Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Joe Doe

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

06 Salinta_4

Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

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Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

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Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

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Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

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Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

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Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

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Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

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Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

47 Kuat x 2

Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

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Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

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Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

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Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

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Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

68 Echt jetzt

Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

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Christliche Zionismusik

Christen kennen vielleicht das deutsche Adventslied „Tochter Zion, freue dich“. Dieses basiert auf Friedrich Heinrich Rankes (1798-1876) umgetexteten Chorgesängen aus Georg Friedrich Händels (1685-1759) Oratorien Judas Maccabäus. Judas Makkabäus (†160 v.Z.) war ein jüdischer Freiheitskämpfer, dessen Vater sich gegen das Religionsedikt des Seleukidenkönigs Antiochos IV. auflehnte. Dieses verlangte von den Juden, dass sie demonstrativ von ihrem Glauben abfallen, indem sie ein heidnisches Opfer vollziehen. Judas führte später die Aufstände gegen die Seleukiden an.

Die Aussage des Liedes wurde allerdings von Händel teilweise negiert, indem er sein Oratorium William August, dem Duke von Cumberland, zueignete. Er feierte damit dessen Sieg über die schottischen Freiheitskämpfer in der Schlacht von Culloden 1746. Die Melodie des Liedes gehört daher auch zum Repertoire englisch-patriotischer Gesänge.

Das Adventslied in seiner heutigen Form entstand um 1820, als der evangelische Theologe Ranke einen Text nach Sacharja auf den Chorsatz Händels legte und um zwei Strophen ergänzte, die das kommende Reich Jesu Christ besingen. Von der ursprünglichen Botschaft über den jüdischen Freiheitskämpfer blieb dabei nicht viel übrig. Stattdessen tritt der christliche Zionismus in den Vordergrund, demzufolge Jesus in Jerusalem erscheinen wird, um dort sein christliches Weltreich zu errichten. Willkommen in der Endzeit.

Die christlich-fundamentalistischen Söhne Mannheims, zu denen auch der Afghanistankriegsbefürworter Xavier Naidoo gehört, besingen diese Endzeit in ihrem Lied „Armageddon“. Passenderweise findet sich der Titel auf ihrem Debütalbum „Zion“ von 2000, womit das Armageddon dann wohl in Jerusalem verortet wäre. Angesichts des Nahostkonfliktes eine durchaus explosive Kombination.

Zion_1

2004 folgte die Platte „Noiz“, also Zion rückwärts geschrieben. Das ist durchaus bemerkenswert, da Rückwärtsbotschaften sonst eher eine beliebte Spielerei der Satanisten sind.

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2009 erschien dann das Album „Iz On“, was wieder ein Anagram von Zion ist.

Zion_3

Auf die Spitzen treiben es die Zionisten Mannheims jedoch mit ihrem neusten Album „Elyzion“. Das Elysium der Antike lag aber gar nicht auf dem Berg Zion, sondern im Erdorbit. Immerhin gibt es eine kleine Anspielung auf dem Cover, welches einen schwebenden Fels zeigt.

Elyzion

Fields of the Nephilim

Die bekannteste Band, die Bezug auf die Nephilim nimmt, trägt diese gleich im Namen. Die Fields of the Nephilim wurden 1983 in Stevenage (Hertfordshire, GB) gegründet und orientierten sich beim Outfit zunächst an den Sisters of Mercy, was ihnen den Ruf einer Kopie einbrachte. Im Gegensatz zu den Sisters integrierten die Fields of the Nephilim allerdings schon früh offen okkulte Elemente wie Chaosmagie, Hermetik, Schamanismus und natürlich die Nephilimlegende in ihre musikalischen Werke.

Carl McKotz

1991 trennte sich der Sänger Carl McCoy, dessen auffälliges Outfit eine Mischung aus Italowestern und Endzeitszenario darstellt, vom Rest der Band. Während sich die verbliebenen Fields of the Nephilim mit ihrem neuen Sänger Andy Delany schnell ihrem neuen Projekt Rubicon zuwendeten, gründete McCoy sein Soloprojekt The Nefilim.

Ende der 1990er sollte es zu einer Wiedervereinigung der ursprünglichen Band kommen, doch letztendlich rauften sich nur Carl McCoy und Bassist Tony Pettitt zusammen, um 2000 die Single „One more Nightmare“ herauszubringen. Nachdem das Label, bei dem die Band unter Vertrag stand, 2002 das Demo-Album „The Fallen“ ohne McCoys Einverständnis auf den Markt brachte, trennte dieser sich vom Label. 2005 rief McCoy schließlich die Fields of the Nephilim mit neuer Besetzung erneut ins Leben und brachte das Album „Mourning Sun“ heraus.

So viel zur Bandgeschichte der Fields of the Nephilim, die inzwischen wieder regelmäßig auf Tour gehen und dabei auch häufig auf Festivals zu Gast sind. Interessant sind vor allem die Symbole der Band und seit einigen Jahren benutzen sie ein besonders einschlägiges, welches u.a. auf ihrem Live-Album „Ceremonies“ zu finden ist. Welch treffender Titel, denn ihre Konzerte sind nichts anderes als okkulte Zeremonien im Schatten des allsehendes Auges.

