Werwölfe im Kinderzimmer

Nicht alle Werwolffilme sind FSK 18. Es gibt auch Zeichentrickfilme wie „Scooby-Doo und der widerspenstige Werwolf“ oder „Alvin and the Chipmunks Meet the Wolfman“, in welchem die singenden Nager es mit einem Werwolf zu tun bekommen.

Chipmunkwerwolf 2000

Von 1986-1987 wurde die Zeichentrickserie „Teenwolf & Co.“ produziert, welche auf dem „Teenwolf“-Film von 1985 basiert.

Teen Wolf & Co

Ein ähnliches Format lief als Realserie von 1999 bis 2002 für ältere Kinder und Jugendliche. „Teenage Werewolf“ sollte dabei nicht mit der Jugendserie „Teen Wolf“ verwechselt werden, welche seit 2011 auf MTV ausgestrahlt wird.

Teen Wolf Serie

Die Japaner ließen 2003 die Anime-Serie „Wolf’s Rain“ vom Stapel.

Wolfs Rain Serie

2010 brachte Nickelodeon „Werwolf wider Willen“ ins Fernsehen. Auf dem DVD-Cover zeigt die Hauptdarstellerin mit dem Zeigefingern vor dem Mund, dass bereits Kinderstars wissen, was über die Filmindustrie nicht ausgesprochen werden darf.

Werwolf wider Willen 2010

2010-2011 lief auf Nickelodeon zudem die Serie „Summer in Transylvania“, in der ein Werwolf eine Hauptrolle hatte.

Auch im Bereich Kinderfilme gibt es wieder einige Crossover, in denen Werwölfe in Nebenrollen auftreten. U.a. im Zeichentrickfilm “Frankensteins Monster Party“ (1967) und Disneys „The Halloween That Almost Wasn’t“ (1979). In „Hotel Transylvanien“ aus dem Jahr 2012 gibt es indes nicht nur Werwölfe für die ganze Familie, sondern gleich eine ganze Familie von Werwölfen. Die Fortsetzung kommt im Oktober 2015 in die Kinos.

Hotel Transwerwolf 2012

Werbeanzeigen

Werwölfe in Serie

Es gibt nicht nur hunderte Werwolffilme, sondern auch zahlreiche Werwolfrollen in TV-Serien. Eine der ältesten dieser Rollen ist Eddie Munster, gespielt von Butch Patrick, aus „The Munsters“. Die Serie lief von 1964-1966. Von 1988-1991 gab es eine Neuauflage, in der Jason Marsden die Rolle des Werwolfsjungen übernahm.

Butch Patrick als Eddie Munster.

Butch Patrick als Eddie Munster.

Die erste reine Werwolfserie für Erwachsene hieß schlicht und ergreifend „Werwolf“ und lief von 1987-1988.

Werwolf Serie

Für das weibliche Publikum kam 1990-1991 „She-Wolf of London“.

She-Wolf of London Serie

2001-2002 folgte „Wolf Lake“.

Wolf Lake Serie

2008 wurde auf den Philippinen „Lobo“ abgedreht und im selben Jahr startete die britische Serie „Being Human“ auf BBC. Obwohl „Being Human“ noch bis 2013 lief und mit „Becoming Human“ 2011 ein Spin Off kam, wurde in den USA bereits 2011 ein Remake aufgelegt, welches bis 2014 ausgestrahlt wurde. Das ist wieder einmal typisch amerikanisch – bei ihren eigenen Produktionen pochen sie auf ein strenges Urheberrecht, aber selbst kopieren sie alles, was irgendwann, irgendwo erfolgreich war.

Sehr kreativ: Die Lampe ist ein Vollmond.

Sehr kreativ: Die Lampe ist ein Vollmond.

Neben den reinen Werwolfserien startete 2008 auch „Sanctuary – Wächter der Kreaturen“, in der es von mythologischen Kreaturen nur so wimmelt. Der Hauptcharakter Henry Foss (Ryan Robbins) verwandelt sich im Verlauf der Serie in einen Lykanthropen. Später tauchen noch mehr Werwölfe in der Serie auf, welche es bis 2014 auf vier Staffeln brachte.

In den folgenden Jahren kamen vor allem Vampirserien auf den Markt, in denen aber stets auch Werwölfe eine Rolle spielten. So ab der 3. Staffel „True Blood“ (seit 2008), ab der 2. Staffel „Vampire Diaries“ (seit 2009) sowie deren Spin Off „The Originals“ (seit 2013), in der japanischen Anime-Serie „Dance in the Vampire Bund“ (2010) und im „Lobo“-Sequel „Imortal“ (2010). Ähnlich sieht es in der Märchenserie „Once Upon a Time – Es war einmal“ aus, in der Hauptrolle Ruby (Meghan Ory) eine Werwölfin ist. Ironischerweise tritt Ruby gleichzeitig als Rotkäppchen in Erscheinung.

Once upon a Ruby

2012 wurde dann wieder eine reine Werwolfserie mit dem Titel „Wolfpack of Reseda“ produziert.

Wolfpack of Reseda

Im gleichen Jahr startete die britisch-deutsche Coproduktion „Wolfblood – Verwandlung bei Vollmond“, die sich an ein eher jüngeres Publikum richtet.

Wolfblood Serie

2013 lief „Hemlock Grove“ an. Eine Serie, die im Internet per Streaming ausgestrahlt wurde.

