Unzucht auf Rosenkreuzertour

Der Name der 2009 in Hannover gegründeten Dark Rock Band Unzucht kündigt bereits von einem sündigen Verhalten. Das erste Album von 2012 fügt dementsprechend den sieben Todsünden eine achte hinzu. 2015 steuerten Unzucht außerdem mit dem „Sündenfall“ einen Titel zum Saltatio Mortis Album „Zirkus Zeitgeist“ bei.

Wer derart in Sünde lebt, hat in der Regel Verbindungen zu okkulten Geheimgesellschaften und tatsächlich erschien 2013 das zweite Album mit dem Titel „Rosenkreuzer“.

Unzüchtiger Rosenkreuzer

Eine etwas unzüchtige Version der Fleur de Lys darf auf der entsprechenden Tour natürlich nicht fehlen.

Sperm de Lys

Da die Rosenkreuzer ein Bindeglied zwischen Freimaurerei und Satanismus sind, sollte der Titel des dritten Albums von 2014 ebenfalls nicht verwundern. „Venus Luzifer“ bringt den Teufel mal wieder in Verbindung mit Astrologie, was wir bereits von der Single „Lucifer“ des Freimaurers Jay-Z kennen. Die satanische Kreatur auf dem Unzucht-Cover trägt sogar die Farben der Venus – ein weißes Kleid mit rotem Blut.

Venus Luzifer

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Die weiße Taube – Mehr als nur ein Friedenssymbol

von Shinzon

Die weiße Taube wurde 1949 auf dem Pariser Weltfriedenskongress zum Friedenssymbol erklärt, obwohl Tauben alles andere als friedliche Tiere sind und sich vor allem untereinander eher aggressiv verhalten. Entworfen wurde die Friedenstaube von Pablo Picasso (1881-1973), welcher auch seiner am Abend des Kongresses geborenen Tochter den Namen Paloma (spanisch für Taube) gab. 1955 erhielt er für seine Lithografie den Weltfriedenspreis.

Pablo Picassos Friedenstaube (1949)

Pablo Picassos Friedenstaube (1949)

Die Friedenstaube ist bis heute ein verbreitetes Symbol der Friedensbewegung. In der DDR wurde ihr sogar ein Kinderlied mit dem Titel „Kleine weiße Friedenstaube“ gewidmet.

Friedenstaube

Ihr Ursprung liegt jedoch keineswegs in der modernen Friedensbewegung. Die Taube ist ein biblisches Symbol und stammt aus dem Alten Testament. Genauer gesagt aus der Sintflut-Erzählung, in der Noah eine Taube ausschickt, die mit einem Ölzweig im Schnabel zurückkehrt. Dies sollte ein Zeichen sein, dass Gott seinen Krieg gegen die Menschheit für beendet erklärt hat.

Friedenstaube Noah

Das von Johannes Paul II. eingeführte vatikanische Ritual, bei dem der Papst zum Angelusgebet eine weiße Taube steigen lässt, scheint oberflächlich betrachtet daran angelehnt zu sein. Allerdings ist im Alten Testament nur von einer Taube die Rede und nicht explizit von einer weißen Taube.

Vatikantauben

2015 wurden die Tauben, welche Papst Franziskus mit zwei Kindern steigen ließ, von einer Krähe und einer Möwe attackiert. Zwar überlebten die Tiere, dennoch wurden die traditionellen Tauben 2016 aus Tierschutzgründen durch Luftballons ersetzt. Es mag wie ein finsteres Omen wirken, dass kurz vor dem finalen Ausbruch des 3. Weltkrieges die Friedenstauben angegriffen wurden. Das wirft schon fast die Frage auf, ob die Krähe und die Möwe vielleicht darauf abgerichtet waren?

Bird Attack

Wenn die Taube nun ein Friedenssymbol ist, welches seine Wurzeln im Alten Testament hat, warum tauchen Tauben gleichermaßen in der okkulten Symbolik auf? Und warum sind diese immer explizit weiß? Das hat astrologische Hintergründe, denn die weiße Taube am Himmel gleicht dem glänzenden Morgenstern Luzifer. Es handelt sich also um ein Venussymbol.

Verwendung findet die weiße Taube u.a. in der Freimaurerei und bei den Rosenkreuzern. Neben dem Adler gilt sie als Vogel des Lichts, was abermals auf den Lichtbringer Luzifer anspielt. Darüber hinaus ist sie ein Symbol weiblicher Fruchtbarkeit, womit wir wieder bei der römischen Fruchtbarkeitsgöttin Venus wären. Diese ist identisch mit der griechischen Aphrodite, der babylonischen Astarte sowie der ägyptischen Isis. Die Bedeutung der weißen Taube erstreckt sich also auf all diese Göttinnen und teilweise werden diese sogar mit Taube dargestellt.

Venus mit Taube - Jacques François Courtin (1780)

Venus mit Taube – Jacques François Courtin (1780)

Es wäre durchaus denkbar, dass die Verwendung weißer Tauben in der Friedensbewegung und im Vatikan entsprechende okkulte Hintergründe hat. Dennoch müssen zumindest bei der Friedenstaube Abstriche gemacht werden. Zum einen wegen der biblischen Symbolik mit der Taube, die einen Ölzweig hält. Der Ölzweig ist dabei das ausschlaggebende Element, denn die Venustaube im Okkultismus trägt diesen nicht. Zum anderen hat sich die Taube als Friedenssymbol etabliert und wird von den meisten Menschen in diesem Kontext verstanden. Es sollte daher genau darauf geachtet werden, in welchem Zusammenhang die Symbolik der weißen Taube benutzt wird.

Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

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Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

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19 Grey Abduction_2

Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

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Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

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Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

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Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

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Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

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Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

47 Kuat x 2

Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

48 2001 Elysium

Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

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Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

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Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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62 Inzesthochzeit

Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

63 Hexagrammvortex

Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

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Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

Die Wolfsangel – Vom Jagdgerät zum NS-Symbol

von Shinzon

Mit Wolfsangeln angelt man Wölfe. Klingt erst mal komisch, ist aber so. In früheren Zeiten wurden die eisernen Jagdgeräte mit Ködern versehen und mittels eines Ankers in Bäume gehängt. Wölfe, die danach sprangen, blieben mit der Schnauze an den Widerhaken hängen und verendeten elendig. Das Prinzip ähnelt also tatsächlich Fischangeln und wurde über Jahrhunderte zur Bekämpfung von Wölfen angewendet. Die ältesten Nachweise für den Gebrauch von Wolfsangeln reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, während die letztmalige Verwendung auf Ende des 19. Jahrhunderts datiert werden kann. Heute gilt die Wolfsangel als Tierquälerei.

Wolfangel als Jagdwaffe

Es ist nahe liegend, dass die Wolfsangel in Norddeutschland schon sehr früh als Forstzeichen in Gebrauch war und zahlreiche Grenzmarkierungen ziert. Außerdem fand sie Einzug in die mittelalterliche Heraldik und ist auf zahlreichen Städte- und Gemeindewappen zu finden. Ein rechtsextremer Hintergrund kann aufgrund des Alters dieser Beispiele ausgeschlossen werden. Außerdem ist die Wolfsangel von ihrem Ursprung her kein okkultes Symbol.

Wappen mit einfacher Wolfsangel.

Wappen mit einfacher Wolfsangel.

Wolfsangeln mit Querbalken.

Wolfsangeln mit Querbalken.

