Vril-Musik

Während die Vril-Gesellschaft von der Filmindustrie eher parodiert wird, gibt es auf dem Rechtsrockmarkt braune Musikanten, die den theosophischen Mumpitz durchaus ernst nehmen. So gründete der rechtsextreme Liedermacher Jan-Peter Kersting das „Projekt Vril“, dessen erstes Album von 2007 den passenden Titel „Fragmente einer Verschwörung“ trägt. Mehr als Fragmente gibt es in Sachen Vril-Gesellschaft nämlich nicht. Darüber hinaus ist es eher unwahrscheinlich, dass sich Kersting über den theosophischen Kern der Verschwörung bewusst ist. Er verbreitet, wie alle Rechtsextremisten, lediglich Verschwörungstheorien.

Für diese hat Kersting längst ein geeignetes Publikum gefunden. So trat er schon beim Thüringentag der Nationalen Jugend, dem „Fest der Völker“ und „Rock für Deutschland“ auf. Außerdem hat er zweimal ein Stück für die Schulhof-CD der NPD beigesteuert. Neben der Veröffentlichung mehrerer Soloalben hat Jan-Peter auch schon mit anderen Rechtsrockern zusammengearbeitet und war einige Jahre Teil der bekannten Naziband Sleipnir.

Beim zweiten Vril-Album „1984“ aus dem Jahr 2010 bediente er sich dann dreist bei George Orwell und John Carpenter. Ein Wunder, dass Hollywood ihn noch nicht verklagt hat. Für den Fall der Fälle kann er sich aber schon mal in sein Haunebu setzen und in der Antarktis untertauchen.

"Das ist alles nur geklaut, eo eo..."

„Das ist alles nur geklaut, eo eo…“

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Volle Vril-Kraft voraus

Der Untertitel „The Coming Race“ verrät sofort, dass „Iron Sky 2“ auf dem 1871 erschienen gleichnamigen Buch von Edward George Bulwer-Lytton basiert. In zwei wichtigen Punkten weicht der Film jedoch von der Romanvorlage ab. Zum einen wurde es lange vor dem Aufstieg der Nazibewegung geschrieben und dementsprechend sind die darin beschriebenen Vertreter der Übermenschenrasse Vril-ya keine Deutschen, sondern eine antikes Volk. Des Weiteren leben die Vril-ya lediglich in Höhlen unter der Erde. Die Theorie der hohlen Erde kommt im Buch nicht vor. „Iron Sky“ vermischt Lyttons Werk mit modernen Verschwörungstheorien brauner Esoteriker.

IS2 Vril-Logo

Noch beknackter ist der RTL-Fernsehfilm „Undercover Love“ von 2010. In diesem versucht die Vril-Gesellschaft, welche ausschließlich aus Naziweibern in lila Uniformen besteht, Deutschland mit Reichsflugscheiben zurück zu erobern. Die Gruppe hat sich unter dem Berliner Olympia-Stadion eingenistet, welches noch aus den 1930ern stammt. Möglicherweise eine Anspielung darauf, dass zu zukünftigen Olympischen Spielen oder ähnlich großen Sportereignissen ein UFO-Fakeangriff inszeniert werden soll. In jedem Falle aber ganz schlechte Unterhaltung.

Undercover Lovenazis

Vril UFO

RTL Vril-Projekt

Die Vril-Gesellschaft – Nazi-UFOs und Channelmedien

von Shinzon

Die Vril-Gesellschaft ist ein historisch kaum nachweisbarer Mythos, über den mehr Verschwörungstheorien als Fakten kursieren. Bereits die Herleitung des Namens führt direkt in die Rubrik Science Fiction. Das Wort „Vril“ tauchte nämlich erstmals in einem 1871 erschienen Roman mit dem Titel „The Coming Race“/„Das kommende Geschlecht“ auf. Abgeleitet wurde es wahrscheinlich vom lateinischen „virilis“, was sich mit „kraftvoll“ übersetzen lässt.

Illustration zu "The Coming Race"

Illustration zu „The Coming Race“

Das würde Sinn ergeben, denn in der Erzählung trifft der Protagonist auf die Vril-ya, eine unterirdisch lebende Menschenrasse, welche sich vom Rest der Menschheit abgespalten hat und über telepathische sowie telekinetische Kräfte verfügt. Obwohl die Unterirdischen im Roman in Höhlensystemen leben, ist dieses Werk wohl gleichermaßen die Ausgangslage für die Verknüpfung des Vril-Mythos mit der Theorie der hohlen Erde, wie er in modernen Verschwörungstheorien häufig anzutreffen ist.

Eine reale Verbindung des Romans zum Okkultismus gibt es derweil tatsächlich. Der Autor von „The Coming Race“, der Brite Edward George Bulwer-Lytton (1803-1873), war nämlich Patron der Societas Rosicruciana in Anglia. Angeblich wurde ihm der Titel gegen seinen Willen verliehen, doch in seinen Werken tauchten die Rosenkreuzer sowie deren esoterische Lehren immer wieder auf. Erst ab den 1850ern ging er allmählich auf Distanz zur Esoterik, nachdem immer mehr Spiritisten als Betrüger entlarvt wurden.

Die mentalen Fähigkeiten der Vril-ya betrachtete er dementsprechend auch nicht aus einem esoterischen Blickwinkel, sondern versuchte sie mit naturwissenschaftlichen Mitteln zu erklären. Auf Anfrage der London Dialectical Society verfasste er am 28. Februar 1869 eine Stellungnahme, in der er Geister als Ursachen für spiritistische Phänomene ausschloss. Stattdessen führte er sie auf das Vorhandensein einer alles durchdringenden Naturkraft zurück. Lytton dürfte damit der Ideengeber für die Macht in „Star Wars“ gewesen sein. Seine posthume Popularität bei den Theosophen war jedoch keineswegs seine Intention.

Die Theosophen und andere okkulte Gruppierungen interpretierten „The Coming Race“ auf ihre Weise und glaubten, die Vril-Kraft für sich nutzen zu können. 1886 brachten einige Esoteriker sogar ein Rindfleischextrakt mit dem Namen „Bovril“ auf den Markt, weil sie sich durch den Bezug auf die fiktive Vril-Kraft einen höheren Absatz erhofften. Der Blödsinn gipfelte schließlich in einem Vril-ya-Bazaar, welcher vom 5. bis 7. März 1891 in der großen Londoner Royal Albert Hall stattfand.

Auch die oberste Theosophin Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) griff die Vril-Kraft in ihrem Werk „Die entschleierte Isis“ von 1877 auf. Die unterirdische Urrasse übernahm sie jedoch nicht aus Lyttons Roman. In ihrem späteren Buch „Die Geheimlehre“ von 1888 behauptete sie stattdessen, die Bewohner von Atlantis hätten die Vril-Kraft zum Bau kolossaler Gebäude benutzt, ähnlich wie Apocalypse bei den „X-Men“. Nach dem Untergang von Atlantis habe dann eine kleine Gruppe überlebender Priester das Wissen um die Vril-Kraft bewahrt.

Die X-Men, von Hollywood als "das kommende Geschlecht" gefeiert.

Die X-Men, von Hollywood als „das kommende Geschlecht“ gefeiert.

