankenstein“
● „Jonathan“
● „La vampire nue“
● „Beiß mich, Liebling“
● „Gruft der Vampire“
● „Das Schloss der Vampire“
● „Valerie – Eine Woche voller Wunder“

1971

● „Comtesse des Grauens“
● „Gebissen wird nur nachts – Das Happening der Vampire“
● „Blut an den Lippen“
● „Die sieben Pranken des Satans“
● „Nacht der Vampire“
● „Nur Vampire küssen blutig“
● „Requiem for a Vampire“
● „Sexual-Terror der entfesselten Vampire“
● „The Velvet Vampire“
● „Totentanz der Vampire“
● „Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula“

1972

● „Circus der Vampire“
● „Die Nacht der offenen Särge“
● „Horrortrip“
● „Eine Jungfrau in den Krallen von Vampiren“
● „Deathmaster”
● „Night of the Devils”
● „The Night Stalker”

1973

● „Ganja & Hess“
● „Der Fluch der schwarzen Schwestern“
● „Der Schrei des Todes“
● „Die Zärtlichkeit der Wölfe“
● „Female Vampire – Erotikill”
● „Lemora, the Lady Dracula”
● „Leptirica“

1974

● „Die Gruft des Grauens“
● „Captain Krono – Vampirjäger“
● „Die 7 goldenen Vampire“
● „Bat People – Die Blutsauger“
● „Vampira“
● „Vampyres“
● „Woodoo – Orgie des Grauens“

1975

● „Blutsauger“

1977

● „Wampyr“
● „Rabid – Der brüllende Tod“

1978

● „Alucarda, la hija de las tinieblas“

1979

● „Blutdurst“
● „Der Großstadtvampir“
● „Liebe auf den ersten Biss“
● „Liebling, du beißt gut“
● „Schwingen der Angst“
● „Nocturna”

1980

● „Last Rites”
● „Movie Killer”
● „Monster Club”
● „Die schönen Morde des Eric Binford“

1981

● „Der Autovampir“
● „Die Rückkehr der Familie Frankenstein“

1982

● „Anna i wampir”
● „Strasek – der Vampir”
● „The Horror Star”
● „The Living Dead Girl“

1983

● „Begierde“
● „Die unheimliche Macht“
● „Frightmare – Alptraum“

1984

● „Kammer der Schrecken“
● „The Black Room“
● „Bad Blood for the Vampire”

1985

● „Die Einsteiger”
● „Krieg der Vampire“
● „Transsylvania 6-5000“
● „Wenn Vampire lieben“
● „Zwei Vollidioten schlagen zu“
● „Einmal beißen bitte“
● „Vampire Hunter D“

1986

● „Gothic”
● „Ninja the violent Sorcerer”
● „Vamp”

1987

● „Der traurige Vampir“
● „Der Vampir, mein Nagetier“
● „Nachtschicht“
● „Monster Busters“
● „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“
● „Explosion der Leidenschaften“
● „Rampage – Anklage Massenmord“
● „Vampir Party“
● „Le vampire et le lapin“
● „Liebe mit Biss“

1988

● „Der Biss der Schlangenfrau“
● „Dinner with the Vampire“
● „Vampire aus dem All“
● „Mein Nachbar, der Vampir“
● „Graveyard Shift 2“
● „L.A. Midnight“
● „Nosferatu in Venedig“
● „Teen Vamp“
● „Tödliche Lippen“
● „Vampire Princess Miyu“
● „Vampiros Sexos“

1989

● „Beverly Hills Vamp“
● „Midnight Cop“
● „I was a Teenage Zabbadoing“
● „Nightlife“
● „Revivencial“
● „Vampire’s Kiss“
● „Sundown – Der Rückzug der Vampire“
● „Dance of the Damned“

1990

● „Daughter of Darkness“
● „Dreamliners“
● „Iron Thunder“
● „Rockula“
● „Schrei der Stille“
● „Der Tod im Morgengrauen“
● „Pale Blood “
● „Vampyre“

1991

● „Mein Großvater ist ein Vampir“
● „Spaceshift“
● „Children of the Night / Subspecies – In the Twilight“
● „Diener des Bösen“
● „The Deadly Avenger“
● „Vampire in New York“
● „The Lost Platoon“

1992

● „Ein Vampir im Paradies“
● „Bloody Marie – Eine Frau mit Biss“
● „Cronos“

1993

● „Project Vampire“
● „Leif Jonker’s Darkness“
● „Midnight Kiss“
● „Stephen King’s Golden Tales“
● „The Casebook of Sherlock Holmes – The Last Vampyre“
● „Bloodstone: Subspecies II“
● „Tale of a Vampire“

1994

● „Bloodlust: Subspecies III“
●„Accumulator 1“
● „Nadja“
● „Nosferatu – Vampirische Leidenschaft“

1995

● „The Addiction“
● „Eine unheimliche Familie zum Schreien“
● „Night Hunter“
● „Vampire in Brooklyn“ (Regie: Wes Craven)

1996

● „Frankenstein and Me“
● „Bordello of Blood”
●„Macabre Pair of Shorts”
● „Munsters fröhliche Weihnachten“
● „Vampirella“
● „Vampirellas in Ketten“
● „The Vampyre Wars“
● „Shadowzone – Die Vampire von Manhattan“

1997

● „Besucher aus dem Jenseits – Sie kommen bei Nacht“
● „Evil Creatures“
● „Pathos“
● „Revenant – Sie kommen in der Nacht“
● „The Night Flier”
● „Vampire Journals”
● „Jean Rollin’s Vampire”

1998

● „Witchcraft X: Mistress of the Craft”
● „Angel of the Night”
● „Bloodsuckers”
● „Die Weisheit der Krokodile“
● „Kiss my Blood”
● „Razor Blade Smile”
● „Subspecies IV – Im Blutrausch”
● „Sucker the Vampire”
● „Teenager Space Vampires”
● „Vampir der Leidenschaft”

1999

● „Kalter Kuss – Cold Hearts”
● „Vampire Sex – Lady Dracula 3”
● „Vampyre Femmes“