Hemlock Grove

Im Jahr 2014 liefen gleich zwei neue Serien an, in denen die Hauptfiguren Werwölfe sind. In „Bitten“ verwandelt sich die 28-jährige Elena (Laura Vandervoort) nach einem Biss in eine Werwölfin. Daher kommt auch der Serienname, der nichts mit dem deutschen Wort „bitten“ zu tun hat, sondern mit dem englischen Wort für „gebissen“.

Bitten Serie

Die zweite Serie, die in diesem Jahr startete, heißt „Penny Dreadful“ und spielt im England der viktorianischen Ära.

Penny Dreadful

Schlussendlich gibt es noch eine Reihe von Miniserien, in denen mitunter auch Werwölfe vorkommen. Dazu zählen „House of Frankenstein“ (1997) und „Das zehnte Königreich“ (2000).

Literatur zum Heulen

In der Literatur kommen Werwölfe bereits seit der Antike vor. Im fast 4.000 Jahre alten Gilgamesch-Epos verwandelt z.B. die Göttin Ištar einen Schäfer in einen Wolf. Es ist zwar durchaus möglich, dass dieser Epos einen wahren Kern hat, da er Bezug auf reale Ereignisse wie die Sintflut nimmt, doch eine solche Verwandlung ließe sich nur mittels prä-astronautischer Theorien erklären.

Bei der „Naturalis Historia“ von Plinius dem Älteren (ca. 24-79) handelt es sich indes um eine definitiv naturwissenschaftliche Abhandlung, in welcher ebenfalls Wolfsmenschen erwähnt werden. Plinius hielt diese zwar für einen Mythos, doch könnte dieser sehr wohl plausibel durch die Hypertrichose erklärt werden. Dies gilt jedoch nicht für nächtliche Verwandlungen bei Vollmond, wie sie der schwedische Katholik Olaus Magnus (1490-1557) in seinem Werk „Geschichte der nördlichen Völker“ ernsthaft in Erwägung zog. Statt einer wissenschaftlichen Arbeit lieferte Magnus ein religiöses Pamphlet ab, welches aber die Grundlage der modernen Werwolfsliteratur darstellt.

Einer der ältesten Romane des Werwolf-Genres ist “Wagner, the Werewolf” von George W. M. Reynolds, welcher 1846 erschien.

Wagner The Werewolf

In den letzten 25 Jahren erschien eine wahre Flut von Werwolfsromanen, sodass an dieser Stelle eine unvollständige Auflistung ausreichen muss. Wie bereits beim Vampir-Genre dürfte der Markt bald von den Werwolfsgeschichten nach Schema F übersättigt sein.

● Guy Endore: „The Werewolf of Paris“,1933
● Louis Whitley Strieber: „Wolfsbrut“, 1978
● Stephen King: „Das Jahr des Werwolfs“, Kalendergeschichten von 1988, und „Der Werwolf von Tarker Mills“, Kalendergeschichten von 1991
● Roger L. DiSilvestro: „Werwölfe küssen gut“, 1989
● Wayne Smith: „Thor“, 1991
● Laurell K. Hamilton: „Anita-Blake”-Serie, seit 1993
● Gillian Bradshaw: „Das Lied des Wolfes“ (Originaltitel „The Wolf Hunt“), 1997
● Wolfgang Hohlbein: „Wolfsherz“, 1999

Wolfsherz

● Joanne K. Rowling: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, 1999
● Alice Borchardt „Die Silberwölfin“, 2000, und „Der Gesang der Wölfin“, 2001
● Donna Boyd: „Das Haus der Wölfe“ und „Die Schneewölfin“, 2001
● Kelley Armstrong: „Die Nacht der Wölfin“, 2003, und „Rückkehr der Wölfin“, 2004
● Markus Heitz: „Ritus“ und „Sanctum“, 2006

Ritus & Sanctum

● Sarah Baines: „Die Spur der Wölfin“, 2006
● Stephenie Meyer: „Bis(s)“-Serie, ab 2006
● Patricia Briggs: „Ruf des Mondes“, 2007
● Jim Butcher: „Wolfsjagd“, dt. Erstausgabe 2007
● Kit Whitfield: „Wolfsspur“, 2007

Cover in Blau/Rot

Cover in Blau/Rot.

● Lynn Raven: „Werwolf“, 2008
● Kresley Cole: „Nacht des Begehrens“, 2008, und „Versuchung des Blutes“, 2009
● Brigitte Melzer: „Wolfsgier”, 2009

Cover in Blau/Rot

Cover in Blau/Rot.

● Christoph Hardebusch: „Die Werwölfe“, 2009

Noch mehr Blau/Rot-Symbolik…

Noch mehr Blau/Rot-Symbolik…

● Nicholas Pekearo: „Wolfsrache”, 2009

Cover mit allsehendem Auge.

Cover mit allsehendem Auge.

