Die homophoben Ängste der AfD

Obwohl die AfD inzwischen selbst eine Homogruppe mit schwulen und lesbischen Mitgliedern hat, setzt die Partei weiterhin auf Homophobie. Ähnliches kennt man bereits von der CDU, die sogar mit einer Gruppe auf dem Christopher Street Day vertreten ist, sich aber dennoch strikt gegen eine Gleichberechtigung homosexueller Paare ausspricht. Warum fühlen sich überhaupt einige Schwule und Lesben von homophoben Parteien angezogen? Dummheit? Selbsthass?

Jedenfalls arbeitet die AfD ausschließlich mit Ängsten. Angst vor Überfremdung, Angst vor dem „Volkstod“, Angst vor dem Islam, Angst vor der „Zerstörung der Familie“ und natürlich Angst vor der „Homodiktatur“. Angst, Angst, Angst!!! Die Deutschen lieben Angst. Wer keine Angst hat, ist suspekt. Also immer schön Angst haben, das verschafft Anerkennung. Selbst wenn diese Angst total unbegründet und irrational ist.

So haben die AfD-Politiker und ihre Wähler sagenhafte Angst davor, dass deutsche Kinder in deutschen Schulen zur Homosexualität „erzogen“ werden. Hintergrund: Im Rahmen der sexuellen Aufklärung werden auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften erwähnt. Den Schülerinnen und Schülern wird also lediglich erzählt, dass es so etwas gibt und das auch völlig normal und okay ist. Wie sie dadurch homosexuell werden sollen, muss die AfD erst einmal erklären. Das ist in etwa so abwegig, als würden Jungs spontan das Geschlecht wechseln, sobald sie wissen, dass es auch Mädchen gibt.

Homosexualität lässt sich nicht anerziehen und Aufklärung fördert maximal die Toleranz gegenüber Andersliebenden. Aber das ist ja genau das, was die AfD eigentlich ablehnt – Toleranz. Wer aus dem Rahmen des streng konservativen Weltbildes fällt, hat für sie schlichtweg keine Daseinsberechtigung. So knallhart möchte man sich bei der AfD dann aber doch nicht ausdrücken, da nazistische Vernichtungsphantasien bei der Mehrheit der Bevölkerung nicht gut ankommen. Also greift man zum Mittel der Propaganda.

Dabei ist keine Behauptung zu absurd, um sie nicht in die Welt zu setzen. So verbreiten die Rechtspopulisten, dass schon in der Grundschule Schwulenpornos zum Unterricht gehören würden. Ähm, Pornos sind generell erst ab 18 freigegeben und jeder Lehrer, der derartiges über einen Beamer laufen lassen würde, wäre nicht nur seinen Job los, sondern würde darüber hinaus strafrechtlich verfolgt werden. Aber solche frei erfundenen Argumente drehen ja wunderbar an der Angstschraube besorgter Eltern.

Ebenso absurd sind Begriffe wie „Zwangsunterricht“. Es gibt in Deutschland eine allgemeine Schulpflicht, womit im Prinzip jeder Schulunterricht bindend ist. Das ist definitiv zu befürworten, denn sonst hätten wir bald eine total verblödete Bevölkerung, die weder lesen, schreiben noch rechnen kann und auch sonst keine Ahnung von der Welt hat. Mit anderen Worten eine Bevölkerung, die extrem anfällig für die stumpfsinnige Hetze der AfD wäre.

Aber noch mal zurück zum Schlagwort „Zwangsunterricht“. Während der Unterricht zumindest in den Naturwissenschaften und Sprachfächern recht trocken und objektiv ist, fordert AfD ihrerseits eine Erziehung zu mehr Patriotismus. Im Fach Deutsch sollen nur noch deutsche Klassiker gelesen werden, zu denen einige AfD-Politiker wohl auch Hitlers „Mein Kampf“ zählen dürften, und in Musik sollen nur noch deutsche Volkslieder geträllert werden. Es ist pure Heuchelei, wenn eine Partei, die derartiges fordert, dem aktuellen Bildungssystem Indoktrination vorwirft. Politische Indoktrination gibt es mehr oder weniger nur im Geschichtsunterricht und damit dürfte sich Björn Höcke als ehemaliger Geschichtslehrer ja bestens auskennen.

Aber das meint die AfD ja auch gar nicht mit ideologischer Indoktrination. Gerade im Bereich der sexuellen Aufklärung geht es doch eigentlich um Freiheit und Akzeptanz. Das ist jetzt so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was die Rechtspopulisten unterstellen. Tatsächlich ist es die AfD, die hier gegen die Freiheit wettert und Kindern vorschreiben will, wie sie zu leben und wohin sie sich zu entwickeln haben. Ihre Politiker sind es, die Kinder und Jugendliche in ein enges ideologisches Korsett zwingen wollen.

Das Ganze wird dann noch mit inhaltsleeren Kampfbegriffen wie „Genderismus“ garniert, wo niemand so genau weiß, was das eigentlich bedeuten soll. Aber bei den Erzkonservativen geht die Welt ja schon unter, wenn Mädchen Hosen tragen und Jungs mit Puppen spielen. Dabei weiß doch jeder, dass echte Kerle nur mit Panzern spielen und Mädchen nur rosa tragen dürfen. Sonst werden die Mädchen noch schwul und die Jungs lesbisch.

