Mit Fes durch Hollywood

Im 1933 erschienen Film „Die Wüstensöhne“ schließen sich Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957) einem gleichnamigen Club an. Die albernen Rituale erinnern nicht zufällig an die Freimaurer und die roten Filzhüte sind sogar eine direkte Anspielung auf die Shriners. Oliver Hardys Zugehörigkeit zur Freimaurerei ist dabei kein Geheimnis, die von Stan Laurel gilt zumindest als wahrscheinlich. Sein mitwirken in diesem freimaurerischen Machwerk kann als deutlicher Hinweis verstanden werden.

Sons of the Desert

Sons of the Desert Prügel

In „Indian Jones und der letzte Kreuzzug“ aus dem Jahr 1989 ist der Fes allgegenwärtig. Das ist nicht ganz überraschend, denn ein Großteil des Films spielt im arabischen Raum, wo diese Kopfbedeckung zu der Zeit, in der die Handlung spielt, tatsächlich weit verbreitet war. Die massive Bedienung dieses Klischees hat schon fast etwas Rassistisches.

Allerdings wird der Fes im Film auch von den Anhängern eines Geheimbundes getragen, welcher den heiligen Gral schützt. Der Gral steht in direktem Zusammenhang mit den Tempelrittern, welche wiederum Teil des Freimaurermythos sind.

Gralshriners

In der platten Komödie „Guess Who – Meine Tochter kriegst du nicht!“ von 2005 ist ein afroamerikanischer Vater entsetzt darüber, dass eine Tochter einen weißen Freund hat. Kurzerhand schmeißt er ihn aus dem Haus und will ihn in einem Hotel einquartieren. Das reservierte Zimmer ist jedoch schon vergeben und das Hotel komplett ausgebucht. Die Dame an der Rezeption begründet dies mit einer Shriners Convention (in der deutschen Übersetzung eine Freimaurertagung), die gerade in der Stadt stattfindet. Ind er gesamten Hotelszene und auch später im Film sieht man ständig ältere Herren mit Fes herumrennen.

Guess Who - Shriners

„Dr. Who“ trägt des Öfteren scheinbar grundlos einen Fes. Der 11. Doktor betont dabei, wie cool er diese Kopfbedeckungen findet. Was er damit wohl andeuten will?

11th Doc Fez_2

Doctor Fez

Bei den Simpsons wimmelt es ebenfalls von Shriners-Anspielungen. Kein Wunder, denn immerhin ist Serienschöpfer Matt Groening Freimaurer.

Shriner Mobiles

Shriner Bear

Es gibt sogar einen Shriners Couch Gag.

Shriners Couch Gag

Am besten bringt es die Episode mit den Steinmetzen auf den Punkt. Grandpa Simpson erwähnt in dieser Folge, dass er nicht nur besagten Steinmetzen, sondern auch den Freimaurern angehört. In anderen Episoden sieht man ihn folglich immer mal wieder mit Fes.

Shriner Grandpa

„Spongebob“ hat ebenfalls eine komplette Episode zu bieten, in der es ausschließlich um die Shriners geht. Man achte dabei mal auf die Hände des Schwammkopfs. Er macht die Geste „Wie im Himmel, so auf Erden“ und formt dabei mit beiden Händen den Baphomet.

Teuflischer Shriner

Zu guter Letzt darf natürlich der Disney-Konzern nicht fehlen. Dessen Zeichentrickserie „Gravity Falls“ ist dermaßen mit Freimaurersymbolik voll gestopft, dass es selbst dem Blindesten auffallen müsste. In einer solchen Propgandashow dürfen natürlich die Shriners nicht fehlen. Typisch für Disney ist der Name „S(a)tan“.

GF Shriner

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Musik vom mystischen Schrein

Mit ihrem 1985 erschienen Album „Frankenchrist“ sorgten die Dead Kennedys für ziemlichen Rummel. Grund war ein beigefügtes Poster, welches ein Werk des Schweizer Okkultisten H.R. Giger mit dem Titel „Penis Landscape“ zeigte. Die Klagen besorgter Eltern hätten die Band fast in den finanziellen Ruin getrieben und nach dem Prozess erklärten sich die Dead Kennedys für aufgelöst. Auf dem Cover des fraglichen Albums ist eine Parade der Shriners zu sehen.

