CDU-Hetzvideo löst Shitstorm aus

von Anton Nymous

2018 hatte der Youtube-Influencer Rezo der CDU mit seinem Auftragsvideo einen heftigen Wählerverlust zugefügt. Inzwischen braucht die Union dafür keinen Grünen-Lobbyisten mehr, denn mit ihrem eigenen Video „Unsere Haltung zu Linkspartei und AfD“ zerstört sie sich lieber gleich selbst. Das am 26. Februar 2020 hochgeladene Werk hat nicht nur weitaus mehr Dislikes kassiert, sondern einen regelrechten Shitstorm ausgelöst. Selbst konservative Medien waren genötigt, es inhaltlich auseinander zu nehmen. Was hat sich die Union nur dabei gedacht? Vielleicht: „Was Rezo kann, können wir schon lange“?

Der stümperhafte Clip ist eine Aneinanderreihung von Fake News und Verleumdungen, gepaart mit der ausgedienten Hufeisentheorie. Zwar behauptet die CDU, sie lehne eine Zusammenarbeit mit Linkspartei und AfD aus verschiedenen Gründen ab, doch indem sie beide im gleichen Atemzug nennt, stellt sie links und rechts am Ende doch wieder gleich.

Die Kritik an der AfD hält sich gegenüber dem zweiten Part in Grenzen und bedarf keiner falschen Behauptungen über die Rechtspopulisten. Immerhin verstehen diese es vortrefflich, sich permanent selbst als Faschisten zu entlarven. Eine Lüge ist allerdings, dass die CDU-Mitglieder Antifaschisten seien.

Schon in der Weimarer Republik haben konservative Parteien wie Zentrum und DNVP den Nazis den Weg geebnet und sogar direkt mit ihnen zusammengearbeitet. Nach dem Krieg rekrutierten sich deren Nachfolgeparteien CDU und CSU hauptsächlich aus alten NSDAP-Mitgliedern und auch der ein oder andere SS-Offizier fand den Weg in die Union. Genannt seien hier nur Globke und Kiesinger, der eine Kanzleramtschef und der andere später selbst Bundeskanzler.

Diesen Teil ihrer Geschichte hat die Union bis heute nicht aufgearbeitet und erdreistet sich dennoch, den Antifaschismus für sich beanspruchen zu können. Dabei lässt die Union die wahren Antifaschisten vom Verfassungsschutz beobachten und von der Polizei wegprügeln, wenn sie sich Neonazis in den Weg stellen. Auch die Aberkennung der Gemeinnützigkeit des VVN BdA, der immerhin von Holocaustüberlebenden gegründet wurde, wirft diesbezüglich kein gutes Licht auf die CDU.

Die Abgrenzung von der AfD ist gleichermaßen bestenfalls geheuchelt. Vor allem in den Ostbundesländern arbeitet die CDU auf kommunaler Ebene schon längst mit den Rechtspopulisten zusammen. Dabei geht es um weitaus mehr als nur gemeinsame Abstimmungen. Und zu guter Letzt wäre da noch die sogenannte WerteUnion, die mehr oder weniger offen versucht, die CDU nach rechts zu treiben und den Schulterschluss mit der AfD zu wagen. Abgrenzung sieht anders aus!

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Bei der Linkspartei ist die CDU da schon etwas konsequenter, aber auch verlogener. So behauptet die Union, sie würde jede Zusammenarbeit mit Sozialisten ablehnen. Doch dann dürfte sie auch nicht mit der SPD koalieren. Okay, die nennt sich heute nur noch so, von daher geschenkt. Die Begründung ist jedoch spektakulär und hat natürlich mit der DDR zu tun.

Die CDU behauptet, die Mitglieder ihres Ostablegers seien damals reihenweise vertrieben, inhaftiert, gefoltert und ermordet worden. Man könnte fast meinen, die Union spräche in ihrem Video über das Schicksal der Juden im 3. Reich. Welch unverschämter Geschichtsrevisionismus von einer ehemaligen Blockpartei, die in der DDR mitregiert und sogar Minister gestellt hat. Die angebliche Christenverfolgung durch die SED ist frei erfunden und von den Mitgliedern der Ost-CDU, die übrigens den Sozialismus als Ziel im Programm stehen hatte, war gewiss auch niemand benachteiligt.

Das Herumreiten auf der LINKEN als SED-Nachfolgepartei ist ebenfalls unerträglich. Faktisch stimmt das zwar, doch die SED hatte rund 2 Millionen Mitglieder. DIE LINKE hat dagegen nur knapp über 60.000 Mitglieder, von denen knapp die Hälfte aus dem Westen stammt oder noch zu jung ist, um die DDR miterlebt zu haben. Wo ist also der ganze Rest der SED geblieben? Richtig, ein Großteil ist nach der Wende in die CDU übergelaufen. Darunter der Thüringer CDU-Landtagsabgeordnete Henry Worm.

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Die CDU sollte erst mal ihre eigene DDR-Vergangenheit aufarbeiten und ihre Nazivergangenheit am besten gleich mit, bevor sie das Maul aufreißt. Wer anderen ihre SED-Vergangenheit vorwirft, aber gleichzeitig selbst ehemalige SED-Mitglieder in hohen Funktionen hat, ist in höchstem Maße unglaubwürdig! Gleiches gilt für vermeintliche Antifaschisten mit NSDAP-Vergangenheit!

Es kommt aber noch dreister. Im zweiten Teil des Videos wird Venezuelas Präsident Nicolas Maduro mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un gleichgesetzt. Dabei wurde Maduro mit über 64% demokratisch gewählt, während Kim Jong Un seine Macht einer Monarchie gleich von seinem Vater geerbt hat. Weiterhin wurde auf Maduro von seinen ach so „demokratischen“ Gegnern ein Mordanschlag verübt, während Kim seine Gegner kurzerhand reihenweise hinrichten lässt. Es stimmt auch nicht, dass beide ihr Volk hungern lassen. Die Wirtschaftskrise in Venezuela ist maßgeblich das Ergebnis der völkerrechtswidrigen US-Handelsblockaden, welche die Union selbstverständlich mit keinem Wort erwähnt.

Dem absurden Vergleich des demokratischen Sozialismus in Venezuela mit dem stalinistischen Terrorregime Nordkoreas folgt im Video sogleich die nächste Lüge. Da sich DIE LINKE solidarisch mit Venezuela gezeigt hat, schlussfolgert die CDU, dass sie auch Sympathien für Nordkorea hege. Belege dafür bringt sie keine, weil es diese schlichtweg nicht gibt! Wobei der Wille nach friedlicher Konfliktlösung nicht zählt, da die Ablehnung eines atomaren Schlagabtauschs zwischen Nordkorea und den USA einzig etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun hat und keine Sympathiebekundung ist.

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Was die CDU da abgeliefert hat, ist ein ganzer Sack voll Geschichtsrevisionismus, Fake News und Verleumdungen. Es grenzt schon an ein Wunder, dass DIE LINKE noch keine Strafanzeige dagegen erstattet hat. Nicht verwunderlich ist dagegen, dass die Union das Video trotz massiver Kritik und Shitstorm noch nicht vom Netz genommen hat. Ist das einfach nur Arroganz oder der bewusste Wille zur Selbstzerstörung?

Oder hat die CDU schlichtweg noch nicht begriffen, dass sie keine AfD-Wähler für sich gewinnen kann, indem sie die Methoden der Rechtspopulisten kopiert? Was in dem Video an Falschmeldungen vom Stapel gelassen wird, ist nämlich genau das Niveau der Rechten. Diese verbreiten ihrerseits Behauptungen, Bodo Ramelow würde das in der DDR begangene Unrecht verharmlosen und sei ein Fan von Stalin. In Wahrheit hat Ramelow die Aufklärung von DDR-Unrecht zur Chefsache erklärt und ein von ihm getwittertes Bild, auf dem Stalin zu sehen war, zeigte lediglich einen Souvenirstand im russischen Uljanowsk.

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Die Rechten verstehen es, Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen, zu manipulieren und ihren Zwecken anzupassen. Das gilt auch für die BILD, welche das Prädikat „Lügenpresse“ sehr wohl verdient hat. Ironischerweise wird ausgerechnet dieses größte Hetzblatt seit dem Stürmer von genau den Menschen gelesen, die sonst am lautesten „Lügenpresse“ schreien, insbesondere wenn Journalisten die Wahrheit über sie aufdecken.

Am 04. Februar 2020, rein zufällig genau dem Tag der erneuten Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, titelte die BILD jedenfalls „Linke will blutige Revolution“. Anlass für diese absurde Behauptung war die unüberlegte Aussage einer Genossin auf einer Strategiekonferenz in Kassel, die in ihrer Rede sagte. „Energiewende ist auch nötig nach ’ner Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen.“

Es steht völlig außer Frage, dass eine solche Äußerung, auch wenn sie ironisch gemeint war, ein absolutes NoGo ist. Die betreffende Genossin hat der Partei damit einen schweren Image-Schaden zugefügt und den rechten Demagogen eine Steilvorlage geboten. Was die Bild und alle anderen rechten Hetzer jedoch unterschlagen, ist die Tatsache, dass es für diesen geschmacklosen Witz weder Beifall noch Gelächter gab. Das wäre bei der AfD sicherlich anders gewesen, wenn dort wieder mal ein Spitzenpolitiker die Erschießung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze gefordert hätte.

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Zugegeben, die Reaktion von Bernd Riexinger, der sarkastischen Bemerkung noch einen Witz oben drauf zu setzen, war in höchstem Maße unklug. Eine harte Abgrenzung wäre angebracht gewesen. Hart sollte allerdings auch die Antwort gegenüber der BILD ausfallen. Von der Aussage einer einzelnen Genossin darauf zu schließen, DIE LINKE plane eine blutige Revolution, ist eine dermaßen bescheuerte Verleumdung, dass man diese Gazette dafür in den Bankrott boykottieren sollte! Die Springerstiefel-Presse spielt damit wissentlich den Rechtsextremisten in die Hände und das zu einem Zeitpunkt, zu dem deren blutige Revolution längst begonnen hat.

Nach dem Mord an Walter Lübcke dürften die nächsten Opfer nunmehr aus der Linkspartei kommen. Daran wird die BILD maßgeblich mitverantwortlich sein, so wie sie es schon bei dem Attentat auf Rudi Dutschke war, dem ebenfalls eine üble Schmutzkampagne vorausgegangen war. Nicht zu vergessen, dass diese Gazette auch regelmäßig Horrormeldungen über Flüchtlinge verbreitet hat, die teils überzogen, teils frei erfunden waren. All die brennenden Asylheime sowie der Anschlag in Hanau waren gleichermaßen das Ergebnis dieses sensationsgeilen Schmierenjournalismus!

Mit der LINKEN wird es jedenfalls keine blutige Revolution geben, ja nicht einmal eine friedliche Revolution. Für mehr als soziale Verbesserungen fehlt der Partei nämlich längst der Biss. Wenn man DIE LINKE schon kritisieren will, dann doch eher wegen der aktuellen Parteispitze, die Geschmack am Mitregieren gefunden hat und dafür die grundlegenden Parteipositionen aufweicht. So z.B. die Friedensposition, die auf der Strategiekonferenz in Kassel überhaupt keine Rolle gespielt hat, obwohl die meisten linken Wähler in der Friedensbewegung aktiv sind.

Es passt einfach nicht zu einer Friedenspartei, wenn der LINKE-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich Mitglied der Atlantikbrücke unter dem Vorsitzenden Friedrich Merz ist, der Thüringer Kulturminister Benjamin Hoff bei der Vereidigung von Bundeswehrrekruten die brandgefährliche Strategie der Abschreckung gegenüber Russland befürwortet oder einige führende Spitzenpolitiker das Verhältnis ihrer Partei zur NATO überdenken wollen, um auf Bundesebene mit den Kriegstreibern der SPD und Grünen koalieren zu können.

Zudem distanzierte sich erst kürzlich Katja Kipping von 8 Abgeordneten ihrer Fraktion, weil diese Strafanzeige wegen Beihilfe durch Unterlassung am Mord des iranischen Generals Soleimani gegen die Bundesregierung gestellt hatten. Eine solche Distanzierung gab es schon einmal durch Roland Claus, nachdem einige Bundestagsabgeordnete der damaligen PDS beim Bush Besuch 2002 ein Transparent mit der Aufschrift „Stop your wars Mr. President!“ hochgehalten hatten. Damals flog die PDS kurz darauf aus dem Bundestag.

Das wirkliche Problem der LINKEN ist, dass sich einige ihrer Spitzenpolitiker immer wieder für korrekte Friedensappelle entschuldigen, weil das menschenverachtende, kapitalistische Establishment das von ihnen erwartet. Die Behauptungen, DIE LINKE hege Sympathien für Nordkorea, vergöttere Stalin oder plane eine blutige Revolution, sind dagegen nichts weiter als rechtskonservativer Bullshit! Diese lügenbasierte Hetze hilft letztendlich nur der extremen Rechten und führt damit geradewegs in den Untergang des kümmerlichen Restes von Demokratie, den wir noch haben. Genau deshalb müssen wir zu einer sachlichen Kritik zurückkehren, die mit Fakten statt Fake News argumentiert!