2000

● „Vampire Hunter D: Bloodlust“
● „Blood – The Last Vampire”
● „Dark Angels”
● „I’ve been watching you”
● „Laila – Unsterblich verliebt“
● „Les Vampyres“
● „Mamas Rendezvous mit einem Vampir“
● „Night of the Vampire Hunter”
● „Pure Blood”
● „Convent”
● „Vampire Hunter D: Bloodlust”

2001

● „Frost: Portrait of a Vampire”
● „Mein Bruder, der Vampir”
● „Trouble Every Day”
● „Love Bites“
● „The Forsaken- Die Nacht ist gierig“
● „Dark Species – die Anderen“
● „Königin der Verdammten“
● „Legion of the Dead”

2002

● „Blood Shot”
● „Demon Under Glass”
● „Embrace the Darkness II”
● „Embrace the Darkness III”
● „The Era of Vampires”
● „Reign in Darkness”
● „Sherlock Homes – Der Vampir von Whitechapel”
● „Bloody Mallory – Die Dämonenjägerin“
● „Sangre eterna“
● „Montrak – Meister der Vampire“
● „Hollywood Vampyr“
● „Vampire Clan“

2003

● „Midnight Mass“
● „Chin gei bin / The Twins Effect“
● „Moon Child“
● „Vegas Vampires”
● „Return of the Vampyres”
● „Tsui Hark’s Vampire Hunters – Jagd nach den Vampiren”

2004

● „Vampir”
● „Vampire Hunter D.” (Regie: Sean Gallimore)
● „White Skin”
● „Out for Blood”
● „Vampires vs. Zombies”
● „Vampire Blvd.”

2005

● „Vampire Bats”
● „Way of the Vampire”
● „BloodRayne“ (Regie: Uwe Boll)
● „Bloodsuckers“
● „Fledermäuse im Bauch“
● „Vampires: The Turning”
● „Vampyre Tales”
● „Thralls”

2006

● „After Sundown »
● „Paris, je t’aime – Quartier de la Madeleine »
● „Heubhyeol hyeongsa na do-yeol “
● „Frostbitten”
● „Exit 38”
● „Slayer”
● „The Last Sect”
● „Ultraviolet”
● „Devil’s Den”
● „The Hamiltons”
● „The Thirst”
● „Perfect Creature”

2007

● „Der gefallene Vampir”
● „BloodRayne II: Deliverance” (Regie: Uwe Boll)
● „Brotherhood of Blood”
● „Gothic Vampires from Hell”
● „Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloss Kottlitz“
● „Vampire Noir”
● „Vampire Diary”
● „Die Vampirprinzessin”
● „Billy and Mandy’s Big Boogey Adventure”
● „Rise: Blood Hunter”
● „Revamped”
● „Vampyres”
● „The Insatiable”
● „Vampire Office – Büro mit Biss!”

2008

● „A Vampyre Story”
● „Vampyrer”
● „I Sell the Dead”
● „Thicker Than Water: The Vampire Diaries Part 1”
● „The Quest – Der Fluch des Judaskelch“
● „Die Wilden Kerle 5: Hinter dem Horizont“
● „Her Morbid Desires“
● „Shadowland“
● „Blood Scarab
● „Mutant Vampire Zombies from the ‚Hood!”

2009

● „Rougge the Vampyre”
● „Blood – The Last Vampire”
● „La Femme Vampir”
● „Temptation”
● „The Vampires of Bloody Island”
● „The Elektra/Vampyr Variations”
● „Against the Dark”
● „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“
● „Sunset Vampires – Biss in alle Ewigkeit“
● „Durst“
● „Red Scream Vampyres“
● „Surviving Evil”
● „College Vampires – Transylmania”
● „Bakjwi”
● „Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“
● „Bled“
● „Higanjima – Insel der Vampire“
● „Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken“
● „Buraddo“

2010

● „Prowl“
● „Die Vampir-Attacke“
● „La Femme Vampir Volume 2”
● „Aleya’s Tango: Dreams of a Vampyre”
● „Feast of the Vampires”
● „BloodRayne: The Third Reich” (Regie: Uwe Boll)
● „Dylan Dog”
● „Mein Babysitter ist ein Vampir – Der Film“
● „Ninjas vs. Vampires“
● „Nosferatu. Uzhas nochi“
● „Death Hunter”
● „Dead Cert”
● „Vampire Nation”
● „Kolysanka”
● „Twilight Vamps”
● „Am Ende der Nacht“
● „Vampire – Verstecken war gestern“
● „Die Vampirjäger“

2011

● „Biss zur großen Pause – Das Highschool Vampir Grusical“
● „Vampire Boys“
● „Midnight Son”
● „My Vampire Girl”
● „Bite Marks”

2012

● „True Bloodthirst”
● „Vampire Dog”
● „Vamps”
● „The Thompsons”

2013

● „Vamp U“
● „Undying Love”
● „Only Lovers Left Alive”
● „Phobia“
● „Scharlachroter Winter – Krieg der Vampire“
● „Dreckiges Blut“

2014

● „Vampire Academy“
● „Der Vampir auf der Couch“

Wolfcop – Sex, Drugs und Satanismus

von Shinzon

Nach dem Vampir-Hype kommen Werwölfe gleich an zweiter Stelle. Zuweilen treffen beide Spezies sogar aufeinander, wie z.B. in den „Twilight“- und „Underworld“-Filmen. Streng genommen ist „Wolfcop“ ebenfalls ein solches Crossover, doch steht der Werwolf hier eindeutig im Vordergrund und die Blutsauger sind keine richtigen Vampire. Aber auch sonst bricht diese Horrorkomödie mit den gewohnten Genre-Regeln.

Bereits im Vorspann konfrontiert der Drehbuchautor und Regisseur Lowell Dean die Zuschauer mit Szenen eines schwarzmagischen Rituals, welche mit entsprechend satanistischer Symbolik garniert sind. Das umgedrehte Satanspentagramm ist dabei von zentraler Bedeutung und wird gegen Ende des Vorspanns mit dem allsehenden Auge kombiniert.

01 Pentagramm_1

02 Pentagramm_2

Apropos allsehendes Auge – ein solches gibt es bereits vor Beginn des Films im Clip der Produktionsfirma Ascot Elite Entertainment zu sehen. Es dürfte also klar sein, wohin die Reise geht.