Dead Kennedys - Frankenchrist

Die Shriner-Illuminati-Connection

Im Illuminati Card Game von 1995 gibt es eine Karte mit dem Titel „Fraternal Orders“ (dt. „Brüderliche Orden“), welche einen Shriner zeigt. Interessant ist die Aufschrift, welche frei übersetzt wie folgt lautet:

„Du glaubst, sie seien albern mit ihren Hüten und Motorscootern. Wenn du wüsstest, was ihre Hüte wirklich bedeuten, würdest du nie wieder über sie lachen.“ Passend dazu hat der Fes des Shriners Teufelshörner.

Fraternal Shriners

Der Fes – Von Marokko zu den Shriners

von Joe Doe

Der Fes ist eine Kopfbedeckung, die vor allem im Orient und auf dem Balkan anzutreffen ist. Der genaue Ursprung des Fes ist unbekannt. Eine These geht von Griechenland als Ursprungsort aus, benannt ist der rote Filzhut jedoch nach der marokkanischen Stadt Fès, welche auch für die entsprechende Färbemittelherstellung bekannt ist. Es gibt dabei auch die Schreibweise Fez und die ägyptische Variante des Fes wird Tarbusch genannt.

Neben der roten Farbe gehört eine Quaste zu den markanten Merkmalen des Fes, welche wahlweise schwarz blau oder golden sein kann. Die Form kann je nach Region leicht variieren, läuft jedoch meist auf einen Kegelstumpf hinaus.

Fes

Nachdem der Fes anfangs vor allem in Nordafrika verbreitet war, machte ihn der osmanische Sultan Mahmud II. (1785-1839) in seinem Reich populär. Anlass war eine Reform der Traditionskleidung für Reichsbedienstete. Zunächst gedachte der Sultan, den westeuropäischen Dreispitz zu übernehmen, doch da dieser an die Dreifaltigkeit im Christentum angelehnt war, überzeugten ihn seine Berater, davon Abstand zu nehmen. Nachdem eine Schiffsladung Fes aus Tunesien angekommen war, entschied sich der Sultan spontan für diese Hüte. Die Einführung erfolgte in zwei Schritten, 1826 für die Armee und ab 1829 auch für die zivile und religiöse Dienerschaft.

Der Übergang verlief nicht ganz reibungslos, da gleichzeitig das bisherige Tragen von Turbanen untersagt wurde. Proteste gab es vor allem von Seiten religiöser Gruppen, doch nachdem der Scheichulislam in einer Fatwa (Rechtsauskunft) den Fes billigte, erloschen diese recht schnell. Mit der Zeit wurde der Fes zu einem patriotischen Symbol, welches alle Bürger zu tragen hatten. Es gab sogar eine kleinere Form ohne Quaste für Frauen. Bei Staatsbediensteten zeigte die Farbe der Quaste indes den Rang des Trägers an.
Sultan Mahmud II

Mit der Gründung einer Fes-Fabrik in Istanbul durch Mahmud II. wurde das Herstellungsmonopol der Stadt Fès gebrochen und nachdem synthetische Farben das aufwendig herzustellende Rot aus dem Blut der Kermes-Schildlaus ersetzten, verbreitete sich die Produktion über halb Europa. Aufgrund billiger Importe aus Österreich bediente die türkische Produktion am Ende nur noch die reiche Oberschicht.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Fes unter Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) als Zeichen der Rückständigkeit wieder aus dem öffentlichen Leben verbannt. In einem Hutgesetz vom 30. August 1925 wurde das Tragen des Fes ausdrücklich verboten. 1953 ließ auch der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser (1918-1970) das Tragen des Fes unter Strafe stellen.

Heute wird der Fes wieder zunehmend populärer und gilt geradezu als Klischee für die nordafrikanische Kultur. In den USA und Europa hat die zunehmende Verbreitung des Fes jedoch einen gänzlich anderen Hintergrund. Obwohl die Kopfbedeckung im Ursprung rein gar nichts mit Okkultismus und Freimaurerei zu tun hat, wurde sie 1872 von der freimaurerischeren Organisation der Shriners übernommen. Verantwortlich war der Mitbegründer William J. Florence, welcher seit einer Party bei einem arabischen Diplomaten einen Faible für alles Orientalische hatte.