Nephilim Ceremonies

Bei den Fields of the Nephilim zeigt sich wieder einmal, dass dies nicht das Auge Gottes ist. Immerhin sind sie keine christliche Band. Im Gegenteil zitieren sie den Öfteren Aleister Crowley und widmen sich der Chaosmagie. Obgleich einige ihrer Lieder musikalisch sehr gelungen sind, strotzen die Texte nur so vor entsprechendem Gedankengut. Aufgrund der Fülle an okkulten Inhalten beschränken wir uns an dieser Stelle jedoch auf einige Höhepunkte, die Bezug auf die Nephilim sowie antike Geschichte nehmen.

Auf einem ihrer frühsten Alben, „Burn the Fields“ von 1985, findet sich gleich ein entsprechender Titel. So heißt es in „Back in Gehenna“:

“From Gehenna to here
A release of sin
It’s become our lair
We! The Nephilim”

“Von der Gehenna nach hier
Eine Freisetzung von Sünde
Es ist unsere Zuflucht geworden
Wir! Die Nephilim“

Gehenna ist nebenbei bemerkt die jüdische Bezeichnung für Hölle. Also genau der Richtige Zufluchtsort für Nephilim, denen namentlich gleich das komplette Album „The Nephilim“ von 1988 gewidmet ist.

1990 erschien dann das Album „Elizium“, was offensichtlich eine andere Schreibweise von Elysium ist.

Elizium

Auf diesem Album beschäftigen sich gleich zwei Lieder mit dem antiken Reich der Sumerer. Zum einen wäre dies „Sumerland“ und zum anderen „Wail of Sumer“. In Letzterem schließt sich dabei der Kreis zu Elysium, denn gleich zu Beginn es heißt:

“You can see the earth
We’re high here”

“Du kannst die Erde sehen
Wir sind hier hoch oben”

Die Anunna werden dabei zwar nicht namentlich erwähnt, doch scheinbar folgt die Band den gängigen Theorien der Prä-Astronautik über den Ursprung der Nephilim.

Ender’s Game – „Full Metal Jacket“ für Kinder

von Joe Doe

Mit der Verfilmung des Romans „Das große Spiel“ kommt wieder einmal ein Invasionsfilm in die Kinos. Dieser präsentiert uns eine neue Weltordnung der besonders abscheulichen Art. Bereits im Trailer heißt es „Wenn wir überleben wollen, brauchen wir einen neuen Typ Kämpfer.“ Und das wären? Richtig: Kindersoldaten!

Der Film beginnt mit dem Überfall einer insektoiden Spezies auf die Erde. Dem Kampfpiloten Mazer Rackham (Ben Kingsley) gelingt es, eines der Mutterschiffe zu zerstören, woraufhin die restlichen Invasionstruppen ohne Führung zusammenbrechen. Man erfährt später zwar, dass die Insektoiden, ähnlich wie die Borg, von Königinnen gesteuert werden. Aber waren da nicht noch mehr Mutterschiffe mit Königinnen am Himmel?

Der Held, der offenbar „Independence Day“ gesehen hat und seinen Kampfjet todesmutig in eines der Mutterschiffe fliegt, muss natürlich ein Freimaurer sein. Zumindest impliziert dies das Schachbrettmuster auf seinem Helm.

Rackhamason

Nach dem Sieg über die Aliens, die als „X-Form“ bezeichnet werden, herrscht erst einmal Ruhe. Die Erde hat sich in den darauf folgenden 50 Jahren erholt und es ist eine neue Weltordnung entstanden, welche von der „Internationalen Flotte“ geschützt wird. Allgegenwärtiges Zeichen der Flotte ist der 21. griechische Buchstabe Phi, welcher den numerischen Wert von 500 hat und sowohl in der Mathematik und Physik, als auch in anderen naturwissenschaftlichen Gebieten von Bedeutung ist.

Phi Logo_1

Phi Logo_2

Die Flotte bildet ihre Rekruten bereits im Kindesalter aus und überwacht sie dabei über Monitore. Diese werden in den Nacken implantiert und verbinden sich direkt mit dem Nervensystem. Man nimmt den Rekruten also nicht nur ihre Kindheit, sondern auch ihre Freiheit. Als Ender Wiggin (Asa Butterfield) im wahrsten Sinne des Wortes hochgestuft wird, entfernt man ihm überraschenderweise den Chip, was jedoch nicht das Ende seiner permanenten Überwachung bedeutet.

Brainchip

Brainchip_1

Bevor seine Reise weitergeht, wird er noch einmal nach Hause zu seiner Familie geschickt. Zunächst glaubt er, aus dem Ausbildungsprogramm geflogen zu sein, zumal bereits sein älterer Bruder aufgrund dessen unkontrollierbarer Aggression entlassen wurde. Doch das Militär gewährt Ender lediglich einen Abschied von seiner Familie.

Der kurze Einblick in das Familienleben ist zugleich ein Einblick in die Familienpolitik der neuen Weltordnung. Die Eltern der Zukunft dürfen nur noch zwei Kinder bekommen, jedes weitere bedarf einer Genehmigung. Ender steht als Drittgeborener daher unter einem besonderen Erwartungsdruck.

Ein wenig seltsam ist diese Politik schon, denn durch die Invasion einige Jahrzehnte zuvor starben Abermillionen Menschen. Nachdem die Menschheit dermaßen stark dezimiert wurde, würde wohl selbst China seine Ein-Kind-Politik aufgeben. Zumal die Menschheit obendrein in den Weltraum expandiert. Von daher geht es dem Weltstaat der Zukunft wohl eher um Bevölkerungskontrolle als totalitäres Machtinstrument.