Erst die Nazis haben der Wolfsangel einen mystischen Bezug gegeben, indem sie das Symbol zu einer germanischen Rune erklärten. Dafür gibt es jedoch keinerlei wissenschaftlichen Beleg. Die Wolfsangel ist gänzlich der Form des gleichnamigen Jagdwerkzeugs nachempfunden und stammt aus einer Zeit, in der das germanische Runenalphabet längst durch die lateinischen Buchstaben ersetzt worden war. Das hielt die Nazis jedoch nicht davon ab, fleißigen Gebrauch von der Wolfsangel zu machen.

Bereits in den 1930er Jahren verwendete die vom späteren Nazikollaborateur Hermann Bickler (1904-1984) gegründete elsässisch-autonomistische Jungmannschaft Armbinden mit Wolfsangel auf brauner Uniform. Später fand sich die Wolfsangel bei der 2. Panzerdivision der SS wieder.

Wolfsangel SS

Die Organisation Werwolf, welche Heinrich Himmler gegen Kriegsende ins Leben rief, verwendete ebenfalls die Wolfsangel. Ebenso wie die SS machten sie jedoch nicht Jagd auf „Onkel Wolf“ (Hitlers Spitzname), sondern auf Deserteure und kriegsmüde Deutsche. Auffällig bei der Verwendung durch die Nazis sind die Drehung in eine waagerechte Position sowie der zusätzliche senkrechte Balken durch die Wolfsangel. Die Wolfsangeln in der mittelalterlichen Heraldik standen nahezu immer aufrecht und hatten nicht in jedem Fall einen zusätzlichen Querbalken. Sie sind daher gut von der NS-Wolfsangel unterscheidbar.

Werwolfsangel

Von den alten Nazis fand die Wolfsangel ihren Weg direkt zu den Neonazis. Unter anderem bei der 1982 verbotenen Jungen Front, der Jugendorganisation der ebenfalls seit 1982 verbotenen Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit. Aufgrund der Verwendung durch solch verfassungsfeindliche Organisationen steht die Wolfsangel auf der Liste der in Deutschland verbotenen NS-Symbole und darf laut § 86a des Strafgesetzbuches nicht als Kennzeichen betreffender Organisationen gezeigt werden. (Mit Ausnahme von historischen Dokumenten und Material zur Aufklärung über NS-Symbolik.) Vom Verbot ausgenommen sind alle Wolfsangeln ohne NS-Bezug, wie z.B. auf Städte- und Gemeindewappen.

Bei der rechtsextremen Modemarke Thor Steinar war der NS-Bezug selbstverständlich gegeben, was zum ersten Prozess gegen die Marke führte. Deren Logo zeigte ursprünglich eine Kombination aus Wolfsangel und Tiwaz-Rune. Sämtliche Kleidung mit dem verfassungsfeindlichen Kennzeichen wurde beschlagnahmt, woraufhin Thor Steinar ein neues Logo entwarf. Dieses zeigt nun eine Gebo-Rune bzw. ein X mit zwei Punkten. Über die okkulte Bedeutung kann spekuliert werden, zumal sowohl das alte als auch das neue Logo in den Farben der Venus gehalten sind.

Thorten Schneidar

Nebenbei sollte erwähnt werden, dass die Kleidung der Nr. 1 Modemarke aller stolzen deutschen Nazis in der Türkei und China produziert wird. Von wegen „gute deutsche Wertarbeit“. Die Geschäftsleitung hat seit 2009 zudem Faisal al Zarooni von der International Brands General Trading (IBGT) mit Sitz in Dubai. Die deutschen Nazis verkommen mit dieser Klamotte endgültig zur Lachnummer.

Doch kommen wir zurück zur Wolfsangel. Im Ausland scheren sich die Nazis selbstverständlich nicht um das deutsche Verbot von NS-Symbolen. Insbesondere in der Ukraine hat sich die NS-typische Wolfsangel bei Neofaschisten durchgesetzt. Von 1991 bis 2004 war sie z.B. das Logo der rechtsextremen Swoboda-Partei. Inzwischen hat diese sich jedoch ein neues, unauffälligeres Logo gegeben, um breitere Wählerschichten anzusprechen.

Altes Swoboda-Logo

Diese Mühe gibt sich der militärische Arm der ukrainischen Faschisten nicht. Sowohl das alte als auch das neue Logo des verbrecherischen Asow-Bataillons enthält eine Wolfsangel.

Asow-Bataillon

Asow-Logo neu

The Return of the First Avenger – Und der Beginn einer neuen Weltordnung

von Shinzon

2014 kehrte „Captain America“ nach nur drei Jahren auf die Kinoleinwand zurück. In seinem zweiten Abenteuer bekommt er jedoch kaum Gelegenheit, sich ins 21. Jahrhundert zu integrieren. Nachdem er in „The Avengers“ bereits eine dämonische Alieninvasion zurückschlagen musste, wird er nun mit der neuen Weltordnung konfrontiert.

Gleich in der Eröffnungsszene taucht schon der erste Obelisk auf, immer mit einer spiegelnden Wasserfläche und einer Repräsentation der weiblichen Brust in der Nähe. Ein Sinnbild für freimaurerische Dualität sowie das Prinzip „wie im Himmel, so auf Erden“.

CA2_01 Obelisk_1

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Vor dieser Szenarie joggt Steve Rogers (Chris Evans) durch Washington, wobei der genetisch verbesserte Superheld alle anderen überholt. Auf seiner morgendlichen Tour lernt er den Veteranen Sam Wilson (Anthony Mackie) kennen und tauscht mit ihm Kriegsgeschichten aus. Neben dem Pathos gibt es in Steves Liste verpasster historischer Ereignisse noch etwas Platz für Apple-Schleichwerbung.

CA2_03 Apple Jobs

Kurz darauf wird Captain America von der S.H.I.E.L.D.-Agentin Natascha Romanoff (Scarlett Johansson) abgeholt. Zusammen mit ihr und einem Agententeam wird er zu einem von Piraten gekaperten Schiff geschickt, welches S.H.I.E.L.D. gehört. Sie sollen die Lemurian Star zurückerobern und die Geiseln befreien. Interessant ist dabei der Name des Schiffes, welcher auf den untergegangenen Kontinent Lemuria anspielt.

Selbstverständlich glückt die Mission, wobei es zu einigen ordentlichen Schlägereien kommt. Allerdings läuft nicht alles reibungslos, denn Natascha hat noch eine andere Mission, bei der es um die Bergung von geheimen Daten geht. Anschließend geht es zurück nach Washington ins Hauptquartier von S.H.I.E.L.D. Das Gebäude ist in drei Flügel und einen Kernbereich unterteilt. Die drei ist eine heilige Zahl und steht u.a. für die ersten drei Grade der Freimaurerei. Zudem bildet das Gebäude eine abgerundete Triskele und wird sogar Triskelion genannt.

CA2_04 The Triskelion

In der Empfangshalle steht das S.H.I.E.L.D.-Logo – ein Adler, in dem sowohl Zirkel und Winkelmaß als auch ein M für „Mason“ angedeutet sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, handelt es sich bei S.H.I.E.L.D. doch um eine Mischung aus Geheimgesellschaft und militärisch-industriellem Komplex.

CA2_05 Adler

CA2_05 Adler +

Im Hauptquartier gerät Steve Rogers erst einmal mit Nick Fury (Samuel L. Jackson) aneinander, der ihn über „mehrdimensionale Bereichsbildung“ aufklärt. Mit anderen Worten gibt es Missionen innerhalb von Missionen, über die nicht alle Teilnehmer bescheid wissen. Worum es bei Nataschas Mission ging, offenbart Fury dem aufgebrachten Superhelden, indem er ihn in das Projekt „Insight“ einweiht.