Kalter Putsch in Thüringen

von Anton Nymous

Am 5. Februar 2020 wurde in Thüringen ein politischer Tabubruch begangen, wie es ihn zuletzt 1930 gegeben hat, als es ebenfalls in Thüringen zur ersten Regierungsbeteiligung der NSDAP gekommen war. Damals übrigens auch gemeinsam mit der konservativen DNVP und der liberalen DVP, also den jeweiligen Vorläufern der Union und FDP. Der historische Vergleich ist durchaus legitim, denn gerade die Thüringer AfD, mit deren Stimmen sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten wählen lassen hat, wird von deren rechtsextremen Flügel beherrscht.

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die frühe FDP in den Nachkriegsjahren mit alten Nazis durchsetzt war. Sie wurde gezielt von Goebbels‘ einstigem Staatssekretär Werner Naumann und dessen Gefolgsleuten infiltriert. Ziel des ehemaligen NSDAP-Politikers und Mitglieds der Waffen-SS war die erneute Machtergreifung in Westdeutschland.

Zwar wurde der Naumannkreis, der übrigens nichts mit der nach Friedrich Naumann benannten FDP-nahen Stiftung zu tun hat, von den Briten zerschlagen. Allerdings wurden von den Briten nur hochrangige Nazifunktionäre verhaftet. Der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder in der FDP blieb, wie auch in der CDU, sehr hoch. Bis heute gibt es einen rechten Flügel der Partei, die diesen Teil ihrer Geschichte nie aufgearbeitet hat.

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All diese historischen Verbindungen lassen die Abwahl Ramelows in einem noch schlimmeren Licht erscheinen, als ohnehin schon. Mit Demokratie und dem Volkswillen hat dieser Vorgang dabei rein gar nichts zu tun. Über 70% der Thüringerinnen und Thüringer waren mit der Arbeit von Bodo Ramelow zufrieden, der unter den 5 beliebtesten Ministerpräsidenten Deutschlands rangierte und im Osten sogar auf Platz 1 der Beliebtheitsskala war. Seine Partei DIE LINKE wurde bei der letzten Wahl mit 31% stärkste Kraft und hatte damit den Regierungsauftrag. Nun stellt jedoch die schwächste Partei, die den Einzug in den Thüringer Landtag gerade so geschafft hat, den Ministerpräsidenten. Und das auch nur mit einer Stimme Vorsprung vor Bodo Ramelow.

Wie und mit wem Kemmerich eine Regierung bilden will, wird geradezu abenteuerlich werden. Das Angebot, Minister der SPD in sein Kabinett zu übernehmen, haben die Sozialdemokraten erwartungsgemäß ausschlagen. Einen Ministerpräsidenten zu unterstützen, der sich mehrheitlich von Faschisten hat wählen lassen, wäre sonst auch der Untergang der SPD. Die Grünen haben eine Regierungsbeteiligung unter Kemmerich ebenfalls aus Gründen des Antifaschismus abgelehnt, womit eine Jamaika-Minderheitskoalition ebenfalls vom Tisch ist.

Eine Koalition einzig aus FDP und CDU läge derweil in der Wählergunst gerade einmal bei 26,7 %, was nicht einmal ein Drittel der Sitze im Parlament ausmacht. Nur zum Vergleich, der rot-rosa-grünen Minderheitsregierung hätten gerade mal drei Sitze gefehlt. Bliebe also nur ein Zusammengehen mit der AfD, was jedoch von der Bundes-CDU weiterhin kategorisch verneint wird und sogar der Kanzlerin ein klares Statement abverlangt hat. Zum ersten Mal muss man Angela Merkel bei etwas zustimmen, so viel Rückgrat hätte man ihr gar nicht zugetraut.

Andererseits steht ihre Karriere ohnehin vor dem Ende und sie will mit Sicherheit nicht als Wegbereiterin des 4. Reichs in die Geschichte eingehen. Teile der Union haben da zudem eine gänzlich gegenteilige Auffassung. Insbesondere die Werteunion strebt eine Kooperation mit der AfD an und unter einem Kanzler Friedrich Merz würde es wohl eine Koalition nach österreichischem Vorbild geben – ganz im Sinne von Black Rock. Der rechte Flügel der Union merkt dabei offenbar nicht, dass er die CDU überflüssig macht, da es letztendlich keine „Mitte“ mehr geben wird, sondern nur noch eine zweite AfD in Schwarz.

Sofern sich die Thüringer CDU nicht ebenfalls gegen Merkel stellen und damit den eigenen Untergang vorantreiben möchte, bleibt der FDP also nur noch, entweder als schwächste Partei mit gerade einmal 5 Abgeordneten allein zu regieren oder eine gelb-blaue Minderheitsregierung zu bilden. In jedem Fall kann nichts Gutes unter diesem Ministerpräsidenten herauskommen, der noch im Wahlkampf auf einem Plakat behauptet hatte, dass diese Glatze in Geschichte aufgepasst hätte.

Entweder hat Kemmerich dabei nichts aus der Geschichte gelernt, dass er sie nun wiederholt, oder er hat schlichtweg die falschen Schlüsse gezogen. Er selbst wird jedenfalls nicht als erster FDP-Ministerpräsident Ostdeutschlands in die Geschichte eingehen, sondern als Wegbereiter der Faschisten. Die gespielt demütige Verneigung Höckes vor Kemmerich erinnert dabei nicht zufällig an Hitlers Verbeugung von Hindenburg.

Die AfD hat ihrerseits allerdings auch einen Tabubruch begangen. Zum einen hat sie ihrem eigenen MP-Kandidaten, dem Sundhäuser Bürgermeister Christoph Kindervater, im dritten Wahlgang nicht eine einzige Stimme gegeben. Das ist nicht nur ein Betrug am Wähler, sondern auch ein hinterhältiger Dolchstoß für den parteilosen Kandidaten, der nicht mehr als politisches Kanonenfutter für die AfD war. Sein Ruf ist nun ruiniert und sein Amt als Bürgermeister musste er niederlegen.

Zum anderen hat sich die AfD mit der zuvor abgesprochenen Wahl Kemmerichs zum Thüringer Ministerpräsidenten endgültig als Systempartei des neoliberalen Establishments geoutet. Keine andere Partei, mit Ausnahme der AfD selbst, steht mehr für die Interessen des reichsten Prozents als die FDP. Sie ist die Partei der Millionäre und eben diese Millionäre bilden nicht unbedingt die Bevölkerungsmehrheit in Thüringen. Dennoch stellen sie nun dank der AfD die Regierung und können alle sozialen Errungenschaften der letzten Landesregierung rückgängig machen. Darauf hat mit Sicherheit auch die CDU gewartet. Faire Löhne, Azubitickets, Mietendeckel – hinfort damit!

Es ist ein wahrhaftiger Offenbarungseid, dass die AfD in diesem Zusammenhang von einer „bürgerlichen Mehrheit“ spricht. Mit bürgerlich ist keineswegs die breite Bevölkerungsmehrheit gemeint, auch wenn sich das im Verständnis der Massen so eingebürgert hat. Bürgertum meint die Bourgeoisie, also die Wohlhabenden, die Kapitalisten. Diese bilden aber bestenfalls die obersten 10% der Bevölkerung und das ist mitnichten die Mehrheit.

Die Bourgeoisie hat es lediglich verstanden, Teile des Proletariats durch gezieltes Schüren von Angst auf ihre Seite zu ziehen. Mit Prinzipen wie „teile und herrsche“ oder „nach oben buckeln und nach unten treten“ haben sie es verstanden, sich ihre Macht über ein Heer zufriedener Sklaven zu sichern. Den Lohnsklaven ist es dabei egal, ob ihre Löhne sinken, ihre Mieten steigen oder ihnen die Altersarmut droht, so lange nur „der Ausländer“ verschwindet und keine Moschee gebaut wird.

Es ist irrig, die Schuld an der massenhaften Verelendung bei den gerade erst eingetroffenen Flüchtlingen zu suchen und nicht etwa in der seit Jahrzehnten praktizierten antisozialen Politik der herrschenden Klasse. Und zu dieser bürgerlichen Minderheit, die nur im Parlament die Mehrheit besitzt, gehört nun einmal auch die AfD. Wer glaubt, die Faschisten würden die Politik im Interesse der hart arbeitenden Bevölkerungsmehrheit gestalten, setzt sich den Hut auch mit dem Hammer auf.

Hinter dem Faschismus stand schon immer das Kapital! Und überall, wo Linke an der Regierung beteiligt wurden, waren die Kapitalisten immer schnell dabei, Faschisten zu unterstützen. Brasilien und Bolivien sollten diesbezüglich mahnende Beispiele sein. Auch hierzulande waren und sind die Faschisten das Ass im Ärmel des Großkapitals, des reichsten Prozents der Bevölkerung. Vielleicht meinen die ultrarechten AfD-Unterstützer Kubitschek und Elsässer genau das mit ihrer 1%-Bewegung.

Ob die Mehrheitsverhältnisse in Thüringen so bleiben, werden wohl nur Neuwahlen zeigen, die im Prinzip den einzigen Ausweg aus der aktuellen Misere bilden. Die Chancen stehen gut, dass die FDP aus dem Parlament fliegen und die CDU mehr als 5% einbüßen wird. Die AfD stagniert derweil in den Umfragen bei rund 24%, während DIE LINKE auf bis zu 37% weiter zulegt. Wenn es denn wirklich so käme, könnte es wieder eine knappe Mehrheit für Rot-Rosa-Grün geben.

Der Weg zu Neuwahlen könnte jedenfalls bald frei sein, denn Kemmerich hat mittlerweile seinen Rücktritt angekündigt und sogar zugesagt, sein Ministerpräsidentengehalt zurück zu zahlen. Diese Entscheidung kam aber zweifelsohne nur durch anhaltenden öffentlichen Druck zustande. Das zeigt, dass eine wachsame Öffentlichkeit manch gravierende Fehlentwicklung vielleicht nicht immer zu verhindern, aber durchaus zu korrigieren vermag.

Wie funktioniert rechte Propaganda?

Im folgenden Interview von Jung und Naiv geht es um die Wirkmechanismen rechtspopulistischer und rechtsextremer Ideologie. Rassisten und Sozialdarwinisten finden sich dabei nicht nur in der AfD, sondern auch in der SPD. Im Interview geht A. Kemper insbesondere auf Thilo Sarrazin und Landolf Ladig sein.

Interessanterweise begeistern solche rechten Hetzer vor allem die soziale Unterschicht, für die sie selbst absolut nichts übrig haben. Weder Sarrazin als ehemaliger Bundesbanker noch AfD-Spitzenpolitiker, die wie Alice Weidel der Hochfinanz oder Beatrix von Storch dem Hochadel angehören. Die faschistische Revolution, wie sie Landolf Ladig herbeiredet, dient am Ende auch nur den Interessen der Kapitalisten, denn sie ist die Durchsetzung des Prinzips „teile und herrsche“. Die Elite lässt den Pöbel auf die Linken, Migranten und Minderheiten einhauen, während sie sich selbst ungestört die Taschen vollhauen. Hat ja schon einmal wunderbar funktioniert.

Dunkeldeutschlands Niedergang

Von Anton Nymous

Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hat sich der Rechtsruck der letzten Europawahl ungebremst fortgesetzt. Doch bevor wir mit dem Finger auf die AfD zeigen und ihren Erfolgskurs hinterfragen, kommen wir erst einmal zu den Fehlern der anderen Parteien. Diese sind nämlich maßgeblich mitverantwortlich für die neusten Wahlergebnisse.

Dies gilt insbesondere für Brandenburg, welches bisher eine rosa-rote Regierungskoalition hatte. Diese hat u.a. auf Braunkohle gesetzt und Umweltaktivisten mit aller Härte bekämpft. Mit Sicherheit ein Grund dafür, warum die Grünen stark zugelegt und mit 10,8% DIE LINKE knapp überholt haben. Nur was nützt das schon, wenn es unter Rosa-Grün-Rot so weiter geht? Oder gar unter Rosa-Schwarz-Grün, wenn die CDU trotz erheblicher Verluste mit ihren 15,6% in eine SPD-geführte Regierung einsteigt. Auf jeden Fall würden sich die Grünen mit Verlierern abgeben müssen.

Die SPD ist dabei nur deshalb mit 26,2% stärkste Kraft vor der AfD geblieben, weil sie den Ministerpräsidentenbonus hat. Bei einem Verlust von 5,7% ist das allerdings kein Grund zum Feiern. DIE LINKE, die noch zu PDS-Zeiten in Brandenburg auf 28% kam und damit ähnlich stark wie in Thüringen war, ist gar auf 10,7% eingebrochen, zuletzt mit einem Minus von 7,9%. Ihr Niedergang hat also schon eher begonnen, dennoch hat sie sich in der letzten Legislaturperiode einige unverzeihliche Patzer geleistet.