● Carrie Vaughn: „Midnight Hour”-Serie, 2009
● Sandra Henke: „Alphawolf“, 2010 und weitere Bände der „Alpha“-Reihe
● Rainer Stenzenberger: „Berlin Werwolf – Blutsbrüder“ und „Berlin Werwolf – Rache“, 2012

Berlin Werwolf

● Simone Dorra: „Fluchmond“, 2014
● André Wiesler: „Hexenmacher. Die Chroniken des Hagen von Stein“; „Teufelshatz. Die Chroniken des Hagen von Stein 2“; „Wolfsfluch. Die Chroniken des Hagen von Stein 3“
● Lori Handeland: „Night Creature: “Wolfskuss”; „Night Creature: Wolfsgesang”; „Night Creature: Wolfsglut”; „Night Creature: Wolfsfieber”; „Night Creature:. Wolfsbann “; „Night Creature: Wolfspfade”
● Kim Harrison: „Rachel-Morgan“-Serie

Noch mehr allsehende Augen…

Noch mehr allsehende Augen…

Werwolfsmusik

Da es den Glauben an Werwölfe und ähnliche Wesen seit Jahrtausenden in vielen Kulturen gibt, ist es nicht verwunderlich, dass er vielen Künstlern als Inspiration diente. Primär sind Lieder über Werwölfe in musikalischen Subgenres wie Metal und Gothic vertreten. Neben Moonspell ist die „Lykanthropie“/“Lycanthropy“ auch bei ASP und Six Feet Under verbreitet. Den „Werwolf“ beim Namen nennen u.a. Rage und F.R. feat. Casper & Phreaky Flave. Von der Rückkehr des Werwolfs kündet indes „Return of the Werewolf“ von Usurper.

Die deutsche Horrorpunkband Der Fluch veröffentlichte 1982 ein Lied mit dem Titel „Junger Werwolf“, in dem es um den Spaß am Töten geht. Das ist wohl „Die traurige Wahrheit über Werwölfe“, welche auch die Band Transilvanian Beat Club kennt. Die deutsche Pseudo-Gothband E Nomine schilderte in ihrem Stück „Wolfen (das Tier in mir)“ ebenfalls die animalischen Begierden und Taten aus der Sicht eines Mannes, der vom Fluch des Werwolfs betroffen ist.

DeWolff haben ein ganzes Konzeptalbum mit dem Titel „Roux-Ga-Roux“ herausgebracht. Der Wolf steht auf dem Cover aber weniger im Licht des Vollmondes, sondern viel mehr im Zeichen von Venus und Saturn.

DeWolff - Roux Ga Roux

Allerdings sind nicht ausschließlich Männer von diesem Fluch betroffen. Sowohl Megadeth als auch Shakira haben schon über den „She Wolf“ gesungen.

Shakira Wolf

In der Regel dominieren jedoch die patriarchalen Klischees, welche vor allem in der Rock- und Metal-Szene verbreitet sind. Im Bereich Trash Rock’n’Roll wäre da „I am the Wolfman“ von der österreichischen Band The Incredible Staggers, in der Heavy-Metal-Sparte gibt es „Of Wolf and Man“ von Metallica und „Animal“ von Disturbed. “The Animal I Have Become” von Three Days Grace deckt den Bereich Alternative Rock ab, “Sunshine the Werewolf” von The Dillinger Escape Plan ist im Mathcore angesiedelt und die Power-Metal-Band Iced Earth hat ebenfalls einen „Wolf“ in ihrem Musikzoo. Gleiches gilt für die südkoreanische Pop-Band Exo, deren „Wolf“ jedoch musikalisch total aus der Rolle fällt. Der ist bestenfalls Futter für den unangefochtenen „Alphawolf“, den wir bei der thüringischen Death-Metal-Band Eisregen finden.

Als „Alphatier“ bezeichnete sich auch Honey von der Elektropop-Band welle:erdball auf dem 2006 erschienenen Album „Chaos total“. Außerdem fand sich bereits auf dem zweiten Album „Alles ist möglich“ von 1995 die Single „W.O.L.F.“ Offensichtlich „ein Fehler der Natur“, hat dieser Werwolf nur ein Auge.

WOLF

Marius Müller-Westernhagen sieht sich auf seinem neusten Album von 2014 ebenfalls als „Alphatier“, passend mit Werwolfsaugen.

Westernhagen - Alphawolf

Bleiben wir noch etwas in den deutschen Wäldern und machen eine musikalische Reise ins Mittelalter, wo Schandmaul einst den „Wolfsmensch“ und Saltation Mortis den „Varulfen“ besangen. Subway to Sally hatten ebenfalls schon einen „Wolfstraum“, während die deutsche Hard-Rock Band Motorjesus das Werwolfdasein in ihrem Titel „The Howling“ eher als Alptraum betrachtete.

Ein weiteres Verbreitungsgebiet von Werwölfen scheint London zu sein, wo das Thema eher humoristisch bis makaber verarbeitet wird. So z.B. im vielfach interpretierten Gassenhauer „Werewolves of London“ von Warren Zevon (1947-2003) und in „American Werewolves in London“ von Wednesday 13.

Warren Zevon - Werewolfes of London

Ebenfalls Macrabe ist „The Werewolf of Bedburg”, denn dieser wird von der entsprechenden US-Death-Metal-Band besungen. Von „Werewolves of Armenia” weiß indes die deutsche Power Metal-Band mit dem passenden Namen Powerwolf zu berichten.

Powerwolf - Alive in the Night

Da sich Werwölfe bekanntlich bei Vollmond verwandeln, gibt es zahlreiche Titel mit entsprechenden Bezugnahmen. Darunter „Full Moon“ von Sonata Arctica, welches vom Leben eines Werwolfes in Menschengestalt bis zu seiner Verwandlung erzählt. Die meisten Albencover der Band zeigen zudem Wölfe.