Wenn also heute in der Pop-Okkultur irgendwo ein Fes auftaucht, hat dies in 99,9% der Fälle einen freimaurerischen Hintergrund. Insbesondere gilt dies, wenn auf dem Filzhut ein Krumsäbel mit Mondsichel, Sphinx und Pentagramm abgebildet ist, da dies das offizielle Logo der Shriners ist. Doch auch der blanke Fes kann inzwischen als Erkennungszeichen der Shriners gesehen werden und ist lediglich noch in Nordafrika und einigen Balkanstaaten unverdächtig.

Shriners Fes

Eine noch abscheulichere Zweckentfremdung erfuhr der Fes in Italien zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wo er von faschistischen Milizen getragen wurde. Die schwarzen Brigaden passten die Kopfbedeckung selbstverständlich farblich ihren Uniformen an und statteten sie mit dem Rutenbündel aus.

Fes Faschismus

Die Shriners – Freimaurer mit Fes

von Joe Doe

Die Shriners sind eine freimaurerische Charity-Organisation, ähnlich dem Rotary oder Lions Club. Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied. Während Rotary und Lions Club lediglich von Freimaurern gegründet wurden und ein Beitritt keine Logenmitgliedschaft voraussetzt, sind die Shriners der Freimaurerei direkt angegliedert. Das zentrale Anliegen ist jedoch bei allen drei Vereinen eine wohltätige Außenwirkung.

Gegründet wurden die Shriners, welche auch als „Alter arabischer Orden der Edlen vom mystischen Schrein“ bekannt sind, 1871 in New York. Die Initiatoren waren der Arzt Walter M. Fleming und der Schauspieler William J. Florence, welche den Fokus mehr auf Spaß als auf Rituale legen wollten.

Walter M. Fleming

Walter M. Fleming

Einige Shriners sehen sich sogar selbst als Clowns und es sollte nicht verwundern, dass die beiden berühmten Komiker Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957) der Bruderschaft angehörten.

Doof, Dick & Shriner

Doof, Dick & Shriner

Die Bruderschaft verbreitete sich vor allem in den USA rasant. Gab es 1878 noch 425 Mitglieder in 13 Tempeln, waren es 1888 bereits 7.210 Mitglieder in 48 Tempeln, wobei einige davon in Kanada gelegen waren. 1903 kam die erste Frauenorganisation hinzu, welche in Wheeling (West Virginia) gegründet wurde. Heute gibt es rund eine halbe Million Shriners, die in 194 Tempeln rund um den Globus organisiert sind. Ihr Hauptquartier liegt in Tampa (Florida).

Der Dachverband der Shriners International nennt sich Imperial Divan und fungiert als Verwaltungsapparat. Ihm gehören 13 Mitglieder an. Das höchste Amt ist der Imperial Potentate, welcher zugleich Präsident und Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes ist. Außerdem ist der Imperial Potentate der Aufsichtsratsvorsitzende der 22 Kinderkrankenhäuser, welche die Bruderschaft betreibt.

Neben vielen anderen Almosenaktionen gehören die Kinderkrankenhäuser zu den Kernprojekten der Shriners. Sie verfügen über ein unfassbares Budget von 5 Milliarden Dollar, gespeist aus Stiftungsvermögen, Aktienfonds und Spenden. Dennoch leisten kubanische Ärzte weltweit mehr, obwohl ihnen kein solches Budget zur Verfügung steht. Davon einmal abgesehen sollten sich Eltern lieber zweimal überlegen, ob sie ihre Kinder in die Obhut eines Freimaurerkrankenhauses geben. Immerhin gehören die Shriners überwiegend der Hochgradfreimaurerei an.

Bis zum Jahr 2000 musste jeder, der den Shriners beitreten wollte, entweder den 32. Grad des Schottischen Ritus oder den Grad Ritter vom Tempel des York Ritus erreicht haben. Erst mit der Jahrtausendwende wurden die Anforderungen aufgeweicht, sodass heute der Meistergrad einer anerkannten Freimaurerloge ausreicht. Dennoch haben sich in Europa erst wenige hundert Freimaurer der Charity-Organisation angeschlossen, welche sich hierzulande Emirat Shriners nennt. In den USA sind die Shriners dagegen omnipräsent. Auf jeder noch so kleinen Parade fahren sie dort in ihren Miniaturautos mit.

