October Faction – Menschen vs. Monster

von Joe Doe

„October Faction“ ist eine Netflix-Serie, die auf einem Comic des Autors Steve Niles basiert. Dieser zeichnete sich bereits für „30 Days of Night“ verantwortlich und arbeitete u.a. für Disney sowie Todd McFarlane. Der offen zur Schau gestellte Okkultismus sollte von daher nicht weiter verwundern.

Gleich zu Beginn der Pilotepisode gibt es die ersten düsteren Vorzeichen. Das Ehepaar Fred (J.C. MacKenzie) und Deloris Allen (Tamara Taylor) kehrt mit den gemeinsamen Kindern Viv (Aurora Burghart) und Geoff (Gabriel Darku) in seine Heimatstadt zurück. Auf dem Weg machen sie an einer Tankstelle halt, in deren Shop ein Wahrsager-Automat steht. Und schon haben wir das erste Pentagramm mit allsehendem Auge.

Die Kids ziehen eine Schicksalskarte, welche ihnen ankündigt, dass verborgene Dinge enthüllt werden. Im Prinzip geht es in der gesamten ersten Staffel um nichts anderes. Sogar das Logo auf der Karte erinnert an ein Symbol, welches noch von Bedeutung sein wird.

Die Familie Allen ist nämlich auf dem Weg zur Beerdigung von Großpapa Samuel (Stephen McHattie), der für die titelgebende Geheimorganisation Presidio gearbeitet hat. Deren Logo ist eine Sonne mit einem Halbmond. Ohne die Schwerter erinnert dieses ein wenig an das Zeichen der Jesuiten und tatsächlich ist der Verein ähnlich fundamentalistisch.

Im Nachlass des Verstorbenen findet sich u.a. ein Joint, der sogleich von Fred geraucht wird. Zwar ist Gras in einigen US-Bundesstaaten inzwischen erlaubt, dennoch ist diese Propagierung von Drogen ziemlich geschmacklos.

Da auf der Trauerfeier der Alkohol ausgeht, womit auch schon die nächste Droge beworben wird, fahren Fred und Deloris schnell in den Supermarkt, um Nachschub zu besorgen. Dort angekommen erfährt man, welcher Arbeit sie nachgehen, denn sie gehören ebenfalls zu Presidio. Diese Mischung aus Geheimbund und Paramilitär macht Jagd auf Monster und von denen treiben sich gerade zwei im Supermarkt herum.

Es handelt sich in diesem Fall um Vampire, die jedoch keine klassischen Vampirmerkmale aufweisen. Sie vertragen Sonnenlicht und ähneln mehr Reptiloiden in Menschengestalt.

Unterdessen hält Tochter Viv mit den jüngeren Gästen der Trauerfeier eine Séance ab.

Statt in Kontakt mit ihrem Großvater zu treten, ergreifen jedoch dunkle Mächte von ihr Besitz. Sie fängt an zu levitieren und zeigt deutliche Anzeichen dämonischer Besessenheit.

Die Pilotfolge endet damit, dass Viv durch ihre Séance unabsichtlich einen sogenannten Warlock befreit, der im Licht des Vollmondes aus einem Gewässer steigt.

Die zweite Episode „Kein Land für alte Vampire“ (in Anlehnung an „No Country for Old Man“) beginnt mit einer Rückblende und erzählt, wie Deloris‘ Vater, einst Sheriff der Gemeinde, von einem gehörnten Kryptiden getötet wurde.

Die Sheriff-Marke ist ein Hexagramm, was allerdings den meisten realen Vorlagen entspricht. Sheriff-Marken sind immer Hexagramme oder Pentagramme, in einigen Fällen auch sieben- oder neunzackige Sterne. Auf der vorliegenden Hexagramm-Marke gibt es zudem noch ein Pentagramm und fünf Pentagrammen in der unteren Spitze.

Deloris‘ Sohn Geoff trägt ebenfalls drei Pentagramme am Ärmel seines Hoodies. Als er sich in der Schule mit einem Lehrer anlegt, ist im Hintergrund außerdem ein Regenschirm zu sehen.

Seine Schwester Viv zeichnet derweil im Kunstunterricht makabere Totenschädel. Die beiden haben es sichtlich schwer, sich in die Kleinstadtgemeinde einzugliedern, nachdem sie zuletzt in Japan gelebt haben.

Noch schwerer ist es für die beiden, Freunde zu finden. Der nächste Eklat in der Schulkantine lässt nicht lange auf sich warten. Übrigens gibt es dort nur ungesunde, zuckerhaltige Getränke der Coca Cola Company. Das Product Placement ist in dieser Serie extrem aufdringlich.

Während die Kids mit ihren pubertären Problemen zu tun haben, entdeckt Vater Fred in der Villa des verstorbenen Großvaters allerhand mystisches. Darunter ein okkultes Symbol mit einer Pyramide im Zentrum.

In der dritten Folge treffen Viv und Geoff erstmalig auf die weibliche Warlock Alice Harlow (Maxim Roy), die ein seltsames Interesse an den beiden zu haben scheint. Passend zu dem okkulten Gedöns trägt sie die Farben der Venus und ist mit einem roten Truck unterwegs.

Die Begegnung hat Viv derweil vorhergesehen. Ihre Gabe erscheint ihr zunächst gruselig und auch ihr Bruder besitzt eine übernatürliche Wahrnehmung. Es kündigt sich bereits an, dass mit den beiden etwas nicht stimmt.

Die vierte Episode beginnt mit etwas Rot/Blau-Symbolik.

Rot ist auch die bevorzugte Farbe von Deloris, die in der örtlichen Polizeiwache herumschnüffelt.

Nachdem sie erfahren hat, was sie wissen wollte, geht sie mit ihrem Mann im Wald auf Vampirjagd. Die Vampirgang, mit der sie sich kurz zuvor angelegt hatte, wurde jedoch schon von Unbekannten gemeuchelt.

Einem Gangmitglied, welches gerade noch so am Leben ist, wurde ein okkultes Warlock-Symbol eingebrannt. Im Zentrum steht wieder einmal eine Pyramide.

Während die zwei Monsterjäger in der nächsten Episode der Sache näher auf den Grund gehen, feiern ihre Kids daheim eine wilde Party. Auf solchen Teenie-Partys haben viele junge Menschen ihr erstes Mal und zumindest ein Mädel kommt auch gleich im passenden Sexkätzchen-Outfit.

Große Mengen Alkohol gehören ebenfalls dazu. Der ist in den USA zwar erst ab 21 erlaubt, aber solche Gesetzesverstöße werden von Hollywood regelmäßig propagiert. Sich das Hirn wegzusaufen macht die Jugendlichen immerhin noch leichter beeinflussbar.

Die Warlock Alice schleicht sich derweil heimlich ins Gebäude, wobei sie die Gabe nutzt, die Zeit einzufrieren. In Vivs Zimmer befasst sie sich erst einmal mit einer Löwenstatue, die offensichtlich ihren Meister repräsentieren soll.

Kurz darauf findet sie die Schicksalskarte aus dem Wahrsager-Automaten. Auf der Rückseite befindet sich ein allsehendes Auge in einer Ouroboros.

Weiter geht es ins geheime Archiv von Großvater Samuel, der ein eifriger Schädelsammler war.

Außerdem findet sich in den Regalen eine Urne mit dem Warlock-Symbol, auf die es die Einbrecherin abgesehen hat.

Nachdem Viv sich aus den Fängen eines aufdringlichen Partygastes befreit hat, trifft sie zum Schluss noch auf einen Cyborg mit einem rotleuchtenden Horusauge.

In der fünften Episode erfährt man, wofür Alice die Urne braucht. Sie enthält die Asche eines Warlock-Anführers, welche mit dem Blut eines Menschenopfers vermischt mächtige Kräfte freisetzt. Alice macht also erst mal einen auf Gräfin Bathory.

Deloris geht derweil auf dem Friedhof ihrer Familiengeschichte nach. Die Gräber der Freimaurer erkennt man dort sofort an den Obelisken.

In Episode 6 gibt es „Neue Erkenntnisse“. Diese erhält Fred, als er auf eine Gruppe niedergemetzelter Xenoformen stößt, die sich nicht aus Vampiren und Warlocks zusammensetzt. Normalerweise arbeiten die verschiedenen Spezies nicht zusammen, aber andererseits haben beide reptiloide Merkmale. Ihr Anführer ist als Einziger noch am Leben und offenbart Fred, dass er ebenfalls auf der Jagd nach der weiblichen Warlock ist. Sie haben also einen gemeinsamen Gegner.

Deloris schnüffelt unterdessen wieder bei der Polizei herum. Wie bereits in der Schule kontrolliert auch dort der Coca Cola Konzern den Getränkemarkt.

In einer Akte entdeckt die Presidio-Agentin Bilder von Ritualmorden, die mit dem okkulten Symbol im Haus ihres Schwiegervaters in Verbindung stehen.

Der ist übrigens gar nicht tot, sondern im Gewahrsam seines einstigen Arbeitgebers. Mit eigenmächtigen Mitarbeitern geht Presidio nicht gerade zimperlich um und lässt sie gnadenlos foltern. Dabei kann sich Samuel sogar noch glücklich schätzen, denn ein Freund von Fred, der ihm einen Gefallen erweist, wird gleich direkt am Arbeitsplatz hingerichtet.

Viv freundet sich unterdessen mit dem Cyborg Dante (Calvin Desautels) an, welcher ebenfalls eine Verbindung zu dem okkulten Symbol hat.

In Folge Nr. 7 gelangen Fred und Deloris an den „Tiefpunkt“ ihrer Presidio-Karriere. Gemeinsam mit ihrem neuen Verbündeten, dem afrikanischen Warlock Moshe (Dayo Ade), dringen sie in eine Presidio-Einrichtung ein. Dort wird mit dem inzwischen allgegenwärtigen Symbol herumexperimentiert.

Wie sich herausstellt, handelt es sich gar nicht um eine Waffenforschungseinrichtung, sondern um ein Gefangenenlager, in dem grausamen Studien an Kryptiden durchgeführt werden. Satan höchstpersönlich wird einer Vivisektion unterzogen und von Moshe von seinem Elend erlöst.

Presidio wird hier zwar als faschistoides Paramilitär entlarvt, welches mit Kryptiden umgeht, wie ein Dr. Mengele mit den Juden. Andererseits muss man sich schon fragen, für wen hier eigentlich Sympathien erzeugt werden? Satan wird als armes Opfer dargestellt und das ausgerechnet von faschistischen Geheimbünden, die Satan ja eigentlich anbeten. Das ist eine völlige Verdrehung der Tatsachen!

Folge 8 geht noch einen Schritt weiter und erzählt die Vorgeschichte von „Alice“. Diese lebte einst in einer friedlichen Gemeinde von Warlocks, die von Presidio ausgelöscht wurde. Nun könnte man meinen, dies spiele auf die Hexenverfolgungen durch die katholische Kirche an, wobei die Parallelen offensichtlich sind. Nur waren die Opfer der realen Hexenverfolgung eben keine Okkultisten mit magischen Kräften und erst recht keine Reptiloiden mit scharfen Zähnen, wie hier dargestellt. Es waren unschuldige Menschen, die oft von bösartigen Neidern denunziert worden sind.

Die Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen im Mittelalter waren an den Haaren herbeigezogen. In „October Faction“ halten sie dagegen tatsächlich bizarre Rituale ab.

Neben der Pyramide mit dem Kreis verwenden sie dabei auch eindeutig satanistische Symbole wie eine Abwandlung des Kreuzes der Verwirrung.

Ihre Toten verwandeln sie mittels Magie in Asche, die ihre Macht konserviert. Das ist Wasser auf die Mühlen christlicher Fundamentalisten!

In den Häusern der Warlocks finden sich weitere okkulte Zeichen, darunter Sonnensymbole, die ironischerweise dem Logo von Presidio sowie der Jesuiten ähneln.

Das Paramilitär von Presidio ähnelt indessen eher einer Nazisöldnertruppe, die mitten in den USA ethnische Säuberungen durchführt.

Fred und Deloris kamen bei dieser Aktion erste Zweifel auf und wie sich nun herausstellt, haben sie die Zwillinge von Alice, welche diese kurz vor der Säuberungsaktion zur Welt gebracht hat, verschont und als ihre eigenen Kinder aufgezogen. Überraschung: Viv und Geoff sind Warlocks, was ihre übersinnlichen Fähigkeiten erklärt. Und mehr noch, Alice ist ihre leibliche Mutter!

Der Cyborg Dante, dessen Name auf den Autor der „Göttlichen Komödie“ anspielt, ist derweil eine Schöpfung von Samuel Allen. Der hat mittels Warlock-Magie den Geist von Freds verstorbenem Bruder in den Körper eines Strafgefangenen reinkarnieren lassen. Damit ist die gesamte Familie wieder vereint.

Am Handgelenk trägt Dante immer noch ein eingebranntes Kreuz der Verwirrung infolge des Rituals.

Alice bereitet unterdessen ein eigenes Ritual vor, mit dem sie die Seelen der ausgerotteten Warlocks in den Menschen der Gemeinde wiederauferstehen lassen will. Einen aufdringlichen Belästiger sortiert sie zuvor aber noch aus, was man als Statement gegen Hollywoods Vergewaltiger verstehen könnte. Natürlich trägt Alice bei dieser Aktion die Farbe einer Femme Fatale.

Die anderen Einwohner kreist sie derweil in ihr rituelles Symbol ein. Durch das Feuer ist das Kreuz unter der Pyramide nunmehr auch eindeutig als rotes Templerkreuz zu identifizieren.

Das ganze Ritual vollzieht sich natürlich genau an Halloween, einem Fest, an dem sich das Tor zur Welt der Toten öffnet. In der finalen Episode „Die October Faction“ ist der örtliche Halloween-Jahrmarkt daher auch mit „Gate Night“ übertitelt.

Presidio kassiert dort die ganze Stadtbevölkerung ein, denn Alices Ritual hat eine starke Energiespitze erzeugt, welche die Geheimorganisation aufgezeichnet hat. Der Energielevel lag bei 99,9, was auf den Kopf gestellt einer 666 entspricht.

Presidio gibt sich gegenüber der örtliche Polizeibehörde als FBI aus und setzt die Einwohner unter falschem Vorwand fest. Da sie aber Zeugen des Übernatürlichen geworden sind, sollen sie schlussendlich allesamt eliminiert werden. Ein typisches „Quarantine & Kill“-Szenario.

Die reinkarnierten Warlocks sowie Alice und ihre beiden Kinder will Presidio derweil zu Versuchszwecken nach Montauk deportieren. Montauk ist eine kleine Gemeinde auf Long Island gegenüber von New York. Es existiert dort tatsächlich ein militärisches Sperrgebiet, welches immer wieder mit Funden seltsamer Hybridkadaver an der nahen Küste in Verbindung gebracht wird. Die Anspielung ist daher wohl kaum ein Zufall.

Natürlich gelingt Alice gemeinsam mit Deloris die Flucht und die beiden Mütter verbünden sich schlussendlich, um Presidios finstere Leiterin Edith Mooreland (Megan Follows) auszuschalten. Angeführt von Sheriff Gina Fernandez (Nicola Correia-Damude) befreit derweil die örtliche Polizei die Einwohner aus der Gewalt des Paramilitärs.

Fred landet unterdessen in der Zwischenwelt von Diesseits und Jenseits, wo er Hilfe von Alices ermordetem Mann sowie leiblichem Vater von Viv und Geoff erhält. Seine Mutter Maggie (Wendy Crewson) wird schlussendlich neue Leiterin von Presidio und damit ist die Ausgangsbasis für die zweite Staffel geschaffen.

Fazit: Rein handwerklich ist „October Faction“ eine sehr spannend in Szene gesetzte Serie. Das Setting und die darstellerischen Leistungen sind positiv zu bewerten. Gleiches gilt für die Botschaft von gesellschaftlicher Toleranz, die sich auch durch den schwulen Charakter des Geoff Allen ausdrückt.

Die Toleranz gegenüber menschenfressenden Monstern hinterlässt jedoch einen unangenehmen Beigeschmack. Die Serie erweckt den Eindruck, dass hier okkulte Kräfte reingewaschen werden sollen. Letztendlich propagiert sie damit Sympathie für den Teufel, der sich mit Sicherheit gegen eine Vivisektion zu wehren wüsste. Trotz Spannung und jeder Menge überraschender Wendungen ist die Serie daher mit Vorsicht zu genießen.

Santa‘s Slay – schlitzen statt Schlitten

von Joe Doe

Es gibt wahrlich alle Arten von Slashern, bei denen in der Regel ein männlicher Psychopath reihenweise Teenager umlegt. Den Weihnachtsmann würde man allerdings nicht in einer solchen Rolle erwarten. „Santa’s Slay – Blutige Weihnachten“ von 2005 bereichert das Genre in dieser Hinsicht auf eine skurrile und trashige Weise. Allein schon das Wortspiel aus „Sleigh“ (Schlitten) und „Slay“ (ermorden) lässt nichts Anspruchsvolles erwarten. Das Anagramm von „Santa“ und „Satan“ gleich im Vorspann garniert das Ganze dann noch mit einer Portion Okkultismus.

Warum der satanische Santa mit Vierzack statt mit Dreizack dargestellt wird, erschließt sich nicht. Was er damit vorhat dagegen schon. Dargestellt wird er übrigens vom WWE-Wrestler Bill Goldberg.

Die Darstellungen mit der Sanduhr kündigen an, dass Santas Zeit nun gekommen ist. Warum er nicht schon eher amokgelaufen ist, wird später noch erklärt.

Die Sanduhr taucht auch in den folgenden Bildern auf und wird dabei immer größer, bis Santa sie schlussendlich im Jahr 2005 zertritt. Hier setzt auch das ein, was dem Zuschauer als Handlung verkauft wird.