Es handelt sich um drei Heli-Carrier, die etwas moderner sind, als jener, der im ersten „Avengers“-Film zu sehen war. Diese fliegenden Waffenplattformen sollen mit sämtlichen Überwachungssatelliten vernetzt werden und so im suborbitalen Flug jedes menschliche Ziel rund um den Globus präzise ausmerzen können. Fury verkündet stolz, dass die Präzisionswaffen 1.000 Ziele pro Minute eliminieren können.

CA2_06 Insight Carrier

CA2_07 Insight Satellit

Der Einsatz soll dabei präventiv erfolgen. Mit anderen Worten werden potentielle Feinde ohne Gerichtsverfahren hingerichtet, bevor sie überhaupt ein Verbrechen begangen haben. Das geht sogar Captain America zu weit, der korrekt anmerkt, dass S.H.I.E.L.D. der Welt eine Waffe an den Kopf hält und es „Schutz“ nennt. Projekt Insight ist in seinen Augen ein Instrument der Angst und er lehnt jede Beteiligung seinerseits ab.

Im Anschluss schwelgt Rogers ein wenig in Erinnerungen, indem er seine Ausstellung im Smithsonian-Museum besucht. Von so viel US-Pathos bekommt man schnell Brechreiz.

CA2_08 Pathos

In einer Filmvorführung sieht er seine Jugendliebe Peggy Carter (Hayley Atwell) und beschließt, sie im Altenheim zu besuchen. Das ist die wohl stärkste Charakterszene des gesamten Films, da hier offensichtlich wird, was Rogers durch seinen 70-jährigen Kälteschlaf verloren hat. Etwas später besucht er noch Sam, der Veteranen mit posttraumatischem Stresssyndrom betreut. Auch gibt es wieder etwas unterschwelligen Pathos sowie Brust- und Phallussymbolik im Hintergrund.

CA2_09 Brust Phallus

Der Rest des Films besteht dann nur noch aus Action-Krachbumm. Als nächstes steht dabei Nick Fury im Mittelpunkt. Dieser muss feststellen, dass er nicht auf die Daten der Lemurian Star zugreifen kann. Da er ganz oben in der Kommandohierarchie steht, ist das äußerst ungewöhnlich. Er will daraufhin Projekt Insight verschieben und teilt dies seinem Vorgesetzten Alexander Pierce (Robert Redford) mit. Kurz darauf wird Fury von S.H.I.E.L.D.-Agenten angegriffen, die als Polizisten getarnt sind. Eine gute Gelegenheit für etwas Schwarz/Weiß-Symbolik.

CA2_10 Autos Schwarz-Weiß

Am Ende der Verfolgungsjagd wird der Einäugige von einem geheimnisvollen Maskierten mit Roboterarm angegriffen, kann diesem jedoch entkommen. Abends lauert Nick Fury seinem Nummer 1 Superhelden Rogers in dessen Wohnung auf. Er kann jedoch nicht offen mit ihm reden, da die Wohnung verwanzt ist – auf seinen eigenen Befehl hin. Ein klassisches Eigentor, da er seiner Geheimorganisation nicht mehr trauen kann. Er schafft es gerade noch, dies Rogers schriftlich mitzuteilen, bevor er angeschossen wird. Er gibt ihm einen USB-Stick mit den Daten der Lemurian Star und rät ihm, niemandem zu vertrauen, bevor er zusammenbricht.

Kurz darauf eilt ihm seine Nachbarin zu Hilfe, die sich als Agent 13 zu erkennen gibt. Captain America hält sich nicht lange mit solch okkulten Zahlenspielereien auf, sondern verfolgt den Schützen. Er springt einfach aus dem Fenster und rennt im Nachbargebäude durch die geschlossenen Türen, als bestünden diese aus Pappe. Auf einem Dach stellt er schließlich den Killer, der sich als der geheimnisvolle Maskierte herausstellt. Dieser ist ihm in Sachen Stärke jedoch ebenbürtig und kann entkommen. Übrigens ist der rote Stern auf dem Roboterarm des unbekannten keineswegs als Hinweis auf die Sowjetunion zu verstehen. Es handelt sich um ein satanistisches Pentagramm.

CA2_11 Rotstern

Im Krankenhaus kämpfen die Ärzte vergeblich um Nick Furys Leben und Agent Hill (Cobie Smulders) nimmt seine vermeintliche Leiche mit. Steve Rogers wird indes zum S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier gerufen, wo ihn Pierce darüber aufklärt, dass Nick Fury die Piraten angeheuert hatte, um die Lemurian Star zu kapern. Nun geht also auch noch ein Inside Job auf seine Verantwortung. Doch warum sollte Fury dies tun und wer ist hier wirklich der Bösewicht?

Pierce fährt fort, er und Fury wären sich darüber einig gewesen, dass man alte Welten erst zerstören muss, bevor eine neue, bessere Welt aufgebaut werden kann. Das ist die erste Andeutung auf eine neue Weltordnung, zu deren Durchsetzung die alte Ordnung zerstört werden muss. Ob die neue Welt wirklich eine bessere ist, daran muss ernsthaft gezweifelt werden. Zumal Pierce Captain America verdächtig oft darüber ausfragt, was Fury ihm vor seinem Tod mitteilen wollte.

Rogers meint dazu lediglich, dass er ihm riet, niemandem zu vertrauen. Ein weiser Rat, denn auf dem Weg nach draußen wird Steve im Fahrstuhl von Rumlow (Frank Grillo) und einem Dutzend weiterer S.H.I.E.L.D.-Agenten angegriffen. Selbstverständlich kann er sowohl den Schlägern als auch einem Jet mit Maschinengewehr entkommen. Allerdings sitzt ihm von nun an S.H.I.E.L.D. im Nacken, da Pierce ihn offiziell zum Feind erklärt.

Auf der Flucht schaut Rogers zunächst im Krankenhaus vorbei, wo er den USB-Stick mit den sensiblen Daten deponiert hat. Agent Romanow hat diesen bereits sichergestellt und weiß auch einiges über den Mörder von Nick Fury. Sie hatte selbst schon eine Begegnung mit dem „Winter Soldier“. Von nun an steht sie Captain America bei dessen Suche nach der Wahrheit zur Seite, während Pierce den UN-Sicherheitsrat über Nick Furys Absichten belügt. Leider lässt sich der Sicherheitsrat überzeugen, Projekt Insight wieder aufzunehmen.

Bei dem Versuch, die Verschlüsselung der Daten auf dem USB-Stick zu knacken, werden Rogers und Romanoff erneut mit Apple-Schleichwerbung konfrontiert.

CA2_12 Applewerbung

Das ist aber nicht das Schlimmste, denn die KI auf dem Stick hat S.H.I.E.L.D. alarmiert. Die beiden entkommen den Agenten durch geschickte Tarnung, doch die Zuschauer entkommen nicht dem Product Placement, von welchem es in der Einkaufsgalerie reichlich gibt. Ein Laden heißt darüber hinaus auch noch Rainbow.

CA2_14 Rainbow

CA2_13 Hard Rock

Die Daten konnten die zwei Flüchtligen zwar nicht entschlüsseln, aber dafür konnten sie ihre Quelle zurückverfolgen, die in einer verlassenen S.H.I.E.L.D.-Basis nahe New Jersey liegt. Dort entdecken die beiden einen versteckten Fahrstuhl, der sie in eine hochgeheime Computerschaltzentrale bringt. Nun wird es interessant, denn der antiquierte Computer erkennt Rogers und Romanoff. Die Software entpuppt sich als das Bewusstsein von Arnim Zola (Toby Jones), ein Naziwissenschaftler, der einst für Red Skull bei der Geheimorganisation Hydra arbeitete.