Totalitär geht es auch für Ender Wiggin weiter. Der nächste Teil seiner Ausbildung findet auf einer radförmigen Raumstation statt. Elysium als Boot Camp, auch mal was Neues.

Eylsium Boot Camp

Die Rolle des Gunnery Sergeant Hartman übernimmt Sergeant Dap (Nonso Anozie). Während in der Militärakademie auf der Erde bereits geduldet wurde, wenn sich die kleinen Rotznasen gegenseitig k.o. schlagen, ermutigt Sgt. Dap sie nunmehr regelrecht dazu. Er trichtert ihnen ein, dass die Personen links und rechts neben ihnen keine Freunde, sondern Feinde sind. Hmm, und da dachte man, die X-Form seien die Feinde.

Das Ziel dieser Erziehungsform ist klar. Aus den Kindern sollen erbarmungslose Killer werden, die weder Mitleid mit dem Feind haben, noch Skrupel, eigene Leute für den Sieg zu opfern. Die Boot Camp-Methoden können direkt schon als Hirnwäsche gewertet werden.

Zweifel an diesen Methoden kommen jedoch lediglich bei Major Anderson (Viola Davis) auf, die als einzige Frau im Kommandostab noch so etwas wie einen Mutterinstinkt hat. Dabei dürfte eigentlich jedem mit einem gesunden Menschenverstand klar sein, dass Gewalt, Drill, Kontaktverbot mit der Familie sowie strikte Trennung von Jungen und Mädchen einer gesunden geistigen Entwicklung total abträglich sind.

Kindersoldaten

Andererseits sollen aus den Kleinen auch keine geistig gesunden Erwachsenen werden, sondern Kanonenfutter für den Krieg. Ein derart verkommenes Menschenbild gab es zuletzt im 3. Reich und während des Bürgerkriegs in Sierra Leone. Angesichts dessen fragt man sich schon, ob die Menschheit wirklich die bessere Spezies ist oder es nicht besser wäre, wenn die X-Form den Sieg davontragen?

Solange die Menschheit von einer okkulten Elite manipuliert wird, lässt sich diese Frage leicht beantworten. Es sollte dabei niemanden mehr überraschen, die Symbole eben dieser Elite im Film wieder zu finden. Der Trainingsraum in der Mitte der Raumstation ist mehr als offensichtlich mit Pyramiden ausstaffiert.

Pyramidenspiel

Es ist offensichtlich, wer hinter der Gewalterziehung steckt. Diese betrifft derweil nicht nur das Training. Selbst die Freizeit der Kinder besteht nur aus Kampftraining und Gewaltsimulationen. Dabei sticht ein Killerspiel besonders hervor, welches auf Enders Tabletcomputer freigeschaltet wird. Als Ender einen besonders drastischen Schachzug wählt, um im Spiel voranzukommen, wird er schließlich befördert. Wieder einmal wird Gewalt belohnt.

Colonel Graff (Harrison Ford), der bereits von Anfang an große Hoffnungen in Ender setzt, befördert ihn in die nächst höhere Trainingsgruppe, in der die Geschlechtertrennung offenbar nicht so streng gehandhabt wird. Ender freundet sich schnell mit der einzigen weiblichen Rekrutin Petra (Hailee Steinfeld) an, was dem psychopathischen Teamleader Bonzo (Moises Arias) gar nicht gefällt.

Noch weniger gefällt Bonzo, dass Ender entscheidend zum Sieg eines Trainingsspiels beiträgt. Es kommt schließlich zum Kampf zwischen den beiden. Bonzo überrascht Ender in der Dusche und obwohl Colonel Graff die Situation am Monitor verfolgt, greift er nicht ein. Es fragt sich, was daran eigentlich schlimmer ist? Dass Graff nackte Jungen beim Duschen beobachtet oder, dass er es zulässt, wie einer der beiden durch seine unterlassene Hilfeleistung fast stirbt?

Die moralische Verkommenheit des Militärs kennt keine Grenzen und wer genau hinsieht, der erkennt auch den Grund. Das grüne Team, dem Ender zugeteilt wurde, hat einen Salamander als Logo.

Reptiloidenteam

Ein anderes, blaues Team, steht im Zeichen der Schlange, während das finale Team, welches Ender schließlich anführen darf, einen roten Drachen als Logo hat. Es handelt sich bei allen dreien um Reptilien und man wird das Gefühl nicht los, es hier mit der reptiloiden Hierarchie zu tun zu haben. Lediglich das Rattenteam fällt aus dem Rahmen, ist im Film aber ohnehin nicht von Bedeutung und steht ganz unten in der Nahrungskette.

Trainingsteams

Führt die Menschheit also am Ende sogar einen Stellvertreterkrieg für die Reptiloiden gegen die Insektoiden? Jedenfalls funktioniert die brutale Konditionierung bei Ender nicht so ganz. In ihm kommen zunehmend Zweifel auf und letztendlich verlässt er das Ausbildungsprogramm fast. Col. Graff erlaubt ihm daraufhin ein Treffen mit seiner Schwester (Abigail Breslin), die ihn überredet, weiterzumachen.