Sonata Arctica - The Last Greys

Sonata Arctica Wolf

Sonata Arctica - The Collection

Da könnte man glatt den Mond anheulen. Wobei der Schockrocker Ozzy Osbourne dem bereits 1983 mit seinem Album „Bark at the Moon“ nachkam.

Bark at the Moon

Ceremonial Castings gaben auf einer MCD gleichermaßen ihre „Fullmoon Passions“ offen zu.

Ceremonial Castings - Fullmoon Passions

Songs über den „Wolfmoon“ gab es weiterhin schon von Type O Negative und The Vision Bleak. Die deutsche Mittelalterband In Extremo verarbeitete das Thema ebenfalls in „Schau zum Mond“ und die niederländische Popgruppe Loona besang 1998 in „Hijo de la luna“ die Sage einer Zigeunerin, die den Mond um einen Mann bittet. Im Gegenzug muss sie ihm dafür den Erstgeborenen als „Kind des Mondes“ geben, was allegorisch zu „Werwolf“ zu verstehen ist.

Loona

In „Waking the Demon“ von Bullet for my Valentine geht es indes um einen Jungen, der in der Schule gemobbt wird, bis er sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt und sich an einem seiner Peiniger rächt.

Neben dem Werwolfsthema gibt es noch eine Reihe von Beispielen, in denen Wölfe eine zentrale Rolle spielen, wie die folgenden Albencover zeigen.

Goetia Wolf

Never Cry Wolf

Videoanalyse: Michael Jacksons Thriller

1982 erschien Michael Jacksons Album „Thriller”. Für die gleichnamige Single wurde ein aufwendiges Horrorvideo produziert, in welchem sich der Sänger in einen Werwolf verwandelt. Trotz des hochgradig okkulten Themas betonte Michael Jackson (1958-2009) gleich vorweg, dass er aufgrund seiner persönlichen Überzeugungen mit diesem Film nicht für den Glauben an das Okkulte werben wollte.

01 Hinweis

Das ist ein wenig ironisch, denn zu diesem Zeitpunkt war er bereits komplett von okkulten Symbolen umgeben. Der Hinweis ergibt aber dennoch Sinn, da Michael Jackson wohl tatsächlich nur ein Spielball der okkulten Musikmafia war. Er konnte sich ohnehin nie so ganz mit der satanistischen Elite anfreunden, die im Kern stark rassistisch ist und ihn als Afroamerikaner stets nur ausbeutete. Zwar wurde Jackson ab Mitte der 1980er durch die Hautkrankheit Vitiligo selbst zu einem Weißen, was er jedoch offen bedauerte. Er stand zu dem, was er war und kehrte Sony nach 2000 den Rücken zu.

Ab 2001 sprach er dann mehrfach sehr direkt von einer Verschwörung innerhalb der Musikindustrie, welche sein letztes Album in zahlreichen Negativkritiken verrissen hatte. Bei einem Auftritt am 15. Juni 2002 in London nannte er den damaligen Sony-Chef Tommy Mottola sogar den Teufel. 2009 wurde Jackson schließlich kurz vor dem Beginn seiner finalen Tournee mit dem Titel „This is it“ ermordet.

Gehen wir also davon aus, dass die okkulte Symbolik nicht auf Michael Jacksons eigenem Mist gewachsen ist. Dennoch ist sie in „Thriller“ für jedermann gut sichtbar.

02 Thriller

Das Video beginnt mit einem harmlosen Nachtspaziergang, bei dem Michael seiner Angebeteten einen Verlobungsring überreicht. Er teilt ihr außerdem mit, dass er nicht so wie die anderen Jungs ist. Was er damit meint, zeigt sich kurz darauf, als gegen Mitternacht der Vollmond sichtbar wird.

03 Vollmond

Als die Verwandlung zum Werwolf einsetzt, bekommt Michael nicht etwa Wolfsaugen, sondern Reptilienaugen.

04 Reptojacko

Nun, vielleicht ist er ja auch ein Werkater. So genau kann man das nicht einordnen, aber zumindest würde das seine geschlitzten Pupillen erklären.

05 Verwandlung_1

06 Verwandlung_2

Die nächste Minute hetzt Jacko seine Freundin durch den Wald. Wie sich jedoch herausstellt, ist alles nur ein Film, den er sich mit einer anderen Freundin ansieht. Deren Jacke hat ein blaues Leopardenfellmuster, was sie dezent zu seinem Sexkätzchen degradiert.

07 Sexkitten_1

08 Sexkitten_2

Michaels Freundin rennt aus dem Kino, wo es rechts neben dem Filmtitel gleich mal etwas Schleichwerbung für das verantwortliche Label Sony gibt.

09 Product Placement

Jacko folgt seiner Angebeteten und tänzelt zunächst einmal um sie herum. Auffällig ist, dass Sie eine Blau/Rot-Kombination trägt, während Michael komplett in satanisches Rot gekleidet ist.