CA2_15 Red Skull

Hydra ist das Nazigegenstück zu S.H.I.E.L.D. und wie Zola den beiden offenbart, wurde S.H.I.E.L.D. von Hydra-Agenten infiltriert. Diese wurden nach dem Ende des zweiten Weltkriegs über Operation Paperclip in die USA geholt, was sich nun bitter rächt. Die Nazis konnten die Welt nicht mit Gewalt unterwerfen, also haben sie die Menschheit dazu gebracht, ihre Freiheit freiwillig aufzugeben. Hydra hat Krisen genährt, Kriege angezettelt und die Geschichte umgeschrieben. Es sollte so viel Chaos wie möglich geschaffen werden, damit die Menschheit ihre Freiheit für Sicherheit aufgibt.

Das kommt einem doch alles recht bekannt vor. 9/11, inszenierter Terror, anschließend Krieg gegen den Terror und das alles, um den Patriot Act und andere Instrumente zur Schaffung eines Polizeistaates durchzusetzen. In der Realität waren dafür u.a. die Präsidenten Bush zuständig, deren Vorfahr Prescott Bush in den 1930er und -40er Jahren tatsächlich mit den Nazis kollaborierte. In diesem Film steckt also durchaus viel Wahrheit, obgleich es gar keine Infiltration durch deutsche Nazis brauchte. Es verhält sich eher so, dass amerikanische Faschisten wie Prescott Bush und Henry Ford das Naziregime in Deutschland von Anfang an unterstützten und nach dessen Niederlage ihre Brüder in die vereinigten Staaten holten.

Der Knaller ist natürlich, als Zola von „Hydras neuer Weltordnung“ spricht. Er hätte auch direkt George Bush senior zitieren können, der 1991 in aller Öffentlichkeit die neue Weltordnung verkündete. Die USA werden tatsächlich von Faschisten regiert, deren Ziel die Schaffung einer neuen Weltordnung ist. Hydra kann dabei sowohl mit der deutschen Thule-Gesellschaft als auch mit Skull and Bones gleichgesetzt werden.

Zola kann es sich leisten, Captain America alles zu offenbaren, denn eine Rakete ist längst auf dem Weg zur Basis. Allerdings gelingt es Rogers, sich und Natascha mit seinem Schild vor der Explosion und den herabregnenden Trümmern zu retten. Als klar ist, dass die beiden entkommen sind, setzt Pierce den Winter Soldier auf die Flüchtigen an. Der Buddhakopf in Alexanders Wohnung wirkt dabei etwas deplatziert, denn sonderlich spirituell ist der Nazi nicht. Im Gegenteil erschießt er seine Haushaltshilfe vor dem Buddhakopf, als diese noch einmal zurück kommt und den Winter Soldier sieht.

CA2_16 Buddha

Steve und Natascha suchen zunächst bei Sam Unterschlupf und schmieden dort neue Pläne, wie sie gegen Hydra vorgehen können. Ihr erster Anlaufpunkt ist S.H.I.E.L.D.-Agent Jasper Sittwell (Maximiliano Hernández), den sie mit Sams Hilfe auf ein Dach entführen und verhören. Von Sittwell erfahren sie, dass Zolas Algorithmus dazu dient, sämtliche Daten über alle Menschen zu sammeln und auszuwerten. Alle, die Hydras neuer Weltordnung gefährlich werden könnten, sollen anschließend eliminiert werden. Das betrifft ein paar Millionen Menschen, die mit einem Schlag ins Jenseits befördert werden sollen.

Der Zola-Algorithmus klingt verdächtig nach Prism. Sitwells Aussage, dass wir in einem digitalen Zeitalter leben, in dem unser Surfverhalten und unsere Accounts in sozialen Netzwerken alles über uns preisgeben, ist daher hoch brisant. Es ist tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis die NSA etwas mit den gewonnenen Daten anfängt und die USA damit beginnen, alle potentiellen Bedrohungen auszuschalten. Dies betrifft keineswegs nur Terroristen, sondern jeden vom Antifaschisten bis zum kritischen Journalisten. Das ist die Kernaussage dieses Films.

Mit Sitwells Hilfe wollen die drei Widerständler bei Projekt Insight eindringen und die Helicarrier stoppen. Unterwegs werden sie jedoch vom Winter Soldier aufgehalten, der Sitwell kaltstellt und zusammen mit anderen Hydra-Agenten ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche legt. Über den Mangel an Realismus in dieser Schlacht braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Captain America legt einige Stürze hin, die selbst einen genetisch verbesserten Menschen umbringen würden.

Agent Romanoff muss ebenfalls einstecken und kassiert die zweite Kugel vom Winter Soldier. Im letzten Moment eilt ihr Rogers zu Hilfe und nimmt es mit dem Cyborg auf. Während der Schlägerei verliert dieser seine Maske und Rogers identifiziert ihn als Bucky, seinen ehemaligen Freund und Kameraden James Buchanan Barnes (Sebastian Stan). Dieser reagiert verwirrt, als er „Bucky“ genannt wird und lässt von Captain America ab.

CA2_18 Bucky_2

Der und seine beiden Freunde werden kurz darauf von S.H.I.E.L.D.-Agenten festgenommen. Die Hinrichtung wird aufgrund eines TV-Helikopters verschoben und natürlich entkommen die drei auf dem Transport, da sie unerwartete Hilfe von Agent Hill erhalten. Hill bringt die Flüchtigen zu einer geheimen Basis, wo Nick Fury auf sie wartet. Totgeglaubte leben länger.

Bucky wird von der Gegenseite ebenfalls in eine geheime Einrichtung verfrachtet, wo ihm die Erinnerung an seine Gefangennahme durch Hydra während des zweiten Weltkrieges langsam ins Gedächtnis zurückkommt. Er ist ein Hirnwäscheopfer und als er zu erkennen gibt, dass er sich wieder zu erinnern beginnt, wird er erneut einer Elektroschocktherapie unterzogen. Project Monarch lässt grüßen und nur so nebenbei hat auch die CIA damals von Naziverhörmethoden abgeschaut.

CA2_19 Monarch-Programmierung

Nick Fury erläutert in der Zwischenzeit, wie sich die Helicarrier ausschalten lassen. Die Serverplatten aller drei Waffenplattformen müssen ausgetauscht werden, damit ihre Systeme übernommen werden können und der Befehl erteilt werden kann, sie aufeinander feuern zu lassen. Captain America geht dieser Plan nicht weit genug. Er will nicht nur die Carrier ausschalten, sondern die komplette S.H.I.E.L.D.-Organisation, da sie von Hydra durchseucht ist. Eine Entscheidung, die Steve Rogers durchaus sympathisch erscheinen lässt, denn die Menschheit wird niemals sicher sein, solange es auch nur eine okkulte Geheimgesellschaft mit Zugang zu militärischer Gewalt gibt.

Bevor Captain America in die finale Schlacht zieht, holt er sich noch schnell seine alte Uniform aus dem Museum. Die macht ihn dann wieder ziemlich unsympathisch, denn der amerikanische Pathos mit Freimaurerfarben und Pentagramm tut einfach nur in den Augen weh. Nebenbei bemerkt ist es kein Zufall, dass Captain Amerika ein weißes Pentagramm trägt, während das vom Winter Soldier rot ist. Das ist wieder einmal typische Venus-Symbolik, wobei der Held das aufbauende luziferische Prinzip vertritt und der Gegner das zerstörende Prinzip Satans. Natürlich sind beide miteinander befreundet und obwohl sie gegeneinander kämpfen, können sie sich nicht gegenseitig töten, weil sie zwei Seiten derselben Medaille sind.