Der scheidende LINKE-Justizminister Stefan Ludwig hat u.a. Ende 2018 das Potsdamer Landgericht in Schutz genommen, nachdem dieses einen verurteilten Mörder auf freien Fuß gesetzt hatte. So trägt man sicherlich nicht zum Sicherheitsempfinden der Bürger bei. Statt die richtigen Konsequenzen aus diesem Vorfall zu ziehen, hat die rosa-rote Regierung ein Polizeiaufgabengesetz nach bayrischem Vorbild nachgelegt. Als würde totalitäre Polizeistaatspolitik irgendetwas besser machen. Im Gegenteil hat man einer möglichen Nachfolgeregierung mit AfD-Beteiligung gleich passende Mittel des staatlichen Terrors in die Hand gegeben.

Offenbar hatte insbesondere die Linksfraktion dabei gar nicht auf dem Schirm, dass sie wegen solcher Ungeheuerlichkeiten abgewählt werden könnte. Immerhin haben die Genossen in Bayern und NRW den Protest gegen ähnliche Polizeiaufgabengesetze angeführt und in Thüringen hat DIE LINKE in ihrem Wahlprogramm verankert, dass es mit ihr unter keinen Umständen ein solches Gesetz geben wird. Die Wähler in Brandenburg hatten daher völlig zu Recht das Gefühl, im falschen Film zu sein.

Zwar hat die Linksfraktion einige Abschwächungen des Polizeiaufgabengesetzes ausgehandelt, aber das Endergebnis hätte immer noch entschieden abgelehnt werden müssen. Dies haben jedoch nur zwei LINKE-Abgeordnete getan. Gegen den Rest haben Genossen aus NRW ein Parteiausschlussverfahren beantragt. Dieses hätte eigentlich Früchte tragen müssen, denn das Wahlergebnis belegt mehr als deutlich, dass ein Fall von parteischädigendem Verhalten vorliegt.

Während DIE LINKE vor allem im Westen immer noch eine Protestpartei gegen das herrschende System ist, hat sich die Parteispitze im Osten stark dem neoliberalen Establishment angepasst. Kein Wunder also, dass die Protestwähler zur AfD abgewandert sind, welche in Brandenburg brandgefährliche 23,5% erreichte. Die Mehrheit von 53% der brandenburgischen AfD-Wähler hat die Rechtsextremisten nämlich nicht wegen deren rassistischer Inhalte gewählt, sondern um den Etablierten einen Denkzettel zu verpassen. Es besteht also noch Hoffnung.

Allerdings müssten die AfD-Wähler dafür erkennen, dass sie sich vor allem selbst einen Denkzettel verpasst haben. Die AfD wird sich nämlich keineswegs um ihre Probleme kümmern, sondern das Parlament in einen tiefbrauen Zirkus verwandeln. Der Fraktionsvorsitzende Andreas Kalbitz gehört nämlich zum stramm rechten Flügel um Höcke. Natürlich verbittet er es sich, als Nazi bezeichnet zu werden, auch wenn seine Taten dies nahe legen.

Kalbitz nahm bereits als 20-Jähriger 1993 an einem Sommerlager der ultrarechten Heimattreuen Deutschen Jugend teil, angeblich nur interessehalber, ohne deren politische Ausrichtung bemerkt zu haben. 2007 reiste er mit 13 Neonazis, darunter der damalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, nach Athen, wo er an einem Aufmarsch der rechtsextremen griechischen Partei Goldene Morgenröte teilnahm. Wahrscheinlich ist er aber nur auf der Webseite eines Reiseveranstalters mausgerutscht, landete rein zufällig im selben Hotel wie die NPD, welche dort eine Hakenkreuzflagge hisste, und den Naziaufmarsch hatte Kalbitz gewiss für eine Stadtführung ohne politischen Hintergrund gehalten.

Es sollte offensichtlich sein, dass der brandenburgische AfD-Spitzenkandidat die Bevölkerung bewusst nach Strich und Faden verarscht. Niemand mit einem Rest von Hirn fällt auf solche dummdreisten Ausreden herein. Da könnte er auch gleich behaupten, noch nie davon gehört zu haben, dass Adolf Hitler ein Nazi und Diktator war, sondern er ihn immer für einen harmlosen Postkartenmaler gehalten habe. So viel zum „Mut zur Wahrheit“! Die Frage ist nur, warum sich so viele Wähler zum Narren halten lassen?

Auf Facebook kursierendes Mem.

In Sachsen ist die Lage allerdings noch fataler. Dort haben nur 28% der AfD-Wähler den Etablierten einen Denkzettel verpassen wollen. 70% haben die AfD gerade wegen ihrem faschistischen Auftreten und ihrer rassistischen Inhalte gewählt. Unter dieser bedenklichen Prämisse hat sie mit 27,5% ihr bestes Landtagswahlergebnis überhaupt erzielt. Pegida hat offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen und in einem Bundesland, wo Menschen vor laufender Kamera den Mord an Walter Lübcke verteidigen, sollte einen nichts mehr schocken. Auch nicht, dass die CDU trotz Sachsensumpf mit 32,1% immer noch stärkste Kraft ist. Mit 7,3% Verlust zwar, aber offenbar hatte auch sie den Ministerpräsidentenbonus.

Außerdem sorgte Hans-Georg Maaßen mit seiner Unterstützung dafür, dass nicht alle CDU-Wähler nach noch weiter rechts abwanderten. Tatsächlich ist Maaßen bei den sächsischen Pegidioten äußerst beliebt, obwohl er in Berlin den schlimmsten islamistischen Terroranschlag auf deutschem Boden zu verantworten und dabei auch noch das Bundesparlament belogen hat. Okay, halten wir kurz fest, dass diejenigen, die Angst vorm Islam haben, jemanden toll finden, der Anis Amri durch einen V-Mann radikalisieren lassen hat. Findet den Fehler!

Die Frage ist nun, wie es in Sachsen weiter geht. Einer Koalition mit der AfD hat die CDU-Bundesvorsitzende AKK47 eine Absage erteilt, was aber nichts heißen muss. Am wahrscheinlichsten ist dennoch eine Regierung aus Union, SPD und Grünen, wobei die Grünen mit einem leichten Plus sogar noch vor der SPD landeten. Die Sozen sind zu recht auf 7,7% abgestürzt, was einen Verlust von 4,7% bedeutet. Bei der nächsten Wahl werden sie wohl ganz aus dem sächsischen Landtag verschwinden.

Die Grünen könnten allerdings ihre Zugewinne, die ihnen ein Ergebnis von 8,6% beschert haben, auch umgehend wieder verlieren. Sie wurden nämlich vor allem von jungen Menschen gewählt, die Rezos Video von der Zerstörung der CDU gesehen haben und endlich Fortschritte in Sachsen Umwelt- und Klimaschutz sehen wollen. Wenn die Grünen nun mit der verhassten CDU zusammengehen und damit alles beim Alten bleibt, werden ihre Jungwähler schnell die Geduld verlieren.

Bliebe also nur noch ein Bündnis aus CDU, SPD und Linkspartei. Klingt absurd? Ist es aber leider nicht, da in Sachsen der neoliberale LINKE-Flügel FDS besonders stark ausgeprägt ist. Der zutiefst unsympathische Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt rühmte sich erst Anfang 2019 damit, auf dem Bundesparteitag zwei Anträge zur Solidarität mit Venezuela und zur Aussöhnung mit Russland verhindert zu haben. Wie glaubwürdig ist ein LINKE-Politiker, der Sanktionen gegen ein sozialistisches Land unterstützt, aufgrund derer dort zehntausende Menschen wegen Unterversorgung verrecken? Und mehr noch, er würde sogar einen US-geführten Angriffskrieg befürworten, steht also auf der Seite eines faschistoiden und korrupten Verbrechers wie Trump.

Was die Normalisierung des Verhältnisses zu Russland angeht, welche sich insbesondere in Ostdeutschland die große Bevölkerungsmehrheit wünscht, hat die sächsische LINKE das Feld völlig der CDU und AfD überlassen. Ja, sogar der Ministerpräsident Kretschmar ist für gute Beziehungen zu Russland, weshalb man sich fragen muss, bei wem sich Gebhardt eigentlich anbiedern wollte? Bei der Atlantik-Brücke? Oder gleich direkt bei der CIA? Kein Wunder, dass DIE LINKE in Sachsen um satte 8,5% auf 10,4% eingebrochen ist.

Bei der Linkspartei in Sachsen und auch in Brandenburg müssen endlich Köpfe rollen! Vorzugsweise noch vor der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober. Dort hat sich DIE LINKE zwar auch einiges geleistet, aber mindestens ebenso viel Gutes bewirkt. Darunter die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, zwei kostenfreie KITA-Jahre und die Einstellung von 3.500 neuen Lehrkräften. Thüringen hat viel zu verlieren und DIE LINKE kann nicht allein auf den Ministerpräsidentenbonus setzen, dank dem sie momentan stärkste Kraft in den Umfragen ist.

Auf dem zweiten Platz folgt allerdings schon die AfD, die nur noch einen Übergriff durch einen Flüchtling oder eine gut platzierte Fake News davon entfernt ist, erstmalig in einem Bundesland den ersten Platz zu belegen. Damit würde das links geprägte Thüringen ein Teil von Dunkeldeutschland werden und auch bleiben, da alle vernunftbegabten Menschen vor einem Ministerpräsidenten bzw. Gauleiter Höcke flüchten und Asyl in Westdeutschland beantragen müssten. So weit darf es nicht kommen!

Die Menschen in Thüringen haben gar keine andere Wahl, als ihr Kreuz bei der LINKEN zu machen. Immerhin hat DIE LINKE bereits angekündigt, in der nächsten Legislaturperiode die Kindergärten vollends kostenfrei zu machen und ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Da sie in den letzten 5 Jahren schon einige ihrer Wahlversprechen eingelöst hat, sollte man sie zumindest in Thüringen beim Wort nehmen. In Brandenburg und Sachsen sollte sich DIE LINKE dagegen von ihren gesamten FDS-verseuchten Landesspitzen trennen, wenn sie dort die nächsten 5 Jahre überleben will.

Der Rechtsruck muss endlich ernst genommen werden, ebenso die Alltagssorgen der Menschen. Und das sind eben nicht allein Ängste vor Flüchtlingen und Muslimen, sondern konkrete Probleme wie stagnierende Löhne, steigende Mieten, Ärztemangel, fehlende ÖPNV-Verbindungen in ländlichen Regionen und dergleichen mehr. Wenn diese Probleme endlich in Angriff genommen und gelöst werden, könnte die AfD, welche sich einen Scheißdreck um solche Nöte kümmert, schnell wieder in der Versenkung verschwinden.

Okay, außer in Sachsen. Sachsen galt schon zu DDR-Zeiten als Tal der Ahnungslosen und wenn die Dunkeldeutschen nun eine Partei wählen, die eine Mauer um Deutschland bauen möchte, sollte man ihnen diesen Wunsch erfüllen. Nur sollte die Mauer aus Kostengründen nicht um die gesamte BRD gebaut werden, sondern lediglich um Sachsen herum. Die Grenze zu Polen kann ja ruhig offen bleiben. Dort regiert immerhin die PIS und außerdem müssen die Asozialen weiter mit Meth versorgt werden. Die wenigen vernünftigen Menschen können ja vorab evakuiert werden und im Austausch werden dafür die Nazis aus dem Rest der Republik nach Dunkeldeutschland umgevolkt. (Ironie aus!)

Yakuza-Mode – Nazis und die Mafia

von Anton Nymous

Yakuza ist nicht nur der Name der japanischen Mafia, sondern auch ein Klamottenlabel, welches sich vor allem in Naziläden zwischen Thor Steinar und Brachial finden lässt. Das kommt nicht von ungefähr, denn Markus Eisold und Bertram Krause, die das Label 2004 in Bautzen gegründet haben, sind bestens mit der Neonaziszene vernetzt. So soll Eisold laut Szene-Insidern Anfang der 2000er Mitglied der sächsischen Hammerskin-Sektion „East Saxon Hammerskins“ gewesen sein. Die extrem brutale Gruppierung wurde 1993 von Mirko Hesse ins Leben gerufen, gegen den daraufhin wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wurde.

Auf dem PC von Hesse sollen Polizeiermittler weiterhin auf ein Foto von Eisold gestoßen sein und darüber hinaus hat er seinen Kumpel im Knast besucht, was definitiv über eine oberflächliche Geschäftsbeziehung hinaus geht. Die Tatsache, dass er Hesse das Hammerskin-Logo (zwei überkreuzte Hämmer) tättowiert hat, spricht ebenfalls dafür, dass er wusste, in welche Kreise er sich begibt.

Auffällig ist weiterhin, dass es immer wieder aktive Neonazis sind, die mit ihren Läden zur Verbreitung der Marke beitragen. Der offizielle Weiterverkäufer in Tschechien, Tomáš Marek aus Plzen, ist ebenfalls ein Rechtsextremist und Bassist der Rechtsrock-Band „Conflict 88“. Zwar werden Yakuza-Klamotten aufgrund ihrer martialischen Motive auch außerhalb der rechten Szene von geschmacksverirrten Vollpfosten getragen, aber ihre größte Verbreitung haben sie nicht zufällig unter Faschisten und Hooligans.