Während die Nutzung des Vril-Begriffes durch die Theosophische Gesellschaft bestens belegt ist, sieht es bei der Existenz der Vril-Gesellschaft schon anders aus. Historisch nachweisbar ist lediglich ein Vril-ya-Club, welcher 1904 in London gegründet wurde. Dabei handelte es sich jedoch um einen theosophischen Esoterikclub, welcher keine belegbaren Verbindungen zu den späteren Nazis hatte.

Nach Deutschland kam der Begriff erstmalig 1874 mit der Erstübersetzung von Lyttons Roman. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen sich auch deutsche Okkultisten für die darin beschriebene Vril-Kraft zu interessieren. Es verwundert daher nicht, dass eine weitere deutsche Übersetzung von „Das kommende Geschlecht“ 1922 vom Anthroposophen Guenther Wachsmuth (1893-1963) in Umlauf gebracht wurde – auf ausdrücklichen Wunsch Rudolf Steiners (1861-1925).

An dieser Stelle kann schon mal zusammenfassend gesagt werden, dass der Mythos der fiktiven Vril-Kraft auch unter deutschen Esoterikern weit verbreitet war. Hinzu kam mindestens ein Privatzirkel aus Berlin, der sich explizit mit dieser Vril-Kraft beschäftigte. Dieser nannte sich jedoch nicht Vril-Gesellschaft, sondern Wahrheitsgesellschaft.

Der deutsche Raketenpionier Willy Ley (1906-1969), der nach der Machtergreifung der Nazis 1935 in die USA emigrierte, gab den irrationalen Überzeugungen dieser und anderer esoterischer Zirkel eine Mitschuld am Aufstieg der Nationalsozialisten. Ley veröffentlichte 1947 einen Artikel im Magazin Astounding Science Fiction, in welchem er die Wahrheitgesellschaft korrekt auf Lyttons Roman „The Coming Race“ zurückführte und ihre Überzeugung schilderte, die Vril-Kraft sei real. Mit der eigentlich ominösen Vril-Gesellschaft hatte aber auch die Wahrheitsgesellschaft nichts zu tun.

Ausschlaggebend für den Mythos waren wohl zwei Pamphlete aus dem Jahre 1930, welche mit „Weltdynamismus“ und „Vril“ betitelt waren. Veröffentlicht wurden sie von einem okkulten Zirkel namens „Reichsarbeitsgemeinschaft: Das kommende Deutschland“. Die Gruppe behauptete in ihren Schriften, sie sei im Besitz von Technologie, welche die Vril-Kraft nutzen könne. Allerdings handelte es sich mehr oder weniger um die Abschrift einer Broschüre des österreichischen Autoren Carl Schappeller (1875-1947), in welcher dieser ein Perpetuum Mobile propagierte.

Vril - Die komische Urkraft

Der Gründer der Reichsarbeitsgemeinschaft soll ein Johannes Täufer gewesen sein, was aber wohl nur ein Pseudonym war. Hinter diesem wird der Verleger und Theosoph Otto Wilhelm Barth (1882-Todesdatum unbekannt) vermutet. Das würde passen, weil bis dato schon immer die Theosophen hinter allem steckten, was mit Vril zu tun hatte.

Für die weitere Existenz der Reichsarbeitsgemeinschaft sowie der Wahrheitsgesellschaft nach 1930 gibt es indessen keine Belege. Und obwohl einige Okkultisten den Nazis ideologisch durchaus nahe standen, gibt es keine nachweisbaren Verbindungen der Vril-Gläubigen zur Führungsebene des 3. Reiches. Angeblich sollen sämtliche Materialien von den Alliierten beiseite geschafft worden sein, aber schaut man sich einmal genauer an, wer solche Behauptungen verbreitet, kommt man schnell auf rechte Esoteriker wie Jan Udo Holey, Reiner Feistle und Jo Conrad.

Erstmalig erwähnt wurde die Vril-Gesellschaft allerdings schon 1960 von den französischen Autoren Louis Pauwels und Jacques Bergier (1912-1978). Den beiden selbsterklärten Okkultisten zufolge soll die Vril-Gesellschaft Anfang der 1920er aus der „Loge der Brüder vom Licht“ hervorgegangen sein. Sie beriefen sich dabei zwar auf die Aussagen Willy Leys, doch ihre Daten deckten sich nicht mit denen der von Ley beschriebenen Wahrheitsgesellschaft. Lediglich die erwähnte Verbindung der Vril-Gläubigen zu den Theosophen und Rosenkreuzern entsprach den Tatsachen.

Vril-Logo

Was die neurechten Esoteriker verbreiten, ist noch abenteuerlicher. So soll die Vril-Gesellschaft unter der Leitung von Maria Orsitsch Anfang der 1920er telepathischen Kontakt mit einer Zivilisation vom Aldebaran aufgenommen haben. Um einen besseren Empfang zu haben, sollen sich die Vril-Mitglieder die Haare besonders lang wachsen lassen haben. Allein das ist schon ha(u)nebüchener Unsinn, denn Aldebaran ist ein Doppelsternsystem, dessen Hauptstern ein roter Riese ist. Wenn es dort überhaupt je Leben gab, dann wäre dieses schon vor hunderten Millionen Jahren verbrannt. Natürlich halten solche Fakten einen Reiner Feistle nicht davon ab, zu behaupten, dass die Vorfahren der weißen Europäer von dort gekommen seien.

Projekt Aldebaran

Allerdings gilt dies den rechten Esoterikern zufolge nur für die weißen Aldebaraner, die als einzige ihre Göttlichkeit bewahrt haben sollen, während die anderen Bewohner des Aldebaransystems durch Rassenvermischung degeneriert sein sollen. Das ist eine zutiefst rassistische Irrlehre, die durch wissenschaftliche Fakten leicht zu widerlegen ist. Im Gegenteil wirkt nämlich ein seichter Genpool degenerierend. Die ganze Story um die Aldebaraner ist gleichermaßen lächerlich wie verwerflich.

Es wird aber noch kruder, denn 1922 soll es der Vril-Gesellschaft gelungen sein, mithilfe der Channelingbotschaften eine Jenseitsflugmaschine zu bauen. Da stellt sich einem doch die Frage: Wenn die Nazis schon über 10 Jahre vor ihrer Machtergreifung über funktionstüchtige Reichsflugscheiben verfügten, wie konnten sie dann den Krieg verlieren? Und wieso haben die Aldebaraner den Nazis nicht gleich direkt geholfen, den Krieg zu gewinnen? Stattdessen sollen sie einfach zugesehen und anschließend Maria Orsistsch Asyl auf ihrem Planeten gewährt haben? Wer diesen Schwachsinn glaubt, der sucht auch am Nordpol nach dem Weihnachtsmann oder eben am Südpol nach Hitler.

Ebenso unwahr wie die kruden Verschwörungstheorien sind die Behauptungen, die Wahrheit über die okkulten Umtriebe der Nazis würden unterdrückt werden. Dokus wie „Schwarze Magie im braunen Hemd“ behandeln die Wurzeln des Naziregimes in der Ariosophie und Thule-Gesellschaft sogar äußerst detailliert. Des Weiteren ist es durchaus historisch anerkannt, dass es bereits in der Weimarer Republik Esoteriker gab, die sich mit Channelings und UFOs beschäftigten. Nur ist die Beschäftigung mit solchen Themen eben kein Beweis für Kontakte der Nazis mit Außerirdischen. Es beweist lediglich, dass es UFO-Sekten schon lange vor dem 2. Weltkrieg gab.

