Ghostbusters – Gozer der Vernichter

von Shinzon

1984 kam mit „Ghostbusters“ eine Gruselkömodie in die Kinos, die schnell zum Kultfilm avancierte. Die wenigsten wissen jedoch, welch schaurige Botschaften in diesem okkulten Machwerk tatsächlich vermittelt werden. Es geht nämlich nicht um Geister, die in alten Schlössern spuken, sondern um dämonische Wesen aus höheren Dimensionen, die von Satanisten angebetet werden.

Bereits die Eröffnungsszene beginnt mit einer Löwenstatue vor einer Bibliothek, welche in diesem Kontext offensichtlich eine Repräsentation Satans darstellen soll. Im Gebäude wird auch gleich darauf eine Archivarin von einem Gespenst geprankt.

01 Löwenstatue

Die Ghostbusters sind zu diesem Zeitpunkt noch anderweitig beschäftigt. Dr. Peter Venkman (Bill Murray) arbeitet in einem Universitätsgebäude namens „Weaver Hall“, was ein lustiger Zufall ist, da Sigourney Weaver ebenfalls eine Hauptrolle im Film spielt.

03 Weaver Hall

Auf der Bürotür des Parapsychologen hat jemand „Venkman burn in Hell“ geschrieben, was wohl an seinem Umgang mit Probanden liegt. Bei einem Telepathietest lässt er nämlich die Frauen trotz geringer Trefferquote immer gewinnen, während er Männer selbst dann mit Elektroschocks bestraft, wenn sie die Symbole auf seinen Karten richtig erraten.

04 Burn in Hell

Die Hölle beschwört Venkman also selbst herauf. Unter anderem auch mit der ersten Karte, die er hochhält, welche ein umgedrehtes Pentagramm zeigt.

05 Satanic Pentagram

Bevor Peter weiter mit der weiblichen Probandin flirten kann, funkt ihm Ray Stantz (Dan Akroyd) dazwischen und erzählt ihm von der Geistererscheinung in der Bibliothek. Dort wartet bereits Dr. Egon Spengler (Harold Ramis) auf die beiden. Im Keller entdecken die drei zunächst Ektoplasma – eine rotzige Substanz, die Ende des 19. Jahrhunderts bei Seancen in Mode kam. Kurz darauf entdecken die Geisterjäger auch das verantwortliche Gespenst, welches zunächst nach einer verstorbenen Bibliothekarin aussieht. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich jedoch um einen hässlichen Dämon. Keine menschliche Seele nimmt nach dem Tod eine solche Gestalt an.

06 Dämon

Wieder zurück an der Uni, werden die drei Parawissenschaftler vom Campus geworfen. Das Team entscheidet sich, in die freie Wirtschaft zu wechseln und kauft eine heruntergekommene Feuerwehrwache, welche fortan ihr Hauptquartier sein soll. Unterdessen kündigt sich in einem alten Apartmentblock am New Yorker Central Park der nächste Auftrag an. Das gruselige Gebäude sieht schon von weitem aus wie eine babylonische Ziggurat.

07 Ziggurat

Die dämonischen Steinfiguren an der Fassade verschärfen den gruseligen Eindruck zusätzlich. Wer möchte denn in einer solch abscheulichen Bude wohnen?

08 Dämonenfigur

Nun ja, Dana Barrett (Sigourney Weaver) wohnt dort. Diese steigt gerade aus einem gelben Sonnenwagen mit freimaurerischem Schachbrettmuster und bringt ihren Einkauf nach oben.

09 Sonnenwagen

Ihre Zimmernummer ist die 2206. Die 22 steht für das Stockwerk, womit das Zimmer auf dieser Ebene die satanische Nummer 6 hat. Aber im Vergleich zu dem, was noch kommt, ist dieses Zahlenspiel eher harmlos.

10 Zimmer 2206

Unterwegs wird Dana von ihrem nervigen Nachbar Louis Tully (Rick Moranis) aufgehalten. Als wäre der Tag damit noch nicht schlimm genug, fängt es in ihrer Wohnung sogleich an zu spuken, während ironischerweise kurz zuvor ein Werbespot der Geisterjäger im Fernsehen läuft. Erst springen ein paar Eier aus der Packung und fangen auf dem Tisch an zu braten und dann grunzt auch noch der Kühlschrank. In diesem hat sich gerade ein Höllentor aufgetan, in dessen Zentrum eine Pyramide mit abgehobener Spitze steht. Davor sitzt Baphomets Schoßhund und stellt sich Dana als Zuul vor.

11 Zuul Dimension

12 Zuul

Wieder zurück im Hauptquartier der Ghostbusters hat Ray einen alten Schrottwagen besorgt, der noch etwas aufgepimpt werden muss. Die Bude haben sie innerhalb von zwei Tagen komplett renoviert, was eine wirklich beachtliche Leistung ist, und am Einlass sitzt bereits die neue Sekretärin Janine Melnitz (Annie Potts). Der Laden ist also bereit, Dana als erste Kundin zu empfangen, mit der Peter Venkman auch gleich rumschäkert.

Miss Barret war in den letzten zwei Tagen nicht ganz so fleißig und hat nicht mal die Eier auf ihrem Küchentisch entsorgt. Zuul hat sich in der Zwischenzeit allerdings aus dem Kühlschrank verkrümelt, sodass dort noch nur Coca Cola Schleichwerbung auf Dr. Venkman wartet.

13 Coke Werbung

Wirklich helfen kann Peter ihr nicht und nach einigen weiteren Anmachversuchen und sexuellen Belästigungen schmeißt Dana ihn aus ihrer Wohnung. Der nächste Auftrag ist zum Glück etwas weniger attraktiv und führt das Team ins exklusive Sedgewick Hotel. Entweder übernachten dort nur Könige oder die Krone steht für etwas anderes.