Der Knaller ist aber die vermeintliche Homo-Diktatur. Homosexuelle dürfen in Deutschland nicht mal Kinder adoptieren, aber sollen angeblich das Land beherrschen? Was haben diese rechtspopulistischen Knallchargen geraucht? Nur weil eine Minderheit die gleichen Rechte wie die Mehrheit fordert, ist das noch längst keine Diktatur. Im Gegenteil gehört der Minderheitenschutz zu den Kernaufgaben einer echten Demokratie. Und nur so nebenbei bedeutet die Gleichstellung der Homoehe keine Entwertung der Heteroehe.

Der AfD bleibt im Prinzip gar nichts anderes übrig, als maßlos zu übertreiben, um mit ihrer homophoben Propaganda überhaupt noch jemanden hinter dem Ofen hervorlocken zu können. Dementsprechend wird einfach mal behauptet, dass ein Promille der Bevölkerung über den gesamten Rest bestimmen würde. Zum einen wird der Einfluss der Homosexuellen geradezu lächerlich überdramatisiert, zum anderen wird diese Minderheit kleiner gemacht, als sie tatsächlich ist. Ein Promille wären gerade einmal 0,01 %. Tatsächlich liegt der Anteil der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen in der Gesamtbevölkerung aber zwischen 5 bis 10 %. Es soll hier lediglich der Eindruck erweckt werden, dass ein paar hundert Menschen die gesamte Macht für sich beanspruchen, was ja auch schon die Nazis den Juden unterstellt haben.

Mit der angeblichen Bedrohung unserer Kinder durch vermeintliche Homopropaganda macht die AfD lediglich Stimmung auf Kosten einer ihr verhassten Minderheit. Die Hetze gegen Andersliebende und sexuelle Aufklärung funktioniert nach denselben Mustern wie die Hetze gegen Flüchtlinge und den Islam. Die AfD will uns alle zu Angstmenschen machen, um ihre Machtinteressen durchzusetzen. Punkt!

Dabei ist Angst alles andere als gesund. Angst bedeutet psychischen Stress und permanenter Psychostress wirkt sich letztendlich auch auf die physische Gesundheit aus. Im eigenen Interesse sollte sich daher niemand in eine ständige Angstsituation versetzen lassen. Schon gar nicht, wenn es sich um unbegründete Ängste handelt.

Der Grund, warum Parteien wie die AfD auf Angst setzen, ist sehr einfach, denn unter Angsteinfluss handeln Menschen unvernünftig. Das Hirn entscheidet nur noch, ob Angriff oder Flucht die beste Option ist, wobei die AfD natürlich Angriff als einzigen Ausweg anbietet. Für ein vernünftiges Abwägen von Argumenten lässt einem das Kleinhirn im Angstmodus überhaupt keine Zeit, was die Umfragewerte der AfD erklären dürfte. Von daher sollten sich erst einmal alle beruhigen, die Fakten zusammentragen und anschließend eine wohl überlegte Entscheidung treffen – gegen Homophobie.

Hier noch ein paar Zahlen:

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Solidarität mit Orlando

Das Massaker in einem Schwulenclub in Orlando hat die Welt wieder einmal schockiert. Obwohl der Täter afghanischer Abstammung sich selbst in die Nähe des IS rückte, handelte es sich jedoch keineswegs um einen islamistischen Terroranschlag, sondern um die Homophobie eines Einzeltäters, der möglicherweise sogar selbst schwul ist und damit nicht klar kommt.

Solidarität mit den Opfern ist derweil zwar nicht verkehrt, doch die überzogenen „Wir sind Orlando“-Aktionen kommen in der Schwulen- und Lesbenszene nicht gerade gut an. Wir sind nämlich nicht Orlando, denn wir sind heterosexuell und hätten damit niemals zu Opfern des Täters gehört. Diese Heuchelei ist besonders perfide, wenn sie von AfD-Anhängern kommt, die selbst homophob sind, diesen Vorfall jedoch für ihre Islamfeindlichkeit ausnutzen und somit Moslem gegen Homosexuelle ausspielen.

Das geleakte AfD-Bundestagswahlprogramm

Wir haben bereits oft genug deutlich gemacht, dass die AfD eine neoliberale Partei ist, die Arbeiterrechte und den Sozialstaat abschaffen will. Das inzwischen geleakte Bundestagswahlprogramm setzt dem Fass allerdings die Krone auf. Es ist überhaupt ein Skandal, dass die AfD dieses Programm zurück halten wollte, denn Wahlprogramme sind ja normalerweise dazu da, dass sich Wähler über eine Partei informieren können. Aber wahrscheinlich dachte sich die AfD, dass ihre Wähler ohnehin keine Wahlprogramme lesen und damit haben Petry und Co. nicht einmal Unrecht. Sonst würden Kommentare wie „Volkverräter“ am Ende noch zur Bühne statt zur Gegendemo gerufen.

Okay, die Heute Show mag Satire sein, aber der folgende AfD-Spot enthält zu 100% Fakten aus dem geleakten Programm.

Irland sagt „Yes!“ zur Homoehe

von Shinzon

Ein wenig überraschend ist es schon, dass ausgerechnet in einem erzkatholischen Land wie Irland bei einem Volksentscheid Mitte Mai 2015 rund 60 % für die Homoehe gestimmt haben. Es zeigt aber vor allem, dass die Mehrheit der Bevölkerung um einiges offener ist als die Regierung und die Kirche.

Die Entscheidung der Iren setzt dabei auch die deutsche Regierung unter Druck. Die sträubt sich nach wie vor gegen die Homoehe, obwohl ein Volksentscheid hierzulande wohl ein ähnliches Ergebnis erzielen würde. Druck erhält Merkel außerdem aus dem Bundesrat und sogar aus ihrer eigenen Partei, denn es gibt auch homosexuelle Christen, die gerne vor den Traualtar treten würden. Am tolerantesten zeigt sich indes Thüringen, wo der erste linke Ministerpräsident Bodo Ramelow die Regenbogenfahne vor der Staatskanzlei hissen ließ.