Gleiches gilt für die hoch entwickelte Technologie der Nazis. Wernher von Brauns Raketenforschung bei Peenemünde war bereits so weit gediehen, dass die V2 an der Grenze zum Weltraum kratzte. Doch statt damit zum Mond zu fliegen, hat Hitler sie lieber auf London schießen lassen. Ebenso fortgeschritten war das erste Überschallflugzeug der Gebrüder Horten. Zum Glück kam der Durchbruch zu spät, um die Niederlage noch abzuwenden. Gleiches galt für die Atombombenforschung, die kurz vor Kriegsende vor dem Durchbruch stand.

Kein Historiker würde leugnen, dass Deutschland unter dem Naziregime technologisch sehr weit fortgeschritten war. Inzwischen beschäftigen sich seriöse Historiker sogar offen mit dem Projekt Glocke, welches sich um Antigravitation gedreht haben soll. Allerdings besteht bei der Glocke keinerlei Verbindung zur Vril-Gesellschaft. Im Rahmen des Projektes wurde reguläre Elektrizität genutzt und keine fiktive Vril-Kraft. Außerdem handelte es sich um keine Flugscheibe, sondern um ein glockenförmiges Objekt. Der Erfolg ist bei alledem nicht belegt und so kann die Glocke als eines von vielen gescheiterten Geheimprojekten der Nazis betrachtet werden.

Gleiches gilt für die Entwicklungen des Österreichers Viktor Schauberger (1885-1958). Laut rechten Verschwörungstheorien soll Schauberger in Kontakt mit der Vril-Gesellschaft gestanden haben und an der Entwicklung der Vril 7 Flugscheibe beteiligt gewesen sein. Dumm nur, dass Schauberger Zeit seines Lebens nie etwas Derartiges von sich behauptet hat. Er glaubte nicht einmal an die Vril-Kraft, sondern behauptete lediglich, einen Implosionsmotor entwickelt zu haben. Die Funktionstüchtigkeit der so genannten Repulsine konnte jedoch nie nachgewiesen werden.

Gleichermaßen stellte sich Schaubergers Flugscheibe als absoluter Flop heraus und ihm wurden sämtliche Gelder gestrichen. Es handelte sich mitnichten um den Nachbau eines weltraumtauglichen UFOs, sondern um eine Art deutsches Avro-Car, welches konventionell betrieben wurde. Möglicherweise basierte sogar das Avro-Car der Amerikaner auf erbeuteten Plänen Schaubergers, aber auch dieses Vehikel entpuppte sich als totaler Reinfall und hob nicht mehr als einen Meter ab.

Für weitere Gerüchte sorgten einige Nurflügler, mit welchen die Nazis experimentierten. Im Prinzip probierten die deutschen Flugzeugkonstrukteure so ziemlich jede nur erdenkliche Form aus, wovon die meisten jedoch kläglich scheiterten. Darunter befand sich tatsächlich auch ein Rundflugzeug. Dieses trug aber weder die Bezeichnung Vril oder Haunebu, noch hatte es irgendetwas Überirdisches an sich. Es handelte sich schlicht um ein konventionell betriebenes Flugzeug mit runden Flügeln. Auf den wenigen glaubhaften Fotos lassen sich auch ganz klar Landeklappen sowie Heckflosse erkennen, welche bei einem Antigravitationsvehikel überflüssig wären. Ob die verantwortlichen Konstrukteure mit dieser Form versuchten, UFOs nachzubauen, ist nicht überliefert.

Nurflügler-Prototyp

Nurflügler-Prototyp

Historisch belegbar ist einzig und allein der mythologische Ursprung der Vril-Flugmaschinen. Detaillierte Beschreibungen lieferte der Theosoph William Scott-Elliot bereits in seinem 1896 erschienen Buch „The Story of Atlantis“. Laut diesem Werk sollen die Atlanter einst Flugmaschinen gebaut haben, welche die Vril-Kraft als Antriebsenergie nutzten. Es erscheint keineswegs abwegig, dass auch Okkultisten des 3. Reiches von dieser fiktiven Geschichte fasziniert waren. Heinrich Himmler (1900-1945) war z.B. vom Atlantis-Mythos besessen und beschäftigte sich ebenso mit den Vimanas aus der indischen Mahabharata.

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass es wahrscheinlich keine Vril-Gesellschaft gab, allerdings sehr wohl theosophische Zirkel, die von der Existenz einer Vril-Kraft überzeugt waren. Was das Thema Reichflugscheiben angeht, gab es wohl ebenfalls eher UFO-begeisterte Okkultisten als tatsächlich funktionierende Naziraumgleiter. Und mal ehrlich, wenn die Deutschen diese Technologie besessen hätten, sähe die Welt heute ganz anders aus.

Was rechtsesoterische Verschwörungstheoretiker wie Jan Udo Holey, Reiner Feistle und Jo Conrad verbreiten, sind theosophische Irrlehren, die obendrein das 3. Reich verherrlichen. Mit diesem ha(u)nebüchenen Unsinn lassen sich maximal ein paar enttäuschte Neonazis begeistern, die immer noch darauf hoffen, dass ihr Führer irgendwann mit einer Flugscheibenflotte auftaucht, um das Reich wiederaufzubauen. Na da können sie lange warten, denn Hitler wird weder sein Versteck in der Antarktis, der hohlen Erde oder auf dem Aldebaran je verlassen.

Iron Sky 2 – Keine Spenden für Illuminaten!

Seit kurzem kursieren bei Youtube die ersten Trailer für „Iron Sky 2“. Nun mag der erste Teil zwar ganz unterhaltsam sein und sich mit beißender Satire über die Verschwörungstheorie der Reichsflugscheiben lustig machen, dennoch enthielt er bereits einiges an Freimaurersymbolik. Es dürfte also nicht verwundern, dass die US-Präsidentin auch in der Fortsetzung als Lady in Rot auftritt und dabei die merkelsche Pyramide nach unten zeigt.

IS2 Merkelgeste

In ihren Brillengläsern spiegelt sich ein Atompilz, in dessen Zentrum der Washington Monument Obelisk steht. Durch dieses Arrangement entsteht der Eindruck, als hätte der Palin-Abklatsch Reptilienaugen. Sauron lässt grüßen.

IS2 Reptoaugen

Wie bereits am Ende von Teil 1 angedeutet, bricht auf der Erde ein Atomkrieg aus. In Washington D.C. wird dabei hinter der weiblichen Brust und dem Phallus des Osiris das Pentagon getroffen. Die Präsidentin muss aus dem Weißen Haus fliehen.

IS2 Atomkrieg

Ihre Reise führt sie in die Antarktis, wo sie den Eingang zur inneren Erde entdeckt. Die Hohlwelttheorie liegt auf der Beliebtheitsskala brauner Esoterik gleich hinter den Reichsflugscheiben. Allerdings dürfte dieser Mythos weit weniger Stoff für eine Satire bieten, da er bereits von sich aus absolut lächerlich ist.

IS2 Hohlwelt

Im Erdinnern entdeckt die Präsidentin sogleich eine Mayapyramide, was Erinnerungen an „Alien vs. Predator“ weckt. Letzterer war allerdings bodenständiger und zeigte lediglich eine unterirdische Höhle und keine Hohlwelt. Die Wahrscheinlichkeit, unter dem antarktischen Eis Pyramiden zu entdecken, ist dabei gar nicht mal so abwegig und verdient es eigentlich nicht, mit dem Hohlweltmumpitz auf eine Stufe gestellt zu werden.