Als er schlussendlich einlenkt, kehrt er jedoch nichts ins orbitale Boot Camp zurück, sondern wird direkt an die Front verlegt. Ender wird auf einem ehemaligen Planeten der X-Form stationiert, der von den Erdstreitkräften erobert wurde.

Dort trifft er Mazer Reckham, der überraschenderweise seinen Kamikazeflug vor 50 Jahren überlebt hat. Dies wird, wie so vieles, vom Militär geheim gehalten. Mazer übernimmt die abschließende Ausbildung von Ender und dessen Freunden, welche aus immer schwierigeren Gefechtssimulationen besteht. Nach erfolgreichem Abschluss soll Ender das Oberkommando erhalten, während Petra, Bean (Aramis Knight) und die anderen Kids einzelne Flottenverbände kommandieren.

Moment mal, werden jetzt die meisten denken. Man überlässt Kindern das Kommando über die Streitkräfte? Es ist ja noch einigermaßen nachvollziehbar, wenn auch extrem abscheulich, Kinder als Kanonenfutter einzusetzen. Ihnen jedoch den Oberbefehl zu überlassen ist einfach nur haarsträubend und dumm!

Im Film wird dieser Verzweiflungsakt damit begründet, dass nur der kindliche Verstand sich in die Denkmuster der X-Form hineindenken und eine siegreiche Strategie entwickeln kann. Demnach müssten die Romanvorlage sowie das Drehbuch von Kindern geschrieben worden sein? Wohl eher nicht. Zudem sind die angewandten Strategien derart vorhersehbar, dass auch jeder Erwachsene im Kinosaal von selbst darauf hätte kommen können. Es ist einfach grober Unfug, dass den Kindern die Entscheidungsschlacht der Menschheit überlassen wird.

Wirklich schlimm ist dabei außerdem, dass man den Kleinen den Krieg als Spiel verkauft. Krieg ist aber kein Spiel und immerhin darf Ender dies sogar infrage stellen. So fällt ihm auf, dass die X-Form die Erde seit 50 Jahren nicht mehr angegriffen haben und ihre Strategien allein auf Verteidigung ausgerichtet sind. Dazu haben die Insektoiden auch allen Grund, denn in Wirklichkeit sind die Menschen auf dem Vormarsch. Die Erdstreitkräfte haben alle ihre Kolonien ausradiert und bedrohen nun die Heimatwelt der X-Form.

Insektoiden

Die letzte Simulation stellt dementsprechend auch ein Angriffszenario auf den insektoiden Heimatplaneten dar. Ender entwickelt eine erfolgreiche Strategie, die zwar viele Opfer in den eigenen Reihen kostet, aber letztendlich eine Geheimwaffe nah genug an den Planeten heranbringt, um ihn zu zerstören. Die Waffe zerstört die molekularen Bindungen und zersetzt die Planetenoberfläche regelrecht. Es bleibt lediglich ein von Lava überzogener Planetenkern zurück, auf dem kein Leben mehr möglich ist.

Zunächst bricht in der Trainingshalle großer Jubel aus (Achtung Filmfehler: man sieht seltsamerweise niemanden klatschen). Nach einer Weile kehrt jedoch Stille ein und die führenden Militärs danken Ender für den Sieg. Es stellt sich wenig überraschend heraus, dass der Angriff auf die X-Form-Heimatwelt gar keine Simulation war. Ender muss plötzlich nicht nur damit leben, dass er getäuscht wurde, sondern überdies für den größten Genozid der Menschheitsgeschichte verantwortlich ist.

Eigentlich hätte er es wissen müssen, denn während seiner gesamten Ausbildung wurde ihm eingehämmert, dass man so lange auf den Feind einprügeln muss, bis er nie wieder die Gelegenheit haben wird, zurückzuschlagen. Dennoch ist es positiv zu bewerten, dass sich schlussendlich zeigt, dass seine entmenschlichende Erziehung fehlgeschlagen ist.

Und mehr noch: Es stellt sich heraus, dass die Insektoiden telepathisch mit ihm in Kontakt getreten sind. Dies hatte Auswirkungen auf das Killerspiel, welches von Ender durch ein neuronales Interface gesteuert wurde. So erklärt sich letztendlich auch, wie die Insektenkönigin ins Spiel kam und warum sie sich in Enders Schwester verwandelt hat. Es war eine versteckte Botschaft.

Diese führt ihn schließlich zu einer Ruine auf der eroberten X-Form-Kolonie, wo eine Königin auf ihn wartet. Sie liegt bereits im Sterben und vertraut ihm ihr letzte Ei an – die einzige Hoffnung auf das Überleben ihrer Spezies. Nachdem Ender zum Admiral befördert wird (ja klar…) stehen ihm alle Freiheiten offen und er macht sich auf die Suche nach einer neuen Heimatwelt für die X-Form.

Fazit: Nach diesem Film kann man nur hoffen, dass es niemals zu einer Alieninvasion oder der Inszenierung einer solchen kommt. Man muss dabei weniger das Ereignis an sich fürchten, sondern viel eher das, was dadurch aus der Menschheit werden könnte. Eine globale Militärdiktatur wäre schon schlimm genug. Doch die Zukunft der Kindererziehung, die in „Ender’s Game“ gezeigt wird, schlägt dem Fass die Krone auf.