15 Sedgewick Krone

Die Vorfälle beschränken sich auf den 12. Stock, wo die Ghostbusters erstmalig auf den grünen Slimer treffen. Um diesen eher harmlosen Fresssack von einem Gespenst einzufangen, richten sie mehr Schaden als Nutzen an. Obendrein raucht Ray auch noch trotz Rauchverbot. Ekelhafte Tabak-Werbung!

16 Raucher

Nachdem alle Kronleuchter im Speisesaal zerstört sind, ist der Schleimteufel endlich eingefangen und die Jungs haben tatsächlich noch die Dreistigkeit, eine Rechnung zu stellen.

17 Geisterjagd

Aber das dekadente Hotel kann es sich ja leisten. Immerhin haben sich die Betreiber schon vergoldete Venusmuscheln in den Wandnischen geleistet.

18 Venusmuschel

Apropos vergoldet. Im nächsten Zusammenschnitt von weiteren Geisterjagten sieht man eine vergoldete Statue, die offensichtlich Prometheus darstellen soll.

19 Prometheus

Die Ghostbusters sind derweil auf Erfolgskurs und erzeugen immer neue Schlagzeilen. Nach den ganzen paranormalen Vorfällen bekommt Ray sogar feuchte Träume von Geistern.

20 Spirituelle Belästigung

Die Auftragslage entwickelt sich dermaßen positiv, dass das Team Zuwachs benötigt. Dieser wird beim Vorstellungsgespräch gefragt, ob er auch an UFOs glaube. Oberflächlich betrachtet hat diese Frage nichts mit dem Berufsbild der Geisterjägers zu tun. Es sei denn, hier wird wieder einmal eine Verbindung zwischen Dämonen und Außerirdischen gestrickt.

Während Neuzugang Winston Zeddemore (Ernie Hudson) die Geisterfallen leeren darf, bringt Peter seiner Lieblingskundin neue Informationen. Zuul ist offenbar ein antiker Dämon, der von den Hethitern, Mesopotamiern und Sumerern angebetet wurde. Der Günstling von Gozer trieb sich also im alten Babylon herum. Die Namen der Dämonen sind natürlich frei erfunden, wichtig ist aber, worauf hier angespielt wird. Zuul und Gozer müssen einfach nur durch babylonische Gottheiten ausgetauscht werden und schon ergibt sich da ein Muster.

Bevor die Geisterjäger ihren größten Auftrag angehen, bekommen sie jedoch Besuch vom Umweltamt. Walter Peck (William Atherton) wirft den Parawissenschaftlern Umweltverstöße vor und tatsächlich platzt ihre Endlagerstätte für Dämonen bald aus allen Nähten. Als wäre das noch nicht schlimm genug, erwachen die dämonischen Steinfiguren auf dem Dach von Danas Gruselbude zum Leben. Übrigens genau in dem Moment, wo die Obelisken auf dem Dach von Blitzen getroffen werden. Das bestätigt natürlich die Theorie, dass diese phallischen Objekte Energieantennen sind.

21 Antenne

22 Energie

23 Erwachen

Kurz darauf bekommt Dana Barrett erneut Besuch von Zuul. Um sie an der Flucht zu hindern, wird sie von drei dämonischen Pranken gepackt, die aus ihrem Sessel kommen. Eine greift sie an die linke Brust, eine andere kommt ihr aus dem Schritt. Ziemlich sexistisch diese Dämonen.

24 Grabschgeist

26 Küchenhund_2

Während Zuul in Danas Körper fährt, crasht der andere Baphomet die Party ihres Nachbarn Louis und ergreift von diesem Besitz. Fortan nennt er sich Vinz Clortho, Schlüsselmeister von Gozer. Diese Szenen gehören zu den gruseligsten des gesamten Films. Und mal ehrlich, die Kreaturen sind das Werk von echten Hardcore-Satanisten.

27 Vinz_1

Baphomet 1

Als Peter erneut Dana besucht, hat diese sich als Lady in Rot verkleidet und gibt sich als Torwächter zu erkennen. Wie es sich für eine Femme Fatale gehört, spielt die besessene Dana die sexuelle Karte. Nur steht Dr. Venkman nicht auf knurrende Succubi, die einen Meter über ihrem Bett schweben. Das wäre jetzt eigentlich der passende Moment für einen Exorzisten.

31 Lady in Rot

30 Lady in Luft

Vinz Clortho belästigt indes Leute auf offener Straße und wird schließlich von der Polizei bei den Geisterjägern abgegeben. Diesen erzählt er von antiken Kataklysmen in Zeiten, zu denen Gozer zuletzt auf Erden weilte. Wie ein Infrarotbild zeigt, ist er von Baphomet besessen.

31 Besessen_1

32 Besessen_2

Passend dazu zitieren Ray und Winston auf der Heimfahrt aus dem Buch der Offenbarung. Das Brechen der sieben Siegel ist eine perfekte Parabel auf das, was Walter Peck am nächsten Morgen vorhat. Als dieser nämlich den Reaktor der Geisterjäger abschalten lässt, hat dies das erste Zeichen der nahenden Apokalypse zur Folge. Die Dämonen brechen aus dem Endlager aus und strömen als Orbs über den Big Apple.

Das gruselige an dieser Szene ist, dass sie stark an einige UFO-Sichtungen rund um den Globus erinnert, bei denen der Himmel jeweils von hellen Lichtbällen bedeckt ist. Es gibt sogar Videoaufnahmen, die zeigen, wie solche Orbs aus einem leuchtenden Riss kommen, bei welchem es sich um einen Dimensionsübergang handeln könnte.