IS2 Mayapyramide

Zu allem Überfluss kommt der Präsidentin dann auch noch ein Nazi auf einem T-Rex entgegen geritten. Sollten nicht eher die Reptiloiden die Nazis kontrollieren als umgekehrt? Interessant ist auf jeden Fall der kurze Wortwechsel. Die Präsidentin sagt: „It’s done./Es ist vollbracht.“, woraufhin der Nazi meint: „Good. Than we can begin./Gut. Dann können wir beginnen.“ Was ist vollbracht und was soll beginnen? Offenbar hat die US-Präsidentin die ganze Zeit über für die Nazireptos gearbeitet und die Erde absichtlich ins Chaos gestürzt, um die Welt auf die Ankunft der kommenden Rasse (Reptos? Hybriden?) vorzubereiten.

IS2 Nazidino

Am Ende des Trailers kommt dann noch das Logo der Vril-Gesellschaft ins Spiel, welches man im ersten Teil schändlicherweise vergessen hatte. Diese Gesellschaft von geisteskranken Nazi-Okkultisten ist allerdings mehr Mythos als Realität und basiert auf dem 1871 erschienen Buch „The Coming Race“ von Edward George Bulwer-Lytton. Der Untertitel von „Iron Sky“ spielt mehr als offensichtlich auf dieses Werk an. In einem wichtigen Punkt weicht der Film jedoch von der Romanvorlage ab, denn in dieser lebt die Übermenschenrasse lediglich in Höhlen unter der Erde. Die Theorie der hohlen Erde kommt im Buch nicht vor.

IS2 Vril-Logo

Ein völlig anderes Logo ruft zum Schluss zu einer weiteren Crowdfunding-Aktion auf. Nun war der erste Teil von „Iron Sky“ allerdings nicht gerade erfolglos an den Kinokassen und man sollte meinen, dass die Einspielergebnisse und DVD-Verkäufe genügend Profit für eine Fortsetzung eingebracht hätten. Zudem haben sich schon damals einige große Hollywoodstudios in die Produktion eingeklinkt und so erscheint die Spendenaktion doch arg überflüssig. Es geht wohl lediglich darum, sich eine Erwähnung in den Endcredits zu erkaufen und die Produzenten damit noch etwas reicher zu machen. Diese sind natürlich längst dort angekommen, wo die meisten Hollywoodgrößen bereits sind – bei den Freimaurern. Man beachte übrigens die geschlitzte Reptilienpupille des Auges in der Pyramide.

IS2 Illuminati

Time To Do Nothing – Wie Esoteriker die Schweiz verdummen

von Shinzon

TimeToDo ist eine esoterische TV-Sendung, welche auf dem Privatsender Schweiz 5 läuft. Ein Sender, auf dem vor allem Dauerwerbesendungen für Einkünfte sorgen und dem eine Nähe zur nationalkonservativen Partei SVP nachgesagt wird. Die esoterische Quacksalberei ist da also nur das Tüpfelchen auf dem „i“.

Im Internet läuft TimeToDo auf der Plattform Okitalk. Dort finden neben dem Möchtegern-Monarchen Peter Fitzek und dem KB-Edelmetall-Abzocker Andreas Clauss auch schon mal einschlägig rechtsesoterische Projekte wie „Aufbruch Gold-Rot-Schwarz“ von Michael Vogt und Jo Conrad eine Heimat. Ebenso wurde auf dem Youtube-Kanal von Okitalk ein AZK-Vortrag der deutschen Holocaustleugnerin Sylvia Stolz hochgeladen. Angesicht eines solchen Umfeldes ahnt man bereits, dass TimeToDo keine seriöse Sendung sein kann.

Produziert wird TimeToDo von dem deutschen TV-Moderator Norbert Brakenwagen (*1956), der momentan in der Schweiz lebt und für den eingangs erwähnten Privatsender Schweiz 5 arbeitet. Nebenbei verdiente Brakenwagen sein Geld auch schon mit dem Verkauf unseriöser Aktien, darunter solche der Betrugsfirma NicStic AG und der H2O Swiss AG aus dem pseudomedizinischen Bereich.

Quelle

In seiner Sendung zieht Brakenwagen sämtliche esoterische Register. Angefangen bei so genannten Kristallkindern über Wunderheilung und „Neue Germanische Medizin“ bis hin zum „Goldenen Wassermannzeitalter“. Kein Thema ist zu abstrus, um nicht eine knappe Stunde darüber zu schwafeln. Natürlich versucht Brakenwagen, alles in ein positives Licht zu rücken, doch die Esoterik ist per Definition ein Teilbereich des Okkultismus und folglich kommen die Informationen nicht von ungefähr.

Besonders entlarvend sind die zahlreichen TimeToDo Sendungen über den kommenden Weltlehrer Maitreya. In einem Interview mit dem Esoteriker Andreas Ledermann vom 27. August 2012 erwähnt dieser anfangs zwar den buddhistischen Ursprung des Maitreya, doch geht es Ledermann keineswegs um die Lehren Buddhas. Nach einer halben Stunde zeigt sich, dass er sich ausschließlich auf die verzerrte Irrlehre der Theosophischen Gesellschaft beruft. Ledermann bezieht sich ganz offen positiv auf Benjamin Creme, Helena Petrovna Blavatsky und Alice Ann Bailey.

Ob Norbert Brakenwagen selbst ein Theosoph ist, ließ sich bisher nicht in Erfahrung bringen. Allerdings sympathisiert er mehr als offensichtlich mit Blavatskys luziferischen Irrlehren und kann den Beginn des Wassermannzeitalters (auch bekannt als „neue Weltordnung“) anscheinend gar nicht abwarten. Hinzu kommt die Platzierung von recht eindeutigen Symbolen in seinen Sendungen.

TimeToIlluminati

Damit steht schon mal außer Frage, dass er kein echter Wahrheitsaktivist, sondern ein esoterischer Desinformant ist. Zwar geben sich Brakenwagen und seine Gäste alle Mühe, die Illuminaten zu verdammen, doch auf der anderen Seite finden sich immer wieder positive Bezüge zu den Theosophen, Templern und Rosenkreuzern. Schlimm genug, doch es geht noch weiter.

Die Gründerin der Theosophischen Gesellschaft, Helena Blavatsky, äußerte sich nachweislich abfällig über Juden und Afrikaner, die sie für „rassisch minderwertig“ hielt. Eine noch mehr ausgeprägte judenfeindliche Einstellung vertrat Rudolf Steiner, dessen Anthroposophische Gesellschaft sich von den Theosophen abspaltete. Nicht zu vergessen die so genannten Ariosophen, aus denen in der Weimarer Republik die Thule-Gesellschaft hervorging. Worauf dieser kleine Exkurs in die Geschichte esoterischer Geheimgesellschaften hinausläuft, ist die teils enge Verbindung zwischen Esoterik und faschistischem Gedankengut.

Natürlich sind nicht alle Esoteriker rechtsextrem. Die meisten sind harmlose Normalbürger, die sich bereitwillig in die Irre führen lassen haben. Selbiges kann man von der führenden Elite der Esoterik jedoch nicht behaupten und da bildet TimeToDo keine Ausnahme. Unter den Dauergästen finden sich bekannte Namen aus der „reichsdeutschen“ Szene, darunter Jo Conrad und Michael Vogt.