Irrwitzigerweise spielt das Ganze in einer Kleinstadt namens „Hell“. Offensichtlicher geht es nun wirklich nicht.

Nachdem Santa vorab schon eine Familie beim Weihnachtsschmaus dahin gemetzelt hat, ist sein nächstes Opfer eine alte Schreckschraube, die obendrein noch Tabakwerbung macht. Man könnte hierbei fast den Eindruck gewinnen, als hole er Menschen, die es ohnehin nicht anders verdient haben.

Der Protagonist Nicholas Yuleson (Douglas Smith) stellt sich derweil als völlige Trantüte heraus. Seine Kollegin Mary (Emilie de Ravin) macht ihm ziemlich offen Avancen, die er entweder nicht bemerkt oder sie absichtlich abblitzen lässt. Er stellt sich permanent saudämlich an, dass sich geradezu zwangsläufig ein Fremdschämeffekt einstellt. Mindestens ebenso unverständlich ist es, warum Mary ihn weiterhin anbaggert, nur um immer wieder abserviert zu werden.

Mindestens ebenso unmissverständlich wie ihre Flirtversuche ist das Shirt von Nicholas. Vorne hat es vier Pentagramme und hinten eine 99, die angesichts der satanischen Ausrichtung des Films als auf dem Kopf stehende 66 gelesen werden kann.

Der Großvater des Trottels ist ähnlich verpeilt. Die Haustür des paranoiden Bewohners hat ein halbes Dutzend Schlösser, aber der Schlüssel ist draußen hinter einem Schild versteckt, sodass Einbrecher leichtes Spiel haben. Am Briefkasten gibt es nebenbei noch einen echtzackigen Stern.

Opa Yuleson (Robert Culp) ist wahrlich nicht die hellste Kerze auf der Geburtstagstorte. Seine verrückten Erfindungen sind auf ihre Retro-Art aber fast schon wieder genial. Darunter das Vorgängermodell des Walkmans, ein tragbarer Plattenspieler. Wer würde sich in Zeiten von handlichen MP3-Playern denn nicht gern einen solchen Apparat, der obendrein mit einer Handkurbel betrieben wird, auf den Rücken schnallen?

Man könnte meinen, Grandpa tickt nicht richtig, und tatsächlich stimmt etwas nicht mit ihm. Unter seinen Sachen findet sich ein militärisch wirkender Anstecker für besondere Verdienste, doch der alte Mann verneint, je in der Armee gewesen zu sein. Mit anderen Worten ist die geflügelte Sonne mit den zwei Pentagrammen hier symbolisch gemeint.

Seinem Enkel liest er aus einem alten Buch vor und erzählt, dass es fälschlicherweise für das Necronomicon gehalten wird. Wieder so eine Anspielung, von wegen Santa = Satan. Diese Verbindung wird sogleich bestätigt, da der Märchenopa erklärt, Santa sei zeitgleich zu Jesus aus einer Verbindung Satans mit der Jungfrau Erika hervorgegangen. Historisch belegt ist das natürlich nicht.

Die Geschichtsstunde wird jäh von Mary unterbrochen, die dem Großvater ihres Freundes den Kadaver eines Vielfraß‘ überreicht, der sogar noch aus dem Maul stinkt und wie ein unrasierter Hodensack aussieht. Ein wirklich tolles Gastgeschenk, das sicherlich einen leckeren Weihnachtsbraten abgibt. Nun, zumindest haben die Drehbuchschreiber Humor.

Santa mordet unterdessen fröhlich weiter. Der Nächste, der dran glauben muss, hat es ebenfalls verdient. Den Weihnachtsmann hält man einfach kein Messer an die Kehle. Die Totenschädel auf dem Stirnband und den Ringen des Ganoven sind geradezu prophetisch, denn kurz nach seiner Attacke hat er eine angespitzte Zuckerstange im Auge und fliegt in eine Mülltonne.

In der Kirche landet derweil der wahre Geist des Weihnachtsfestes in der Kollekte, wobei der Pfaffe Scheine statt Münzen sehen will. Ist halt doch ein reines Kommerzfest.

Die Kollekte verjubelt der Prediger sogleich in einem Strip-Club, was eine vortreffliche Kirchenkritik darstellt. Santa lässt nicht lange auf sich warten und mischt den Club ordentlich auf. Die Männer haben kaum eine Überlebenschance, den Stripperinnen glotzt er dagegen zwischen die Schenkel.

Der Muschisaft an der Tanzstange ist ihm dann aber doch zu igit igit, die muss Santa erst einmal desinfizieren, bevor er sie als Waffe zweckentfremdet. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man dem Film wahrlich nicht absprechen.

Zum Schluss fackelt er den Schuppen ab, den er als „Sündenpfuhl“ bezeichnet. Komisch, eigentlich müsste das doch genau sein Ding sein. Draußen wartet jedenfalls schon sein Schlitten auf ihn, der kurioserweise von einem Bison statt von einem Rentier gezogen wird. Wollte man statt einem Geweih unbedingt Hörner oder fand jemand einfach nur, die Idee sei witzig?

Witzig ist auf jeden Fall der kleine Gag im Hintergrund, wo Santas Schlitten am Vollmond vorbei zieht. Dieser Film ist jedoch nicht von Amblin Entertainment.

Nicholas wirft inzwischen einen Blick in Opas altes Buch, wo er die angeblich wahre Weihnachtsgeschichte erfährt. So soll ein Engel vor tausend Jahren Santa zu einem Curling-Spiel herausgefordert haben. Als Wetteinsatz musste Santa versprechen, für 1.000 Jahre keine weiteren Morde zu begehen und stattdessen Kindern zu Weihnachten eine Freude zu machen.

Das ist weder die offizielle noch die inoffizielle Hintergrundgeschichte des Weihnachtsfestes. Das ist einfach nur beknackt. Mindestens ebenso beknackt wie die Tatsache, dass es der Engel versäumt, Santa das Morden für immer zu verbieten. Damit trägt er eine indirekte Mitschuld am aktuellen Amoklauf des Weihnachtsmannes. Um die Absurdität dieser Story auf die Spitze zu treiben, wird sie als Puppentricksequenz veranschaulicht.

Im Buch sieht das ganze Szenario etwas anders aus. Dort ist u.a. ein Segelschiff mit Templerkreuz zu sehen, aber kein Curling-Turnier.

Nachdem Nicholas nun aufgeklärt ist, sucht er im Internet nach Santas Standort. Dort wird er jedoch nur dafür verhöhnt, dass er mit 16 noch an den Weihnachtsmann glaubt. Leider gibt es den Weihnachtsmann doch und er treibt weiter sein Unwesen. Die Geschenke, die er zwei Rotzgören gebracht hat, erweisen sich als äußerst explosiv. Nun, zumindest haben dafür die Eltern endlich Ruhe. Stille Nacht, heilige Nacht.

In der Kirche findet derweil eine Trauerzeremonie für die Opfer im Strip-Club statt, welche der Pfaffe dreist „Sünder“ nennt. War er zur Tatzeit nicht selbst Gast dieses Etablissements? Aber das Christentum ist halt auch nur ein scheinheiliger Sonnenkult, wie man schon an den Kirchenfenster sieht.

Das nächste Opfer ist der jüdische Ladenbesitzer Mr. Green (Saul Rubinek), was ein wenig kurios ist. Immerhin bekennt sich der Santa-Darsteller Bill Goldberg selbst zum Judentum und sollte daher nicht solch fragwürdige Hinrichtungen mittels Menora an seinen Glaubensbrüdern durchführen. Vielleicht liegt es aber daran, dass Mr. Green ihn zuvor einen „Goi“ schimpft, Zeug nach ihm wirft und ihn mit seinem Hexagrammanhänger blendet.

Vielleicht ist das Judentum aber auch nur Tarnung, denn immerhin spielt Goldberg hier Satans Sohn und die WWE ist ebenfalls nicht gerade ein frommer Verein. Wie auch immer, der Laden eignet sich jedenfalls hervorragend für ein paar Produktplatzierungen.

Nicholas ist natürlich als erster am Tatort und trotz der Menora im Hals schafft es Mr. Green noch, ihm zu sagen, dass der Weihnachtsmann wirklich existiert. Vertrottelt wie Nicholas nun einmal ist, gibt er seinem ehemaligen Boss noch ein „Ich dachte immer, ihr Juden glaubt nicht an so was…“ auf den Weg.

Der erste Cop, der den Laden betritt, meint dazu, ihm käme „hier einiges nicht ganz koscher vor“. Die Rabbis vor dem Laden verwechselt er dann obendrein noch mit einer „Amish-Truppe“. Zum Glück ist das der letzte schlechte Judenwitz in diesem grotesk dämlichen Film.

Was allerdings nicht bedeutet, dass es keine anderen schlechten Witze mehr gäbe. So steht auf dem Polizeiwagen, dass das Verbrechen keine Chance in der Hölle hat.

Das Büro des Polizeichefs, der Nicholas die Story vom Weihnachtsmann natürlich nicht abkauft, hat derweil die Nr. 23. Direkt daneben hängt eine Karte der Spur der Verwüstung, die Santa bisher hinterlassen hat. Diese hat ironischerweise die Form eines Weihnachtsbaumes.

Kurz darauf wird die Polizeiwache selbst zum Tatort.

Als nächste Ziele hat sich Santa Nicholas und Mary auserkoren. Diese fliehen zunächst zu seinem Grandpa in den Bunker, dessen Tür dem Weihnachtswrestler allerdings nicht lange standhält. In den Bunker eingedrungen findet Santa das Buch über seine Vergangenheit. Scheinbar hatte er mal noch zwei Helfer und während er selbst Rot trägt, tragen Santa Johannes Blau und Santa Andreas Grün.

Auf der Flucht wird Grandpa Yuleson vom Bison überfahren, welches von seinem Besitzer fälschlich als „Rentier“ bezeichnet wird. Nicholas und Mary können derweil mit einem Schneemobil fliehen, werden aber alsbald von Santa mit explosiven Geschenken von oben bombardiert. Mit seinem Düsenschlitten fackelt Santa außerdem noch einen Weihnachtsbaum ab, während er Jagd auf seine Nachahmer macht.

Schlussendlich kommt es in der Hell School zum großen Showdown. Das Schulmaskottchen ist natürlich eine Teufelsfratze, was erklären dürfte, warum Satans Sohn ausgerechnet an diesem Ort zuerst zuschlägt. Er fühlt sich in Hell einfach wie zu Hause!

Obendrein gibt es in der Bibliothek noch „Die Weihnachtsgeschichte“. Aber genug der Ironie!

In letzter Sekunde werden die zwei Kids in der Sporthalle von Opa Yuleson gerettet, der sich als weihnachtlicher Erzengel herausstellt. Da hätte man auch gleich drauf kommen können, denn immerhin ist „Yule“ ein skandinavisches Synonym für Weihnachten und der Name seines Enkels spielt auf den Nikolaus an. Inzwischen ist Grandpa ein gefallener Engel, da er seine Unsterblichkeit für die Liebe zu einer Erdenfrau aufgegeben hat. Nun, zumindest auf den Kopf gefallen ist er tatsächlich.

Auf seine Spur ist Santa derweil durch einen Wunschzettel seines Enkels gekommen. Okay, dann lag Santas Besuch wohl doch nicht am einladenden Namen der Gemeinde.

Erzengel Yuleson fordert Santa noch einmal zu einem Curling-Turnier heraus und verlangt diesmal im Falle seines Sieges, dass Santa das Morden für immer einstellt. Darauf hätte er auch tausend Jahre eher kommen können. Bevor es losgeht, küsst er noch seinen Glückbringer, die geflügelte Sonne. Es dürfte jetzt wohl klar sein, für welchen besonderen Verdienst er sie einst erhalten hat.

Auf Glück sollte er auch hoffen, denn diesmal wartet im Eisloch kein kaltes Wasser, sondern ein Höllenschlund. Außerdem findet der Wettstreit unter den wachsamen Augen Satans statt.

Obendrein schummelt Santa und benutzt Opa Yuleson als Curlingstein, was diesen fast in die Hölle befördert.

Der Punktestand von 666 spricht für sich.

Während Nicholas und Mary den Engel aus dem Höllenschlund retten, macht sich Santa aus dem Staub. Da Grandpa die Sporthalle der Schule aus unerfindlichen Gründen nicht verlassen kann, müssen sein Enkel und dessen Freundin die Jagd zu Ende bringen, was in diesem Falle wörtlich zu verstehen ist. Die beiden holen sich nämlich Marys schießwütige Familie zu Hilfe.

Zur Truppe gehört auch ein Indianer, der an den „South Park“-Charakter Ned Gerblansky erinnert. Kurz vor dem Abspann wird sogar darauf hingewiesen, dass er die neue Synchronstimme für Animationsfilme ist. Wie lange er das bei dem Tabakkonsum noch durchziehen kann, bleibt jedoch fraglich. Er raucht wie ein Schlot, obwohl sich bereits sein Kehlkopf verabschiedet hat. Eine Friedenspfeife wäre dabei noch vertretbar gewesen, aber so nervt die überschwellige Kippenwerbung einfach nur.

Neben der Tabaklobby scheint auch die NRA den Film gekapert zu haben.

Mit den Flinten ist allerdings nicht viel gegen Santas Schlitten auszurichten. Marys Vater schießt ihn schließlich mit einer Bazooka ab und verwandelt das fliegende Bison in Gulasch. Der Weihnachtsmann muss daraufhin per Flugzeug zurück zum Nordpol.

Er kann dabei unerkannt reisen, da alle glauben, der Dorfpfaffe sei der Serienmörder gewesen. Dieser lag nämlich als Weihnachtsmann verkleidet in Santas Schlitten und ist beim Absturz auf einem Flaggenmast gepfählt worden.

Fazit: „Santa Slay“ lief nicht umsonst im Programm von „Schlefaz“. Manche Gags sind zwar ganz witzig, insgesamt ist der Film jedoch echt unterirdisch. Das liegt zum einen an den saudämlichen Protagonisten, für die man sich permanent fremdschämen muss. Zum anderen ist die ganze Story an den Haaren herbeigezogener Bullshit. Das Weihnachtsfest mag tatsächlich heidnische Wurzeln haben, aber Santa als Satans Sohn? Diesen Film legt man besser nur seinen Feinden unter den Christbaum.

UFO-Aktivitäten am Devils Tower

von Joe Doe

Um den Devils Tower im Nordosten von Wyoming (USA) ranken sich seit jeher Mythen. Für die amerikanischen Ureinwohner ist er ein heiliger Berg, während die europäischen Eroberer die ungewöhnliche Form des Berges dem Teufel zuschrieben. Die Kiowa nennen ihn aufgrund seiner Form „Tso-aa“ (Dt. „Baumfels“), doch der englische Name hat sich weitgehend durchgesetzt.

Tatsächlich handelt es sich beim Devils Tower, wie auch beim australischen Uluru/Ayers Rock, um einen Härtling. Also um eine Felsformation, die härter als ihre Umgebung ist und daher zurück bleibt, nachdem das umgebende Gestein durch Erosion abgetragen wurde. Der Devils Tower ist vulkanischen Ursprungs, etwa 265 Meter hoch und rund 150 Meter im Durchmesser. Soweit die nüchternen Fakten zum sicherlich eindrucksvollen Naturmonument.

Die erste Verbindung zu etwas Überirdischem geht auf eine Legende der Kiowa zurück. Demnach sollen sieben Mädchen eines nahen Dorfes von Bären verfolgt worden sein. Sie kletterten auf einen Felsen und flehten diesen an, sie zu retten. Daraufhin wuchs der Felsen in die Höhe, wobei die Bären sich festkrallten. So erklärten sich die Kiowa die Kratzspuren. Die sieben Mädchen erreichten derweil den Himmel, wo sie als Sternformation der Plejaden verblieben.

Bei dieser Sage handelt es sich selbstverständlich nur um eine phantasievolle Parabel auf die Entstehung des Baumfels, welcher wohl jeden Nichtgeologen vor Rätsel stellt. Hinzu kommt noch eine Prise Astrologie und fertig ist der Mythos. Mit Außerirdischen oder gar Dämonen hat das rein gar nichts zu tun.

Interessanter sind da schon die Überlieferungen der Sioux-Stämme, deren legendäre Kulturbringerin White Buffalo Woman am Baumfels erschienen sein soll. Sie traf dort auf zwei Brüder auf der Jagd, von denen einer sie sexuell bedrängte. Daraufhin soll sie ihn mit einem Blitzschlag getötet haben.

Anhänger der Prä-Astronautik kommen da natürlich schnell auf den Gedanken, dass die weiße Büffelfrau eine Außerirdische mit einer Strahlenwaffe gewesen sein könnte. Der Umstand, dass sie die Stämme ihre heiligen Riten lehrte und sich anschließend in ein Büffelkalb verwandelt haben soll, verstärkt diesen Verdacht. Kulturbringer, die wie aus dem Nichts erscheinen oder direkt vom Himmel herabsteigen, gibt es überall auf der Welt und magische Verwandlungen könnten durch Hologrammtechnologie erklärt werden. Oder schlichtweg durch Sinnestäuschungen.

Was auch immer damals wirklich geschah, es hat dazu beigetragen, dass der Baumfels heute mit UFOs und dem Paranormalen in Verbindung gebracht wird. Es darf jedoch bezweifelt werden, dass es am Devils Tower eine Häufung von UFO-Sichtungen gibt, die über das normale Maß hinaus geht. Vielleicht finden einige Besucher von Außerhalb den Anblick genauso faszinierend wie wir Menschen, aber nichts deutet darauf hin, dass der Berg etwa eine geheime UFO-Basis ist. Dies implizieren allein Hollywood-Filme. In der Realität ist der Devils Tower kein Sperrgebiet, sondern frei zugänglich.

Die moderne Legendbildung begann 1977 mit Steven Spielbergs „Unheimliche Begegnung der 3. Art“. In diesem hat der Kleinstädter Roy Neary (Richard Dreyfuss) nach einer Begegnung mit einem UFO Visionen vom Devils Tower und baut diesen als Modell in seinem Wohnzimmer nach.

