Penny Dreadful – Dreadful, Awful, Painful

von Joe Doe

„Penny Dreadful“ ist eine US-amerikanische Horror-Serie, die von 2014-2016 in drei Staffeln produziert wurde. „Dreadful“ heißt übersetzt so viel wie „schrecklich“, was den Kern der Serie ziemlich gut trifft. Es handelt sich um einen obskuren Genremix, in dem Vampire, Werwölfe, Hexen, Dämonen und so ziemlich alle Schauergestalten vorkommen, welche die Horror-Literatur je hervorgebracht hat. Es versteht sich, dass diese Kombination mit einem hohen Grad an Okkultismus einhergeht und Satan allgegenwärtig ist.

Im Zentrum der Handlung, die im London des ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist, steht Vanessa Ives, verkörpert von Eva Green, die bereits in okkulten Machwerken wie Tim Burtons MK-Ultra-Vampirfilm „Dark Shadows“ (2012) und „Die Insel der besonderen Kinder“ (2016) mitgespielt hat. Ihre Rolle Vanessa ist bei Sir Malcolm Murray (Timothy Dalton) aufgewachsen, dessen Tochter Mina Harker (Olivia Llewllyn) sich in der Gewalt von Vampiren befindet. Im Kampf gegen diese Kreaturen stehen den beiden Victor Frankenstein (Harry Treadaway) und Ethan Chandler (Josh Harnett) zur Seite. Der Darsteller des Letzteren hatte in „30 Days of Night“ (2007) ebenfalls schon mit Vampiren zu tun.

Die Blutsauger in „Penny Dreadful“ unterteilen sich in umgewandelte Menschen, meist Frauen, die ihren Meistern dienen. Die Anführer haben derweil nichts Menschliches mehr an sich. Sie besitzen scharfe Zähne, wie man sie von Reptiloiden kennt, und unter ihrer äußeren Haut befindet sich eine zweite Haut, die mit ägyptischen Hieroglyphen verziert ist.

Der vermeintliche Hauptplot ist eigentlich nur eine Nebenhandlung und unter den Vampiren findet sich kein bedeutender Hauptcharakter. Mina Harker, die aus Bram Stokers 1897 erschienen „Dracula“ entlehnt ist, spielt ebenfalls nur eine Nebenrolle, die im Finale der ersten Staffel durch die Hand ihres Vaters von ihrem Leid erlöst wird. Abgesehen von einigen blutrünstigen Schlachtszenen ist ihr Schicksal eher unspektakulär.

Sogar dem Nebenplot um Frankenstein wird mehr Platz eingeräumt.

Dessen Monster Proteus (Alex Price) stirbt allerdings gleichsam unnötig schon in der zweiten Episode durch die Hand von Victors erstem Experiment Caliban (Rory Kinnear). Dieser nimmt sodann den Platz der tragischen Kreatur ein, die nach Liebe dürstet, aber von fast allen verachtet wird. Nur in einem Theater findet er Unterschlupf und Anerkennung durch dessen Leiter Vincent Brand (Alun Armstrong), der mit Zylinder aufzutreten pflegt.

Das Theater präsentiert, passend zur Ausrichtung der Serie, Horror-Inszenierungen mit Vampiren und Werwölfen. Diese gipfeln stets in gespielten Jungfrauenopferungen, bei denen mehr Kunstblut vergossen wird als bei einem Agonoize-Konzert.

Nachdem Caliban eine Darstellerin sexuell belästigt hat (#metoo), muss Vincent ihn vor die Tür setzen. Vorübergehend kommt er bei seinem Schöpfer Frankenstein unter, den er erpresst, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Er bringt einfach so lange alle Freunde des Doktors um, bis dieser einlenkt. Darunter übrigens den berühmten Vampirjäger Van Helsing (David Warner), der hier ebenfalls zu einer überflüssigen Nebenrolle degradiert wird.

Als Braut für Frankensteins Monster muss Ethan Chandlers todkranke Geliebte Brona Croft (Billie Piper) herhalten. Da Caliban seinen Schöpfer unter Druck setzt, kann dieser nicht warten, bis Brona ihrer Lungenkrankheit erliegt. Er drückt ihr kurzerhand ein Kissen ins Gesicht und nimmt die Leiche mit in sein Labor, wo er sie zu neuem Leben erweckt. Nicht mal das komplizierte Beziehungsgeflecht der Charaktere kommt ohne Mord und Tod aus.

Chandler zeichnet sich allerdings ohnehin nicht durch Treue aus. Er geht sogar ein homoerotisches Verhältnis zu Dorian Gray (Reeve Carney) ein, der seinerseits schon eine blutige Orgie mit Vanessa Ives abgefeiert hat. Entlehnt ist der Charakter aus Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1890. Es könnte kaum eine bessere Vorlage für die zahlreichen wilden Sexorgien geben, die neben den blutigen Gemetzeln das wichtigste Stilmittel der Serie sind.

In dem Charakter des Dorian Gray steckt tatsächlich sehr viel von Wilde selbst, hatte dieser doch häufig Kontakt zu männlichen Prostituierten, obwohl er mit einer Frau verheiratet war. Woher der Schreiberling seine düsteren Phantasien hatte, liegt derweil ebenso auf der Hand, denn er war Mitglied der Dubliner Freimaurerloge Apollo University Lodge No. 357. Kein Wunder also, dass es in Dorian Grays Umgebung von ägyptischer Dekoration nur so wimmelt.

Doch kommen wir nun zur Haupthandlung um Vanessa Ives, die schon in der ersten Episode auf dem Stern der Isis zu sehen ist, wo sie Tarot-Karten legt.

Es zeigt sich schnell, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie betet zwar zu Gott, doch das Kreuz an der Wand dreht sich dabei auf den Kopf und gebiert einen Schwarm Spinnen.

In der zweiten Episode „Die Séance“ nimmt Vanessa an einer selbigen teil, die von einer Spiritualistin namens Evelyn Poole (Helen McCrory) abgehalten wird. Ihren Gästen stellt sich diese als Madame Kali vor, benannt nach der hinduistischen Göttin des Todes und der Zerstörung. Dieser Link kommt nicht von ungefähr, sondern spielt auf die britische Esoterikerin Helena Blavatsky an, welche viel Zeit in Indien verbrachte und die dortige Mythologie in ihr Weltbild integrierte.

Daran, dass diese Bezüge kein Zufall sind, wird Dorian Gray später in der zweiten Staffel keinen Zweifel lassen. Er rühmt sich nämlich damit, dass in seinem Haus bereits Veranstaltungen der Theosophischen Gesellschaft stattgefunden haben, was schon an esoterische Propaganda grenzt.

An der Séance von Kali nehmen jedenfalls 9 Personen teil, was natürlich eine teuflische Zahl ist und der lässt nicht lange auf sich warten. Auf dem Tisch sind zudem Kerzen zu einem Pentagramm angeordnet und auch eine der Teilnehmerinnen trägt ein Pentagramm nebst Mondsichel.

An der Wand hängt ein Spiegel, durch den die Kamera gezielt die Szene einfängt. Dieser Spiegel dient als Dimensionstor, durch das Dämonen in die esoterische Gesellschaft einfallen.

Als Medium wählen diese jedoch nicht Kali, sondern Vanessa. Diese schockt das Publikum durch ihre Besessenheit und zerstört dabei die Spiegeloberfläche des Tisches. Der zerbrochene Spiegel steht wiederum für ihre gespaltene Persönlichkeit.

Was in solchen Kreisen praktiziert wird, sollte natürlich nicht an die Öffentlichkeit geraten, daher gibt es gleich noch eine Verschwiegenheitsgeste oben drauf.

In der fünften Episode wird rückblickend erklärt, wie sich Vanessas Besessenheit entwickelt hat. Wer auf die Umgebung achtet, kann sich sogar noch mehr ableiten, als offenkundig geschildert wird. So schläft Vanessa schon als Kind in einem Bett mit Sonnensymbol.

In einer Nervenheilanstalt wird sie später auf einem schwarz-weißen Hexagonboden lobotomiert und gefoltert.

Geheilt wird sie dadurch nicht. Im Gegenteil entwickelt sie okkulte Fähigkeiten wie Levitation.

In der siebten Folge „Besessen“ wird schließlich ein Exorzist herbeigerufen. Dieser scheitert jedoch und wird von Vanessa angeknabbert. Erst Chandler gelingt es mit ein paar Worten auf Latein, den Teufel aus ihr auszutreiben, was ziemlich unspektakulär abläuft.

Chandler selbst muss in der letzten Episode der ersten Staffel feststellen, dass er ein Werwolf ist. Die amerikanischen Kopfgeldjäger, die ihn verhaften wollen, zerfleischt er kurzerhand in einer Vollmondnacht. Eigentlich war diese Entwicklung absehbar, denn schon in der dritten Episode kommuniziert er mit Wölfen im Londoner Zoo.

Im Auftakt der zweiten Staffel bekommt Frankensteins Monster Caliban mehr Sendezeit. Nachdem er schon in einem blutrünstigen Theater untergekommen war, verschlägt es ihn nun in ein Wachsfigurenkabinett, dessen Besitzer Oscar Putney (David Haig) die Kundschaft mit Mordszenen von der Konkurrenz Madame Tussaud fortlocken möchte. Schon vor dem Kabinett steht eine Werbetafel auf einem Schachbrettboden.

Innen werden die Gäste von Satan höchstpersönlich begrüßt, was die Erklärung für die kranke Ausrichtung sein dürfte.

Nachgestellt werden vor allem Mordszenen von Jack the Ripper. Sicherlich gäbe es für solch ein Horrorkabinett auch in der Realität begeisterte Fans.

Eine weitere Nebenhandlung dreht sich um den Kopfgeldjäger Warren Roper, der Chandlers Werwolfattacke schwer entstellt überlebt hat. Als er erwacht, findet er sich auf dem Schachbrettboden eines Krankenhauses wieder.

Die Haupthandlung nimmt derweil eine krasse Wendung. Das Medium Kali alias Evelyn Poole, in die sich Malcolm Murray verknallt hat, entpuppt sich als böse Oberhexe. Gleich in der Eröffnung der zweiten Staffel stalkt sie Vanessa, die daraufhin okkulte Flashbacks bekommt.

In der zweiten Episode „Verbis Diabolo“ bastelt sich Poole eine Voodoo-Puppe mit Vanessas Aussehen. Damit der Zauber funktioniert, opfert sie ein Baby, dessen Herz sie in die Puppe einpflanzt. Dies ist mit Abstand die widerwärtigste Szene der gesamten Serie und die Anzahl der Puppen deutet darauf hin, dass Kali bereits sehr viele Babys auf dem Pentagrammboden geschlachtet hat.

Passend dazu ist die gesamte Wohnung der Teufelsanbeterin mit menschlichen Knochen dekoriert.

Offenbar handelt es sich um die Überreste ihrer eigenen Opfer, in deren Blut sie badet, wie einst die ungarische Gräfin Bathory.