Ascot Eye

Das Erste, was nach dem Vorspann zu sehen ist, sind leere Alkoholflaschen und das Bild einer nackten Frau. Damit wären bereits in der ersten Minute die Alkohol- und Sex-Agenda abgehakt.

03 Quote mit Titte

Außerdem erfahren die Zuschauer gleich zu Beginn, dass Polizeisergeant Lou Garou (Leo Fafard) ein Säufer ist. Sein Name ist übrigens eine Anspielung auf „loup garou“, das französische Wort für Werwolf. Wer diese Sprache versteht, weiß also bereits, wer bald zum Werwolf mutieren wird. Wer auf Lous Sheriffstern am Ärmel achtet, weiß zudem, dass die Gemeinde Woodhaven von Satanisten kontrolliert wird. Während nämlich andere Sheriffsterne 6 bis 7 Zacken haben, handelt es sich bei der Polizei von Woodhaven um ein umgedrehtes Pentagramm.

04 Alkoholiker

Lou passt wahrhaftig in die Gemeinde, denn dort findet gerade ein Trink- und Schießfestival statt. Betrunkene Waffennarren – das kann eigentlich nur in einer Katastrophe enden.

05 Drink & Shoot

Während Sergeant Garou erst mal seinen Kater auskotzt und mit Restalkohol im Blut Auto fährt, gibt es bereits einen ersten kleinen Hinweis, dass in Woodhaven noch mehr vor sich geht als saufen und ballern. Überall hängen Vermisstenanzeigen für Hunde und Katzen. Das perfekte Szanario für ein paar Zahlenspielereien. Die Telefonnummer für die vermisste Katze ergibt z.B. in der Quersumme 33. Obendrein heißt das arme Tier auch noch „Nipples“, was wohl auf die zahlreich vorhandenen Nippel anspielt, mit denen der Film um Quote beim männlichen Publikum ringt.

06 Nipple Cat

Tittengraffitis stehen auch bei den Schmierfinken der Stadt hoch im Kurs. Nebenbei sprayen sie aber gleich noch die Zahl des Teufels an Hauswände. So viel okkulte Symbolik in den ersten drei Minuten ist schon wirklich rekordverdächtig.

07 666 Graffiti

Weiter geht es mit etwas Alkohol- und Aspirinschleichwerbung. Natürlich nur für den Fall, dass jemand noch nicht mitbekommen hat, dass Lou ein Alkoholproblem hat.

08 Alkoholwerbung

Der erste Anruf führt Lou zu seinem Saufkumpel und Waffenhändler Willie Higgins (Jonathan Cherry), der ihm etwas von okkulten Ritualen im Wald erzählt und ein Video von einem Pentagramm an einem Baum zeigt. „Das Zeichen des Antichristen“, wie er meint.

09 Baumpentagramm

In dieser Szene gibt es bereits zwei diskrete Hinweise darauf, was sich hinter dem satanistischen Treiben verbirgt. Zum einen trägt Willie ein T-Shirt mit einer Fledermaus. Das deutet auf Vampirismus hin und es ist auch kein Zufall, warum ausgerechnet Willie mit derartigen Motiven herumläuft.

<10 Fledermausmann

Lou trinkt indes aus einer Tasse mit einem Grey-Kopf, womit eine Verbindung zwischen Vampirismus und Außerirdischen hergestellt wird. Auf den ersten Blick mag die Platzierung solcher Symbole vielleicht zufällig wirken, doch am Ende wird es durchaus noch Sinn ergeben.

11 Believe

Sergeant Garous nächste Station ist die Dorfspelunke, in der sein zukünftiges Schicksal bereits angekündigt wird. Dort läuft er nämlich an einer Wolfsfigur vorbei.

12 Wolffigur

In der Kneipe bleibt es nicht lange friedlich, denn zuerst taucht der örtliche Drogenboss (Jesse Moss) auf, gefolgt von dem Bürgermeisterkandidaten Terry Wallace (Ryland Alexander), der verspricht, die Stadt von Kriminellen zu säubern. Der ideale Zeitpunkt, um ein paar weitere Pentagramme zu platzieren und mit den Freimaurerfarben zu spielen.

13 Terry Button

Der Rest des Tages vergeht wie im Flug, ohne dass Lou das Geringste erreicht. In der Nacht wagt er sich dann jedoch in den Wald, um den Hinweisen von Higgins nachzugehen. Natürlich ist gerade Vollmondnacht und im Wald treiben sich keineswegs nur jugendliche Metalheads herum.

14 Vollmondnacht

Nachdem er Terry kopfüber an einem Baum hängend gefunden hat, bekommt Lou eine übergebraten und das Letzte, was er sieht, sind einige schwarz gekleidete Teufelsanbeter.

15 Satanistenpack

Am nächsten morgen wacht der Trunkenbold total verkatert auf, was an und für sich nichts Ungewöhnliches ist. Seltsam ist nur, dass sein Hemd nach Hund riecht und sein Bart direkt nach der Rasur nachwächst. Am meisten beunruhigt ihn jedoch das umgedrehte Pentagramm, welches man ihm in die Brust geritzt hat.

16 Pentagrammnarben

Kaum hat er den Schock verdaut, wird er zum Fundort einer Leiche in den Wald gerufen. Der Tote ist Terry Wallace, welcher nun ganz gewiss nicht mehr Bürgermeister werden wird. Sein Hals ist wie von einem Tier zerfetzt, weshalb das Trink- und Schießfestival abgesagt wird. Zuletzt fiel das Festival vor 32 Jahren aus und rein zufällig gab es damals ebenfalls eine Sonnenfinsternis, wie sie derzeit kurz bevorsteht. Lou, der sonst wahrlich kein guter Ermittler ist, dämmert allmählich, dass es da einen Zusammenhang geben muss.

Bevor er jedoch seine Recherchen beim allabendlichen Kneipenbesuch vertiefen kann, wird ihm plötzlich schlecht. Er muss die Bardame Jessica (Sarah Lind) kurz allein lassen, auf die wegen der roten Schuhe wohl eher der Namen Dorothy gepasst hätte. Oder soll damit eher angedeutet werden, dass sie die Lady in Rot ist?