Jillian Guiler (Melinda Dillon) hat ebenfalls eine unheimliche Begegnung, bei der ihr Sohn von Außerirdischen entführt wird. Auch sie hat Visionen vom Devils Tower, die sie zu Papier bringt.

Schließlich treffen Roy und Jillian in Wyoming aufeinander und dringen durch die militärische Absperrzone zum Berg vor. Die Regierung hat das gesamte Gebiet unter dem Vorwand eines Unfalls mit Nervengas evakuiert, um die Kontaktaufnahme mit den Außerirdischen zu vertuschen.

Ob sich die Drehbuchautoren dabei an indigenen Legenden orientiert haben, darf bezweifelt werden. Die religiösen Implikationen sind nämlich offensichtlich. Der Film beginnt bereits mit dem biblischen „Es werde Licht“ und sogar die Eröffnung des Filmsoundtracks ist mit „Opening: Let There Be Light“ betitelt. Weiterhin sieht sich der Protagonist Roy Neary mit seinen Kindern die Exodus-Szene des Films „Die 10 Gebote“ im Fernsehen an.

Der Charakter Neary stellt sogar ganz offiziell einen Ungläubigen dar, der aufgrund eines Erleuchtungserlebnisses zum Gläubigen wird. Nur entwickelt er sich eben nicht vom Atheisten zum Christen, sondern vom UFO-Skeptiker zum UFO-Gläubigen. Mit anderen Worten werden die Außerirdischen an die Stelle Gottes gesetzt. Ihre Ankunft ausgerechnet am Devils Tower kann dabei schon als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden.

Die Grey Aliens sind mitnichten göttlich, sondern vielmehr teuflisch. Das erklärt auch, warum dem Auftauchen ihrer Raumschiffe ein gruseliges Wolkenspektakel vorausgeht, wie man es sonst eher aus Filmen wie „Ghostbusters“ kennt. Außerirdische würden einfach vom Himmel herabkommen, hier scheint sich dagegen ein Dimensionstor zu öffnen.

Aus diesem kommen zunächst einmal Orbs heraus. Über diese glühenden Lichtbälle gibt es weltweite Sichtungsmeldungen, die in den meisten Fällen nahe legen, dass es sich nicht um eine Form von Technologie handelt.

Danach folgt das große Mutterschiff der Grey. Ein kleiner Insidergag am Rande: An dem Raumschiff ist ein R2D2 verbaut, der auf die Freundschaft zwischen Steven Spielberg und George Lucas zurückgeht.

Aus dem Mutterschiff steigen zunächst entführte Menschen, darunter vermisste Piloten, die im Bermudadreieck verschollen sind. Der Film beruft sich hier auf den Flug 19, bei dem am 5. Dezember 1945 ganze fünf US-Bomber verschwunden sind. Das ist bei weitem nicht die einzige reale Vorlage.

Das Aussehen der Grey-Aliens hat sich ebenfalls nicht Hollywood ausgedacht, was immer gern als Argument gegen das Entführungsphänomen behauptet wird. Vielmehr hat sich Hollywood auf Erfahrungsberichte von Entführungsopfern gestützt. Dies wird spätestens durch den Cameo-Auftritt des Astronomen J. Allen Hynek (1910-1986) deutlich, da er für das Project Blue Book arbeitete. Er durchlebte ebenfalls eine Wandlung vom Saulus zum Paulus, da er erkennen musste, dass seine Erklärungsmodelle für UFOs nicht auf alle Sichtungen angewendet werden konnten.

Im Film werden sogar große und kleine Grey gezeigt. Eine Unterteilung, die von so ziemlich allen Entführungsopfern bestätigt werden kann.

Nur die Köpfe haben die Filmemacher nicht ganz exakt hinbekommen. Sie wirken viel zu menschlich, was eine absichtliche Verniedlichung darstellen könnte.

Zum Schluss des Films darf Neary als Auserwählter das Mutterschiff der Grey besteigen. Ein ebenfalls biblisches Entrückungsszenario, welches hier mittels Außerirdischen umgedeutet wird. Um dies zu unterstreichen, werden die Abgesandten der Erde vorab noch von einem Pfaffen gesegnet.

„Unheimliche Begegnung der 3. Art“ sollte nicht der einzige Science Fiction Film bleiben, in dem der Devils Tower eine zentrale Rolle spielt. In der Komödie „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ von 2011 müssen die zwei Nerds Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Gollings (Nick Frost) den Grey-Alien Paul, den sie bei der Area 51 aufgelesen haben, zum Devils Mountain bringen. Der stand allerdings ohnehin auf ihrer Route, da sie von der San Diego Comic Con aus alle Sci Fi Sehenswürdigkeiten der USA besichtigen wollten. Von daher ist es fraglich, ob der Film hier einfach nur eine Hommage auf „Unheimliche Begegnung der 3. Art“ beabsichtigt, oder selbst etwas implizieren möchte.

Die Landung einer fliegenden Untertasse vor sowie das Auftauchen eines Mutterschiffes über dem Devils Tower ist auf jeden Fall eine Hommage.

Die Bekehrung einer christlichen Fundamentalistin durch Paul dürfte dagegen für Evangelikale als eindeutiger Hinweis auf die dämonische Natur der Grey verstanden werden. Allerdings ist deren Weltsicht dermaßen beknackt, dass sie selbstverständlich von jedem Kontakt mit Außerirdischen erschüttert werden würde. Von daher sind betreffende Szenen als atheistischer Humor und nicht antichristlich zu verstehen.

Etwas okkulter ist da schon die Heilung des linken Auges von Ruht (Kristen Wiig) durch Paul. Das erinnert schon sehr stark an die Geschichte von Horus.

Abgesehen davon kann „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ aber nicht so eindeutig interpretiert werden wie „Unheimliche Begegnung der 3. Art“. Er spielt zwar direkt auf diesen an, aber eben aus der Sicht von Sci Fi Nerds.

Ganz anders sieht es da schon beim Disney-Film „Die Jagd zum magischen Berg“ aus dem Jahr 2008 aus. In diesem stranden zwei außerirdische Kids, die wie Menschen aussehen, auf der Erde. Im gesamten Film wird ihr humanoides Aussehen jedoch unterschwellig infrage gestellt, da überall Abbilder von Grey-Aliens zu sehen sind. Laut zahlreichen Entführungsberichten züchten die Grey Hybriden, deren menschlichste Versionen wie blonde Menschenkinder aussehen. Also wie die Kids im Film.

Um eine Invasion der Erde zu verhindern, müssen sie schnellst möglich zu ihrem abgestürzten Raumschiff, welches in eine geheime Militärbasis verbracht wurde. Diese liegt zwar nicht im Devils Tower, sondern im fiktiven Witch Mountain. Damit wird dennoch einmal mehr ein Berg mit UFOs und Okkultismus in Verbindung gebracht.

Der Witch Mountain ist sogar Teil des englischen Originalfilmtitels und zwar sowohl des Remakes von 2008 als auch der ersten Verfilmung von 1975. Die deutsche Übersetzung hält sich derweil nur beim alten Film an den Originaltitel, der „Die Flucht zum Hexenberg“ lautet. Und da dachte man seit Jahrhunderten, der Hexenberg wäre der Brocken im Harz…

Was derweil den Devils Tower angeht, ist und bleibt dieser schlichtweg nur ein Berg. Seine okkulte Bedeutung ergibt sich weder aus seiner Existenz noch aus indigenen Legenden, sondern schlichtweg aus der Namensgebung durch die europäischen Eroberer sowie der Interpretation durch die moderne Science Fiction.

Animal World – Ein chinesischer Clown in den Fängen der Mafia

von Joe Doe

Chinesische Filme können inzwischen mit Hollywood konkurrieren. Nicht nur, was die Qualität angeht, sondern auch die okkulte Symbolik betreffend. Ein extremes Beispiel ist „Animal World“, der ein durchaus interessantes Grundkonzept hat, zuweilen jedoch sehr verstörend wirkt. Das liegt vor allem am Protagonisten Zheng Kaisi (Li Yifeng), der als Kind ein traumatisches Erlebnis hatte, während dem ein Clown-Zeichentrickfilm im Fernsehen lief. Seitdem leidet er unter stressbedingten Tagträumen, in denen er selbst zum Clown mutiert.

Der asiatische Prank-Clown nimmt es in seiner Phantasie mit grottenhässlichen Monstern auf. Zuweilen verwandeln sich auch Zhengs Mitmenschen in seiner Phantasie in solche Dämonen.

Da er für einen Kumpel bürgt, der sich mit einem Mafiakredit verzockt hat, bekommt er es bald selbst mit dem organisierten Verbrechen zu tun. Der Mafiaboss Anderson (Michael Douglas) lässt ihm die Wahl, die Schulden für den Rest seines Lebens abzumalochen oder sich auf ein Spiel einzulassen. Die tickende Uhr, die ihm nur wenig Zeit für die Entscheidung lässt, hat die Form eines allsehenden Auges.

Das Spiel findet auf einem Boot mit dem passenden Namen „Destiny“ (Schicksal) statt, welches fernab von jedem Gesetz in internationalen Gewässern kreuzt.

Gespielt wird dort „Schere, Stein, Papier“, allerdings mit Karten. Auf diesen sind Hände in den jeweiligen Gesten zu sehen. Hände mit Augen wohlbemerkt.

Die Spieler, allesamt Schuldner, bekommen jeweils 3 Pentagramme. Die Verlierer müssen eins abgeben, die Gewinner bekommen ihn vom Gegenüber. Ziel ist es, am Ende mindestens 3 Sterne zu haben. Wer schon vor Ablauf der Spielzeit alle Sterne verliert, wird eliminiert. Außerdem müssen bis zum Ende alle Karten verspielt werden.

Für Zheng beginnt und endet das teuflische Spiel am Tisch 6.

Auch sonst ist das Schiff mit allerhand Symbolik ausstaffiert. Im Zentrum steht eine Spielstandsuhr mit Tigerkäfig obendrauf. Getragen wird sie von geknechteten Statuen, welche die Sklaven repräsentieren, die das kapitalistische System tragen. Direkt neben dran befinden sich Überwachungskameras, um keinen Zweifel daran zu lassen, wie sehr die Sklaven kontrolliert werden.

Der Spielmeister steht auf einer Empore deutlich über dem verschuldeten Proletariat. Über ihm ist ein beleuchteter achtzackiger Stern zu sehen.

Auf dem Boden findet sich passend dazu ein Oktagon nebst Schachbrettmustern. Freimaurersymbolik auf Mafiaterrain, die P2 lässt grüßen.

Die Tür, hinter der die Eliminierten verschwinden, wirkt derweil wie das Tor zur Hölle. Nicht ganz grundlos, denn Gerüchten zufolge dienen die Unglücklichen als Laborratten für medizinische Experimente. Vielleicht werden sie aber auch direkt von stinkreichen Perversen geschlachtet, wer weiß das schon…

Zheng sieht auf dem Boot seinen Kumpel wieder und gemeinsam mit einem Dritten bilden sie ein Team, um das Spiel zu ihren Gunsten zu manipulieren. Die mathematische Berechnung macht den einzigen Reiz des Films aus, sofern man auf Mathematik steht. Allerdings geht die Rechnung allzu oft nicht auf, da auch andere Spieler bescheißen und sich der Dritte im Bunde ebenfalls als Betrüger entpuppt.

Um den Stress besser zu verkraften, greift Zheng des Öfteren zur Zigarette. Tabakwerbung scheint inzwischen wieder voll im Trend zu sein. Zuletzt war die Filmindustrie in den 1980ern derart massiv von der Kippenlobby dominiert.

Am Ende überlebt Zheng und kann sogar einen unschuldigen alten Mann von der Schlachtbank retten. Einige Überlebende haben mit dem Spiel nicht nur ihre Schulden getilgt, sondern gehen sogar mit einem Gewinn nach Hause.

Wirklich aus dem Schneider sind sie allerdings nicht. Wer einmal in die Fänge der Mafia geraten ist, bleibt unter stetiger Beobachtung.

Fazit: Optisch hat „Animal World“ viel zu bieten, spannend ist er jedoch nur für Spieler. Das Filmvergnügen wird zudem dadurch geschmälert, dass keine deutsche Synchronfassung vorliegt. Man muss sich den Film schon auf Chinesisch mit deutschen Untertiteln antun. Die okkulten Symbole sowie die grottenhässlichen Monster sind weitere Gründe, diesen Film nicht zu empfehlen.

Ghostbusters – Eine katastrophale Geisterjagd

von Joe Doe

26 Jahre war es still um die „Ghostbusters“. Statt einer Fortsetzung, wie es der Trailer impliziert, gibt es nun jedoch ein Reboot und dieses hat mit dem Original in etwa so viel zu tun wie Star Wars mit Star Trek. Eigentlich sogar noch weniger. Dabei ist die Besetzung der Geisterjäger mit weiblichen Darstellern gar nicht mal das Problem, sondern die fehlende Atmosphäre der Originalfilme.

01 Team

Schon im Vorfeld gab es viel Aufregung darüber, dass die Ghostbusters nun Frauen sind. Nun könnte man den betreffenden Kritikern Sexismus vorwerfen, würde der Film nicht selbst mit sexistischen Klischees spielen. So schmachten alle vier Geisterjägerinnen den strunzdummen Kevin (Chris Hemsworth) an, nur weil er gut aussieht und kräftige Muskeln hat. Sie geben ihm die Stelle als Bürohilfe nur aus rein dekorativen Zwecken, denn er ist sogar zu doof, um ein Telefon zu bedienen.

Die Sekretärin Janine (Annie Potts) aus den ersten beiden Filmen war vielleicht etwas abgedreht, aber bei weitem nicht derart unterbelichtet wie Kevin Beckman. Der ist einfach nicht witzig, sondern geistig behindert und darüber sollte man sich nicht lustig machen. Chris Hemsworth wird es hoffentlich noch bereuen, diese Rolle angenommen zu haben.

Das Rumgeschmachte der Geisterjägerinnen ist indes einfach nur unwürdig. Zumal die vier Frauen durchaus Potential gehabt hätten. Dr. Erin Gilbert (Kristen Wiig) ist offensichtlich an Dr. Igon Spengler angelehnt und zunächst die wissenschaftlich-rationale Stimme der Vernunft. Nach ihrer ersten Begegnung mit einem Geist, der sie von oben bis unten voll kotzt, benimmt sie sich dann leider nur noch wie ein kleines Kind auf einem Rummelplatz.

02 Kotzgeist

Ihre einstige Freundin Dr. Abigail Yates (Melissa McCarthy) passt indes auf keine der alten Rollen und ist einfach nur ausgeflippt. Allerdings nicht so ausgeflippt wie Dr. Jillian Holtzmann (Kate McKinnon), die für sämtliche technischen Erfindungen verantwortlich ist. Mit der Sicherheit nimmt sie es dabei nicht sehr genau und experimentiert wie ein verrückter Professor aus einer Comicverfilmung herum. Das ist durchaus unterhaltsam, aber sobald Kevin den Raum betritt, schmilzt auch sie dahin. Das Lecken an einem Pistolenlauf treibt den Sexismus schließlich auf die Spitze.

Blow-Job-Andeutung

Blow-Job-Andeutung

Die vierte im Bunde ist die Afroamerikanerin Patty Tolan (Leslie Jones), welche erst später zum Team dazu stößt. Ihre Rolle ist offensichtlich an Winston Zeddemore angelehnt, aber wie alle anderen Teammitglieder ebenfalls viel abgedrehter. Und da sind wir auch schon beim größten Kritikpunkt. Der Film ist eine reine Komödie ohne jeden Gruseleffekt. Das fängt schon beim Soundtrack an. Erzeugte dieser bei den Originalfilmen noch eine Gänsehaut, ist er beim Reboot einzig auf Spaß und Action ausgerichtet. Spannungsmomente gibt es aber ohnehin nicht, dazu fehlt es an Ernsthaftigkeit.

Die Charaktere sind allesamt stark überzeichnet und verhalten sich vollkommen unnatürlich. Sogar die Geister sind einfach nur grell und bunt. Zuul, Gozer oder Vigo waren weitaus gruseliger, ja schon direkt angsteinflößend. Die CGI-Monster haben maximal Unterhaltungswert, taugen aber sonst nicht mal für eine Geisterbahn. Sind die Menschen in den Originalfilmen noch kreischend vor den Kreaturen davongerannt, schießen die Besucher eines Metalkonzerts im der Neuverfilmung Selfies mit Satan. Der hockt auf Pattys Schultern, was eher lächerlich als gruselig wirkt.

04 Grüner Drache

05 Selfie

Sogar der dargebotene Okkultismus ist im Gegensatz zum Original total peinlich. So behauptet der Frontmann der Metalband, er hätte Satan heraufbeschworen, nur um kurz darauf einen Tritt von dem Dämon zu kassieren. Die Verbindung der Musikindustrie zum Satanismus wird hier ins Groteske gezogen. Der Gastauftritt von Ozzy Osbourne, der fragt, was seine Frau ihm in die Drogen getan hat, kann den Zuschauern bestenfalls nur ein müdes Lächeln entlockend.

Die Zahl des Teufels darf in einem solch okkulten Machwerk ebenfalls nicht fehlen, aber mit Herzchen dürfte das selbst dem Leibhaftigen zu blöde sein. So macht nicht mal die Sublimalsuche Spaß.

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Es wird aber noch enttäuschender, denn es wird viel zu früh verraten, dass der ganze Spuk das Werk eines Irren ist, der die Apokalypse aus dem Buch der Offenbarung heraufbeschwören will. Eigentlich kann man hier schon gar nicht mehr spoilern, da bereits der Trailer verrät, wer der Endgegner ist. Kein Geist, kein Dämon, sondern ein Mensch. Ein trauriger Typ, der als Kind gemobbt wurde und sich nun an der Welt rächen will. Ernsthaft?

