Die AfD stiehlt der NPD die Show

Nun ist es amtlich: Obwohl die NPD enge Verbindungen zu rechtsextremen Terrororganisationen wie dem NSU sowie Blood & Honour, bzw. Combat 18 hat und das Bundesverfassungsgericht sie als eindeutig verfassungsfeindlich eingestuft hat, wird die Nazipartei nicht verboten. Die haarsträubende Begründung lautet, dass sie keine Bedrohung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung darstelle. Tatsächlich verschwindet die NPD zwar gerade in der politischen Bedeutungslosigkeit und ihr radikaler Kern wandert zunehmend zum III. Weg ab, dennoch ist das Urteil nicht nachvollziehbar.

Müssen die Nazis erst die Macht ergreifen, bevor man sie verbieten kann? Das ist doch ein Widerspruch in sich. Das Urteil kann daher nur als Freibrief für alle Faschisten verstanden werden, denn es impliziert, dass jeder so verfassungsfeindlich sein kann, wie er will, solange er nicht links ist. Verboten werden in der BRD maximal Parteien wie die KPD, da sie die Profitinteressen der Banken und Konzerne bedrohen.

Überraschend ist dieses Urteil jedenfalls nicht, da die Justiz und der gesamte Staatsapparat der BRD von Altnazis aufgebaut wurden. Ebenso waren die NSU-Terroristen lediglich Bombenleger im Staatsauftrag, weshalb nach ihrem Auffliegen bekanntlich die Schredder des Verfassungsschutzes heiß liefen. Unnötig zu erwähnen, dass die Bundesrichter mit ihrer Entscheidung den Rechtsruck in der Gesellschaft weiter anheizen.

Interessanterweise blieben die Jubelfeiern in der NPD eher verhalten. Die erwarteten Begeisterungsstürme gab es stattdessen in der AfD, deren ultrarechter Flügel das Urteil zum Anlass nahm, den Hitlerfaschismus nun gänzlich offen zu verherrlichen. Drohte lupenreinen Nazis wie Kay Nerstheimer noch vor kurzem der Parteiausschluss, übernehmen nun die Faschisten um Björn Höcke die Partei. Und diese brauchen nun kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen.

Kaum war das NDP-Verbot vom Tisch, riss der Thüringer Landes- und Fraktionsvorsitzende auf einem Treffen der Jungen Alternative in der Pegida-Hochburg Dresden auch schon seine Goebbelsschnauze auf. So äußerte der ehemalige Geschichts(revisionismus)lehrer über das Holocaustmahnmal in Berlin: „Die Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Das Einzige, was hier eine Schande ist, sind AfD- Politiker, welche einen „Schuldkult“ herbei fantasieren und sich dafür von Neonazis beklatschen lassen. Es geht nämlich gar nicht darum, dass sich die Deutschen auf ewig schuldig fühlen sollen. Das Holocaustmahnmal soll uns viel mehr an unsere historische Verantwortung erinnern, dass sich die Geschichte niemals wiederholen darf. Geht es nach dem ultrarechten Flügel der AfD, soll sich aber genau dieser Teil der deutschen Geschichte schon sehr bald wiederholen

Auch dies machte Höcke in Dresden unmissverständlich klar. So forderte er Deutschland dazu auf, wieder eine „positive Beziehung zu seiner Geschichte aufzubauen“. Die Zeit von 1933-1945 schloss er dabei explizit nicht aus, sondern sprach stattdessen von einer „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. Das würde also eine völlige Umkehr bedeuten, die Deutschen wären demnach die Opfer. Wie ernst es Höcke damit ist, bewies er unlängst damit, dass er den 2. Weltkrieg als deutschen „Kampf um die Freiheit“ bezeichnete. Einen Kampf, den er nun fortzusetzen gedenkt.

Ebenso wie sein historisches Idol beansprucht der Hitlerverschnitt schon jetzt die Alleinherrschaft über die Bundesrepublik. Zum Glück sind das momentan nur größenwahnsinnige Allmachtsfantasien, denen offensichtlich ein Zahlendreher zugrunde liegt. In Umfragen lag die AfD Ende 2016 nämlich nur bei 15% und nicht bei 51%. Dank Höckes Hasstiraden sind es inzwischen sogar nur noch 11%. Schlimm genug wäre ein solches Ergebnis aber dennoch. Es bleibt zu hoffen, dass derart offen rechtsextreme Entgleisungen weit mehr Wähler abschrecken werden, denn diesmal kann sich wirklich niemand damit herausreden, er hätte von nichts gewusst.

An dieser Stelle lohnt sich ein direkter Vergleich mit Aussagen Adolf Hitlers. Ein kleines Höcke-Zitate-Quiz gibt es hier.

heil-hoecke

Selbstverständlich ist der Thüringer Fraktionsvorsitzende kein Einzelfall. Die AfD hat sich seit der Abspaltung des wirtschaftsliberalen Flügels um Bernd Lucke kontinuierlich zu einem braunen Sumpf entwickelt. Bestes Beispiel ist der AfD-Funktionär Jens Meier, der in Dresden ebenfalls von einem „Schuldkult“ sprach und darüber hinaus forderte, die „ Herstellung von Mischvölkern“ zu stoppen. Letzteres hört sich schon verdächtig nach der Wiedereinführung der Nürnberger Rassegesetze an. Das ist besonders brisant, da Meier seines Zeichens Richter ist und bei der kommenden Bundestagswahl als Direktkandidat für den Wahlkreis Dresden I antritt. Wegen seiner volksverhetzenden Aussagen laufen derzeit mehrere Strafanzeigen gegen ihn.

Es kommt aber noch besser. Der Berliner Vizefraktionsvorsitzende Bernd Paschal lobte gar „die kluge Politik des Reichsprotektors Reinhard Heydrich“ in der damaligen Tschechoslowakei. „Dieser stellte schon vom ersten Moment an die Weichen richtig.“ Heydrich, auch bekannt als „Schlächter von Prag“, war Organisator der Wannsee-Konferenz zur „Endlösung der Judenfrage“. Die Weichen, die er stellte, führten also direkt nach Auschwitz. Über Hitler äußerte sich Paschal ebenfalls schon mehrfach positiv, u.a. mit den Worten: „Aber nicht Hitler zerstörte Deutschland, sondern die Alliierten.“

Solche Tabubrüche häufen sich in letzter Zeit und zwar nicht nur in den ostdeutschen AfD-Landesverbänden. Höckes Äußerungen zum Holocaustmahnmal waren noch nicht verhallt, als am 20. Januar die baden-württembergische AfD-Fraktion einen Antrag stellte, die Fördergelder in Höhe von 120.000 € für die NS-Gedenkstätte Gurs in Frankreich zu streichen. Jörg Meuthen tut auch wirklich alles, um die Wogen zu glätten.

Angesichts dessen ist es schon eine ungemeine Frechheit, dass der AfD-Kreisverband Nürnberg mit dem Slogan „Sophie Scholl würde AfD wählen“ wirbt. Nur zur Erinnerung: Sophie Scholl und ihren Mitstreitern wurde 1943 von den Nazis der Kopf abgeschlagen. Die AfD verkörpert all die Menschenverachtung, gegen die die Weiße Rose damals rebelliert hat. Höcke, Meier, Meuthen, Nerstheimer und Paschal entlarven sich mit ihren Äußerungen selbst als 100%ige Nazis.

Es sollte daher nicht weiter verwundern, dass die AfD ihre Parteitage zunehmend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhält. Nicht weil die böse „Lügenpresse“ etwas Unwahres über sie berichten könnte, sondern aus Angst vor weiteren verbalen Entgleisungen ihrer eigenen Mitglieder. Erwünscht ist derzeit nur noch Jürgen Elsässers Compactmagazin, welches inzwischen nach ganz rechts außen abgedriftet ist. Mit den Mitschnitten von Compact erreicht man ohnehin nur die Menschen, die bereits zu 100% mit dem Geschichtsrevisionismus und der Volksverhetzung der AfD übereinstimmen.

Eine kleine Einschränkung gibt es aber doch, wie sich auf dem Gipfeltreffen der europäischen ENF-Fraktion am 21. Januar in Koblenz herausstellte. Dort gaben sich Frauke Petry, Marine Le Pen, Geert Wilders und weitere Vertreter rechtspopulistischer bis rechtsextremer Parteien aus ganz Europa die Klinke in die Hand. Sie alle waren sich überraschend einig in ihrem Bekenntnis zu Israel. Der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende und ENF-Europaabgeordnete Marcus Pretzell meinte gar: „Israel ist unsere Zukunft, meine Damen und Herren!“ Das wird den Antisemiten in den eigenen Reihen sicherlich nicht schmecken.

Allerdings macht es die AfD auch nicht unbedingt für die bürgerliche Mitte attraktiv, denn die Solidarität mit Israel ist keineswegs Ausdruck von Versöhnung mit dem Judentum. Israel befindet sich ebenfalls fest in der Hand ultrarechter Hardliner wie dem Rassisten Avigdor Lieberman und dem Staatspräsidenten Benjamin Netanjahu. Letzterer besaß 2015 doch tatsächlich die Chuzpe, Adolf Hitler die Schuld an der Shoa abzusprechen und sie stattdessen den Palästinensern anzulasten. Derartiger Geschichtsrevisionismus kommt der AfD letztendlich wieder sehr entgegen und außerdem sehen sie Israel als Verbündeten im Kampf gegen den Islam. Solidarität mit jüdischen Friedensaktivisten wie Noam Chomsky sucht man bei der AfD indes vergebens.