Permanente Hasspropaganda, die Aberziehung von jeglichem Mitgefühl und gnadenlose Brutalität auf der einen Seite, allgegenwärtige Überwachung und der Verlust von Freiheit sowie Privatsphäre auf der anderen. In einer solchen Welt möchte kaum jemand leben. Wenn die Menschheit erst einmal so tief gesunken ist, wäre es direkt besser, sie würde ausgelöscht. Denn die wahre Bedrohung wären dann letztendlich wir.

Doch ist dies nicht schon längst der Fall? Die Parallelen zu Amerika nach den 9/11-Anschlägen sind unverkennbar. Hatte damals nicht auch die US-Regierung die Parole „Nie wieder!“ ausgegeben? War diese Losung nicht auch in der Realität der Vorwand für die Schaffung eines Polizeistaats nach innen sowie die Führung von Kriegen nach außen?

Never again

Immerhin weiß das Ende zu überraschen und man kann die Auflösung nur als gelungen bezeichnen. Es stellt sich danach sogar die Frage, ob die X-Form überhaupt jemals Feinde waren? Denn der Film lässt offen, wer bei ihrer Ankunft auf der Erde zuerst geschossen hat. Den letzten Schuss geben jedenfalls die Menschen ab und jeder sollte sich davor hüten, das Fremde derart zu hassen, dass aus diesem Hass ein Genozid erwachsen kann. Zumindest in diesem Punkt hat der Film recht: „Wer seinen Feind kennt, der liebt ihn auch.“ Hass kann dagegen nur aus Unwissenheit erwachsen.

Elysium – Die Theorien von Dieter Bremer

von Joe Doe

Wer sich mit der prä-astronautischen Deutung der griechischen Legende von Elysium beschäftigt, kommt hierzulande um Dieter Bremer nicht herum. Seiner Interpretation von Schillers Ode „An die Freude“ können wir größtenteils zustimmen. Die freimaurerische Entstehungsgeschichte dieses Werks konnten wir ebenfalls mit ein wenig Recherche bestätigen.

Anders verhält es sich mit der Gleichsetzung von Atlantis mit Elysium. Bremer zitiert zwar einige bemerkenswerte Texte, doch lassen sich diese vielfältig interpretieren. Es gibt zudem rund um den Globus unzählige Hinweise auf eine untergegangene, technologische Hochzivilisation. Diese Zivilisation hat die Raumstation Elysium eventuell erbaut, sie kann jedoch nicht auf selbige reduziert werden. Es gibt zweifelsfrei versunkene Städte auf der Erde, die Bremer völlig ignoriert.

Der Niedergang der Raumstation wird von Bremer dann wieder mit einigen interessanten Textpassagen nachvollzogen, darunter aus dem sumerischen Gilgamesch-Epos. Allerdings sind seine Theorien über amoklaufende Kampfroboter arg weit hergeholt. An dieser Stelle verlässt Bremer den Pfad der wissenschaftlichen Methode und betritt das Reich der Spekulationen. Es ist reine Phantasie, dass die die Drachenlegenden auf Kampfdroiden zurückgehen, die in der Erde einen zu vernichtenden Asteroiden gesehen haben sollen.

Einige seiner Äußerungen im Interview auf Crop FM sind dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass man den Kopf darüber schütteln kann. So soll laut Bremer die Entstehung des Mondes mit der Zerstörung von Elysium zu tun haben. Wie soll eine Raumstation mit einem vermuteten Durchmesser von 20 Kilometern etwas Großes wie den Mond hervorgebracht haben? Zumal der Erdmond weitaus älter als 12.000 Jahre ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dieter Bremer einige interessante Interpretationen der Ode „An die Freude“ sowie antiker Heldensagen anbietet. Das muss man ihm respektvoll zugestehen. Die Lücken in seinen Theorien füllt er jedoch mit Phantasievorstellungen. Es wäre besser gewesen, sich darauf zu beschränken, was die alten Texte hergeben.

Terok Nor – Das finstere Elysium der Cardassianer

In „Star Trek – Deep Space Nine“ gibt es ebenfalls eine ringförmige Raumstation, die von Außerbajoranischen im Orbit von Bajor gebaut wurde.

Terok Nor

Terok Nor ist jedoch das genaue Gegenteil von Elysium. Es ist eine Insel der Unglückseligen, auf der bajoranische Zwangsarbeiter von den cardassianischen Besatzern zur Erzverarbeitung ausgebeutet werden.

Erst mit dem Friedensvertrag zwischen den Cardassianern und der Föderation wird Bajor befreit. Terok Nor wird unter bajoranische Verwaltung gestellt, in Deep Space Nine umbenannt und aus dem Orbit Bajors hin zu einem neu entdeckten Wurmloch gebracht.

Das Wurmloch gilt den Bajoraner als Himmelstempel, in dem extradimensionale Entitäten leben, die von den Bajoranern seit der Antike als Propheten verehrt werden. Hier schließt sich also wieder der Kreis zur Prä-Astronautik.

Elysium – Die wahrhaftig abgehobene Elite

von Joe Doe

Der Name „Elysium“ stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet eine Insel der Seligen, in der jene Helden entrückt werden, die von den Göttern geliebt werden. Im gleichnamigen Film handelt es sich um eine Raumstation, in der sich die Seligen flüchten, die genug Geld auf dem Konto haben.