Neben der ganzen Solidarität gibt es dieser Tage aber leider auch wieder viel homophobes Geschrei. Dabei ist einmal mehr ein Schulterschluss zwischen Nazis, Evangelikalen, Katholiken und sogar Islamisten zu beobachten. Interessant, wie einig sich diese Gruppen plötzlich sein können, wenn es um Schwule und Lesben geht. Dabei haben die ihnen nicht mal was getan. Die Argumente sind dementsprechend wie immer absurd und mit Vorurteilen behaftet.

Das fängt schon damit an, dass die Schwulen und Lesben angeblich den Heterosexuellen die Ehe wegnehmen würden. Wie soll das denn gehen? Die Heteroehe wird durch die Einführung der Homoehe keineswegs abgeschafft. Ebenso wenig handelt es sich um die Bevorzugung einer Minderheit, denn was den Schwulen und Lesben hier erlaubt wird, dürfen Heterosexuelle schon die ganze Zeit. Außerdem sollten Minderheiten generell dieselben Rechte wie alle haben, denn alles andere wäre Diskriminierung. Ansonsten könnte mit demselben Argument auch allen anderen Minderheiten wie Rothaarigen, Blinden, Buddhisten oder sogar den Nazis selbst die Ehe verweigert werden.

Speziell aus der Ecke der Evangelikalen und Katholiken hagelt es dann noch religiöse Klischees. So soll die Ehe etwas Heiliges sein. Aber warum dürfen dann Atheisten heiraten? Ebenso dumm ist das Argument, dass die Ehe Mann und Frau vorbehalten sein sollte, weil das irgendwann vor fast 2.000 Jahren mal jemand so festgelegt hat. Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr im Mittelalter, verdammt! Hinzu kommt, dass es unendlich viele gescheiterte Heteroehen gibt, weil z.B. der Mann gegenüber der Frau gewalttätig ist oder die Frau fremd geht und was es noch für Gründe geben kann. Warum sollten zwei Homosexuelle, die sich lieben, nicht heiraten dürfen, während sich auf der anderen Seite unzählige Heteropaare scheiden lassen?

Eine glückliche Ehe wird eben nicht dadurch definiert, dass die Partner Mann und Frau sind. Ob eine Ehe glücklich verläuft, hängt allein davon ab, ob die Partner zueinander passen und Gefühle füreinander haben. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, sollte einer Ehe nichts im Weg stehen, denn Liebe ist für alle da. Das sah übrigens auch Jesus so, weshalb christlich-fundamentalistische Sprüche wie „Gott hasst Schwule“ vollkommen daneben sind. Mal davon abgesehen, dass Hass kein Teil der Bergpredigt ist, bleiben die Evangelikalfaschisten noch die Erklärung schuldig, warum Gott so viele Homosexuelle erschafft, wenn er sie angeblich hasst?

Aber vielleicht gibt es ja auch gar keinen Gott und Homosexualität ist einfach etwas Natürliches. Behauptungen, dass es in der Natur keine Homo- und Bisexualität gibt, sind nämlich glatt gelogen. Ebenso leicht widerlegbar sind Behauptungen, dass Homosexualität anerzogen werden könnte, weshalb viele Fundamentalisten befürchten, dass Kinder, die bei Homopaaren aufwachsen, zwangsläufig selbst schwul bzw. lesbisch werden würden. Das ist totaler Nonsens, der absolut nichts mit der Realität zu tun hat!

Gleiches gilt für die Gegenannahme, dass Kinder aus Heteroelternhäusern in jedem Falle glücklich und normal aufwachsen. Es gibt genügend Fälle von häuslicher Gewalt gegen Kinder, wovon insbesondere katholische, evangelikale und rechtsextreme Elternhäusern nicht ausgenommen sind. Weiterhin gibt es in heterosexuellen Elternhäusern sowohl sexuellen Missbrauch von Kindern also auch die absolute Tabuisierung von Sex. Beides kann bei Heranwachsenden zu gestörtem Sexualverhalten führen.

Was letzteres Thema angeht, sollte sich vor allem die katholische Kirche mit Kritik an der Homoehe eher zurückhalten. Es ist einfach nur der blanke Hohn, wenn sich nach all den Kindesmissbrauchsfällen ausgerechnet pädophile Pfaffen gegenüber Homosexuellen als Moralapostel aufspielen. Gleiches gilt für die NPD, bei deren Politikern ebenfalls schon einige Kinderpornos aufgetaucht oder gar Affären mit Minderjährigen bekannt geworden sind, wie im Falle des Eisenacher Stadtratsabgeordneten Patrick Wieschke.

Noch widerwärtiger wird es, wenn ausgerechnet solche Nazis und religiösen Fundis behaupten, dass die Einführung der Homoehe durch das damit verbundene Adoptionsrecht zu pädophilen Übergriffen führen würde. Damit wird nämlich Homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt, obwohl die Unterschiede nicht größer sein könnten. Homosexualität findet zwischen Erwachsenen in beiderseitigem Einvernehmen statt. Sex mit Kindern kann dagegen niemals in beiderseitigem Einvernehmen sein, da Kinder noch gar nicht die geistige Reife besitzen, eine solche Situation richtig einzuschätzen. Vor Homosexuellen müssen Kinder dabei am wenigsten Angst haben, denn die meisten Kinderschänder sind heterosexuell, weshalb es in herkömmlichen Elternhäusern weitaus öfter zu derartigen Übergriffen kommt.