In der rückblickenden Episode „Die Nachtwandler“ erfährt man die Hintergrundgeschichte von Evelyn und Vanessa. Letztere ging einst bei einer Hexe in die Lehre, die sich als Evelyns Schwester herausstellt. Diese ist jedoch eine weiße Hexe, eine Kräuterfrau, die nebenher auch Abtreibungen vornimmt. Nichtsdestotrotz schmiert sie Vanessa zur Begrüßung ein umgedrehtes Kreuz auf die Stirn und faselt dabei etwas von Luzifer.

Die Schülerin lernt von ihr das Abtreibungshandwerk sowie das Legen von Tarotkarten. Natürlich zieht Vanessa dabei gleich als erstes die Karte des Teufels.

Die Schwester der alten Moorhexe und deren schwarze Hexen tauchen eines Nachts auf und fordern die Auslieferung der Schülerin.

Sie haben die Wicca einst verstoßen und ihr ein Pentagramm auf den Rücken gebrannt.

Als die Verstoßene sich weigert, tötet Evelin eine ganze Rinderherde und schiebt dies ihrer Schwester in die Schuhe.

Den Grafen, der über das Gebiet herrscht, hetzt sie gekonnt gegen die alte Frau auf. Dieser zieht den Dorfpfaffen hinzu und fordert im örtlichen Pub den Pöbel zu einer Hexenjagd auf. Er selbst ist dabei kein Heiliger, lässt er sich doch von der echten Hexe körperlich züchtigen.

Christliche Fundis sind wahrlich die schlimmsten Diener Satans. Das machen sie schlussendlich dadurch deutlich, dass sie die unschuldige Wicca bei lebendigem Leibe verbrennen.

Ihrer Schülerin brennen sie derweil ein Kreuz in den Rücken.

Vanessa verlässt daraufhin das Moor und geht nach London. Da die tote Hexe sie ihren „kleinen Skorpion“ nannte, ist dieses astrologische Symbol fortan ihr Schutzzauber, den sie überall mit Blut hinschmiert. Unnötig zu erwähnen, dass dem Skorpion im astrologischen Tierkreis der Schlangenträger folgt.

Schon in der nächsten Episode suchen Evelyns Hexen Vanessa in ihrem neuen Zuhause heim. Sie dringen getarnt in ihre Wohnung ein, wobei sie sich sprichwörtlich wie Chamäleons der Umgebung anpassen. Den Trick haben sie wahrscheinlich von den Suliban aus „Star Trek – Enterprise“.

Ihr Auftreten als hübsche junge Damen ist ebenfalls nur Tarnung. In Wirklichkeit sind sie kahlköpfig und furchtbar entstellt. Ihre Körper schmücken sie mit Pentagramm-Narben und anderen okkulten Symbolen.

Ins Haus dringen sie ein, da sie Vanessas Haare für ihre Voodoo-Puppe brauchen. Zunächst ist aber Malcolms Ex-Frau dran, die im wahrsten Sinne des Wortes höllische Kopfschmerzen bekommt.

Ihr erscheinen dabei ihre Kinder als Zombies. War ja klar, dass diese Horrorgestalten auch noch ausgegraben werden, wenn auch nur als Vision. Dieser Anblick lässt die arme Frau komplett durchdrehen, sodass sie sich selbst die Kehle durchschneidet.

Ihr Ex-Mann Malcolm ist von ihrem Tod wenig berührt. Er hat längst mit Evelyn eine Affäre, unwissend, dass diese längst auch eine Voodoo-Puppe mit seinem Antlitz gebastelt hat. Natürlich wieder mit einem pochenden Baby-Herzen.

Während Evelyn die Schlinge um ihre Opfer enger zieht, gehen diese rätselhaften Artefakten nach, die Malcolm Murray auf seinen Weltreisen gesammelt hat, Die Artefakte erzählen die autobiografische Geschichte von Luzifer und den anderen gefallenen Engeln.

Sie geben auch einen Hinweis darauf, dass Vanessa Ives und Ethan Chandler der Schlüssel zur Lösung des Problems sind. Allerdings weiß noch niemand zu deuten, dass mit Lupus Dei der Werwolfsmann (wörtlich „Wolf Gottes“) gemeint ist.

Dem ist zu allem Überfluss wieder der Kopfgeldjäger Roper auf den Fersen, der inzwischen einen auf Phantom der Oper macht. Nur will er diesmal nicht das Kopfgeld, sondern Rache für seine Entstellung.

Der Ägyptologe Ferdinand Lyle (Simon Russell Beale) entpuppt sich derweil als Verräter, der mit Evelyn paktiert.

Das ist besonders verwerflich, da er einige Folgen zuvor als Jude mit Kippa zu sehen war. Die Verbindung von Judentum und Satanismus, welche in der Serie unterstellt wird, grenzt schon an Antisemitismus. Möglicherweise wird hier auf die Rothschilds angespielt, die als Weinmarke auch namentlich genannt werden, aber die sind eben ausschließlich Satanisten und keine praktizierenden Juden. Was in „Penny Dreadful“ unterschwellig impliziert wird, ist brandgefährlicher Verschwörungswahn.

Doch zurück zur Haupthandlung. Nachdem Vanessa auf einer Party von Dorian Gray, auf der auch Evelyn und ihre Hexen anwesend sind, eine Vision von Blutregen hat und daraufhin zusammenbricht, entschließt sie sich, aus der Stadt zu fliehen.

Zuflucht sucht sie im Haus der alten Moorhexe, welches diese ihr vermacht hat. Über ihrem Bett hängt immer noch ein passendes Keltenkreuz mit Hexenknoten.

Im Nachlass der Hexe findet Vanessa ein Buch mit bösen Beschwörungsformeln, in dem es von Schlangendarstellungen nur so wimmelt.

Begleitet wird Vanessa von Ethan, der in Vollmondnächten Schafe reißt.

In der Nebenhandlung schlägt Frankensteins Braut Lily neue Wege ein. Sie ist weder an ihrem Schöpfer noch an dessen Monster interessiert und muss sich selbst neu definieren. Als Zeichen ihres Persönlichkeitsbruchs ist sie in einem zerbrochenen Spiegel zu sehen.

Schlussendlich verbündet sie sich mit Dorian Gray, der seine Geliebte, die Transfrau Angelique, zwischenzeitlich vergiftet hat. Lily lässt er dagegen leben, nachdem sie das Geheimnis seiner Unsterblichkeit erfahren hat. All seine Verwundungen, Geschlechtskrankheiten und Sünden manifestieren sich in seinem Portrait.

Lily schlägt einen ähnlichen Weg ein und entwickelt sich zur Lustmörderin, wobei es echt widerlich ist, dass sie sich Typen aussucht, die vom Alter her ihr Großvater sein könnten. Kleines Detail am Rande: Bei ihrem ersten Opfer steht eine Kartenpyramide, deren Spitze in ein rundes Fenster ragt. Symbolik, wohin das Auge blickt.

Auf Sir Malcolms Tisch steht derweil ein Tintenfass mit einem Löwenpaar.

Im Treppenaufgang findet sich weiterhin ein Löwenkopf.

Bevor sich Malcolm Murray entschließt, Evelyn Poole direkt anzugreifen, stattet eine ihrer Töchter Ethan Chandler einen Besuch ab. Statt bis zu Malcolms Anwesen zu spazieren und sich abermals getarnt durch die Vordertür einzuschleichen, nimmt Hecate (Sarah Greene) eine Abkürzung durch einen Spiegel, der hier eindeutig ein Dimensionstor darstellen soll.

Ethan lehnt die Avancen von Hecate ab und schließt sich Murrays Leuten an, als diese ihren Herren aus den Fängen von Evelyn befreien wollen. Malcolm ist nämlich allein zum Hexenschloss aufgebrochen und dabei direkt in eine Falle gelaufen. Evelyn bestraft ihn mit Visionen seiner verstorbenen Familie, was erneut zu einem Abstecher ins Zombie-Franchise führt.

Vanessa trifft bei der Rettungsaktion auf den Leibhaftigen, der sich in Gestalt ihrer Voodoo-Puppe manifestiert. Mit dieser Puppe quatscht sie erst einmal in der Sprache der Gefallenen Engel.

Als der Worte genug gewechselt sind, zerdrückt sie den Kopf der Puppe, aus dem ein Schwarm Skorpione hervorkommt.

Einer der Skorpione verschmilzt mit ihrer Hand. Sie wird quasi eins mit ihrem Sternzeichen.

Evelyn wird derweil von Ethan getötet, der sich wieder einmal in einen Werwolf verwandelt hat. Die Prophezeiung vom Lupus Dei hat sich damit erfüllt. Bedauerlicherweise hat er zuvor auch Mr. Murrays Butler Sembene (Danny Sapani) totgebissen.

Zwei von Evelyns dämonischen Töchtern werden derweil von Murray und Lyle erledigt. Nur Hecate (Sarah Greene) überlebt, da sie ihre Mutter hintergeht und sich nicht in das Geschehen einmischt. Am Ende brennt sie ihr Zuhause nieder.

Feuer fängt im Staffelfinale auch Jesus, was eine ziemlich eindeutige Botschaft ist.

Die zweite Staffel endet damit, dass Ethan sich der Polizei stellt und nach Amerika ausgeliefert wird, Malcolm mit Sembenes Leichnam nach Afrika reist und Vanessa als Letzte das Licht ausmacht. Diverse Handlungsstränge der dritten Staffel spielen damit außerhalb von England, wo Vanessa es zunächst allein mit Dracula höchstpersönlich zu tun bekommt. Kein Wunder, dass sie in eine depressive Phase gerät und mit dem Rauchen anfängt.

Zunächst sucht sie sich aber erst einmal psychologische Hilfe, von der ihr geraten wird, etwas Neues auszuprobieren. Gesagt getan besucht Mrs. Ives zum ersten Mal in ihrem Leben ein Naturkundemuseum. Die Tiere, die sie dort betrachtet, haben dabei alle etwas mit ihrem Leben zu tun. Als erstes trifft sie auf eine Repräsentation des Baphomet, der für Satan steht.

Das zweite Tier ist ein Wolf, mit dem offenkundig Ethan Chandler gemeint ist.

An dritter Stelle kommen Skorpione, die Vanessa selbst repräsentierten.

Im Museum trifft sie auf Dr. Sweet (Christian Carmago), mit dem sie sich schnell anfreundet. In der zweiten Episode stellt sich jedoch alsbald heraus, dass der sympathische Zoologe in Wirklichkeit Dracula höchstpersönlich ist. Wie er und seine Lakaien es schaffen, bei Tageslicht umher zu wandeln, lässt sich nur damit erklären, dass sich die Serie über gängige Vampirmythen hinwegsetzt.

Das gilt auch für den Mythos, dass Vampire kein Spiegelbild haben. Dracula und seine Diener sind sehr wohl im Spiegel sichtbar. Dr. Sweet lädt Vanessa sogar in ein Spiegelkabinett ein, was wieder einmal auf ihre gespaltene Persönlichkeit/Besessenheit hindeutet.

Auf dem Jahrmarkt gibt es übrigens auch eine Wahrsagerin, an deren Stand nach mehr als zwei Staffeln endlich die freimaurerische Pyramide mit dem allsehenden Auge auftaucht. Das war schon längst überfällig.