33 Orbattacke

Aufgrund von Pecks arrogantem Verhalten wird New York von Dämonen heimgesucht und zu allem Übel ist auch noch der Schlüsselmeister entkommen. Übrigens gibt es im Illuminati Card Game von 1995 eine Karte, die einen ähnlichen Dämonenangriff ankündigt. Ein solches Szenario ließe sich gewiss mit einer Hologrammshow und Halluzinogenen im Trinkwasser inszenieren.

PlagueofDemons

Die Geisterjäger verpassen die Show jedoch, weil sie inhaftiert werden. In der Zelle erklärt Egon, was es mit dem gruseligen Gebäude auf sich hat, in dem Dana wohnt. Das Dach ist wie eine gigantische Antenne gebaut und er gibt zu bedenken, dass die Eisenkonstruktion dieselbe Telemetriestruktur aufweist, welche die NASA benutzt, um Pulsare aufzuspüren.

Die Verbindung der NASA zu paranormalem Hokupokus ist dabei keineswegs fiktiv, wenn man bedenkt, dass der Raketenwissenschaftler und Satanist Jack Parsons vor jedem Raketenstart okkulte Rituale abgehalten hat. Die wissenschaftliche Mission der NASA ist nur ein Themenfeld, welches für die Öffentlichkeit gedacht ist. Hinter dieser Fassade geht es um Kontakte mit Außerirdischen bzw. extradimensionalen Intelligenzen.

Doch zurück zu dem Gebäude, welches nichts anderes ist als ein Dimensionstor. Der Name des Architekten lautet Igor Szandor, wobei der Nachname eine Anspielung auf den zweiten Vornamen des Church of Satan Gründers Anton Szandor LaVey sein dürfte. Igor Szandor war ein antihippokratischer Arzt und gründete 1920 die Geheimgesellschaft der Gozer-Anbeter. Ob nun Gozer oder Satan angebetet wird, läuft auf dasselbe hinaus, allerdings war LaVey kein Arzt, sondern Organist. Mit dem Beruf wird wohl eher angedeutet, dass viele Ärzte Okkultisten und daher nicht unbedingt vertrauenswürdig sind.

Die Gozer-Anbeter führten jedenfalls bizarre Rituale auf dem Dach ihres Gebäudes durch, welche das Ende der Welt einläuten sollten. Nun, da sich das Ende nähert, fragt sich aber, wo dieser Geheimbund mit seinen über 1.000 Anhängern abgeblieben ist? Müssten die nicht alles daran setzen, die Geisterjäger von ihrem Heiligtum fernzuhalten? Wäre es nicht realistisch, wenn sie gesellschaftliche Schlüsselpositionen wie das Amt des Bürgermeisters besetzt hätten?

Dieser lässt die Ghostbusters stattdessen aus ihrer Zelle holen und küsst erst mal den Ring eines katholischen Kardinals, der wahrscheinlich Jesuit sein dürfte. Seltsamerweise weiß der Kirchenmann keinen Rat und hält den okkulten Zauber sogar für ein Zeichen Gottes. So werden also die Geisterjäger entsandt, die Welt zu retten. Das wird auch höchste Zeit, denn der Schlüsselmeister ist inzwischen beim Torwächter angekommen.

35 Küss den Ring

34 Beine breit

Vor der Ziggurat werden die Geisterjäger erst mal von einer Erdspalte verschluckt, entkommen dem Angriff jedoch. Ob die Gebete der Nonnen und Rabbis vor dem Gebäude wohl etwas genützt haben? Zuul und Vinz hatten derweil schon etwas mehr Spaß und haben sich auf dem Opferalter zwischen zwei Obelisken gepaart. Wie unter Alkoholeinfluss ist auch Sex unter Besessenheit keine gute Idee, da man zuweilen erschrecken kann, neben wem man danach aufwacht. Nun, zumindest Louis dürfte mit dem Ergebnis glücklich sein.

37 Opferaltar

Die Ghostbusters sind inzwischen im 22. Stockwerk angekommen. Diese Zahl an sich ist schon bedeutsam, aber von Danas Apartment geht es noch eine weitere Treppe hinauf. Das Höllentor öffnet sich also auf der Ebene Nummer 23 – die Zahl der Illuminaten, welche für Zerstörung steht.

38 22 plus 1

Leider kommen die Geisterjäger zu spät, denn das Höllentor öffnet sich bereits und die beiden Besessenen verwandeln sich in satanische Kreaturen. Als Zugabe gibt es noch einen roten Himmel. Der steht ja immer wieder im Zusammenhang mit der Apokalypse.

39 Dimensionstor_1

40 Dimensionstor_2

41 Verwandlung_1

42 Verwandlung_2

Das Dimensionstor ist natürlich eine Pyramide mit illuminierter Spitze und wird von zwei weiteren Obelisken flankiert, welche die Säulen Jachin und Boas repräsentieren.

43 Hellgate_1

44 Hellgate_2

Bei genauerer Betrachtung ist an einer Wand vor dem Höllentor noch ein Wassermannkopf zu sehen. Hier wird unverhohlen das esoterische Wassermannzeitalter angekündigt, welches durch Gozers alias Satans Ankunft eingeläutet wird.

45 Wassermann

Passend dazu fragt Gozer, ob Ray ein Gott ist. Dieser verneint zunächst, woraufhin Gozer die Geisterjäger mit Machtblitzen zu töten versucht. Okay, der Dämon ist ein Sith-Lord.

46 Gozer

47 Machtblitze

Nach der Attacke meint Winston zu Ray, dass er das nächste Mal auf die Frage, ob er ein Gott sei, mit „ja“ antworten soll. Damit wird wieder mal das esoterische Konzept von der Gottwerdung des Menschen propagiert, was zu dem Hinweis auf das Wassermannzeitalter passt. Gesagt getan setzen sie zum Gegenangriff an, doch Gozer löst sich einfach nur in Luft auf. Offensichtlich ist die Kreatur körperlos, wobei der Hinweis, dass Gozer jede Form annehmen kann, äußerst interessant ist. Der Dämon könnte also auch als Außerirdischer in Erscheinung treten, wenn er das wollte.