10 BlauRot

Seine Worte sind ebenso wenig beruhigend:

„“It’s close to midnight
And something evil’s lurking in the dark
Under the moonlight
You see a sight that almost stops your heart”

“Es ist kurz vor Mitternacht
Und etwas Böses lauert im Dunkeln
Unter dem Mondlicht
Siehst du einen Anblick, der fast dein Herz anhält”

Passend dazu kommen die beiden an einem Friedhof vorbei, auf dem sich alsbald die Zombies aus ihren Gräbern erheben. Eine Stimme verkündet, dass es Mitternacht ist und die betreffenden Kreaturen auf der Suche nach Blut sind.

11 Friedhof

Es folgt der erste Zombiewalk in einem Musikvideo…

12 Zombiewalk

Als das Teeniepärchen von den Zombies umzingelt wird, verwandelt sich Michael plötzlich selbst in einen. Das ist nicht wirklich besser als die Verwandlung in einen Werwolf, ein paar Minuten zuvor. Offensichtlich ist Jacko der Anführer der Untoten und sie tanzen im wahrsten Sinne des Wortes nach seiner Pfeife.

„Cause this is Thriller, Thriller night
And no one’s gonna save you”

“Denn das ist Thriller, Thriller-Nacht
Und niemand wird dich retten“

13 Oberzombie

Seine Freundin flieht indes in eine verlassene Bruchbude, wo sie letztendlich in der Falle sitzt. Passend dazu heißt es im Text:

„You hear a door slam
And realize there’s nowhere left to run
You feel the cold hand
And wonder if you’ll ever see the sun
You close your eyes
And hope that this is just imagination”

“Du hörst die Türe zuknallen
Und realisiert, du kannst nirgendwo hin entkommen
Du fühlst eine kalte Hand
Und würdest dich wundern, wenn du jemals wieder die Sonne siehst
Du schließt deine Augen
Und hoffst, dass alles nur Einbildung ist“

Und tatsächlich: Als Michael nach ihr greift, wacht sie auf. Scheinbar war alles nur ein Traum. Oder doch nicht? In der letzten Einstellung blickt Michael Jackson noch einmal zurück und hat erneut Reptilienaugen. Rechts neben ihm steht ein weißer Obelisk, der den freimaurerisch-okkulten Charakter dieses Musikvideos noch einmal unterstreicht.

14 Reptoobelisk

Okkult ist auch die folgende Textpassage:

„They’re out to get you
There’s demons closing in on every side
They will possess you”

“Sie wollen dich bekommen,
Da sind Dämonen, die von allen Seiten kommen
Sie werden dich besetzen“

Das Lied ist voll von solch dämonischen Szenarios und dreht sich ausschließlich darum, Menschen zu schockieren und zu ängstigen. Selbstverständlich steht dies im Widerspruch zum Hinweis am Beginn des Videos, aber wie gesagt spiegelt dieser nur Michael Jacksons persönliche Meinung wieder und nicht die der Produzenten dieses okkulten Gruseltheaters.

Videoanalyse: Moonspell und der böse Wolf

Die portugiesische Gothic Metal-Band Moonspell kann gleich mit mehreren Songs zum Thema (Wer)Wölfe aufwarten. Bereits auf ihrem Debütalbum „Wolfheart“ finden sich u.a. Songtitel wie „Full Moon Madness“ und „Wolfshade“.

Moonspell - Wolfheart

Weitere Titel zum Thema sind „Wolves From The Fog“ und „Lickanthrope“. Das Video zu letzterem Song ähnelt dem Film „Red Riding Hood“ und macht ebenfalls aus dem Märchen „Rotkäppchen“ eine Werwolfsgeschichte. Bezugnahmen auf das Märchen der Gebrüder Grimm gibt es dabei sowohl in Wort als auch in Bild.

„Little red riding hood
Godspeed, prostitute”

01 Rotkäppchen

Rotkäppchen sucht offenbar einen Hellfire Club auf, in dem direkt neben leicht bekleideten Tänzerinnen ein kleiner, nackter Junge angeboten wird. Eine sehr direkte Anspielung auf rituellen Kindesmissbrauch.

02 Abuse

Unter dem pentagrammartigen Bandlogo gibt es weitere Unzucht. Dabei erscheint kurz ein Regenbogen, der von Luzifers Präsenz kündet. Da Luzifer in der okkulten Astrologie mit dem Planeten Venus assoziiert wird, heißt es im Text entsprechend:

„Under the stars, under Venus”

03 Pentagrammunzucht

In der abgeschmackten Spelunke begegnet Rotkäppchen zudem einem einäugigen Mann…

04 Einauge

…und zwei dämonischen Clowns.

05 Evil Clowns

An der Wand hängt hinter einer Tänzerin eine Sense – Symbol für den Grim Reaper.

06 Sense

Dem Tod läuft Rotkäppchen einen Tisch weiter über den Weg, wo ein paar Idioten russisches Roulette spielen.

07 Russisch Roulette_1

08 Russisch Roulette_2

Kurz vor dem Höhepunkt des Videos begegnet die Lady in Rot dem Betreiber der Spelunke. Dieser ist ein Reptiloid, wie man unschwer an seinen spitzen Zähnen erkennen kann.

09 Repto

Nachdem das geklärt wäre, kommt endlich Sänger Fernando Ribeiro zum Zug. Das umgedrehte Pentagramm am Hals sagt eigentlich schon alles über dessen Gesinnung.

10 Satanist

Er passt also perfekt in die Rolle des Werwolfs.