CA2_20 Masonic Man

Während Pierce den UN-Sicherheitsrat einlullt, dringen Rogers und Co. ins S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier ein und verkünden über die Lautsprecheranlage, dass S.H.I.E.L.D. von Hydra infiltriert wurde und Pierce der Anführer der Verschwörung ist. Alle, die nicht zu Hydra gehören, müssen sich nun entscheiden, welcher Seite sie folgen. Captain America kann mit seinen Worten einige Verbündete rekrutieren und somit Chaos im Hauptquartier stiften. Dennoch können die Helicarrier starten, was die Lage verkompliziert und zu einer dramatischen Luftschlacht führt. Sam ist dabei eine echte Hilfe, da er mit seinen Flügeln im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Wingman abgibt.

CA2_22 Wingman

Während Steve und Sam die Serverplatten der Carrier austauschen, hat Natascha sich als UN-Beauftragte getarnt ins Büro von Pierce geschlichen. Sie überwältigt seine Wachen und stellt alle Daten von Hydra und S.H.I.E.L.D. ins Internet, was das Ende der beiden Geheimgesellschaften bedeutet. Um die Verschlüsselung der Insight-Daten aufzuheben, braucht es indes noch einen zweiten Mitarbeiter der S.H.I.E.L.D.-Führungsebene und da kommt Nick Fury ins Spiel. Bei der Begegnung zwei so hochrangiger Logenbrüder wie Fury und Pierce ist das freimaurerische Hexagon nicht weit.

CA2_23 Hexagon

Jetzt braucht Nick nur noch sein verletztes Horusauge in den Irisscanner halten und schon ist der Zugriff gestattet.

CA2_24 Horusauge

In der Zwischenzeit muss sich Captain America mit seinem ehemaligen Kumpel Bucky rumschlagen und Sam kümmert sich derweil um Rumlow. Nur Pierce steht nicht so auf Fausttänze und bedient sich stattdessen heimtückischer Methoden. Mit seinem Smartphone löst er elektrische Ladungen in den biometrischen Chips aus, die er den Vertretern des UN-Sicherheitsrats beim Einlass ausgehändigt hat. Wer da noch behauptet, dass RFID-Chips nicht töten könnten…
CA2_25 Killerchips

Während Agent Romanoff Pierce mit einem Trick ablenken kann und Fury ihn kurzerhand erschießt, gelingt es Rogers, die letzte Serverplatte auszutauschen. Kurz bevor Hydra sämtliche loyalen S.H.I.E.L.D.-Agenten ausschalten kann, loggt Hill die drei Carrier als Ziele ein, die sich daraufhin gegenseitig unter Feuer nehmen.

CA2_26 Ersatzziele

CA2_27 Inferno_1

Der Tag ist gerettet. Außer für Captain Amerika, der noch an Bord eines der Carrier festsitzt und für Sam, der in im Hauptgebäude um sein Leben rennen muss, da eben dieser Carrier geradewegs in die Bude hinein rast.

CA2_29 Crash

Steve Rogers sollte ebenfalls die Beine in die Hand nehmen, doch stattdessen rettet er Bucky, nur um aus lauter Dankbarkeit Prügel von seinem ehemaligen Kumpel zu kassieren. Letztendlich rettet Barnes seinen alten Kameraden aber doch, nachdem beide in die Tiefe gestürzt sind. Nun ist der eine zwar ein Cyborg und der andere genetisch verbessert, aber dass beide den Sturz in die Tiefe überleben, ist der Gipfel der Unglaubwürdigkeit.

Da S.H.I.E.L.D. nach diesem Showdown aufgelöst wird, müssen sich die Mitarbeiter woanders bewerben. Agent Carters Tochter kommt bei der CIA unter, Agent Hill bei Stark Industries und die Hydra-Verräter im Gefängnis. Natascha Romanoff muss sich indes vor einem Untersuchungsausschuss des Kriegsministeriums rechtfertigen und Nick Fury bereitet die Jagd auf die Reste von Hydra vor. Captain America hat derweil andere Pläne und will seinen alten Kumpel Bucky suchen.

Bevor sich die Wege von Natascha und Steve trennen, gibt sie ihm einen Abschiedskuss und rät ihm zu einem Date mit Sharon Carter alias Agent 13. Wenn man die Mutter nicht bekommt, nimmt man halt die Tochter. Dabei wäre Natascha sicherlich auch eine gute Partie gewesen, doch vielleicht hat ihr Tarnname „Black Widow“ Steve abgeschreckt.

Fazit: „The Return of the First Avenger“ bietet wie kaum ein anderer Film Einblick in die Pläne zur Errichtung einer faschistischen neuen Weltordnung. Die Parallelen zur Realität sind dabei extrem beängstigend. Zwar wird S.H.I.E.L.D. und damit auch Hydra am Ende vernichtet, aber was danach kommt, bleibt offen. Die Sache scheint jedenfalls noch nicht gegessen zu sein und wer den Pentagrammregen in ersten Minute des Abspanns geduldig über sich ergehen lässt, erhält bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den nächsten „Avengers“-Film „Age of Ultron“. Baron von Stucker (Thomas Kretschmann) erwähnt dabei noch einmal ausdrücklich, dass S.H.I.E.L.D. und Hydra zwei Seiten einer Medaille waren, während er Lokis Waffe aus dem ersten „Avengers“-Film begutachtet

CA2_31 Lokis Waffe

Nach dem Rest des Abspanns gibt es zusätzlich noch eine Ankündigung des nächsten „Captain America“-Abenteuers. Offensichtlich werden Roger und Bucky sich schon bald wieder sehen.

Literatur für Blutsauger

Die große Beliebtheit von Vampirgeschichten reicht bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Eine der ersten Kurzgeschichten war „Der Vampyr“ von John Polidori (1795-1821). Schon in diesem frühen Werk von 1816 wird der Blutsauger als kultivierter Edelmann dargestellt, was nachhaltig das Bild von Vampiren als Aristokraten prägte.

Der russische Schriftsteller Nikolai Wassiljewitsch Gogol (1809-1852) orientierte sich in seiner Erzählung „Der Wij“ von 1835 dagegen eng am überlieferten Volksglauben. Der ebenfalls russische Autor Alexei Konstantinowitsch Tolstoi verfasste 1839 die Kurzgeschichte „Die Familie des Wurdalak“ und 1841 die Erzählung „Der Vampir“.

Der Vampir - Tolstoi

1845-1847 wurden in der Groschenheftreihe „Penny Dreadfuls“ die Geschichten um „Varney the Vampire“ veröffentlicht. Varney war der erste Vampir, der sein Dasein als Blutsauger verabscheute, aber gleichzeitig das Thema bei einer breiten Leserschaft populär machte.

Varney the Vampire

Von einem weiblichen Vampir erzählt indes die Novelle „Carmilla“ des irischen Autors Joseph Sheridan Le Fanu (1814-1873), welche 1872 erschien.

Carmilla 1972 D H Friston

Das bekannteste Werk dieser Epoche dürfte jedoch Bram Stokers „Dracula“ sein. Der irische Schriftsteller Abraham „Bram“ Stoker (1847-1912) nahm sich den Herzog Vlad III. zum Vorbild und schuf damit den berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte. Weiterhin erschuf er in diesem Roman den holländischen Vampirjäger Abraham van Helsing, welcher sich ebenfalls bis heute großer Popularität erfreut.