Noch unlogischer als die Eigenheiten der Vampire ist Draculas sinisterer Plan, einen Menschen zu erpressen, Vanessa Ives auszuspionieren. Zum einen hat er bereits genügend Anhänger, die den Job erledigen können, zum anderen ist er selbst als Dr. Sweet direkt an ihr dran. Die Drehbücher werden also nicht besser, wie es oft der Fall ist, wenn Serien zu sehr in die Länge gezogen werden.

Die Nebenhandlungen werden ebenfalls immer abgedroschener. So tritt Malcolm auf einen alten Freund, der Apache ist und seine Opfer zu skalpieren pflegt. Rein zufällig hat der Herr auch einen Bezug zu Ethan Chandler, mit dem er geistig über Totems kommunizieren kann.

Frankenstein trifft derweil auf einen alten Freund mit ebenfalls indianischen Wurzeln. Dieser stellt sich als Dr. Jekyll heraus, der in einer Londoner Psychiatrie mit den Insassen herumexperimentiert. Zum einen wird hier schon wieder eine literarische Kultfigur in die ohnehin schon überladene Serie verfrachtet, zum anderen war Dr. Jekyll ursprünglich kein Native American. Der Darsteller Shazad Latif ist obendrein pakistanischer Abstammung, die Besetzung haut also auch nicht hin.

Die abartigste Nebenhandlung dreht sich derweil um Dorian und Lily, die eine Armee unterdrückter Frauen aufbauen wollen. Dafür besuchen sie zunächst eine Snuff-Party, auf der die junge Justine (Jessica Barden) live geschlachtet werden soll. Das zahlende Publikum besteht natürlich aus reichen Herren der Oberschicht, was durchaus reale Bezüge hat. Allerdings sind es diesmal die reichen Säcke, die sterben, während Justine von Dorian und Lily gerettet wird.

Es hat auch etwas von ausgleichender Gerechtigkeit, dass die beiden Justine ihren Peiniger servieren, der sie im zarten Alter von nur 12 Jahren gekauft und zur Prostitution gezwungen hat. Sie tötet den widerwärtigen Bastard ohne zu zögern.

Was darauf folgt, ist jedoch mindestens ebenso widerwärtig, wie das, was Justine all die Jahre angetan wurde. Sie und ihre beiden Retter baden im Blut ihres Peinigers und veranstalten eine wilde Sexorgie. Zum Glück gibt es im 19. Jahrhundert noch kein HIV, dennoch ist diese Szene überaus geschmacklos.

Die vierte Episode „Der gefallene“ Engel dreht sich wieder komplett um Vanessa und spielt fast ausschließlich in einer Zelle der Nervenheilanstalt. Der Rückblick in ihre Vergangenheit wird diesmal durch eine Hypnosesitzung bei ihrer Psychologin herbeigeführt. Diese ist ebenfalls Raucherin, womit wieder einmal unterschwellig die Tabak-Agenda beworben wird.

In der Nervenheilanstalt fällt abermals der Hexagonboden auf. Die 666 in endloser Aneinanderreihung.

Das passt auch, denn in der Zelle erscheint der Patientin Luzifer, der vom Pfleger Besitz ergreift. Später gesellt sich auch noch Dracula dazu, der entgegen den üblichen Legenden ebenfalls als gefallener Engel portraitiert wird.

Der Pfleger ist übrigens kein Geringerer als John Clare, der später von Frankenstein als Caliban wiederbelebt wird. In der dritten Staffel erhält er einen Nebenplot, in dem er seine Frau und seinen Sohn wiedersieht. Allerdings nur, um seinen Sohn sterben zu sehen. Seine Frau bittet ihn, den Sohn ebenfalls in einen Zombie transformieren zu lassen, was Caliban ablehnt. Die Frau verlässt ihn daraufhin und er ist wieder allein.

Zur Haupthandlung trägt dies nicht viel bei und auch der Plot um Dorian Gray und Lily findet ein eher unspektakuläres Ende. Gray schmeißt Lilys Gefolgschaft aus seinem Luxusloft, tötet Justine auf ihren eigenen Wunsch hin und trennt sich schließlich von Lily.

Ethan Chandlers Ausflug in die USA hinterlässt ebenfalls keinen bleibenden Eindruck. Er mutet eher wie ein Versuch an, aus der Serie einen Western zu machen. Chandler wird jedenfalls von den Männern seines Vaters befreit, verbündet sich mit Hecate und verfällt vorübergehend der dunklen Seite. Hecate löscht seine Häscher aus, indem sie ausgerechnet Klapperschlangen heraufbeschwört.

Letztendlich gelangen die beiden in die Gewalt von Ethans Vater Jared Talbot (Brian Cox), zu dem es auch Malcolm und dessen Apachenfreund verschlägt. Talbot erzählt den Anwesenden die Geschichte, wie Ethan seine eigene Familie von den Apachen abschlachten lassen hat und kurz darauf wiederholt sich eben diese Geschichte.

Hecate stirbt gleich zu Beginn des Gemetzels, womit sich die Serie einer weiteren überflüssigen Nebenrolle entledigt. Danach ist alles wieder beim Alten, Chandler steht wieder auf der Seite der Guten und ist bereit, Vanessa aus den Fängen Draculas zu befreien. Die macht inzwischen gemeinsame Sache mit Batman.

Zunächst reagiert sie noch abweisend auf die Erkenntnis, dass Dr. Sweet Darcula ist und er sie, ebenso wie Luzifer, besitzen will. Aber anscheinend findet sie ihn doch süß genug, dass sie es letztendlich mit ihm auf dem satanisch schwarz-roten Schachbrettboden treibt.

Ihr Besuch bei Lyle dient derweil nur der Präsentation ägyptischer Ausgrabungsstücke. Die Warnungen vor dem Blutsauger schlägt sie in den Wind.

In der achten Folge kündigt sich bereits der große Showdown an. Ethan ist mit den anderen zurück in London und entdeckt einen ausgeschlachteten Wolf in Murrays Villa. Eindeutig eine Botschaft, die an ihn als Werwolf gerichtet ist. Dennoch schlagen er und der Apache sich recht gut gegen die Vampire.

In der finalen Episode dringen Ethan, Malcolm und einige Verbündete in Draculas Versteck ein. Passenderweise ein Schlachthaus, in dem statt Schweinehälften menschliche Körperteile von der Decke hängen. Das erinnert ein wenig an „The Midnight Meat Train“ und Kenner wissen spätestens seit der „From Dusk Till Dawn“-Serie, dass Vampire für Reptiloide stehen.

Dracula füttert mit den Kadavern allerdings auch seine transformierten menschlichen Diener. Dies spielt zweifellos auf den Kannibalismus an, der im Satanismus praktiziert wird.

Während Malcolm und seine Freunde Vampire abschlachten, dringt Ethan bis zu Vanessa vor, die aber schon in einen Vampir verwandelt wurde. Sie bittet ihn, sie zu töten, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Gesagt, getan, die Kulisse mit den ganzen Kerzen bietet sich obendrein prima für einen Mord an.

Nach dem Sieg über Dracula endet die Serie mit der Bestattung der Hauptprotagonistin. Nachdem ihre engsten Freunde an ihrem Grab standen, kniet auch Caliban davor nieder. Mit ihr ist auch seine letzte Chance auf Liebe gestorben und er bleibt als einsames Monster zurück. Ende.

Fazit: Der einzige Pluspunkt der Serie ist das gelungene Ambiente des 19. Jahrhunderts. Die Kulissen, die Kostüme und die Spezialeffekte versetzen den Zuschauer in das viktorianische Zeitalter. Untermalt ist diese Szenerie mit einem atmosphärischen Soundtrack, der oft sehr düster daherkommt. Dieses Potential wird jedoch durch den hoffnungslos überladenen Genremix verschenkt. Der hohe Grad an Sex und Gewalt macht die anfängliche Stimmung restlos zunichte und treibt den Zuschauer regelmäßig an die Kotzgrenze.

Kaum eine andere Serie ist so abgründig und offen okkult. Alles, was zum harten Kern des Satanismus gehört, wird hier abgefeiert. Angefangen bei Sexorgien über rituelle Menschenopfer bis hin zu Snuff-Partys und Kannibalismus. Es ist einfach nur krank und widerwärtig. Die meisten Darsteller sowie die Produzenten werden schon wissen, was sie da propagieren. Leider ist „Penny Dreadful“ damit näher an der Realität, als einem lieb sein kann. Wer seine Seele nicht belasten will, sollte von dieser Serie Abstand nehmen.

Star Trek: Beyond – Nix Neues hinter der letzten Grenze

von Joe Doe

Nachdem J.J. Abrams Star Trek gleich zweimal ermordet hat, geht der dritte Teil des Reboots nun auf das Konto von Justin Lin. Über das Ergebnis lässt sich streiten. Der Regisseur der letzten „Fast & Furious“-Filme liefert in jedem Falle einen rasanten Trip ab, der aber mehr mit einem Autorennen als mit Star Trek gemein hat.

Achtung: Spoiler!

Um den Film nicht vorschnell abzuwerten, muss gleich zu Beginn gesagt werden, dass er rein optisch absolut beeindruckend ist. Insbesondere mit der Yorktown-Station bietet „Beyond“ etwas wirklich Neues und damit ist er schon mal um Längen besser als seine beiden Vorgänger. Allerdings gibt es in dieser Szene auch das erste okkulte Symbol. Die Schleuse der Station ist ein Hexagon.

Beyond Hexagramm

Innen ist die Stadt im Weltraum sowohl faszinierend als auch verwirrend. Der Einflug der Enterprise raubt einem zunächst den Atem und ist das größte Highlight des Films. Die Architektur ist jedoch ziemlich überladen und geht kreuz und quer durcheinander. Alles steht sprichwörtlich Kopf und die Bevölkerung wird mit Schwerkraftfeldern auf den Füßen gehalten. Statt das Auge mit einem komplizierten Netzwerk aus Brücken zu überlasten, wäre es wesentlich einfacher gewesen, die Innenseite der Kugelstation zu bebauen und dabei die Zentrifugalkraft zu nutzen. Babylon 5 ist in diesem Punkt weitaus realistischer.

Die Bevölkerung der Station ist ebenfalls etwas enttäuschend. Es gibt kaum bekannte Spezies zu sehen. Die einzige Ausnahme bilden die Vulkanier und Orioner, wobei letztere aber eigentlich gar nicht zur Föderation gehören. Andorianer, Tellariten, Saurianer, Trill oder Bolianer sind in dem Getümmel nicht zu erkennen und gehören auch nicht zur Besatzung der Enterprise. Dafür gibt es Dutzende neue Spezies, bei denen man sich fragt, wann die eigentlich alle entdeckt wurden? Die Föderation hatte im 24. Jahrhundert etwas über 150 Mitgliedswelten, im Reboot sind es hundert Jahre zuvor schon gefühlte 1.000.