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Das Ganze ist schon reichlich befremdlich, denn immerhin fordern die extremen Rechten mit Nachdruck die Abschiebung von kriminellen Ausländern. Gleichzeitig tragen sie aber den Namen einer ausländischen Mafia-Organisation. Aber okay, sie fordern ja auch die Todesstrafe für Kinderschänder, während es in ihren Reihen von Päderasten nur so wimmelt. Die Faschisten waren in der Umsetzung ihrer Forderungen noch nie besonders konsequent, außer wenn es um Gewalt gegen Migranten, Linke, Juden, Homosexuelle usw. geht.

Die alles entscheidende Frage ist nun, wie die Rechtsextremisten ausgerechnet auf Yakuza kommen und warum selbige ihnen noch längst nicht die Finger abgeschnitten und sie davon gejagt hat? Dafür gibt es eigentlich nur eine Erklärung, wobei Verbindungen zum organisierten Verbrechen nun wirklich keine Überraschung wären.

Ein Zufall ist das alles wohl kaum, denn die Modemarke verwendet wissentlich die Codes der japanischen Mafia, darunter die Zahl 893. Diese Zahlenkombination stammt aus dem Kartenspiel Oicho-Kabu und gilt als wertlos, was dem Selbstverständnis der Mafiamitglieder entspricht. Ya-Ku-Za ist die japanische Aussprache dieser Zahlen.

Weiterhin fallen einige der Motive der Yakuza-Klamotten auf. Da wird u.a. offen Kokainkonsum propagiert, was geradezu aberwitzig ist, angesichts dessen, dass sich Rechtsextremisten permanent über Ausländer aufregen, die mit Gras dealen. Der Knaller schlechthin ist jedoch ein T-Shirt mit dem Motiv „Mexican Cartel“. Dieses wirbt ganz offen für die schlimmsten Drogenkartelle der Welt, die massenhaft Menschen entführen und töten. Was das mit der Yakuza zu tun hat? Solche Kartelle sind Zulieferer sämtlicher Mafias.

Auffällig an diesem T-Shirt ist weiterhin das „X“ zwischen „Mexican“ und „Cartel“ sowie der offensichtliche Totenkult. Gerade in Mexiko gehen Drogenhandel und Satanismus oft Hand in Hand, wie der Sektenführer und Drogenboss Adolfo Constanzo (1962-1989) unter Beweis stellte. Schädel und gekreuzte Knochen dominieren die Yakuza-Motive regelrecht.

Zuweilen finden sich die Schädel auch in Hexagonen wieder. Natürlich drei an der Zahl, was eine verschlüsselte 666 darstellt.

Es handelt sich mit Sicherheit um keinen Zufall, was weitere Motive belegen. Darunter ein Schädel mit der Schlange Luzifer.

Immer noch nicht offensichtlich genug? Der Teufel höchstpersönlich dürfte alle Zweifel ausräumen, dass es sich hier um Nazi-Mafia-Satanisten handelt. Da kommt so ziemlich alles Böse zusammen.

Baphomet ist ebenfalls nicht weit, wenn auch mit einer Schweinemaske getarnt. Schweinereien gehen dabei vor allem in Baphomets Schrittbereich ab, wo ein Typ dem Teufel an der Pflaume leckt.

Horrorclowns dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Und zu guter Letzt verstößt die Marke auch noch gegen Urheberrechte, indem dreist „Howard the Duck“ aus Marvels Cinematic Universe abgedruckt wird. Wenn es schon keinen Ärger mit der Mafia gibt, dann vielleicht irgendwann mit Disney, denn dieses Studio hat bestimmt keinen Deal mit kleinkriminellen Naziganoven.

Dark Planet – Faschismus in Space

von Joe Doe

„Dark Planet“ ist ein russischer Science Fiction Film aus dem Jahr 2008, der einmal mehr beweist, dass die Russen durchaus mit Hollywood konkurrieren können. In dem bildgewaltigen Epos verschlägt es den Moskauer Maxim (Vasily Stepanov) auf einen fernen Planeten, dessen Bewohner glauben, auf der Innenseite ihrer Welt zu leben. Viel brisanter ist jedoch, dass sie in einer absoluten Tyrannei leben.

Für den Erdling, dessen Heimat im Jahre 2157 dank der „Theorie der Erziehung“ von Krieg, Terror und Hunger befreit ist, bedeutet das einen Rückfall in die schlimmste Epoche der Menschheitsgeschichte. Gleich nach seiner Bruchlandung wird er prompt in ein Militärcamp gebracht, welches bereits stark faschistische Züge trägt. Neben den schwarzen Uniformen ist vor allem das Pfeilkreuz omnipräsent. Dies war einst das Zeichen der ungarischen Faschisten während der Nazizeit und es wird bis heute von Neonazis in ganz Europa verwendet.

Auf der Überfahrt in die Hauptstadt lernt Maxim den Soldaten Gui Gaal (Pyotr Fedorov) kennen, mit dem er sich schnell anfreundet. Gaal ist zu diesem Zeitpunkt noch ein vollkommen verblendeter Diener des Systems und erklärt ihm, dass die Türme, an denen sie vorbei kommen, der ballistischen Abwehr dienen. Wie sich später noch herausstellen wird, ist das nicht ganz korrekt.

Es gibt Gründe für den Anschlag, dessen Zeuge Gui und Maxim kurz darauf werden. Die Rebellen werden vom Regime „Ausgeartete“ genannt, was bereits erahnen lässt, welcher Konflikt sich auf diesem Planeten abspielt. Doch erst einmal geht es weiter in die Hauptstadt, die schon von weitem beklemmend und wenig einladend wirkt.

Überall in der Stadt hängen große Monitore, über die faschistische Propaganda läuft. Auffällig ist dabei außerdem das allsehende Auge, welches auf einen totalen Überwachungsstaat hindeutet.

Auch sonst ist das allsehende Auge überall präsent. In der Pupille hat es drei Sicheln, welche an das Bio Hazard-Symbol erinnern.

Dieses leicht verfremdete Bio Hazard-Zeichen ohne Ring findet sich auch auf den Dienstmarken des Regimes wider. Da die Sichel das Zeichen des Saturn, also des 6. Planeten unseres Sonnensystems, darstellt, ist hier wohl eine 666 verschlüsselt. Noch dazu in Rot.

Der oberste Staatsanwalt residiert derweil in einem Wolkenkratzer, dessen Audienzsaal mit Säulenpaaren und einem Winkelornament geschmückt ist.

Sein Bildschirm hat die Form einer Pyramide und am Arm trägt er ein Abzeichen in Form eines Hexagons.

Über seinem Kamin befinden sich schlussendlich noch vier umgedrehte rote Pentagramme.

In der Hauptstadt finden sich indessen umgedrehte Pentagone.

Die City ist allerdings nicht so schick wie der Prachtbau der Machhaber. Sie ist ziemlich heruntergekommen und erinnert an Fritz Langs „Metropolis“. Wir erinnern uns, das war auch schon so ein dystopisches Freimaurerwerk.

Sogar der hohe Turm (zu Babel) im Stadtzentrum ist aus „Metropolis“ geklaut.

Auf den Straßen herrscht das Elend. Überall sitzen Bettler und Prostituierte werben um Freier. Wer Glück hat, lebt in einem engen heruntergekommenen Apartment.

Nachdem Maxim aufgrund eines Unfalls entkommen ist, lernt er in einem Restaurant Rada Gaal (Yuliya Snigir) kennen, die Schwester des Gardisten, von dem er in die Stadt gebracht wurde. Nachdem er sie vor einer Straßengang gerettet hat, nimmt sie ihn mit in ihre Wohnung. Diese muss sie sich mit ihrem Bruder teilen, der seinen Bereich mit Militärpropaganda ausstaffiert hat.

Gui glaubt der ganzen Lügenpropaganda des Regimes blind und vergöttert die „unbekannten Väter“, die er für selbstlose Diener des Volkes hält. In Wahrheit sind sie aber eher eine Schattenregierung. Gui integriert seinen neuen Freund zunächst in das faschistische System, indem er Maxim für die Garde empfiehlt. Aus unerfindlichen Gründen schließt dieser sich tatsächlich dem Pfeilkreuzerorden an und lernt dort, ohne eigenes Denken zu gehorchen. Einige der Garde-Mitglieder sehen aus wie verschissene Nazipunks und sie posieren vor Flaggen mit Totenkopf und gekreuzten Knochen. Offensichtlicher geht es nun wirklich nicht!

Der erste Einsatz führt Maxim direkt zu einer Razzia in einem Arbeiterviertel. Als die Gefangenen mit Foltermethoden verhört und anschließend zum Tode verurteilt werden, kommen in Maxim erste Zweifel am System auf. Dieses ähnelt sehr stark der geplanten neuen Weltordnung auf der Erde. Die Menschen werden arm und unwissend gehalten, das Militär ist überall präsent und Abweichler werden willkürlich von der Garde verhaftet und von Standgerichten „getilgt“.

Maxims nächste Aufgabe ist die Hinrichtung der Gefangenen in einem Wald, fernab von jeglichen Zeugen. Dieser Aufgabe verweigert er sich, lässt die Gefangenen frei und quittiert den Dienst. Daraufhin wird er sofort von seinem Vorgesetzten exekutiert und als sein Freund Gui Mitgefühl und Trauer zeigt, wird dieser von der Garde zur Armee strafversetzt.

Die Armee braucht neues Kanonenfutter, denn die unbekannten Väter stehen mit einem anderen Machtblock in ständigem Kriegszustand. Um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und der Bevölkerung eine Invasion schmackhaft zu machen, schlägt ein Mitglied der Schattenregierung vor, wieder einen Turm in die Luft zu sprengen. Wenn das mal keine Anspielung darauf ist, dass die Anschläge auf die Türme des World Trade Centers in New York von 2001 ein Inside Job waren, mit dem die Angriffskriege gegen Afghanistan und Irak gerechtfertigt werden sollten… Allerdings liegt die Betonung auf „wieder“, was man als Drohung verstehen könnte.

Maxim ist derweil wie Jesus wieder auferstanden und seine Schusswunden sind binnen Stunden geheilt. Von den Aufständischen erfährt er, dass die unbekannten Väter eine Machtclique von Parasiten und Sadisten sind, welche sich an die Macht geputscht hat. Die bereits erwähnten Türme dienen nicht etwa der Abwehr, sondern bestrahlen permanent die gesamte Bevölkerung, um ihre Gehirnchemie zu verändern. Die Massen werden dadurch gefügig und leichter zu manipulieren.

Nur auf die Ausgearteten hat die Strahlung keine Wirkung. Sie erleiden dafür heftige Kopfschmerzen. Die unbekannten Väter gehören ebenfalls zu den Unbeeinflussten, doch wer nicht zu ihnen gehört, wird von ihnen gnadenlos gejagt. Sie wollen die totale Kontrolle über die Bevölkerung, einschließlich ihrer Gedanken.

Das ist höchst brisant, denn tatsächlich lassen sich mittels ELF-Wellen bestimmte Bereiche im Hirn stimulieren, was von Euphorie bis hin zu Depressionen alles Mögliche auslösen kann. In Anlehnung an den Film kommen einem da die unzähligen Funkmasten auf der Erde in den Sinn. Die Parallelen sind wohl kaum ein Zufall und die Botschaft dahinter ist eine wahrlich erschreckende Offenbarung.

Hinzu kommen die üblichen sinnlosen Unterhaltungsprogramme, die wir ebenfalls aus der realen Welt kennen. Im Fernsehen des finsteren Planeten laufen die Gedankenbilder von psychisch kaputten Irren, was entfernt an diverse Musikvideos von Lady Gaga oder Marilyn Manson erinnert. Gespickt wird das Ganze selbstverständlich noch mit politischer Propaganda.

Maxim schleicht sich nach einem Anschlag auf einen der Türme in die Hauptstadt zurück und findet Unterschlupf bei Rada und ihrem Bruder. Leider lässt er sich erwischen und landet ausgerechnet bei den Gefangenen, die er selbst ans System ausgeliefert hat. Gemeinsam mit ihnen wird er zur Zwangsarbeit verpflichtet. Irrwitzigerweise gibt man den Partisanen dabei Waffen in die Hand, mit denen diese Minenfelder räumen sollen.

Nach einem Tag harter Aufräumarbeit, an dem er von seinen Mitgefangenen weitere Informationen über den Zweck der Türme erhalten hat, wird Maxim Zeuge von unmenschlichen Verbrechen, wie sie die Nazis im 2. Weltkrieg begangen haben. In einem russischen Film dürfte das wohl als Abrechnung mit dem deutschen Faschismus zu verstehen sein.