Nachtrag: Eine Chronik weiterer rechtsextremer Vorfälle in der AfD gibt es hier.

Erdogans Machtergreifung – War der türkische Putsch inszeniert?

von Shinzon

Vom 15. auf den 16. Juli 2016 kam es in Ankara und Istanbul zu einem Putschversuch des türkischen Militärs gegen die AKP-Regierung. Nach einem Tag war schon wieder alles vorüber und nach außen wirkte es, als hätten kemalistische Kräfte innerhalb des Militärs die Islamisierung des Landes durch die korrupte Regierung Erdogans stoppen wollen. Gescheitert ist dies offensichtlich am Widerstand tausender AKP-Anhänger, die nicht minder radikal vorgingen. Unter den Todesopfern befanden sich nämlich auch 104 Militärangehörige und 47 Polizisten.

Das weltweite Echo bestand erwartungsgemäß aus einer Verurteilung des Putsches. Insbesondere die Regierungen von Deutschland und den USA erklärten ihre bedingungslose Solidarität mit dem autoritären Regime von Erdogan, ohne den Putsch oder die Reaktion der AKP-Regierung auf diesen zu hinterfragen. Schlimmer als der Putschversuch sind nämlich die Menschenrechtsverletzungen, die es bereits vor dem Zwischenfall gab, die nun aber noch weitaus radikaler und öffentlicher vorangetrieben werden.

Nicht nur die verantwortlichen Generäle wurden verhaftet, sondern mehr als 13.000 Personen, darunter über 4.000 Personen ohne Militärzugehörigkeit, die mit dem Putsch überhaupt nichts zu tun hatten. Insbesondere Journalisten und Oppositionspolitiker, die schon seit Jahren vom türkischen Staat drangsaliert werden, wurden reihenweise inhaftiert und öffentlich vorgeführt. Bei den Bildern der Gefangenen fällt auf, dass fast alle von ihnen schwere Verletzungen aufweisen. Es ist offensichtlich, dass Erdogan massenhaft foltern lässt. Außerdem schaut der Staat weg, wenn AKP-Anhänger Oppositionelle öffentlich lynchen.

Die Folter steht den Verhafteten ins Gesicht geschrieben.

Die Folter steht den Verhafteten ins Gesicht geschrieben.

In der Türkei läuft gerade eine Purge und tatsächlich hat Erdogan die Säuberung von Militär, Justiz und anderen staatlichen Institutionen angekündigt. 2.745 Richtern droht demnach die Entlassung und fast 9.000 Staatsbedienstete sowie 30 Gouverneure und 52 Inspekteure wurden suspendiert. Weiterhin wurden rund 15.200 Beamte des Bildungsministeriums suspendiert und 21.000 Privatschullehrern wurde die Unterrichtserlaubnis entzogen. Intellektuelle dürfen das Land zudem nicht verlassen. Offensichtlich soll die kommende Generation unter einem streng AKP-hörigen Bildungssystem umerzogen werden. Um jede kritische Berichterstattung in der Türkei zu unterbinden, wurden 24 TV- und Radiosender geschlossen.

Es herrschen in der Türkei aktuell Zustände wie 1933 in Deutschland. Die AKP will nun endgültig die ganze Macht für sich und wer sich ihr in den Weg stellt, soll ausgelöscht werden. Für diesen Zweck soll sogar die Todesstrafe wieder eingeführt werden. Die Türkei könnte damit zwar nicht mehr der EU beitreten, aber Erdogan träumt ohnehin schon von einem eigenen Großosmanischen Reich.

Interessant ist bei alledem, dass Erdogan nicht etwa den progressiven Kemalisten die Schuld gibt, sondern seinem einstigen Weggefährten Fethullah Gülen. Der ist eigentlich ein genauso radikaler Islamist wie Erdogan, aber eben auch ein Konkurrent. Bei den zehntausenden Verhafteten soll es sich um Anhänger des Predigers handeln, welcher den Putsch von seiner Villa in Pennsylvania (USA) aus gesteuert haben soll. Allerdings gibt es keine festen Mitgliedschaften in der Gülen-Bewegung, sodass einfach jeder verdächtig ist, der nicht für die AKP ist.

Es wurde inzwischen sogar eine Denunziations-Hotline eingerichtet, bei denen die Reichsbürger Juden anzeigen … ach nee, falsches Land, falsche Zeit. Bei der Denunziations-Hotline können AKP-treue Bürger vermeintliche Gülen-Anhänger melden, die dann sofort verhaftet, gefoltert und eventuell demnächst auch hingerichtet werden. Wenn also jemand einen nervigen Nachbarn loswerden oder die eigenen Eltern beerben möchte…

Es ist unfassbar, was sich in der Türkei gerade abspielt. Zudem wirkt alles so eingespielt, als würde nun endlich der feuchte Traum Erdogans von der absoluten Macht wahr werden. Rein zufällig befand er sich während des Putschversuches auch in sicherer Entfernung zu Ankara und Istanbul, welch ein Zufall. Dennoch schaffte er es, innerhalb weniger Stunden über einen Internetaufruf tausende AKP-Anhänger zu mobilisieren, die sich offenbar bestens vorbereitet dem Militär in den Weg stellten. War der ganze Putschversuch also inszeniert?

Zumindest scheint auch die offizielle Version von Erdogan nicht der Wahrheit zu entsprechen. Fethullah Gülen weist jedenfalls sämtliche Vorwürfe zurück und in anbetracht der kemalistischen Ausrichtung der bisherigen Militärführung ist dies durchaus glaubwürdig. Einzig mit der Behauptung, dass das Militär aus Terroristen bestünde, hat Erdogan Recht. Er muss es ja wissen, denn er hat jahrelang die Kurden mit dem Militär terrorisiert. Nun hat er außerdem die Mittel in der Hand, alle Kritiker im Militär, die seine Endlösung der Kurdenfrage in Zweifel stellen, auszusieben.

Überhaupt hat sich der gesamte Putschversuch einzig für den Freimaurer Erdogan ausgezahlt, er ist der alleinige Profiteur. Die Frage, wem es nützt, wäre also beantwortet. Und selbst wenn Erdogans Leute den Putsch nicht selbst inszeniert haben, ist es wahrscheinlich, dass sie ihn zumindest angeschoben haben. Der Putschversuch ist jedenfalls Erdogans Reichstagsbrand und wie die Nazis sind auch seine Anhänger absolut fanatisch dabei, seine Allmachtsphantasien durchzusetzen.

Erdogan in typischer Freimaurerpose.

Erdogan in typischer Freimaurerpose.

Wer den Hitler des Jahres sucht, der sollte nicht nach Moskau oder Damaskus blicken. Der neue Hitler sitzt in Ankara und ist der Verbündete des Westens, ein NATO-Partner. Trotz aller vergangenen und aktuellen Menschenrechtsverletzungen hält die Bundesregierung zu dem AKP-Regime. Merkel und Gabriel wollen dabei sowohl den menschenverachtenden Flüchtlingsdeal aufrechterhalten als auch die Bundeswehrtruppen am Bosporus belassen. Truppen, die sie übrigens nicht einmal besuchen dürfen, obwohl es die eigenen sind.

Wenn die Bundesregierung nicht umgehend auf Distanz zu Erdogan geht und die Bundeswehrtruppen nicht abzieht, riskiert sie, zum Handlanger in einem blutigen Bürgerkrieg zu werden. Eins steht nämlich fest: Der kemalistische Teil der türkischen Bevölkerung sowie die Kurden werden die AKP-Diktatur nicht so duldsam ertragen wie die Deutschen einst das NS-Regime. Wie sich die Lage in der Türkei entwickeln wird, lässt sich bereits aus der Spaltung der Ukraine ablesen, in der ein ähnlich autoritäres Naziregime wütet.

Dem geschichtsblinden Teil der deutschen Bevölkerung sollte es ebenfalls eine Warnung sein, wohin die Reise mit einer autokratischen Partei führt. In der Tat gibt es zahlreiche Parallelen zwischen AKP und AfD, auch wenn die eine Partei islamistisch und die andere islamfeindlich ist. Einig sind sie sich jedoch in ihrem Hass auf jede Form der Opposition und freien Presse und würde die AfD jemals an die Macht kommen, würde sie Staat und Justiz wohl ebenso schnell umpflügen wie die AKP in der Türkei, die Fidesz in Ungarn oder die PIS in Polen. Die Gefahr, das Europa bald nur noch aus einem Flickenteppich autoritärer Regime besteht, ist enorm.

Niederlage für die Vernunft – Ein Resümee der Landtagswahlen

von Shinzon

Die drei Landtagswahlen setzen das Desaster der hessischen Kommunalwahlen ungebremst fort. Mitgefühl, Menschlichkeit, Frieden und Vernunft sind in Deutschland total out! DIE LINKE kam sowohl in Ba-Wü als auch in Rheinland Pfalz mit je unter 3% nicht in die Parlamente. In Sachsen Anhalt hat sie 7,4% verloren und landete mit knapp über 16% nur auf Platz 3. Rot-Rot-Grün wird es dort also nicht geben.