Immerhin bekommen die Vulkanier etwas mehr Raum und zollen dem 2015 verstorbenen Leonard Nimoy ihren Respekt. Sein Alter Ego durfte ein Jahrhundert älter werden, doch letztendlich sind auch Vulkanier sterblich. Der junge Spock bleibt durch die Konfrontation mit seinem eigenen Tod keineswegs unbeeindruckt und überlegt, in die Fußstapfen Botschafter Spocks zu treten. Er ist aber nicht der Einzige, der seinen Posten auf der Enterprise aufgeben will. Kirk spielt ebenfalls mit dem Gedanken, den Captainsstuhl aufzugeben und sich in Yorktown niederzulassen.

Alles in allem sind die Hauptcharaktere etwas nachdenklicher, was ihnen mehr Tiefe verleiht. Das führt dazu, dass man Chris Pine die Rolle des Kirk erstmals wirklich abnimmt. Karl Urban und Zachary Quinto waren bereits in den ersten Filmen überzeugend und bauen nun endlich den Zwist zwischen ihren Charakteren aus. Die typischen Sticheleien zwischen dem Arzt und dem Vulkanier stehen dem Original in nichts mehr nach.

Etwas überraschend ist die Entwicklung von Sulu zu einem schwulen Charakter. Es ist schwer zu glauben, dass eine Veränderung der Zeitlinie auch die sexuelle Orientierung eines Menschen verändern kann. Hier wird wohl eher auf die Homosexualität des Originalschauspielers George Takei angespielt. Im neuen Cast ist allerdings nicht John Cho schwul, sondern Zachary Quinto. Da Spock im Reboot ohnehin ungewöhnliche Beziehungen eingeht, hätte man ihn auch gleich schwul machen können. Das wäre nicht mal gegen den Kanon gewesen, da Spock in der alten Zeitlinie keinerlei längerfristige Beziehungen zu Frauen hatte.

Sulu hingegen hat eine Tochter, die in der Yorktown-Szene auch kurz zu sehen ist. Da Demora nicht adoptiert, sondern seine leibliche Tochter ist, fragt man sich, wie sie nun zustande gekommen sein soll? Die Andeutung einer schwulen Beziehung funktioniert einfach nicht, zumal sie ohne jeden Tiefgang bleibt. Der Zuschauer lernt Sulus Partner nicht einmal kennen, es wird nicht gezeigt, wie sich dieser beispielsweise Sorgen macht, als der Kontakt zur Enterprise abbricht. Wenn man für Toleranz hätte werben wollen, wäre mehr Tiefgang von Nöten gewesen. Ein schwules Pärchen an Bord der Enterprise hätte mehr bewirkt, eine Romanze zwischen Spock und McCoy wäre sogar ein echter Brüller gewesen. So bleibt es aber nur eine absolut oberflächliche Andeutung, welche die Fans maximal verwirrt.

Dafür gibt es tiefere Einblicke in die Romanze zwischen Spock und Uhura (Zoe Saldana), zwischen denen es zu kriseln beginnt. Irgendwie war das nur eine Frage der Zeit. Durch die kommenden Ereignisse werden sie dann aber doch wieder zusammengeschweißt, was für eine Überraschung.

Überhaupt ist der ganze Film ziemlich vorhersehbar. Als eine mysteriöse Alienfrau in Yorktown ankommt und um Hilfe für ihre abgestürzte Mannschaft bittet, riecht das schon nach einer Falle. Da die Föderation aber aus netten Leuten besteht, sei es ihnen verziehen, dass sie den Braten nicht riechen. Nachdem die Enterprise von einem Schwarm feindlicher Raumschiffe zerfetzt wurde, sollte jedoch allen klar sein, dass dieser Fremden nicht zu trauen ist. Kirk fällt jedoch abermals auf sie rein und lässt sich auf der abgestürzten Untertassensektion seines Schiffes erneut in eine Falle locken. Das ist einfach nur dämlich.

Er hätte die Alienfrau gleich nach dem Absturz auf den fremden Planeten erschießen sollen. Stattdessen startet er die Untertassensektion und lässt sie erneut abstürzen, um die hinterhältige Betrügerin damit zu erschlagen. Ein Phaserschuss wäre weniger aufwendig gewesen. Und nur so nebenbei ist der Crash der Untertassensektion auf einen Planeten voll aus „Treffen der Generationen“ geklaut.

Sowohl beim Kampf im Orbit als auch im Wrack auf dem Planeten kommt es zu Begegnungen mit dem Superschurken Krall (Idris Elba), der auf der Suche nach einem Artefakt ist. Dieses ist Teil einer biologischen Massenvernichtungswaffe, mit welcher er die Föderation angreifen will. Versteckt hat es Kirk jedoch nicht an Bord seines Schiffes, sondern im Kopf eines Besatzungsmitgliedes.

Diese kuriose Aliendame wurde mit dem Rest der Besatzung von Kralls Schergen gefangen genommen und rückt das Artefakt schließlich raus, als Krall damit droht, ein anderes Besatzungsmitglied zu töten. Um ein Leben zu retten ist die Betreffende bereit, Milliarden zu opfern. Solch labile Charaktere sollte die Sternenflottenakademie in Zukunft lieber aussieben. Zumal die Alienfrau damit nicht mal etwas erreicht. Im Gegenteil darf sie die Erste sein, an der Krall die Waffe austestet. Damit hat sie sich einen Darwin-Award verdient.

Krall ist indes ein merkwürdiger Zeitgenosse. Anfangs ist er ein Reptiloid, der sich von menschlicher Lebensenergie ernährt. Während er dies tut, beginnt er sich langsam zu verwandeln. Nachdem in „Star Trek: Into Darkness“ bereits der Nibiru-Schwachsinn von Zecharia Sitchin (*1920, †2010) aufgegriffen wurde, scheinen die Macher des Reboots nun auch noch David Ickes Reptiloiden-Verschwörungstheorien zu übernehmen. Obendrein ist das Absaugen der Lebensenergie von den Wraith aus „Stargate Atlantis“ geklaut.

Beyond Repto

Als sich dann auch noch herausstellt, dass Krall eigentlich ein Mensch namens Edison ist, der zu Zeiten Captain Archers als MACO die Erde vor den Xindi beschützte, schlägt das dem Fass endgültig den Boden aus. Zum einen fragt man sich, warum Captain Balthazar Edison eine reptiloide Gestalt angenommen hat. Nur damit die Auflösung eine Überraschung ist? Das ist wirklich schwach und wenn man eine ernsthafte reptiloide Bedrohung hätte schaffen wollen, hätte man auf die Gorn zurückgreifen können. Die Fans der Classic-Serie hätte es gefreut.

Noch weniger nachvollziehbar ist jedoch, warum Edison Milliarden Unschuldiger töten will. Nur weil die Menschheit nach dem Xindi-Krieg mit selbigen Frieden geschlossen hat? Wenn Edison gegenüber den Xindi nachtragend ist, weil er vielleicht Familienangehörige durch ihren Angriff auf die Erde verloren hat, dann sollten doch eher diese sein Ziel sein. Oder geht es ihm darum, dass die Sternenflotte nach 100 Jahren die Suche nach seiner verschollenen Mannschaft aufgegeben hat? Es ist ja nicht so, dass man gar nicht nach ihnen gesucht hätte und dass man ihn nach 100 Jahren für tot hält, sollte er sich denken können.

Die zahlreichen Aliens, an denen er sich genährt hat, um unsterblich zu werden, hätten viel mehr Grund, ihm etwas übel zu nehmen. Zu den Betroffenen gehört die Überlebende Jaylah, deren Familie von Krall alias Edison abgeschlachtet wurde. Sie nimmt das aber viel relaxter und sucht die Schuld beim Schuldigen. Als sie auf Scotty trifft, rettet sie ihn vor ein paar Vagabunden und verbündet sich mit ihm. Überhaupt ist sie einer der coolsten Charaktere des gesamten Films.

Ihr Versteck ist das Wrack der abgestürzten U.S.S. Franklin, welches sie mit Hologrammprojektoren getarnt hat. Doch Moment mal, wenn Krall der Captain der Franklin war, müsste er doch trotzdem wissen, wo das Wrack vergraben liegt. Was für ein haarsträubender Filmfehler! Es wäre wirklich besser gewesen, einen Außerirdischen als Gegner zu nehmen, um der Fluchtmöglichkeit von Kirks Crew Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Ebenso unglaubwürdig ist es, dass die winzige Franklin die einzige Rettung für die Yorktown-Station ist. Dem gewaltigen Schwarm aus Schiffen, die Krall auf dem fremden Planeten entdeckt hat, ist dennoch nicht mit konventionellen Waffen beizukommen. Es gibt jedoch einen Schwachpunkt, denn wenn die Verbindung zwischen den Schwarmschiffen unterbrochen wird, bricht die Formation auseinander. Das klingt plausibel. Weit weniger plausibel ist jedoch, dass „Sabotage“ von den Beasty Boys exakt die benötigte Frequenz hat. Ein einfaches Störsignal hätte hier genügt, doch man wollte einfach noch mal das Radio aufdrehen.

Der Soundtrack ist ohnehin total unpassend. Beasty Boys in den Actionszenen und Rihanna im Abspann. Der übliche Pop-Schrott nervt schon all den Animationsfilmen, wo er zum Ende die Stimmung ruiniert. Dass jetzt auch Star Trek mit diesem Mist verseucht wird, ist der Gipfel. Aber es ist ja ohnehin nur das Reboot und solange die Titelmelodie zur neuen Serie „Star Trek – Discovery“ nicht von Lady Gaga gesungen wird, kann es den Fans der alten Serien egal sein.

Mit den Minuspunkten für „Star Trek: Beyond“ sind wir indes noch nicht durch. Auch der finale Kampf zwischen Kirk und Edison ist absolut überzogen und unrealistisch. Es gelingt Edison dabei sogar, die Biowaffe zu aktivieren, doch diesmal verbreitet sich das Virus so langsam, dass Kirk sich noch bequem mit Krall darum kloppen kann. Letztendlich saugt Kirk es mit dem Abluftschacht in den Weltraum.

Ähm, warum hat die Yorktown-Station einen Luftschacht, der direkt in den Weltraum führt? Und das noch direkt in der Mitte der Belüftungsturbine für die Station? Das ist ein noch weitaus schlimmerer Konstruktionsfehler als der Energiekernschacht des ersten Todessterns in Star Wars. Immerhin könnte durch diesen Schacht die gesamte Stationsbevölkerung in den Weltraum gesogen werden. Aus unerklärlichen Gründen wird aber nur Krall vom Unterdruck hinaus gesaugt, wie praktisch! Das grenzt schon fast an Magie.

Zumindest das Ende stimmt wieder etwas gnädig. Kirk bekommt doch noch eine Geburtstagsfeier und als Geschenk eine neue Enterprise, die in Rekordzeit konstruiert wird. Jaylah tritt derweil in die Sternenflotte ein, womit sie endlich eine neue Familie gefunden hat.