17 Rote Schuhe

Rot kommt es auf dem Klo auch aus Lou, was eigentlich ein Fall für den Notarzt wäre. Die erste Verwandlung zum Werwolf ist immer die schmerzhafteste. Ironischerweise hängt über dem Pissoir das Plakat einer Veranstaltung mit dem passenden Titel „Wildman“, welche an einem Freitag den 13. stattfindet. Ein okkultes Datum gepaart mit einem weiteren Hinweis auf Lykantropie, welcher mit dem Veranstaltungsort „Tooth & Nail“ noch etwas auf die Spitze getrieben wird. Die Zähne und Nägel von Lou werden nämlich in den nächsten Sekunden ungewöhnlich scharf.

18 Friday 13

19 Verwandlung

Nachdem Lou im wahrsten Sinne des Wortes sein Gesicht verloren und zwei Kleinkriminelle geschlachtet hat, die Jessicas Kneipe überfallen wollten, wacht er an ein Bett gefesselt auf. Wie sich herausstellt, hat sein Kumpel Willie ihn betäubt und mitgenommen. Um Lou zu beweisen, dass er ein Werwolf ist, kocht er ihm Rührei mit blauem Eisenhut, allerdings hätte bei der hoch giftigen Zutat wohl jeder gespuckt. Während Lou nun damit konfrontiert wird, dass er ein Werwolf ist, zieht Higgins Vergleiche zu Vampiren und trägt dabei abermals ein Fledermaus-T-Shirt.

20 Fledermausvamp 2

An der Arbeit erwartet den Wolfcop ein grausiger Tatort, aber noch ahnt niemand, dass er für die beiden Toten verantwortlich ist. Allerdings findet seine Kollegin Tina (Amy Matysio) ein Gesicht auf der Toilette, welches große Ähnlichkeit mit Lou hat.

21 Facelifting

Nach der Tatortbesichtigung geht Officer Garou wieder seinen Recherchen nach und findet heraus, dass das Verschwinden seines Vaters Ed Garou im Zusammenhang mit den Ereignissen vor 32 Jahren steht. Er selbst war damals erst 10. Bei dem Versuch, die Puzzlestücke miteinander zu verbinden, fallen ihm schließlich wieder die okkulten Symbole ein.

22 Brennendes Pentagramm

Lou leiht sich ein Buch über okkulte Mythologie aus. In diesem steht etwas über das Ritual der Bluttaufe, bei welchem ein Werwolf in einer Vollmondnacht durch ein menschliches Blutopfer geschaffen wird und nicht wie üblich durch einen Werwolfsbiss.

24 Bluttaufe_1

25 Bluttaufe_2

26 Bluttaufe_3

Der Bluttaufe wird schon bald das Ritual der Abrechnung folgen. Zwar sind Werwölfe bei Vollmond nahezu unverwundbar, doch während einer Sonnenfinsternis sind sie geschwächt und damit angreifbar.

27 Abrechnung

Bei der Abrechnung geht es darum, den Werwolf ausbluten zu lassen. Und wer säuft dieses Blut als wäre es Fanta? Laut dem okkulten Buch stecken reptiloide Gestaltwandler hinter allem, welche auch gleich mit dem umgedrehten Pentagramm sowie dem allsehenden Auge in Verbindung gebracht werden. Für diejenigen, die sich schon etwas ausführlicher mit Satanismus und dem damit verbundenen Schlangenkult beschäftigt haben, ist dieser Auftritt der Reptos wahrlich keine Überraschung. Eher eine Bestätigung.

28 Shapeshifters

In der folgenden Nacht will Higgins die Verwandlung von Lou mit seiner Videokamera dokumentieren. Bevor es losgeht, kommt jedoch Tina vorbei und offenbart ihrem Kollegen, dass ihr Vater, dem einst die Dorfkneipe gehörte, vor 32 Jahren verschwand und Ed Garou als einziger nach ihm suchte, bis auch er wenig später verschwand. Lou hat die Parallelen zu seinem eigenen Schicksal und dem Tod von Terry Wallace natürlich längst erkannt.

Kaum ist Tina wieder aus dem Haus, beginnt Lous Verwandlung. Passend zu seinem neuen Outfit verlangt er diesmal nach einem „Wildmen Kentucky Bourbon“. Selbst als Wolf ist er noch ein Säufer.

30 Wildmen

Als nächstes will er seinen Hunger mit Donuts stillen, doch da diese alle sind, beschließt er, die Zelle zu verlassen. In die hatte ihn Willie eigentlich aus Sicherheitsgründen gesteckt. Doch Lou merkt an, dass er nicht einfach nur ein Wolf, sondern ein Wolfcop ist und wie es sich für einen Cop gehört, muss er erst einmal zum nächsten Donutladen. Dort läuft gerade ein Überfall, der ziemlich mies für die Ladenräuber ausgeht.

31 Donutladen

Nach getaner Arbeit wird erst einmal das Polizeiauto umgestylt. Mit der aufgemotzten Karre geht es dann weiter zur örtlichen Drogenscheune, wo sich der Gangsterboss gerade Crystal Meth reinzieht.

32 Meth

Was nun kommt, sind jedoch keine Drogenhalluzinationen. Wolfcop nimmt die Bude komplett auseinander, wobei einige Gangster ihr Gesicht oder gar ihren Kopf verlieren. Am Ende explodiert die Scheune und damit auch der gesamte Drogenmarkt.

33 Gesichtsverlust

Wieder zurück im Revier gibt Jessica sich als Rotkäppchen und versorgt den großen, bösen Wolf mit Alkohol.

34 Rotkäppchen

Das ist aber nicht das Einzige, womit sie ihm dienen kann. Was in den folgenden zweieinhalb Minuten geschieht, lässt sich nur noch mit dem Wort „Zoophilie“ beschreiben.