Mit dem Panzer, den Maxim während der Minenfeldräumung gekapert hat, fährt er an die Grenze, wo er Gui wiedertrifft. Er entführt ihn und fährt mit ihm in den Sonnenuntergang. Es fällt auf, dass die Faschisten wenigstens öko sind und ihren Strom aus Windkraft gewinnen.

Vorbei am Windpark finden Maxim und Gui schließlich Zuflucht im zerbombten Feindesland.

Der Fremdweltler versucht dort, verschiedene Separatistengruppen für einen Staatsstreich zu gewinnen. Doch die einen haben kein Interesse und die anderen stellen sich als wenig besser als die Regierung heraus. Eine Begegnung mit einem telepathischen Mutanten bringt ihn auch nicht weiter, aber zumindest gibt dieser ihm den Tipp, Kontakt mit dem Inselimperium herzustellen.

Mit einem Luftschiff machen er und Gui sich auf den Weg zu besagter Insel, rammen jedoch einen Sendeturm und werden kurz darauf abgeschossen.

Nachdem die beiden abermals gefangen genommen wurden, werden sie aufgrund des Kriegszustands amnestiert und als Kanonenfutter an die Front geschickt. Zwar hat die Schattenregierung andere Pläne mit Maxim, doch der General, der ihn schon einmal erschossen hat, würde ihn lieber gern endgültig an der Front verrecken sehen.

Um die eigenen Truppen aggressiv zu machen, bekommen sie eine Extradosis Strahlung. Die Antennen sitzen sehr auffällig auf speziellen Panzern. Tatsächlich wird schon an einer weit unauffälligeren Variante geforscht, die in die Helme zukünftiger Soldaten integriert werden soll.

Auf dem Schlachtfeld wird Gui von seinem eigenen Vorgesetzten erschossen, schafft es aber mit letzter Kraft, den General mit einer Flagge zu pfählen.

Von einem Vertreter der Schattenregierung erfährt Maxim schließlich, dass Guis Schwester Rada verhaftet wurde. Auf einem Friedhof, der das ganze Ausmaß der Sinnlosigkeit des verlorenen Krieges offenbart, bekommt er das Angebot, mit dem Regime zu kooperieren und ein angenehmes Leben zu führen.

Er gerät an den Oberstaatsanwalt, der sich inzwischen mit den unbekannten Vätern überworfen hat. Er plant nun selbst einen Putsch und verrät Maxim den Standort der Kontrolle aller Funktürme. Er soll die Strahlung benutzen, um das Volk zu einer Revolution anzustacheln. Das Ganze ist natürlich nicht uneigennützig, denn innerhalb der neuen Ordnung will der Verräter eine noch höhere Position einnehmen.

Maxim nimmt den Auftrag dennoch an, dabei hätte ihm ein Blick auf die überreichte Karte genügt, um zu erkennen, in wessen Auftrag er da handelt. Auf der Vorderseite ist eine Sig-Rune zu sehen und auf der Rückseite drei Hexagone, welche natürlich eine verschlüsselte 666 darstellen.

In der Machtzentrale wimmelt es obendrein von Pyramiden, die allesamt drei Stufen haben.

Zunächst hält sich Maxim an den Plan des Oberstaatsanwalts, aber um auf Nummer sicher zu gehen, sprengt er die Machtzentrale anschließend in die Luft. Da die Bevölkerung nun nicht mehr beeinflusst wird, bricht eine unkontrollierte Rebellion aus. Der Drahtzieher der Aktion erkennt, dass sein Plan nach hinten losgegangen ist und entzieht sich der Verantwortung durch Suizid.

Doch der Oberstaatsanwalt war gar nicht das Kernproblem. Auf dieses trifft Maxim bei der Rettung von Rada, welche der als „Wanderer“ bekannte Systemschurke als Druckmittel gefangen gehalten hat. Wie sich nun herausstellt, ist der Wanderer ebenfalls ein Mensch von der Erde und hört auf den Namen Rudolf. War ja klar, dass ein Deutscher hinter dem faschistischen Regime steckt und das erklärt auch, warum sein Mantel mit Sig-Runen bestickt ist.

Zunächst will Rudolf, dass Maxim sich ihm anschließt. Er behauptet, dass er im besten Interesse der Menschen dieses Planeten gehandelt hätte. Es wäre nur halt schwer, radikale Veränderungen herbeizuführen, deshalb habe er zu subtileren Mitteln gegriffen und die Welt im Gleichgewicht gehalten. Im Gleichgewicht des Schreckens versteht sich. Das ist natürlich wieder einmal typisch freimaurerisches Dualitätsdenken.

Auf das Angebot des Oberilluminaten geht Maxim jedoch nicht ein. Nach einer kurzen Schlägerei wird klar, dass die Revolution gesiegt hat. Dabei ist es wohl kaum ein Zufall, dass Maxim die meiste Zeit einen roten Overall trägt.

Die Rebellion kann man jedoch, wie bereits die irdische Geschichte lehrt, aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Einerseits ist der Sturz des alten Regimes nötig, andererseits warten genügend Machtbesessene wie einst Stalin darauf, die Revolution für ihre egoistischen Zwecke zu missbrauchen. Das Ende bleibt also zweideutig und einzig die Liebe zwischen Maxim und Rada lässt einen leichten Hoffnungsschimmer durchblicken.

Fazit: „Dark Planet“ ist optisch atemberaubend und setzt hohe Standards für die russische Filmindustrie. Vor allem die Farben sind sehr stimmungsvoll gehalten. Die Spezialeffekte sind ebenfalls solide und können mit amerikanischen Blockbustern durchaus mithalten.

Die Handlung ist zumindest interessant, schwenkt zuweilen aber sehr ziellos in die eine oder andere Richtung um. Die hintergründigen Botschaften sind derweil sehr radikal an die neue Weltordnung angelehnt. Man braucht nicht lange zu überlegen, worauf der Film hinaus will. Auf dem dunklen Planeten möchte man wirklich nicht gerne leben, doch leider wird unsere Erde dieser Welt immer ähnlicher.

Das Pfeilkreuz – Symbol der ungarischen Faschisten

von Anton Nymous

Das Pfeilkreuz oder auch Pfeilspitzenkreuz ist ein mittelalterliches Symbol ohne okkulten Hintergrund. Es ist den Pfeilen der Bogenschützen nachempfunden und die Kreuzform hat sehr wahrscheinlich einen christlichen Ursprung.

Eine völlig neue Bedeutung bekam das Pfeilkreuz ab 1935 durch die ungarischen Faschisten. Unter der Führung von Parteichef Ferenc Szálasi (1897-1946) nannten sie sich nach dem Symbol „Pfeilkreuzler“. Sie kollaborierten mit den deutschen Nazis und errichteten mit deren Unterstützung vom 16. Oktober 1944 bis zum 28. März 1945 eine faschistische Regierung in den noch nicht von Sowjets besetzen Gebieten Ungarns. Die Pfeilkreuzler ermordeten zehntausende Menschen, darunter rund 50.000 Juden, wofür Ferenc Szálasi am 12. März 1946 als Kriegsverbrecher hingerichtet wurde.

Nach dem Krieg wurde es lange Zeit still um die Pfeilkreuzler. Erst mehr als zehn Jahre nach dem Ende des Ostblocks gründete sich 2003 in Ungarn die faschistische Jobbik-Partei, welche sich in der Tradition der Pfeilkreuzer sieht. Kurioserweise besteht ihr Parteilogo aber aus einem Lothringer Kreuz und einem roten Halbmond.

Direkte Verwendung findet das Pfeilkreuz derweil bei der rechtsextremen deutschen Rockerbande der Torunen. Die „Bruderschaft Thüringen“ ist maßgeblich an der Organisation von Rechtsrockkonzerten sowie Festivals beteiligt, darunter in Themar. Berüchtigt sind sie außerdem für den brutalen Überfall auf eine deutsche Kirmesgesellschaft in Ballstädt, bei dem mehrere Opfer schwer verletzt wurden. Es stellt sich die Frage, warum weder diese kriminelle Vereinigung noch das Pfeilkreuz in Deutschland verboten sind?

Die Theorie der hohlen Erde – Beweis für hohle Köpfe?

von Joe Doe

Menschen sind eine leicht zu manipulierende Spezies und wenn sie einmal eine Idee verinnerlicht haben, egal wie unlogisch und krude diese ist, werden sie voller Überzeugung und gegen jede Vernunft dafür eintreten. Es sollte daher nicht verwundern, dass es neben der Theorie der flachen Erde auch noch die Theorie der hohlen Erde gibt. Interessanterweise handelt es sich dabei um keine moderne Verschwörungstheorie und auch nicht um religiösen Wahn, sondern um eine ursprünglich wissenschaftliche Theorie aus dem 17. Jahrhundert.

Es mag ein wenig überraschen, dass die erste Hohlwelttheorie auf den britischen Astronom Edmond Halley (1656-1742) zurückgeht. Zu seiner Zeit gingen die Gelehrten davon aus, dass alle Materie der Planeten und Monde die gleiche Dichte hätte, woraus Halley schlussfolgerte, dass ein Teil der Erde hohl sein müsse. Ein wissenschaftlicher Irrtum, wie sich später herausstellte.

Leider sollte es nicht der einzige Irrtum bleiben, dem Halley aufsaß. Nachdem am 6. März 1716 über England und weiten Teilen Europas starke Polarlichter zu sehen waren, wurde er von der Royal Society beauftragt, dieses Phänomen zu erklären. Da zu diesem Zeitpunkt noch niemand die Pole der Erde erforscht hatte und nichts über die Entstehung der Polarlichter bekannt war, mutmaßte Halley, dass die Erdkruste in den nördlichen Breiten dünner sei und daher Licht aus dem Erdinneren durchscheine.

Aus heutiger Sicht erscheinen diese Erklärungsansätze selbstverständlich lächerlich, doch im 17. Jahrhundert wusste es schlichtweg niemand besser. Edmond Halley blieb mangels neuer Erkenntnisse bis zu seinem Tode von der Hohlwelttheorie überzeugt und ließ sich im Alter von 80 Jahren sogar mit einem entsprechenden Diagramm abbilden.

Edmond Halley

Die heutigen Anhänger der Hohlwelttheorie berufen sich indes weiterhin auf Halley, obwohl die Pole inzwischen erforscht sind und bekannt ist, dass Polarlichter durch vom Sonnenwind ionisierte Partikel in der oberen Erdatmosphäre entstehen. Halley selbst hätten diese Korrekturen seiner falschen Annahmen sicherlich zum Umdenken gebracht, da er ein Mann der Wissenschaft war. Selbiges kann man von den Fantasten, die seinen Irrtümern immer noch nachhängen, nicht behaupten.

Die Berufung auf längst überholte Theorien dient nur dazu, dem Mythos der Hohlwelt einen Anstrich von Seriosität zu geben. Gedankenexperimente werden dabei als wissenschaftliche Fakten dargestellt, obwohl dies mitnichten zutrifft. So war die Annahme des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler (1707-1783), die Erde sowie die anderen Planeten könnten innen hohl und von inneren Sonnen erleuchtet sein, nur ein Diskussionsbeitrag und keine wissenschaftliche Erkenntnis.

Die Behauptungen des schottischen Physikers John Leslie (1766-1832), der auf dem Gebiet der Wärmeübertragung sicherlich Bahnbrechendes geleistet hat, grenzten indes an reine Fantasie. Er setzte gleich zwei Sonnen ins Erdinnere, die er Pluto und Proserpina nannte. Nun ist inzwischen aber bekannt, dass ein Stern erst ab einer gewissen Masse die Kernfusion zünden kann, sonst endet er als brauner Zwerg. Braune Zwerge sind ihrerseits immer noch größer als der Jupiter, was bedeutet, dass keine Sonne klein genug wäre, um ins Erdinnere zu passen.

Lediglich ein weißer Zwerg könnte tatsächlich im Erdinnern Platz finden. Doch zum einen würde sich die Frage stellen, wie der Überrest eines toten Sterns in einen Planeten gelangen sollte? Während der aktiven Phase wäre der Stern noch zu groß gewesen und seinen Kollaps hätte kein Planet überleben können. Außerdem würden die starken Gravitationskräfte eines weißen Zwerges jeden Planeten zerreißen – egal ob von innen oder außen. Von den Auswirkungen eines Magnetares, Pulsars und dergleichen fangen wir lieber gar nicht erst an.

Als einzige Möglichkeit bliebe noch, eine Miniatursonne künstlich unter enormen Druck zu erzeugen, wobei künstlich genau das richtige Stichwort ist. Eine Hohlwelt könnte nämlich ebenfalls nur konstruiert werden und niemals auf natürlichem Wege entstehen. Wie Planeten entstehen, ist inzwischen nämlich gut erforscht. Weltraumteleskope haben längst protoplanetare Scheiben entdeckt und Astronauten haben nachgewiesen, dass sich Staubpartikel in der Schwerelosigkeit zusammenklumpen.