Bram Stokers Dracula

Im 20. Jahrhundert kam es schließlich zu einem regelrechten Boom der Vampirliteratur. Hervorzuheben ist dabei die Kinderbuchreihe „Der kleine Vampir“, welche 1979 von der deutschen Autorin Angela Sommer-Bodenburg geschaffen wurde und das okkulte Thema Kindern zugänglich machte. Neben 20 Romanen sind auch Comics und Hörbücher zur Reihe erschienen, zudem gibt es diverse Verfilmungen und sogar Musicals.

Der kleine Vampir

Auf dieser Erfolgswelle surfte später auch Christian Seltmann mit seiner Kinderbuchreihe „Paul – Plötzlich Vampir“ mit. Blutsaugende Ungeheuer sind ja schließlich das beste Vorbild.

Paul Vampir

Einen ähnlichen Erfolg konnte Stephenie Meyer mit ihrer ab 2005 erschienenen Jugendromanreihe „Twilight“ erzielen. Die Vampire sind in diesen Erzählungen höchst atypisch und halten sich zudem streng an mormonische Verhaltensregeln. Auf den Buchcovern gibt es dagegen eine Anspielung auf den Sündenfall beim ersten Band und ein Schachbrett mit Figuren in den Venusfarben beim letzten Band.

Twilight

Aufgrund der Fülle von Vampirromanen beschränken wir uns ab hier auf eine unvollständige Auflistung.

● Richard Matheson: „Ich bin Legende“, 1954
● Dieter Sturm: „Von den Vampiren oder Menschensaugern“, 1968
● Helmut Degner & Eva Luther: „Vampire“, 1969
● Stephen King: „Brennen muss Salem“ (Originaltitel: „Salem’s Lot“), 1975
● Fred Saberhagen (1930-2007): „The Dracula Tape“, 1975

The Dracula Tape

● Anne Rice: „Gespräch mit einem Vampir” (Originaltitel: „Interview with the Vampire“), 1976; „Chronik der Vampire“ und „Der Fürst der Finsternis“ (Originaltitel: „The Vampire Lestat“), 1985
● Brian Lumley: „Necroscope“-Reihe, 1986

Necroscope

● Alan Ryan: „The Penguin Book of Vampire Stories”, 1988
● Nancy A. Collins: „Sonja Blue“-Serie (5 Bände), ab 1989; „Vamps”-Serie (3 Bände), seit 2008

● David J. Skal: „Hollywood Gothic. The Tangled Web of Dracula from Novel to Stage to Screen” (Sachbuch), 1990
● Patricia Nead Elrod: „Vampirdetekiv Jack Fleming“-Serie (Originaltitel: „The Vampire Files”, 11 Bände), seit 1990; „Jonathan Barrett, der Gentleman-Vampir”-Reihe (4 Bände), seit 1993
● Lisa Jane Smith: „Tagebuch eines Vampirs“-Reihe (8 Romane), seit 1991
● Laurell K. Hamilton: „Anita Blake”-Serie, seit 1993
● Ken Gelder: „Reading the Vampire” (Sachbuch), 1994
● Raymond T. McNally & Radu Florescu: “In Search of Dracula” (Sachbuch),1994
● Richard Laymon (1947-2001): „Vampirjäger“ (Originaltitel: „Bite“), 1996
● Diverse Autoren: „Draculas Rückkehr – Vampir-Geschichten“, 1996
● Sergei Wassiljewitsch Lukjanenko: „Wächter“-Reihe (5 Bände), seit 1998
● Wolfgang Hohlbein: „Chronik der Unsterblichen“ (insgesamt 17 Bücher), seit 1999

Der Vampyr - Hohlbein

● William Hughes: „Beyond Dracula: Bram Stoker’s Fiction and its Cultural Contexts” (Sachbuch), 2000
● Claus-Artur Scheier: „Der logische Graf Dracula“ (Sachbuch), 2000
● Charlaine Harris: „Sookie-Stackhouse“-Reihe (15 Romane), seit 2001
● Darren O’Shaughnessy: „Darren Shan“-Reihe (4 Trilogien), seit 2001
● Christine Feehan: „Die Karpatianer“-Serie (Originaltitel: „Dark Carpathians-Novels“, 27 Bände), seit 2003
● Tom Holland: „Der Vampir“, 1995; „Das Erbe des Vampirs“ (Originaltitel: „Supping with Panthers“), 1996; „Die Botschaft des Vampirs“ (Originaltitel: „Deliver Us from Evil“), 1997
● Ulrike Schweikert: „Vampir Peter Borgo & Kommissarin Sabine Berner“ (3 Bände), seit 2003; „Die Erben der Nacht“ (6 Bände), seit 2008
● John Ajvide Lindqvist: „So finster die Nacht“, 2004
● Elizabeth Kostova: „Der Historiker“, 2005
● J. R. Ward: „Black Dagger Brotherhood”-Reihe (13 Bände), seit 2005
● Michaela Schäuble: „Wiedergänger, Grenzgänger, Doppelgänger. Rites-de-Passage in Bram Stokers Dracula” (Sachbuch), 2006
● Nancy Kilpatrick: „The Power of the Blood”-Serie (5 Bände), seit 2006
● Robert Eighteen-Bisang & Elizabeth Miller: „Bram Stoker’s Notes for Dracula: A Facsimile Edition” (Sachbuch), 2008
● Fred Vargas: „Der verbotene Ort“, 2008
● Jeaniene Frost: „The Night-Huntress”-Serie (7 Bände), seit 2008; „The Night-Huntress World”-Serie (2 Bände), seit 2010
● P.C. & Kristin Cast: „House of Night”-Serie (16 Romane), seit 2009
● Guillermo del Toro & Chuck Hogan: „Die Saat, “Das Blut” & „Die Nacht“ (Trilogie), seit 2009

Saat Blut Nacht

Das weiße Kaninchen – Wegweiser ins Wunderland

von Shinzon

Das weiße Kaninchen ist nicht nur biologisch eng mit dem Hasen verwandt. Im Okkultismus handelt es sich um eine Ableitung des Hasen mit erweiterter Bedeutung. Während der Hase vor allem ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol ist, steht das weiße Kaninchen darüber hinaus für Drogenkonsum. Um genau zu sein, wurden Kaninchen schon dabei beobachtet, wie sie an Fliegenpilzen knabbern.

Zwar fressen Kaninchen nicht jeden Tag Fliegenpilze, dennoch gelten sie als Wegweiser zu den berauschenden Gewächsen. Sogar die Eierverstecke des Osterhasen können auf frühe Pilzkulte zurückgeführt werden, da abgestorbene Pilze ähnliche Nester hinterlassen, in denen junge Pilze heranreifen. Zu Ostern verschmelzen also heidnische Fruchtbarkeitssymbole mit den Symbolen alter Pilzkulte.

Pilznest

Warum aber nun ausgerechnet weiße Kaninchen? Das hat wohl vor allem mit den Albinos zu tun, welche dieselben Farben wie Fliegenpilze aufweisen. Während Fliegenpilze eine rote Kappe mit weißen Punkten haben, ist es beim weißen Albinokaninchen mit den roten Augen genau umgekehrt. Darüber hinaus handelt sich um die Farben der Venus als Morgen- und Abendstern.