Die Trauergestalt Rowan North (Neil Casey) platziert Geräte entlang von Ley-Linien, welche Portale zur Geisterwelt öffnen. Zumindest der Aspekt mit den Ley-Linien ist interessant, daraus hätte man eine halbwegs schaurige Handlung spinnen können. Gleiches gilt für die Ambitionen der Satanisten, mittels Technologie transdimensionale Portale öffnen zu wollen oder zumindest eine Dämoneninvasion zu inszenieren. Letztendlich kommen dabei jedoch auch ganz klassisch Spiegel zum Einsatz, was der Hexerei entlehnt ist.

07 Hexenspiegel

Die Farbe der Hexerei ist Grün und es fällt auf, dass die Geister ihre Farbe im Laufe des Films von Blau (Blue Beam) zu Grün wechseln. Das Höllentor am Ende bedient ebenfalls den Oz-Faktor.

08 Hellgate 1

09 Hellgate 2

Doch auch diese Aspekte funktionieren nicht. Rowan ist als Gegner einfach nicht ernst zu nehmen. Das beweist er schlussendlich, als er sich selbst tötet und von Kevin Besitz ergreift. In dessen Kopf war ja durchaus genügend Platz. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, jammert Rowan ständig herum, dass er zu Lebzeiten mehr hätte trainieren sollen. Ja, auch er ist neidisch auf Chris Hemsworths Körper. Den lässt er dann noch wie Peter Pan durch die Luft fliegen. Was für eine sinnlose und peinliche Anspielung.

(Bild folgt)

Geht es noch schlimmer? Ja! Denn als Rowans Geist Kevins Traumkörper verlässt, nimmt er die Gestalt des Ghostbusters-Logos an. Zunächst als Comiczeichnung, aber auch die 3D-Variante ist nicht wirklich gruselig. Schlussendlich wird er von den Geisterjägerinnen in das von ihm geschaffene Portal entsorgt, aus dem er hoffentlich nie wieder auftauchen wird.

11 Ghost

Um die Enttäuschung perfekt zu machen, sind alle Darsteller aus den Originalfilmen in neuen Rollen zu sehen. Es handelt sich also definitiv nicht um eine Fortsetzung, was so vielleicht auch besser ist. Dennoch wäre es nett gewesen, zum Beispiel Peter Venkman und Dana Barrett Händchen haltend auf einer Parkbank sitzen zu sehen, von wo aus sie das Geschehen mit den Worten „Es geht schon wieder los!“ kommentieren. Statt einer kleinen Hommage gibt es aber lediglich uninspirierte Cameo-Auftritte.

Die größte Rolle spielt dabei Bill Murray, der als Skeptiker Martin Heiss den Versuch unternimmt, die Geisterjägerinnen als Betrüger zu entlarven. Mit Sigourney Weaver darf er diesmal auch nicht anbandeln. Die unterstützt das Team am Ende in der Rolle der Mentorin Rebecca Gorin. Ernie Hudson mimt indes Pattys Onkel Bill, womit er seinem einstigen Stammcharakter noch am nächsten kommt. Dan Akroyd ist schlussendlich nur kurz als Taxifahrer zu sehen und Harold Ramis erlebte diese Katastrophe zum Glück nicht mehr. Der einstige Darsteller des Igon Spengler verstarb bereits 2014 und konnte nur noch als Geist am Set erscheinen.

Bleiben noch die Nebenrollen der Originalfilme. Während Rick Moranis einen Cameo-Auftritt ablehnt hat, ist Annie Potts wieder als Empfangsdame zu sehen. Leider aber nicht bei den Ghostbusters, was uns den unsäglich dummen Kevin erspart hätte. Stattdessen sitzt sie am Empfang des Hotels, in dem Rowan seine Weltuntergangsmaschine deponiert hat. Dort ist auch ein Wandbild zu sehen, welches an den Turm von Babylon erinnert.

(Bild folgt)

Slimer und der Marshmellowmann sind ebenfalls wieder mit von der Partie und als einzige in ihren alten Rollen zu sehen. In einer Szene nach dem Abspann gibt es dann noch einen weiteren kleinen Geist-Cameo. Als Patty die Tonbandstimmen noch einmal abhört, fragt sie, wer Zuul ist? Hoffentlich ist dies keine Anspielung auf eine Fortsetzung, denn auf ein klamaukiges Remake des ersten „Ghostbusters“-Films kann die Welt wahrlich verzichten.

Fazit: Der neue „Ghostbusters“ hat maximal oberflächlich mit den alten Filmen zu tun. Es gibt ein Team von Geisterjägern, die ein Auto mit der Bezeichnung Ecto1 haben und mit Nuklearlasern um sich ballern. Abgesehen von den Cameoauftritten einiger Originaldarsteller hören die Gemeinsamkeiten an diesem Punkt aber auch schon auf. Das Reboot ist eine grelle, völlig überdrehte Komödie, die krampfhaft versucht, witzig zu sein. Dabei reicht die Neuverfilmung jedoch nicht mal an den feinen Witz der ansonsten eher gruseligeren Originalfilme heran.

Um es kurz zu machen: Mit weiblichen Ghostbusters hätten die Fans der alten Filme noch leben können, aber nicht mit der abgedroschenen Handlung und dem flachen Humor, der gerade unter dem Türschlitz entfleucht ist. Das einzig Positive sind vielleicht noch die 3D-Effekte, doch auch die bunten CGI-Monster können den handgemachten Gruselkreaturen der Originalfilme nicht das Wasser reichen.

Ghostbusters II – Vigo, der Antichrist

von Joe Doe

Fünf Jahre nach dem ersten Teil kam 1989 „Ghostbusters II“ in die Kinos. Diese Gruselkomödie gestaltete sich nicht minder okkult und apokalyptisch als der Vorgänger. Allerdings sollte diesmal kein extradimensionaler Dämon das Ende der Welt einläuten, sondern der wiederkehrende Geist eines finsteren Fürsten aus dem Mittelalter.

Alles beginnt mit einer Schleimpfütze, die den Kinderwagen von Dana Barrett (Sigourney Weaver) klaut und mitten auf einer belebten Straße abstellt. Es geht also schon mal um finstere Mächte, die ein Interesse an einem Neugeborenen (Will & Hank Deutschendorf) haben. Dieses stammt übrigens nicht von Dr. Venkman, der fünf Jahre zuvor mit Dana angebandelt hat. Der Vater bleibt anonym.

Wenigstens bekommen die Ghostbusters durch diesen Vorfall wieder etwas zu tun. Winston Zeddemore (Ernie Hudson) und Ray Stantz (Dan Akroyd) schlagen sich nämlich mehr schlecht als recht mit Auftritten auf Kindergeburtstagen durch. Doch nicht mal die Kids können den Geisterjägern noch etwas abgewinnen. Wenigstens Egon Spengler (Harold Ramis) hat noch einen passablen Posten am Institut für erweiterte theoretische Forschung. Dieses Institut befindet sich in einem klassischen Gebäude, dessen Eingang von zwei Säulen gesäumt ist.

Dana wendet sich zuerst an Egon, bei dem sie genau richtig ist. Er arbeitet nämlich an einer Theorie, der zufolge menschliche Emotionen Auswirkungen auf das physikalische Umfeld haben. Diese Theorie ist gar nicht mal so abwegig und wird inzwischen sogar von der realen Wissenschaft behandelt. Für die herrschende Elite ist sie auf jeden Fall der Grund, warum sie die Menschheit in Angst, Verzweiflung und Hass hält. Negative Emotionen erzeugen negative Schwingungen und darauf fahren die Satanisten voll ab. Das ist auch der Grund, warum es so viele Kriege, Armut und schlechtes Fernsehen gibt. In diesem Film wird das alles noch eine zentrale Bedeutung haben.

Wo wir schon mal bei schlechtem Fernsehen sind, Venkman moderiert inzwischen eine eigene Sendung, in der allerhand Esoteriker und Weltuntergangspropheten auftreten. Letzterer könnte allerdings recht behalten und spoilert die Zuschauer mit der Information, dass die Welt am Silvesterabend Punkt 0 Uhr untergehen wird. Statt 1989 hätte der Film also ebenso gut 2000 oder 2012 spielen können. Die UFO-Enthusiastin in Venkmans Sendung datiert den Weltuntergang gar auf den 14. Februar 2016, was inzwischen natürlich genauso obsolet ist, wie alle anderen Weltuntergangstermine. Immerhin ist aber zwischen 1989 und 1990 der Ostblock untergegangen, vielleicht wollte Hollywood ja darauf anspielen.

Die nächste Szene spielt in einem New Yorker Kunstmuseum. An der Fassade hängen ein roter und ein blauer Banner, womit wir die Freimaurerfarben schon mal abhaken können. Selbige finden sich noch einmal auf einer US-Flagge und einer Tricolore. Erstere sollte in den USA nicht weiter verwundern, letztere ist jedoch reine Freimaurerdeko.

Zu guter Letzt wären da noch reichlich Sonnensymbole.

Dana Barrett ist vom Orchester in dieses Museum gewechselt, wo sie nunmehr als Restaurateurin arbeitet. Ihr Vorgesetzter ist der aufdringliche Dr. Janosz Poha (Peter McNicol), welcher gerade ein neues Gemälde in der Werkstatt aufstellen lässt. Es ist ein Portrait von Vigo (Wilhelm von Homburg), welches nicht nur sehr lebendig wirkt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes eine Seele besitzt.

Egon sucht in der Zwischenzeit Ray auf, der einen Laden für okkulte Bücher und anderen Esoterikschnickschnack betreibt. Der Laden hat natürlich die Hausnummer 33. Man sieht sie zwar nicht direkt, aber das Gebäude links daneben hat die Nummer 31.

Im Laden gibt es gleich mal eine Pyramide mit Auge und Ray wünscht einem Kunden „viel Spaß beim Hexensabbath“. Als Geisterjäger muss man halt Geister heraufbeschwören, um nicht arbeitslos zu werden.

Das Team von damals ist mit dem Eintreffen von Venkman auch schon fast komplett und natürlich erfährt dieser nun, dass seine alte Flamme erneut Stress mit Dämonen hat. Außerdem holt er ein bestelltes Buch mit dem Titel „Magische Pfade zu Reichtum und Macht“ ab, welches ebenfalls von einer Pyramide mit Auge geziert wird. Noch deutlicher kann man wohl kaum darauf hinweisen, dass so ziemlich alle Reichen und Mächtigen dieser Welt Freimaurer mit einem Hang zum Okkulten sind.

Mit dem Okkulten bekommen die Geisterjäger schon bald genug zu tun. Sie statten Dana einen Besuch ab und untersuchen ihre Wohnung. Als dort alles normal scheint, zeigt die besorgte Mutter ihnen die Stelle auf der Straße, an der der Kinderwagen stehen geblieben ist. Dort schlagen die Instrumente von Egon und Ray endlich Alarm. Irgendetwas muss sich unter der Straße befinden.

In der Nacht beginnen die drei, ein Loch in die Straße zu meißeln. Gerade, als Ray an einem Seil über einem Fluss aus Schleim baumelt, werden sie von der Polizei erwischt und verhaftet. Als sie Ray hochziehen, erwischt dieser eine Stromleitung und legt damit ganz Manhattan lahm. Das dürfte nicht gerade zur Strafmilderung beitragen.

Im Museum wird unterdessen Janosz von Vigos Gemälde angequatscht. Er soll dem moldawischen Fürsten ein Kind beschaffen. Als er sich fragt, warum er das tun soll, schießen Blitze aus dem Antlitz von Vigo auf den Museumsdirektor nieder, der fortan unter Kontrolle des toten Fürsten steht. Bei dieser Szene darf natürlich ein achtzackiger Stern der Ištar in Schwarz/Weiß nicht fehlen.

Janosz weiß natürlich genau, wo er ein neugeborenes Kind finden kann und sucht noch in derselben Nacht Dana heim. Er fragt, ob er ihre Wohnung betreten darf, was diese ablehnt. Dämonen und Vampire sollte man niemals hereinbitten und offensichtlich ahnt sie etwas. Oder ihr ist Janosz schon im Normalzustand zu gruselig. Immerhin kann er den Stromausfall kompensieren, indem er seine Augen als Scheinwerfer benutzt.

Am nächsten Tag beginnt die Gerichtsverhandlung der Geisterjäger. Winston ist dabei nur Gast, aber für die anderen sieht es nicht gut aus. Zumal ihr Anwalt kein geringerer als die Flachzange Louis Tully (Rick Moranis) ist. In seinem Eröffnungsplädoyer weist er gleich darauf hin, dass ihm die Geisterjäger geholfen haben, als er in einen Hund verwandelt war. Und das vor einem Richter, der nicht an Geister glaubt.

Zum Glück befindet sich unter den Beweistücken ein Glas mit dem psychoaktiven Schleim, der unter New Yorks Straßen fließt. Als der Richter Wexler (Harris Yulin) so richtig in Fahrt kommt und den Angeklagten wünscht, er könnte sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen, brodelt es im Einmachglas. Letztendlich explodieren die Geister zweier Hingerichteter aus dem Schleim, welche der Richter selbst einst zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt hat.

Mit diesen alten Bekannten konfrontiert, sieht sich Wexler genötigt, das Urteil aufzuheben und ebenso die einstweilige Verfügung, welche den Geisterjägern die Ausübung ihres Handwerks untersagt. Nachdem sie die beiden Todeskandidaten in ihren Geisterkerker gesperrt haben, sind sie wieder zurück im Geschäft. Janine Melnitz (Annie Potts) bekommt ebenfalls ihren alten Posten als Sekretärin zurück. Mit neuer Brille und Frisur sitzt sie wieder am Telefon und nimmt Aufträge entgegen, die sich mal wieder häufen. Sogar ein neues Logo haben sich die Geisterjäger gegönnt. Der durchgestrichene Geist macht nun eine V-Geste.

Neben der üblichen Geisterjagd experimentieren die Jungs mit dem psychoaktiven Schleim. Sie schreien ihn an, was heftige Reaktionen verursacht, und bringen sogar einen Toaster damit zum Tanzen. Für den ständig herumblödelnden Venkman die Gelegenheit, gleich noch eine V-Geste zu machen.

Nach der kleinen Vorstellung besucht Peter seine Ex Dana im Kunstmuseum, wo ihm Janosz das Bild von Vigo vorstellt. Dana ist vom einstigen Herrscher der Karpaten und Moldawiens weit weniger begeistert und bezeichnet den mächtigen Zauberer als „völkermordenden Wahnsinnigen“. Demnach wäre er für das Geistergenre das, was Dracula für das Vampirgenre ist. Obendrein hat er einen gruseligen Modegeschmack mit lauter Totenköpfen, was aber zu seinem Charakter passt.

Am Abend will Dana mit ihrem Baby baden, aber sie bekommt ungebetenen Besuch vom Blob. Dieser versucht, Klein Donald (im engl. Original Oscar) zu verschlingen.

Da ein Bad in psychoaktivem Schleim nicht so ihr Ding ist, flüchtet Dana in die Wohnung von Peter Venkman. Dort kommt sie aber vom Regen in die Traufe, denn der Schachbrettboden verheißt nichts Gutes.

Am nächsten Tag statten die Geisterjäger erst einmal Vigo einen Besuch ab. Wie ihre Recherchen ergeben haben, lebte Vigo im 15. bis 16. Jahrhundert und erreichte ein stattliches Alter von 105 Jahren. Dabei starb er nicht mal eines natürlichen Todes, sondern wurde vergiftet, erstochen, erschossen, gevierteilt und zerhackt. Offenbar wollte man sicher gehen, dass er auch wirklich tot ist. Vigo wusste also, wie er sich beliebt macht. Kurz vor seinem endgültigen Tod kündigte er jedoch seine Wiederkehr an, um die Menschheit erneut mit seiner Herrschaft zu beglücken.

Von der Fotosession mit Vigo ist Museumsdirektor Janosz Poha wenig begeistert, doch er kann das Eindringen der Geisterjäger nicht verhindern. Vigo kann sich aber sehr wohl selbst um das Problem kümmern. So hypnotisiert er u.a. Ray mit seinem bösen Blick.

Dana wohnt dieser Szene nicht bei, da sie noch in Peters Wohnung weilt. Immerhin konnte sie dort ungestört baden. Als Venkman nach Hause kommt, lädt er die Mutter abends zum Essen ein, während er dem kleinen Donald seine Emanuelle-Sammlung empfiehlt. Ein Pornografiewitz gegenüber einem Neugeborenen ist wieder mal typisch für den pädophilen Sumpf von Hellywood und dieses Baby wird auch noch in ein okkultes Ritual hineingezogen.

Babysitter soll für den Abend Janine spielen, welche in ihrem Leopardenfellmantel und den grünen Handschuhen eine wandelnde Stilsünde ist. Da das Sexkätzchen ein wenig rollig ist, lädt sie Louis ein, sie in Venkmans Wohnung zu begleiten. Es dürfte klar sein, dass die Kombination der beiden nervigsten Charaktere in einer Katastrophe enden muss.

Ray und Egon entwickeln derweil die Fotos des Vigo-Gemäldes. Diese sehen nicht ganz so aus, wie die beiden das Portrait in Erinnerung hatten. Auf den Fotografien ist der Fluss aus Schleim zu sehen, welcher unter New York brodelt. Kurz darauf fangen die Fotos Feuer, während sich die Tür der Dunkelkammer von Geisterhand abschließt. Dank Winstons Einschreiten entkommen Egon und Ray diesem Anschlag ganz knapp.