Die Planetenentstehung beginnt also mit elektrostatischen Effekten und sobald die Klumpen genügend Masse besitzen, kommt die Gravitation ins Spiel. Beim Aufeinandertreffen von Asteroiden wird Energie freigesetzt, welche diese zum Schmelzen bringt, sodass sie zusammenwachsen. Ab einer bestimmten Masse werden die noch kochenden Protoplaneten in eine annähernde Kugelform gezwungen. Das hängt u.a. damit zusammen, dass die schweren Elemente absinken und ein Gravitationszentrum bilden, von dem die Schwerkraft mehr oder weniger gleichmäßig nach unten wirkt.

Es ist schlichtweg unmöglich, dass dabei ein Planet entstehen kann, der hohl wie eine Christbaumkugel ist. So etwas schafft nur ein Glasbläser! Ebenso ist das Argument, dass die Zentrifugalkraft das flüssige Erdinnere an den Innenrand drängen könnte, wie die Wäsche in einer Schleuder, totaler Mumpitz! Die Zentrifugalkraft gibt es zwar, doch wirkt ihr die Gravitation entgegen. Der einzige Effekt, der sich durch die Erdrotation tatsächlich ergibt, ist eine Abflachung an den Polen.

Tatsächlich sind alle Planeten und auch Sterne keine perfekten Kugeln, sondern Rotationsellipsoide. Dies spricht wiederum gegen die Theorie der hohlen Erde, denn würde die Erde nur aus einer Kruste bestehen, würde sie durch solche Kräfte zerbrechen. Tatsächlich ist die Erdkruste sogar sehr brüchig, was man an der Bewegung der Kontinentalplatten beobachten kann. Würden diese Platten nicht auf dem zähen Erdmantel schwimmen, hätte es die Erde längst im Sonnensystem zerstreut.

Und da wären wir beim nächsten Punkt, der die Hohlwelttheorie ad absurdum führt. Durch die Plattentektonik kommt es immer wieder zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Während Erdbeben eine hohle Erde sofort auseinanderreißen würden, beweisen Vulkane, dass das Erdinnere flüssig ist. Dafür haben die Anhänger der Hohlerde schlichtweg keine Erklärung. Ebenso wenig für die Ähnlichkeit zwischen Erde und Mond, die nur das Resultat einer kosmischen Kollision sein kann, welche für jeden hohlen Planeten das Ende bedeutet hätte.

Aber halt, der Mond ist ja ein getarnter Todesstern oder wahlweise auch ein Hologramm. Wenn den Anhänger kruder Theorien die Argumente ausgehen, greifen sie zur Science Fiction. In diesem Genre wimmelt es von Hohlweltromanen, die sicherlich der Unterhaltung dienen, aber ganz gewiss nicht der Beweisführung. Am bekanntesten ist sicherlich Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), wobei in diesem Werk eher eine durchlöcherte Erde als eine bewohnte Innenseite beschrieben wird. Immerhin geht es bis zum Mittelpunkt hinunter.

Klassische Hohlweltdarstellungen finden sich derweil in „Pellucidar“ (1914) von Edgar Rice Burroughs, Wladimir Obrutschews Werk „Plutonien“ (1924) sowie Arno Schmidts Satire „Tina oder über die Unsterblichkeit“ (1955). In der modernen Literatur wird die Theorie der hohlen Erde u.a. in dem Steampunk-Roman „Hohlwelt“ von Rudy Rucker sowie in Thomas Pynchons „Gegen den Tag“ aufgegriffen. Bei den älteren Werken könnte man den Autoren noch mangelndes Wissen vorwerfen, die neueren Erscheinungen sind dagegen im Bereich Fantasy anzusiedeln.

In jedem Falle sollte davon Abstand genommen werden, solche Literatur als Grundlage für eine Argumentation heranzuziehen. Ebenso basieren die Behauptungen von John Cleves Symmes, Jr. (1779-1829) über zwei schiffbare Polarmeere, die ins Erdinnere führen würden, auf purer Phantasie. Dennoch sind die Anhänger der Hohlwelttheorie bis heute von der Existenz der polaren Eingänge ins Erdinnere überzeugt.

Die zahlreichen Satellitenaufnahmen tun die Fanatiker selbstverständlich als Fälschungen ab und präsentieren gerne eigene Bilder, bei denen es sich definitiv um Fotomontagen handelt. Außerdem bleiben sie eine Erklärung schuldig, warum das Nordpolarmeer nicht ins Erdinnere abfließt, wenn sich dort doch angeblich ein Loch befinden soll? Wer diesen widersprüchlichen Behauptungen und offensichtlich gefälschten Bildern glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen!

Fotomontage des Nordpolochs.

Der Mythos der hohlen Erde hat dabei längst die Grenze zur Verschwörungstheorie überschritten und das nicht nur wegen der Behauptung, dass sämtliche Weltraumagenturen und Regierungen uns über die Eingänge in die Innererde belügen würden. Noch kruder sind die Behauptungen, dass die Nazis am Südpol einen Eingang in die innere Erde gefunden hätten und dort bis heute friedlich mit Innerirdischen und Dinosauriern auf einem Kontinent namens Agartha zusammenleben.

Grundlage dieser Fantastereien ist eine Antarktisexpedition der Nazis, die tatsächlich in den Jahren 1938 bis 1939 stattgefunden hat. Der ehemalige Frachter Schwabenland, der von der Deutschen Lufthansa als Katapultschiff für eine Luftpoststrecke im Südatlantik eingesetzt worden war, wurde für die Expedition 1936 zu einem Forschungsschiff umgebaut. Während der Forschungsreise wurde ein 600.000 km² großes Küstengebiet mittels eines mitgeführten Flugzeugs mit Reichsfahnen abgesteckt und nach dem Schiff „Neuschwabenland“ getauft. Soweit die historischen Fakten.

Quelle 1

Quelle 2

Der Legende nach soll Admiral Karl Dönitz später noch mehrere U-Boote in die Antarktis geschickt haben, woraufhin er Hitler angeblich meldete: „Meine U-Boot-Fahrer entdeckten ein echtes irdisches Paradies.“ 1943 soll Dönitz schließlich noch verkündet haben: „Die U-Boot-Flotte Deutschlands kann stolz sein, dass sie am anderen Ende der Welt für den Führer eine uneinnehmbare Festung errichtet hat.“

Zum einen handelt es sich hier um historisch nicht verifizierbare Zitate, die obendrein vielseitig interpretierbar sind. Hat die deutsche Marine Shangri La entdeckt, wie manche behaupten? Oder eventuell nur Bodenschätze? Den Spekulationen sind hier keine Grenzen gesetzt, aber mit Sicherheit haben die Nazis keinen Eingang zur inneren Erde entdeckt! Sieht man einmal davon ab, dass die vermeintliche Aussagen von Dönitz nichts weiterer als kühne Behauptungen von Verschwörungstheoretikern sind, ist die Rede immer noch von einem „irdischen Paradies“ und nicht etwa von einem „innerirdischen“.

Nicht einmal für die angebliche Festung in der Antarktis gibt es Beweise. Im Gegenteil wurde das Neuschwabenlandgebiet schon am 14. Januar 1939 von Norwegen beansprucht und in Königin-Maud-Land umgetauft. Eine weitere Antarktisexpedition des Deutschen Reiches war indes zwar geplant, wurde aber aufgrund des Kriegsbeginns am 1. September desselben Jahres abgeblasen. Die Nazis kehrten offiziell nie zur Antarktis zurück und die gegen Kriegsende vermissten U-Boote nahmen wohl eher Kurs auf Lateinamerika. Dort tauchten nachweislich zahlreiche Nazigrößen unter, darunter Dr. Josef Mengele und Adolf Eichmann. Mit Sicherheit war das viel bequemer, als sich auf Antarktika den Arsch abzufrieren.

Ein weiteres Indiz für die angebliche Eroberung der Antarktis durch die Nazis, welches immer wieder angeführt wird, ist die Operation Highjump von 1946/1947. An dieser vermeintlichen Forschungsexpedition unter dem Kommando von Admiral Richard Evelyn Byrd nahmen ein Flugzeugträger, 11 Kriegsschiffe und ein U-Boot mit insgesamt rund 4.000 Mann Besatzung teil. Ebenfalls mit an Bord waren 26 Flugzeuge und 30 Hubschrauber. Das hört sich so gar nicht nach einer friedlichen Forschungsreise an und tatsächlich räumte Byrd kurz vor der Abreise am 2. Dezember 1946 gegenüber der Presse ein, dass seine Reise „einen militärischen Charakter“ habe.

Worin genau die Mission bestand, ist genauso unbekannt wie die Gründe für den Abbruch selbiger nach nur zwei Monaten. Fakt ist lediglich, dass Ende Januar 1947 die Flugaufklärung u.a. über dem ehemaligen Neuschwabenland begann, wobei über 70.000 Fotos geschossen wurden. Alles, was über diese Informationen hinaus geht, ist wilde Spekulation.

Quelle

Angeblich soll die amerikanische Flotte von Flugscheiben angegriffen worden sein und hohe Verluste erlitten haben. Beweise dafür gibt es jedoch keine und selbst wenn dem so wäre, bedeutet dies nicht, dass die Nazis bis heute in ihrer geheimen Antarktisbasis finstere Welteroberungspläne schmieden oder gar mit den Innerirdischen auf Dinosauriern reiten. Vielleicht sind die Amerikaner stattdessen mit Außerirdischen aneinander geraten, wer weiß?

Die einzige Quelle für das angebliche Gefecht ist jedenfalls Dr. Dimitri Filippowitsch, der von sich selbst behauptet, zu Sowjetzeiten ein hochrangiger Militäroffizier gewesen zu sein. Als solcher will er Zugang zu Geheimunterlagen erlangt haben. Im Falle der Operation High Jump geht es jedoch um amerikanische und nicht um russische Geheimunterlagen, was seine Glaubwürdigkeit in arge Zweifel zieht. Er war es auch, der die angeblichen Zitate von Admiral Dönitz über eine versteckte Nazibasis auf Antarktika in Umlauf gebracht hat. Keine andere Quelle konnte die Behauptungen von Filippowitsch bisher unabhängig bestätigen.

Am wahrscheinlichsten ist also, dass die Amerikaner unter dem Kommando von Admiral Byrd tatsächlich Gerüchten einer geheimen Nazibasis nachgegangen sind und die Mission abgebrochen haben, weil sie schlichtweg nichts gefunden haben! Das würde auch erklären, warum alle späteren Forschungsexpeditionen auf den unbewohnten Kontinent unbehelligt blieben. Es gab, abgesehen von einem Schiffsunglück, nicht einen nennenswerten Zwischenfall.

Nichtdestotrotz wird das Märchen von den Eisnazis und dem angeblichen Eingang zur inneren Erde stetig weiter befeuert. Darunter von einem Fantasten namens Virgil Armstrong, der angeblich für die CIA gearbeitet hat. Das Interview mit ihm, welches seit 1996 viral durch das Internet kursiert, gehört zu den Perlen verschwörungstheoretischen Entertainments. Seine Behauptungen sind nicht nur unglaublich, sondern in höchstem Maße unglaubhaft.

Das Interview beginnt mit den UFO-Abstürzen von Roswell und White Sands, wohl um UFO-Enthusiasten zu ködern. Obwohl diese Vorfälle allgemein bekannt sind, ist es unglaubwürdig, dass Armstrong bei letzterem live dabei gewesen sein will. Er kann keine Beweise für seine Behauptungen vorlegen und wiederholt stattdessen lediglich die Aussagen anderer Whistleblower und Zeitzeugen.

Nach nur 10 Minuten kommt er dann schon auf die „Haunebuleute“ von der Antarktis zu sprechen, die laut seinen Aussagen gute Menschen seien. Hitler soll laut Armstrong allerdings nicht nach Neuschwabenland geflohen sein, sondern sich mit seiner Frau Eva in Argentinien niedergelassen haben, wo er mit 98 Jahren verstarb. So gesundheitlich angeschlagen, wie der Diktator bereits ein Jahr vor Kriegsende war, ist dieses hohe Alter vollkommen unglaubwürdig.

Es wird aber noch abstruser. So sollen die Deutschen schon 1929 auf dem Mond gewesen sein. Das war mitten in der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik und lange bevor Werner von Braun die erste V2 in Peenemünde an den Start brachte. Spätestens an dieser Stelle würde jeder vernunftbegabte Zuschauer wegschalten, aber das Beste kommt erst noch.

Aliens vom Aldebaran sollen nämlich eine positive Energie gezielt auf Deutschland strahlen, weshalb dort alle Menschen überdurchschnittlich intelligent seien. Diese Behauptung ist dermaßen bescheuert, dass es schon weh tut! In Deutschland leben gleichermaßen intelligente wie strunzdumme Menschen, genau wie in jedem anderen Land auch, wobei der Anteil der geistig Minderbemittelten stets überwiegt. Das beweisen nicht nur die Einschaltquoten vom „Dschungelcamp“ und „Germanys Next Top Model“, sondern auch die Anhänger solch kruder Verschwörungsphantasien.