Die Wahlergebnisse der neoliberalen Mainstreamparteien, zu denen auch die AfD zählt, zeigen indes, dass die Deutschen keine Steuergerechtigkeit, keine fairen Löhne und keinen Sozialstaat wollen. Die Mehrheit will platte Parolen, die irgendwie zu paradiesischen Zuständen führen sollen. Grenzen dicht, aber die Rüstungsexporte und Kriege dürfen gerne weiter gehen. Unmenschlichkeit ist so hoch im Kurs wie noch nie. Wenn unsere Enkel einst die Leichenberge an Europas Grenzen und im Mittelmeer ausgraben, werden sie uns fragen, warum wir diesen Genozid zugelassen haben?

Die Situation ist durchaus mit der letzten Kollektivsünde der Deutschen vergleichbar. Wenn man sich ansieht, dass die AfD in Sachsen-Anhalt über 24% und damit ein Viertel der Wählerstimmen mit purer Menschenfeindlichkeit gewinnen konnte, dann haben wir gerade wieder 1932! Dass Rechtspopulisten an der Macht nicht zu mehr Demokratie und Freiheit führen, das zeigt die PIS-Partei in Polen, die Fidesz in Ungarn und die AKP in der Türkei. Pressefreiheit? Unabhängige Justiz? Menschenrechte? Das sind nur die ersten Dinge, die unter der AfD über Bord geworfen werden.

Ebenso unfassbar ist das Ergebnis von Kretschmann in Ba-Wü. Grün ist das neue Schwarz und da fühlt sich der konservative Besserverdiener mit einem Managerposten bei Rheinmetall wohl. In Rheinland-Pfalz wird es derweil wohl eine GroKo geben wie im Bund. Wo derartiges Wahlverhalten hinführt, werden die Deutschen schon bald zu spüren bekommen. Sie haben neoliberale Kriegsparteien gewählt und sie werden Sozialkahlschlag und den totalen Krieg bekommen.

Mit der Wahl der AfD hat zudem ein Großteil der Deutschen bewiesen, dass ihnen der Faschismus immer noch tief in der Seele steckt. Wahrscheinlich wird dieser Teil der Bevölkerung nicht mal nach dem 3. Weltkrieg zur Vernunft kommen und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Ab jetzt haben die Deutschen, mit Ausnahme einer kleinen Minderheit, alles verdient, was noch kommt. Kein Mitleid für all diejenigen, die nach Schwächeren treten und anschließend selbst den Stiefel ins Genick kriegen!

Terrorfürst Erdogan ebnet dem IS den Weg

Allein für diese Überschrift wären wir in der Türkei bereits verhaftet oder gleich auf offener Straße erschossen worden. Die Wahrheit ist unter dem Regime der AKP nämlich strengstens verboten. Diese verlor bei der letzten Wahl ihre absolute Mehrheit, u.a. aufgrund der kurdischen Linkspartei HDP. Letztere gewann mit 13,1% 80 Sitze im türkischen Parlament. Von der Demokratie angepisst sucht die AKP nun andere Wege, ihre Macht zu erhalten.

Doch wie geht man gegen eine demokratisch gewählte Partei vor? Dazu braucht man erst einmal einen Terroranschlag. Das hat seit dem Reichstagsbrand Tradition und zieht heutzutage auch international. Entweder inszeniert man diesen selbst oder lässt den IS die Drecksarbeit machen. Wie auch immer, die Schuld dafür schiebt man der PKK in Schuhe, mit der man eben noch Friedensverhandlungen geführt hat. Die HDP braucht man dann nur noch in die Nähe der PKK rücken und schon hat man eine Handhabe. Kurden sind ja eh alle gleich, das ist wie mit den Juden im 3 Reich.

Das Ergebnis besteht nun darin, dass reihenweise demokratisch gewählte HDP-Politiker verhaftet werden und die PKK im Norden von Syrien bombardiert wird. Ersteres ist einfach nur eklatant antidemokratisch, während Letzteres dem IS in die Hände spielt. Das AKP-Regime hatte schon in den vergangenen Jahren die Grenzen gen Syrien für islamistische Terrorkämpfer geöffnet und der Al Nusra geholfen, wo es nur geht. Nun ebnet die Türkei dem IS direkt den Weg und kämpft an seiner Seite.

Die NATO, die gerade Krieg gegen den IS führt und der die Türkei angehört, lässt Erdogan stillschweigend gewähren. Die deutsche Bundesregierung unterstützt das AKP-Regime ebenfalls ungebremst weiter und weigert sich gleichzeitig, die PKK von der Terrorliste zu streichen. Es ist dabei völlig egal, dass die PKK als einzige Fraktion ernsthaft gegen den IS kämpft, was ja die eigentlichen Terroristen sind. Würden die NATO und Deutschland tatsächlich gegen den islamistischen Terror kämpfen, müssten sie die PKK unterstützen und die Türkei aus der NATO rauswerfen.

Dummerweise ist der IS gewollt und war von Anfang an ein Konstrukt der NATO in Kooperation mit Saudi Arabien und Katar. Damals wollte man Assad loswerden, falls sich noch irgendwer daran erinnert. Die PKK ist indes zu links, während Erdogan genau nach dem Geschmack der internationalen Kriegstreiber ist. Also unterstützt der Westen weiterhin das Regime des Terrorfürsten und lässt ihm seine Endlösung der Kurdenfrage kommentarlos durchgehend. Diese Politik wird zwangsläufig in einen Bürgerkrieg münden, der möglicherweise zugunsten von Erdogan mit NATO-Hilfe geführt werden wird. Der Bürgerkrieg in der Ukraine, bei dem die NATO auch Nazis unterstützt, reicht einigen offensichtlich noch nicht. Manche Menschen wollen die Welt einfach brennen sehen.

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die PKK mit diesem Artikel in keiner Weise bewerben möchten. Es geht uns ausschließlich um die Fakten im Konflikt um Syrien, den Irak und die Türkei.

The Return of the First Avenger – Und der Beginn einer neuen Weltordnung

von Shinzon

2014 kehrte „Captain America“ nach nur drei Jahren auf die Kinoleinwand zurück. In seinem zweiten Abenteuer bekommt er jedoch kaum Gelegenheit, sich ins 21. Jahrhundert zu integrieren. Nachdem er in „The Avengers“ bereits eine dämonische Alieninvasion zurückschlagen musste, wird er nun mit der neuen Weltordnung konfrontiert.

Gleich in der Eröffnungsszene taucht schon der erste Obelisk auf, immer mit einer spiegelnden Wasserfläche und einer Repräsentation der weiblichen Brust in der Nähe. Ein Sinnbild für freimaurerische Dualität sowie das Prinzip „wie im Himmel, so auf Erden“.

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Vor dieser Szenarie joggt Steve Rogers (Chris Evans) durch Washington, wobei der genetisch verbesserte Superheld alle anderen überholt. Auf seiner morgendlichen Tour lernt er den Veteranen Sam Wilson (Anthony Mackie) kennen und tauscht mit ihm Kriegsgeschichten aus. Neben dem Pathos gibt es in Steves Liste verpasster historischer Ereignisse noch etwas Platz für Apple-Schleichwerbung.

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Kurz darauf wird Captain America von der S.H.I.E.L.D.-Agentin Natascha Romanoff (Scarlett Johansson) abgeholt. Zusammen mit ihr und einem Agententeam wird er zu einem von Piraten gekaperten Schiff geschickt, welches S.H.I.E.L.D. gehört. Sie sollen die Lemurian Star zurückerobern und die Geiseln befreien. Interessant ist dabei der Name des Schiffes, welcher auf den untergegangenen Kontinent Lemuria anspielt.

Selbstverständlich glückt die Mission, wobei es zu einigen ordentlichen Schlägereien kommt. Allerdings läuft nicht alles reibungslos, denn Natascha hat noch eine andere Mission, bei der es um die Bergung von geheimen Daten geht. Anschließend geht es zurück nach Washington ins Hauptquartier von S.H.I.E.L.D. Das Gebäude ist in drei Flügel und einen Kernbereich unterteilt. Die drei ist eine heilige Zahl und steht u.a. für die ersten drei Grade der Freimaurerei. Zudem bildet das Gebäude eine abgerundete Triskele und wird sogar Triskelion genannt.

CA2_04 The Triskelion

In der Empfangshalle steht das S.H.I.E.L.D.-Logo – ein Adler, in dem sowohl Zirkel und Winkelmaß als auch ein M für „Mason“ angedeutet sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, handelt es sich bei S.H.I.E.L.D. doch um eine Mischung aus Geheimgesellschaft und militärisch-industriellem Komplex.

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CA2_05 Adler +

Im Hauptquartier gerät Steve Rogers erst einmal mit Nick Fury (Samuel L. Jackson) aneinander, der ihn über „mehrdimensionale Bereichsbildung“ aufklärt. Mit anderen Worten gibt es Missionen innerhalb von Missionen, über die nicht alle Teilnehmer bescheid wissen. Worum es bei Nataschas Mission ging, offenbart Fury dem aufgebrachten Superhelden, indem er ihn in das Projekt „Insight“ einweiht.