35 Sodomie

Wie sich nach der fragwürdigen Nummer herausstellt, ist Rotkäppchen nicht ganz diejenige, für die sie sich ausgibt. Jessica betäubt die Bestie mit einem Drink und verwandelt sich kurz darauf in Bürgermeisterin Bradley (Corinne Conley). Das ist dann wohl ein diskreter Hinweis darauf, dass reptiloide Gestaltwandler an der Spitze der Machtpyramide stehen und ihre menschlichen Gegenkandidaten ausradieren, sofern sie Aussicht auf einen Wahlerfolg haben. Für Lou ist es darüber hinaus ein ziemlich fieser Schock, dass sich die heiße Jessica in ein gruseliges, altes Reptil verwandelt.

35 Reptil

Am nächsten Morgen wird Wolfcop von Jessica/Bradley und Willie Higgins in den Wald abtransportiert. Überraschung, sein bester Kumpel ist auch ein Gestaltwandler. Und nicht nur der, sondern ebenso Lous Boss Ray (Aiden Devine), welcher zudem als Chef des Drogenkartells unterwegs ist. Es ist schon praktisch, wenn man seine Gestalt nach Belieben verändern kann. Außerdem erklärt dieses Doppelspiel, warum die Polizei nie ernsthaft etwas gegen das organisierte Verbrechen in Woodhaven unternommen hat. Das Kaff ist schon seit 200 Jahren fest in der Hand der Reptos, die alle gesellschaftlichen Schlüsselpositionen besetzen.

36 Bürgermeisterin

38 Reptoclique

Um ihre Macht weiterhin zu erhalten, müssen sich die Echsenmenschen schon bald wieder am Blut eines Werwolfs nähren. Die Sonnenfinsternis nähert sich bereits ihrem Höhepunkt und Ray Repto hat sogar die passende Schutzbrille dabei. Vor dem rechten Auge ein Pentagon und vor dem linken ein Hexagon.

39 Sonnenbrille

40 Sofi

Willies Fledermaus-T-Shirt ergibt nun ebenfalls endlich einen Sinn, denn er ist es, der Lous Blut zapft. Kurz nachdem das Blutsaufen so richtig in Fahrt kommt, erhält Lou unerwartete Hilfe von Tina, die zuerst Higgins mit dem Snipergewehr eliminiert. Allerdings haben es die beiden nicht nur mit den verbliebenen zwei Reptos zu tun, sondern auch mit Chief Rays Drogengangstern. Der blutige Showdown beginnt, in dessen Verlauf Wolfcop die Drogenmafia dezimiert und Tina ihre Konkurrentin Jessica/Bradley ausschalten darf. Nach dem Tod verwandelt sich die Echsenfrau schließlich in ihre ursprüngliche Form.

41 Toter Repto

Selbstverständlich gewinnen die Guten und alle drei Reptos finden den Tod. Ein wenig überraschendes Ende, für das noch einmal kräftig Fleischwunden verteilt werden.

Fazit: „Wolfcop“ ist alles andere als ein gewöhnlicher Werwolffilm. Zum einen ist er hochgradig okkult, zum anderen offenbart er die Verbindung zwischen Satanismus und gestaltwandlerischen Reptiloiden. Wer etwas auf die Symbolik achtet, kommt schon sehr früh dahinter, dass Woodhaven von Satanisten beherrscht wird, denn der Sheriffstern ist ein umgedrehtes Pentagramm mit zwei Schwertern und genau diese Kombination findet sich auch im Buch über okkulte Mythologie wieder. Mit einem Repto als Polizeichef ist das sicherlich kein Zufall.

42 Pentagramm mit Schwertern

Der Rest des Horrorschinkens besteht eigentlich nur noch aus Alkoholwerbung, nackter Haut und Gemetzel. Abgesehen von etwas Situationskomik ist der Film auch nicht besonders witzig. Interessant ist er maximal für diejenigen, die über die okkulten Abgründe von Hollywood recherchieren, wobei sich dieselben Muster wie in Dutzenden anderer Filme ergeben.

Haarige Stars am Vollmondhimmel – Teil 2

Die größte Popularität erreichten die Werwölfe in den 1980ern. „American Werewolf“ (Originaltitel: „An American Werewolf In London“) von 1981 gilt als Klassiker des Genres. Das Makeup und die Spezialeffekte waren wegweisend für alle weiteren Werwolfsfilme.

American Werewolf 1981

Trotz des Erfolgs kam die Fortsetzung „American Werewolf in Paris“ erst 1997 in die Kinos.

American Werewolf in Paris 1997

1981 kam mit „Ein Werwolf beisst sich durch“ (Originaltitel: „Full Moon High“) auch eine Werwolfkomödie in die Kinos.

Ein Werwolf beisst sich durch 1981

Hinzu gesellten sich die Literaturverfilmungen „Wolfen“ (nach Louis Striebers „Wolfsbrut) und der erste Teil der Howling-Reihe, in Deutschland unter dem Titel „Das Tier“.

The Howling 1981

„Das Tier II“ (Originaltitel: „Howling II: My Sister is a Werewolf“) folgte 1985. Zwei Jahre später kam der dritte Teil, diesmal unter dem deutschen Titel „Wolfmen“. Im englischen Original liefen alle Teile weiter unter der Bezeichnung „Howling“ mit fortlaufender Nummerierung. „Howling IV: The Original Nightmare“ erschien bereits 1988. „Howling V: Rebirth“ ließ wieder zwei Jahre auf sich warten. Der fünfte Teil erschien in Deutschland endlich unter dem Originaltitel, allerdings ohne den Zusatz.

„Final Attack” (Originaltitel: „Howling VI: The Freaks“) erschien 1991, „Howling: New Moon Rising” 1995 und zuletzt „The Howling: Reborn” 2011.

The Howling Reborn 2011

Ein echtes Kuriosum stellt der sowjetische Historienfilm “Die Wolfspfote“ von 1983 dar. In der Regel machten die Werwölfe nämlich einen großen Bogen um den ehemaligen Ostblock. Im Jahr darauf machte der „Monster Dog“ die Filmsets in Spanien und den USA unsicher. In Großbritannien brach indes „Die Zeit der Wölfe“ an, welcher auf einer Kurzgeschichte von Angela Carter basiert. In dieser Literaturverfilmung kam dann endlich auch Rotkäppchen ins Spiel.

Die zeit der Wölfe 1984

1985 kam „The Adventures of a Two-Minute Werewolf” ins Fernsehen und Stephen Kings “Der Werwolf von Tarker Mills“ ins Kino.