Während Venkman Dana zum Essen ausführt, begeben sich die anderen drei über einen U-Bahntunnel in den New Yorker Untergrund, um den Fluss des Schleims zu untersuchen. Peters Entscheidung, diesem Trip nicht beizuwohnen, erweist sich als absolut richtig, denn was der Rest des Teams entdeckt, ist nicht gerade appetitlich. Zunächst treffen sie auf eine Galerie abgehakter Köpfe, die vermutlich islamistische Terroristen im U-Bahnschacht hinterlassen haben. Die Altersfreigabe ab 12 ist spätestens an dieser Stelle nicht mehr nachvollziehbar und Eltern sollten ihre Kinder von derartigen Szenen fernhalten.

Der nächste Schock besteht aus einem Geisterzug und so langsam ahnt Egon, dass irgendetwas das Team von seinen Forschungen abhalten will. Kurz darauf entdeckt Ray einen Zugang zum Schleimfluss. Egons Frage, wie viel negative Energie nötig sei, um einen Fluss dieser Größe zu erzeugen, erübrigt sich, denn der Big Apple ist ein Sumpf von Kriminalität und Sünde. Das Ergebnis verschlingt erst einmal Winston und um ihn zu retten, springen auch Ray und Egon in die Glibberbrühe.

Als die drei wieder auftauchen, gehen sich Winston und Ray gegenseitig an die Gurgel. Egon kommt jedoch schnell darauf, dass es an dem Schleim liegt, der geradewegs auf das Kunstmuseum zufließt. Ihre Erkenntnisse müssen sie natürlich gleich Venkman auftischen und zwar beim Essen in einem Nobelrestaurant. Nachdem sie einige Snobs vollgeschleimt haben, werden sie abermals verhaftet und diesmal ist es Peter, der als Unbeteiligter außen vor bleibt. Irgendwie kommen Geisterjäger recht häufig mit dem Gesetz in Konflikt.

Während die Jungs auf dem Weg zum Bürgermeister sind, erwischt Dana die beiden Babysitter Janine und Louis in flagranti. In der Zeit, in der sie auf ihr Baby aufpassen sollten, haben sie gleich selbst eins gemacht. Nebenbei bemerkt nicht unweit eines Schabrettbodens, was einen Hauch von Sex-Magick hat.

Beim Bürgermeister Larry (David Margulies) läuft es unterdessen nicht so prickelnd. Auf die Botschaft, dass sich alle negativen Emotionen der Stadt in einem explosiven Plasma manifestierten, kontert er nur, dass es jedermanns gottgegebenes Recht sei, sich mies zu fühlen und andere wie Dreck zu behandeln. Das bringt den American Way of Life ziemlich präzise auf den Punkt. Nachdem der Bürgermeister sie eiskalt abserviert hat, landen sie diesmal nicht im Knast, sondern in der Klapsmühle. Trotzdem ist dies eine Wiederholung des ersten Teils.

Wirklich reif für die Irrenanstalt ist indes der Museumsdirektor Janosz. Dieser hält gerade eine schwarze Messe vor dem Gemälde Vigos ab und quatscht mit dem künftigen Antichristen. Er schleimt sich regelrecht bei dem alten Schleimpilz ein und bittet ihn, Dana zur Frau haben zu dürfen, nachdem er Vigo deren Baby gebracht hat.

Vigo will Donald keineswegs missbrauchen oder gar opfern, sondern in dessen Körper wiedergeboren werden. Damit wird der satanistische Mythos bedient, Dämonen könnten in Menschen fahren, wobei es sich in der Realität allerdings eher um multiple Persönlichkeitsspaltung handelt. Dennoch beschreibt dieses Szenario sehr gut, was die Elite mit traumabasiertem Mind Control beabsichtigt. Und wo wir schon mal dabei sind, trägt Donald einen Winnie Puh Schlafanzug, was natürlich ein Disney-Erzeugnis ist.

Janosz fackelt nicht lange und zieht los, um das Baby abzuholen. Vigo hat ihm dafür ein paar Superkräfte mit auf den Weg gegeben. Jetzt ist sein Jünger transzendent und kann fliegen. Obendrein trägt er ein extrem schlechtes Mary Poppins Kostüm und kann seine Arme ausstrecken wie Mr. Fantastic.

Dana macht sich sofort auf den Weg ins Museum, wo sie zwischen den Säulen Jachin und Boas mit zwei illuminierten Weltkugeln hindurch muss.

Drinnen liegt Donald bereits auf einem Altar, was bei entsprechendem Hintergrundwissen schon ein ziemlich heftiger Anblick ist. Der schwarz/weiße Reptiloidenstern ist dabei stets präsent.

Die Lage in der Stadt spitzt sich derweil immer mehr zu. Der Fluss aus Schleim steigt immer höher und hüllt das Museum komplett ein.

Auch andernorts bricht sich der Schleim Bahnen. Darunter bei einer Brodway-Show mit dem bezeichnenden Titel „Cannibal Girls“. Das satanisch-rote Pentagramm ist nicht weit.

Direkt gelungen ist dagegen die kleine Botschaft gegen Pelzträger. Ob der Kostümdesigner Peta-Mitglied ist?

Nebenher läuft noch die Titanic an den Docks ein, aber ansonsten sind die Dämonenangriffe eher wenig amüsant.

Zu allem Übel öffnet sich auch noch ein Hellgate und hüllt die Stadt in Dunkelheit.

Die Situation ist inzwischen dramatisch genug, dass der Bürgermeister erneut nach den Geisterjägern rufen lässt. Die kommen aber mit ihren Protonenstrahlern nicht durch den schleimigen Wackelpudding hindurch. Da es sich um negativen Schleim handelt, brauchen die Jungs ganz viel positive Energie und ein Symbol, welches die Massen mitzieht. Ein Blick auf das Nummerschild ihres Ecto 1A bringt die zündende Idee. Wer könnte eher Licht ins Dunkel bringen als die Sonnengottheit Mithras? Gemeint ist natürlich die Freiheitsstatue, welche auf dem Nummernschild in den Farben der Freimaurer abgebildet ist.

Bevor die Statue im wahrsten Sinne des Wortes losgehen kann, wird sie erst einmal mit positivem Romantikschleim besudelt. Wie das dazu führen kann, dass sich die Freiheitsstatue mit einem Joystick steuern lässt, ist natürlich erklärungsbedürftig. Aber hey, es ist nur ein Film. Um die Stimmung etwas zu erheitern, gibt es noch etwas Musik von Sony. Bei so viel Product Placement fragt man sich wirklich, warum es bei der TV-Ausstrahlung noch zusätzliche Werbeunterbrechungen gibt?

Mit der Freiheitsstatue trampeln die Geisterjäger durch Manhattan schnurstracks zum Kunstmuseum. In der Fackel der Statue entzündet sich dabei ein echtes Feuer, mit welchem die Kuppel des Gebäudes durchschlagen wird. Erleuchtungssymbolik, wohin das Auge blickt.

Vigos Geburtstag findet durch diese Aktion ein jähes Ende, dabei war er schon mitten dabei, in Donald zu reinkarnieren.

Bevor es Vigo an den Kragen geht, wird erst einmal sein Jünger Janosz „abgespritzt“. Die Anspielung auf eine männliche Ejakulation ist nicht zu übersehen.

Vigo hat sich indessen aus seinem Bild befeit, ist aber nicht leicht niederzumachen. Fürs Erste schickt er die Geisterjäger zu Boden.

Danach macht er sich an Donald ran und droht, sich mit ihm zu „vereinigen“. Wie herrlich doppeldeutig. Die Schreie des kleinen Nachwuchsschauspielers dürften in dieser Szene durchaus echt sein.

Die Vereinigung wird jäh unterbrochen, als die Massen vor dem Museum anfangen zu singen. Die positive Energie verbannt Vigo zurück in sein Gemälde, wo er endlich seine wahre Natur zeigt. Seine entstellte Fratze zeigt sogar Ansätze von Teufelshörnern.

Abermals hypnotisiert Vigo Ray und ergreift schließlich von ihm Besitz.

Eine ordentliche Spermadusche mitten ins Gesicht beendet den Spuk jedoch.

Draußen vor dem Museum glaubt natürlich Louis, er hätte die Situation gerettet. Immerhin darf er sich freuen, nun zum Team zu gehören.

Dieses staunt nicht schlecht, als es das Bild betrachtet. Dieses zeigt nun die vier Ghostbusters mit Donald. Wie zur Hölle ist denn das passiert?

Am Ende werden die Ghostbusters wieder einmal gefeiert und bekommen auf Liberty Island Standing Ovations. Übrigens, wie ist die Freiheitsstatue eigentlich wieder auf ihren Sockel zurück gekommen?

Fazit: „Ghostbusters II“ steht dem ersten Teil in Sachen Okkultismus und Symbolik in nichts nach. Wieder einmal steht der Weltuntergang bevor, aber diesmal nicht durch die Wiederkehr einer sumerischen Gottheit, sondern durch einen moldawischen Antichristen. Die Einbeziehung eines Babys, wobei es sich ja eigentlich um zwei Kinderdarsteller handelt, ist dabei in hohem Maße besorgniserregend.

Berühmte Schauspieler wurden die beiden später nie. Stattdessen schlugen sie eine Laufbahn als Kampfsportler ein und gründeten eine Martial Arts Schule. Scheinbar haben sie sich den Vigo-Darsteller zum Vorbild genommen, denn der Deutsche Norbert Grupe alias Wilhelm von Homburg war lange Zeit Profiboxer. Zudem spielte er in einigen bekannten Filmen mit, darunter auch 1994 in dem ebenso hochgradig okkulten „Die Mächte des Wahnsinns“.

Ghostbusters – Gozer der Vernichter

von Joe Doe

1984 kam mit „Ghostbusters“ eine Gruselkömodie in die Kinos, die schnell zum Kultfilm avancierte. Die wenigsten wissen jedoch, welch schaurige Botschaften in diesem okkulten Machwerk tatsächlich vermittelt werden. Es geht nämlich nicht um Geister, die in alten Schlössern spuken, sondern um dämonische Wesen aus höheren Dimensionen, die von Satanisten angebetet werden.

Am Drehbuch war mit Dan Akroyd einer der Hauptdarsteller beteiligt, was einen ziemlich interessanten Hintergrund hat. Nach seinen eigenen Aussagen hielt sein Großvater Seancen ab, worüber sein Vater sogar ein Buch geschrieben hat. Er entstammt also einer esoterisch-okkulten Familiendynastie und ist selbst sehr stark am Paranormalen interessiert, was sich u.a. in seiner Moderation der Serie „Psi Factor“ wiederspiegelt. Die entsprechende Symbolik in „Ghostbusters“ sollte daher nicht verwundern.

Bereits die Eröffnungsszene beginnt mit einer Löwenstatue vor einer Bibliothek, welche in diesem Kontext offensichtlich eine Repräsentation Satans darstellen soll. Im Gebäude wird auch gleich darauf eine Archivarin von einem Gespenst geprankt.

01 Löwenstatue

Die Ghostbusters sind zu diesem Zeitpunkt noch anderweitig beschäftigt. Dr. Peter Venkman (Bill Murray) arbeitet in einem Universitätsgebäude namens „Weaver Hall“, was ein lustiger Zufall ist, da Sigourney Weaver ebenfalls eine Hauptrolle im Film spielt.

03 Weaver Hall

Auf der Bürotür des Parapsychologen hat jemand „Venkman burn in Hell“ geschrieben, was wohl an seinem Umgang mit Probanden liegt. Bei einem Telepathietest lässt er nämlich die Frauen trotz geringer Trefferquote immer gewinnen, während er Männer selbst dann mit Elektroschocks bestraft, wenn sie die Symbole auf seinen Karten richtig erraten.

04 Burn in Hell

Die Hölle beschwört Venkman also selbst herauf. Unter anderem auch mit der ersten Karte, die er hochhält, welche ein umgedrehtes Pentagramm zeigt.

05 Satanic Pentagram

Bevor Peter weiter mit der weiblichen Probandin flirten kann, funkt ihm Ray Stantz (Dan Akroyd) dazwischen und erzählt ihm von der Geistererscheinung in der Bibliothek. Dort wartet bereits Dr. Egon Spengler (Harold Ramis) auf die beiden. Im Keller entdecken die drei zunächst Ektoplasma – eine rotzige Substanz, die Ende des 19. Jahrhunderts bei Seancen in Mode kam. Kurz darauf entdecken die Geisterjäger auch das verantwortliche Gespenst, welches zunächst nach einer verstorbenen Bibliothekarin aussieht. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich jedoch um einen hässlichen Dämon. Keine menschliche Seele nimmt nach dem Tod eine solche Gestalt an.

06 Dämon

Wieder zurück an der Uni, werden die drei Parawissenschaftler vom Campus geworfen. Das Team entscheidet sich, in die freie Wirtschaft zu wechseln und kauft eine heruntergekommene Feuerwehrwache, welche fortan ihr Hauptquartier sein soll. Unterdessen kündigt sich in einem alten Apartmentblock am New Yorker Central Park der nächste Auftrag an. Das gruselige Gebäude sieht schon von weitem aus wie eine babylonische Ziggurat.

07 Ziggurat

Die dämonischen Steinfiguren an der Fassade verschärfen den gruseligen Eindruck zusätzlich. Wer möchte denn in einer solch abscheulichen Bude wohnen?

08 Dämonenfigur

Nun ja, Dana Barrett (Sigourney Weaver) wohnt dort. Diese steigt gerade aus einem gelben Sonnenwagen mit freimaurerischem Schachbrettmuster und bringt ihren Einkauf nach oben.

09 Sonnenwagen

Ihre Zimmernummer ist die 2206. Die 22 steht für das Stockwerk, womit das Zimmer auf dieser Ebene die satanische Nummer 6 hat. Aber im Vergleich zu dem, was noch kommt, ist dieses Zahlenspiel eher harmlos.

10 Zimmer 2206

Unterwegs wird Dana von ihrem nervigen Nachbar Louis Tully (Rick Moranis) aufgehalten. Als wäre der Tag damit noch nicht schlimm genug, fängt es in ihrer Wohnung sogleich an zu spuken, während ironischerweise kurz zuvor ein Werbespot der Geisterjäger im Fernsehen läuft. Erst springen ein paar Eier aus der Packung und fangen auf dem Tisch an zu braten und dann grunzt auch noch der Kühlschrank. In diesem hat sich gerade ein Höllentor aufgetan, in dessen Zentrum eine Pyramide mit abgehobener Spitze steht. Davor sitzt Baphomets Schoßhund und stellt sich Dana als Zuul vor.

11 Zuul Dimension

12 Zuul

Wieder zurück im Hauptquartier der Ghostbusters hat Ray einen alten Schrottwagen besorgt, der noch etwas aufgepimpt werden muss. Die Bude haben sie innerhalb von zwei Tagen komplett renoviert, was eine wirklich beachtliche Leistung ist, und am Einlass sitzt bereits die neue Sekretärin Janine Melnitz (Annie Potts). Der Laden ist also bereit, Dana als erste Kundin zu empfangen, mit der Peter Venkman auch gleich rumschäkert.

Miss Barret war in den letzten zwei Tagen nicht ganz so fleißig und hat nicht mal die Eier auf ihrem Küchentisch entsorgt. Zuul hat sich in der Zwischenzeit allerdings aus dem Kühlschrank verkrümelt, sodass dort noch nur Coca Cola Schleichwerbung auf Dr. Venkman wartet.

13 Coke Werbung

Wirklich helfen kann Peter ihr nicht und nach einigen weiteren Anmachversuchen und sexuellen Belästigungen schmeißt Dana ihn aus ihrer Wohnung. Der nächste Auftrag ist zum Glück etwas weniger attraktiv und führt das Team ins exklusive Sedgewick Hotel. Entweder übernachten dort nur Könige oder die Krone steht für etwas anderes.

15 Sedgewick Krone

Die Vorfälle beschränken sich auf den 12. Stock, wo die Ghostbusters erstmalig auf den grünen Slimer treffen. Um diesen eher harmlosen Fresssack von einem Gespenst einzufangen, richten sie mehr Schaden als Nutzen an. Obendrein raucht Ray auch noch trotz Rauchverbot. Ekelhafte Tabak-Werbung!

16 Raucher

Nachdem alle Kronleuchter im Speisesaal zerstört sind, ist der Schleimteufel endlich eingefangen und die Jungs haben tatsächlich noch die Dreistigkeit, eine Rechnung zu stellen.

17 Geisterjagd

Aber das dekadente Hotel kann es sich ja leisten. Immerhin haben sich die Betreiber schon vergoldete Venusmuscheln in den Wandnischen geleistet.

18 Venusmuschel

Apropos vergoldet. Im nächsten Zusammenschnitt von weiteren Geisterjagten sieht man eine vergoldete Statue, die offensichtlich Prometheus darstellen soll.

19 Prometheus

Die Ghostbusters sind derweil auf Erfolgskurs und erzeugen immer neue Schlagzeilen. Nach den ganzen paranormalen Vorfällen bekommt Ray sogar feuchte Träume von Geistern.

20 Spirituelle Belästigung

Die Auftragslage entwickelt sich dermaßen positiv, dass das Team Zuwachs benötigt. Dieser wird beim Vorstellungsgespräch gefragt, ob er auch an UFOs glaube. Oberflächlich betrachtet hat diese Frage nichts mit dem Berufsbild der Geisterjägers zu tun. Es sei denn, hier wird wieder einmal eine Verbindung zwischen Dämonen und Außerirdischen gestrickt.

Während Neuzugang Winston Zeddemore (Ernie Hudson) die Geisterfallen leeren darf, bringt Peter seiner Lieblingskundin neue Informationen. Zuul ist offenbar ein antiker Dämon, der von den Hethitern, Mesopotamiern und Sumerern angebetet wurde. Der Günstling von Gozer trieb sich also im alten Babylon herum. Die Namen der Dämonen sind natürlich frei erfunden, wichtig ist aber, worauf hier angespielt wird. Zuul und Gozer müssen einfach nur durch babylonische Gottheiten ausgetauscht werden und schon ergibt sich da ein Muster.