Es handelt sich um drei Heli-Carrier, die etwas moderner sind, als jener, der im ersten „Avengers“-Film zu sehen war. Diese fliegenden Waffenplattformen sollen mit sämtlichen Überwachungssatelliten vernetzt werden und so im suborbitalen Flug jedes menschliche Ziel rund um den Globus präzise ausmerzen können. Fury verkündet stolz, dass die Präzisionswaffen 1.000 Ziele pro Minute eliminieren können.

CA2_06 Insight Carrier

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Der Einsatz soll dabei präventiv erfolgen. Mit anderen Worten werden potentielle Feinde ohne Gerichtsverfahren hingerichtet, bevor sie überhaupt ein Verbrechen begangen haben. Das geht sogar Captain America zu weit, der korrekt anmerkt, dass S.H.I.E.L.D. der Welt eine Waffe an den Kopf hält und es „Schutz“ nennt. Projekt Insight ist in seinen Augen ein Instrument der Angst und er lehnt jede Beteiligung seinerseits ab.

Im Anschluss schwelgt Rogers ein wenig in Erinnerungen, indem er seine Ausstellung im Smithsonian-Museum besucht. Von so viel US-Pathos bekommt man schnell Brechreiz.

CA2_08 Pathos

In einer Filmvorführung sieht er seine Jugendliebe Peggy Carter (Hayley Atwell) und beschließt, sie im Altenheim zu besuchen. Das ist die wohl stärkste Charakterszene des gesamten Films, da hier offensichtlich wird, was Rogers durch seinen 70-jährigen Kälteschlaf verloren hat. Etwas später besucht er noch Sam, der Veteranen mit posttraumatischem Stresssyndrom betreut. Auch gibt es wieder etwas unterschwelligen Pathos sowie Brust- und Phallussymbolik im Hintergrund.

CA2_09 Brust Phallus

Der Rest des Films besteht dann nur noch aus Action-Krachbumm. Als nächstes steht dabei Nick Fury im Mittelpunkt. Dieser muss feststellen, dass er nicht auf die Daten der Lemurian Star zugreifen kann. Da er ganz oben in der Kommandohierarchie steht, ist das äußerst ungewöhnlich. Er will daraufhin Projekt Insight verschieben und teilt dies seinem Vorgesetzten Alexander Pierce (Robert Redford) mit. Kurz darauf wird Fury von S.H.I.E.L.D.-Agenten angegriffen, die als Polizisten getarnt sind. Eine gute Gelegenheit für etwas Schwarz/Weiß-Symbolik.

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Am Ende der Verfolgungsjagd wird der Einäugige von einem geheimnisvollen Maskierten mit Roboterarm angegriffen, kann diesem jedoch entkommen. Abends lauert Nick Fury seinem Nummer 1 Superhelden Rogers in dessen Wohnung auf. Er kann jedoch nicht offen mit ihm reden, da die Wohnung verwanzt ist – auf seinen eigenen Befehl hin. Ein klassisches Eigentor, da er seiner Geheimorganisation nicht mehr trauen kann. Er schafft es gerade noch, dies Rogers schriftlich mitzuteilen, bevor er angeschossen wird. Er gibt ihm einen USB-Stick mit den Daten der Lemurian Star und rät ihm, niemandem zu vertrauen, bevor er zusammenbricht.

Kurz darauf eilt ihm seine Nachbarin zu Hilfe, die sich als Agent 13 zu erkennen gibt. Captain America hält sich nicht lange mit solch okkulten Zahlenspielereien auf, sondern verfolgt den Schützen. Er springt einfach aus dem Fenster und rennt im Nachbargebäude durch die geschlossenen Türen, als bestünden diese aus Pappe. Auf einem Dach stellt er schließlich den Killer, der sich als der geheimnisvolle Maskierte herausstellt. Dieser ist ihm in Sachen Stärke jedoch ebenbürtig und kann entkommen. Übrigens ist der rote Stern auf dem Roboterarm des unbekannten keineswegs als Hinweis auf die Sowjetunion zu verstehen. Es handelt sich um ein satanistisches Pentagramm.

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Im Krankenhaus kämpfen die Ärzte vergeblich um Nick Furys Leben und Agent Hill (Cobie Smulders) nimmt seine vermeintliche Leiche mit. Steve Rogers wird indes zum S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier gerufen, wo ihn Pierce darüber aufklärt, dass Nick Fury die Piraten angeheuert hatte, um die Lemurian Star zu kapern. Nun geht also auch noch ein Inside Job auf seine Verantwortung. Doch warum sollte Fury dies tun und wer ist hier wirklich der Bösewicht?

Pierce fährt fort, er und Fury wären sich darüber einig gewesen, dass man alte Welten erst zerstören muss, bevor eine neue, bessere Welt aufgebaut werden kann. Das ist die erste Andeutung auf eine neue Weltordnung, zu deren Durchsetzung die alte Ordnung zerstört werden muss. Ob die neue Welt wirklich eine bessere ist, daran muss ernsthaft gezweifelt werden. Zumal Pierce Captain America verdächtig oft darüber ausfragt, was Fury ihm vor seinem Tod mitteilen wollte.

Rogers meint dazu lediglich, dass er ihm riet, niemandem zu vertrauen. Ein weiser Rat, denn auf dem Weg nach draußen wird Steve im Fahrstuhl von Rumlow (Frank Grillo) und einem Dutzend weiterer S.H.I.E.L.D.-Agenten angegriffen. Selbstverständlich kann er sowohl den Schlägern als auch einem Jet mit Maschinengewehr entkommen. Allerdings sitzt ihm von nun an S.H.I.E.L.D. im Nacken, da Pierce ihn offiziell zum Feind erklärt.

Auf der Flucht schaut Rogers zunächst im Krankenhaus vorbei, wo er den USB-Stick mit den sensiblen Daten deponiert hat. Agent Romanow hat diesen bereits sichergestellt und weiß auch einiges über den Mörder von Nick Fury. Sie hatte selbst schon eine Begegnung mit dem „Winter Soldier“. Von nun an steht sie Captain America bei dessen Suche nach der Wahrheit zur Seite, während Pierce den UN-Sicherheitsrat über Nick Furys Absichten belügt. Leider lässt sich der Sicherheitsrat überzeugen, Projekt Insight wieder aufzunehmen.

Bei dem Versuch, die Verschlüsselung der Daten auf dem USB-Stick zu knacken, werden Rogers und Romanoff erneut mit Apple-Schleichwerbung konfrontiert.

CA2_12 Applewerbung

Das ist aber nicht das Schlimmste, denn die KI auf dem Stick hat S.H.I.E.L.D. alarmiert. Die beiden entkommen den Agenten durch geschickte Tarnung, doch die Zuschauer entkommen nicht dem Product Placement, von welchem es in der Einkaufsgalerie reichlich gibt. Ein Laden heißt darüber hinaus auch noch Rainbow.

CA2_14 Rainbow

CA2_13 Hard Rock

Die Daten konnten die zwei Flüchtligen zwar nicht entschlüsseln, aber dafür konnten sie ihre Quelle zurückverfolgen, die in einer verlassenen S.H.I.E.L.D.-Basis nahe New Jersey liegt. Dort entdecken die beiden einen versteckten Fahrstuhl, der sie in eine hochgeheime Computerschaltzentrale bringt. Nun wird es interessant, denn der antiquierte Computer erkennt Rogers und Romanoff. Die Software entpuppt sich als das Bewusstsein von Arnim Zola (Toby Jones), ein Naziwissenschaftler, der einst für Red Skull bei der Geheimorganisation Hydra arbeitete.

CA2_15 Red Skull

Hydra ist das Nazigegenstück zu S.H.I.E.L.D. und wie Zola den beiden offenbart, wurde S.H.I.E.L.D. von Hydra-Agenten infiltriert. Diese wurden nach dem Ende des zweiten Weltkriegs über Operation Paperclip in die USA geholt, was sich nun bitter rächt. Die Nazis konnten die Welt nicht mit Gewalt unterwerfen, also haben sie die Menschheit dazu gebracht, ihre Freiheit freiwillig aufzugeben. Hydra hat Krisen genährt, Kriege angezettelt und die Geschichte umgeschrieben. Es sollte so viel Chaos wie möglich geschaffen werden, damit die Menschheit ihre Freiheit für Sicherheit aufgibt.

Das kommt einem doch alles recht bekannt vor. 9/11, inszenierter Terror, anschließend Krieg gegen den Terror und das alles, um den Patriot Act und andere Instrumente zur Schaffung eines Polizeistaates durchzusetzen. In der Realität waren dafür u.a. die Präsidenten Bush zuständig, deren Vorfahr Prescott Bush in den 1930er und -40er Jahren tatsächlich mit den Nazis kollaborierte. In diesem Film steckt also durchaus viel Wahrheit, obgleich es gar keine Infiltration durch deutsche Nazis brauchte. Es verhält sich eher so, dass amerikanische Faschisten wie Prescott Bush und Henry Ford das Naziregime in Deutschland von Anfang an unterstützten und nach dessen Niederlage ihre Brüder in die vereinigten Staaten holten.