Mit eigenen Kindern sieht es bei Homopaaren naturgemäß schlecht aus, weshalb schlussendlich immer wieder das Argument angeführt wird, die Menschheit würde aufgrund der Homosexualität aussterben. Mal abgesehen davon, dass der Prozentsatz von Schwulen und Lesben in der Bevölkerung seit Jahrtausenden annähernd gleich geblieben ist, erleben wir derzeit eine Bevölkerungsexplosion. Mit fast 8 Milliarden Menschen ist unsere Spezies wohl kaum vom Aussterben bedroht und für die Bevölkerungsentwicklung sind eher Faktoren wie Zugang zu Nahrung und medizinischer Versorgung ausschlaggebend.

Es macht einfach keinen Sinn, Homosexuelle in Heterobeziehungen zu zwingen, damit sie noch mehr Kinder in die Welt setzen. Es gibt im Gegenteil genügend Waisenkinder, die in Heimen leben und auf eine Adoptivfamilie warten. Warum sollten Homopaare davon ausgeschlossen werden? Die Gefahr von gewalttätigen und sexuellen Übergriffen ist in Heimen viel höher, insbesondere in kirchlichen Einrichtungen.

Statt sich über die Homoehe zu echauffieren, als würde nun die Welt untergehen, sollte der Fokus daher auf das generelle Kindeswohl gelegt werden. Probleme wie häusliche Gewalt und Missbrauch sind kein Schwulen- und Lesbenproblem, daran lassen die Statistiken keinen Zweifel. Generell würde der Welt etwas mehr Liebe durchaus gut tun, wohingegen homophobe Pfaffen, Evangelikalfaschisten, Islamisten und Nazis nur Hass verbreiten. Deren Angst vor Homosexuellen ist völlig unbegründet, zumal mit denen ohnehin niemand ins Bett will.

Nachtrag: Inzwischen dürfen auch in allen US-Bundesstaaten Homopaare heiraten, obwohl es in diesem Land nur so von christlichen Fundis wimmelt. Da Deutschland ein Vasallenstaat der USA ist, wäre das nun eigentlich ein Freifahrtschein für die Einführung der Homoehe hierzulande. Einzig die CDU steht dem noch im Wege. Eine homophobe Partei, die wohl lediglich aus Wahlkampfkalkül jedes Jahr einen eigenen Wagen auf dem CSD auffährt. Bei so viel Verlogenheit verwundert es ein wenig, dass dieser Wagen bisher noch nie mit faulen Eiern beworfen wurde.

Neuer Flügel der AfD will zurück zur Monarchie

von Shinzon

Es ist nun wahrlich nichts Neues, dass die Alternative für Deutschland keine Alternative zur neoliberalen Politik der herrschenden Elite darstellt. Geführt wird die Partei von Ökonomen wie Bernd Lucke (ehemals CDU) und von Bankiers wie Hans-Olaf Henkel (u.a. Bank of America). Neben diesen Galionsfiguren finden sich aber auch islamophobe Rassisten wie Björn Höcke in den Reihen der AfD, die das Volk gegen Moslems und Flüchtlinge aufhetzen. An der Spitze werden also die Interessen der Reichen vertreten, während an der Basis das Prinzip „teile und herrsche“ durchgesetzt wird.

Damit ist die AfD den Unionsparteien CDU und CSU gar nicht mal so unähnlich und wie diese hat auch die AfD einige Mitglieder von adeligem Geblüt. Während für die CSU ein Freiherr zu Guttenberg das Kriegsministerium führte oder ein Otto von Habgier im EU-Parlament saß, übernimmt Beatrix von Storch diesen Part für die AfD. Die EU-Parlamentarierin führt das klerikal-aristokratische Kampagnen-Netzwerk der Partei, welches die Wiedereinführung der Monarchie anstrebt.

Beatrix von Storch ist die Enkelin von Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk (1887-1977), der wie viele Adelige das Naziregime unterstützte. Dabei war er keineswegs ein kleiner Mitläufer, sondern von 1932 bis 1945 Reichsfinanzminister. Also ein adeliger Nazi mit besten Verbindungen zur Finanzmafia.

Ihr Opa väterlicherseits war Nikolaus von Oldenburg (1897-1970), der letzte Erbe des Großherzogtums Oldenburg. Auch dieser Großvater war Mitglied der NSDAP sowie SA-Standartenführer. Angesichts solch familiärer Verhältnisse bekommt es einen durchaus bitteren Beigeschmack, wenn Beatrix von Storch permanent „Deutschlaaand!!!“ schreit. Das muss wohl an der Erziehung liegen.

Nun will Frau von Storch die Zeit aber nicht unbedingt 70 Jahre zurück drehen, sondern besser gleich 100 Jahre. Ihre Familie gehört zu den Adelscliquen, die nach der Wende 1990 Anspruch auf ihre einstigen Ländereien und Besitztümer in der ehemaligen DDR erhoben. Damit aber noch nicht genug, trachtet ihre Familie tatsächlich nach dem Thron. Diesen soll von Storchs Cousin 2. Grades Philip von Preußen besteigen, welcher tatsächlich der Enkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. ist.

AfD Adelsnetzwerk

So hart das auch klingen mag, die Bolschewisten handelten völlig richtig, als sie 1918 Zar Nikolaus II. samt seiner Familie ins Jenseits beförderten. So lange auch nur ein einziger von diesem Adelsgeschmeiß überlebt, kommt dieses Unkraut immer wieder hoch. Zwar haben auch die Deutschen die Monarchie überwunden, doch die Adeligen blieben als Mitglieder der Union, der FDP und nun auch der AfD weiter an der Macht. Sie sind nach wie vor von Geburt an besser gestellt und haben in der Wirtschaft neue Wege gefunden, das Volk zu knechten.