Fazit: Die Logiklöcher sind nach wie vor himmelschreiend, dennoch ist „Star Trek: Beyond“ der beste der Reboot-Filme. Immerhin schafft er es, zumindest zeitweise Spannung zu erzeugen. Die Effekte sind spitzenklasse und es mangelt auch nicht an Witz. Zudem nimmt das alte Triumvirat von Kirk, Spock und McCoy langsam Gestalt an. Auch Simon Pegg und Zoe Saldana finden allmählich in ihre Rollen. Lediglich Deep Roy als Keenser ist nach wie vor eher ein Maskottchen als ein ernsthafter Charakter.

John Cho ist als Sulu noch etwas unterfordert und seine neue sexuelle Orientierung bleibt nur eine oberflächliche Anspielung auf George Takei. Anton Yelchin bleibt indes als Chekov total unglaubwürdig und sein Text beschränkt sich fast ausschließlich auf seine Arbeit. Diese Rolle ist nicht mal ein Lückenfüller und da der Darsteller am 19. Juni 2016 viel zu früh durch einen Unfall verstorben ist, wird er sie auch nicht mehr vertiefen können. Was nun aus Chekov wird oder ob es überhaupt noch einen weiteren Reboot-Film geben wird, steht ebenso noch in den Sternen.

Einmal selbst Druide sein

Im Bereich der Spiele gibt es zahlreiche Beispiele für Druiden. Im Rollenspiel „Dungeons & Dragons“ sind die Druiden eine spielbare Heldenklasse. Allerdings halten sich diese naturkundigen Magier nicht unbedingt an ihre historischen Vorbilder. Neben dem klassischen „Dungeons & Dragons“ von 1974 gibt es inzwischen auch eine ganze Reihe Computerspiele, die in diesem Universum angesiedelt sind.

Dungeons & Druids

Das erstmals 1984 erschienene deutsche Rollenspiel „Das schwarze Auge“ kopierte die Druiden aus „Dungeons & Dragons“ mehr oder weniger.

Das schwarze Auge

Selbstverständlich gibt es auch in „World of Warcraft“ Druiden. Im Gegensatz zu ihren realen Vorbildern handelt es sich jedoch um Gestaltwandler, welche die Form von Tieren und Bäumen annehmen können.

WoW Druide

In „Diabolo II“ sind die Druiden ebenfalls Gestaltwandler.
Diabolo II Feuerdruide

Es ist nicht alles menschlich, was nach Mensch aussieht

In der Science Fiction sind Außerirdische, die menschliche Gestalt annehmen, weit verbreitet. Derartige Wesen eignen sich perfekt, um Paranoia zu verbreiten.

Zu den Klassikern zählt dabei „Die Körperfresser kommen“ (OT: „Invasion of the Bodysnatchers“), welcher mehrfach 1956 (dt. Titel: „Die Dämonischen“), 1978, 1993 (dt. Titel „Angriff der Körperfresser“) und 2007 (unter dem Titel „Invasion“) verfilmt wurde.

Ein ähnlicher Klassiker ist „Das Ding aus einer anderen Welt“ (OT: „The Thing“), welcher ebenfalls mehrfach 1951, 1982 und 2011 verfilmt wurde. Die 1982er Version von Regisseur John Carpenter ist dabei mit Abstand die drastischste und spart nicht mit blutrünstigen Gewaltdarstellungen.

Sil, Eve und Patrick aus den „Species“ Filmen von 1995 und 1998 konnten zwar nur eine menschliche Form annehmen, waren jedoch ebenfalls richtige Monster, die sich rasant vermehren konnten. 2004 und 2007 gab es noch zwei weitere Fortsetzungen, die jedoch in totalem Trash ausarteten und daher keiner näheren Betrachtung wert sind.

Species Sil morphing

Gestaltwandler in Star Trek

Der erste Gestaltwandler des „Star Trek“-Universums tauchte bereits in der Classic-Episode „Das Letzte seiner Art“ (OT: „The Man Trap“) auf. Der Salzvampir konnte seine Gestalt jedoch nicht wirklich verändern, sondern nur den Verstand der Menschen manipulieren.

Salzvampir Morphose

Der nächste Formwandler in der Folge „Wen die Götter zerstören“ (OT: „Whom Gods Destroy“) war eigentlich ein Mensch. Garth von Izar (Steve Ihnat) war einst ein verdienter Held der Föderation, wollte jedoch in einem Anfall von paranoidem Wahnsinn die gestaltwandlerischen Antosianer auslöschen. Nachdem sein Schiff zerstört wurde, heilten ihn die Antosianer jedoch mittels zellulärer Regeneration. Durch diese Methode konnte Garht fortan auch seine Gestalt verändern und setzte diese Gabe ein, um die Nervenheilanstalt auf Elba II zu übernehmen, in der er nach seiner Rettung eingewiesen wurde.

Die Erklärung, dass ein Mensch durch zelluläre Regeneration seine Gestalt tatsächlich verändern kann, klingt reichlich absurd. Es wäre für einen Erdling schon schwierig, die nötigen geistigen Kräfte zu entwickeln, um einen mentalen Mimikri-Effekt zu erzeugen. Die Gabe der Gestaltwandlung einfach zu erlernen, ist dagegen völlig an den Haaren herbeigezogen.

Garth von Izar

In der Episode „Der Überlebende“ (OT: „The Survivor“) aus der animierten Serie stieß die Crew der Enterprise abermals auf einen Formwandler. Dieser gab sich als Mensch namens Carter Winston aus, der bei einem Raumschiffabsturz starb. Kirk und seine Crew kamen dem Vendorianer letztendlich aber auf die Schliche.

Vendorianer

Dem dritten Gestalterwandler begegneten Captain Kirk und Dr. McCoy im sechsten Kinoabenteuer „Das unentdeckte Land“ auf dem klingonischen Strafmond Rura Penthe. Welchem Volk Martia angehörte, wurde leider nicht geklärt. Es wäre möglich, dass sie eines der 100 Wechselbälger war, welche die Gründer des Dominions über die gesamte Galaxis ausstreuten.

Kirks Äußerung, bisher nur von Gestaltwandlern gehört zu haben, war übrigens ein grober Fehler der Drehbuchautoren. Selbst wenn man die animierte Serie außer Acht lässt, wäre da immer noch Garth von Izar. Dieser nahm, ebenso wie Martia, sogar Kirks Gestalt an. Da hätte der alte Recke eigentlich ein Deja vu haben müssen.

Martia

Captain Picards Crew begegnete schon im Pilotfilm „Der Mächtige/Mission Farpoint“ (OT: „Encounter at Farpoint“) gleich mehreren Gestaltwandlern. Q (John de Lancie) konnte als omnipotentes Wesen einer höheren Dimension jede materielle Form annehmen. Seine liebste war jedoch die menschliche Form.

Q

Das erste Rätsel, welches Q der Enterprise-Crew aufgab, betraf die Farpoint-Station, welche sich als gigantische, quallenartige Lebensform herausstellte, die Energie in Materie verwandeln konnte. Eine zweite dieser kosmozeanen Lebensformen tauchte wenig später in der Gestalt eines außerirdischen Raumschiffs auf.

Farpointwesen_2

Farpointwesen_1

In „Die Thronfolgerin“ (OT: „The Dauphin“) machte Wesley Crusher eine unangenehme Erfahrung mit zwei Allasomorphen. Die schöne Salia konnte sich sehr schnell in ein hässliches Monster verwandeln.

Allasomorphe

Drei weitere Gestaltwandler, denen die Enterprise D begegnete, waren körperlose Wesen, die menschliche Form annahmen. In der Episode „Mutterliebe“ (OT: „The Bonding“) nahm ein Geistwesen die Form der kurz zuvor getöteten Mutter des Jungen Jeremy Aster an. In „Die imaginäre Freundin“ (OT: „Imaginary Friend“) nahm eine nebenartige Kreatur die Gestalt eines Mädchens an, um Kontakt mit der kleinen Clara Sutter aufzunehmen. Schlussendlich konnte auch die anaphasische Lebensform „Ronin“ (OT: „Sub Rosa“) menschliche Gestalt annehmen, um Dr. Beverly Crusher (Gates McFadden) zu manipulieren.

Demonic Isabella

Die Episode „Aquiel“ war schlussendlich eine Adaption des Horrorklassikers „Das Ding aus einer anderen Welt“. Es ging darin um eine außerirdische Substanz, die menschliche Gestalt annehmen konnte.

The Thing Remake

In „Deep Space Nine“ kam mit Odo (Rene Auberjonois) der erste Gestaltwandler in einer Hauptrolle. Wie sich herausstellte, lagen seine Wurzeln im entlegenen Gamma-Quadranten. Die Gründer des Dominion hatten ihn zusammen mit anderen Kindern in der gesamten Galaxis ausgesetzt, damit sie dort unter den Solids leben und Informationen über sie sammeln konnten.

Wechselbalg

Die Gründer mussten sich jeden Tag für rund sechs Stunden regenerieren und nahmen dabei ihre flüssige Form an. Auf ihrer Heimatwelt lebten sie in einer großen Verbindung.

Die große Verbindung

Auf eine ähnliche Spezies traf auch die Voyager in der Episode „Dämon“ (OT: „Demon“). Die flüssige Lebensform kopierte die gesamte Voyager-Crew sowie das Schiff und hielt sich letztendlich sogar für das Original. Außerhalb ihres Planeten konnten sie die angenommene Form jedoch nur für begrenzte Zeit aufrechterhalten. In der Episode „Endstation Vergessenheit“ zersetzten sich die Wechselbälger komplett und trieben fortan als Partikelwolke durch den leeren Weltraum.

Janeway Kopie

Bereits zuvor war die Voyager-Crew in der Folge „Vis a Vis“ einem Gestaltwandler begegnet, der den genetischen Code von Tom Paris (Robert Duncan McNeill) stahl, um dessen Platz einzunehmen.

Vis a Vis

Später entdeckten Captain Janeway und ihre Crew in der Episode „In Fleisch und Blut“ (OT: „In the Flesh“) eine Basis der Spezies 8472, in welcher die Sternenflottenakademie nachgebildet war. Die extradimensionalen Wesen hatten es geschafft, menschliche Form anzunehmen, um die Föderation zu infiltrieren. Sie wollten sich dafür rächen, dass die Crew der Voyager zusammen mit den Borg eine Waffe gegen ihre Spezies entwickelte, was sich im Nachhinein als großer Fehler herausstellte.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Wesen in den „Star Trek“-Serien, die ihre äußere Gestalt mittels technologischer Hilfsmittel verändern konnten. Darunter Ardra in der TNG-Episode „Der Pakt mit dem Teufel“ (OT: „Devil’s Due“). Diese Trickbetrüger können jedoch nicht als echte Gestaltwandler gewertet werden.

Ardra

Gestaltwandler – Die perfekten Undercoveragenten

von Joe Doe

Glaubt man den Sichtungsberichten der 3. und 4. Art, gibt es mindestens vier Arten, wie Außerirdische ihre Gestalt verändern können. Am häufigsten wird von dem so genannten Mimikri-Effekt berichtet, den alle telepathischen Spezies drauf haben. Insbesondere die Grey erscheinen ihren Opfern oft in mentaler Tarnung, die von Tieren über Verstorbene bis hin zu religiösen Figuren reichen kann. Das erinnert nicht von ungefähr an Dr. Arroways Begegnung mit ihrem verstorbenen Vater im Film „Contact“.