Zum einen lässt sich über eine Entfernung von 67 Lichtjahren kein Energiestrahl punktgenau auf ein Land richten, welches sich obendrein auf einem beweglichen Ziel befindet. Das allein ist schon Schwachsinn vom feinsten! Darüber hinaus ist der Hauptstern des Aldebaransystems ein roter Riese. Vielleicht gab es dort einmal vor Milliarden von Jahren Leben, aber heute ganz bestimmt nicht mehr!

Selbstverständlich halten solche Fakten rechte Verschwörungstheoretiker nicht davon ab, den Nazis und insbesondere der Vril-Gesellschaft ein Bündnis mit fiktiven Aldebaranern anzudichten. Einer der wichtigsten Verfechter dieser Behauptungen ist Rainer Feistle und es sollte nicht verwundern, dass sowohl Feistle als auch Armstrong von dem rechten Esoteriker Jo Conrad interviewt wurden. Von daher passt es auch, dass Virgil in dem Interview so begeistert von den angeblichen Haunebuleuten spricht.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Auf die hohle Erde kommt Virgil Armstrong erstmals in Bezug auf den Mond zu sprechen, der natürlich ebenfalls hohl sein soll. Danach zieht er alle Register des Verschwörungsschwachsinns, angefangen bei den Sirianern und Billy Meiers Plejadern bis hin zu den Behauptungen von Heavens Gate, im Schweif des Kometen Hale-Bopp habe sich ein getarntes Raumschiff befunden. Der Photonengürtel, der uns 2012 das Christusbewusstsein bringen sollte, darf natürlich auch nicht fehlen.

Satte 50 quälende Minuten absurden Stusses muss man über sich ergehen lassen, bevor Armstrong endlich zur Sache kommt und über die hohle Erde berichtet. Angeblich soll Admiral Byrd noch vor der Operation Highjump in den Eingang am Nordpol geflogen sein und dort phantastische Abenteuer erlebt haben. Als einzigen weiteren Beleg führt der Märchenonkel das Tagebuch eines anderen Fantasten an, der unterschiedlichste Zivilisationen auf der Innenseite der Erdkruste entdeckt haben will.

Eine dieser innerirdischen Zivilisationen soll dabei aus deutschen Exilanten bestehen. Nette Nazis, die frei von jeglichem Rassismus friedlich mit den Argathern zusammenleben. Im Prinzip fehlt nur noch, dass die Hohlweltnazis auf Dinosauriern reiten. Was für eine gequirlte Scheiße!

Das Interview ist, wie bereits erwähnt, von 1996. Weitere Beiträge von Virgil Armstrong sind nicht zu erwarten, da er die Erde im Jahre 2008 verlassen hat. Im Klartext bedeutet dies wohl, dass er im Alter von 85 gestorben ist, aber die Esoterikgemeinde munkelt, er habe sich nach Aldebaran verabschiedet, von wo aus er heute noch dumme Gedanken an die Erde schickt.

Wenn Edmond Halley gewusst hätte, welchen Unsinn die Menschheit einst auf Grundlage seiner falschen Annahmen verbreiten würde, hätte er wohl nie den Begriff „Hollow Earth“ in den Mund genommen, geschweige denn eine Skizze davon angefertigt. Inzwischen wird jede nur erdenkliche Aussage von Whistleblowern über das Erdinnere mit der Theorie der hohlen Erde in Verbindung gebracht. Egal ob militärische oder außerirdische Untergrundbasen, einfach alles wird falsch interpretiert und damit ins Lächerliche gezogen.

Fakt ist, dass es Untergrundbasen wie die Area 51 in Arizona oder die Dulce Basis in New Mexico tatsächlich gibt. Ebenso ist die Erdkruste von Höhlensystem durchzogen. Kein Geologe würde das leugnen. Nur bedeuten künstliche wie natürliche Hohlräume in der Erdkruste eben nicht, dass die Erde hohl ist wie eine Christbaumkugel. Im Gegenteil lassen sich durch Auswaschung entstandene Tropfsteinhöhlen, Magmaröhren und von Menschen geschaffene Bergwerksstollen sehr gut mit den gängigen Modellen der Planetenentstehung vereinbaren.

Ob sich in einigen Höhlen auch Grey oder Reptiloide eingenistet haben, ist an dieser Stelle nicht von Belang. Mit Sicherheit leben aber keine Dinosaurier und erst recht keine Nazis auf der Innenseite der Erdkruste und lassen sich dort eine Miniatursonne auf den Kopf scheinen. Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die an so etwas glauben, beweist lediglich die Theorie der hohlen Köpfe.

Den Gipfel der Hohlheit haben dabei einige Verschwörungstheoretiker erklommen, die allen Ernstes behaupten, dass wir alle tatsächlich auf der Innenseite der Erde leben und die Sterne am Nachthimmel in Wirklichkeit die Lichter von Städten auf der gegenüberliegenden Seite seien. In diesem Falle müssten die Sterne allerdings am Himmel fest stehen, statt sich durch die Erdrotation zu bewegen. Ebenso müsste die Sonne stets von jedem Standpunkt aus im Zenit stehen und obendrein müsste man am Horizont zu allen Seite die Wölbungen der Erdkruste nach oben sehen.

Aber wie eingangs erwähnt ist keine Behauptung zu krude, um nicht von irgendwelchen Deppen geglaubt zu werden. Es soll auch Leute geben, die ernsthaft an die Bielefeldverschwörung glauben und jeden, der schon mal persönlich in Bielefeld war, der Lüge bezichtigen. Selber würden sie natürlich nicht nach Bielefeld fahren, weil es das ihrer Meinung nach ja nicht gibt. Diesen Hohlbirnen könnte man auch etwas von rosa Einhörnern vom Jupiter erzählen, die Regenbögen pupsen.

Warum sollten wir uns nun mit solchem Stumpfsinn beschäftigen? Ganz einfach, um eine klare Trennlinie zwischen realen Verschwörungen, wahrscheinlichen Verschwörungstheorien und haunebüchenem Verschwörungsmüll zu ziehen. Diese Differenzierung ist wichtig, denn wer sie nicht vollzieht, vermischt alles miteinander und sorgt so dafür, dass die realen Verschwörungen von keinem vernunftbegabten Menschen mehr ernst genommen werden. Neben den vielen religiösen Fanatikern und esoterischen Wichtigtuern gibt es dabei auch gewiss den ein oder anderen bezahlten Desinformanten, der Fakten gezielt mit Fiktionen vermengt. All diesen Leuten muss das Handwerk gelegt werden!

Das Blaue vom Himmel – 5 gute Gründe gegen die AfD

von Anton Nymous

Es ist wohl kaum zu verhindern, dass die AfD am 24. September in den Bundestag einziehen wird. Rund die Hälfte ihrer Wähler sind nämlich unverbesserliche Rassisten und sogar Rechtsextremisten, die glauben, dass ihre Zeit nun gekommen sei. Die andere Hälfte sind jedoch Protestwähler, die nicht genau wissen, was sie da eigentlich wählen wollen. Diese Menschen möchten wir mit diesem Artikel aufklären.

1. Die AfD ist eine neoliberale Systempartei.

Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, Privatisierung des ALG I und Rente erst mit 70 auf der einen Seite, Senkung des Spitzensteuersatzes sowie Abschaffung der Erbschafts- und Gewerbesteuer für Reiche und Konzerne auf der anderen Seite – die Liste der neoliberalen Forderungen ist lang und dabei überholt die AfD sogar noch die FDP. Sie ist die neue Mövenpickpartei und tatsächlich wird sie vom Mövenpickbesitzer und Milliardär Baron August von Finck mit großzügigen Spenden finanziert.

Quelle

Von Finck lebt inzwischen in der Steueroase Schweiz, wo auch die AfD-Spitzenkandidatin und Goldman Sachs Investmentbankerin Alice Weidel ihren Wohnsitz hat. Dies könnte noch Folgen für sie haben, denn wenn es sich um ihren Erstwohnsitz handelt, dürfte sie in Deutschland gar nicht zur Wahl antreten, und sollte es sich nur um ihren Zweitwohnsitz handeln, könnte sie eventuell noch einiges an Steuern nachzahlen. Unnötig zu erwähnen, dass die Schweiz ein Tummelplatz von Freimaurern, Anthroposophen und reichsdeutschen Esoterikern ist.

2. Die AfD klaut Themen.

Zu Beginn hatte die AfD eine klar neoliberale Linie und im Kern vertritt sie diese immer noch. Dennoch bedient sie sich inzwischen auch klassischer Themen der politischen Linken, weil sie gemerkt hat, dass Sahra Wagenknecht und Co. damit bei den Wählern punkten. So ist die AfD neuerdings gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA, welche sie zunächst erst im deutschen Interesse neu aushandeln wollte. Auf den Demonstrationen gegen diese Abkommen sucht man die AfD allerdings vergebens. Scheint also nicht ganz so ernst gemeint zu sein.

Gleiches gilt im Falle des plötzlichen Engagements für die kleinen Leute. Die sollten ganz genau hinschauen, was die AfD tatsächlich mit ihnen vorhat. Statt einer sanktionsfreien Mindestgrundsicherung und Mindestrente fordert die AfD auf ihren Wahlplakaten „Sozialstaat braucht Grenzen!“ Mit anderen Worten, wer nichts hat, soll in Zukunft noch weniger bekommen, wenn der Sozialstaat eingegrenzt wird.

Noch dreister ist schlussendlich die Verwendung von Sophie Scholl und Ernst Thälmann auf Wahlplakaten der AfD. Diese beiden hätten gewiss niemals die AfD gewählt, denn sie sind genau von solchen Hetzern wie Höcke, Pockenburg und Gauland ermordet worden. Obendrein betont die AfD immer wieder, wie sehr sie doch gegen den Kommunismus ist. Was müssen die Verantwortlichen geraucht haben, dass sie nun mit dem Konterfei des KPD-Vorsitzenden Thälmann werben?

3. Die AfD widerspricht sich selbst.

Dieser Punkt lässt sich wieder sehr schön an der Spitzenkandidatin erläutern. Die AfD ist bekanntermaßen eine homophobe Partei, welche aktuell vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Ehe für alle klagt und das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben kategorisch ablehnt. Alice Weidel lebt jedoch in einer lesbischen Beziehung, in der sie ein Kind großzieht. Dagegen haben wir natürlich nichts einzuwenden, ihre homofeindliche Wählerschaft hingegen vielleicht schon. Ihre Kandidatur für die AfD ist in etwa so, als wenn ein Nazi Spitzenkandidat der Linkspartei wäre. Oder ein Autolobbyist wie Kretschmann Ministerpräsident der Grünen. Ach halt, das ist er ja wirklich!

Bei den Wahlplakaten hat sich die AfD ebenfalls ein paar Widersprüche geleistet. Thälmann bei den Antikommunisten hatten wir bereits oben. Bei der AfD geht es aber noch bunter bzw. unbunter zu. Auf einem Plakat wirbt sie mit der Parole „Bunt statt Burka“ (wobei auf einer Plakatvariante ein Nikab fälschlich als Burka verkauft wird). Ein Plakat weiter ist dann aber „Schwarz, Rot, Gold ist bunt genug“ zu lesen. Also wie denn nun? Drei Farben sind nicht wirklich bunt! Obendrein ist die AfD in einer solchen Regierungskoalition aus Union, SPD und FDP gar nicht vertreten. Das Fehlen von Blau kommt echt überraschend.

4. Die AfD will Deutschland einmauern.

Viele jubeln der AfD zu, weil diese einen Zaun um Deutschland ziehen will, damit keine Flüchtlinge mehr rein kommen. Dabei vergessen diese Narren, dass eine Mauer in beide Richtungen funktioniert. Gerade die Bevölkerung im Osten, wo die AfD besonders stark ist, sollte sich noch lebhaft daran erinnern können, wie es war, als an der Grenze noch auf Flüchtlinge geschossen wurde. Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist verdammt, sie zu wiederholen. Und diesmal droht halb Europa zu einem Flickenteppich aus Freiluftgefängnissen zu werden.

Freiheit braucht Grenzen? Etwa so wie in Nordkorea?

Das scheint verdammt in Richtung neue Weltordnung zu gehen. Dazu passt auch, dass die AfD für mehr Videoüberwachung sowie den Einsatz der Bundeswehr im Innern ist. Letzteres ist besonders pikant, da ein Komplize des Bundeswehrsoldaten Franco A. Mitglied der AfD ist. Ebenso treten für die AfD hochrangige Ex-Bundeswehroffiziere an. Da stellt sich die Frage, in wie weit diese Partei in den Tiefenstaat verstrickt ist und vielleicht sogar von selbigem gesteuert wird? In dem Fall würde die Forderung nach der Militarisierung der Zivilgesellschaft durchaus Sinn ergeben.