Hinzu kommen Reichsflugscheibenfanatiker wie Reiner Feistle, der am 9. August 2012 bei TimeToDo über die aldebaranische Abstammung der „Arier“ sowie die angeblichen ET-Kontakte der faschistischen Vril-Gesellschaft schwafeln durfte. Mindestens ebenso zwielichtig kommt ELIA Gerhard von Attiqua daher, welcher sich für die krude „Legende von Atlantis“-Serie der Royal Atlantis Film GmbH verantwortlich zeichnet.

Selbstverständlich distanzieren sich Norbert Brakenwagen und die meisten seiner Gäste vom Hitlerfaschismus und offenen Rechtsextremismus, da sie sonst ziemlich schnell weg vom Fenster wären. Dennoch bleibt ein Kern von rechts angehauchten Personen, vor allem aus der reichsdeutschen Esoterikszene. Schaut man sich jedoch deren Kontakte an, muss man sie als Türöffner zur Naziszene betrachten. Die bereits erwähnte Holocaustleugnerin Sylvia Stolz ist z.B. die Lebensgefährtin des vorbestraften Rechtsextremisten Horst Mahler.

Bedenklich sind jedoch nicht nur die Verbindungen von TimeToDo zur Theosophischen Gesellschaft und Reichsdeutschenszene. Auch $cientology ist in Brakenwagens Sendung willkommen, womit er eine weitere Gemeinsamkeit mit dem AZK-Veranstalter Ivo Sasek hat. Die totalitäre Psychosekte passt durchaus sehr gut ins esoterische Konzept, wenn man sich einmal L. Ron Hubbards Verbindungen zum Okkultismus bis hin zum Satanismus bewusst macht.

Zu Gast war bei TimeToDo der Wiener $cientologe Wilhelm Mohorn, der bei Brakenwagen über seine 1985 gegründete Firma Aquapol sprach. Angeblich hat der selbsternannte Erfinder ein Verfahren entwickelt, Mauern ohne Energieverbrauch trocken zu legen, wofür er schon einige Gerichtsurteile wegen Betrugs kassierte. Interessanterweise erhielt Mohorn trotz seiner $cientology-Mitgliedschaft und esoterischen Scharlatanerie nach eigenen Angaben zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Darunter einen Architekturpreis (1993 in Prag), den Ehrenpreis des österreichischen Wissenschaftsministeriums (1995), die Innovationsurkunde des Landes Niederösterreich (1995) sowie einige Medaillen, u.a. der IENA („Ideen-Erfindungen-Neuheiten-Ausstellung“).

Mohorn mit Österreichs Ex-Wissenschaftsminister und Ex-Vizekanzler

Mohorn mit Österreichs Ex-Wissenschaftsminister und Ex-Vizekanzler

Es lässt schon tief blicken, wenn Ministerien, Länder und international anerkannte Verbände einen unseriösen Quacksalber auszeichnen, der obendrein den Status eines „Operierenden Thetan der Stufe IV“ hat. Mohorn ist also keineswegs nur ein kleines Licht bei $cientology – seine Frau Caroline Mohorn ist sogar Präsidentin der $cientology Mission in Wien.

Weiterhin wird Mohorns Aquapol-System in der Schweiz von „Delphin Bürkli & Partner“ vertrieben – einer Firma, die sich in direktem $cientology-Besitz befindet. Für die gute Zusammenarbeit bedankte sich Mohorn mit Spenden in Höhe von umgerechnet über 100.000 Dollar, wofür er 2006 von der $cientology-Publikation „Impact“ den Titel eines „Patron Meritorious“ verliehen bekam. Im Logo von Aquapol findet sich übrigens ein Saturn, was die bereits offenkundigen Verbindungen von $cientology zum Okkultismus einmal mehr unterstreicht.

Aquasaturn

Fassen wir zum Ende noch einmal zusammen, dass TimeToDo die gleichen Themenfelder bedient, wie die ebenfalls in der Schweiz ansässige Anti-Zensur-Koalition. Beide Plattformen sind offen für Esoterikquacksalber, angebliche Wunderheiler, Reichsdeutsche und Scientologen. Teilweise werden sogar dieselben Personen eingeladen, wobei auf TimeToDo allerdings weniger seriöse Redner hereinzufallen scheinen als auf die AZK.

In einem Punkt weichen Norbert Brakenwagen und Ivo Sasek allerdings leicht voneinander ab. Während auf der AZK mehrheitlich politische Vorträge gehalten werden, widmet sich TimeToDo fast ausschließlich der Esoterik. Dabei ist festzuhalten, dass die Theosophische Gesellschaft offensichtlich großen Einfluss auf TimeToDo ausübt.

In einem anderen Punkt sind sich Brakenwagen und Sasek dann aber wieder völlig gleich und das ist die massive Werbung. Diese betrifft bei weitem nicht nur Betrügerfirmen sowie esoterische Literatur und DVDs. Während bei TimeToDo Aquapol angepriesen wird, durfte bei der AZK der schweizerische $cientology-Chef Jürg Stettler gleich direkt Werbung für die Psychosekte machen. Die Frage lautet nun, ob es Brakenwagen und Sasek nur ums Geschäft geht, was schlimm genug wäre, oder ob sie ganz bewusst aktive Beihilfe zum Betrug leisten.

In jedem Fall sollten Wahrheitssuchende die Finger von TimeToDo und ähnlich missratenen Esoterikplattformen lassen. Auffälligerweise scheinen sich diese in der Schweiz zu konzentrieren, wo neben TimeToDo auch das Alpenparlament und die bereits erwähnte AZK beheimatet sind. Möglicherweise liegt diese Konzentration daran, dass die reiche Steueroase Schweiz ein besonders umtriebiges Zentrum der europäischen Freimaurerei ist…

Die Legende von Atlantis – Theosophische Hirnwäsche

von Shinzon

In diesem Artikel geht es nicht um Atlantis an sich, sondern um die Videoreihe „Die Legende von Atlantis“, welche von der Royal Atlantis Film GmbH in Umlauf gebracht wurde. Diese besticht durch esoterischen Dünngeist erster Güte, wobei im Logo der Verantwortlichen gleich die royalen Löwen übel aufstoßen.

Royal Atlantis Logo

Die Kernaussage lautet, dass die Menschheit nach dem Untergang von Atlantis in ein Zeitalter geistiger Umnachtung versunken ist. Das stimmt sogar, allerdings leistet die Videoreihe einen Beitrag dazu, dass es auch in Zukunft so bleibt.

Folgt man der dargebotenen Geschichte weiter, so liefern sich seit jeher zwei große Geheimgesellschaften einen heimlichen Krieg auf der Erde. Die eine Gruppierung hat ihren Hauptsitz in Schambala, die andere in Argatha. Beides sollen Städte der inneren Erde sein, womit wir bei der Theorie der hohlen Erde wären. Als Beweise für diese Theorie dienen einige Zeichnungen sowie die unterirdische Ocampa-Stadt aus dem Pilotfilm von „Star Trek – Voyager“.

Vulkane und Plattentektonik, die diesen Mumpitz eigentlich widerlegen, werden schließlich in völlig absurder Weise als weitere Beweise herangezogen. Vulkane sollen sogar Tore in die innere Erde sein. Wer’s glaubt, kann gerne den Versuch wagen, durch das Magma nach unten zu schwimmen. Als Preis winkt ein Darwin-Award.