Leider gibt es viele Menschen in Deutschland, die ernsthaft froh wären, wieder Untertanen in einer Monarchie zu sein. Man könnte meinen, Selbstgeißelung stünde wieder hoch im Trend, doch tatsächlich versprechen sich die Betroffenen eine bessere Politik von einem König oder Kaiser. Welch absurde Vorstellung!

Die derzeitigen politischen Verhältnisse sind selbstverständlich untragbar, doch eine Rückkehr zur Monarchie würde daran nichts ändern. Auch ein Kaiser Philip von Preußen müsste sich wie Angela Merkel der Finanzmafia beugen. Das beste Beispiel ist das britische Königshaus, welches keinerlei Macht über das extraterritoriale Gebiet der City of London hat. Die Rückkehr zur Monarchie hätte nur einen einzigen Effekt: Wir müssten noch mehr Steuern zahlen, da wir neben den Banken und Konzernen auch noch eine kaiserliche Familie durchfüttern müssten.

Adelige sind nichts anderes als Parasiten! Sie werden mit dem Silberlöffel im Mund geboren, weil ihre Urahnen irgendwann vor Jahrtausenden behauptet haben, ihr Blut sei königlich und sie wären von den Göttern auserwählt. Mit diesem Argument haben sie sich Land und Ressourcen angeeignet und Generationen im Frondienst für sich schuften lassen. Alles, was sie besitzen, ist zusammengeklaut und geraubt. Sie haben sich gar erdreistet, die Natur in ihren Besitz zu bringen.

Es ist schlichtweg eine Lüge, wenn sich Adelige enteignet fühlen, weil in der DDR die Wälder und Ländereien der Allgemeinheit zurückgegeben wurden. Allein die Vorstellung, dass der Wald Privatbesitz einer Familie sein kann, die behauptet, dass dies eine göttliche Ordnung sei, ist absurd! Die einzige Enteignung war die Enteignung des Volkes, als den Adeligen ihre unrechtmäßig beanspruchten Ländereien und Schlösser zurückgegeben wurden.

Leider sehen das nicht alle Deutschen so. Doch was treibt diese Menschen zurück zur Monarchie? Welch unendlichen Hass auf sich selbst müssen sie haben, um freiwillig vor einem König oder Kaiser zu Kreuze kriechen zu wollen? Warum wollen sie dieses arbeitsscheue Pack mit Gold und Juwelen überhäufen, statt die Steuergelder in sinnvolle Dinge wie Bildung und Infrastruktur zu stecken? Wer wirklich eine Monarchie will, kann ja gerne nach Nordkorea auswandern und sich für König Kim Jong Un zu Tode hungern!

Aber die Anhänger des deutschen Kaisertums wollen gar nicht wissen, was Monarchie überhaupt bedeutet. Es schert sie nicht, dass in Thailand Systemkritiker wegen „Majestätsbeleidigung“ für Jahrzehnte in den Knast wandern oder das britische Königshaus seine schützende Hand über den pädophilen Sumpf des kronloyalen Establishments hält. Welcher Royalist interessiert sich schon dafür, warum Lady Di sterben musste, wenn im Goldenen Blatt steht, was für tolle Übermenschen die Adeligen doch sind?

Die Royalisten hängen einer romantischen Vorstellung aus irgendeinem Disney-Märchenfilm an und träumen vielleicht sogar davon, selbst irgendwann „Plötzlich Prinzessin“ zu sein. Oder zumindest ein Fürst oder hoher Beamter. Letztendlich sind die AfD-Wähler aber nichts als Hofnarren. Wie viele solcher dummen Patrioten sind 1914 für „Gott, Kaiser und Vaterland“ gegen den „Franzmann“ ins Feld gezogen und haben dafür mit ihren Gliedmaßen oder gar ihrem Leben bezahlt? Schon vergessen?

Wer die Rückkehr zur Monarchie fordert, hat nichts aus der Geschichte gelernt. Die Adeligen sind dem Volk nicht wohl gesonnen. In deren Augen sind wir alle nur Untermenschen, Spielzeug und Kanonenfutter. Die Monarchie ist die höchste Form der Ideologie von der Ungleichheit der Menschen. Eine Ideologie, wie wir sie auch beim Faschismus und Satanismus finden. Es ist daher wohl kaum überraschend, dass der deutsche Adel zu den größten Unterstützern der Naziregimes zählte und der europäische Hochadel im Kern satanistisch ist.

Erinnert sich noch jemand an den Elefantentöter Juan Carlos II. von Spanien? Oder all die verschwundenen Kinder von England? Das ist das wahre Gesicht der Monarchie! Die adelige Machtclique herrscht aber nicht nur über ihre Königreiche und Fürstentümer, sondern leitet schon seit jeher die wichtigsten Geheimgesellschaften. Während die britische Queen Elizabeth II. auf dem öffentlichen Thron sitzt, ist ihr Cousin Edward, 2. Duke of Kent, der Großmeister der Vereinigten Großloge von England.

Monarchie und Freimaurerei gehen auch bei der AfD Hand in Hand. Das zeigt allein schon das Parteilogo, welches in den Freimaurerfarben blau, weiß und rot gehalten ist. Der Pfeil zeigt dabei gewiss nicht zufällig nach rechts. Die AfD ist also gegenüber der neuen Weltordnung so alternativ wie Kot gegenüber Scheiße.