48 Gozerposer

Als körperlose Stimme fordert Gozer die vier auf, die Form des Vernichters zu wählen. Venkman nennt dazu als Beispiel den Hochgradfreimaurer Josef Stalin, was wohl kein Zufall sein dürfte. Die Wahl fällt allerdings dank Rays Kindheitserinnerungen auf den Marshmallow-Mann. Dieser trampelt erst mal eine Kirche nieder, was die Zerstörung des Christentums durch den Antichristen versinnbildlichen soll.

49 Kirchenkiller

Mit den Protonenstrahlern können sie das Monster lediglich in Brand setzen. Da die Welt ohnehin unterzugehen droht, entscheiden sich die Geisterjäger, die Ströme der Protonenstrahlen zu kreuzen. Dadurch wird das Höllentor versiegelt, der Marshmallow-Mann wird gegrillt und es gibt eine gigantische Explosion, die eigentlich keiner auf dem Dach hätte überleben können.

50 Gekreuzte Ströme

51 Explosion_1

Dem gutgläubigen Publikum zuliebe überleben es die Geisterjäger aber doch. Sogar Dana und Louis lassen sich aus den Kadavern der Höllenhunde schälen. Warum aber muss Dana dabei stöhnen, als hätte sie gerade den tollsten Orgasmus ihres Lebens gehabt? Wahrscheinlich dem männlichen Publikum zuliebe. Zum Schluss werden die Ghostbusters gebührend gefeiert und Dan Akroyd darf noch mal für Marlboro Werbung machen.

53 Malboromann

Fazit: Was auf den ersten Blick wie eine Komödie wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als extrem Furcht einflößender Horrortrip. „Ghostbusters“ zieht dabei von Freimaurersymbolik über theosophische Esoterik bis hin zum Satanismus wirklich alle Register. Es geht um nichts Geringeres als um die Ankunft des Antichristen, die Apokalypse und das anschließende Wassermannzeitalter. Das Ganze spielt dann auch noch im Big Apple, was ja an sich schon eine Anspielung auf den Sündenfall ist.

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Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

06 Salinta_4

Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

18 Grey Abduction_1

19 Grey Abduction_2

Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

35 Abduction_1

36 Abduction_2

37 Abduction_3

Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

39 Naboo_1

40 Naboo_2

Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

41 Eulenmann

Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

42 Kerzenbude

Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

43 Jungbrunnen_1

44 Jungbrunnen_2

45 Jungbrunnen_3

Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

47 Kuat x 2

Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

48 2001 Elysium

Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

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Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

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Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

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Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

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Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

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Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

D-Generation X

Die D-Generation X war eine Wrestlergruppe innerhalb des WWE, welche 1997 bis 2000 sowie 2006 bis 2010 bestand. Die Frage nach dem okkulten Hintergrund des X erübrigt sich, da die rebellischen Auftritte und obszönen Gesten der DX für sich sprechen. Zudem sind wir bereits auf die satanistischen Umtriebe des World Wrestling Entertainment eingegangen.

D-Genital X

Natürlich kommen die geistig de-generierten Clowns nicht ohne Baphomet-Gesten aus.

D-Generation Baphomet

Im X versteckt sich zuweilen ein Doppelblitz.

D Generation X Blitz

Auf dem folgenden Bild wird dann noch ein entweihtes Kreuz mit Totenschädel gekrönt und das X mit einem babylonischen Kreuz verziert, welches schon die Templer nutzten.

D Generation X

Peter Fitzek – Wenn ich König von Deutschland wär’

von Shinzon

Deutschland hat ein Problem. Es ist nicht wirklich souverän – weder innerhalb der EU noch gegenüber den USA. Die Regierung stört sich jedoch nicht daran, sondern ist im Gegenteil sogar stolz auf ihre Vasallentreue. Im Bundestag wimmelt es von Bilderbergern sowie Vertretern der Atlantik-Brücke, des CFR und der Trilateralen Kommission.

Die Deutschen fühlen sich vollkommen zu recht von dieser Regierung verraten, die erst schwört, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, dann aber Abkommen wie den ESM oder TTIP unterzeichnet. Wir leben in einer Lobbykratie, in der Politik für Banken und Konzerne gemacht wird. Das ist die traurige Wahrheit. Eine Wahrheit, die sich radikale Gruppen wie die Reichsdeutschen zunutze machen. Sie nutzen das Misstrauen in die etablierte Politik geschickt aus, um Menschen für ihre eigenen Machtphantasien zu begeistern.

Selbstverständlich ließe sich die Souveränität auch auf demokratischem Wege wiederherstellen. Aber das ist nicht im Interesse der Reichsdeutschen, die lediglich eine Diktatur durch eine noch schlimmere austauschen wollen. Wahlweise wollen sie zurück ins 3. Reich oder gar ins Kaiserreich. Eine einzigartige Ausnahme in dieser Bewegung bildet Peter Fitzek, der vorwärts in die Monarchie will. Das ist in etwa so, als würde man im Rückwärtsgang vorwärts fahren wollen.

Bevor wir jedoch zur Gründung des Scheinstaates NeuDeutschland kommen, werfen wir kurz einen Blick auf das Leben von Peter Fitzek. Er wurde 1965 in Halle geboren und hat zwei Kinder aus einer Ehe Anfang der 1990er Jahre. Beruflich unterhielt er mehrere Läden, eine Bar und ein Tattoo-Studio. Seit 2000 betreibt er in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) einen Buchladen für Esoterikliteratur und schrieb 2005 sein eigenes Buch „Wege zur Entdeckung feinstofflicher Welten“. Er ist zudem Dauergast in Esoteriksendungen wie Norbert Brakenwagens Time To Do und Jo Conrads Bewusst TV.