"Alice im Wunderland" (1983) inklusive Fliegenpilzkleid

„Alice im Wunderland“ (1983) inklusive Fliegenpilzkleid

Dieselbe Symbolik findet sich bis ins kleinste Detail in Lewis Carrolls (1832-1898) Roman „Alice im Wunderland“ wieder. Dort treffen wir die weiße und die rote Königin, welche natürlich Schwestern sind. Das weiße Kaninchen weist indes nicht nur den Weg zum Drogentrip ins Wunderland, sondern nimmt darüber hinaus den Platz des Hasen in der astrologischen Jagdszene ein. Zu dieser gehören außerdem noch der kleine und große Hund, die ebenfalls beide im Wunderland zu finden sind. Um die astrologische Natur der Erzählung zu verdeutlichen, wirkt das weiße Kaninchen stets gehetzt und schaut immer wieder auf seine Uhr.

"Alice im Wunderland" (1951)

„Alice im Wunderland“ (1951)

Während die Zusammenhänge des Kaninchens mit der Astrologie und dem Pilzkult nur wenigen bekannt sind, hat „Alice im Wunderland“ weltweit eine hohe Popularität gewonnen. Dank diesem Bekanntheitsgrad hat das weiße Kaninchen eine zusätzliche Bedeutung als Anspielung auf Lewis Carrolls Werk gewonnen. Oft wird dabei auch auf den eigentlichen Kontext der Bewusstseinsveränderung eingegangen, z.B. in „Matrix“, wo Neo dem weißen Kaninchen folgt und dadurch Zugang zu einer höheren Bewusstseinsebene erlangt.

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Der 3. Weltkrieg in Star Trek

„Star Trek“ hat nicht ohne Grund so viele Fans, denn es zeichnet eine optimistische Zukunft, ohne Krieg, Hunger und Krankheit. Die Menschen leben in einer freien Gesellschaft ohne Geld, in der sich jeder selbst verwirklichen kann. Das klingt alles schön und gut, hat aber einen Haken.

Denn bevor durch den Erstkontakt mit den Vulkaniern die Föderation entstand, tobte auf der Erde der 3. Weltkrieg mit rund 600 Millionen Toten. Im Anschluss etablierten sich in vielen Regionen brutale Regime, die mit eiserner Hand regierten. Darunter das Regime von Colonel Green, der den Genpool mittels Massenmord von radioaktiv verseuchten Mutanten säuberte. Die Epoche ging als postatomare Schreckenszeit in den Kanon von Star Trek ein.

Colonel Green

Colonel Green

Des Weiteren kam es noch vor dem 3. Weltkrieg zu den eugenischen Kriegen, in denen genetisch verbesserte Menschen nach der Weltherrschaft strebten. Unter ihnen auch ein gewisser Khan Noonien Singh, dem später Captain Kirk begegnen sollte. Es fällt nebenbei bemerkt auf, dass sowohl Khan als auch Green Uniformen in satanischem Rot tragen.

Eugenic Wars

Die ferne Zukunft von „Star Trek“ mag rosig erscheinen, doch für unsere nahe Zukunft sagen die Serien gleich zwei verheerende Kriege und eine brutale Postapokalypse voraus. Da möchte man doch am liebsten gleich in 23. Jahrhundert flüchten.

Der Rote Drache – Satan in seiner reptiloiden Form

von Shinzon

Drachenlegenden gibt es fast überall auf dem Globus, wobei die Drachen in asiatischen Kulturen und in europäischen Märchen wohl am bekanntesten sein dürften. Die Bedeutung der reptiloiden Gestalten geht dabei sehr weit auseinander.

In China gelten Drachen als Überbringer von Wissen und stehen u.a. für den Frühling, Wasser und Regen. Diese positive Deutung ist so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was Drachen in europäischen Mythen und Märchen verkörpern. In diesen treten die Drachen meist als menschenfressende Ungeheuer auf, die Prinzessinnen entführen. Drachentöter wie Siegfried aus der Nibelungenerzählung gelten indes als Helden.

Ein weiterer Unterschied wird in der Darstellung der Drachen deutlich. Während die meisten chinesischen Drachen schlangenähnliche Wesen mit Armen und Beinen sind, haben die Drachen aus europäischen Erzählungen einen eher massiven Körper und Flügel. Bei den Ureinwohnern Lateinamerikas gleichen Gottheiten wie Kukulkan wiederum eher den Drachen Chinas, werden allerdings zuweilen gefiedert dargestellt, was ihre Fähigkeit zu fliegen unterstreicht.

Chinesischer Drache

Chinesischer Drache

Quetzalcoatl

Quetzalcoatl

"Der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen" (Paolo  Uccello, 1470)

„Der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen“ (Paolo Uccello, 1470)

Ähnlichkeiten gibt es also durchaus, doch wie sind die Drachen nun wirklich einzuordnen? Sind sie Menschenfresser oder Lehrmeister? Oder sind sie gar beides, wie beispielsweise die Götter der Maya und Azteken? Um dies zu beurteilen, müssen die Ursprünge der Legenden ergründet werden.

Einige Forscher vermuten, dass Drachenlegenden auf frühe Funde von Dinosaurierknochen zurückgehen könnten, die von antiken Kulturen nicht richtig eingeordnet werden konnten. Da es unter den Dinosauriern sowohl Pflanzenfresser als auch fleischfressende Exemplare gab, was man an den Zähnen sehr gut ablesen kann, könnte dies die unterschiedlichen Deutungen erklären.

Die Prä-Astronautik hält dagegen, dass die Drachenlegenden auf den Besuch reptiloider Aliens zurückzuführen sein könnten. Gibt es also gleichermaßen positive wie negative Reptiloide? Das lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Immerhin ähneln die chinesischen Drachen in ihrer Rolle als Wissensbringer der Schlange im biblischen Buch Genesis. Werden Drachen also missverstanden? Oder gaben sie den frühen Menschen nur so viel Wissen, wie diese als Sklaven benötigten?

Zu vielseitig scheinen die Überlieferungen von Drachen und anderen reptilienhaften Wesen, die in unterirdischen Höhlen hausen und sich von Menschenfleisch ernähren, als dass man sie ignorieren könnte. Die grausamen Menschenopfer der Maya und Azteken zu Ehren Kukulkans bzw. Quetzalcoatls kommen einem da ebenso in den Sinn wie moderne Erzählungen über Thulsa Doom (im Film „Conan der Barbar“).

Neben solch grässlichen Gottheiten gibt es allerdings auch weitaus banalere Erklärungen, zumindest was die europäischen Drachenlegenden angeht. So vermuten manche Historiker, dass der Drache aus der Nibelungenerzählung stellvertretend für das römische Heer steht, welches eine Drachenstandarte mit sich führte. Das Wort „Drache“ leitet sich sogar vom lateinischen „draco“ ab, welches wiederum auf das griechische Wort „drácōn“ zurückgeht.

Nun wäre zwar zumindest der Ursprung der Drachensymbolik in Europa geklärt. Doch warum bedienten sich die Römer solch reptiloider Wesen? Zur Einschüchterung, ja. Aber woher kam das Motiv? Letztendlich landen wir wieder bei der Frage, ob hier antike Funde von Dinosaurierknochen oder das prä-astronautische Erklärungsmodell verantwortlich sind? Diese Frage können wir bei dem derzeitigen Wissensstand noch nicht endgültig beantworten. Möglicherweise könnten sogar beide Optionen unabhängig voneinander zutreffen.

Eine weitere Frage lautet indessen, ob okkulte Geheimgesellschaften mehr darüber wissen? Immerhin findet sich die Drachensymbolik recht häufig in solchen Zirkeln wieder. Besonders sticht dabei der rote Drache hervor. Dieser repräsentiert niemand Geringeres als Satan höchstpersönlich. Auf der anderen Seite gibt es die Anhänger des weißen Drachens, welcher Luzifer darstellt.