Shriner Bobby Car

Auffällig sind auch die Kopfbedeckungen der Shriners. Der Fes sowie das darauf abgebildete Emblem der Bruderschaft wirken schon auf den ersten Blick orientalisch, was durchaus so beabsichtigt ist. Der Mitbegründer William J. Florence war nämlich während einer Tour de Marseille Gast auf der Party eines arabischen Diplomaten. Offensichtlich beeindruckt von dem orientalischen Flair, schlug er selbiges als Stil der Shriners vor. Dieser zeigt sich bereits von außen an der Architektur der Tempel.

Tripoli Shrine Tempel (Milwaukee)

Tripoli Shrine Tempel (Milwaukee)

Der erwähnte Fes wurde schon ein Jahr nach Gründung der Shriners zu dessen Erkennungsmerkmal. Allerdings war der aus Marokko stammende rote Filzhut ursprünglich kein okkultes Symbol. Diesen Status erlangte er erst 1872 durch die Shriners.

Shriners Fes

Das Logo der Bruderschaft besteht aus Krummsäbel, Halbmond, Sphinxkopf und Pentagramm. Offiziell soll der Krummsäbel für die Mitglieder der Bruderschaft stehen, welche deren Rückgrat bilden. Der Halbmond soll für Brüderlichkeit sowie Menschenliebe stehen und der fünfzackige Stern für die Kinder. Insbesondere die Erklärung des Pentagramms klingt hanebüchen, wenn man um dessen Bedeutung als Venussymbol weiß. Lediglich die Bedeutung der Sphinx als Repräsentation des regierenden Organs der Shriners hört sich plausibel an.

Shriners Logo

Das Motto der Shriners ist „Rubor et Furor“, was „Stärke und Wut“ bedeutet. Wie dies zum Slogan „Spaß haben – Kindern helfen“ passen soll, muss einem erst einmal erklärt werden. Alles in allem handelt es sich bei den Shriners um einen Freimaurerverein, der das öffentliche Image der Logenbrüder als Wohltäter feiern soll. Die Bruderschaft kann dabei als Vorlage für die später gegründeten Rotary und Lions Clubs gesehen werden, obgleich das Auftreten der Shriners weitaus unseriöser und alberner daher kommt.

Zu den einflussreichsten Mitgliedern der Shriners zählen die US-Präsidenten Harry S. Truman (1884-1972) und Gerald Ford (1913-2006).

Harry S. Truman im Dunstkreis der Shriners.

Harry S. Truman im Dunstkreis der Shriners.

Weitere berühmte Mitglieder waren und sind der Apollo-Astronaut Buzz Aldrin, der Country-Star Brad Paisley, der Rennfahrer Samuel Hornish jr. und Harland Davis Sanders (1890-1980), Gründer der Restaurantkette Kentucky Fried Chicken. In Hollywood sind die Shriners ebenfalls weit verbreitet. Neben den bereits erwähnten Komikern Stan Laurel und Oliver Hardy gehörten u.a. die Schauspieler Pat Morita (1932-2005) und Harold Lloyd (1893-1971) der Clownstruppe an.

Herold Lloyd

Herold Lloyd

Fear and Loathing in Las Vegas – Ein schlechter Trip ins Reptoland

von Joe Doe

„Fear and Loathing in Las Vegas“ (zu Deutsch „Angst und Abscheu in Las Vegas“) ist eine Romanverfilmung aus dem Jahr 1998. Was allgemein als Kult gilt, ist bei genaurer Betrachtung ein fieser Drogentrip, der teils autobiografische Züge aufweist. So ist die Hauptrolle Raoul Duke ein Alter Ego des Romanautors Hunter S. Thompson (1937-2005) und die Buchvorlage erschien im selben Jahr, in dem die Handlung spielt.

1971 wird der Sportjournalist Raoul Duke (Johnny Depp) in die Wüste bei Las Vegas geschickt, um über ein Offroad-Rennen zu berichten. Begleitet wird er von seinem Freund, dem Rechtsanwalt Dr. Gonzo (Benicio del Toro). Der Übergang von den 1960 zu den 1970ern war in den USA von der Hippie-Bewegung geprägt, welche mit freier Liebe und allen möglichen Drogen herumexperimentierte. Ähnliches machen auch die beiden Protagonisten durch.

Schon auf der Hinfahrt sind die beiden total breit und werden somit zu einer Gefahr für den Straßenverkehr. Raoul ist dermaßen zugedröhnt, dass er glaubt, von Fledermäusen attackiert zu werden. Die Flattermänner könnten als Anspielung auf Vampirismus verstanden werden und tatsächlich sieht man schon in dieser Szene das erste Blut an Gonzos Hals.