Contact Mimikri

Beim Mimikri-Effekt ist zu beachten, dass Spezies wie die Grey keine echten Gestaltwandler sind. Es handelt sich um einen mentalen Trick, mit dem allein die menschliche Wahrnehmung getäuscht wird. Gelänge es, eine solche Begegnung mit einer Kamera aufzunehmen, würden die Grey in der Aufnahme als das erscheinen, was sie sind, während der menschliche Betrachter z.B. eine Eule, einen Hund oder die Jungfrau Maria sehen würde.

Wenn die Grey es wollen, können sie sich sogar komplett aus unserer Wahrnehmung ausblenden und wir würden sie nicht einmal dann sehen, wenn sie direkt vor uns stünden. Es gibt allerdings auch technische Möglichkeiten, Personen oder Objekte zu tarnen. Die Menschheit selbst investiert momentan sehr viel in die Entwicklung so genannter Meta-Materialien, wovon natürlich in erster Linie Militär und Geheimdienste profitieren.

Eine weitere technologische Möglichkeit führt uns direkt zurück zum Thema Gestaltwandler. Selbstverständlich handelt es sich bei einer holografischen Tarnung um keine natürliche Eigenschaft. Von daher können Spezies, die sich dieser Technologie bedienen, ebenfalls nicht als echte Gestaltwandler gelten. Dafür kann diese Möglichkeit aber von allen Spezies genutzt werden. Das schließt die telepathisch unbegabte Menschheit mit ein, denn die irdische Hologrammtechnologie ist bereits sehr weit fortgeschritten. Der Vorteil bei dieser Art der Tarnung liegt darin, dass sie auch Kameras täuschen kann.

Ein weiteres künstliches Hilfsmittel sind Masken. Wenn man sich all die Science Fiction Serien ansieht, können wir Menschen uns in dieser Hinsicht als Meister der Tarnung feiern. Egal ob Klingonen, Minbari, Mon Calamari, Predator oder Xenomorphe – wir haben es voll drauf! Einer näheren Betrachtung halten solche Latexmasken allerdings nicht stand, weshalb sie für eine dauerhafte Unterwanderung ungeeignet sind. Aber es bleiben ja noch chirurgische Veränderungen.

In der plastischen Chirurgie hinken wir anderen Spezies allerdings noch weit hinterher. Geklonte Haut, die aus echtem Fleisch besteht und blutet, wäre zwar mittels heutiger Gentechnik schon zu erzeugen, aber wie hält man diese am Leben, wenn sie nur übergestreift ist? In diesem Punkt könnten uns die Reptiloiden voraus sein, wenn man davon ausgeht, dass es sich so wie in der Serie „V – Die Besucher““ verhält.

Es gibt zwar einige angebliche Augenzeugen, die gesehen haben wollen, wie Repiloide ihre Form physisch verändern. Doch wie glaubwürdig sind solche Aussagen? Es ist höchst umstritten, ob die Reptos echte Formwandler sind. Wahrscheinlicher ist, dass sie sich mit einer synthetischen Haut oder Hologrammtechnologie tarnen, um unsere Gesellschaft zu infiltrieren. Ebenso wäre ein Avatar-Szenario vorstellbar.

Enttarnt

Bis zu diesem Punkt haben wir uns nur mit technologischen und mentalen Gestaltwandlungen beschäftigt. Bleibt zum Schluss noch die Frage, ob es auch echte Gestaltwandler gibt? Über physische Wesen, die jede beliebige Form annehmen können, gibt es kaum glaubwürdige Berichte. Die Existenz solcher Wesen kann zwar nicht ausgeschlossen werden, da das Universum einfach viel zu groß und unerforscht ist, doch vorerst bleiben sie Science Fiction.

Anders sieht es da schon mit extradimensionalen Wesen aus, die unsere Raumzeit scheinbar nach belieben manipulieren können. Es gibt inzwischen Tausende Aufnahmen von nichtphysischen Flugobjekten, die scheinbar aus dem Nichts erscheinen, ihre Form verändern und sich anschließend wieder aus unserer Realität ausblenden. Die wahre Gestalt dieser vermeintlichen Wesenheiten scheinen leuchtende Orbs zu sein, was nahe legt, dass sie aus reiner Energie bestehen. Möglicherweise könnte es sich aber auch um weitaus banalere Plasmaphänomene unserer Realitätsebene handeln.

In religiösen Kreisen werden diese Himmelsphänomene oft als Dämonen oder gefallene Engel bezeichnet. Für solche Behauptungen gibt es jedoch keinerlei Beweise. Wir wissen schlichtweg nicht, was diese Objekte wollen, welche Absichten sie haben oder ob sie mit feindlichen Spezies sowie irdischen Satanisten in Zusammenhang stehen. Wir wissen nicht einmal, ob sie überhaupt in irgendeiner Form lebendig sind. Wenn es sich tatsächlich um extradimensionale Wesen handelt, könnte es durchaus möglich sein, dass sie unsere Realität lediglich für einen kurzen Moment beobachten und dann wieder verschwinden. Vielleicht handelt es sich aber auch gar nicht um Lebensformen oder Plasmaphänomene, sondern um Hologramme, die Teil des Blue Beam Project sind. Wir wissen es einfach noch nicht.

Schlangengrube Disneyland

Das satanistischste Filmstudio der Welt ist erwartungsgemäß eine wahre Schlangengrube. Bereits 1963 wurde der vornehmlich jungen Zielgruppe in „Die Hexe und der Zauberer“ (Originaltitel: „Merlin and Mim“) eine Hexe präsentiert, welche sich in eine Schlange und einen Drachen verwandeln konnte.

Schlange Mim

Am bekanntesten dürfte wohl die Schlange Kaa aus der „Dschungelbuch“-Verfilmung von 1967 sein. Eine Fähigkeit dieser Schlange ist es, ihre Opfer hypnotisieren zu können. Es könnte wohl kaum eine bessere Parabel auf die Realität geben, denn gerade durch Filme werden Menschen einer leichten Hypnose ausgesetzt. Auf diese Weise können sowohl offensichtliche als auch unterschwellige Inhalte in das Denken der Zuschauer implantiert werden. Die meisten Menschen merken nicht einmal, wie sie manipuliert werden und sich die Schlinge immer enger zieht.

Schlange Kaa

In Disneys „Robin Hood“ von 1973 wird der König von der Schlange Sir Hiss beraten. Die eigentliche Macht geht also gar nicht vom König aus, denn der wird von einer Schlange manipuliert. Disney macht wirklich Nägel mit Köpfen…

Schlange Sir Hiss

Der Knaller ist allerdings Dschafar aus der „Aladin“-Verfilmung von 1992. Dieser reptiloide Gestaltwandler, der sich in eine Kobra verwandeln kann, behauptet von sich selbst, das mächtigste Wesen auf Erden zu sein. Er hätte sich auch gleich als Satan vorstellen können.

Schlange Dschafar_1

Schlange Dschafar_2

In der Serie „Aladin“ verwandeln sich der Protagonist und seine Geliebte gar selbst in Schlangenwesen.

Schlange Aladin

In „Küss den Frosch“ von 2009 wird nicht nur ein Frosch geküsst, sondern auch die Schlange Juju von der Voodo-Priesterin Mama Odie abgeknutscht. Ja, die Okkultisten lieben ihre Schlangen. Wir erinnern uns an Loana Petrucciani.

Schlange Juju

Die Schlange – Ist Luzifer ein Goa’uld?

von Joe Doe

Die Schlange ist im Okkultismus ein weit verbreitetes Symbol und ihrerseits Teil von Symbolen wie der Ouroboros oder dem Hermesstab. Letzterer hat seinen Ursprung im antiken Mesopotamien und soll angeblich das geheime Ordenssymbol der Bruderschaft der Schlange sein.

Bruderschaft der Schlange

Warum die Schlange im heutigen Satanismus verehrt wird, lässt sich ganz einfach anhand der Schöpfungsgeschichte der Bibel nachvollziehen. In der Genesis verleitet eine Schlange Eva dazu, die Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen. Der klassische Sündenfall, der zum Verlust der Unsterblichkeit und der Verbannung aus dem Paradies führte. Die Verbindung der Schlange zu Luzifer ist übrigens eine moderne Deutung.

"Der Sündenfall" (Michelangelo)

„Der Sündenfall“ (Michelangelo)

Da das alte Testament zu einem großen Teil auf dem sumerischen Gilgamesh-Epos basiert, verwundert es nicht, dass dort ebenfalls eine Schlange zu finden ist, die dem Helden Gildgamesh die Unsterblichkeit stiehlt. Ihm ergeht es damit ähnlich wie Adam und Eva. Die Rahmenbedingungen sind zwar andere, dennoch sind die Parallelen nicht zu übersehen.

Die sumerische Schlangengöttin Tiamat tritt derweil neben ihrem Gefährten Apsu sogar als Schöpfergottheit auf. Als Apsu die lärmende Menschheit auslöschen will, zeigt sich Tiamat nachsichtig, womit die Schlange hier als Fürsprecherin der Menschheit auftritt.

Tiamat

Tiamat

Der biblischen Schlange nicht unähnlich ist des Weiteren die Schlange Nidhöggr (altnordisch für „der hasserfüllt Schlagende“), welche in der nordischen Mythologie am Fuße des Weltenbaums Yggdrasil wohnt und die Toten peinigt. Hier steht ebenfalls eine negativ charakterisierte Schlange bzw. ein schlangenähnlicher Drache in Verbindung mit einem heiligen Baum. Auch ohne Sündenfall sind die Parallelen abermals verblüffend.

Nidhöggr

Über die Rolle des Luzifers lässt sich natürlich vortrefflich streiten. War er, wie der griechische Gott Prometheus, ein Wissensvermittler, der die Menschen aus der Knechtschaft Gottes befreite? Aus prä-astronautischer Sicht könnte Luzifer durchaus ein Rebell aus den Reihen der Reptiloiden gewesen sein. Ebenso gut könnte er den Menschen aber auch gerade genug Wissen vermittelt haben, damit sie zur Sklaverei taugten.

In jedem Falle kommt den Schlangenanbetern okkulter Geheimlogen eine negative Rolle zu, da sie ihr Wissen geheim halten, während sie die unwissenden Massen in ihrem Sinne mit Halbwissen manipulieren. Diese Methode hat Tradition und reicht bis ins Reich der Pharaonen zurück. Diese trugen als Teil des Kopfschmucks stets eine Schlange an der Stirn. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass ihr Verstand von Reptiloiden oder Schlangenwesen kontrolliert wurde.