Weißer & Roter Drache
Es handelt sich hierbei um die übliche Rot/Weiß-Symbolik, welche im Okkultismus häufig vorkommt und die Dualität zwischen dem aufbauenden (luziferischen) und zerstörenden (satanischen) Prinzip verkörpert. In der okkulten Astrologie gehen Luzifer und Satan auf die Rolle der Venus als Morgen- und Abendstern zurück. Der rote bzw. weiße Drache dürfte indes auf die Darstellung Satans/Luzifers als Schlange im Buch Genesis zurückgehen.

Nun gibt es einige Desinformanten wie Benjamin Fulford, die behaupten, es gäbe einen heimlichen Konflikt zwischen den Geheimgesellschaften des „bösen“ roten Drachens und des „guten“ weißen Drachens. Derzeit seien die weißen Drachen dabei, diesen Kampf zu gewinnen. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich jedoch um die zwei Seiten derselben Medaille freimaurerischer Dualität.

Der weiße Drache oder auch die weiße Freimaurerei, die angeblich der roten Hochgradfreimaurerei nach schottischem Ritus entgegensteht, dient nur als schlechtes Alibi, um die Geheimgesellschaften zurück in ein positives Licht zu rücken. Immerhin lässt sich der negative Einfluss von Personen wie Albert Pike, Aleister Crowley oder Stalin kaum leugnen, also bezieht man sich kurzerhand auf die Dualität und erfindet eine positive Opposition.

Es gibt zwar durchaus positiv eingestellte Freimaurer, die tatsächlich innerhalb der Freimaurerei von ihresgleichen bekämpft werden. Diese Personen haben sich jedoch irreführen lassen und gehen dem Dualitätsprinzip auf den Leim. Das wahrhaftig Gute braucht das Böse nicht. Es braucht auch keine Logen und keine Drachen, egal ob rot oder weiß. Solange jemand diese Symbolik bedient, macht derjenige sich davon abhängig.

Das prominenteste Beispiel für die Versklavung der Menschheit im Zeichen des roten Drachens ist übrigens die City of London. Von dort aus werden ganze Länder in die Schuldsklaverei getrieben. Es wird Zeit, dass die Menschen ihr Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen und die Herrschaft der Finanzdrachen beenden.

Drachensäule

Die geheimen Symbole in der Lobby der Bank of America

Die 1923 (!) gegründete Bank of America in Charlotte (North Carolina) hat nicht nur ein Logo in den Farben der Freimaurer, welches auf den 33. Grad anspielt. In der Lobby des Hauptsitzes finden sich zudem drei große Freskogemälde von Benjamin Long. Diese verdienen eine genauere Betrachtung.

Drei Gemälde

Das erste Fresko trägt den Titel „Erbauen/Erschaffen“ und zeigt einige Arbeiter mit Schaufeln. Daran ist noch nicht so viel Auffälliges, außer der Tatsache, dass die Banken wenig Anteil an harter Arbeit haben, aber dafür wie Parasiten von ihr profitieren.

Erbauen - Erschaffen

Schauen wir aber etwas genauer hin, fallen zwei Dinge auf. Zum einen sind die dominierenden Farben Blau und Rot – die Farben der Freimaurergrade. Das zweite Detail ist ein schlafender Riese in einem Berg. Nun wird es interessant, denn eine weitere schlafende Gestalt finden wir auch auf einem der Gemälde am Denver Flughafen. Was hat es mit diesem Motiv auf sich? Ebenso können wir nur rätseln, wofür „EQ“ steht.

Begrabener

Begrabenes Kind

Weiter geht es mit dem Motiv in der Mitte, welches ein apokalyptisches Szenario zeigt und den Titel „Chaos/Kreativität“ trägt. Wir sehen u.a. links einen Menschen mit Schutzanzug, was ein Hinweis auf biologische oder chemische Kriegsführung sein könnte. Dieser Verdacht wird durch eine grünlich-gelbe Giftwolke bekräftigt. Rechts findet sich derweil ein Soldat, der einer Menschenmenge gegenübersteht.

Chaos Kreativität

Abermals lassen sich hier Parallelen zur Bilderserie des Denver Flughafens ziehen, wobei dort der Soldat und der Mensch im Schutzanzug zu einer Person kombiniert sind.

Krieg und Genozid

Krieg und Genozid

Das finale Fresko mit dem Titel „Planung/Wissen“ schließt den Kreis von Schöpfung, Vernichtung und Wiedergeburt. Es zeigt die Entstehung einer neuen Weltordnung nach den Vorstellungen der Freimaurer. Es ist das mit Abstand am meisten mit Symbolen beladene Bild der Reihe.

Planung - Wissen

Vor einer Pyramide finden wir den brennenden Busch, der ein Symbol für das erleuchtete Wissen der Freimaurer ist. Der Mann vor dem Busch trägt die Farben der Freimaurer – eine blaue Hose und einen roten Pullover.

Links davon finden wir eine Frau in einem Kubus, die wie eine Marionette an Fäden hängt. Sie scheint die normalen Menschen darzustellen, die gefangen sind und keine Kontrolle über ihr Leben haben. Die Fäden verlaufen durch eine Sonnenfinsternis, womit möglicherweise aber auch das Symbol der schwarzen Sonne gemeint sein könnte. Noch weiter links führt eine Treppe in den Himmel, was wohl eine Neuinterpretation der Jakobsleiter ist und den Aufstieg der Erleuchteten symbolisieren soll.

Unten links finden wir eine Gruppe versnobter Bankster, die über die neue Weltordnung zu urteilen scheinen. Dies spielt wohl auf die Rolle der Hochfinanz bei der Erschaffung dieser neuen Ära an.

Zu guter Letzt wäre da noch der blonde Junge, dessen linkes Auge betont wird und der mit im rechten Winkel stehenden Füßen auf einem freimaurerischen Schachbrettboden platziert ist. Der Boden ist jedoch nicht schwarz/weiß, sondern in den Farben der auf- und untergehenden Venus gehalten, die bekanntlich ein Sinnbild für Luzifer und Satan ist. Es geht also einmal mehr um den Kreislauf aus Erschaffen und Zerstören, der auf den ersten beiden Motiven dargestellt und offensichtlich von den Freimaurern kontrolliert wird.

Kommen wir jedoch noch einmal auf den blonden Jungen zurück, der auch auf dem finalen Motiv der Gemälde des Denver Flughafens eine zentrale Rolle spielt. Hier wird wohl der „neue Mensch“ dargestellt, den die Nazis bereits mit dem Projekt Lebensborn erschaffen wollten.

Blonder Hybrid

Blonder Junge

Doch gehen wir mal einen Schritt weiter zu den Mensch-Alien-Hybriden, welche die Grey heranzüchten. Diese als „Nordics“ bekannten Wesen werden ebenfalls fast ausschließlich als blond beschrieben und sollen den nächsten Schritt in der menschlichen Evolution darstellen. Zeigen die Gemälde des Denver Flughafens und der Bank of America möglicherweise die Machtübernahme einer hybriden Rasse auf diesem Planeten?

Hybrid_3

Das wäre geradezu biblisch. Denn den antiken Legenden nach, gab es schon einmal eine hybride Rasse – die Nephilim, welche missraten war und mit der Sintflut ausgelöscht wurde. Da die Menschheit offensichtlich ebenfalls missraten ist, sollen nun vielleicht wir ausgerottet oder zumindest dezimiert werden, um Platz für etwas Neues zu schaffen? Es scheint zumindest, hier ist etwas Größeres im Gange, als nur die Erschaffung einer globalen Finanzdiktatur oder einer esoterischen Weltreligion.

Quelle