02_Fledermäuse

Bei einem kurzen Halt folgt sogleich eine Auflistung der mitgeführten Drogen, welche von Gras über Meskalin, Acid, Kokain, Äther, Poppers bis hin zu diversen Sorten Alkohol reicht. Bei einem weiteren Stopp nehmen die beiden Junkies einen Anhalter mit, der ein fieses Mickey Maus T-Shirt trägt. Ein Verweis auf die abartigen Abgründe von Disney, wo Drogen zur Hirnwäsche von Kinderstars eingesetzt werden.

04_Mickey Man

Es folgt eine kleine Rückblende, die zeigt, wie Raoul in einem Hotel seinen Arbeitsauftrag bekommen hat. Bei der Abfahrt steht ein Engel mit einem flammenden Schwert vor dem Hotel, der den Beginn des mythologischen Abstiegs in die Hölle markiert.

05_Engel

Noch bevor die Reise so richtig losgeht, gibt es auch schon das erste Menschenopfer. Der Verkehrstote geht dabei offensichtlich auf das Konto einiger zugedröhnter Hippies.

06_Unfallopfer

Am Abend wechseln die zwei Protagonisten noch schnell ihr Auto. Sie tauschen eine blaue Schrottkiste gegen ein rotes Cabriolet, was ihren Aufstieg von der Johannesfreimaurerei in die hohen Grade des schottischen Ritus andeutet.

07_Blau zu Rot

Blau/weiß/rot ist auch die US-Flagge, die Raoul auf Meskalin schwenkt. Besser kann man nicht zum Ausdruck bringen, dass der ganze Drogenrausch vom Staat gewollt ist.

08_Captain America

Der Kampf gegen die Drogen ist nur ein vorgespieltes Theater für die anständigen Bevölkerungsteile und trifft in erster Linie weiche Drogen wie Marihuana.

09_Hanfblatt

Die ersten Eindrücke, die man von Las Vegas zu sehen bekommt, sind ein erleuchtetes Hexagramm und ein umgedrehtes Pentagramm.

10_Hexagramm

11_Pentagramm

Raouls Eindrücke sind jedoch völlig andere. Zunächst verwandelt sich die Empfangsdame im Hotel in eine Muräne.

12_Muräne

In der Hotelbar sieht der Junkie schließlich nur noch Reptiloide, die ziemlich blutrünstig und sogar kannibalisch veranlagt sind. Interessant daran ist, dass Drogenopfer tatsächlich immer wieder davon berichten, reptiloide Wesen wahrzunehmen. Es ist fraglich, ob es sich dabei nur um Halluzinationen handelt oder um eine erweiterte Wahrnehmung.

13_Reptos_1

14_Reptos_2

15_Reptos_3

16_Reptos Cannibalis

In der Tat könnte es in Las Vegas von Reptiloiden und anderen Aliens nur so wimmeln, denn Area 51 liegt direkt um die Ecke. Glaubt man zudem einigen zweifelhaften Quellen, ist das Hoheitszeichen der Draco ein achtzackiger Stern und den finden wir wo? Richtig, am Ortseingangsschild des Sündenpfuhls!

17_Las Vegas Stern

Nach dem Reptiloidentrip geht es erst einmal ab ins Hotelzimmer. Dort hält Raoul den Fotografen, der die Fotos für seinen Artikel knipsen soll, für einen Soldaten, weil im Fernsehen gerade eine Reportage über den Vietnamkrieg läuft. Am nächsten Morgen hat er seine Paranoia schließlich überwunden und geht mit Gonzo zum Motorradrennen. Überall hängen Wimpel mit Schachbrettmustern, was im Motorsport zwar nichts Ungewöhnliches ist, aber gerade deswegen den tatsächlichen Einfluss der Freimaurer auf dieses Geschäft offenbart.

18_Schachbrettrennen

Mitten im Rennen glaubt sich Duke abermals mitten in einer Kriegssituation. Aber egal, der Tag ist schnell vorbei und es wartet eine weitere Nacht voller Drogentrips in Vegas. Zur Tour gehört auch ein Zirkus, den man durch den Rachen eines grusligen Clowns betritt.

19_Evil Clown

Schon am Eingang des Zirkus’ geht einiges schief und Raoul wird von einer Gruppe Rotarier umgehauen.