Bevor die Geisterjäger ihren größten Auftrag angehen, bekommen sie jedoch Besuch vom Umweltamt. Walter Peck (William Atherton) wirft den Parawissenschaftlern Umweltverstöße vor und tatsächlich platzt ihre Endlagerstätte für Dämonen bald aus allen Nähten. Als wäre das noch nicht schlimm genug, erwachen die dämonischen Steinfiguren auf dem Dach von Danas Gruselbude zum Leben. Übrigens genau in dem Moment, wo die Obelisken auf dem Dach von Blitzen getroffen werden. Das bestätigt natürlich die Theorie, dass diese phallischen Objekte Energieantennen sind.

21 Antenne

22 Energie

23 Erwachen

Kurz darauf bekommt Dana Barrett erneut Besuch von Zuul. Um sie an der Flucht zu hindern, wird sie von drei dämonischen Pranken gepackt, die aus ihrem Sessel kommen. Eine greift sie an die linke Brust, eine andere kommt ihr aus dem Schritt. Ziemlich sexistisch diese Dämonen.

24 Grabschgeist

26 Küchenhund_2

Während Zuul in Danas Körper fährt, crasht der andere Baphomet die Party ihres Nachbarn Louis und ergreift von diesem Besitz. Fortan nennt er sich Vinz Clortho, Schlüsselmeister von Gozer. Diese Szenen gehören zu den gruseligsten des gesamten Films. Und mal ehrlich, die Kreaturen sind das Werk von echten Hardcore-Satanisten.

27 Vinz_1

Baphomet 1

Als Peter erneut Dana besucht, hat diese sich als Lady in Rot verkleidet und gibt sich als Torwächter zu erkennen. Wie es sich für eine Femme Fatale gehört, spielt die besessene Dana die sexuelle Karte. Nur steht Dr. Venkman nicht auf knurrende Succubi, die einen Meter über ihrem Bett schweben. Das wäre jetzt eigentlich der passende Moment für einen Exorzisten.

31 Lady in Rot

30 Lady in Luft

Vinz Clortho belästigt indes Leute auf offener Straße und wird schließlich von der Polizei bei den Geisterjägern abgegeben. Diesen erzählt er von antiken Kataklysmen in Zeiten, zu denen Gozer zuletzt auf Erden weilte. Wie ein Infrarotbild zeigt, ist er von Baphomet besessen.

31 Besessen_1

32 Besessen_2

Passend dazu zitieren Ray und Winston auf der Heimfahrt aus dem Buch der Offenbarung. Das Brechen der sieben Siegel ist eine perfekte Parabel auf das, was Walter Peck am nächsten Morgen vorhat. Als dieser nämlich den Reaktor der Geisterjäger abschalten lässt, hat dies das erste Zeichen der nahenden Apokalypse zur Folge. Die Dämonen brechen aus dem Endlager aus und strömen als Orbs über den Big Apple.

Das gruselige an dieser Szene ist, dass sie stark an einige UFO-Sichtungen rund um den Globus erinnert, bei denen der Himmel jeweils von hellen Lichtbällen bedeckt ist. Es gibt sogar Videoaufnahmen, die zeigen, wie solche Orbs aus einem leuchtenden Riss kommen, bei welchem es sich um einen Dimensionsübergang handeln könnte.

33 Orbattacke

Aufgrund von Pecks arrogantem Verhalten wird New York von Dämonen heimgesucht und zu allem Übel ist auch noch der Schlüsselmeister entkommen. Übrigens gibt es im Illuminati Card Game von 1995 eine Karte, die einen ähnlichen Dämonenangriff ankündigt. Ein solches Szenario ließe sich gewiss mit einer Hologrammshow und Halluzinogenen im Trinkwasser inszenieren.

PlagueofDemons

Die Geisterjäger verpassen die Show jedoch, weil sie inhaftiert werden. In der Zelle erklärt Egon, was es mit dem gruseligen Gebäude auf sich hat, in dem Dana wohnt. Das Dach ist wie eine gigantische Antenne gebaut und er gibt zu bedenken, dass die Eisenkonstruktion dieselbe Telemetriestruktur aufweist, welche die NASA benutzt, um Pulsare aufzuspüren.

Die Verbindung der NASA zu paranormalem Hokupokus ist dabei keineswegs fiktiv, wenn man bedenkt, dass der Raketenwissenschaftler und Satanist Jack Parsons vor jedem Raketenstart okkulte Rituale abgehalten hat. Die wissenschaftliche Mission der NASA ist nur ein Themenfeld, welches für die Öffentlichkeit gedacht ist. Hinter dieser Fassade geht es um Kontakte mit Außerirdischen bzw. extradimensionalen Intelligenzen.

Doch zurück zu dem Gebäude, welches nichts anderes ist als ein Dimensionstor. Der Name des Architekten lautet Igor Szandor, wobei der Nachname eine Anspielung auf den zweiten Vornamen des Church of Satan Gründers Anton Szandor LaVey sein dürfte. Igor Szandor war ein antihippokratischer Arzt und gründete 1920 die Geheimgesellschaft der Gozer-Anbeter. Ob nun Gozer oder Satan angebetet wird, läuft auf dasselbe hinaus, allerdings war LaVey kein Arzt, sondern Organist. Mit dem Beruf wird wohl eher angedeutet, dass viele Ärzte Okkultisten und daher nicht unbedingt vertrauenswürdig sind.

Die Gozer-Anbeter führten jedenfalls bizarre Rituale auf dem Dach ihres Gebäudes durch, welche das Ende der Welt einläuten sollten. Nun, da sich das Ende nähert, fragt sich aber, wo dieser Geheimbund mit seinen über 1.000 Anhängern abgeblieben ist? Müssten die nicht alles daran setzen, die Geisterjäger von ihrem Heiligtum fernzuhalten? Wäre es nicht realistisch, wenn sie gesellschaftliche Schlüsselpositionen wie das Amt des Bürgermeisters besetzt hätten?

Dieser lässt die Ghostbusters stattdessen aus ihrer Zelle holen und küsst erst mal den Ring eines katholischen Kardinals, der wahrscheinlich Jesuit sein dürfte. Seltsamerweise weiß der Kirchenmann keinen Rat und hält den okkulten Zauber sogar für ein Zeichen Gottes. So werden also die Geisterjäger entsandt, die Welt zu retten. Das wird auch höchste Zeit, denn der Schlüsselmeister ist inzwischen beim Torwächter angekommen.

35 Küss den Ring

34 Beine breit

Vor der Ziggurat werden die Geisterjäger erst mal von einer Erdspalte verschluckt, entkommen dem Angriff jedoch. Ob die Gebete der Nonnen und Rabbis vor dem Gebäude wohl etwas genützt haben? Zuul und Vinz hatten derweil schon etwas mehr Spaß und haben sich auf dem Opferalter zwischen zwei Obelisken gepaart. Wie unter Alkoholeinfluss ist auch Sex unter Besessenheit keine gute Idee, da man zuweilen erschrecken kann, neben wem man danach aufwacht. Nun, zumindest Louis dürfte mit dem Ergebnis glücklich sein.

37 Opferaltar

Die Ghostbusters sind inzwischen im 22. Stockwerk angekommen. Diese Zahl an sich ist schon bedeutsam, aber von Danas Apartment geht es noch eine weitere Treppe hinauf. Das Höllentor öffnet sich also auf der Ebene Nummer 23 – die Zahl der Illuminaten, welche für Zerstörung steht.

38 22 plus 1

Leider kommen die Geisterjäger zu spät, denn das Höllentor öffnet sich bereits und die beiden Besessenen verwandeln sich in satanische Kreaturen. Als Zugabe gibt es noch einen roten Himmel. Der steht ja immer wieder im Zusammenhang mit der Apokalypse.

39 Dimensionstor_1

40 Dimensionstor_2

41 Verwandlung_1

42 Verwandlung_2

Das Dimensionstor ist natürlich eine Pyramide mit illuminierter Spitze und wird von zwei weiteren Obelisken flankiert, welche die Säulen Jachin und Boas repräsentieren.

43 Hellgate_1

44 Hellgate_2

Bei genauerer Betrachtung ist an einer Wand vor dem Höllentor noch ein Wassermannkopf zu sehen. Hier wird unverhohlen das esoterische Wassermannzeitalter angekündigt, welches durch Gozers alias Satans Ankunft eingeläutet wird.

45 Wassermann

Passend dazu fragt Gozer, ob Ray ein Gott ist. Dieser verneint zunächst, woraufhin Gozer die Geisterjäger mit Machtblitzen zu töten versucht. Okay, der Dämon ist ein Sith-Lord.

46 Gozer

47 Machtblitze

Nach der Attacke meint Winston zu Ray, dass er das nächste Mal auf die Frage, ob er ein Gott sei, mit „ja“ antworten soll. Damit wird wieder mal das esoterische Konzept von der Gottwerdung des Menschen propagiert, was zu dem Hinweis auf das Wassermannzeitalter passt. Gesagt getan setzen sie zum Gegenangriff an, doch Gozer löst sich einfach nur in Luft auf. Offensichtlich ist die Kreatur körperlos, wobei der Hinweis, dass Gozer jede Form annehmen kann, äußerst interessant ist. Der Dämon könnte also auch als Außerirdischer in Erscheinung treten, wenn er das wollte.

48 Gozerposer

Als körperlose Stimme fordert Gozer die vier auf, die Form des Vernichters zu wählen. Venkman nennt dazu als Beispiel den Hochgradfreimaurer Josef Stalin, was wohl kein Zufall sein dürfte. Die Wahl fällt allerdings dank Rays Kindheitserinnerungen auf den Marshmallow-Mann. Dieser trampelt erst mal eine Kirche nieder, was die Zerstörung des Christentums durch den Antichristen versinnbildlichen soll.

49 Kirchenkiller

Mit den Protonenstrahlern können sie das Monster lediglich in Brand setzen. Da die Welt ohnehin unterzugehen droht, entscheiden sich die Geisterjäger, die Ströme der Protonenstrahlen zu kreuzen. Dadurch wird das Höllentor versiegelt, der Marshmallow-Mann wird gegrillt und es gibt eine gigantische Explosion, die eigentlich keiner auf dem Dach hätte überleben können.

50 Gekreuzte Ströme

51 Explosion_1

Dem gutgläubigen Publikum zuliebe überleben es die Geisterjäger aber doch. Sogar Dana und Louis lassen sich aus den Kadavern der Höllenhunde schälen. Warum aber muss Dana dabei stöhnen, als hätte sie gerade den tollsten Orgasmus ihres Lebens gehabt? Wahrscheinlich dem männlichen Publikum zuliebe. Zum Schluss werden die Ghostbusters gebührend gefeiert und Dan Akroyd darf noch mal für Marlboro Werbung machen.

53 Malboromann

Fazit: Was auf den ersten Blick wie eine Komödie wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als extrem Furcht einflößender Horrortrip. „Ghostbusters“ zieht dabei von Freimaurersymbolik über theosophische Esoterik bis hin zum Satanismus wirklich alle Register. Es geht um nichts Geringeres als um die Ankunft des Antichristen, die Apokalypse und das anschließende Wassermannzeitalter. Das Ganze spielt dann auch noch im Big Apple, was ja an sich schon eine Anspielung auf den Sündenfall ist.

John dies at the End – Und nimmt zu Beginn Drogen

von Joe Doe

„John dies at the End” ist, ähnlich wie „Fear and Loathing in Las Vegas“, eine Romanverfilmung, in der es vordergründig um einen Drogentrip geht. Doch auch dieser Film strotzt bei genauerer Betrachtung nur so vor okkulter Symbolik und dämonischen Einflüssen. Beide Filme handeln vom drogeninduzierten Abstieg in die Hölle.

Die erste Minute des Streifens kann man gleich überspringen, denn sie zeigt lediglich einen zusammenhangslosen Axtmord. In der nächsten Szene trifft sich David Wong (Chase Williamson) mit dem Reporter Arnie Blondestone (Paul Giamatti) in einem China-Restaurant und schildert diesem rückblickend seine Drogenkarriere. Diese liegt offensichtlich in der Familie, denn Dave beschreibt seine Mutter als crackabhängige Kannibalin, die sich mit Nekromantie und Vampirismus beschäftigt hat. Beste Voraussetzungen also.

Seine eigene Geschichte beginnt Dave mit einem Anruf seines besten Freundes John Cheese (Rob Mayes). Im Fernsehen läuft gerade eine Sendung über einen Zauberkünstler namens Marconi und in der hagelt es bereits die ersten Pyramiden. Zunächst eine ägyptische Pyramide mit illuminierter Spitze, kurz darauf gleich noch eine Maya-Pyramide. Der Film wurde nebenbei bemerkt 2012 uraufgeführt und obwohl der Maya-Kalender keinen Weltuntergang prophezeit, handelt es sich bei diesem Motiv dennoch um einen klischeehaften Hinweis auf die drohende Apokalypse. Doch dazu später mehr.

01_Marconipyramide

02_Mayapyramide

Nachdem John Dave wach geklingelt hat, lädt er ihn zu einem Auftrag ein. Dabei benutzt er eine Codesprache, in der „Morgen ermorden wir den Präsidenten“ so viel wie „Vergiss nicht, unterwegs Bier zu besorgen!“ heißt. Macht voll Sinn, wenn man abgehört wird und keine Aufmerksamkeit erregen will. Es wird ziemlich schnell klar, dass man es bei John mit einer Knallcharge zu tun hat.

Der Auftrag der beiden beginnt sogleich mit einigen Zahlenspielchen. Auf Daves Gewehr findet sich eine Strichliste mit der Zahl seiner Opfer. Es sind 18 Striche und 18 geteilt durch 3 ist 6 6 6.

03_666 Flinte

Auf dem Gewehr findet sich weiterhin die ausgeschriebene Zahl Three/Drei. Diese taucht kurz darauf noch einmal als Hausnummer von John auf. Die 3 steht einerseits für die Dreifaltigkeit und die 33 ist die Anzahl der Freimaurergrade im schottischen Ritus.

04_Hausnummer 3

Die Klientin der beiden wird vom Geist ihres toten Freundes geplagt, doch dann stellen die beiden fest, dass sie selbst ein Geist ist. Kurz nach dieser Erkenntnis bekommen sie es auch schon mit dämonischen Kräften zu tun, die sich zunächst in Form von Schlangen manifestieren.

05_Schlangengrube

Der Türgriff des einzigen Fluchtweges verwandelt sich in einen Penis und das Fleisch aus einer Kühltruhe setzt sich zu einem widerlichen Dämon zusammen, den die zwei mit Hilfe eines Anrufs bei Marconi auflösen.

Selbstverständlich glaubt Blondestone diese abstruse Geschichte nicht. Um die Aufmerksamkeit des Journalisten zu gewinnen, nennt Dave ihm den Inhalt seiner Tasche und trifft auch mit dessen Traum von letzter Nacht ins Schwarze. Die Droge, auf der David ist, lässt ihn nämlich Dinge sehen, die jenseits seiner Wahrnehmung in Raum und Zeit liegen. Wie wenig erstrebenswert diese Bewusstseinserweiterung ist, zeigt der Traum des Reporters, in dem dieser von seiner Mutter mit einer Peitsche aus verknoteten Penissen geschlagen wurde. Aber immerhin hört Arnie ihm nach dieser peinlichen Offenbarung zu.

Nun erzählt David seine Geschichte endlich vom Beginn an, was er auch gleich hätte tun können. Alles fing vor einigen Jahren auf dem Konzert einer befreundeten Band an. Deren Logo besteht aus drei Armen, die eine Pyramide mit einem Auge im Zentrum bilden. Das wichtigste Freimaurersymbol wäre damit abgehakt und wie selbstverständlich steht es im Zusammenhang mit der Musikindustrie.

06_Bandlogo

Auf der Party wird reichlich Alkohol getrunken. In den USA sind die wahlweise blauen oder roten Plastikbecher bereits ein heimliches Symbol für den illegalen Alkoholkonsum unter Jugendlichen, da Personen unter 21 Jahren nicht mit einschlägigen Getränken erwischt werden dürfen.

07_Alkoholbecher

Alkohol ist aber nicht das Heftigste, was auf der Party gereicht wird. Abseits lernt David einen Typen im Jamaika-Look (Tain Bennett) kennen, der schon wie ein Klischeekiffer daher kommt. Seine Droge heißt jedoch nicht Marihuana, sondern Sojasoße und die lässt ihn nicht nur schweben, sondern auch Dinge sehen, die er eigentlich nicht wissen sollte. Woher diese Eingebungen kommen, macht er sogleich mit einer entsprechenden Geste klar.

08_Bob Baphomet

Obwohl die Traumdeutung des Jamaikaners korrekt ausfällt, wendet sich Dave zunächst ab. Die ganze Nummer beunruhigt ihn. Zumal der Junkie ankündigt, dass die USA von einer Atombombe getroffen wird und er weiß, welche Stadt als erste dran glauben muss. Obwohl der Name der Stadt nicht genannt wird, tippen wir einfach mal auf New York. Immerhin wurde ein derartiges Szenario bereits mehrfach in Filmen wie „Know1ng“, „Batman – The dark Knight rises“, „The Divide“, „Man of Steel“ und „Oblivion“ angekündigt. „John dies at the End“ scheint sich nahtlos in diese Liste einzureihen.

Nach der Party läuft Dave ein Hund mit den Namen Bark Lee zu, der später noch eine tragende Rolle spielen wird. Zunächst muss er aber erst mal seinen Rausch ausschlafen. Die Ruhe wird je durch einen Anruf von John unterbrochen, der auf einem schlechten Trip ist und gruselige Kreaturen sieht. Noch glaubt David, dass es sich nur um Halluzinationen handelt.

10_Hirngespinnst

Auf dem Tisch entdeckt er eine Spritze mit einer schwarzen Substanz, die an Black Goo erinnert.