AfD masonic Logo

Aber das adelige Inzestgesocks will nicht nur die Monarchie zurück. Beatrix von Storch propagiert gleichermaßen die klerikalen Vorstellungen der Ultrakonservativen, deren Spektrum von Katholiken bis Evangelikalfaschisten reicht. Bei diesen Kreisen muss man natürlich nicht lange fragen, warum sie kein Problem mit der Monarchie haben, da christliche Fundamentalisten dies für die göttliche Ordnung halten.

Doch zurück zum mittelalterlichen Menschenbild der Klerikalen. Für diese sind Frauen natürlich minderwertige Gebärmaschinen, die an den Herd gehören. Frau von Storchs Position als Abgeordnete des EU-Parlaments ist natürlich eine Ausnahme, da sie eine Adelige und kein Untermensch Untertan ist. Frauen aus der Arbeiterklasse sollten dagegen maximal als Dienstmagd arbeiten und Kühe melken.

Als Mensch zweiter Klasse dürfen Frauen in diesem Weltbild genauso wenig über ihren Körper wie über ihr Leben bestimmen. Das heißt im Klartext, dass sie nicht abtreiben dürfen. Nicht einmal dann, wenn sie vergewaltigt worden sind, ihr Kind schwer behindert sein wird oder durch die Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährdet ist.

Dem 2005 gegründeten AfD-Verein Zivile Koalition e.V. ist das Leben heilig. Allerdings nur das ungeborene Leben. Wenn die Kinder erst mal auf der Welt sind, können sie verhungern oder sich im Krieg verheizen lassen. Das ist die Logik aller katholischen und evangelikalfaschistischen Pro Life Anhänger.

In Deutschland fallen diese Gestalten immer wieder mit Aktionen gegen Ärzte sowie dem so genannten „Marsch für das Leben“ auf. Neben Beatrix von Storch gehört das Ehepaar Martina und Volker Kempf zu den Organisatoren solcher Events. Unlängst sind die beiden von der AUF in die Alternative für Deutschland übergewechselt und haben dort den Arbeitskreis „Christen in der AfD“ aufgebaut. Neben dem frauenverachtenden Pro Life-Geschwafel zählt natürlich auch Homophobie zu den Kernthemen dieses Parteiflügels.

Neben Beatrix von Klapperstorch ist auch ihr Cousin Paul von Oldenburg in der Szene aktiv. Er vertritt in Brüssel mehrere Organisationen, die der Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP) nahe stehen. Gemeint sind natürlich die Tradition der katholischen Kirche, deren mittelalterliches Familienbild und der Besitz von Kirche und Adel. Gegründet wurde die Gesellschaft in Brasilien als Gegenbewegung zur Befreiungstheologie. Letztere zeigt, dass Christentum auch humanistisch und fortschrittlich sein kann und würde Jesus heute leben, wäre er wohl ein Befreiungstheologe.

Die TFP ist indes ein absoluter Gegner von jeglicher Freiheit, sei es die Freiheit von Knechtschaft oder die sexuelle Freiheit. Die Gesellschaft tritt für die katholische Hierarchie ein und stellt sich damit gegen jede Form von Gleichheit. Das betrifft insbesondere die Gleichheit von Mann und Frau, aber auch von Hetero- und Homosexuellen. Geht es nach der TFP, haben sich alle Menschen dem Adel und Klerus zu unterwerfen, die Frauen den Männern und Homosexuelle der Inquisition.

Ihr Motto lautet: „Wer Ungleichheit hasst, hasst Gott.“ Das ist natürlich vollkommen absurd und setzt voraus, dass die Monarchie, Patriarchat und Unterdrückung gottgewollt seien. Ein liebender Gott würde dem niemals zustimmen und auch Jesus, für den alle Menschen gleich waren, würde sich bei so viel Menschenverachtung gewiss im Grab umdrehen (sofern er dort liegen geblieben wäre).

Es gibt allerdings einen Ort, an dem das Weltbild der TFP bereits umgesetzt wird und an dem sich Beatrix von Storch und ihre Bande sicherlich wohl fühlen würden. Die Rede ist vom Kalifat Islamischer Staat. Dort herrscht eine strikte Trennung von Herrschenden und Pöbel, der Kalif ist eine Art König, Frauen sind den Männern untergeordnet und Andersdenkenden, darunter natürlich auch Homosexuellen, werden die Köpfe abgehackt.

Die AfD, welche sich regelmäßig bei Pegida beteiligt, wird sich mit Sicherheit gegen solche Vorwürfe wehren. Doch genau das ist es, was Frau von Storch und ihre Anhänger fordern. Nur wollen die halt keinen islamischen, sondern einen christlichen Gottesstaat. Wayne? Der einzige Unterschied zwischen einem islamistischen Hassprediger und Beatrix von Storch besteht doch darin, dass sie sich als Frau selbst nicht an ihre Predigten hält, sonst würde sie diese einem Mann überlassen.

Bei genauerer Betrachtung ist ein Storch eben auch nur ein (Pierre) Vogel. Wer sich von solchen Figuren aufwiegeln lässt, ist entweder religiös verblendet oder hat einfach kein Selbstwertgefühl. Wer als Arbeiter einer Ideologie anhängt, die den eigenen Interessen feindlich ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Die AfD vertritt gleich zwei solche Ideologien – den neoliberalen Marktradikalismus und die Rückkehr zur Monarchie.

Diese Ideologien gehen davon aus, dass Menschen unterschiedlich viel wert sind. Sie unterteilen die Menschheit in Gewinner und Verlierer und behaupten, dies sei gottgewollt. Doch von Natur aus sind alle Menschen gleich geschaffen, mit einer Seele und einem freien Willen. Obgleich wir alle Individuen sind, die nicht alle dasselbe wollen, so haben wir dennoch das gleiche Recht auf Glück und Selbstbestimmung! Kein Recht haben wir dagegen, andere zu knechten und ihre Persönlichkeit zu unterdrücken. Die Monarchisten und christlichen Fundamentalisten brechen die universellen Gesetze, indem sie den freien Willen anderer nicht respektieren!