Noch bedenklicher ist jedoch, was in diesen Videos über die Geheimgesellschaften verbreitet wird. Auf der einen Seite geben die Macher offen zu, dass die Illuminaten und die Thule-Gesellschaft der Menschheit nur Schlechtes gebracht haben und sie bald durch ein Zeitalter der Weisheit und Liebe abgelöst werden. Andererseits behaupten sie, dass es die Aufgabe der Geheimgesellschaften wäre, die Menschen leiden zu lassen, da dies wichtig für unsere spirituelle Evolution sei.

Dieser Murks wird dann noch mit einigen leicht widerlegbaren Falschaussagen garniert. So gibt es zwar die roten Drachen, doch deren Gegenpart sind nicht die gelben, sondern die weißen Drachen. Die typische Symbolik für Satan und Luzifer und beides menschenverachtende Schlangenkulte. Zumindest geben die Macher zu, dass beide die Seiten der gleichen Medaille sind.

Schlangenbruderschaft

Falsch ist dagegen wieder, dass die westlichen Geheimgesellschaften mit den asiatischen „Rotmützen“ zusammenarbeiten. Ein Zugpferd der esoterischen Agenda westlicher Logen ist der Dalai Lama und dieser gehört bekanntermaßen der pseudobuddhistischen Gelbmützensekte an. Die dargebotene Desinformation hält also nicht einmal einer oberflächlichen Betrachtung stand.

Weiterhin wird behauptet, dass positiv gesonnene Außerirdische das Wirken der Illuminaten zum Wohle der Menschheit lenken. Die Bruderschaft der Schlange, die über den Illuminaten steht, sei von zentraler Bedeutung für das Erwachen der Menschheit in ein goldenes Zeitalter. STOP!

UFO Bruderschaft

Spätestens hier ist jede Glaubwürdigkeit futsch! Die Bruderschaft der Schlange soll ein Produkt einer galaktischen Konföderation sein. Diese soll aus uns wohl gesonnenen humanoiden Spezies aus der „inneren Erde“ und von den Plejaden bestehen. Zunächst einmal ist das mit der galaktischen Föderation menschlich aussehender Raumbrüder derselbe Schund, den UFO-Sekten wie die Galaktische Föderation des Lichts und das Ashtar Command verbreiten.

Der Bezug der UFO-Sekten zur Bruderschaft der Schlange ist dabei durchaus unterschwellig vorhanden. Und genau diese Schlangensymbolik ist ein deutlicher Hinweis auf die Reptiloiden und eben nicht auf humanoide Sternengeschwister. Ebenso würde eine wirklich spirituelle Spezies uns niemals absichtlich Leid zufügen und anschließend behaupten, dies wäre zu unserem Besten. Wer diesen Schwachsinn glaubt, setzt sich den Hut wohl mit dem Hammer auf.

Es ist offensichtlich, dass wir hier wieder zum Kern der neuen Weltordnung vordringen. Diese ist eben nicht das dunkle Zeitalter, welches sich gerade anbahnt, sondern die Herrschaft der Esoterik, die uns als Erlösung präsentiert werden wird. Dabei geben die Macher von „Die Legende von Atlantis“ sogar offen zu, dass hinter der Finanzdiktatur und dem goldenen Zeitalter danach dieselben Kräfte stehen. Regelrecht erschreckend, wie ehrlich sie in diesem Punkt sind.

Natürlich fallen dann noch die üblichen esoterischen Begriffe wie „Wassermannzeitalter“, „Aufstieg in die 5. Dimension“ und die „Gottwerdung des Menschen“. Dies sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Parallelen der Atlantis-Videoreihe zu den Lehren von David Icke und anderen Esoterikern.

Himmelsleiter

Das goldene Zeitalter ist nämlich nicht für jedermann zugänglich. Man muss sich den esoterischen Lehren unterwerfen, um den „Aufstieg“ zu meistern. Alle Menschen, die sich verweigern, müssen dagegen sterben. Ist das spirituell? Oder nicht doch eher faschistisch?

Und da wären wir schon beim nächsten Thema. Ein Teil der Reihe beschäftigt sich nämlich mit den Nazis. Diese kommen zwar nicht generell gut weg, werden zuweilen jedoch in Schutz genommen und es wird kräftig aus den „Protokollen der Weisen von Zion“ zitiert. Ebenso wird der Mythos um die Reichsflugscheiben bemüht.

Historisch belegt ist zwar, dass es die okkulte Thule- sowie die esoterische Vril-Gesellschaft wirklich gab und sich die Nazielite sehr wohl mit Atlantis und UFOs beschäftigte. Völliger Mumpitz ist dagegen, dass einige Nazis mit den Flugscheiben nach Neuschwabenland entkommen sind und in der inneren Erde ein neues Berlin gegründet haben.

Um nicht völlig ins rechte Licht gerückt zu werden, wird behauptet, dass nur die guten Nazis in Agartha aufgenommen wurden, während alle SS-Offiziere und KZ-Aufseher draußen bleiben mussten. Ein erbärmlicher Versuch, die eigenen Aussagen zu entschärfen, um berechtigten Neonazi-Vorwürfen zu entgehen.

Ob das dritte Reich von höheren Mächten beeinflusst wurde, können wir ohne Beweise oder Gegenbeweise nicht beurteilen. Fakt ist lediglich, dass es in den Reihen der Nazis durchaus von Channelmedien und Esoterikern wimmelte. Wenn tatsächlich extradimensionale Kräfte den Faschismus unterstützt haben sollten, könnten diese gewiss nicht als „positiv“ bezeichnet werden.

NaziUFOs

Als Kronzeuge für diesen braunen Esoterikschwachsinn wird Virgil Armstrong herangezogen. Dieser Desinformant behauptet von sich selbst, ein ehemaliger CIA-Agent gewesen zu sein und die innere Erde persönlich betreten zu haben, wo er „nette Haunebu-Leute“ traf. Inzwischen treibt er sich im reichsdeutschen und rechtsesoterischen Dunstkreis von Jo Conrad und Jan van Helsings Secret TV herum.

Ansonsten wimmelt es in der Videoreihe von Channelmedien und Esoterik-Quacksalber aller Coleur. Der „seriöseste“ Kronzeuge ist Erich von Däniken, wobei fraglich ist, ob die Royal Atlantis Film GmbH die Interviews selbst führte oder einfach fremdes Material verwurstet hat. Immerhin sind auch Szenen aus „Kampfstern Galactica“ zu sehen, wofür es sicherlich keine Genehmigung gab.

Kommen wir jedoch zum Finale dieses zusammengeklauten Theaters. Dies ist natürlich die lang ersehnte Rückkehr der „aufgestiegenen Jedi-Meister“. (Die „Star Wars“-Titelmelodie ist nebenbei bemerkt auch kurz zu hören.) Einer dieser Meister soll Jesus sein, der bei seiner Rückkehr als so genannter „Maitreya“ auftreten soll. Hier stellt sich nicht nur die Frage, warum Jesus einen anderen Namen annehmen sollte? Der Maitreya ist darüber hinaus längst als der falsche Messias aufgeflogen, der den Boden für den Antichristen bereiten soll.

Genauso scheinheilig sind die ständigen Glaubensbekenntnisse zu Gott. Auf den ersten Blick scheint hier das Christentum propagiert zu werden. Doch wie verträgt sich das mit der Gottwerdung des Menschen? Oder ist nicht eher Luzifer der Gott, der hier angebetet wird? Immerhin wird Luzifer mehrmals namentlich erwähnt, darunter als Name eines Planeten hoher Spiritualität.