09_Spritze

Er steckt die Spritze ein und fährt mit John in ein Restaurant. Dort erklärt ihm sein Kumpel, dass er das Zeug von einem Robert Marley bekommen hat, also dem Jamaika-Typen auf Party. Während des Gesprächs bekommt Dave einen Anruf von John, der aber direkt vor ihm sitzt. Sein Freund hatte bereits angekündigt, dass er ihn mehrfach angeklingelt hätte und die Telefonate erst noch ankommen werden. Sie sind quasi durch die Zeit gewandert. Nun können Drogen zwar die Wahrnehmung der Zeit verändern, aber nicht die Raumzeit in der Realität beeinflussen. Langsam dämmert Dave, dass mit diesem Zeug etwas nicht stimmt.

Als er mit John weiterfährt, ruft er während einer Fahrpause einen Pfaffen an, um diesen nach Rat zu fragen. Im Verlaufe des Anrufs dringt die Nadel der Spritze versehentlich in Davids Bein ein und infiziert ihn mit der Droge. Während der Pfaffe plötzlich andere Töne anschlägt, erkennt er, dass die Substanz offensichtlich lebt. Damit wird einmal mehr auf das Phänomen des intelligenten Öls angespielt.

12_Sojasoße

Auf der weiteren Fahrt taucht wie aus dem Nichts ein mysteriöser Mann auf der Rückbank auf, der sich als Roger North (Doug Jones) vorstellt und Dave Wong mit einer abartigen Kreatur bedroht. Die Erscheinung sagt ihm, dass er noch eine Aufgabe hätte, die darin bestünde, gegen eine Entität namens Korrok anzutreten. Es gelingt David, den Schattenmann abzuschütteln und dessen Kreatur zu töten. Kurz darauf taucht ein Polizist auf, der die beiden Freunde in Gewahrsam nimmt.

Am nächsten Morgen wird David von Detective Appleton (Glynn Turman) verhört. Dieser offenbart ihm, dass alle Sojasoßekonsumenten von dem Konzert der letzten Nacht verstorben sind. Doch das weiß Wong bereits. Dennoch schockieren ihn die Bilder der förmlich explodierten Drogenopfer. Ebenso schockiert ihn, dass im Nebenraum sein Kumpel Cheese verendet.

An dieser Stelle schwenkt die Handlung kurz in die Gegenwart zurück und Dave zeigt dem Reporter Arnie eine extradimensionale Kreatur im Kofferraum seines Wagens. Zunächst sieht Arnie nur einen leeren Käfig, doch aus dem Augenwinkel erkennt er plötzlich das dämonische Geschöpf, obwohl er die Droge nie genommen hat. Spätestens an dieser Stelle wird endgültig klar, dass das Black Goo die Wahrnehmung tatsächlich erweitert und verborgene Dinge sichtbar macht.

13_Hirngespinnst

Zurück im China-Restaurant fährt Dave mit seiner Geschichte fort. Obwohl sein Kumpel tot ist, bekommt er einen Anruf von ihm. So viel zum Thema Transkommunikation. Jedenfalls teilt John ihm mit, dass die zweite Wache im Vernehmungszimmer kein Mensch ist und er daher unbehelligt fliehen kann. Allerdings muss er noch gegen den Dämon kämpfen und dessen fliegenden Bart abwehren.

Als ob das noch nicht verrückt genug wäre, kann Dave auch mit einem kaputten Handy noch weiter mit seinem toten Freund kommunizieren. Dieser demonstriert ihm, dass er genauso gut mit einem Hot Dog in der Hand telefonieren kann. Mit diesem skurrilen Kommunikationsgerät lotst John ihn zum Trailer von Bob Marley, wo er nicht nur ein merkwürdiges Wesen in einem Aquarium entdeckt, sondern auch seine Zukunft im Fernseher sieht. Darüber hinaus ist die Bude mit einer Todesrune ausstaffiert, welche aus Hanfblättern besteht.

14_Hanfrune

Durch ein Geräusch aus dem Nebenraum aufgeschreckt, wird Dave auf eine weitere Dosis Black Goo in Pillenform aufmerksam. Die beiden Kapseln verwandeln sich in Fliegen und dringen ohne sein Zutun in seinen Kopf ein.

15_Lord of Flies

Während einer außerkörperlichen Erfahrung erlebt David die Produktion einer Pistolenkugel, die Detective Appleton wenige Sekunden später auf ihn abfeuern wird. Bevor es dazu kommt, erklärt der Cop ihm, dass die Soßenopfer von etwas Lebendigem aufgefressen wurden. Als Katholik erkennt Appleton in den extradimensionalen Wesen Dämonen und meint, dass die Hölle die Menschen umgibt und diese sie nur nicht wahrnehmen können.

Die Droge des Jamaikaners hat nun die Barriere zwischen der Hölle und unserer Realität durchbrochen und Appleton gedenkt, die Tür wieder zu schließen. Dafür muss er leider alle töten, die mit dem Black Goo in Berührung gekommen sind, was David wenig begeistert. Der Schuss prallt jedoch an ihm ab, weil bei der Produktion eine Fliege in die Patrone gekrochen ist. Er verdankt sein Leben also dem Herrn der Fliegen.

Als Dave aufwacht, brennt die Wohnung rings um ihn herum. Die Rettung kommt in Form seines Wagens durch die Wand gefahren. Am Steuer sitzt kein geringerer als der Hund, den er in der Nacht zuvor aufgegabelt hatte. Als wäre das noch nicht absurd genug, spricht aus dem Köter sein toter Kumpel John telepathisch mit ihm und erklärt, dass die letzte Welt, die mit dem intelligenten Öl infiziert wurde, nach 100 Tagen komplett zerstört war.

16_Zerstörte Welt

Noch beunruhigender ist die Erkenntnis, dass nicht Dave die Sojasoße nimmt, sondern die Soße ihn nimmt. Das Zeug spielt mit seinen Opfern, bis es sie nicht mehr gebrauchen kann und schlussendlich tötet. Wie sehr die Droge von jemanden Besitz ergreifen kann, zeigt sich bei Justin White (Jonny Weston), der sich neuerdings „Shitload“ nennt. Er hätte sich genauso gut „Legion“ nennen können, denn es sind verdammt viele Dämonen in ihm.

Mit Shitload ist nicht zu spaßen und selbst nach einem Kopfschuss steht er wieder auf. Mit David hat der Untote etwas Besonderes vor und bringt ihn zusammen mit dem wieder auferstandenen John, dem Asiaten Fred (Jimmy Wong) und Amy (Fabianne Therese) zu einem leer stehenden Kaufhaus mit dem bezeichnenden Namen „Mall of the Dead“.

17_Shitload

In der Kaufhalle befindet sich ein Dimensionsportal, welches nur von auserwählten Drogenkonsumenten gesehen werden kann. Das Portal erscheint als grüne Tür, was eine Anspielung auf die Smaragdstadt im „Zauberer von Oz“ sein dürfte. Dieses Kinderbuch des Theosophen Lyman Frank Baum handelt ebenfalls von einer Parallelwelt, in der es jede Menge Anspielungen auf Drogen (z.B. Mohnfelder) gibt.

18_Oz Tür

Mit einer zuvor platzierten Nachricht lockt David Shitload nach draußen, wo Detective Appleton den Dämon erschießt und die Leiche verbrennt. Appleton nimmt die restlichen Kids mit, doch wie sich herausstellt, hat er die Droge ebenfalls genommen. Seine Augen explodieren, das Auto überschlägt sich und kaum haben sich alle Überlebenden aus dem Wrack gerettet, befallen die herausströmenden Dämonen Fred. Es bleibt den anderen nichts weiter übrig, als ihn zu erschießen und zu verbrennen. Eine überflüssige Rolle stirbt einen sinnlosen Tod.

Die verbliebenen Drei beschließen, der Paralleldimension einen Besuch abzustatten. In der Mall of the Dead finden sich bereits entsprechende Symbole, die das Gebäude als Reptiloidenzone kennzeichnen. Auf dem Boden sind mehrere Oktagone aufgemalt, die das Innere eines achtzackigen Isis-Sterns darstellen.

19_Oktagon

John gelingt es nicht, die Geistertür zu öffnen, da er einfach durch sie hindurch greift. An dieser Stelle kommt Amy ins Spiel, die ihre linke Hand verloren hat. Allerdings gilt dies nur für die physische Realität. Auf der astralen Ebene existiert ihre Hand noch und mit dieser kann sie die Tür öffnen. Dabei ist es wohl kein Zufall, dass es ausgerechnet die linke Hand sein musste, denn die drei folgen schon lange dem Pfad zur linken Hand.

20_Astralhand

Obwohl Amy als Einzige die Tür öffnen kann, ist sie gleichermaßen die Einzige, die sie nicht mit bloßem Auge sehen kann. Dies gelingt ihr nur mit einer 3D-Brille, welche ein schwarz/weißes Muster hat. Hier dient das Schachbrettmotiv wieder einmal ganz offensichtlich als Dimensionsübergang.

21_Schachbrettbrille

Dave, John und Amys Hund Bark Lee gehen auf die andere Seite und werden von Amy getrennt. In einer Höhle treffen sie auf ein weiteres Portal in Form einer schwarzen Säule. Dort werden sie von Roger North und dem Magier Marconi erwartet, welche sie mit der Mission betrauen, in die Parallelwelt zu reisen und dort Korrok mit einer halluzinogenen Bombe auszuschalten.

22_Dimensionstor

Die Welt des alternativen Universums ist sehr befremdlich und hat einen roten Himmel. Der rote Himmel ist ein wiederkehrendes Motiv bei der Vorhersage zukünftiger Kataklysmen, welche diese Dimension bereits hinter sich hat.

23_Roter Himmel

Begrüßt werden die beiden Dimensionsreisenden von einer Gruppe maskierter Gestalten, die mit Ausnahme des Anführers fast komplett nackt sind. John kommentiert dies mit den Worten „Offenbar eine Eyes Wide Shut Welt“. Das ist ein kleiner Insider für all jene, die Stanley Kubricks hochgradig okkulten Film über die Sexrituale der Hochgradfreimaurer gesehen haben.

24_Eyes wide shut

Dave und John werden in eine satanistische Endzeitkirche geführt, wo sie offensichtlich schon seit langem erwartet werden. Man beachte die rote Krawatte des Predigers, die einen Hinweis darauf gibt, in wessen Diensten er steht.

25_Satanskirche

26_Thron

Der Prediger erklärt den beiden, dass sie in einer alternativen Zeitlinie gelandet sind, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts abgespalten hat. In unserer Realität starb damals ein gewisser Cyrus Rooney im Alter von 17 Jahren, während er in der Parallelwelt überlebte und zu einem großen Erfinder avancierte. Insgeheim war er natürlich ein Okkultist und ziemlich pervers, wie die Hand im Schritt andeutet.

27_Cyrus

Rooney experimentierte auf dem Gebiet der Bestielogie, womit er in etwa die Rolle einnimmt, die Aleister Crowley in unserer Realität hatte. Im Gegensatz Crowley hatte sich Rooney jedoch nicht mit Drogen ins Nirwana geschossen und stattdessen den ersten Supercomputer aus dem Hirn eines Schweins entwickelt. Bereits 1922 hatte die Parallelwelt sich selbst weiterentwickelnde Computer auf organischer Basis, die letztendlich die Herrschaft über die Welt übernahmen.

Es gibt bereits genügend Andeutungen, dass der Schlussstein der Freimaurerpyramide kein lebendes Wesen, sondern ein allsehender und alles kontrollierender Supercomputer ist. Das erinnert nicht von ungefähr an das Venus Projekt, wobei die Venus in der okkulten Astrologie für Luzifer und Satan steht. Bei dem in Jacque Frescos Projekt vorgesehenen Zentralcomputer handelt es sich demnach um Luzifer/Satan höchstpersönlich.

Die Teufelsmaschine von Jacque Frescos filmischem Alterego Cyrus Rooney strotzt ebenfalls vor derartigen Andeutungen. Korrok erinnert mit seinen Tentakeln an Cthulhu und in seinem Zentrum sitzt ein allsehendes Reptilienauge.

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Weitere Parallelen gibt es zu Skynet aus der „Terminator“-Filmreihe, denn nach dem Tod Rooneys 1926 entwickelte Korrok ein eigenes Bewusstsein und begann damit, die Menschheit zu versklaven und alle Kritiker auszurotten. Der Genozid wird entsprechend der Alterfreigabe von FSK 16 nur als Cartoon gezeigt, was jedoch nichts an der Abartigkeit der folgenden Szenen ändert.

Nach der kurzen Geschichtsstunde werden John und Dave direkt zu Korrok geführt. Dieser offenbart den beiden, dass er sie mit einer winzigen Veränderung ihrer Gehirnchemie zu Kinderschändern machen könnte. Dieser überflüssige Kommentar ist gleichermaßen eine Anspielung auf Mind Control und rituellen Kindesmissbrauch – zwei Praktiken, die seit jeher im Satanismus miteinander kombiniert werden. Aber was will man anderes von einer Höllenmaschine erwarten, die glatt mit Sauron konkurrieren könnte?

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Neben der offensichtlichen Symbolik des allsehenden Reptilienauges gibt es in Korroks Umfeld noch eine weitere Anspielung auf die Reptiloiden. Das Türschloss zu seinem Bunker ist ein achtzackiger Ištar-Stern.

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Korroks nächstes Ziel ist es, unsere Realität zu erobern, wobei ihm Dave und John behilflich sein sollen, da sie bereits einen Dimensionssprung geschafft haben. Freilich haben die beiden andere Pläne und stellen den Zeitzünder der Bombe ein. Während Dave am Abgrund zu Korroks Schlund abhängt, setzt sich John eine Totenkopfmaske auf und grillt die Diener des Supercomputers mit einem selbst gebastelten Flammenwerfer. Nun, in der Hölle sind die beiden ja sowieso.

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In letzter Sekunde scheint die Mission der beiden fast zu scheitern, doch da taucht plötzlich Amys Hund auf, schnappt sich die Bombe und startet einen Kamikazeangriff auf Korrok. Wie sich herausstellt, hatte Bark Lee auch etwas von der Sojasoße abbekommen, als er den Jamaikaner gebissen hat. Auf diese Weise konnte er telepathischen Kontakt mit Marconi aufnehmen und bekam den Auftrag, Korrok zu töten. Dave und John waren lediglich seine Eskorte.

35_Bark Lee

Die nächste Überraschung wartet schon im China-Restaurant, denn Arnie Blondestone beschreibt sich selbst als Afroamerikaner, während Dave ihn als Weißen wahrnimmt. Das bedeutet, dass der Reporter längst tot ist und Dave die ganze Zeit mit einem Geist gequatscht hat.

In der Schlusszene spielen Dave und John Basketball und entdecken dabei ein sphärisches Dimensionstor. Dieses führt sie in eine weitere Parallelwelt, die von einer Katastrophe heimgesucht wurde.

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Vom Himmel steigen zwei Soldaten der Befreiungsarmee herab, deren Anzüge aus dem Film „Galaxy Quest“ recycelt wurden. Offensichtlich ging den Produzenten zum Ende hin das Geld aus, aber immerhin konnten sie so noch einmal den Saturn ins Bild bringen.

37_Galaxy Quest

Fazit: „John dies at the End“ zeigt sehr eindringlich, dass man die Finger von harten Drogen lassen sollte. Darüber hinaus offenbart er aber auch die Machenschaften der okkulten Elite, insbesondere deren Agenda zur Erschaffung eines allsehenden Zentralcomputers. Google und Facebook lassen grüßen. Das Ganze wird dann noch etwas mit satanistischer Symbolik und extradimensionalen Höllenwesen garniert und fertig ist ein weiteres blutrünstiges Machwerk, mit dem Filmfreunde ihre Seelen abstumpfen können.

Ein zentraler Aspekt des Films ist das Black Goo, welches offensichtlich eine intelligente Lebensform außerirdischen Ursprungs ist. In dieser Hinsicht ist auch die Rolle des Marconi interessant, denn in der Realität soll eine britische Firma mit dem Namen „Marconi Electronic Systems“ mit Black Goo herumexperimentiert haben. Angeblich sollen dabei 22 Mitarbeiter Selbstmord begangen haben. Die Verbindung des Namens Marconi mit intelligentem Öl in „John dies at the End“ ist gewiss kein Zufall, zumal es auch im Film mehrere Tote gibt.

R.I.P.D. – Tote Cops versus Dämonen

von Joe Doe

Wenn verstorbene Cops auf Dämonenjagd geschickt werden, so kann das eigentlich nur in okkultem Klamauk ausarten. Und genau darum geht es in „R.I.P.D“, was für „Rest in Peace Department“ steht.

Zu Beginn ist Nick Walker (Ryan Reynolds) allerdings noch beim Bostoner Police Department beschäftigt. Er hat alles, was man zum Glücklichsein braucht: Einen Orangenbaum im Garten, darunter einen Goldschatz, der später noch von Bedeutung sein wird, und eine hübsche Frau (Stephanie Szostak). Als Letztere joggen geht, rückt auch schon der erste Obelisk ins Bild.

Erster Obelisk

So wirklich perfekt ist Nicks Glück natürlich nicht, denn das Gold in seinem Garten ist eigentlich Beweismaterial. Er bekommt ein schlechtes Gewissen und überlegt, die Artefakte abzugeben. Dies teilt er dummerweise seinem Kollegen Bobby Hayes (Kevin Bacon) mit, welcher ebenfalls einige Goldbrocken mitgehen lassen hat. Dummerweise deshalb, weil der nix von dem Plan hält und seinen Kameraden bei einer Drogenrazzia kurzerhand über den Haufen schießt.

Damit wäre also geklärt, wie und warum Nick Walker ins R.I.P.D. versetzt wird. Als er feststellt, dass er nicht mehr ganz so lebendig ist, geht es ab nach oben. Das Ende des Tunnels ist dabei recht eigenartig und widerspricht den Nahtoderlebnissen der meisten Menschen. Licht gibt es dort zwar, aber dieses ist blau und hat die Form eines abstrahierten Hexagramms.