Quelle 1

Quelle 2

Jürgen Elsässer – Vom Marxisten zum Nationalkonservativen

von Shinzon

Der Journalist und politische Aktivist Jürgen Elsässer wurde am 20. Januar 1957 in Pforzheim geboren. Nach seinem Studium war er 14 Jahre lang im Schuldienst von Baden-Württemberg tätig und unterrichtete dabei auch eine Klasse, die hauptsächlich aus jugoslawischen Immigrantenkindern bestand. Damals stellte das für ihn noch kein Problem dar, denn politisch war er in seinen jungen Jahren ganz weit links verortet.

Von der Mitte der 1970er Jahre an sympathisierte er mit dem Kommunistischen Bund und blieb bis zu dessen Auflösung 1991 Mitglied. In dieser Zeit schrieb er auch für dessen Publikation „Arbeiterkampf“, darunter ein 1990 erschienener Artikel mit der Überschrift „Warum die Linke antideutsch sein muss“. Damit kann er als Mitinitiator der Antideutschen-Bewegung gesehen werden, worauf er heute sicherlich nicht mehr stolz ist. Er kehrte den Antideutschen allerdings nicht erst nach seiner 180°-Drehung den Rücken, sondern verabschiedete sich schon eher von dieser kruden Ideologie, um sich zunächst dem Antiimperialismus zu verschreiben.

Nachdem er 1994 den Lehrerberuf an den Nagel hängte, widmete sich Elsässer voll und ganz dem Journalismus. Er wurde leitender Redakteur und zwischenzeitlich sogar Chefredakteur der linken Tageszeitung Junge Welt. 1997 kam es zu internen Protesten aufgrund einer Personalentscheidung des Geschäftsführers. Gemeinsam mit einigen anderen Redakteuren gründete Elsässer daraufhin die Jungle World.

Nebenbei schrieb Elsässer auch für die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung und die konkret. Bei letzterer kam es 2002 allerdings in der Folge des Irakkrieges zu einem Zerwürfnis mit dem Herausgeber Hermann L. Gremliza. Als wäre das noch nicht genug, trennte sich selben Jahr auch die Jungle World aus ähnlichen Gründen von ihm. Daraufhin kritisierte Elsässer das Aufweichen des Antikriegskonsens innerhalb der linken Bewegung in seinem zweiteiligen Essay „Wie sie lernten, die Bombe zu lieben – Linke, Krieg und Antisemitismus“.

Bis hier hin konnte einem Jürgen Elsässer durchaus noch sympathisch sein. Er war ein konsequenter Kriegsgegner und Antiimperialist mit stark marxistischen Ansätzen. Doch der Konflikt innerhalb der linken Bewegung brachte ihn wohl ins Wanken und ließ ihn letztendlich völlig nach rechts kippen. Bereits bei seiner kurzen journalistischen Tätigkeit für die linke Tageszeitung Neues Deutschland vom April 2008 bis Januar 2009 fiel er unangenehm auf, indem er an rechte Parolen andockte.

Im Anschluss erschienen 2009 einige seiner Artikel bei Kopp Online. Beim Kopp Verlag erscheint von links bis rechts so ziemlich alles, was mit Verschwörung zu tun hat. Darunter auch die islamfeindlichen Hetzschriften eines Udo Ulfkotze. Irrwitzigerweise schrieb Elsässer seinerseits für die Islamische Zeitung. Man hätte ihm die Zusammenarbeit mit dem Kopp Verlag daher vielleicht noch als Protest durchgehen lassen können, wenn er sich nicht weiter in diese Ecke verrannt hätte.

Im selben Jahr gründete Elsässer die „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“, welche jedoch lediglich für eine Nationalisierung des Finanzsektors eintritt und nicht für die generelle Überwindung des Kapitalismus. Für einen ehemaligen Antiimperialisten ein wenig enttäuschend. Die Volksinitiative sollte dennoch offen sein für alle von „Lafontaine bis Gauweiler“.

Wegen diesem Zitat wurde Elsässer alsbald unterstellt, er wolle eine Querfront von links bis rechts. Nun kann man die CSU ja gerne als rechte Partei bezeichnen, aber Gauweiler gehört dort eher zum linken Flügel. Gauweiler war z.B. der Einzige in seiner Fraktion, der sich gegen die Unterzeichung des ESM-Bankenermächtigungsgesetzes stellte und damit bereits von sich aus den Schulterschluss mit der Linksfraktion wagte, welche als einzige im Bundestag geschlossen gegen den ESM stimmte. Zusammen klagten sie auch vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den ESM und Fiskalpakt.

Zumindest zu diesem Zeitpunkt war die Behauptung einer Querfront also nichts weiter als eine üble Unterstellung. Leider wird diese inzwischen aber von Elsässer selbst bestätigt. In seinem 2009 gegründeten Compact Magazin, welches beim Kai Homilius Verlag erscheint, vermischen sich linke und rechte Positionen zu einem teilweise schon kruden Verschwörungsbrei.

Zu seinen rechtslastigen Thesen gehört u.a. die folgende Behauptung: „Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden.“ Zum einen spielt Elsässer hier gezielt Arbeitlose gegen Migranten und Homosexuelle aus, womit er das Prinzip „teile und herrsche“ fördert. Allein das ist schon sehr fragwürdig für jemanden, der angeblich gegen die herrschende Elite kämpft.