Seine politische Karriere begann Fitzek 2008 mit seiner Kandidatur für den Oberbürgermeisterposten in Wittenberg. Bei der Wahl erhielt er jedoch nur 0,7% der Stimmen. Das Rathaus wird er weder als Bürgermeister noch als Bürger je wieder betreten, denn zwei Jahre später erhielt er ein Hausverbot. Dazu kam es, weil er 2009 und 2010 mehrfach Sachbearbeiterinnen angepöbelt und sogar tätlich angegriffen hatte. Fitzek wollte dabei allen Ernstes eine Mitarbeiterin des Rathauses verhaften, was Zweifel an seiner geistigen Gesundheit aufkommen lässt.

2009 kandidierte er zur Bundestagwahl abermals als unabhängiger Direktkandidat für den Wahlkreis Wittenberg-Dessau und erhielt wieder nur 0,7%. Man kann nur darüber mutmaßen, dass diese beiden Misserfolge den gelernten Koch dazu getrieben haben, sein eigenes Süppchen zu kochen. Es ist offensichtlich, dass Peter Fitzek mit der Realität nicht klar kommt und sich deswegen seine eigene Fantasy-Welt erschafft.

Bevor er sein eigenes Königreich ausrief, hob er am 13. Juli 2009 zunächst seinen Verein NeuDeutschland aus der Taufe. Er behauptete dabei, seinen eigenen Staat innerhalb der BRD errichten zu können, da er nicht als natürliche Person ausgewiesen sei. Warum und vor allem auf welcher Grundlage er kurz darauf für den Bundestag kandidierte, ist angesichts dessen fraglich. Immerhin spricht er der BRD und damit auch dem Bundesparlament jegliche Legitimität ab.

Diese offensichtliche kognitive Dissonanz zieht sich durch das gesamte Konzept des NeuDeutschland-Vereins. Dieser sieht sich zwar keineswegs als rechtsextrem, fordert jedoch die Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937. Also ein eher altes als neues Deutschland. Den östlichen Nachbarländern dürfte dieses aufgewärmte Konzept vom Lebensraum im Osten gewiss gar nicht gefallen und ohne einen Krieg lässt sich diese Forderung wohl auch nicht durchsetzen. Unter anderem aus diesem Grund wurde dem Verein am 30. Juli 2010 vom Landgericht Stendal die Gemeinnützigkeit aberkannt.

Fitzek will dennoch im Rückwärtsgang nach vorn, was nur einer Katastrophe enden kann. Wenn es ihm nur darum ginge, in Polen oder Tschechien leben zu wollen, könnte er dies dank der europäischen Freizügigkeit längst tun. Klar müsste er dann eine fremde Sprache lernen und bei einem dauerhaften Umzug eine andere Staatsbürgerschaft annehmen. Da er Letzteres aber nun einmal nicht will, schwelgt er in großdeutschen Allmachtsphantasien, die ihm nichts außer einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz eingebracht haben.

Die Rückforderung der Ostgebiete ist purer Revanchismus, mit dem Fitzek bestenfalls bei Erika Steinbach und der NPD punkten kann. Der einzige Unterschied zu den Reichsdeutschen besteht darin, dass der Verein NeuDeutschland eine neue Verfassung erarbeitet hat, statt die des deutschen Reiches zu übernehmen. Auf die Idee, das tendenziell gute Grundgesetz als Verfassung zur Abstimmung zu stellen, kommen die NeuDeutschen natürlich nicht. Nun ja, vielleicht haben sie ja etwas gegen den Artikel 1…

In jedem Falle haben Fitzek und seine Anhänger ein Problem mit der Bundesrepublik Deutschland, die sie samt ihrer Institutionen als unrechtmäßig ablehnen. Woher sie die Rechtmäßigkeit ihres NeuDeutschlands nehmen, ist allerdings fraglich. Eine Legitimation durch die Mehrheit der Bevölkerung wird Fitzeks Projekt jedenfalls nicht erhalten. Wir erinnern uns an die 0,7%.

Leider hält das ihn und seine Anhänger nicht davon ab, einen eigenen Staat im Staate aufzubauen. Am 16. September 2012 wurde aus dem NeuDeutschland offiziell das Königreich Deutschland. Bei der Gelegenheit entledigte sich Peter Fitzek auch gleich sämtlicher demokratischer Ansätze und aus der ursprünglich angedachten, basisdemokratischen Räterepublik mit konstitutioneller Monarchie wurde eine absolute Monarchie. Fitzek begründete diesen Schritt wie folgt:

„Aufgrund der fehlenden Menschenzahl und kompetenter Ratsmitglieder, einem noch fehlenden Wahlgesetz, fehlender Wahlberechtigter, wählbarer Minister und noch anderer Erfordernisse kann es nun leider keine basisdemokratische Räterepublik in Verbindung mit einer konstitutionellen Monarchie mehr werden“.

Einerseits war Fitzek also einfach zu faul, ein Wahlgesetz auszuarbeiten, aber andererseits mangelte es ihm ohnehin an Deppen, die seine Konkurrenzdemokratie unterstützt hätten. Aber wozu braucht Fitzek schon Wähler, wenn er sich selbst zum König krönen kann? Napoleon Bonaparte lässt grüßen, also scheiß auf die 0,7%!