Der Knaller ist natürlich, als Zola von „Hydras neuer Weltordnung“ spricht. Er hätte auch direkt George Bush senior zitieren können, der 1991 in aller Öffentlichkeit die neue Weltordnung verkündete. Die USA werden tatsächlich von Faschisten regiert, deren Ziel die Schaffung einer neuen Weltordnung ist. Hydra kann dabei sowohl mit der deutschen Thule-Gesellschaft als auch mit Skull and Bones gleichgesetzt werden.

Zola kann es sich leisten, Captain America alles zu offenbaren, denn eine Rakete ist längst auf dem Weg zur Basis. Allerdings gelingt es Rogers, sich und Natascha mit seinem Schild vor der Explosion und den herabregnenden Trümmern zu retten. Als klar ist, dass die beiden entkommen sind, setzt Pierce den Winter Soldier auf die Flüchtigen an. Der Buddhakopf in Alexanders Wohnung wirkt dabei etwas deplatziert, denn sonderlich spirituell ist der Nazi nicht. Im Gegenteil erschießt er seine Haushaltshilfe vor dem Buddhakopf, als diese noch einmal zurück kommt und den Winter Soldier sieht.

CA2_16 Buddha

Steve und Natascha suchen zunächst bei Sam Unterschlupf und schmieden dort neue Pläne, wie sie gegen Hydra vorgehen können. Ihr erster Anlaufpunkt ist S.H.I.E.L.D.-Agent Jasper Sittwell (Maximiliano Hernández), den sie mit Sams Hilfe auf ein Dach entführen und verhören. Von Sittwell erfahren sie, dass Zolas Algorithmus dazu dient, sämtliche Daten über alle Menschen zu sammeln und auszuwerten. Alle, die Hydras neuer Weltordnung gefährlich werden könnten, sollen anschließend eliminiert werden. Das betrifft ein paar Millionen Menschen, die mit einem Schlag ins Jenseits befördert werden sollen.

Der Zola-Algorithmus klingt verdächtig nach Prism. Sitwells Aussage, dass wir in einem digitalen Zeitalter leben, in dem unser Surfverhalten und unsere Accounts in sozialen Netzwerken alles über uns preisgeben, ist daher hoch brisant. Es ist tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis die NSA etwas mit den gewonnenen Daten anfängt und die USA damit beginnen, alle potentiellen Bedrohungen auszuschalten. Dies betrifft keineswegs nur Terroristen, sondern jeden vom Antifaschisten bis zum kritischen Journalisten. Das ist die Kernaussage dieses Films.

Mit Sitwells Hilfe wollen die drei Widerständler bei Projekt Insight eindringen und die Helicarrier stoppen. Unterwegs werden sie jedoch vom Winter Soldier aufgehalten, der Sitwell kaltstellt und zusammen mit anderen Hydra-Agenten ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche legt. Über den Mangel an Realismus in dieser Schlacht braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Captain America legt einige Stürze hin, die selbst einen genetisch verbesserten Menschen umbringen würden.

Agent Romanoff muss ebenfalls einstecken und kassiert die zweite Kugel vom Winter Soldier. Im letzten Moment eilt ihr Rogers zu Hilfe und nimmt es mit dem Cyborg auf. Während der Schlägerei verliert dieser seine Maske und Rogers identifiziert ihn als Bucky, seinen ehemaligen Freund und Kameraden James Buchanan Barnes (Sebastian Stan). Dieser reagiert verwirrt, als er „Bucky“ genannt wird und lässt von Captain America ab.

CA2_18 Bucky_2

Der und seine beiden Freunde werden kurz darauf von S.H.I.E.L.D.-Agenten festgenommen. Die Hinrichtung wird aufgrund eines TV-Helikopters verschoben und natürlich entkommen die drei auf dem Transport, da sie unerwartete Hilfe von Agent Hill erhalten. Hill bringt die Flüchtigen zu einer geheimen Basis, wo Nick Fury auf sie wartet. Totgeglaubte leben länger.

Bucky wird von der Gegenseite ebenfalls in eine geheime Einrichtung verfrachtet, wo ihm die Erinnerung an seine Gefangennahme durch Hydra während des zweiten Weltkrieges langsam ins Gedächtnis zurückkommt. Er ist ein Hirnwäscheopfer und als er zu erkennen gibt, dass er sich wieder zu erinnern beginnt, wird er erneut einer Elektroschocktherapie unterzogen. Project Monarch lässt grüßen und nur so nebenbei hat auch die CIA damals von Naziverhörmethoden abgeschaut.

CA2_19 Monarch-Programmierung

Nick Fury erläutert in der Zwischenzeit, wie sich die Helicarrier ausschalten lassen. Die Serverplatten aller drei Waffenplattformen müssen ausgetauscht werden, damit ihre Systeme übernommen werden können und der Befehl erteilt werden kann, sie aufeinander feuern zu lassen. Captain America geht dieser Plan nicht weit genug. Er will nicht nur die Carrier ausschalten, sondern die komplette S.H.I.E.L.D.-Organisation, da sie von Hydra durchseucht ist. Eine Entscheidung, die Steve Rogers durchaus sympathisch erscheinen lässt, denn die Menschheit wird niemals sicher sein, solange es auch nur eine okkulte Geheimgesellschaft mit Zugang zu militärischer Gewalt gibt.

Bevor Captain America in die finale Schlacht zieht, holt er sich noch schnell seine alte Uniform aus dem Museum. Die macht ihn dann wieder ziemlich unsympathisch, denn der amerikanische Pathos mit Freimaurerfarben und Pentagramm tut einfach nur in den Augen weh. Nebenbei bemerkt ist es kein Zufall, dass Captain Amerika ein weißes Pentagramm trägt, während das vom Winter Soldier rot ist. Das ist wieder einmal typische Venus-Symbolik, wobei der Held das aufbauende luziferische Prinzip vertritt und der Gegner das zerstörende Prinzip Satans. Natürlich sind beide miteinander befreundet und obwohl sie gegeneinander kämpfen, können sie sich nicht gegenseitig töten, weil sie zwei Seiten derselben Medaille sind.

CA2_20 Masonic Man

Während Pierce den UN-Sicherheitsrat einlullt, dringen Rogers und Co. ins S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier ein und verkünden über die Lautsprecheranlage, dass S.H.I.E.L.D. von Hydra infiltriert wurde und Pierce der Anführer der Verschwörung ist. Alle, die nicht zu Hydra gehören, müssen sich nun entscheiden, welcher Seite sie folgen. Captain America kann mit seinen Worten einige Verbündete rekrutieren und somit Chaos im Hauptquartier stiften. Dennoch können die Helicarrier starten, was die Lage verkompliziert und zu einer dramatischen Luftschlacht führt. Sam ist dabei eine echte Hilfe, da er mit seinen Flügeln im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Wingman abgibt.

CA2_22 Wingman

Während Steve und Sam die Serverplatten der Carrier austauschen, hat Natascha sich als UN-Beauftragte getarnt ins Büro von Pierce geschlichen. Sie überwältigt seine Wachen und stellt alle Daten von Hydra und S.H.I.E.L.D. ins Internet, was das Ende der beiden Geheimgesellschaften bedeutet. Um die Verschlüsselung der Insight-Daten aufzuheben, braucht es indes noch einen zweiten Mitarbeiter der S.H.I.E.L.D.-Führungsebene und da kommt Nick Fury ins Spiel. Bei der Begegnung zwei so hochrangiger Logenbrüder wie Fury und Pierce ist das freimaurerische Hexagon nicht weit.

CA2_23 Hexagon

Jetzt braucht Nick nur noch sein verletztes Horusauge in den Irisscanner halten und schon ist der Zugriff gestattet.

CA2_24 Horusauge

In der Zwischenzeit muss sich Captain America mit seinem ehemaligen Kumpel Bucky rumschlagen und Sam kümmert sich derweil um Rumlow. Nur Pierce steht nicht so auf Fausttänze und bedient sich stattdessen heimtückischer Methoden. Mit seinem Smartphone löst er elektrische Ladungen in den biometrischen Chips aus, die er den Vertretern des UN-Sicherheitsrats beim Einlass ausgehändigt hat. Wer da noch behauptet, dass RFID-Chips nicht töten könnten…
CA2_25 Killerchips

Während Agent Romanoff Pierce mit einem Trick ablenken kann und Fury ihn kurzerhand erschießt, gelingt es Rogers, die letzte Serverplatte auszutauschen. Kurz bevor Hydra sämtliche loyalen S.H.I.E.L.D.-Agenten ausschalten kann, loggt Hill die drei Carrier als Ziele ein, die sich daraufhin gegenseitig unter Feuer nehmen.

CA2_26 Ersatzziele

CA2_27 Inferno_1

Der Tag ist gerettet. Außer für Captain Amerika, der noch an Bord eines der Carrier festsitzt und für Sam, der in im Hauptgebäude um sein Leben rennen muss, da eben dieser Carrier geradewegs in die Bude hinein rast.

CA2_29 Crash

Steve Rogers sollte ebenfalls die Beine in die Hand nehmen, doch stattdessen rettet er Bucky, nur um aus lauter Dankbarkeit Prügel von seinem ehemaligen Kumpel zu kassieren. Letztendlich rettet Barnes seinen alten Kameraden aber doch, nachdem beide in die Tiefe gestürzt sind. Nun ist der eine zwar ein Cyborg und der andere genetisch verbessert, aber dass beide den Sturz in die Tiefe überleben, ist der Gipfel der Unglaubwürdigkeit.