20_Rotarier

Drinnen gibt es das nächste Hexagramm in Form eines Glückrades, vor dem ein weiterer hässlicher Clown steht.

21_Clown Hexagramm

Einige Clowns sind sogar direkt dämonisch und haben Teufelshörner.

22_Satanic Clowns

23_Enter Hell

Die Schlange Luzifer ist ebenfalls nicht weit und verführt Eva zur Sünde.

24_Sins of Eve

An diesen Trip werden sich Duke und Gonzo gewiss noch lange erinnern.

25_A trip to remember

Am nächsten Tag hängen die beiden abwechselnd im Fahrstuhl, im Kasino und in ihrem Zimmer 601 ab. In Letzterem hängt eine kuriose Wandleuchte. Die eine Glühbirne ist blau und zeigt nach oben, die andere ist rot und weist nach unten. Das ist wieder einmal die typischen Blau/Rot-Symbolik gepaart mit dem Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“. Das ganze Arrangement ist obendrein in einer erhobenen Faust aus Rasierschaum platziert.

27_Gonzo Fist Lampe

Raoul findet seinen Kumpel in der Badewanne, wo er gerade einen Acid-Trip durchlebt. Um zu verdeutlichen, welch Teufelszeug das ist, macht Gonzo mit beiden Händen den Baphomet.

28_Baphomet in Badewanne

Um trotz all der schlechten Trips etwas Schlaf zu bekommen, sperrt Duke seinen Kumpel im Bad ein. Als er endlich weggetreten ist, träumt er von seiner Vergangenheit, wie er in den 60ern in den Drogensumpf abgerutscht ist. Er erinnert sich, wie er sich auf einer Toilette LSD rein gepfiffen hat. Auf dem Spiegel klebt ein Sticker mit der Aufschrift „Matrix“, was wieder einmal auf den fragwürdigen Bezug zur Realität anspielt.

29_Matrix

Die Wände sind mit den damals üblichen Todesrunen geschmückt. Unten links findet sich zudem ein Schachbrettmuster, welches den Übergang in die durch Drogen induzierte Scheinwelt ankündigt.

30_Schachbrett LSD

Ein umgedrehtes rotes Pentagramm ist ebenfalls nicht weit und verdeutlicht die satanische Agenda hinter dem zügellosen Drogenkonsum.

31_Satanic Pantagramm

Nach dem Traum von seiner Zeit in San Francisco schafft es Raoul tatsächlich, sich hinter die Schreibmaschine zu setzen und den Artikel anzufangen, für den er eigentlich nach Las Vegas gekommen war. Ohne etwas satanische Inspiration schafft er es dann aber doch nicht.

32_Duke Baphomet

In seinen Erinnerungen taucht indes ein Hells Angel inmitten all der Hippies auf. Da weiß man gleich, wer ihm die schlechten Trips verkauft hat und natürlich hat es mal wieder mit der Hölle zu tun.

33_Höllenengel

Am nächsten Morgen wacht Raoul Duke mit einer Waffe in der Hand und einer umgedrehten Sig-Rune auf der Stirn auf. Offenbar ist er unfähig, sich daran zu erinnern, wie es dazu gekommen ist.

34_Sighead

Als Duke feststellt, dass Gonzo verschwunden ist und die Hotelrechnungen explodiert sind, flüchtet er Hals über Kopf aus Vegas. Er begibt sich auf den Weg nach Los Angeles, von wo aus Gonzo ihm ein Telegramm geschickt hat. Auf dem Highway wird er von der Polizei angehalten, doch obwohl er völlig stoned ist, hat er Glück und der Polizist empfiehlt ihm lediglich, einen Rastplatz aufzusuchen und sich auszuruhen. Als Raoul an einem Schrottplatz mit Telefonzelle ankommt, ruft er erst einmal Gonzo an, der sich in einem Büro voll von okkulten Symbolen aufhält.

35_Anwaltsbüro

Dukes Weg führt ihn schließlich zurück nach Las Vegas. Inzwischen fährt er ein weißes Cabrio, womit die Farben Blau, Weiß und Rot komplett abgedeckt wären. Wieder in der Casinooase angekommen checkt der Drogenbaron kurzerhand in einem anderen Hotel ein. Ironischerweise findet in diesem eine Konferenz über Narkotika und gefährliche Drogen statt. Auf dieser wimmelt es selbstverständlich von Drogenfahndern.