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Das Staatsgebiet des Königreichs erstreckte sich über 9 Hektar am Stadtrand von Wittenberg. Auf dem ehemaligen Krankenhausgelände waren ein Kindergarten, eine Privatschule und eine Universität geplant. Die Flagge des einstigen Scheinstaates ist eine umgedrehte BRD-Fahne, was eigentlich ein Seenotzeichen ist. Die Flagge ist zudem von einer aufgehenden Sonne geziert, was auf einen kultischen Hintergrund hindeutet. Fitzek sieht sich wohl als eine Art Sonnenkönig und behauptet tatsächlich, von Gott persönlich gesandt worden zu sein.

Königliches Logo

Das Königreich hatte selbstverständlich eine eigene Währung, das so genannte Engelgeld. Auf der Forderseite findet sich ein Lebensbaum, während auf der Rückseite ein Wappen abermals von Sonnensymbolik geziert und mit einer Krone geschmückt wird.

Engelgeld

Nun gibt es ja durchaus einige erfolgreiche Lokalwährungen und im Prinzip ist nichts gegen dieses Modell einzuwenden. Zumindest sofern solche Lokalwährungen auf einem Konsens beruhen. Die „neue deutsche Mark“ ist jedoch definitiv ein Betrugsmodell, da sie zentral von einer gefakten Staatsbank herausgegeben wird. Zudem kann man zwar im Königreich Euros in Engelgeld umtauschen, aber keine anerkannte Bank der Welt würde Engelgeld in Euro umtauschen. Da Fitzek seine Rechnungen natürlich in Euro bezahlt, dürfte klar sein, wie der Hase läuft.

Allerdings konnte man im Königreich tatsächlich mit der neuen deutschen Mark bezahlen. Zu den wenigen Gütern zählten zum Beispiel Autokennzeichen. Für 120 Euro im Jahr versprach Fitzek seinen Opfern, dass sie keine KFZ-Steuern zahlen müssten und Bußgelder nur an sein Königreich zu entrichten seien. Selbstverständlich versteht die Polizei bei solchen Possen keinen Spaß und wer meint, tatsächlich keine KFZ-Steuern oder Bußgelder zahlen zu müssen, dürfte schnell eines Besseren belehrt werden. Immerhin fahren die selbsternannten Reichsbürger nicht auf königlichen Straßen, sondern auf dem Verkehrsnetz der BRD.

Auf öffentlichen Straßen ist dabei die Straßenverkehrsordnung der BRD zu beachten. Peter Fitzek denkt darüber natürlich anders und geriet daher nicht nur wegen seines ungültigen Autokennzeichens mit der Polizei aneinander. Am 13. Oktober 2013 wurde er zusätzlich vom Amtsgericht Neustadt bei Hannover zu drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, weil er ohne Führerschein mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt wurde. Zum Glück für ihn ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Dennoch zeigt dieses Beispiel sehr gut, mit welch arrogantem Charakter wir es zu tun haben. Selbst wenn sein imaginäres Königreich international anerkannt gewesen wäre, hätte er sich im Ausland BRD an die dort gültigen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten oder die entsprechenden Konsequenzen tragen müssen. Wer als BRD-Bürger z.B. in Italien geblitzt wird oder in Großbritannien auf der rechten Straßenseite fährt, kann sich ja schließlich auch nicht mit deutschen Verkehrsregeln herausreden.

Die königliche Knallcharge war damit aber noch lange nicht am Ende der Possenspielchen angelangt. Der Polizei zeigte Fitzek dreist einen Führerschein, den er sich selbst ausgestellt hatte. In seinem Königreich bekam scheinbar jeder zahlende Kunde einen Fake-Führerschein ausgehändigt, ohne eine entsprechende Prüfung ablegen zu müssen. Immerhin gab es in NeuDeutschland keine einzige Fahrschule und keine Führerscheinstelle, sondern nur einen Peter Fitzek mit einem Drucker. Da muss schon die Frage erlaubt sein, wer die Führerscheinprüfung abnimmt?

Neben den gängigen Souvenirs, die man im Königreich kaufen konnte, gab es noch weitere Betrugsmodelle, die nicht mal einen Materialwert besaßen. Gemeint sind die königliche Renten- sowie Krankenkasse. Wer diese abgeschlossen hat, sollte weder alt noch krank werden, denn sofern überhaupt, werden Rente und Leistungen nur in fiktivem Engelgeld ausgezahlt. Davon kann man weder Miete, noch Strom, Wasser oder Einkäufe bezahlen, womit man im Alter noch beschissener dasteht, als mit der ohnehin schon mickrigen gesetzlichen Rente der BRD.

Noch kruder war die Krankenkasse, denn es gibt wirklich keine Ärzte und keine Apotheken, die Engelgeld akzeptieren. Allerdings waren Arztbesuche und Medikamente ohnehin nicht im Leistungskatalog vorgesehen. Gezahlt wurden nur Fitzeks eigene Gesundheitsseminare und Behandlungen bei ausgewählten Quacksalbern, die Homöopathie und Neue Germanische Medizin praktizieren. Wahrscheinlich hätten aber nicht einmal Fitzeks Esoterikfreunde dauerhaft Engelgeld akzeptiert, denn immerhin hauen die mit ihren nutzlosen Diensten andere übers Ohr und wollen nicht selbst mit Spielgeld über den Tisch gezogen werden.

Faktisch hatte man von der königlichen Krankenkasse also keine Leistungen zu erwarten gehabt. Völlig zu recht wurde dieses Treiben daher am 1. Dezember 2010 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterbunden. Fitzeks Versuch, sein Projekt als Unterstützerkasse weiterlaufen zu lassen, die nicht der Versicherungsaufsicht unterliegt, wurde am im März 2012 ebenfalls von der BaFin gestoppt. Auf Anzeige der BaFin wurden am 13. April 2013 zudem 12 Objekte, die Fitzeks Phantasiekönigreich zuzuordnen waren, von der Polizei durchsucht, weil der selbsternannte Monarch weiterhin unerlaubt im Banken- und Versicherungsgeschäft tätig war.