Der Werwolf von Tarker Mills 1985

Im selben Jahr kam die Komödie „Teen Wolf“ mit Michael J. Fox in die Lichtspielhäuser. Der Film erfreute sich ausreichender Beliebtheit, um 1987 eine Fortsetzung auf das Publikum loszulassen.

Teen Wolf 1985

1988 erschien u.a. „Lone Wolf“. In „Underground Werewolf“ (Originaltitel: „Cellar Dweller“) aus demselben Jahr erweckt eine Künstlerin einen Comic-Werwolf zum Leben.

Underground Werewolf 1988

Es geht allerdings noch etwas skurriler, wie „Curse of the Queerwolf“ zeigt.

Course of the Queerwolf 1988

Weiterhin erschien 1988 „Meine Mutter ist ein Werwolf“.

Meine Mutter ist ein Werwolf 1988

„Anthony III“ von 1991 verband den Werwolf-Mythos mit dem Fenriswolf der nordischen Mythologie. 1992 ging es weiter mit „Mad at the Moon“ und 1993 mit „Full Eclipse“.

Full Eclipse 1993

1994 durfte Jack Nicholson in „Wolf – Das Tier im Manne“ sein Revier markieren.

Wolf 1994

Das Folgejahr konnte nicht mit so hochkarätig besetzten Filmen aufwarten. „Shriek of the Lycanthrope“ ist weitgehend unbekannt und das „Metal Beast“ der wohl hässlichste Werwolf überhaupt.

Metal Beast 1995

Die Verfilmung von Wayne Smiths „Thor“ unter dem Titel „Bad Moon“ floppte 1995 ebenfalls. In Europa lief „Bad Moon“ erst gar nicht in den Kinos an und erschien in Deutschland nur auf VHS-Kasette. 1996 kam noch ein „Werewolf“ und der weibliche Konterpart „Die Wolfsfrau“.

Die Wolfsfrau 1996

Im deutschen Krimi „Sieben Monde“ aus dem Jahr 1998 wird der Verdacht lediglich auf einen Werwolf gelenkt, aber wie bereits bei „Die Werwölfin“ von 1946 ist kein echter Werwolf im Spiel. Leer gingen die Genrefans 1998 allerdings nicht aus, denn in diesem Jahr erschienen „The Werewolf Reborn!“ und „The Wolves of Kromer“. Zudem gab einen Kurzfilm mit dem Titel „Lycanthrophobia“ und im Jahr darauf „Lycanthrope“.

Lycanthrope 1999

Zum Ende des Millenniums erschien mit „Frankenstein vs. the Werewolf Reborn” wieder ein Crossover, welches zudem „The Werewolf Reborn!“ fortsetzte. Weiterhin startete 2000 die „Ginger Snaps“-Trilogie mit „Ginger Snaps – Das Biest in dir“. 2004 folgte „Ginger Snaps II – Entfesselt“ und 2005 das Prequel „Ginger Snaps III – Der Anfang“, welcher 1815 spielt. Wirklich gut war jedoch nur der erste Teil.

Ginger Snaps 2000

2001 folgte den beiden Mädels das „Wolfgirl“ in einem Fernsehfilm.

Wolfgirl 2001

Ein Jahr später bekamen es ein paar britische Soldaten in den schottischen Highlands mit Werwölfen zu tun und wurden so zu „Dog Soldiers“.

Dog Soldiers 2002

Ebenfalls 2002 kam „Wolves of Wall Street“ heraus. Dieser sollte nicht mit „The Wolf of Wall Street“ von 2014 verwechselt werden, denn es handelt sich mitnichten um die Lebensgeschichte eines Börsenspekulanten, sondern um einen homoerotischen Werwolfstreifen.

Wolves of Wall Street 2002

2003 stieg Japan mit „Werwolf Warrior – Kampf der Dämonen“ ins Werwolf-Business ein. Ebenso dämonisch kam in diesem Jahr der amerikanische „DarkWolf“ daher.

DarkWolf 2003

Weiterhin startete 2003 die „Underworld“-Reihe, in der die Lykaner einmal mehr gegen Vampire antreten. 2006 folgte „Underworld – Evolution“, 2009 das Prequel „Underworld – Aufstand der Lykaner“ und 2012 „Underworld – Awakening“.

Underworld 2003

2004 erschien u.a. „Wild Country“. Außerdem mischte Spanien wieder mit und lieferte „Romasanta – Im Schatten des Werwolfs“ ab, während Japan die Fortsetzung „Werewolf Warrior 2 – Die Rückkehr“ nachschob.

Romasanta 2004

Im Darauf folgenden Jahr beglückte Wes Craven die Werwolffans mit seinem „Verflucht“. Außerdem trieben der „Mexican Werewolf“ und „The Beast of Bray Road“ 2005 ihr Unwesen.

The Beast of Bray Road 2005

2006 begann mit „Big Bad Wolf“, der in Deutschland auch unter dem Titel „Night of the Werewolf – Er wird dich zerfleischen!“ vertrieben wurde.

Big Bad Wolf 2006

Ansonsten bot das Jahr mit „Horrors of War“ einen Weltkriegswerwolffilm und in „Werewolf in a Women’s Prison“ räumte ein Lykaner in einem Frauenknast auf, der von BDSM-Freaks geleitet wird. Offensichtlich ist kein Thema zu krude, um es nicht mit einem Werwolf zu verbinden. 2006 gab es allerdings auch klassische Werwolfslasher wie „The Feeding“…

The Feeding 2006

…und „Skinwalkers“.

Skinwalkers 2006

2007 kamen „Blood and Chocolate“…

Blood & Chocolate 2007

…sowie „Lycan – Angriff der Werwölfe“

Lycan Angriff der Werwölfe 2007

Glücklicherweise blieb der Menschheit zumindest „Werewolf Women of the SS“ erspart, da es sich nur um einen Faketrailer der Grindhouse-Reihe von Tarantino und Rodriguez handelte.

2008 kam „Never Cry Werewolf“ ins Fernsehen.