Interessanterweise ergeben sich noch mehr Parallelen zwischen Film und Mythologie. Denn setzt man prä-astronautische Maßstäbe an, könnte es sich beim antiken Elysium ebenfall um eine Raumstation gehandelt haben. Zum einen handelte es sich um einen Ort, an dem Götter wohnten, die nach prä-astronautischer Lesart von fremden Planeten kamen. Zum anderen wurden griechische Helden nach Elysium „entrückt“ – ein Wort, welches häufig im Zusammenhang mit einer Fahrt zu den Sternen steht.

Gab es vor Jahrtausenden also tatsächlich eine radförmige Raumstation im Erdorbit? Ein Hinweis darauf könnte das antike Symbol des Himmelsrades sein, welches u.a. in Indien sehr weit verbreitet ist. Könnte es sein, dass nicht alle Darstellungen das Rad des Lebens meinen, sondern die Menschen in grauer Vorzeit tatsächlich ein Rad am Himmel gesehen haben?

Indisches Himmelsrad

Eine weitere interessante Frage lautet, warum man Elysium heutzutage in Hollywood ständig in Verbindung mit radförmigen Raumfahrzeugen bringt? Bereits in „Pandorum“ trug das Raumschiff der Seligen, die der Zerstörung der Erde entkommen sind, den Namen Elysium.

Pandroum Elysium_1

"Himmel für Helden"

„Himmel für Helden“

Steckt in diesen beiden Filmen etwa freimaurerisches Geheimwissen? Um diese Frage zu beantworten, machen wir einen kleinen Abstecher ins Jahr 1785. In jenem Jahr erhielt Friedrich Schiller von der Dresdner Freimaurerloge „Zu den drei Schwertern“ den Auftrag, eine Ode „An die Freude“ zu schreiben. Von seinem Freund Christian Gottfried Körner erhielt Schiller Schriftstücke der Freimaurer, an denen er sich orientieren sollte.

Darin ist die Rede von einer „Tochter aus Elisium“, womit ein Tochterraumschiff gemeint sein könnte. „Himmlische, dein Heiligthum“ wäre demnach die Raumstation Elysium und „Wir betreten feuertrunken“ meint nicht etwa, dass die Reisenden besoffen wären, sondern desorientiert. So richtig konkret wird es jedoch ein paar Verse weiter:

„Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.“

Elysium, großer Ring, zu den Sternen – Die Ode „An die Freude“ ist alles andere als ein stupides Sauflied. Es ist viel mehr eine Steilvorlage für Filme wie „Elysium“, „Pandorum“ und natürlich die ringförmige Raumstation aus dem extrem freimaurerischen „2001: A Space Odyssey“. Handelt es sich bei diesen Science Fiction-Abenteuern also weniger um Zukunftsvisionen, als viel mehr um uralte Überlieferungen?

2001 Elysium

Eine genauere Analyse des aktuellen Kinofilms könnte Aufschluss geben und dabei fällt zunächst die übliche Symbolik auf. In „Elysium“ hat die Raumstation fünf Streben und stellt damit ein Pentagramm dar.

Elysium-Station_1

Auf Elysium leben die Reichen in Frieden und in Luxus. All ihre Errungenschaften teilen sie nur mit ihresgleichen. Sie können alle Krankheiten bis hin zu Krebs heilen, doch auf der Erde siechen die Menschen auf einer gigantischen Müllkippe dahin. Die Klassengesellschaft wird durch den Aspekt der Raumstation auf die Spitze getrieben, denn die oberen 10.000 leben tatsächlich oben und schauen wie die Götter des Olymp auf die „Untermenschen“ herab.

Der Ausdruck „Untermensch“ ist an dieser Stelle durchaus gerechtfertigt, denn wie die Reichen mit den Armen umgehen, ist extrem faschistisch. Wer von den Erdlingen versucht, nach Elysium einzureisen, wird gnadenlos abgeschossen. Völlig gleichgültig, ob sich auch Kinder auf dem Transport befinden. Wer es durch die Verteidigung schafft, wird umgehend festgenommen und zurück auf die Erde deportiert. Die Reichen bleiben in ihrer orbitalen Gated Community gerne unter sich und trauen sich ihrerseits nur in Ausnahmefällen auf die Erde.

John Carlyle (William Fichtner) gehört zu denen, die in ihren Produktionsstätten gern mal selbst nach dem Rechten sehen. Er betreibt einen Rüstungskonzern, der u.a. Kampfroboter herstellt. Diese setzen auf der Erde einen totalitären Polizeistaat durch, dessen Motto „Null Toleranz“ lautet. Wer aus der Reihe tanzt, wird umgehend brutal zusammengeschlagen. Die Roboter sind dabei besonders effektiv, da sie stärker als Menschen sind und weder Gewissenbisse haben, noch sich kaufen lassen.

Max DeCosta (Matt Damon) macht eine unangenehme Begegnung mit einem solchen Polizei-Zylonen, wobei ihm umgehend der Arm gebrochen wird, nur weil er eine sarkastische Bemerkung macht. Zynischerweise arbeitet er in Carlyles Fabrik, in der die Killermaschinen hergestellt werden. Und er arbeitet dort auch mit gebrochenem Arm weiter, denn sonst wäre er den Job sofort los und würde wieder auf der Straße landen.