Es folgten zwei weitere Razzien am 26. März und 27. November 2014. Am 8. Januar 2015 verhängte das Amtsgericht Dessau-Roßlau schließlich wegen Verstoßes gegen das Versicherungsgesetz eine Geldstrafe von 4.200 Euro. Zudem wurde von staatlicher Seite ein Anwalt bestellt, der nun sämtliche illegalen Versicherungs- und Bankgeschäfte abwickelt. Darüber hinaus übt der Anwalt die Kontrolle über die Grundstücke aus, für die Fitzek nun Miete zahlen muss.

Das ist eine durchaus gerechte Strafe, die nicht einer gewissen Ironie entbehrt. Fitzek selbst hatte nämlich von seinen Anhängern verlangt, dass diese bei der Einbürgerung ihre Privatgrundstücke als Schenkung in seinen Scheinstaat einbringen. Ähnliche Methoden findet man auch bei diversen Psychosekten und es wäre wünschenswert, wenn der BRD-Staat gegen diese ebenso konsequent vorgehen würde.

Da sich Fitzeks Königreich derzeit in Auflösung befindet, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sein Geld weiter mit esoterischer Literatur und dazugehörigen Seminaren zu verdienen. Es ist ja leider nicht so, dass es dafür keinen Markt gäbe und er am Hungertuch nagen müsste. Es sei denn, seine Kundschaft entdeckt eines schönen Tages den Unterschied zwischen Spiritualität und Esoterik. Das würde nämlich mit der Erkenntnis einhergehen, dass ein Despot mit Allmachtsphantasien, der obendrein wegen Körperverletzung vorbestraft ist, nicht sonderlich spirituell verlangt sein kann.

In der Tat ist König Schmalzlocke ein erfahrener Kampfsportler, der gerne mal zuschlägt. Er wollte sogar seine eigene Polizei ausbilden, um abtrünnige Anhänger und Kritiker einzuschüchtern. Eine Idee, auf die auch schon einige Islamisten in Wuppertal gekommen sind, welche den deutschen Rechtsstaat gern durch ein Kalifat mit Scharia austauschen würden. Der Vergleich klingt zu krass? Nun, Fitzek mag vielleicht kein Islamist sein, aber was Familie und Sexualität angeht, hat er ähnlich fundamentalistische Ansichten.

Am 5. April 2013 drang er zum Beispiel in die Wittenberger Grundschule „Friedrich Engels“ ein, um die sexuelle Aufklärung seines Sohnes zu verhindern. Bei dieser Aktion versuchte er, ein Sexualkundebuch gewaltsam an sich zu bringen, was ihm ein weiteres Hausverbot einbrachte.

Nach Fitzeks Meinung ist sexuelle Aufklärung in der Grundschule gleich Frühsexualisierung. Personen unter 18 Jahren dürften demnach nicht wissen, woher die Babys kommen. Dabei werden den Kindern im Klassenzimmer keineswegs Pornos gezeigt, es geht lediglich um die Aufklärung über den biologischen Vorgang. Ginge es jedoch nach dem Willen von Fitzek und anderen Esoterikern, müssten Kinder dumm gehalten werden. Obgleich die Pubertät unvermeidlich ist, sollten Heranwachsende nicht verstehen, was da mit ihnen geschieht. Stattdessen sollten sie sich vor ihrem eigenen Körper zu ekeln haben. Ein Glück, dass Fitzek nicht das Sorgerecht für seine Kinder hat.

In seinem untergegangenen Königreich wäre angesichts dieser kruden Moralvorstellungen sicherlich auch kein Platz für Homosexuelle oder sonstige „Abweichler“ gewesen. Aber unter einem Sektierer wie Fitzek fühlen sich ohnehin nur verblendete Esoteriker und neurechte Reichsbürger wohl. Vielleicht hätte auch Beatrix von Storch einen Platz im neudeutschen Königreich gehabt, allerdings hätte dann wohl ihr Cousin Philip von Preußen dem Imperator Fitzek den Thron streitig gemacht.

Zusammenfassend wirkt Peter Fitzeks Lebenslauf wie der freimaurerische Klassiker „Der Mann, der König sein wollte“. Offenbar hat er den Film jedoch nie gesehen, sonst hätte er gewusst, dass die Geschichte nicht gut ausgeht. Fraglich ist allerdings, ob er die richtigen Lehren daraus gezogen hätte, denn aus seinem eigenen Leben zieht er sie keinesfalls. Nach seiner Niederlage kündigte King Schmalzlocke an, ein ganzes Dutzend neuer Königreiche zu gründen und noch verbissener gegen die Bundesrepublik vorzugehen.

Auf die offensichtlichste Lösung kommt der ehemalige Regent jedoch nicht. Er könnte sein Königreich doch einfach in der feinstofflichen Paralleldimension wiederaufbauen, die er angeblich entdeckt haben will. Dort würde er niemanden stören und herrschen könnte er dort auch von einer gepolsterten Zelle aus.

Der künstliche König

Mode mag für manchen eine königliche Kunst sein, doch selbst Könige würden nicht alles tragen. Da nützt auch die Fleur de Lys über der Krone nichts.

Glööcklogo

Die Kreationen von Harald Glööckler sind nicht nur dekadent, sondern eine Beleidigung fürs Auge. Das meiste davon trägt auch nur er selbst, wodurch er zu einer Art lebendigem, abstraktem Kunstwerk wird.

Fleur de Lys Krone

Übertroffen wird Glööckler wohl nur noch von Marilyn Manson. Zum Trost krönen wir ihn jedoch zum Gewinner des Marilyn-Manson-Ähnlichkeitswettbewerbs.