36_Weißes Cabrio

Im Hotelzimmer wartet bereits Gonzo mit einem jungen Mädchen namens Lucy (Christina Ricci). Der Name spielt natürlich auf den Beatles Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ (kurz „LSD“) an. Der Spaß bekommt hier aber noch eine ganz andere Dimension, denn die Schauspielerin war im Produktionsjahr 1997 erst 17 Jahre alt und damit noch minderjährig. Obendrein wirkt sie noch um einiges jünger, was die ganzen sexuellen Belästigungen durch die beiden Protagonisten umso widerwärtiger macht.

37_Minderjährige

Während Gonzo Lucy mit Drogen gefügig macht, denkt Duke darüber nach, sie zu prostituieren. In Anbetracht der Tatsache, dass in Hollywood schon wiederholt Kinderstars einer Hirnwäsche unterzogen und anschließend sexuell missbraucht worden sind, ahnt man nichts Gutes in Bezug auf Christina Ricci. Johnny Depp dürfte dabei als ehemaliger Kinderstar, der im Verdacht steht, MPS (multiple Persönlichkeitsstörung) zu haben, nur allzu gut wissen, was er in seiner Rolle als Raoul Duke für abartige Scheiße labert. Hollywood lässt seine dunkle Seite in diesem Film ganz offen raushängen.

Nachdem die beiden Möchtegernzuhälter Lucy wieder losgeworden sind, wagen sie sich auf die Anti-Drogen-Konferenz. Wer nun glaubt, auf der Gegenseite stünden die Guten, sollte einen Blick auf deren Logo werfen. Dort findet sich eine Hand, die eine Fackel hochhält.

38_Fackel

Nach der Konferenz meldet sich Lucy telefonisch, woraufhin die beiden Sexualstraftäter sich bereits in Ketten vor Gericht sehen. Der Gerichtssaal hat bei genauerer Betrachtung einen Schachbrettboden.

40_Sexualstraftäter

39_Anklage

Statt nun endlich die Reißleine zu ziehen, werfen sich die beiden Schweine den nächsten Trip ein. Gonzo gibt dabei zu bedenken, dass er das Zeug von Satanisten bekommen hat. Offensichtlicher geht es nun wirklich nicht mehr und das betrifft auch die Symbolik. Gonzo trägt nämlich nur einen Handschuh und verabreicht seinem Kumpel die Drogen mit der linken Hand.

41_Koks zur linken Hand

Wohin der Pfad zur linken Hand führt, dürfte klar sein. Was nun folgt, ist Satanismus in Reinkultur. Zunächst bekommt Gonzo Reptilienaugen, doch im Gegensatz zu den Reptilien zu Beginn des Films ist dies eine Andeutung von dämonischer Besessenheit.

42_Reptilienaugen

Als nächstes wachsen Gonzo Hörner und schließlich verwandelt er sich komplett in einen Baphomet, inklusive weiblicher Brüste.

43_Benicio devil Toro_1

44_Benicio devil Toro_2

Das gruselige Drogenritual findet in einem Hotelzimmer statt, dessen Wände ein Schachbrettmuster aus Spiegeln aufweisen. Das sind gleich zwei Symbole für einen Dimensionsübergang in einem. Und die Dimension, in die Duke gerade gezogen wird, ist selbstverständlich die Hölle.

45_Spiegelschachbrett

Am nächsten Morgen ist dieses Ambiente mit Blut verschmiert, als wäre Satan persönlich erschienen und hätte ein Menschenopfer in Stücke gerissen.

46_Schalchthaus

Irgendwer scheint zu Tode gekommen zu sein, denn im Zimmer findet sich neben all den Spuren von Gewalt auch ein kleiner Friedhof.

47_Gräber

Raouls Transformation scheint nach diesem Trip jedenfalls abgeschlossen, denn er trägt nun einen Reptilienschwanz.

48_Reptoschwanz

Der freimaurerische Charakter dieser satanischen Orgie wird durch einen großen lila Elefanten unterstrichen, der eine Shriner-Mütze trägt. Diese typische rote Mütze kam im Film schon einmal bei den Rotariern vor.

49_Shriner Elefant

Als Duke den nächsten Raum betritt, findet er dort seinen Kumpel, der einen Spiegel zerschlägt. Dies könnte für den von Drogen zerstörten Geist der beiden stehen, aber ebenso gut könnte es sich um eine Anspielung auf die multiple Persönlichkeitsspaltung von Johnny Depp handeln.