Es ist einfach unfassbar, für wie blöd die Menschen mit dieser Videoreihe verkauft werden. Die Lehren der Macher richten sich nicht gegen die Illuminaten, sondern propagieren deren neue Weltordnung und die große Täuschung, die sie für die Menschheit vorbereiten. Man muss nicht mal besonders schlau sein, um die wahren Absichten hinter diesen Irrlehren zu erkennen. Beinahe im Minutentakt werden okkulte Symbole wie die Pyramide mit Auge und das freimaurerische Hexagramm eingeblendet.

Hexagramm

Esoterikpyramide

Der Knaller ist jedoch das satanische Ritual, welches vor laufender Kamera zelebriert wird. Was sehen wir denn da? Maskierte Logenbrüder in den Farben des freimaurerischen Schachbretts und eine Frau, die mit mehreren Anchs, einem Hexagramm und natürlich der Pyramide mit Auge beschmiert ist.

Ritual_1

In einer Szene darf sie sogar den Christus verhöhnen, indem sie sich ans Kreuz hängt. Selbiges ist natürlich mit okkulten Symbolen geschmückt und wird durch die goldene Farbe als Sonnenkreuz ausgewiesen.

Ritual_2

Die blaue Farbe der Frau könnte weiterhin eine Anspielung auf das „blaue Volk“ sein, welches u.a. im Hinduismus verehrt wird.

Blaue Frau

Wo wir schon mal beim Hinduismus sind: Wer hat sich denn maßgeblich bei dieser Religion bedient? Es fällt in der gesamten Reihe auf, dass von der Bruderschaft der Schlange über die Illuminaten und Freimaurer bis hin zur Thule fast sämtliche wichtigen Geheimgesellschaften beim Namen genannt werden … bis auf eine. Unerwähnt bleibt die Theosophische Gesellschaft. Wer genau hinschaut, findet jedoch ihre Symbole in dem dargebotenen Ritual.

Ritual_3

Es scheint, dass sich hinter der Royal Atlantis Film GmbH niemand Geringeres als die Theosophen verbergen. Es passt einfach alles. Die Verdrehung fernöstlicher Lehren, das Channeln aufgestiegener Meister, die Bezugnahme auf Luzifer, das kommende Wassermann-Zeitalter, Hardcore-Esoterik und natürlich die Symbolik. „Die Legende von Atlantis“ ist von vorne bis hinten theosophische Propaganda.

Brainwash by Illuminati

Brainwash by Illuminati

Die dargebotenen Desinformationen sind größtenteils purer Schwachsinn, zuweilen aber auch stark verzerrte Halbwahrheiten. Die Außerirdischen werden als unsere Erlöser dargestellt, wobei die Grey und Reptiloiden nicht einmal ansatzweise vorkommen. Zu sehen bekommt man nur blonde Humanoide von perfekter Gestalt. Wie wir aus Erfahrungsberichten von Entführungsopfern wissen, sind es genau diese „Nordics“, die von den Grey gezüchtet werden und nach dem Betrachten der theosophischen Propaganda ahnen wir allmählich auch, zu welchem Zweck.

Besuch vom Aldebaran – Neonazis und die Grey-Agenda

von Shinzon

Im Gegensatz zur UFO- und Entführungsforschung, welche sich auf empirische Daten stützen und das Phänomen eher nüchtern sehen, ist die Kontaktler-Szene angefüllt von kruden Verschwörungstheorien, die von fragwürdigen Personen verbreitet werden.

Die Kontaktler kann man dabei in zwei grobe Kategorien unterteilen. Auf der einen Seite wären da die Channelmedien aus der Esoterik-Ecke, auf die wir in einem separaten Artikel noch genauer eingehen werden. Auf der anderen Seite gibt es direkte physische Kontakte, wobei diese recht vielfältig ausfallen.

Natürlich gibt es da zunächst einmal die Geschichtenerzähler, denen wir hier keine weitere Beachtung schenken wollen. Es folgen militärische Desinformanten wir George Adamski und Sektierer wie Billy Meier, deren Aussagen recht widersprüchlich und oftmals auch widersinnig sind. Die meisten Behauptungen solcher Scharlatane lassen sich wissenschaftlich leicht widerlegen. Z.B. wenn als Herkunft der Außerirdischen die 400°C heiße, extrem lebensfeindliche Venus genannt wird.

Zum Schluss wären da noch echte Kontaktler, die oftmals mit den Grey oder deren Hybriden in Verbindung stehen. Teilweise handelt es sich um Entführungsopfer, die die seltene Gelegenheit bekommen, ein paar Worte mit ihren Entführern wechseln zu können. Dies führt nicht selten zu einem Stockholmsyndrom.

Trotz ihrer beruhigenden Wirkung sind solche Gespräche aber meist sehr einsilbig und wenig informativ. Es gibt jedoch Menschen, die weitaus intensivere Kontakte zu diesen Wesen haben oder dies zumindest behaupten. Während die meisten Abductees eine eher passive Opferrolle einnehmen, handeln die Contactees ganz im Sinne der Grey-Agenda. In einigen Fällen nimmt dies extrem bedenkliche Züge an.

Ein berüchtigter Name im deutschen Raum ist Rainer Feistle. Bekannt wurde er durch seine Bücher über die Aldebaraner, die er zusammen mit Jan Udo Holey schieb. Holey, auch unter dem Pseudonym Jan van Helsing bekannt, unterhält Verbindungen zur rechtsextremen Szene und einige seiner Bücher landeten wegen Volksverhetzung auf dem Index. Eine solche Zusammenarbeit lässt bereits nichts Gutes erahnen.

Feistle hat jedoch nicht nur fragwürdige Kontakte, sondern vertritt selbst rechtsextremes Gedankengut. So outete er sich als Anhänger der Vril-Gesellschaft, deren Logo er für sich okkupierte. Um die Vril-Gesellschaft ranken sich rechte Verschwörungstheorien über den Bau von Reichsflugscheiben und die Flucht der Nazis nach Neuschwabenland. Fakt ist jedoch nur, dass die Vril-Gesellschaft vor und während des 3. Reiches tatsächlich existierte und sie ein ähnlich okkulter Geheimbund wie die Thule-Gesellschaft war. Dass sie sich zumindest mit UFOs beschäftigte ist nicht ganz abwegig, da sie dem esoterischen Dunstkreis von Helena Blavatsky und anderen Okkultisten entstammte.

Vril Aldebaraner

Halten wir an dieser Stelle einmal fest, dass Feistle eine einschlägige esoterische Naziorganisation protegiert. Und darauf bauen all seine Verschwörungstheorien auf. So behauptet Feistle, Kontakt zu den Aldebaranern zu haben, die er als „Achsenmächte“ auf galaktischer Ebene bezeichnet. Ob er sich das Ganze nur ausgedacht hat oder tatsächlich Kontakte zu solchen Wesen unterhält, kann leider nur er selbst wissen. Wenn es jedoch tatsächlich der Wahrheit entsprechen sollte, dürften uns die Space-Nazis vom Aldebaran nicht sonderlich wohl gesonnen sein.