Besser kann man es nicht versinnbildlichen, dass die Armen ihre eigenen Ketten schmieden. Eigentlich wäre es Zeit für eine Revolution, doch die Mehrheit hat es stillschweigend akzeptiert, dass Arbeiter keinerlei Rechte mehr haben. Kündigungsschutz? Es gibt in dieser düsteren Zukunft nicht einmal Arbeitsschutz!

Das erfährt Max am eigenen Leib, als er eine verklemmte Palette aus einer Strahlenkammer holen soll. Eigentlich wäre dies eine Aufgabe für Spezialisten mit Strahlenschutzanzügen gewesen und so kommt es, wie es kommen muss. Die Tür geht hinter Max zu und er bekommt eine tödliche Strahlendosis ab. Dem Vorarbeiter fällt dazu nicht mehr ein als seine Entsorgung anzuordnen.

Max kommt in einem Hinterzimmer wieder zu sich und wird mit ein paar Schmerztabletten auf die Straße geworfen. Als Arbeitskraft ist der Todgeweihte mit einer Lebenserwartung von maximal 5 Tagen nicht mehr zu gebrauchen. Eine Entschädigung gibt es nicht. Im Gegenteil meint der Milliardär Carlyle noch zynisch, dass man Max rauswerfen solle, bevor er das Laken voll kotzt. Was ist das für eine Welt, in der selbst ein Laken mehr wert ist als ein Menschenleben?

Arbeitsbedingungen wie in Bangladesch sind in diesem Film globaler Standard und werden sogar noch unterboten. Diese Zukunftsvision ist dabei nicht einmal so fern, sondern wird zwangsläufig das Ergebnis sein, wenn die Mehrheit weiterhin neoliberalen Politikern glaubt, die von grenzenlosem Wachstum und bedingungsloser Wettbewerbsfähigkeit schwadronieren. Keiner, der „Elysium“ gesehen hat, soll später einmal behaupten, er hätte es nicht kommen sehen!

Immerhin rächt sich die unmenschliche Ausbeutung. Max hat nichts mehr zu verlieren und wendet sich daher an den Schleuser Spider (Wagner Moura), der Menschen mit gefälschten Identitäten nach Elysium bringt. Dort könnte Max’ Verstrahlung im Nu geheilt werden. Doch im Gegenzug soll er für Spider Carlyle entführen und dessen Kontodaten aus seinem Hirn saugen.

Die Reichen tragen nämlich einen Memory-Chip im Hirn, der sämtliche wichtigen Daten wie Passwörter enthält. Um an diese Daten zu kommen, wird Max selbst ein Link ins Hirn gelegt. Zusätzlich bekommt er ein mechanisches Exoskelett, welches seinen geschwächten Körper auf den Beinen halten sollen.

Elysium Cyborg

Die Cyborg-Agenda ist ein weiteres zentrales Thema des Films. Der Gipfel sind dabei die Pässe, die dem Gencode des Benutzers angepasst sind und als eine Art genetischer Barcode in die Haut gestempelt werden. Das erinnert an eine Passage aus dem Buch der Offenbarung, dass niemand mehr kaufen oder verkaufen könne, der nicht das Malzeichen des „großen Tieres“ trägt. Derartiges könnte durch die RFID-Agenda bereits in naher Zukunft Realität werden, doch mit dem genetischen Stempel geht „Elysium“ sogar noch einen Schritt weiter.

Mit allem ausgestattet, was einen Cyborg ausmacht, geht die Jagd auf Carlyle los. Anfangs verläuft alles wie geplant und Max bekommt noch weitaus mehr als die Kontodaten seines Peinigers. Der Bonus ist jedoch gleichzeitig der Grund, warum drei Söldner die Operation platzen lassen. Carlyle ist nämlich einen Pakt mit der Kriegsministerin Delacourt (Jodie Foster) eingegangen, der ihm weitere Rüstungsaufträge beschert, wenn er sie im Gegenzug ins Präsidentenamt putscht. Dafür benötigt er die Zugangdaten zum Hauptrechner von Elysium, die nicht einmal in Gold aufgewogen werden können.

Delacourt erkennt die Gefahr und macht sie per Satellitenaufklärung auch umgehend ausfindig. Die Erde steht nämlich unter ständiger Beobachtung durch die gottgleichen Spitzenverdiener und die merken sofort, wenn einem der ihren etwas zustößt.

Die Kriegsministerin aktiviert ihren Agenten Kruger (Charlto Copley), der bereits einige Flüchtlinge von der Erde für sie abgeschossen hat. Die Elite kennt keine Skrupel, wenn es darum geht, Mörder und Vergewaltiger für sich arbeiten zu lassen. Immerhin beseitigen sie für Geld effizient alles, was den Herrschenden nicht in den Kram passt. So auch das Team von Max, inklusive dessen besten Freund Julio (Diego Luna).

Schwer verletzt kann Max entkommen und lässt sich von seiner früheren Freundin Frey verarzten. Die beiden kennen sich aus ihren Kindertagen, in denen Max ihr versprach, sie einst nach Elysium zu bringen. Inzwischen ist Frey Krankenschwester und hat eine todkranke Tochter, deren Leukämie nur auf der Raumstation geheilt werden kann. Doch noch kann Max ihr nicht helfen. Im Gegenteil bringt er sie durch seine Anwesenheit in Gefahr und verschwindet daher am nächsten Tag wieder.