5. Die AfD will ihre Anhänger für den Bürgerkrieg rüsten.

Wer bereits einen Flyer der AfD im Briefkasten hatte, sollte diesen nun zur Hand nehmen und die unterste Forderung in der Kategorie „Innere Sicherheit“ ganz genau lesen. Dort steht: „Die Umsetzung der EU-Feuerwaffenrichtlinie lehnen wir ab, der Waffenbesitz für gesetzestreue Bürger ist zu erleichtern.“ Mit anderen Worten will die AfD Verhältnisse wie in den USA, wo jedes Jahr im Schnitt 30.000 Menschen durch Schusswaffen sterben. Im Zeitraum von 1968 bis 2015 macht das mehr als 1,5 Millionen Todesopfer! Was das mit mehr Sicherheit zu tun haben soll, ist erklärungsbedürftig.

In einer Zeit, in der es schon mehrere Amokläufe gegeben hat, will die AfD allen Ernstes, dass der nächste Todesschütze seine Waffe einfach und legal im Supermarkt kaufen kann? Sind die komplett irre? Das sollte man zumindest meinen, doch hinter der Forderung steckt eine gezielte Agenda. Bei welchen „gesetzestreuen Bürgern“ hat die Polizei denn zuletzt größere Waffendepots ausgehoben? Es waren immer Rechtsextremisten und Reichsbürger!

Für diese würde eine Umsetzung des AfD-Programms bedeuten, dass sie sich in Zukunft ganz legal aufrüsten könnten, ohne dabei von der Polizei behelligt zu werden. Will die AfD also ihre Anhängerschaft für einen möglichen Bürgerkrieg rüsten, für den Fall, dass sie mit Wahlen allein nicht an die Macht kommen wird? Bekommen wir es bald mit rechten Freikorps zu tun, die nicht einmal vor politischen Morden zurückschrecken, so wie 1920? In einem politischen Klima, welches jenem der Weimarer Republik ähnelt, wäre das keineswegs undenkbar.

Die AfD bedient sich dabei schamlos alter Nazimethoden. Allen voran dem Prinzip: „Teile und herrsche!“ Die NSDAP hat dies ihrer Zeit durch eine judenfeindliche Propaganda erreicht. Die Spaltwerkzeuge der heutigen AfD sind derweil Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime. Alter Scheiß in neuen Tüten! Damit wird erreicht, dass die Menschen einmal mehr aufeinander losgehen, statt sich gegen die Allmacht der Konzerne und Banken (wie z.B. Goldman Sachs) zu wehren.

Fazit: Der Aufstieg der AfD ist von der Elite gewollt!

Ein Blick auf die Massenmedien zeigt, dass der Aufstieg der AfD mit voller Absicht herbeigeführt wird. Es stimmt zwar, dass die AfD häufig in Satireshows und den wenigen wirklich guten Aufklärungsmagazinen angegriffen wird, doch das sind eher die Ausnahmen. In den Nachrichten ist die AfD von allen Parteien am präsentesten und dabei ist es egal, ob die Berichterstattung neutral oder skandalisierend ist. Die AfD lebt nämlich von Skandalen, sie erzeugt diese ganz bewusst, um sich anschließend als Tabubrecherin feiern zu lassen.

Hinzu kommt, dass die Massenmedien die falschen Akzente setzen. Dies trifft vor allem auf die ganzen Talkshows zu, welche der AfD stets eine Plattform für ihre menschenverachtende Ideologie bieten. Ein Beispiel ist die Sendung „Hart aber fair“, welche am Montag vor der Bundestagswahl die AfD und CSU zum Thema Flüchtlinge eingeladen hat. Die Gegenseite wurde von dem unglaubwürdigen Grünenkandidaten Cem Özdemir vertreten und sonst war nur noch ein Flüchtling dabei. DIE LINKE und SPD hatte man herzlich ausgeladen, obwohl sie bereits im Bundestag vertreten sind und daher direkten Einfluss auf die Flüchtlingspolitik haben.

Schon die Gästeauswahl zeigt, dass das ARD hier gezielt die AfD und CSU pushen wollte. Gleiches gilt für die Themenwahl. Die großen Flüchtlingsströme kommen längst nicht mehr in Deutschland an, tausende werden abgeschoben und seit der Befreiung von Aleppo gehen viele Syrer auch freiwillig in ihre Heimat zurück. Das Flüchtlingsthema ist eigentlich am abklingen, also warum befeuert das ARD die Debatte nun von neuem? Vielleicht um von wichtigeren Themen wie der sozialen Ungerechtigkeit abzulenken?

Davon sind viel mehr Menschen in Deutschland betroffen. Allein 2,5 Millionen Kinder leben in Armut, die Arbeitslosenstatistik ist bekanntermaßen frisiert, die Löhne der unteren Einkommensschichten sind trotz Mindestlohn in den letzten Jahren gesunken, die Altersarmut nimmt zu, die Mieten sind kaum noch bezahlbar. Das sind Themen, die Deutschland eigentlich bewegen sollten und nur durch linke Politik gelöst werden können. Das wollen die Herrschenden natürlich nicht. Sie profitieren immerhin von der Umverteilung von unten nach oben und die AfD ist eine Garantie dafür, dass sich daran so bald nichts ändern wird.

Wenn also eine Sendung wie „Hart aber fair“ statt der sozialen Gerechtigkeit ein Reizthema wie die Flüchtlinge wählt, wird damit eine ganz perfide Agenda bedient. Die kapitalistische Herrschaftselite hat schon einmal eine Nazipartei massiv gefördert und finanziert, um den Aufstieg der KPD in der Weimarer Republik zu verhindern. Niemand sollte davon ausgehen, dass die Kapitalisten so etwas nicht wieder tun würden. Zumal die AfD in deren besten Interesse handelt.

Mediale Putschbegleitung gegen Venezuela

von Anton Nymous

Seit Anfang April herrschen in Venezuela wieder einmal bürgerkriegsähnliche Zustände. Neofaschisten machen offen Jagd auf Regierungsanhänger, überfallen Schulen und Kliniken, sogar den Obersten Gerichtshof haben sie in Brand gesteckt. Am schlimmsten war jedoch der faschistische Überfall auf eine Geburtsklinik am 20. April, bei dem die mehr als 50 Neugeborenen gerade noch so evakuiert werden konnten. Was wollten die Randalierer dort eigentlich? Vielleicht eine Pizzalieferung an ihre Auftraggeber in Washington zusammenstellen? Um Regierungsanhänger dürfte es sich bei den Babys jedenfalls nicht gehandelt haben.

Letztere müssen dieser Tage in Venezuela um ihr Leben fürchten. So wurde im Bundesstaat Lara Mitte Mai ein Mitglied der Regierungspartei PSUV am helllichten Tage von maskierten Personen entführt und wenig später wurde seine Leiche aufgefunden. Offenbar wurde der Mann auf bestialische Weise zu Tode gefoltert. Am Rande einer Oppositionsdemonstration in der Hauptstadt Caracas konnte das brutale Verhalten der Faschisten gar mit der Kamera dokumentiert werden. Dort wurde ein vermeintlicher Chavist von Oppositionellen mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet.

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In den deutschen Massenmedien hört man von solch fürchterlichen Übergriffen durch die venezolanische Opposition nichts. Im Gegenteil ist dort von angeblich friedlichen Protesten gegen die Regierung des sozialistischen Präsidenten Maduro die Rede. Dieser sei diktatorisch und wende Gewalt gegen sein eigenes Volk an.

Die Putschisten nutzen dabei ganz geschickt die prekäre Situation im Land aus, für die Maduro aber nur teilweise etwas kann. Ausgelöst wurde die aktuelle Wirtschaftskrise ursprünglich schon von der letzten internationalen Finanzkrise, gefolgt von den stetig fallenden Ölpreisen. Inzwischen haben die USA Handelsblockaden verhängt und venezolanische Großhändler halten Waren ganz bewusst zurück, um die Unterversorgung zusätzlich zu verschlimmern. Und da wären wir auch schon beim Drahtzieher der Proteste, den USA.

Die CIA hatte bereits 2002 einen Putsch gegen den damaligen Präsidenten Hugo Chávez organisiert, der jedoch am erbitterten Widerstand der venezolanischen Bevölkerung scheiterte. Schon damals berichteten die westlichen Medien von angeblichen Gräueltaten der Chavisten gegen die Opposition. Zufällig befand sich jedoch ein unabhängiges Drehteam vor Ort, welches aufdeckte, dass es in Wahrheit die Opposition war, welche auf eine Demonstration der Chávezanhänger geschossen hatte. Daraus entstand infolge die Doku „The Revolution will not be televised“, welche u.a. auf ARTE lief. Die Köpfe der damaligen Putschisten führen übrigens auch heute wieder die Proteste an.

Was hier vorbereitet wird, ist ein Putsch wie 1973 in Chile, der zu einer ähnlich menschenverachtenden Militärdiktatur wie jener von Augusto Pinochet führen würde. Weitere Ähnlichkeiten, vor allem in der Berichterstattung, gibt es auch zum Putsch in der Ukraine. Damals wurden ebenfalls die Faschisten der Swoboda-Partei und des Rechten Sektors als friedliche Maidanbewegung in Szene gesetzt. Dummerweise hatten die ukrainischen Nazis ihre eigenen Gewalttaten gefilmt und prahlerisch ins Netz gestellt. Dennoch versucht man uns die gleiche Tatsachenverdrehung nun erneut als Wahrheit zu verkaufen.

Zu diesem Zwecke werden die inzwischen 54 Opfer bei den Protesten komplett der ach so bösen Regierung zugeschrieben und zwar ohne Prüfung der Quellen. Teilweise nennen die deutschen Massenmedien auch nur die Zahl der Toten, ohne darauf einzugehen, wer die Opfer und wer die Täter waren. Bei der Art der Berichterstattung wird jedoch impliziert, dass jedes Opfer ein Oppositionsanhänger sei. Dabei werden sogar Tote mitgezählt, die mit den Protesten überhaupt nichts zu tun haben, wie z.B. das Opfer eines Raubüberfalls vom 19. April.

Nachweislich wurden allerdings bisher nur eine Handvoll Menschen von Sicherheitskräften getötet. Gegen einige Sicherheitsbeamte aus dem Bundesstaat Táchira wird deshalb sogar ermittelt, es handelt sich also mitnichten um Auftragsmorde der Regierung. 9 weitere Oppositionelle starben schließlich durch eigene Schuld bei der Plünderung einer Bäckerei, bei der sie einen Stromschlag abbekommen haben. Alle anderen Opfer gingen auf das Konto der neofaschistischen Opposition, die offen Jagd auf Regierungsanhänger macht.

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Allein diese Umstände werden schon völlig von den westlichen Massenmedien verschwiegen oder verdreht. Noch dreister wird es aber bei der Darstellung des nicht gerade kleinen Regierungslagers, denn Maduro genießt immer noch großen Rückhalt in der Bevölkerung, insbesondere bei den Armen. Als am 19. April einige zehntausend Oppositionelle gewaltsam durch die Straßen von Caracas und anderen Städten marodierten, fand zur gleichen Zeit eine Pro-Regierungsdemonstration mit über 3 Millionen Teilnehmern statt. Das sind weit über 100mal mehr Menschen, als auf Seiten der Neofaschisten. Doch weder unsere GEZ-finanzierten öffentlich rechtlichen noch die privaten Sender hielten es für nötig, diese Massendemonstration auch nur am Rande zu erwähnen.

Quelle

Das ist wieder einmal typisch für die deutschen Leitmedien, die von US-loyalen Think Tanks wie der Atlantik-Brücke gesteuert werden. Die USA sind nämlich die treibende Kraft hinter dem Putschversuch in Venezuela. Zum einen geht es natürlich um die Kontrolle über das venezolanische Öl. Zum anderen hat Venezuela eine sozialistische Regierung, die ganz demokratisch an die Macht gewählt wurde und diese Macht auf die Bevölkerung dezentralisiert. Bereits unter Chávez wurden Formen direkter Demokratie vorangetrieben, bei der die Menschen mehr mitzubestimmen haben als in unserer korrupten Lobbykratie.

Unter Maduro soll aktuell eine verfassungsgebende Versammlung einberufen werden, welche die Opposition kurz zuvor noch selbst gefordert hat. Allerdings sollen diesmal nicht nur Delegierte der Parteien gewählt werden, sondern auch Vertreter der sozialen Schichten, darunter vor allem Arme, Behinderte und ethnische Minderheiten. Die Opposition lehnt dies strikt ab, da sie weniger und nicht mehr Demokratie möchte. In Deutschland berichtet man indessen gar nicht über diese Pläne, damit hierzulande niemand auf die Idee kommt, in Deutschland sollten die einfachen Arbeiter vielleicht ebenfalls über eine Verfassung mitbestimmen dürfen.

Dieses Demokratiemodell soll nicht Schule machen und erst recht nicht in die USA oder nach Europa überschwappen. Deshalb forciert der ultraneoliberale US-Präsident Trump den Sturz der legitimen venezolanischen Regierung so vehement. Also bedienen sich die USA und ihre treuen Vasallen des ohnehin schon grassierenden Antikommunismus und betreiben die übliche Desinformationspropaganda, wie wir sie schon von der Ukraine, Libyen usw. kennen. Fragt sich, ob die Massen wirklich so blöde sind und schon wieder darauf hereinfallen?

Quelle 1

Quelle 2