Da S.H.I.E.L.D. nach diesem Showdown aufgelöst wird, müssen sich die Mitarbeiter woanders bewerben. Agent Carters Tochter kommt bei der CIA unter, Agent Hill bei Stark Industries und die Hydra-Verräter im Gefängnis. Natascha Romanoff muss sich indes vor einem Untersuchungsausschuss des Kriegsministeriums rechtfertigen und Nick Fury bereitet die Jagd auf die Reste von Hydra vor. Captain America hat derweil andere Pläne und will seinen alten Kumpel Bucky suchen.

Bevor sich die Wege von Natascha und Steve trennen, gibt sie ihm einen Abschiedskuss und rät ihm zu einem Date mit Sharon Carter alias Agent 13. Wenn man die Mutter nicht bekommt, nimmt man halt die Tochter. Dabei wäre Natascha sicherlich auch eine gute Partie gewesen, doch vielleicht hat ihr Tarnname „Black Widow“ Steve abgeschreckt.

Fazit: „The Return of the First Avenger“ bietet wie kaum ein anderer Film Einblick in die Pläne zur Errichtung einer faschistischen neuen Weltordnung. Die Parallelen zur Realität sind dabei extrem beängstigend. Zwar wird S.H.I.E.L.D. und damit auch Hydra am Ende vernichtet, aber was danach kommt, bleibt offen. Die Sache scheint jedenfalls noch nicht gegessen zu sein und wer den Pentagrammregen in ersten Minute des Abspanns geduldig über sich ergehen lässt, erhält bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den nächsten „Avengers“-Film „Age of Ultron“. Baron von Stucker (Thomas Kretschmann) erwähnt dabei noch einmal ausdrücklich, dass S.H.I.E.L.D. und Hydra zwei Seiten einer Medaille waren, während er Lokis Waffe aus dem ersten „Avengers“-Film begutachtet

CA2_31 Lokis Waffe

Nach dem Rest des Abspanns gibt es zusätzlich noch eine Ankündigung des nächsten „Captain America“-Abenteuers. Offensichtlich werden Roger und Bucky sich schon bald wieder sehen.

8. Mai – Wer nicht feiert hat verloren!

von John Doe Anonymous

Heute, am 8. Mai 2015, jährt sich zum 70. Mal der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Der vom 3. Reich begonnene Krieg forderte weit über 60 Millionen Menschenleben in Europa, China und dem Pazifik. Die meisten Opfer hatte dabei Russland zu beklagen, wo durch den Krieg und ethnische Säuberungen fast 30 Mio. Menschen starben. Hinzu kamen rund 6 Millionen ermordete Juden, Kommunisten, Sinti, Roma und Homosexuelle. Der Schwur von Buchenwald brachte diese traumatischen Erfahrungen gut auf den Punkt:

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig.“

70 Jahre sind seitdem vergangen. Nicht alle Schuldigen wurden verurteilt. Im Gegenteil erhielten viele Nazirichter hohe Positionen in der BRD-Justiz und auch andere NS-Verbrecher machten Karriere in der Politik, dem Staatswesen und dem BND. Frieden und Freiheit haben sich zu Neusprechbegriffen entwickelt, die in Wahrheit Krieg und Ausbeutung bedeuten. Und der Nazismus? Auch er wurde nicht ausgerottet, sondern durchsetzt inzwischen ganz Europa wie ein eitriger Tumor. In der Ukraine herrschen bereits wieder Verhältnisse wie 1933 und auch in Deutschland fühlt man sich in die Zeit gegen Ende der Weimarer Republik zurückversetzt.

Erst kürzlich fanden die Thüringer Neonazis neuen Geschmack an Straßenschlachten und griffen am 1. Mai vermehrt Gewerkschafter und Linke an. In Erfurt wurden die rund 250 Faschisten noch teilweise erfolgreich von ca. 1.000 Bürgern blockiert, ähnlich wie bereits am 18. April in Gotha. Im südthüringischen Saalfeld sahen die Verhältnisse hingegen schon anders aus. Dort waren die Antifaschisten mit über 800 Personen zwar ebenfalls in der Überzahl, allerdings bekamen sie es mit über 600 Nazis zu tun.

Die Polizei war in Saalfeld sichtlich überfordert, sodass ca. 100 gewaltbereite Schläger unbehelligt durch die Stadt zogen und dabei wahllos auf Menschen einprügelten. Es gab mindestens drei Schwerverletzte. Verantwortlich für die brutalen Übergriffe ist die rechtsextreme Splitterpartei „Der III. Weg“, die zur Demonstration aufgerufen hatte. Ein Augenzeugenbericht kann hier nachgelesen werden.

Am gleichen Tag kam es in Weimar zu einem Überfall auf eine Gewerkschaftskundgebung durch rund 50 Mitglieder der NPD-Jugendorganisation JN (Junge Nazis), bei der ebenfalls mehrere Personen verletzt wurden. Die NPD hat mit dieser Aktion unmissverständlich gezeigt, dass sie keine Arbeiterpartei ist, sondern auf der Seite der Banken und Konzerne radikal gegen Gewerkschafter vorgeht. Wirklich überraschend ist das nicht, denn schon im 3. Reich hatte die NSDAP kurz nach ihrer Machtergreifung sämtliche Gewerkschaften verboten und aktive Mitglieder in KZs ermorden lassen.

Einen dritten Gewaltausbruch gab es schließlich auf dem Gothardusfest in Gotha, wo etwa ein Dutzend Nazis auf einen Passanten einprügelten und diesen schwer im Gesicht verletzten. Offensichtlich haben die Faschisten an diesem Wochenende Blut geleckt und werden nun immer dreister. Sie wollen gezielt ein Klima der Angst schaffen, ähnlich wie der IS im Norden von Syrien und dem Irak. In beiden Fällen haben wir es mit gewaltbereiten Terroristen zu tun, die nichts außer Hass im Hirn haben. Es muss endlich etwas gegen diese braunen Schläger unternommen werden, bevor die Situation wie in Syrien, dem Irak oder der Ukraine eskaliert.

Ein Anfang wäre ein NDP-Verbot, für welches sich inzwischen sogar die Thüringer CDU ausspricht. Zum ersten Mal sind sich damit DIE LINKE und CDU in einem Punkt einig. Ebenso überraschend ist die eher skeptische Haltung der Koalitionspartner SPD und Grüne, die Bedenken gegenüber einem NPD-Verbot haben. Was gibt es denn da zu bedenken? Gerade die SPD hatte Anfang der 1930er schon einmal Vorbehalte, gemeinsam mit den Kommunisten gegen die NSDAP vorzugehen. Das Ergebnis kennen wir und gerade die SPD sollte wissen, dass ihre Genossen nach der Machtergreifung 1933 trotzdem nicht verschont blieben. Man kann nur auf die Einsicht der SPD hoffen, zumal sich diese jetzt sogar schon bei der Union abzeichnet.

So viel zur Situation im Osten der Republik. Im Westen sah es für die Faschisten weit weniger spaßig aus. Zombiewood war am 1. Mai vor Ort in Worms, wo ein erbärmliches Häufchen von weniger als 50 NPD-Anhängern keine 100 Meter weit kam. Rund 300 Antifaschisten blockierten einen Kreisverkehr in der Nähe des Hauptbahnhofes und hielten dort trotz Regen bis 16 Uhr aus.

Der erst im Februar 2015 neu gegründete NPD-Kreisverband gab sich an diesem Tag wahrhaftig die Blöße. Das fing schon damit an, dass auf der Kundgebung der kriminelle Ausländer Safet Babic als Redner eingeladen war. Der u.a. wegen Körperverletzung vorbestrafte Bosnier saß bis 2011 für die NPD im Stadtrat von Trier.

Die nächste Knallcharge auf der Veranstaltung war Detlef Walter von der NPD Trier, der die Bürger von Worms via Facebook dazu aufforderte, die Linken zu bitten, die Kreuzung zu räumen. Selbstverständlich entblödete sich kein Bürger zu einer solchen Aktion. Warum auch? Die Wormser waren selbst alle auf einer Gegenkundgebung und ohnehin wären die Linken den verzweifelten Bitten nicht nachgekommen.

Als wäre der peinliche Aufruf nicht schon lächerlich genug, sorgte ein Kamerad auf dem kurzen Rückweg zum Bahnhof noch für Unterhaltung, indem er vor eine Straßenlaterne rannte. Zu lachen hatten aber leider nur die Polizei und Presse, da die Faschisten so weiträumig von abgeschottet waren, dass man als Außenstehender kein freies Blickfeld hatte. Aufgrund des Polizeiaufgebots hätte man fast glauben können, der US-Präsident sei gerade in Worms zu Besuch. Es ist ungeheuerlich, was dieses unsägliche Häufchen Elend die deutschen Steuerzahler kostet.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Nazis insbesondere in Westdeutschland nicht viel zu lachen hatten, aber dafür ausgelacht wurden. In Teilen von Thüringen schlug indes die Wut über die eigene Dummheit in pure Gewalt um. Statt ihr krankes, von Hass zerfressenes Weltbild zu überdenken, machen die Nazis das, was sie am besten können: Randalieren und Unschuldige zusammenschlagen. Das ist einfach nur armselig!