11 Verwandlung_1

12 Verwandlung_2

Rotkäppchen gerät ihm allerdings zur Femme Fatale, die ihn kurzerhand köpft. Also nix mit:

„Ride the bitch to ecstasy
Can’t go wrong, lickanthrope!”

13 Enthauptung_1

14 Enthauptung_2

Lykanthropie – Das Tier in dir

von Anton Nymous

Legenden von Werwölfen sind vor allem in der nordischen Mythologie verbreitet, woher sich auch der Name ableitet. Das germanische „Wer“ bedeutet „Mann“, während die Bedeutung von „Wolf“ unverändert geblieben ist. Der Wortstamm findet sich weiterhin im niederländischen „weerwolf“ sowie im altenglischen „werewolf“. Die alten europäischen Sagen vom Mannwolf haben überraschend wenig mit den heutigen Darstellungen in Horrorfilmen gemein und reichen sehr weit in die Antike zurück.

Die älteste bekannte Metamorphose eines Menschen zu einem Wolf stammt aus dem sumerischen Gilgamesch-Epos. In diesem verwandelt die Göttin Ištar einen Schäfer in einen Wolf. In der griechischen Literatur sowie in den „Metamorphosen“ des römischen Dichters Ovid wird der arkadische Sagenkönig Lykaon von Zeus in einen Wolf verwandelt, weil er seinem Gott Menschenfleisch vorsetzte. Auffällig ist dabei, dass der Name Lykaon dem altgriechischen Wort „lýkos“ für „Wolf“ ähnelt.

Lykaon (Druck von 1589)

Lykaon (Druck von 1589)

In mittelalterlichen Legenden wurde aus der Strafe der Götter ein Pakt mit dem Teufel. Dieser habe seinen Dienern einen Gürtel aus Wolfsfell gegeben, mit dessen Hilfe sie sich angeblich in Wölfe verwandeln konnten. Teilweise wurden solche Fabeln sogar ernst genommen. Zum Beispiel glaubte der Dominikaner Thomas von Aquin (1225-1274), dass Werwölfe von Dämonen erzeugte Scheinbilder seien. Einige Werwolfsgeschichten kommen allerdings auch ohne Teufel aus. Zu den bekanntesten Werwolfslegenden gehören die isländische „Egils Saga“ aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und die ebenfalls isländische „Völsunga Saga“ aus der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts.

Die Verwandlung bei Vollmond wurde erstmal im 1. Jahrhundert von Titus Petronius Arbiter (14-66) in dessen Erzählung „Gastmahl des Trimalchio“ beschrieben. Bei dieser Episode aus dem Roman „Satyricon“ handelt es sich selbstverständlich nur um eine Phantasiegeschichte. Eine gänzlich ernsthafte Behauptung über nordische Menschen, die sich bei Vollmond in Wölfe verwandeln, stellte dagegen der schwedische Katholik Olaus Magnus (1490-1557) in seinem Werk „Geschichte der nördlichen Völker“ auf. Damit widersprach er Plinius dem Älteren (ca. 24-79), welcher zwar Wolfsmenschen in seiner „Naturalis Historia“ erwähnte, diese aber für ein Gerücht hielt.

Geistliche wie Olaus Magnus waren mit ihren Äußerungen mitverantwortlich, dass im Zuge der europäischen Hexenverfolgung auch zahlreiche Männer der Werwolfsverwandlung bezichtigt und hingerichtet wurden. Bei einem dieser Prozesse wurde der Bauer Peter Stump zusammen mit seiner Geliebten und seiner Tochter hingerichtet. Stump selbst wurde auf besonders grausame Weise zunächst gerädert und anschließend enthauptet. Seine angeblichen Taten wurden im westlichen Rheinland zur Legende und aus seinem Rufnamen Stubbe entwickelte sich der Stüpp.

Andere Werwolfsprozesse können indes mit Wolfsplagen in Verbindung gebracht werden. Neben dem Hunsrück und Westerwald war vor allem Frankreich betroffen, wo es zwischen 1520 und 1630 zu rund 30.000 Wolfsangriffen gekommen sein soll. Dies führte nicht nur zu fast vollständigen Ausrottung der Wölfe in Westeuropa, sondern diente zugleich als Vorwand, unliebsame Personen als Werwölfe zu denunzieren und hinzurichten.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde schließlich eine Verbindung zwischen Lykanthropie und Vampirismus gezogen. In einigen Vampirsagen verwandeln sich demzufolge zum Werwolf mutierte Menschen nach dem Tod in Vampire. Die Verbindung beider Mythen wird in der Bezeichnung „Wudodalak“ deutlich, welche sich von „Wurdalak“ ableitet. „Wurdalak“ wird in den griechischen und slawischen Sprachen gleichermaßen als Bezeichnung für Werwolf und Vampir verwendet und bedeutet „wolfhaarig“. Ähnliche Begriffe gibt es in Serbien („Vukodlak“), Polen („Wilkolak“), Bulgarien und Slowenien („Vrkolak“) sowie in Weißrussland („Wawkalak“).