Hexagontunnel

Auf der anderen Seite wartet auch nicht etwa Gott oder die verstorbene Verwandtschaft, sondern die Polizeibeamtin Proctor (Marie-Luise Parker). Diese klärt Nick erst einmal über seine Situation auf (100 Jahre R.I.P.D. oder Jüngstes Gericht) und brennt ihm anschließend seine neue Marke in den Astralleib. Ein wenig fraglich an dieser Szene ist das Product Placement. Seit wann gibt’s im Jenseits Geld?

Brausewerbung

Als nächstes lernt Nick seinen neuen Partner Roy Pulsipher (Jeff Bridges) kennen, welcher gar nicht vom neuen Teamwork begeistert ist. Nick ist indessen wenig begeistert, dass er durch ein Klo zurück auf die Erde gespült wird und wir sind wenig begeistert, dass es dort erst einmal Pentagramme hagelt. Darunter auch auf dem gelben Sonnenwagen der beiden.

Pentagramme_1

Pentagramme_2

Das Symbolspiel geht auf Nicks Beerdigung noch etwas weiter. Auf dem Friedhof steht er zwischen zwei Säulen (Jachin & Boas), durch welche die Sonne hindurch scheint.

Zwischen Jachin & Boas

Eine Reihe Obelisken in unmittelbarer Nähe des Grabes dürfen natürlich genauso wenig fehlen. Wie wir später erfahren werden, dienen Obelisken als Blitzableiter für Jenseitsenergie.

Obelsiken am Grab_2

Als Zugabe gibt es noch etwas Fremdschämen, als Nick zu Julia rennt und sie anspricht, als würde er noch leben. Peinlich ist das deshalb, weil er für die Sterblichen nun aussieht, wie ein alter, verwirrter Chinese. Sein Partner Roy hat da schon mehr Glück, denn der erscheint den Lebenden als heiße Blondine. Zusammen geben die beiden ein recht ungewöhnliches Paar ab.

Nach dem Abstecher auf den Friedhof gibt es die erste Lektion im Festnehmen von verkommenen Seelen. Diese verbreiten schlechtes Karma, was Pflanzen verwelken und Technik kaputtgehen lässt. Hinter all den Defekten stecken also doch keine Gremlins, sondern fiese Verstorbene. Ebenfalls ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Toten in Gestalt von Lebenden für selbige sichtbar auftreten. Unsichtbaren Geisterspuk gibt es in diesem Film nicht.

Dafür aber übel verrottete Seelen, die in verschimmelten Absteigen leben und zu hässlichen Dämonen mutieren, wenn man ihnen indisches Essen unter die Nase reibt. Der erste stinkende Mistsack ist gleich ein Volltreffer, denn er kotzt Goldbrocken, nachdem Nick den Kerl mit dessen eigenen Arm verprügelt hat. Die Goldklumpen passen, wie es der Zufall so will, zu den Artefakten, die Nick in seinem Garten vergraben hat. Sie landen also erst einmal als Beweisstücke in der Asservatenkammer, welche ein recht merkwürdiges Zahlensystem hat. Die Kamera schwenkt dabei auf die 999 in weiß und schwarz.

999 Code

Als nächstes besuchen Nick und Roy einen Informanten im Baseballstadion, wo es die 66 gleich noch richtig herum gibt.

66 Stadion_1

Die 23 ist ebenfalls nicht weit.

23 Stadion

Abgesehen von etwas Numerologie ist aus dem Informanten aber nichts herauszubekommen. Dennoch scheint er etwas zu wissen, weshalb die beiden Jenseitscops ihm eines der Beweisstücke überlassen und sich an seine Fersen heften. Zu Nicks Überraschung trifft sich der nutzlose Informant mit seinem Expartner Bobby Hayes und übergibt diesem den Goldklumpen. Hayes führt die beiden wiederum zu Nicks Haus, wo er die heimlich vergrabenen Goldstücke seines toten Exkollegen einsammelt und obendrein dessen Frau anbaggert.

Mit dem Goldkoffer geht es weiter zu einem Hehler, der sich als wirklich fieser Fettsack herausstellt. Die Festnahme endet natürlich wieder in einem Fiasko und die beiden Cops müssen ihn verfolgen. Als erstes latscht der Fettsack vor einen auffälligen LKW mit der Aufschrift „Who but W.B. Mason“. Wer steckt wohl dahinter, wenn nicht die Freimaurer.

Mason Truck

Es folgt ein wenig Klamauk, wobei es schon stark übertrieben ist, wenn ein alter Chinese von einem Auto erschlagen wird, unbeschadet wieder aufsteht und mit einer Banane auf eine widerwärtige Kreatur zielt. Sein Kollege, der ja als Blondine wahrgenommen wird, hängt indessen mit einer Fönharpune am Fettsack, der wie Spiderman die Gebäude hochklettert. Das schlimmste an dem Drama ist jedoch, dass der Hehler den beiden entkommt.

Selbstverständlich gibt das erst mal ziemlichen Ärger, doch von oben naht Rettung in Form einer Nachricht. Dieser zufolge sind die Goldartefakte Teile eines Obelisken, der als Stab von Jericho bekannt ist.

Info Artefakt

Dieser wurde nicht grundlos zerbrochen und in alle Winde zerstreut, da er sonst die Toten auf die Erde regnen lassen würde. Mit anderen Worten handelt es sich um den Schlüssel zu einem Höllentor.

Info Hellgate

Leider werden Roy und Nick von dem Fall abgezogen und suspendiert. Die Auszeit nutzt Nick, um erneut seine Frau aufzusuchen, die sich jedoch von ihm abwendet. Es folgt ein kleines Wortduell mit Roy, in dessen Verlauf die beiden auf die Idee, kommen, dass Nicks Exkollege Bobby Hayes ein Dämon sein könnte.

Der trifft sich gerade mit einem anderen Fiesewicht und bekommt von ihm ein weiteres Artefakt überreicht. Seine Kontaktperson hat eine weitere 66 auf dem Trikot.

66 Trikot

Das Artefakt parkt Bobby in einem Behälter mit altsumerischen Keilschriftzeichen.

Keilschriftbox

Bevor Nick und Roy Bobby ergreifen, wird dieser von Julia über den kleinen Chinesen informiert, womit er natürlich vorgewarnt ist. Die nächste Szene ist daher wenig überraschend, wird aber zumindest mit einem ironischen Spruch im Hintergrund aufgeheitert. Das Plakat ist in der freimaurerischen Blau/Rot-Symbolik gehalten.

Dead Broke

Bei der Verhaftung stellt sich heraus, dass Bobby ein ganz übler Dämon ist, der sogar ein ganzes Haus zum Zerfall bringt. Er lässt sich allerdings ohne Widerstand abführen, weil er nur so zu den fehlenden Artefakten in der himmlischen Asservatenkammer gelangt. Dort stellt sich ein kugelförmiges Artefakt als Spezialbombe heraus, welche das R.I.P.D. lahm legt, und schon können er und seine Leute den Laden leer räumen. Eine von Bobbys Kumpanen hat übrigens ein ziemlich ausgebranntes Horusauge.

Horuslady

Die Bande entkommt und in den Straßen von Boston werden bei der anschließenden Schießerei einige tote Cops getötet. Ja, auch Tote können sterben. Doch die Zeit für Action ist sehr knapp, also geht es per Verfolgungsjagd weiter. Auf dem Weg zum Commonwealth Building gibt es noch eine 33…

33 Boston

…und auf dem Dach des Zielortes die dazugehörigen Farben der Freimaurergrade.

Boston Blau Rot

Der Obelisk nimmt dort langsam Gestalt an…

Goldständer

…und sein Kernstück ist ein X.

X-Stein

Aber eine Zutat fehlt noch. Um das Höllentor zu aktivieren braucht es das Blut einer Jungfrau. Nicks Freundin Julia ist das perfekte Menschenopfer.

Blutopfer

Als sich das Hellgate komplett öffnet, macht Bobby die passende Geste, um die Toten zu begrüßen.

Bobby Baphomet

So viel Zum Thema, dass Obelisken Energieleiter sind…

Obeliskenblitz_1

Obeliskenblitz_2

Selbstverständlich gelingt es Roy, den Obelisk zu zerstören. Nick befördert indes Bobby ins Jenseits vom Jenseits. Als Belohnung bekommt er einen Moment mit Julia, die ihn während einer Nahtoderfahrung so sehen kann, wie er einst war. Roy bekommt hingegen nur einen neuen Hut. Aber immerhin darf er sein Blondinen-Outfit behalten, während Nick eine neue Identität als Mädchen mit Zahnspange bekommt. Und wo sie schon gestorben sind, da sterben sie noch heute.

Fazit: R.I.P.D. ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Lachnummer. Und das ist schon die positive Seite. Denn neben einigen guten Gags bietet der Film sonst nur Okkultismus pur. Obelisken, die Türen zur Totenwelt öffnen und Untote, die sich in Dämonen verwandeln – das ist die Kernaussage des Films.

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Event Horizon – Am Rande der Hölle

von Joe Doe

Die „Event Horizon“ (zu Deutsch „Ereignishorizont“) ist ein experimentelles Raumschiff mit einem Interdimensionsantrieb, welches im Jahre 2040 auf seinem ersten Testflug nach Proxima Centauri spurlos verschwindet. Sieben Jahre später taucht das Schiff im Neptun-Orbit wieder auf. Bereits das Äußere der Event Horizon lässt wenig Gutes erahnen. Das Design ist obergruslig und übertrifft jedes Geisterhaus.

Event Horizon_2

Das Fenster der Hauptbrücke ist ein Sonnenkreuz, vor welchem gleich zu Beginn eine gefriergetrocknete Leiche wie ein gekreuzigter Jesus vorbeischwebt.

Event Kreuzigung

Das Raumschiff Lewis & Clark (wohl eine Anspielung auf „Superman“) bricht von der Erde zu einer Bergungsmission auf. Mit an Bord ist Dr. Weir (Sam Neill), der Konstrukteur des Interdimensionsantriebs. Während der Reise träumt Weir im Gravitationstank von seiner verstorben Frau, was sich später noch als wichtig für den Handlungsverlauf herausstellen wird.

Kaum an Bord der Event Horizon angekommen, merkt die Besatzung der Lewis & Clark, dass etwas an diesem Schiff unheimlich ist. Am gruseligsten ist dabei nicht nur die Tatsache, dass die gesamte Crew des Schiffs unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, sondern auch der Interdimensionsantrieb. Dieser rotiert in einer dunklen Kammer mit gigantischen Stacheln, die an Schaschlikspieße erinnern.

Event Horizon Antrieb

Auf der Antriebskugel befinden sich achtzackige Sterne, welche eine Abstraktion des Ištar-Sterns sind.

Event Ištar-Stern_1

Event Ištar-Stern_2

Das unglückselige Crewmitglied Justin (Jack Nosewothy) wird Zeuge, wie sich die Kugel im Zentrum des Antriebs in ein Dimensionstor verwandelt. Als er leichtsinnig in die Oberfläche aus schwarzem Öl hineingreift, wird er auf die andere Seite gezogen. Ursprünglich sollte das Black Goo übrigens auf dem Zielplaneten im System Proxima Centauri vorkommen und nicht wie letztendlich in einer anderen Dimension.

Event Hellgate_2

Was immer er dort gesehen hat, traumatisiert ihn so stark, dass er für die nächste Stunde im Wachkoma liegt. Der Rest der Crew bekommt indessen eine Ahnung davon, mit was Justin in der anderen Welt konfrontiert wurde. Das Schiff strahlt heftige Biosignale aus als ob etwas von ihm Besitz ergriffen hätte. Es lebt auf eine gewisse Weise und lässt die Besatzung grauenhafte Bilder sehen. Es bedient sich dabei der Urängste der jeweiligen Person, kann also per Telepathie in ihre Köpfe schauen.

Dabei sind die Leute von der Lewis & Clark nicht die ersten, denen dieser Horror widerfährt. Schon bald erfahren sie, warum die Crew der Event Horizon in Fleischfetzen von den Wänden hängt. In den Wahnsinn getrieben haben sie sich selbst in einer Massenorgie zerfleischt. Und es kommt noch schlimmer: Der Funkspruch, der auf Latein die Botschaft „Rette mich!“ mitzuteilen schien, bedeutet vollständig „Rettet euch selbst vor der Hölle!“

Diesem Rat kommt Justin bei einem Selbstmordversuch in der Luftschleuse nach. „Wenn ihr gesehen hättet, was ich gesehen habe, dann würdet ihr genauso…“ sind seine letzten Worte, bevor er die Schleuse öffnet. Erst danach scheint er aus seiner Trance zu erwachen und erkennt, was ihm nun blüht. Es gelingt Captain Miller (Laurence Fishburne) zwar, ihn zu retten, doch Justin ist durch die eisige Neptunatmosphäre so stark verletzt, dass sie ihn nur noch in einen Tank stecken und das Beste hoffen können.

Justins Escape

Während die Besatzung der Lewis & Clark immer schlimmeren Bildern ausgesetzt ist und ihr eigenes Schiff repariert, um schleunigst abzuhauen, geht Dr. Weir seinen eigenen Weg. Dieser führt ihn in den Antriebskern, wo er seiner toten Frau begegnet. Einmal mehr muss er miterleben, wie sie Selbstmord begeht und er ihr nicht helfen kann. Doch die Präsenz aus der anderen Dimension gaukelt ihm vor, dass er in der Hölle wieder mit ihr vereint sein kann.

Event Suizid

Von einer Mischung aus Wahnsinn und Hoffnung getrieben, reißt sich Weir die Augen aus und sprengt anschließend die Lewis & Clark in die Luft.

Eye Catcher

Während Smith (Sean Pertwee) an Bord stirbt, wird Cooper (Richard T. Jones) ins All geschleudert. Allerdings kann er seinen Lufttank als Jetpack nutzen, um zurückzukehren. Er kann sich glücklich schätzen, denn er wird zu einem der wenigen Überlebenden der Mission gehören.

D.J. (Jason Isaacs) hat da schon weniger Glück. Er wird von Dr. Weir in der Krankenstation angegriffen, wobei Weir übermenschliche Kräfte demonstriert. Er ist offensichtlich von Dämonen besessen und verwandelt D.J.s Körper in ein grausiges Kunstwerk, das Clive Barker alle Ehre machen würde. Um das schaurige Ambiente abzurunden, beschmiert Weir die Krankenstation mit satanischen Zeichen.

Clive Barker Show_1

Auf der Brücke lauert er schließlich Captain Miller auf. Als dieser ihn fragt, was er mit seinen Augen gemacht hat, antwortet Weir: „Wo wir hingehen, brauchen wir keine Augen, um zu sehen.“ Das stimmt auf eine erschreckende Art und Weise, denn wie in einem Alptraum kann man die Augen nicht vor einem Horror verschließen, der im Kopf stattfindet.

In letzter Sekunde rettet Cooper seinen Captain und Lt. Starck (Joely Richardson) vor Weir, als er vor das Brückenfenster kracht und damit Weir ablenkt. Als dieser das Fenster zerschießt, wird er hinausgesaugt, während sich Miller, Starck und Cooper retten können.

Die drei Überlebenden machen sich bereit, den von Weir aktivierten Antrieb von der Kommandosektion des Schiffes zu trennen, um nicht wie die Vorgängercrew der Event Horizon in der anderen Dimension zu enden. Kurz bevor Miller die Antriebssektion absprengen kann, wird er von der Manifestation eines längst verstorbenen Kameraden heimgesucht und muss sich vor einer Feuerwand in den Antriebsbereich retten.

Dort trifft er abermals auf Weir, den das Schiff zurückgeholt hat und der zudem seine Augen wieder im Schädel hat.

Weir possessed

Der Doktor meint, dass das Schiff sie nicht gehen lassen wird und zeigt Captain Miller weitere Visionen der Hölle. Im Film laufen die Bilder derart schnell ab, dass man kaum etwas mitbekommt. Erst in Zeitlupe offenbart sich der wahre Alptraum, der abermals der Phantasie eines Clive Barker entsprungen sein könnte. Wer schwache Nerven hat, sollte sich die Standbilder ersparen.

Clive Barker Show_2

Bevor der Interdimensionsantrieb das Schiff wieder in die Hölle schickt, opfert sich Miller selbst und sprengt die Verbindung zur Kommandosektion. Die Antriebssektion verschwindet derweil in einem Wurmloch. Durch Millers Opfer gelingt zumindest Starck, Cooper und Justin die Flucht.

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Fazit: „Event Horizont“ gehört zu den eindrucksvollsten und in Zeitlupe betrachtet auch zu den abartigsten Horrorfilmen aller Zeiten. Dabei nimmt der Film, welcher 1997 in die Kinos kam, einen Großteil der Handlung des PC-Spiels „Doom³“ vorweg. Durch Teleportationsexperimente wird nicht nur Zeit und Raum überbrückt, sondern ein Tor in eine andere Dimension geöffnet, die sich als Hölle entpuppt. Der besessene Dr. Weir erinnert sogar stark an den Antagonisten Dr. Malcom Betruger. „Event Horizon“ hält sich damit näher am Computerspiel als die „Doom³“-Verfilmung von Uwe Boll.

Die Hölle in „Event Horizont“ strahlt dabei eine Mischung aus Horror und Faszination aus. Freilich ist der Streifen hochgradig okkult, aber er ist auch eine Warnung vor dem Spiel mit dem Feuer. Was, wenn es der Menschheit irgendwann tatsächlich gelingt, durch andere Dimensionen zu reisen, die von nicht gerade wohlwollenden Wesen wie z.B. den Grey oder Black Goo bevölkert sind? Wobei diese Wesen es allerdings auch ohne menschliche Hilfe schaffen, einen Übergang in unsere Welt zu öffnen.