Der 8. Mai kann angesichts dieses Terrors nur bedingt als Tag der Befreiung gefeiert werden. Ja, Deutschland wurde 1945 von Hitler, der NSDAP und der SS befreit. Von den Nazis müssen wir uns aber bis heute Tag für Tag von neuem befreien. „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“ bleibt eine aktuelle Forderung, für deren Umsetzung wir auch in Zukunft noch kämpfen müssen.

Tag der Befreiung!

Tag der Befreiung!

Bundeswehr behandelte Nazisöldner

Es ist nun wahrlich nichts Neues, dass die Bundesregierung das Regime in Kiew unterstützt. Zum Hilfsangebot gehörte u.a. auch die Behandlung von 20 verwundeten Soldaten, was gemessen am hippokratischen Eid nicht vollkommen verwerflich ist.

Ungeheuerlich ist jedoch, dass sich unter den auserwählten Kandidaten auch ein rechtsextremer Söldner befand. Roman Sokorenko (†) gehörte nicht einmal zur ukrainischen Armee, sondern kämpfte auf Seiten des faschistischen Asow-Bataillons, welches sich für schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verantwortlich zeichnet. Da die ganze Aktion ohnehin nur einen Symbolwert hatte, ist dies nun ein sehr zweifelhaftes Symbol. Immerhin wurde nicht einem einzigen verletzten Zivilisten geholfen, aber dafür gezielt ein Neonazi ausgewählt. Ein derartiges Auswahlverfahren ist selbst mit dem hippokratischen Eid unvereinbar.

Pulverfass Ukraine

Wenn man die Medienberichterstattung verfolgt, könnte man fast zu dem Schluss gelangen, dass in der Ukraine relative Ruhe herrsche. Dem ist aber keineswegs so. Es wird immer noch geschossen und gleichzeitig wird in Kiew die Naziherrschaft zementiert. So wurde unlängst der Obernazi Jarosch zum offiziellen Berater des Generalstabschefs gemacht. Dort ist er in bester Gesellschaft der US-Militärberater.

Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, wird das Land seit Monaten von einer grauenhaften Mordserie an Politikern der nunmehr oppositionellen Janukowitsch-Partei erschüttert.

Zu den letzten zwei Morden bekannte sich eine Gruppe von Nationalisten. Doch während die Ermordung von Boris Nemzow in Russland einen internationalen Aufschrei und falsche Anschuldigungen gegen Putin nach sich zog, interessieren sich die westlichen Medien kaum für die Morde an ukrainischen Oppositionspolitikern, obwohl die Täter bereits feststehen. Gleiches gilt für die westliche Politik, welche die Faschisten in Kiew munter weiter unterstützt.

Die Zukunftsprognosen für die Ukraine sehen ebenfalls alles andere als rosig aus. Im Mai steht u.a. der erste Jahrestag des Massakers von Odessa an, was nicht gerade förderlich für eine Waffenruhe ist. Die Gemüter könnten aber schon am 1. Mai hoch kochen, denn den Kampftag der Arbeiterklasse werden sich die Kommunisten nicht nehmen lassen. Die Kommunistische Partei der Ukraine wurde jedoch verboten und jede Form kommunistischer Betätigung unter Strafe gestellt. Genau so fing es 1933 auch in Deutschland an.

Was diesen unsäglichen Teil der Geschichte angeht, hat das semifaschsitische Regime in Kiew auch gleich noch den Gedenktag zum Ende des 2. Weltkrieges abgeschafft. Offensichtlich träumt das rechte Gesindel um Jazenjuk und Proschenko bereits von einem Endsieg im nächsten Weltkrieg.

Jo Conrad – Braune Esoterik bis zur Bewusstlosigkeit

von Shinzon

Johannes Conrad, der 1958 im Landkreis Osterholz-Scharmbeck geboren wurde, ist eigentlich eine ziemlich verkrachte Existenz. Die Schule verließ er ohne Abschluss und auch seine Lehre als Fotograf brach er vorzeitig ab. Als autodidaktischer Komponist hatte er ebenso wenig Erfolg und verdiente sein Geld zunächst 15 Jahre lang als Taxifahrer. Nebenher verkaufte er Landschaftsaufnahmen für Kalender, bis er 1991 doch noch einen kleinen Auftrag als Komponist für drei Folgen der Serie „Großstadtrevier“ erhielt.

In den 1990ern moderierte Conrad für den Bremer offenen Kanal ehrenamtlich die Unterhaltungsshow „Lift“, bei der u.a. Gregor Gysi von der damaligen PDS zu Gast war. Allerdings interviewte er auch schon zu dem Zeitpunkt Esoteriker und Numerologen, was seine weitere Karriere offensichtlich maßgeblich beeinflusste. Jos bedenklichster Gast bei „Lift“ war der Verleger Harm Menkens, der Kontakte zum verstorbenen Holocaustleugner Thies Christophersen unterhielt. Christophersen war nicht nur ein Leugner, sondern ein Lügner, da er als Aufseher der Waffen-SS selbst im KZ Auschwitz-Raiska tätig war.

Den großen Durchbruch hatte Jo Conrad 1996 mit seinem ersten Buch „Entwirrungen“, welches kommerziell sehr erfolgreich werden sollte. Seitdem verdient er sein Geld als Autor und Seminarleiter. Die Theorien, die er dabei vertritt, enthalten viele Halbwahrheiten, die letztendlich immer ins Braunesoterische abgleiten. So stimmt es zwar, dass der deutsche Personalausweis mit freimaurerisch-okkulten Symbolen übersät ist, aber das bedeutet mitnichten, dass das deutsche Reich in seinen Grenzen von 1937 fortbesteht. Der negative Einfluss von Hollywood ist ebenfalls kaum zu leugnen, doch Jo Conrad führt diesen auf eine jüdische Kabale zurück.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Uncle Jo einen Hang zur Judenfeindlichkeit sowie eine Nähe zum Rechtsextremismus hat. Unter anderem verteidigt er die „Protokolle der Weisen von Zion“ und behauptet, dass Juden einen negativen Einfluss auf ihre „Wirtsländer“ hätten. Allein schon diese Wortwahl lässt tief blicken, denn wer Länder als „Wirte“ bezeichnet, impliziert, dass die dort lebenden Juden „Parasiten“ seien. 1998 machte Conrad in einem Leserbrief an den Focus schließlich die Juden selbst für den Antisemitismus verantwortlich, den er und seinesgleichen verbreiten.

Obendrein kritisiert Conrad das deutsche Verbot der Holocaustleugnung, obgleich er sich aus rechtlichen Gründen nicht wagt, die Shoa selbst öffentlich zu leugnen. Stattdessen formuliert er rhetorische Fragen. Eine weitere indirekte Leugnung offenbart sich durch seine Solidarität für den Rechtsextremisten Horst Mahler (ehemals NPD). 2011 behauptete er in einem Video, dass der verurteilte Holocaustleugner nur aufgrund seiner „falschen Meinung“ eingesperrt sei. Dabei unterschlägt Conrad, dass Mahler darüber hinaus ein Feind der freiheitlich-demokratischen Ordnung ist und 2003 sogar aus der NPD austrat, da ihm die Partei zu angepasst sei.

Durch sein diesbezügliches Verhalten vergiftet Jo Conrad auch ernste Themen wie die Freimaurerei und Illuminaten, die er ebenfalls in einen judenfeindlichen Kontext setzt. Eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Okkultismus der Elite wird dank brauner Esoteriker wie ihm erheblich erschwert. Rationale Elitenforscher kommen nun einmal nicht um den Themenkomplex der Geheimgesellschaften herum, stehen dabei aber ständig unter dem Druck, sich von Jo Conrad und Co. zu distanzieren.

Gleiches gilt für das Thema Exopolitk. Die Existenz von Spezies wie den Grey und blonden Humanoiden (so genannte Nordics) lässt sich zwar nicht dadurch negieren, dass sich auch rechtsesoterische Spinner mit ihnen beschäftigen. Leider werden jedoch seriöse UFO-Forscher und Augenzeugen viel leichter zur Zielscheibe von Spott und Verleumdungen, wenn Jo Conrad und Konsorten behaupten, die Nordics seien der Ursprung der „arischen Rasse“. Rassistische Verschwörungstheoretiker fungieren in dieser Hinsicht als Brunnenvergifter.

Ein Rassist ist Uncle Jo auf jeden Fall und das nicht nur in Bezug auf Außerirdische. Vor allem die Polen haben es dem reichsdeutschen Revanchisten angetan, wie seine Witzeleien bei diversen Seminaren belegen. Wenn es da z.B. um Nazis am Südpol geht, kommt Jo Conrad ganz schnell mal zu den anderen Polen, die er klischeehaft als Autodiebe darstellt.

Doch zurück zu seinen kruden Verschwörungstheorien, in denen die Nazis mit ihren Reichsflugscheiben in die hohle Erde geflüchtet sind. Derartigen Müll äußert auch Jan Udo Holey, auf den sich Jo Conrad oft bezieht. Die zwei waren sogar einmal Weggefährten, als Conrad bei Holeys Secret TV arbeitete. 2009 trennten sich die Wege der beiden allerdings, nachdem Conrad bei Secret TV rausgeschmissen wurde. Ironischerweise begründete die Internetplattform den Rauswurf mit dessen Engagement beim „Fürstentum Germania“. Wenn Secret TV jemanden vor die Tür setzt, weil derjenige zu rechts ist, will das schon was heißen.