Immerhin, so Feistle, hätten sie das 3. Reich beim Bau von Flugscheiben unterstützt und sollen sogar zahlreichen Naziverbrechern mit einem Stargate die Flucht ermöglicht haben. Warum die Aldebaraner Hitler, Himmler, Göbbels, Heß und Göring zurück gelassen haben, kann der Verschwörungstheoretiker freilich nicht erklären. Dabei waren die Nazigrößen doch Mitglieder der okkulten Thule-Gesellschaft und haben viel Dunkelheit und Leid über die Menschheit gebracht.

Man merkt bereits, dass hier etwas nicht stimmen kann. Flüchtlingshilfe für Naziverbrecher gab es zwar tatsächlich, nur kam diese unter anderem vom Vatikan und führte nicht auf fremde Planeten, sondern vorrangig nach Lateinamerika. Diese historisch belegte Flucht ist als „Rattenlinie“ bekannt. Viele Nazis, die es nicht nach Lateinamerika schafften und den Nürnberger Prozessen entgingen, konnten derweil Karriere in der Bundesrepublik und der UN machen. Darunter die SS-Verbrecher Kurt Kiesinger (Bundeskanzler, CDU) und Kurt Waldheim (UN-Generalsekretär und Bundespräsident von Österreich). Ein Sternentor haben die jedenfalls nicht gebraucht.

Doch zurück zu Feistles Theorien über die Aldebaraner. Diese sind für ihn natürlich die Guten und leiten ein galaktisches Imperium. Dieses Imperium steht laut Feistle im Krieg mit den Alliierten. Oder sollte man „Rebellenallianz“ sagen? Das klingt nämlich alles verdächtig nach Star Wars. Wahrscheinlich grüßt Feistle seine Raumbrüder gar mit „Heil Darth Sidious!“

Weiterhin verteidigt Feistle die Grey-Aliens. Eine Spezies, die wie bereits erwähnt Menschen entführt, sie genetisch ausbeutet und sogar in einigen Fällen Opfer verstümmelt und getötet hat. Diese Wesen sind Parasiten und ihre Taten alles in allem sehr unerfreulich.

Nicht so für Feistle. Als Friedensbotschafter der Aldebaraner propagiert er, die Entführungen wären nur zum Wohle der Menschheit sowie der Grey, die dringend unsere Hilfe brauchen. Alles sei nur zu unserem Besten und die Entführungsopfer hätten schon vor ihrer Inkarnation die Erlaubnis für ihre physische Vergewaltigung erteilt. Wer’s glaubt…

Wenn man Feistle so reden hört, erinnert das stark an die milden Worte „Habt keine Angst!“ von High Commander Anna aus der Serie „V –die Besucher“. Vergessen wir nicht: In Wahrheit war dieser Charakter eine Schlange und tatsächlich geben Entführte immer wieder zu Protokoll, die Grey zusammen mit Reptiloiden gesehen zu haben. Also keineswegs eine abwegige Parabel, vor allem angesichts der braunen Gesinnung Feistles.

Fassen wir kurz zusammen, dass Feistle sowohl Anwalt brauner Esoteriker als auch der Grey ist. Er verteidigt die Entführung von Menschen und sogar Mind Control Experimente. So spricht er von Schläfern, die nicht wissen, dass sie Entführte sind und zum entsprechenden Zeitpunkt aktiviert werden, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Die CIA experimentierte in der Tat im Rahmen des MK-Ultra Programms mit solchen Schläfern, die als Manchurian Kandidaten bekannt sind. Es ist geradezu erschreckend, dass Rainer Feistle versucht, derartiges zu rechtfertigen.

Es ist bereits schlimm genug, dass irdische Geheimdienste Schläfer züchten. Der Gedanke, dass Außerirdische dies ebenfalls tun, wie in „V – Die Besucher“ oder „The Event“, ist äußerst beunruhigend. Wer glaubt, dies geschehe zum Wohle der Menschheit, muss sich den Hut schon mit dem Hammer aufsetzen. Vor allem, wenn es von einem Esoteriker mit rechter Gesinnung propagiert wird.

Zum Schluss noch einmal zu den Plattformen, denen sich Rainer Feistle zur Verfügung stellt. Da haben wir zum einen das Alpenparlament. Für dieses arbeitet u.a. Michael Vogt, welcher bereits für das rechtslastige Secret.tv von Jan Udo Holey tätig war.

Weiterhin drehte Michael Vogt den Film „Geheimakte Heß“, in dem Hitlers Stellvertreter (Mitverfasser der Nürnberger Rassegesetze und Mitglied der okkulten Thule Gesellschaft) als Märtyrer für den Frieden dargestellt wird. Ein Mythos, der in der rechtsextremen Szene Hochkonjunktur hat.

Der Burschenschafter Vogt und Jan Udo Holey sind nun aber keineswegs die einzigen rechtslastigen Freunde von Rainer Feistle. Weiterhin war Feistle zu Gast im Studio von Bewusst TV, welches dem reichsdeutschen Esoteriker Jo Conrad gehört. Dieser schrieb sogar ein Vorwort für Feistles Roman „Aldebaran – Rückkehr unserer Ahnen“. Um den Kreis zu schließen, arbeitet Conrad auch mit van Helsing zusammen und verbreitet in seinen Publikationen ebenfalls antisemitische Verschwörungstheorien.

Des Weiteren bedient sich Jo Conrad einiger Quellen aus dem 3. Reich und relativiert dessen Verbrechen. Mag sein, dass der 2. Weltkrieg nicht vom Naziregime allein forciert wurde, aber begonnen wurde er definitiv von Nazideutschland. Und die Verbrechen der SS und Wehrmacht sind unstrittig. Entgegengesetzter Geschichtsrevisionismus ist jedoch nicht verwunderlich für jemanden, der öffentlich einen rechtsextremen Shoa-Leugner wie Horst Mahler verteidigt. Conrads Einsatz für das „Fürstentum Germania“ ging indessen sogar Holey zu weit und führte zu seinem Rauswurf bei Secret.tv, was schon beachtlich ist.

Natürlich kann man nun nicht jeden verurteilen, der sich vom Alpenparlament oder Bewusst TV interviewen lässt. Viele seriöse Personen, die nichts mit rechter Esoterik zu tun haben, sind bereits aus Unwissenheit solchen Plattformen auf den Leim gegangen. Darunter der Präastronautik-Forscher Klaus Dona und Robert Fleischer von Exopolitik, die sich entschieden von Rechtsextremismus distanzieren.

Da Reiner Feistle jedoch nicht nur einmal einer Einladung von Vogt oder Conrad gefolgt ist, sondern eng mit ihnen zusammenarbeitet und selbst rechte Verschwörungstheorien bedient, kann man davon ausgehen, dass er sehr wohl weiß, was er tut. Über Terra Germania unterhält er sogar direkte Beziehungen zu Reichsdeutschen, die er ausdrücklich lobt.

Unabhängig davon, ob seine Aldebaraner nun real oder frei erfunden sind, ist seine Ideologie brandgefährlich. Der braune Dunstkreis, in dem er aktiv ist, glänzt durch Rassismus, Antisemitismus, Antikommunismus und Geschichtsrevisionismus.

Sollte Feistle über seine unrühmlichen irdischen Kontakte hinaus tatsächlich Kontakt zu fremden Wesen wie den Grey haben, würden diese ebenfalls in einem düsteren Licht dastehen. Dies tun sie aber ohnehin schon, denn die Verbindung von Esoterik, Satanismus, faschistischer neuer Weltordnung und dämonischen Extradimensionalen ist nun wahrlich nichts Neues.