Dummerweise orten ihn Krugers Söldner mit Überwachungsdrohnen und nachdem er entkommt, schnappen sie sich Frey samt deren Tochter. Nachdem sich Max ihnen stellt, wird er nach Elysium ausgeliefert, sodass sein Versprechen Frey gegenüber doch noch wahr wird. Allerdings werden sie erst einmal gefangen genommen und eine Behandlung bekommt nur Kruger, der kurz vor der Bruchlandung Max’ Granate schlucken musste. Dass die Elysianer sogar Tote ins Leben zurückbringen können ist allerdings leicht unglaubwürdig.

Während sich Kruger regenerieren und ebenfalls zu einem Cyborg upgraden lässt, will Delacourt an die Daten in Max’ Hirn. Auf der Erde startet indessen Spider nach Elysium und hilft dort Max, der sich inzwischen selbst aus dem Folterstuhl befreit hat. Als erstes hilft Max Frey aus der Klemme, damit diese ihre Tochter heilen kann.

In der Waffenkammer greift er sich auf dem Weg nach draußen noch eine Art Energiewaffe, die alle Gegner in Gulasch verwandelt. Aus unerfindlichen Gründen steht auf dem Gewehr „CHEMRAIL“, was irgendwie an „Chemtrails“ erinnert. Was dieser Schriftzug aussagen soll, bleibt jedoch schleierhaft, da es sich offensichtlich nicht um eine Chemiewaffe handelt.

Elysium Chemtrail

Auf dem Weg zum Computerzentrum von Elysium muss sich Max noch einmal Kruger stellen und sprengt ihn abermals ins Jenseits. Mit der Hilfe von Spider und den Daten in seinem Kopf startet er anschließend den Hauptrechner neu, sodass alle Menschen auf der Erde Bürger von Elysium werden. Bedauerlicherweise wird dabei sein Hirn gegrillt und er stirbt den Heldentod.

Spider, den man zu Beginn für einen gewöhnlichen Kleinkriminellen hält, entpuppt sich indessen als idealistischer Revolutionär. Dank seiner Hilfe für Max werden die Erdenmenschen aus der Sklaverei befreit und die Klassengesellschaft fällt.

Fazit: „Elysium“ hat alles, was man von einem Science Fiction-Kracher erwartet: Geniale Effekte und ausreichend Action, aber auch ruhige Charakterszenen und nachdenkliche Momente. Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp setzt mit diesem Film zudem seine harsche Kapitalismuskritik fort, die er bereits in „District 9“ unverhohlen ins Zentrum der Handlung stellte.

Zwar zeigt „Elysium“ eine Zukunft, in der die neue Weltordnung Realität ist, aber man muss es Blomkamp hoch anrechnen, dass er den totalitären Polizeistaat verurteilt und filmisch zu Fall bringt. In Friedrich Schillers Ode „An die Freude“ heißt es ebenfalls „Bettler werden Fürstenbrüder“ und es ist wohl kaum ein Zufall, dass genau dies am Ende von „Elysium“ geschieht. Nur sollte keiner auf den Gedanken kommen, dass dies einst das Verdienst der Freimaurer sein könnte, denn diese gehören zu den oberen 1%, den die moralisch verkommenen Elysianer darstellen.

Unabhängig von uns ist auch Lars A. Fischinger auf den Zusammenhang „Eylsium“ und Prä-Astronautik gekommen.

Die geflügelte Sonne – Mehr als nur ein Sonnensymbol

von Joe Doe

Die geflügelte Sonne ist eines der ältesten Symbole, die heute noch verwendet werden und verdeutlicht die Wurzeln der Freimaurerei im ägyptischen Isis-Kult.

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Allerdings war das Symbol lange vor den Ägyptern bereits den Sumerern bekannt. Während bei den Ägyptern die Sonnenscheibe bereits stark vereinfacht dargestellt wurde, finden sich bei den Sumerern noch Abbildungen des Symbols, welche es als Gefährt der Götter zeigen. Handelt es sich bei der geflügelten Sonne also um ein stilisiertes Raumschiff der Anunna?

Sumer flying Disc

Bis heute wird das Symbol vor allem in der Luftfahrt verwendet. Es steht für unsere heutige Gesellschaft also einmal mehr im Zusammenhang mit Flugmaschinen.

Royal Airforce

Royal Airforce

Eine ähnliche Deutungsmöglichkeit bieten sumerische Darstellungen, die die vermeintliche Sonnenscheibe als Rad mit Speichen zeigen. Dieses wird zuweilen als „Rad des Lebens“ gedeutet. Allerdings ist das „Rad des Lebens“ eher aus dem Hinduismus und Buddhismus bekannt und man sollte meinen, dass die Sumerer mit diesen Religionen aufgrund der räumlichen und teils auch zeitlichen Distanz nicht allzu viel zu tun hatten.

Indisches Himmelsrad_2

Möglicherweise schlummerte aber in beiden Kulturen die Erinnerung an eine radförmige Raumstation am Firmament. In Indien gibt es zahlreiche Darstellungen des bloßen Himmelsrades. Fügten die Sumerer der Station vielleicht Flügel an, weil sie sich nicht anders erklären konnten, wie ein solches Gebilde sonst am Himmel fliegen könne?

Geflügeltes Elysium