50_Zerbrochener Spiegel_1

51_Zerbrochener Spiegel_2

Als die zwei Junkies wieder einigermaßen zu sich kommen, hat Gonzo das Zimmermädchen am Wickel, welches zufällig in die Szene geplatzt ist. Ihr Name ist Alice, was wohl eine Anspielung auf das Drogenmärchen „Alice im Wunderland“ sein dürfte. Die beiden versuchen, die Putzfrau einschüchtern und überzeugen sie tatsächlich davon, dass sie Drogenfahnder seien. Wenig glaubhaft bei dem, was sich so im Zimmer findet.

52_Marijuana

Nachdem die abgestiegenen Meister ihren Trip noch einmal Revue passieren lassen haben, gehen sie in ein Schnellrestaurant, wo Gonzo die Bedienung sexuell belästigt. Die Frau trägt ein Christenkreuz, weshalb sie wohl nicht zufällig als Opfer ausgesucht wurde.

53_Sexuelle Belästigung

Am darauf folgenden Tag reisen die beiden ab. Auf dem Weg zum Flughafen begegnen sie noch einmal Lucy und fahren mehrmals an einem Schuppen namens „Blue Angel“ vorbei. Möglicherweise könnte dies bedeuten, dass Raoul und Gonzo Engel hätten sein können, wenn sie sich auf die blauen Grade beschränkt hätten.

54_Blue Angel

Nachdem Duke seinen Anwalt am Flughafen abgeliefert hat, kehrt er noch einmal ins versiffte Hotelzimmer zurück, bevor auch er Las Vegas verlässt. Auf dem Weg nach LA fährt er an einem Schild der fiktiven Gemeinde „Fear and Loathing“ vorbei, die 1971 gegründet wurde. Das Ortsausgangsschild wird durch einen Stierkopf und ein Lions Club Logo geziert.

55_Lions Club

Fazit: „Fear and Loathing in Las Vegas“ ist mitnichten eine Komödie, die zeigt, wie lustig Drogentrips sein können. Es handelt sich auch nicht um Kult, sondern maximal um Okkultismus. Im Kern geht es um die Initiation von Johnny Depp und Benicio del Toro in die höchsten Grade der Freimaurerei des schottischen Ritus. Die Bezüge der Hochgradfreimaurerei zum Satanismus sowie die Rolle harter Drogen bei den Ritualen werden dabei mehr als offensichtlich gezeigt. An der Spitze der Machtpyramide stehen offensichtlich die Reptiloiden, auf die gleich mehrmals Bezug genommen wird.

Weiterhin werden die freimaurerischen Serviceclubs Rotary und Lions International namentlich erwähnt. Die Verbindungen zu den Shriners sind ebenfalls erkennbar und bei der Symbolik wird so ziemlich die komplette Palette aufgefahren. Am bedenklichsten sind jedoch die unverhohlenen Anspielungen auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Alles in allem ist dieser Film absolut krank und widerwärtig!

Ob der Autor der Romanvorlage, Hunter S. Thompson, ebenfalls aus rituellen Gründen Drogen konsumierte oder einfach nur ein Junkie war, ist nicht überliefert. Er beging am 20. Februar 2005 mit einem Kopfschuss Selbstmord. Gemäß seinem letzten Wunsch wurde auf seiner Farm in Woody Creek eine 46,6 Meter hohe Gonzo-Faust aus Stein errichtet, welche einen Peyotekaktus hält. Diese Kakteengattung enthält psychotropes Meskalin, was ähnlich wie LSD wirkt.

Gonzo Fist

In dem Monument war eine Kanone integriert, mit der Thompsons Asche in die Luft geschossen wurde. Finanziert wurde der ganze Spaß von Johnny Depp, der die Kanone auf Thompsons Beerdigung eigenhändig abfeuerte. Offensichtlich stand er dem realen Vorbild seiner Rolle des Raoul Duke sehr nahe und teilt dessen Ansichten zur Drogenthematik. Im Film trägt Depp übrigens nicht die übliche blaue Brille, die ihm als Farbtrigger dient. Der Grund, warum er in „Fear and Loathing in Las Vegas“ eine gelbe Brille trägt, ist ganz einfach der, dass Thompson im realen Leben Brillen mit dieser Farbe bevorzugte.