Never Cry Wolf 2008

Außerdem begann mit „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ die Trilogie nach den Romanen von Stephenie Meyer. In dieser Reihe treffen wieder einmal Werwölfe auf Vampire, doch diesmal herrscht ein distanzierter Frieden zwischen ihnen. Der Konflikt ergibt sich aus der Liebe des Lykaners Jacob (Taylor Lautner), der mit dem Vampir Edward (Robert Pattinson) um die Gunst von Isabella (Kristen Stewart) ringt. Laaangweilig! Die Fortsetzungen „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“ und „Eclipse – Bis(s) zum Abendrot“ erschienen 2009 und 2010.

Twilight Jacob

Im Jahr des dritten Teils kam auch die erste wohlverdiente Parodie „Beilight: Bis(s) zum Abendbrot“. War diese Komödie trotz 4 Nominierungen für die Goldene Himbeere dennoch recht lustig, stürzte die Fortsetzung „Die Beilight Saga – Breaking Wind Bis(s) einer heult!“ dank niederstem Fäkalhumor total ab.

2009 erschien ebenfalls nichts wirklich Gutes zum Thema Werwölfe. Im Fernsehfilm „Thor: Der Hammer Gottes“ durften sich Wikinger mit Werwölfen kloppen, jetzt fehlen nur noch die Gallier. 2010 glänzte dann wieder mit der Neuverfilmung von „Der Wolfsmensch“ aus dem Jahr 1941. Doch trotz Benicio del Toro und Anthony Hopkins in den Hauptrollen, blieb „Wolfman“ hinter den Erwartungen zurück.

Wolfman 2010

Weiterhin erschienen 2010 „Die Nacht der Wölfe“, welcher im 17. Jahrhundert spielt. In einem vergleichbaren Zeitraum ist auch „ Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond“ angesiedelt. Diese durchaus spannende Adaption von „Rotkäppchen“ aus dem Jahr 2011 deutet das Märchen der Gebrüder Grimm einmal mehr zu einer Werwolfsgeschichte um.

Red Riding Hood 2011

Im selben Jahr tischten die Spanier den Gnrefans „Game of Werewolves – Die Jagd beginnt“ auf, welcher das Thema humoristisch verarbeitet.

Game of Werewolves 2011

„Hyenas“ war indes ein kruder Versuch, die Werwolfsthematik auf Hyänen zu übertragen.

Hyenas 2011

Vollkommen für die Tonne war derweil „Strippers vs. Werewolves“. Klingt lustig, ist es aber nicht. Robert Englund spielte schon im wesentlich witzigeren „Zombiestrippers“ mit, ansonsten haben die Filme jedoch nichts miteinander zu tun.

Stripppers vs Werewolves 2011

2012 kam mit „A Werewolf Boy“ überraschend ein Werwolffilm aus Südkorea. Aus den USA kam indes „Werwolf – Das grauen lebt unter uns“.

Werwolf - Das Grauen 2012

Im folgenden Jahr erschien „Wer“. Wer, wie was, wieso weshalb, warum? Das weiß keiner. Weiter geht es im Jahr 2014, in dem mit „When Animals Dream“ Dänemark ins Werwolfgeschäft einstieg. Um international anerkannt zu werden, wurde der Film gleich in freimaurerischem Blau/Rot beworben.

Wenn Tiere träumen 2014

Ebenfalls 2014 kam „Wolfcop“ aus Kanada. „Dirty Harry … only hairier“.

Wolfcop 2014

Zu guter letzt wäre da noch “Wolves“, womit klar sein dürfte, dass auch weiterhin jährlich neue Werwolfsfilme erscheinen werden. Diese Liste wird daher stets unvollständig bleiben.

Wolves 2014

Neben all den Werwolfsfilmen und Crossovern gibt es noch eine ganze Flut von Filmen und Serien, in denen Werwölfe in Nebenrollen auftreten. Darunter der mexikanische „El Castillo des los Monstruous“ (1958), „Da lacht die Gänsehaut“ (1960), „Dracula und seine Opfer“ (1969), „Der Todesschrei der Hexen“ (1970), „Transylvania 6-5000“ (1985), „Monster Busters“ (1987), „Van Helsing“ (2004), Sirius Black in „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (2004) und „Dylan Dog: Dead of Night“ (2010).

Haarige Stars am Vollmondhimmel – Teil 1

Werwölfe eroberten bereits während der Stummfilmära die Leinwände der Welt. Den Anfang machte 1913 „The Werewolf“.

The Werewolf 1913

Es dauerte 10 Jahre, bis sich als nächstes die Franzosen an das Thema wagten und 1923 „Le Loup-garou“ in die Kinos brachten.

Le Loup-garou 1923

Der letzte Stummfilm des Genres war „Wolf Blood“ von 1925. Von diesen drei frühen Werken schaffte es kein einziger in die deutschen Kinos.

Wolf Blood 1925

Der erste Werwolffilm mit Ton erschien 1935. „Der Werwolf von London“ schaffte es zwar bis nach Deutschland, floppte jedoch an den internationalen Kinokassen, da ihm „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ kurz zuvor die Show stahl.

Der Werwolf von London 1935

1941 erschienen gleich zwei Filme zum Thema – „The Mad Monster“ und „Der Wolfsmensch“.

Der Wolfsmensch 1941

Nur ein Jahr später folgte „Das unsterbliche Monster“.

Das unsterbliche Monster 1942

1943 kam der „Wolf von Malveneur“ in die Kinos. Mit „Frankenstein trifft den Wolfsmenschen“ gab es in diesem Jahr zudem das erste Crossover, welches zur Franksteinreihe der universal Studios gehörte.

Frankenstein trifft den Wolfsmenschen 1943

Auf dem Höhepunkt des 2. Weltkriegs erschienen sogar gleich drei Werwolffilme, was angesichts der deutschen Werwolf-Kommandos rückblickend ziemlich bitter erscheint. In „Frankensteins Haus“ brachte Universal diesmal all seine Monster zusammen, während „Die Rückkehr der Vampire“ erstmals Werwölfe mit Blutsaugern auf der Leinwand zusammenführte. Ein Trend, der sich im Jahr darauf mit „Draculas Haus“ fortsetzte. Der einzige reine Werwolfsfilm im Jahr 1944 war indes „Cry of the Werewolf“.