Das Fürstentum Germania, welches Conrad unterstützte, ähnelte dem reichsdeutschen Projekt der kommissarischen Reichsregierung. Nach außen versuchte es sich jedoch als basisdemokratischer Kirchenstaat zu verkaufen, was neben rechten Verschwörungstheoretikern auch einige Libertäre anlockte. Zu Bestzeiten hatte das Fürstentum rund 220 Anhänger. Sitz des Scheinstaates, welcher von einem Adoptiv-Adeligen mit dem Kunstnamen Michael Freiherr von Pallandt geleitet wurde, war ein baufälliges Schloss im brandenburgischen Ort Krampfer.

Das Phantasiefürstentum existierte jedoch nur für eine recht kurze Zeit. Es wurde am 15. Februar 2009 ausgerufen und am 19. Mai desselben Jahres fand auch schon die Räumung des Schlosses durch die Polizei statt. Die Wohnräumlichkeiten genügten nicht den behördlichen Anforderungen und nach der Räumung wurde das Schloss von seinem Besitzer ganz und gar dem Verfall preisgegeben. Das Projekt versucht sich seitdem unter der Bezeichnung Exilregierung Fürstentum Germania neu zu formieren und plant einen Umzug nach Südamerika, wohin nach dem 2. Weltkriegs bereits viele Nazis geflohen sind.

Jo Conrad kehrte dem Projekt jedoch den Rücken und initiierte stattdessen zusammen mit Michael Vogt im Jahr 2012 den „Aufbruch Gold-Rot-Schwarz“. Diese Farbabfolge erinnert nicht von ungefähr an Peter Fitzeks NeuDeutschland-Flagge. Immerhin kennen sich die drei, wobei Fitzek regelmäßig sowohl bei Vogt im Alpenparlament TV als auch bei Conrads Bewusst.TV zu sehen ist. Gleich und gleich gesellt sich gern.

Bewusst.TV überschwemmt seit 2010 das Internet mit Verschwörungs- und Esoterikvideos. Es wurde von Conrad nach dessen Rauswurf bei Secret TV als kommerzielles Propagandaprojekt gegründet. Der Profit wird durch gezielte Werbung für Esoterik sowie die Einnahmen des angeschlossenen Webshops erwirtschaftet. Dank der hohen Klickzahlen und einem Heer leichtgläubiger Kunden dürften die beiden Protagonisten Conrad und Vogt inzwischen sehr gut von dieser Internet Plattform leben können.

Die beiden sind allerdings die einzigen bekannten Namen, die sich zweifelsfrei Bewusst.TV zuordnen lassen. Ein Impressum gibt es nämlich nicht, denn wer will schon für die kruden Inhalte des selbsternannten Bildungskanals haften? Das fängt schon bei der Propaganda für Reichsdeutsche an, die den BRD-Staat beseitigen wollen, und reicht bis hin zu selbsternannten Homoheilern, Impfgegnern und Vertretern der Neuen Germanischen Medizin von Ryke Geerd Hamer, die mit der Gesundheit und dem Leben leichtgläubiger Menschen spielen.

Braunes Gedankengut, Judenfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie sind wahrlich keine Seltenheit bei den bewusstlosen Gästen und Gastgebern. Wie 2006 bekannt wurde, ist Jo Conrad selbst schon wegen Volksverhetzung für schuldig befunden und rechtskräftig verwarnt worden. Es gab mindestens zwei Strafverfahren wegen Volksverhetzung und übler Nachrede gegen ihn. Gäste wie Andreas Popp und Jürgen Elsässer wirken dagegen fast schon harmlos.

Nun geht es bei Bewusst.TV aber nicht ausschließlich um rechtsgerichtete oder nationalkonservative Politik und Verschwörungstheorien. Der Großteil der Gäste kommt eher aus der esoterischen Ecke, wobei es allerdings oft zu Überschneidungen kommt. Dies trifft z.B. auf Jessie Marsson zu, der sowohl als Druide auftritt, wie auch als Reichsdeutscher. Er ist kein Geringerer als der bereits erwähnte Michael Freiherr von Pallandt, ehemaliges Staatsoberhaupt des Fürstentums Germania. Ein weiterer bekannter Name ist Rainer Feistle, der nur vordergründig über seine UFO-Entführungen spricht, am Rande aber rechtsextreme Gruppierungen wie die Vril-Gesellschaft propagiert.

Zu den weniger politischen Dauergästen zählen der Mentaltrainer Alexander Wagandt, der Esoterik-Guru Karma Singh, Dagmar Neubronner und der Yoga-Mönch Dada Madhuvidyananda. Der prominenteste Interviewpartner war jedoch mit Abstand David Icke, der sich mit Jo Conrad über absurde Verschwörungstheorien wie die Mondmatrix diskutierte. Auch sonst wimmelt es in der Sendung von Druiden, Hexenmeistern, Geisterbeschwörern und Channelmedien, deren Gruppierungen und Literatur auf der Bewusst.TV-Webseite massiv beworben werden.

Wer sich nun im Gegensatz zu Jo Conrad und seinesgleichen ernsthaft mit dem Einfluss okkulter Geheimgesellschaften auseinandersetzt, wird zwangsläufig zu dem Schluss gelangen, dass der gesamte Esoterikmarkt ein Teil von deren Agenda ist. Man braucht wahrlich nicht lange zu suchen, um bei Bewusst.TV die einschlägige Symbolik zu finden. Als erstes fällt natürlich das Kanallogo unangenehm auf. Es handelt sich um einen Schmetterling, der hier für die esoterische Transformation hin zum Wassermannzeitalter stehen dürfte. Allerdings wäre er auch als Mind Control Symbol nicht unbedingt deplaziert, da Bewusst.TV pure Esoterikhirnwäsche ist.

Bewusstlos TV

In der Blogroll der Bewusst.TV-Webseite finden sich dann noch die üblichen Verdächtigen, darunter Norbert Brakenwagens theosophische Sendung Time To Do, Andreas Popps (Un-)Wissensmanufaktur, Jo Conrads Privatwebseite und das Freigeistforum. Letzteres ist ein weiteres Projekt von Conrad, welches er schon zu seiner Zeit bei Secret TV anleierte. Bis zu dem Bruch mit Holey wurde dessen Plattform noch im Forum beworben, während heute selbstverständlich Bewusst.TV der offizielle Partner ist.

Die Kategorien des Freigeistforums erwecken oberflächlich betrachtet einen unverdächtigen Eindruck und decken Themen wie Politik, Geheimgesellschaften, Okkultismus, Satanismus und UFOs ab. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man im Forum einschlägig rechtsextreme Themen. Darunter die angebliche Ermordung von Jörg Haider, die Behauptung des naturgegebenen Rassismus, Reichsdeutschenpropaganda und Solidaritätsbekundungen mit Holocaustleugnern wie Ernst Zündel. Es wurden in der Vergangenheit zudem Briefe des inhaftierten Auschwitz-Leugners Germar Rudolf im Forum veröffentlicht, in denen gleich noch Links zu rechtsextremen Webseiten wie der des Holocaust-Leugners Ahmed Rami enthalten waren.

Nun sichert sich Jo Conrad zwar im Haftungsausschluss ab, in dem es heißt, dass der Forenbetreiber nicht für die Meinungen der Nutzer verantwortlich ist. Allerdings heißt es in den Forenregeln auch: „Einträge und Mitglieder können ohne weitere Begründung gelöscht werden.“ Conrad hat es also in der Hand, strafrechtlich relevante Äußerungen zu unterbinden. Davon macht er jedoch keinen Gebrauch, was die Vermutung nahe legt, dass die Löschung wohl eher Kritiker betrifft.

Neben den eindeutig rechtsextremen Ergüssen gibt es im Freigeistforum noch allerhand unsinnige Esoterikthemen wie Astrologie, Lichtarbeit, Elfen und Dämonen. Das Ganze wird dann noch mit gefährlichem Blödsinn wie der Neuen Germanischen Medizin garniert. Prinzipiell sind damit alle Bereiche abgedeckt, die auch bei Bewusst.TV zu finden sind. Der Unterschied besteht nur darin, dass im Forum jeder mitdiskutieren kann, wodurch der Umgangston etwas radikaler und unverblümter ist.

So viel zu Jo Conrads eigenen Projekten. Als Autor ist er jedoch nicht nur für seine eigenen Publikationen aktiv. Unter anderem schreibt er auch für die Kent-Depesche, was eine noch interessantere Verbindung offenbart, als seine ohnehin schon brisanten Kontakte zu den Reichsdeutschen- und der Esoterikszene. Die Kent-Depesche wird nämlich von dem $cientologen Michael Hinz herausgegeben.

Das ist vor allem in der Hinsicht interessant, da bereits Ivo Saseks Anti-Zensur-Koalition und Norbert Brakenwagens Time To Do der Psychosekte ein Podium bieten. Wir haben es hier offensichtlich mit einem esoterischen Netzwerk zu tun und es dürfte klar sein, wer bei diesem die Fäden zieht. Jo Conrad ist letztendlich nur ein weiterer Stein in der Dianetik-Pyramide.