Pharao Schlange

Die Schöpfer der TV-Serie „Stargate“ nahmen das sehr wörtlich und interpretierten die Schlange als parasitäre Spezies der Goa’uld, die sowohl von menschlichen als auch von reptiloiden Wirten Besitz ergreift. Das könnte der Wahrheit durchaus nahe kommen, denn tatsächlich gibt es auch auf der Erde Parasiten, die den Verstand ihrer Wirte manipulieren. Darunter der Erreger Toxoplasmose, der Ratten in den Selbstmord treibt. Die Ratten lassen sich einfach von Katzen fressen, welche die eigentlichen Wirte der Toxoplasmose sind. Bei Menschen kann der Erreger ebenfalls Depressionen erzeugen, die bis hin zum Suizid reichen können.

Es wäre also absolut möglich, dass ein ausreichend intelligenter Parasit die Kontrolle über einen Menschen erlangen könnte. In „Stargate“ gibt es dabei sowohl die bösartigen Goa’uld als auch die positiven Tok’ra, die eine eher freundschaftliche Symbiose mit ihren Wirten eingehen. Während die Goa’uld die Menschheit einst versklavt haben, treten die Tok’ra als Alliierte der Menschheit auf. Dafür wurden sie von den Systemslords verstoßen wie einst Luzifer von Gott.

Goauld Larve

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Schlange eine eher negative Rolle spielt, insbesondere was den modernen Satanismus angeht. Okkultisten beten die Schlange einerseits als Repräsentation des biblischen Luzifers an und tatsächlich kommen Schlangen bzw. Drachenwesen in mehreren Kapiteln des Alten und Neuen Testament immer wieder als Repräsentation Satans vor. Andererseits ist die Schlange aber auch Ausdruck eines allgemeinen Reptiloidenkultes, wie er in zahlreichen Kulturen zu finden ist. Wie bereits erwähnt sind Schlangen Teil der nordischen und ägyptischen Mythologie, finden sich aber ebenso im antiken Mesopotamien, Kanaan und Griechenland.

In all diesen Kulturen stehen Schlangen meist für die Mächte des Bösen, des Chaos und der Unterwelt. Zuweilen gelten sie jedoch auch als Symbole der Fruchtbarkeit, des Lebens und der Heilung. Letzteres findet sich z.B. beim Äskulapstab, der vom griechischen Gott der Heilkunde abgeleitet ist und bis heute als Symbol des ärztlichen sowie pharmazeutischen Standes gilt.

Äskulap

Eine ebenso positive Rolle spielen Schlangen in den Kulturen der nordamerikanischen Stämme, darunter der Hopi und Natchez. Gleiches gilt für die Drachen in der chinesischen Kultur, die seit jeher als Wissensbringer verehrt werden. Zu guter letzt wäre da noch die Regenbogenschlange der Aborigines in Australien, welche die Landschaft erschuf und lediglich Gesetzesbrecher straft. Interessanterweise gibt es bei einigen afrikanischen Völkern ebenfalls einen Regenbogengott namens Ashanti, welcher oft in der Gestalt einer Schlange dargestellt wird. Es muss also einst Kontakte zwischen den beiden Kontinenten gegeben haben.

Regenbogenschlange (Australien)

Regenbogenschlange (Australien)

Einmal gut, einmal böse – die Schlangenwesen, von denen uns antike Kulturen berichten, sind im wahrsten Sinne des Wortes doppelzüngig. Dementsprechend wurden sie sowohl gefürchtet als auch verehrt. Doch handelt es sich nur um reine Mythologie oder gibt es einen realen Kern hinter alledem? Einen deutlichen Hinweis darauf, dass mehr an der Sache dran sein muss, bieten die weltweite Verbreitung von Schlangenkulten sowie deren Ähnlichkeit.

In Lateinamerika verehrten die Azteken die menschenfressende Schlange Quetzalcoatl, während die Maya der gefiederten Schlange Kukulkan ebenso blutrünstige Menschenopfer erbrachten. Die Parallelen zu den schaurigen Opferritualen des modernen Satanismus sind erschreckend, obgleich diese heute im Verborgenen stattfinden, während die Maya und Azteken ihre Opferzeremonien in aller Öffentlichkeit vollführten.

Quetzalcoatl

Quetzalcoatl

Es gibt sogar Vermutungen, dass sowohl antike Kulturen als auch okkulte Geheimgesellschaften von einer Allianz aus Grey, Reptiloiden und Schlangenwesen gegründet wurden, welche die Menschheit in Sklaverei halten. Thulsa Doom lässt grüßen.

Formwandler_4

Der Schlangenfürst aus „Conan, der Barbar“ erinnert wiederum stark an die Nagas aus der hinduistischen Mythologie. Diese waren ebenfalls für ihre magischen Fähigkeiten bekannt und konnten jederzeit menschliche Gestalt annehmen, um unerkannt unter den Menschen zu wandeln. Gestaltwandelnde Reptiloide sind also keineswegs eine Erfindung von Hollywood oder David Icke, sondern waren schon vor Jahrtausenden bekannt.

Die Darstellungsformen der Nagas reichen von Schlangenwesen über Menschen mit Schlangen köpfen bis hin zu Schlangenwesen mit menschlichem Oberkörper. Einige der Schlangenwesen tragen eigene Namen und werden zum Teil als Gottheiten verehrt. Darunter Manasa und Shesha. Verbreitet ist der Naga-Kult nicht nur in Indien, sondern auch in Nepal, Tibet, Südostasien, auf Borneo, den Sunda-Inseln, Java und Bali.

Nagas

Wolfcop – Sex, Drugs und Satanismus

von Joe Doe

Nach dem Vampir-Hype kommen Werwölfe gleich an zweiter Stelle. Zuweilen treffen beide Spezies sogar aufeinander, wie z.B. in den „Twilight“- und „Underworld“-Filmen. Streng genommen ist „Wolfcop“ ebenfalls ein solches Crossover, doch steht der Werwolf hier eindeutig im Vordergrund und die Blutsauger sind keine richtigen Vampire. Aber auch sonst bricht diese Horrorkomödie mit den gewohnten Genre-Regeln.

Bereits im Vorspann konfrontiert der Drehbuchautor und Regisseur Lowell Dean die Zuschauer mit Szenen eines schwarzmagischen Rituals, welche mit entsprechend satanistischer Symbolik garniert sind. Das umgedrehte Satanspentagramm ist dabei von zentraler Bedeutung und wird gegen Ende des Vorspanns mit dem allsehenden Auge kombiniert.

01 Pentagramm_1

02 Pentagramm_2

Apropos allsehendes Auge – ein solches gibt es bereits vor Beginn des Films im Clip der Produktionsfirma Ascot Elite Entertainment zu sehen. Es dürfte also klar sein, wohin die Reise geht.

Ascot Eye

Das Erste, was nach dem Vorspann zu sehen ist, sind leere Alkoholflaschen und das Bild einer nackten Frau. Damit wären bereits in der ersten Minute die Alkohol- und Sex-Agenda abgehakt.

03 Quote mit Titte

Außerdem erfahren die Zuschauer gleich zu Beginn, dass Polizeisergeant Lou Garou (Leo Fafard) ein Säufer ist. Sein Name ist übrigens eine Anspielung auf „loup garou“, das französische Wort für Werwolf. Wer diese Sprache versteht, weiß also bereits, wer bald zum Werwolf mutieren wird. Wer auf Lous Sheriffstern am Ärmel achtet, weiß zudem, dass die Gemeinde Woodhaven von Satanisten kontrolliert wird. Während nämlich andere Sheriffsterne 6 bis 7 Zacken haben, handelt es sich bei der Polizei von Woodhaven um ein umgedrehtes Pentagramm.

04 Alkoholiker

Lou passt wahrhaftig in die Gemeinde, denn dort findet gerade ein Trink- und Schießfestival statt. Betrunkene Waffennarren – das kann eigentlich nur in einer Katastrophe enden.

05 Drink & Shoot

Während Sergeant Garou erst mal seinen Kater auskotzt und mit Restalkohol im Blut Auto fährt, gibt es bereits einen ersten kleinen Hinweis, dass in Woodhaven noch mehr vor sich geht als saufen und ballern. Überall hängen Vermisstenanzeigen für Hunde und Katzen. Das perfekte Szanario für ein paar Zahlenspielereien. Die Telefonnummer für die vermisste Katze ergibt z.B. in der Quersumme 33. Obendrein heißt das arme Tier auch noch „Nipples“, was wohl auf die zahlreich vorhandenen Nippel anspielt, mit denen der Film um Quote beim männlichen Publikum ringt.

06 Nipple Cat

Tittengraffitis stehen auch bei den Schmierfinken der Stadt hoch im Kurs. Nebenbei sprayen sie aber gleich noch die Zahl des Teufels an Hauswände. So viel okkulte Symbolik in den ersten drei Minuten ist schon wirklich rekordverdächtig.

07 666 Graffiti

Weiter geht es mit etwas Alkohol- und Aspirinschleichwerbung. Natürlich nur für den Fall, dass jemand noch nicht mitbekommen hat, dass Lou ein Alkoholproblem hat.

08 Alkoholwerbung

Der erste Anruf führt Lou zu seinem Saufkumpel und Waffenhändler Willie Higgins (Jonathan Cherry), der ihm etwas von okkulten Ritualen im Wald erzählt und ein Video von einem Pentagramm an einem Baum zeigt. „Das Zeichen des Antichristen“, wie er meint.

09 Baumpentagramm

In dieser Szene gibt es bereits zwei diskrete Hinweise darauf, was sich hinter dem satanistischen Treiben verbirgt. Zum einen trägt Willie ein T-Shirt mit einer Fledermaus. Das deutet auf Vampirismus hin und es ist auch kein Zufall, warum ausgerechnet Willie mit derartigen Motiven herumläuft.

<10 Fledermausmann

Lou trinkt indes aus einer Tasse mit einem Grey-Kopf, womit eine Verbindung zwischen Vampirismus und Außerirdischen hergestellt wird. Auf den ersten Blick mag die Platzierung solcher Symbole vielleicht zufällig wirken, doch am Ende wird es durchaus noch Sinn ergeben.

11 Believe

Sergeant Garous nächste Station ist die Dorfspelunke, in der sein zukünftiges Schicksal bereits angekündigt wird. Dort läuft er nämlich an einer Wolfsfigur vorbei.

12 Wolffigur

In der Kneipe bleibt es nicht lange friedlich, denn zuerst taucht der örtliche Drogenboss (Jesse Moss) auf, gefolgt von dem Bürgermeisterkandidaten Terry Wallace (Ryland Alexander), der verspricht, die Stadt von Kriminellen zu säubern. Der ideale Zeitpunkt, um ein paar weitere Pentagramme zu platzieren und mit den Freimaurerfarben zu spielen.

13 Terry Button

Der Rest des Tages vergeht wie im Flug, ohne dass Lou das Geringste erreicht. In der Nacht wagt er sich dann jedoch in den Wald, um den Hinweisen von Higgins nachzugehen. Natürlich ist gerade Vollmondnacht und im Wald treiben sich keineswegs nur jugendliche Metalheads herum.

14 Vollmondnacht

Nachdem er Terry kopfüber an einem Baum hängend gefunden hat, bekommt Lou eine übergebraten und das Letzte, was er sieht, sind einige schwarz gekleidete Teufelsanbeter.