In der modernen Horrorliteratur und den entsprechenden Filmen treffen Werwölfe und Vampire ebenfalls häufig aufeinander. Allerdings werden sie in den meisten Fällen als verfeindete Spezies dargestellt. Die Werwölfe erfuhren zudem eine starke Wandlung. So wurde zum Beispiel Silber als Waffe gegen Werwölfe entdeckt. Zudem ist Lykanthropie heutzutage keine Strafe der Götter mehr und ebenso wenig ein Geschenk des Teufels. Zum Werwolf wird man in den meisten Fällen nur durch einen Biss von einem selbigen. Zuweilen kann der Fluch wieder aufgehoben werden, wenn das Opfer den Werwolf tötet, von dem es gebissen wurde. In Filmen mit eher wissenschaftlicher Auffassung handelt es sich indes um eine virale Infektion.

Letzteres könnte dabei durchaus eine realistische Erklärung für den Ursprung von Werwolfslegenden sein. Möglicherweise könnten nämlich durch Wolfsbisse übertragene Tollwutinfektionen die passende Inspiration geliefert haben. Ein weiteres Erklärungsmodell bietet die Hypertrichose, bei deren Auftreten an sonst unbehaarten Körperstellen wie dem Gesicht dichtes Fell wächst. Die eine Möglichkeit schließt dabei die andere keineswegs aus.

Barbara "Chewbacca" Vanbeck

Barbara „Chewbacca“ Vanbeck

Die Verwandlung bei Vollmond dürfte indessen auf den Mythos zurückzuführen sein, dass Wölfe den Mond anheulen. Dies ist zwar wissenschaftlich widerlegt, doch wir reden hier von Zeiten, in denen tiefer Aberglaube herrschte und Wissenschaft als Ketzerei galt. Als es in Europa noch dichte Wälder gab, erzeugte nächtliches Wolfsgeheul gewiss so manche Gänsehaut und in Vollmondnächten war dies noch grusliger. Wenn dann noch irgendwo eine Leiche im Wald gefunden wurde, musste dies eine perfekte Steilvorlage für Werwolfsgeschichten sein.

Wolfsmond

Hellywood im Hexenwahn

Es gibt zahlreiche Filme und Serien, die das Hexenthema aus unterschiedlichen Richtungen angehen. Besonders beliebt sind positive Darstellungen, die das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern sollen. Magie wird zu etwas Lustigem und teilweise Spirituellem verklärt, wodurch die Zuschauer an den Okkultismus herangeführt werden.

Eines der bekanntesten Beispiele dürfte die Serie „Verliebt in eine Hexe“ sein, welche mit großem Erfolg von 1964-1972 lief. Man beachte die Klischeehafte Darstellung, inklusive Besenflug vor dem Vollmond.

Verliebt in eine Hexe

2005 wurde noch ein Kinofilm mit Nicole Kidman in der Hauptrolle nachgelegt.

Von 1996-2003 wurde dem Fernsehpublikum „Sabrina – Total verhext!“ im Sitcom-Format aufgetischt. Der „i“-Punkt im Logo ist selbstverständlich ein Pentagramm.

Sabrina verhext

Fehlt noch eine Fantasy-Serie, welche 1998-2006 produziert wurde. „Charmed – Zauberhafte Hexen“ richtete sich dabei gezielt an junge Frauen. Symbolisch wartet „Charmed“ stilgerecht mit Hexenknoten im Intro auf.

Charmed Hexenknoten

In Deutschland gibt es derweil seit 1980 die „Bibi Blocksberg“-Hörspiele, welche später als Zeichentrickserie mit 52 Episoden adaptiert wurden. Es folgten zudem drei Kinofilme in den Jahren 2002, 2004 und 2014. Der Name Blocksberg geht auf eine alte Bezeichnung des Brockens zurück, auf dem alljährlich die Walpurgisnacht zelebriert wird.

Ein harmloser Kinderspaß ist das nicht, sondern eine gezielte Heranführung an okkulte Themen. Gerade Kinder sind leicht zu begeistert und damit auch zu manipulieren. Es kann bei solchen Kinderserien daher durchaus von einer esoterischen Erziehung gesprochen werden. Das schließt natürlich entsprechende Symbole wie das Pentagramm im „O“ sowie die Betonung des linken Horusauges ein.

Blocksberg

In dieselbe Kerbe haut die WDR-Serie „Hexe Lilli“, welche von 2004-2014 produziert wurde. Rein zufällig umfasste die Serie, ebenso wie „Bibi Blocksberg“, 52 folgen. Man achte auch hier wieder auf die zahlreichen Pentagramme, die allein schon im Intro zu sehen sind. Der Knaller ist jedoch der Drache, welcher den Kukulkan auf einer Mayapyramide spielt. Wenn das mal keine satanistische Reptiloidenikone ist…

Hexe Lilli Reptoking

Dann wäre da noch der Saturn…

Hexe Lilli Saturn

…und das „X“ auf Lillis T-Shirt.

Hexe Lilli X

Doch kehren wir zurück nach Hellywood. Dort gibt es noch eine Menge verniedlichende Hexenfilme, die Okkultismus als Spaß für die ganze Familie anpreisen. Darunter „Little Miss Magic – Die kleine Hexe“ und „Verhexte Hexen“, beide aus dem Jahr 1997.

Eine Hexe in Rot...

Eine Hexe in Rot…

Die wohl bedeutendste Filmreihe, die bei weitem die meisten Kinder verhext haben dürfte, ist jedoch „Harry Potter“. Bereits die Romanvorlagen von Joanne K. Rowling waren ein Riesenerfolg und dementsprechend entwickelten sich die Filme mit Daniel Radcliffe in der Titelrolle zu absoluten Kassenschlagern. Der Erfolg riss selbst dann noch nicht ab, als die Filme zunehmend düster wurden.