Cry of the Werewolf 1944

1946 ging man schließlich völlig neue Wege. In „Die Werwölfin von London“ ist zum ersten Mal eine Frau das Monster, doch wie sich herausstellt, ist sie nur ein Mensch. Es handelt sich nämlich keineswegs um einen Monsterfilm, sondern um einen Krimi.

Die Werwölfin von London 1946

Zwei Jahre später folgte mit „Abott & Castello treffen Frankenstein“ noch einmal ein humoristisches Crossover. Danach lag das Werwolfthema erst einmal auf Eis.

Abott & Castello 1948

Erst 1956 wurde das Genre mit „Der Werwolf“ wieder belebt.

Der Werwolf 1956

1957 ging es weiter mit „Der Tod hat schwarze Krallen“ (Originaltitel: „I Was a Teenage Werewolf“), welcher im folgenden Jahr eine Fortsetzung mit dem Titel „Der Satan mit den tausend Masken“ (Originaltitel: „How to Make a Monster“) erhielt.

I Was a Teenage Werewolf 1958

Im Jahr 1961 wurde der Roman „The Werewolf of Paris“ von 1933 unter dem Titel „Der Fluch von Siniestro“ (Originaltitel: „The Curse of the Werewolf“) verfilmt.

The Curse of the Werewolf 1961

1962 folgte die ital.-österr. Gemeinschaftsproduktion „Bei Vollmond Mord“ (engl. Titel: „Werewolf in a Girls’ Dormitory“).

Bei Vollmond Mord 1962

Der 1964 erschienene „Face of the Screaming Werewolf“ war indes nur ein Zusammenschnitt aus „Da lacht die Gänsehaut“ und dem mexikanischen „La Momia Azteca“.

Face of the Screaming Werewolf 1964

1965 war ebenfalls ein mageres Jahr für Werwölfe. Im Episodenfilm „Dr. Terror’s House of Horror” drehte sich die erste Episode um einen Werwolf. Ansonsten gab es nur noch den mexikanischen Horrorschinken „La Loba“.

La Loba 1965

1966 schien es keine Vollmondnächte zu geben und 1967 erschien lediglich „Galerie des Grauens“. 1968 kamen die Werwölfe dann aus Spanien und das gleich im Doppelpack. „Die Vampire des Dr. Dracula“ (Originaltitel: „La marca del Hombre-lobo“) stellte den Beginn der Filmreihe um den Werwolf Graf Waldemar Daninsky dar, deren zweiter Teil „Las Noches del Hombre Lobo“ noch im selben Jahr erschien.

Die Vampire des Dr Dracula 1968

Nicht alle Filme der Reihe wurden ins Deutsche übersetzt. Bei den wenigen deutschen Titeln fällt jedoch auf, dass sie sich auf Vampire beziehen, statt auf die Hauptrolle des Werwolfes. Offenbar glaubte man, dass Blutsauger mehr Kunden anlocken würden als ein haariger Wolfsmensch. Der 1971 erschienene dritte Teil ist ein Paradebeispiel dafür. Der deutsche Titel: „Nacht der Vampire“ (Originaltitel: „La noche de Walpurgis“).

1972 folgten „La Furia del Hombre Lobo” und „Die Nacht der blutigen Wölfe“. Mit letzterem Teil der Waldemar-Daninsky-Reihe schwenkte man in der deutschen Übersetzung endlich auf das eigentliche Werwolfsthema um. Das blieb auch bei „Die Todeskralle des grausamen Wolfes“ von 1973 so. Weiterhin folgten „La Maldición de la bestia“ von 1975, „The Werewolf“ von 1980, „La Bestia y la Espada Magica“ von 1983, „Licántropo: El asesino de la luna llena” von 1996 und schlussendlich „Tomb of the Werewolf“ aus dem Jahr 2004. die Spanier halten mit diesen 11 Filmen den Rekord, was zusammenhängende Werwolfs-Serien angeht.

Tomb of the Werewolf 2004

Rekordverdächtig ist auch der Daninsky-Darsteller Paul Naschy (1934-2009), der in über 60 Horrorfilmen mitspielte. Seine Paraderolle des Waldemar Daninsky spielte er dabei nicht nur innerhalb der entsprechenden Filmreihe. 1970 schlüpfte er zusätzlich für die Horrorkomödie „Dracula jagt Frankenstein“ in den Wolfspelz.

Dracula jagt Frankenstein 1970

Die Italiener können da nicht mithalten und brachten nur vereinzelte Filme wie 1971 „O Homen Lobo“, 1976 „Werewolf Woman“ und zuletzt 1987 den Low-Budget-Streifen „La croce dalle sette pietre“ auf den Markt.

Werewolf Woman 1976

In Frankreich sieht es ähnlich aus. Gehörten die französischen Filmemacher 1923 noch zu den Pionieren des Werwolf-Genres, vergingen zwischen den weiteren Werwolfswerken meist Jahrzehnte. 1975 erschien der Erotikhorror „La Bête“ und das war’s auch schon. „Der Pakt der Wölfe“ von 2001 kann nicht wirklich mitgezählt werden, da es in diesem um dressierte Wolfsbestien geht und nicht um Werwölfe.

La Bete 1975

Die meisten Werwolfsfilme insgesamt kommen, wenig überraschend, aus Hollywood. Dort ging es 1972 mit dem Fernsehfilm „Die Stunde des Wolfs“ weiter. „The Boy Who Cried Werewolf“ von 1973 war dem Titel nach wohl als Anspielung auf den Jungen gemeint, der ständig „Wolf“ rief.

The Boy woh cried Werewolf 1973

1973 wurde „Der Werwolf von Washington“ von der Leine gelassen.

Der Werwolf von Washington 1973

Im folgenden Jahr gab es mit „Scream of the Wolf“ wieder einen TV-Film und mit „Mondblut“ eine Literaturverfilmung nach James Blish.

Mondblut 1974

1975 erschienen „Die Legende vom Werwolf“ und der Fernsehfilm „The Werewolf of Woodstock“. Vier Jahre später kam dann „Wolfman“ in die Kinos.

Wolfman 1979