15 Satanistenpack

Am nächsten morgen wacht der Trunkenbold total verkatert auf, was an und für sich nichts Ungewöhnliches ist. Seltsam ist nur, dass sein Hemd nach Hund riecht und sein Bart direkt nach der Rasur nachwächst. Am meisten beunruhigt ihn jedoch das umgedrehte Pentagramm, welches man ihm in die Brust geritzt hat.

16 Pentagrammnarben

Kaum hat er den Schock verdaut, wird er zum Fundort einer Leiche in den Wald gerufen. Der Tote ist Terry Wallace, welcher nun ganz gewiss nicht mehr Bürgermeister werden wird. Sein Hals ist wie von einem Tier zerfetzt, weshalb das Trink- und Schießfestival abgesagt wird. Zuletzt fiel das Festival vor 32 Jahren aus und rein zufällig gab es damals ebenfalls eine Sonnenfinsternis, wie sie derzeit kurz bevorsteht. Lou, der sonst wahrlich kein guter Ermittler ist, dämmert allmählich, dass es da einen Zusammenhang geben muss.

Bevor er jedoch seine Recherchen beim allabendlichen Kneipenbesuch vertiefen kann, wird ihm plötzlich schlecht. Er muss die Bardame Jessica (Sarah Lind) kurz allein lassen, auf die wegen der roten Schuhe wohl eher der Namen Dorothy gepasst hätte. Oder soll damit eher angedeutet werden, dass sie die Lady in Rot ist?

17 Rote Schuhe

Rot kommt es auf dem Klo auch aus Lou, was eigentlich ein Fall für den Notarzt wäre. Die erste Verwandlung zum Werwolf ist immer die schmerzhafteste. Ironischerweise hängt über dem Pissoir das Plakat einer Veranstaltung mit dem passenden Titel „Wildman“, welche an einem Freitag den 13. stattfindet. Ein okkultes Datum gepaart mit einem weiteren Hinweis auf Lykantropie, welcher mit dem Veranstaltungsort „Tooth & Nail“ noch etwas auf die Spitze getrieben wird. Die Zähne und Nägel von Lou werden nämlich in den nächsten Sekunden ungewöhnlich scharf.

18 Friday 13

19 Verwandlung

Nachdem Lou im wahrsten Sinne des Wortes sein Gesicht verloren und zwei Kleinkriminelle geschlachtet hat, die Jessicas Kneipe überfallen wollten, wacht er an ein Bett gefesselt auf. Wie sich herausstellt, hat sein Kumpel Willie ihn betäubt und mitgenommen. Um Lou zu beweisen, dass er ein Werwolf ist, kocht er ihm Rührei mit blauem Eisenhut, allerdings hätte bei der hoch giftigen Zutat wohl jeder gespuckt. Während Lou nun damit konfrontiert wird, dass er ein Werwolf ist, zieht Higgins Vergleiche zu Vampiren und trägt dabei abermals ein Fledermaus-T-Shirt.

20 Fledermausvamp 2

An der Arbeit erwartet den Wolfcop ein grausiger Tatort, aber noch ahnt niemand, dass er für die beiden Toten verantwortlich ist. Allerdings findet seine Kollegin Tina (Amy Matysio) ein Gesicht auf der Toilette, welches große Ähnlichkeit mit Lou hat.

21 Facelifting

Nach der Tatortbesichtigung geht Officer Garou wieder seinen Recherchen nach und findet heraus, dass das Verschwinden seines Vaters Ed Garou im Zusammenhang mit den Ereignissen vor 32 Jahren steht. Er selbst war damals erst 10. Bei dem Versuch, die Puzzlestücke miteinander zu verbinden, fallen ihm schließlich wieder die okkulten Symbole ein.

22 Brennendes Pentagramm

Lou leiht sich ein Buch über okkulte Mythologie aus. In diesem steht etwas über das Ritual der Bluttaufe, bei welchem ein Werwolf in einer Vollmondnacht durch ein menschliches Blutopfer geschaffen wird und nicht wie üblich durch einen Werwolfsbiss.

24 Bluttaufe_1

25 Bluttaufe_2

26 Bluttaufe_3

Der Bluttaufe wird schon bald das Ritual der Abrechnung folgen. Zwar sind Werwölfe bei Vollmond nahezu unverwundbar, doch während einer Sonnenfinsternis sind sie geschwächt und damit angreifbar.

27 Abrechnung

Bei der Abrechnung geht es darum, den Werwolf ausbluten zu lassen. Und wer säuft dieses Blut als wäre es Fanta? Laut dem okkulten Buch stecken reptiloide Gestaltwandler hinter allem, welche auch gleich mit dem umgedrehten Pentagramm sowie dem allsehenden Auge in Verbindung gebracht werden. Für diejenigen, die sich schon etwas ausführlicher mit Satanismus und dem damit verbundenen Schlangenkult beschäftigt haben, ist dieser Auftritt der Reptos wahrlich keine Überraschung. Eher eine Bestätigung.

28 Shapeshifters

In der folgenden Nacht will Higgins die Verwandlung von Lou mit seiner Videokamera dokumentieren. Bevor es losgeht, kommt jedoch Tina vorbei und offenbart ihrem Kollegen, dass ihr Vater, dem einst die Dorfkneipe gehörte, vor 32 Jahren verschwand und Ed Garou als einziger nach ihm suchte, bis auch er wenig später verschwand. Lou hat die Parallelen zu seinem eigenen Schicksal und dem Tod von Terry Wallace natürlich längst erkannt.

Kaum ist Tina wieder aus dem Haus, beginnt Lous Verwandlung. Passend zu seinem neuen Outfit verlangt er diesmal nach einem „Wildmen Kentucky Bourbon“. Selbst als Wolf ist er noch ein Säufer.

30 Wildmen

Als nächstes will er seinen Hunger mit Donuts stillen, doch da diese alle sind, beschließt er, die Zelle zu verlassen. In die hatte ihn Willie eigentlich aus Sicherheitsgründen gesteckt. Doch Lou merkt an, dass er nicht einfach nur ein Wolf, sondern ein Wolfcop ist und wie es sich für einen Cop gehört, muss er erst einmal zum nächsten Donutladen. Dort läuft gerade ein Überfall, der ziemlich mies für die Ladenräuber ausgeht.

31 Donutladen

Nach getaner Arbeit wird erst einmal das Polizeiauto umgestylt. Mit der aufgemotzten Karre geht es dann weiter zur örtlichen Drogenscheune, wo sich der Gangsterboss gerade Crystal Meth reinzieht.

32 Meth

Was nun kommt, sind jedoch keine Drogenhalluzinationen. Wolfcop nimmt die Bude komplett auseinander, wobei einige Gangster ihr Gesicht oder gar ihren Kopf verlieren. Am Ende explodiert die Scheune und damit auch der gesamte Drogenmarkt.

33 Gesichtsverlust

Wieder zurück im Revier gibt Jessica sich als Rotkäppchen und versorgt den großen, bösen Wolf mit Alkohol.

34 Rotkäppchen

Das ist aber nicht das Einzige, womit sie ihm dienen kann. Was in den folgenden zweieinhalb Minuten geschieht, lässt sich nur noch mit dem Wort „Zoophilie“ beschreiben.

35 Sodomie

Wie sich nach der fragwürdigen Nummer herausstellt, ist Rotkäppchen nicht ganz diejenige, für die sie sich ausgibt. Jessica betäubt die Bestie mit einem Drink und verwandelt sich kurz darauf in Bürgermeisterin Bradley (Corinne Conley). Das ist dann wohl ein diskreter Hinweis darauf, dass reptiloide Gestaltwandler an der Spitze der Machtpyramide stehen und ihre menschlichen Gegenkandidaten ausradieren, sofern sie Aussicht auf einen Wahlerfolg haben. Für Lou ist es darüber hinaus ein ziemlich fieser Schock, dass sich die heiße Jessica in ein gruseliges, altes Reptil verwandelt.

35 Reptil

Am nächsten Morgen wird Wolfcop von Jessica/Bradley und Willie Higgins in den Wald abtransportiert. Überraschung, sein bester Kumpel ist auch ein Gestaltwandler. Und nicht nur der, sondern ebenso Lous Boss Ray (Aiden Devine), welcher zudem als Chef des Drogenkartells unterwegs ist. Es ist schon praktisch, wenn man seine Gestalt nach Belieben verändern kann. Außerdem erklärt dieses Doppelspiel, warum die Polizei nie ernsthaft etwas gegen das organisierte Verbrechen in Woodhaven unternommen hat. Das Kaff ist schon seit 200 Jahren fest in der Hand der Reptos, die alle gesellschaftlichen Schlüsselpositionen besetzen.

36 Bürgermeisterin

38 Reptoclique

Um ihre Macht weiterhin zu erhalten, müssen sich die Echsenmenschen schon bald wieder am Blut eines Werwolfs nähren. Die Sonnenfinsternis nähert sich bereits ihrem Höhepunkt und Ray Repto hat sogar die passende Schutzbrille dabei. Vor dem rechten Auge ein Pentagon und vor dem linken ein Hexagon.

39 Sonnenbrille

40 Sofi

Willies Fledermaus-T-Shirt ergibt nun ebenfalls endlich einen Sinn, denn er ist es, der Lous Blut zapft. Kurz nachdem das Blutsaufen so richtig in Fahrt kommt, erhält Lou unerwartete Hilfe von Tina, die zuerst Higgins mit dem Snipergewehr eliminiert. Allerdings haben es die beiden nicht nur mit den verbliebenen zwei Reptos zu tun, sondern auch mit Chief Rays Drogengangstern. Der blutige Showdown beginnt, in dessen Verlauf Wolfcop die Drogenmafia dezimiert und Tina ihre Konkurrentin Jessica/Bradley ausschalten darf. Nach dem Tod verwandelt sich die Echsenfrau schließlich in ihre ursprüngliche Form.

41 Toter Repto

Selbstverständlich gewinnen die Guten und alle drei Reptos finden den Tod. Ein wenig überraschendes Ende, für das noch einmal kräftig Fleischwunden verteilt werden.

Fazit: „Wolfcop“ ist alles andere als ein gewöhnlicher Werwolffilm. Zum einen ist er hochgradig okkult, zum anderen offenbart er die Verbindung zwischen Satanismus und gestaltwandlerischen Reptiloiden. Wer etwas auf die Symbolik achtet, kommt schon sehr früh dahinter, dass Woodhaven von Satanisten beherrscht wird, denn der Sheriffstern ist ein umgedrehtes Pentagramm mit zwei Schwertern und genau diese Kombination findet sich auch im Buch über okkulte Mythologie wieder. Mit einem Repto als Polizeichef ist das sicherlich kein Zufall.

42 Pentagramm mit Schwertern

Der Rest des Horrorschinkens besteht eigentlich nur noch aus Alkoholwerbung, nackter Haut und Gemetzel. Abgesehen von etwas Situationskomik ist der Film auch nicht besonders witzig. Interessant ist er maximal für diejenigen, die über die okkulten Abgründe von Hollywood recherchieren, wobei sich dieselben Muster wie in Dutzenden anderer Filme ergeben.