Startete „Harry Potter und der Stein der Weisen“ 2001 noch mit einer Alterfreigabe von FSK 6, bekamen die späteren Filme, welche bis 2011 erschienen sind, schon nur noch eine Freigabe von FSK 12. Eigentlich wäre sogar eine Freigabe von FSK 16 angebracht gewesen, denn all die schwarze Magie, die finsteren Intrigen sowie abartige Dämonen und Totesser sind das pure Gift für Kinderseelen.

Harry Potter

Ein wesentlich realistischeres Bild von den Abgründen satanistischer Hexenzirkel zeichnete dagegen die Kinderbuchverfilmung „Hexen hexen“ von 1990. In diesem Horrorschinken werden den Hexen im wahrsten Sinne des Wortes die freundlichen Masken vom Gesicht gerissen. Es ist zudem schon extrem zynisch, dass ausgerechnet ein britischer Film vermisste Kinder mit rituellen Morden in Verbindung bringt, da die Heimat von Aleister Crowley seit jeher ein Zentrum für Satanisten, Hexen und Kinderschänder ist.

Hexen hexen

Fragwürdig ist natürlich auch bei diesem Film die Altersfreigabe von FSK 6, da er eine Steilvorlage für Alpträume ist. Auf der anderen Seite schadet es vielleicht nicht, den Kindern ein wenig Angst vor fremden Leuten zu machen, damit sie nicht freiwillig in jede dunkle Limousine steigen…

Kommen wir zum Schluss noch zu den Hexenfilmen für Erwachsene. Einen gewissen Kultstatus hat auf diesem Gebiet „Blair Witch Project“ aus dem Jahr 1999 erlangt. Es ist einer der ersten Filme des Found Footage Genres, welcher als billig produzierte Pseudodokumentation daher kommt. Im Zentrum steht der ruhelose Geist der Hexe von Blair, welche vor rund 200 Jahren in den Wäldern um die Gemeinde Burkittsville von einer Gruppe Kinder gelyncht worden sein soll.

2000 folgte eine Fortsetzung, welche jedoch nicht dem Found Footage Genre zuzuordnen ist. „Blair Witch 2“ handelt viel mehr von okkultem Mind Control. Obwohl der zweite Teil qualitativ besser und wesentlich spannender ist, floppte er an den Kinokassen und erhielt sogar die Goldene Himbeere in der Kategorie „schlechteste Fortsetzung“. Erwähnenswert ist dennoch, dass im Film die Wicca-Bewegung propagiert wird und der Soundtrack u.a. von Marilyn Manson stammt.

Als wesentlich beliebter stellten sich in den letzten Jahren die Hellywood-Adaptionen von Grimms Märchen heraus, in denen es von Hexen nur so wimmelt. Zwar gab es schon eine ganze Reihe älterer Verfilmungen von „Hänsel und Gretel“, doch keine war so erfolgreich, wie der 2013 erschienene „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“.

Dem Erfolg schadete es auch nicht, dass der Film stark anachronistisch ist (Stichworts Gretels Lederhose) und in wichtigen Punkten von der Vorlage der Gebrüder Grimm abweicht. So stellt sich die Mutter der beiden Geschwister als weiße Hexe heraus, womit dem Okkultismus wieder einmal eine positive Seite abgerungen wird. Immerhin geht der Film aber gleichermaßen auf rituelle Kindstötungen in satanistischen Kreisen ein.

Die Mitgliedschaft in einem „Hexenclub“ kann einem wahrhaftig zum Verhängnis werden, wenn man es mit Psychopathinnen zu tun bekommt, die sich dunkler Mächte bedienen. Als Lösung des Problems wird in diesem Film von 1996 natürlich wieder einmal weiße Magie angepriesen.

„Die Hexen von Eastwick“ (1987), zu denen auch die Pop-Ikone Cher gehört, können ähnlich ungute Erfahrungen vorweisen. Die drei sehnen sich nach einem Traumprinzen und ohne es zu wissen, beschwören sie mit ihren stümperhaften Ritualen den Teufel höchstpersönlich herauf.

Zum Schluss wäre da noch die „Paranormal Activity“-Reihe, welche im Found Footage Stil auf den Pfaden von „Blair Witch Project“ wandelt. Allerdings tauchen die „Paranormal Activity“ Filme ab Teil 3 wesentlich tiefer in die Welt der Hexenzirkel ein.

Erfolg im Zeichen des Vollmondes

Unheilig gelang mit dem Album „Große Freiheit“ der große Durchbruch. Auf dem Cover ist sehr auffällig ein Vollmond platziert.

Großer Vollmond rot

Während das Cover der Normalversion in Rot gehalten ist, kommt die Winteredition in Blau daher.

Großer Vollmond blau

Wie wir wissen hat Erfolg seinen Preis und wer die Charts stürmen will, der muss halt dazugehören. Wer darüber hinaus ein großes Massenpublikum ansprechen will, muss obendrein mit seinen alten Fans brechen, was diese dem Grafen bis heute übel nehmen. Statt auf Gothic-Festivals kann der Graf nunmehr im Musikantenstadl auftreten…