Glööckler auf dem Marilyn-Manson-Ähnlichkeitswettberb

Glööckler auf dem Marilyn-Manson-Ähnlichkeitswettberb

Königliche Logos

Die königliche Kunst des Weihnachtsbaumschmucks beherrscht Hallmark tatsächlich sehr gut. Insbesondere die Modelle von Star Trek und Star Wars sind bei Sammlern heiß begehrt.

Hallmark

Das Uhrmacherhandwerk wird bei Rolex ebenfalls zur königlichen Kunst erhoben. Bei den teils sehr hohen Preisen muss man auch reich wie ein König sein, um sich diese Zeitmesser leisten zu können.

Rolex Krone

Kronen sind tatsächlich Schmuck…

Schmuck KronePandora Krone

Die Krönung des Ganzen ist natürlich der Kaffee von Jacobs. Aber auch andere Marken setzen dem Kaffee die Krone auf.

Kaffee Krönung

Es gibt noch eine ganze Palette weiterer Logos mit Krone. Im Folgenden werden wir jedoch alle Beispiele auslassen, bei denen das Unternehmen Krone heißt, weil dies entweder der Name des Inhabers ist oder die Unternehmenstradition bis in die Zeit der Monarchie zurück reicht. Es gibt allein Dutzende Hotels, Pensionen und Gasthäuser mit dem Namen Krone, welche allein deshalb auf die Symbolik zurückgreifen dürften. Ihnen allen eine Verbindung zur Freimaurerei zu unterstellen, wäre Desinformation.

Hier nun einige weitere Beispiele, die viel eher Fragen aufwerfen.

Palmers Krone

Pike Broth Krone

Triumph Krone

Die Krone – Zeichen der königlichen Kunst

von Shinzon

Die Krone ist vor allem in Europa als Kopfschmuck von Königen und Kaisern bekannt. Die Formen der meist aus Gold bestehenden und mit Edelsteinen besetzten Kronen variieren je nach Kultur und Epoche. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie sind Ausdruck weltlicher Macht und Herrschaft. Im Zusammenhang mit dem europäischen Hochadel beschränkt sich ihre Bedeutung auch mehr oder weniger darauf.

Krone

Eine Erfindung der christlich-abendländischen Monarchie ist die Krone jedoch keineswegs. Ausgefallenen Kopfschmuck gab es bereits bei den Pharaonen des antiken Ägyptens und zahlreichen anderen Herrschaftshäusern weltweit. Im antiken Griechenland kamen, neben Königsbinden, bereits Diademe in Mode, welche zuweilen sogar heute noch als Modeschmuck üblich sind.

Krone Diadem

Im antiken Rom trugen die Kaiser indes Lorbeerkränze. Diese erfreuten sich ebenfalls noch in späteren Epochen großer Beliebtheit. Unter anderem posierte der französische Despot Napoleon Bonaparte mit Lorbeerkranz.

Na Poleon

Die ersten geschlossenen Kronen kamen dagegen in Persien auf. Diese Tiara wurde später von den byzantinischen Kaisern sowie den Päpsten übernommen. Im Vatikan steht die Papstkrone selbstverständlich genauso für weltliche Macht, was nicht unbedingt das war, was Jesus einst im Sinn hatte.

Krone Tiara

Neben dem Adel beansprucht auch die Freimaurerei die Krone als Symbol. Dies hat jedoch nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass so ziemlich der gesamte europäische Adel in die Freimaurerei involviert ist. Die Krone gilt den Logen viel mehr als Zeichen der „königlichen Kunst“. Gemeint war damit ursprünglich die Architektur, welche seit jeher eine Meisterdisziplin ist. Heute lässt sich die „königliche Kunst“ jedoch ebenso auf die Kunst, Mode, Musik, Literatur und sogar auf die Filmindustrie übertragen. Entsprechend findet sich die Krone in all diesen Kategorien wieder.

Der Begriff kann aber auch auf die Freimaurerei selbst angewendet werden, so wie der behauene Stein für den vollendeten Freimaurer steht. Im Zusammenhang mit der Freimaurerei wird die Krone zudem oft mit dem roten Kreuz der Templer kombiniert.

Krone & Kreuz

Zum Schluss muss noch auf ein weit verbreitetes Internet-Mem eingegangen werden. Oft wird nämlich behauptet, die Krone repräsentiere die Ringe des Saturns, wobei der Kopf des Trägers demnach den Planeten darstellen würde. Für diese unsinnige Behauptung gibt es jedoch keinerlei Belege. Im Gegenteil waren die Ringe des Saturns vor ihrer Entdeckung durch Galileo Galilei 1610 noch vollkommen unbekannt. Möglich wurde ihre Entdeckung erst dank der Erfindung des Fernrohrs zwei Jahre zuvor durch den holländischen Brillenmacher Hans Lipperhey.

Nun könnte man zwar die Prä-Astronautik bemühen und sehr wahrscheinlich gab es schon zehntausende Jahre zuvor Hochkulturen, die die Saturnringe bereits kannten. Dieses Wissen ging jedoch verloren und es gibt nicht einen einzigen Beweis, dass es in irgendeiner Weise die Form einer Krone beeinflusst hätte. Dagegen spricht zudem, dass es vollkommen unterschiedliche Kronen gibt und insbesondere die geschlossenen Formen ähneln den Saturnringen nicht einmal ansatzweise. Dahingehende Behauptungen gehören also ins Reich der Verschwörungsmythen.

Statt dem Saturnkult könnte allerdings der Sonnenkult eine gewisse Rolle beim Design einiger Kronen gespielt haben. Die Rede ist von den Zackenkronen, deren Spitzen mit Sonnenstrahlen assoziiert werden können. Der Erleuchtungsgrad der europäischen Königshäuser schwankte jedoch sehr stark. Manche Könige konnten nicht einmal schreiben.

Zackenkrone