Doch nehmen wir den Inhalt noch etwas genauer unter die Lupe. „Multikulti“ ist eine bewusst negative Wortwahl aus dem rechten Spektrum, mit der gegen alles Fremde gehetzt wird. Insbesondere Sinti und Roma verabscheut Elsässer abgrundtief. Deutschland jedoch schon immer multikulturell und wurde bereits in vergangenen Jahrhunderten von den Römern, der Hugenottenzuwanderung und vielen weiteren Einflüssen kulturell bereichert. Eine deutsche Leitkultur sucht man dagegen vergebens, denn Bayern, Berliner, Rheinländer, Schwaben usw. haben alle ihre eigenen Traditionen. Die Sorben und Friesen haben sogar eine eigene Sprache.

Mit dem Feindbild „Multikulti“ bemüht Elsässer das Gespenst vom „Untergang des christlichen Abendlandes“, welches sich von konservativ bis rechtsextrem größter Beliebtheit erfreut. Dabei wird natürlich auch ordentlich gegen den Islam mobil gemacht. Dumm nur, dass das Christentum, welches unser Abendland so sehr prägt, aus derselben Ecke in Nahost kommt, wie der Islam. Also wenn hier schon etwas bedroht ist, dann doch eher das heidnische Abendland und für dessen Rettung kommen Elsässer und Co. rund 2.000 Jahre zu spät.

Ebenso widerwärtig wie Elsässers Rassismus, ist seine Homophobie. Zwar behauptet er von sich selbst, nicht homophob zu sein, doch im Februar 2014 zeigte er im Studio von Frank Höfer sein wahres Gesicht. So meinte er, sich als hetero zu outen, sei schon revolutionär und Männer, die Frauen lieben, seien eine Randgruppe. Er unterstellte gar, dass die Rechte der Schwulen und Lesben die Rechte der heterosexuellen Mehrheit untergraben würden. Natürlich ging er nicht darauf ein, wie genau das vonstatten gehen soll, da diese Behauptung schlichtweg völliger Humbug ist.

Der Gipfel war dann das Schlagwort der „homosexuellen Propaganda“. Angeblich würde es in Filmen und Serien von homosexuellen Charakteren nur so wimmeln und es gäbe einen ungeheuerlichen Hype. Schaut der Typ überhaupt Fernsehen? Schwule und lesbische Charaktere sind eine absolute Minderheit und in den Hauptrollen so rar wie faustgroße Diamanten. Hinzu kommt, dass vor allem schwule Männer in den Medien oft total klischeehaft dargestellt werden, was eher abwertend als fördernd ist.

Und wie sieht es in der Gesellschaft aus? Bis heute werden Schwule und Lesben in Deutschland benachteiligt und ein bedenklicher Prozentsatz der Deutschen hat einen unerklärlichen Hass gegen Homosexuelle. Gerade von Nazis und Evangelikalfaschisten hagelt es eher schwulenfeindliche Propaganda. Das Bild von der Bevorzugung Homosexueller, welches Elsässer zeichnet, hat einfach nichts mit der Realität zu tun und seine Paranoia bedient genau die Gegenseite.

Mit ähnlicher Überzeugung setzt er sich gegen die angebliche Frühsexualisierung von Kindern ein, nur weil diese in der Schule aufgeklärt werden und dabei auch etwas über Toleranz gegenüber Andersliebenden lernen. „Schulfach schwul“ nennt Elsässer das plakativ populistisch. Da Homosexualität aber weder eine ansteckende Krankheit noch eine erlernbare Ideologie ist, erübrigen sich alle Behauptungen, die Kleinen würden damit in eine bestimmte Richtung beeinflusst werden. Die Mehrheit der Schüler wird das deutsche Schulsystem weiterhin heterosexuell verlassen.

Was den sexuellen Aspekt an sich angeht, so lernen die Kleinen lediglich etwas über menschliche Biologie, was allemal besser ist, als ihnen bis zum 18. Lebensjahr etwas vom Klapperstorch weis zu machen. Es ist einfach absurd zu behaupten, dass die Grundschüler dadurch früh sexualisiert würden. Den Kindern werden in der Schule weder Pornos gezeigt, noch üben sie die Praxis. Im Gegenteil ist es erwiesen, das Kinder ohne solche Aufklärung früher Sex haben und die Schwangerschaften sowie Geschlechtskrankheiten unter genau den Minderjährigen zunehmen, die noch nie etwas von Verhütung gehört haben.

Der Sexualkundeunterricht ist absolut harmlos und geradezu trocken. Wer seine Abschaffung fordert, kann auch gleich noch nach Geschlechtertrennung an den Schulen schreien. Willkommen im Mittelalter! Hinzu kommt, dass jedes Lady Gaga Video bedenklicher ist und MTV bei weitem mehr zur Frühsexualisierung beiträgt, als die Schule. Zwar richtet sich Elsässer durchaus auch gegen dieses Extrem, doch während er das Bild der Frau als Sexobjekt kritisiert, vertritt er selbst das Bild der Frau als Gebärmaschine.

Quelle – Elsässer O-Ton

Und da wären wir schon bei seiner Lieblingsverschwörungstheorie – der angeblichen Zerstörung der (heterosexuellen, christlichen) Familie. Zu diesem Thema erschien Anfang 2014 gleich ein ganzes Compact-Sonderheft mit dem Titel „Feindbild Familie“, welches am 20. März auf einer eigens anberaumten Konferenz vorgestellt wurde. Auf dieser Veranstaltung war u.a. Andrej Sikojev zugegen, der offizieller Botschafter der russisch-orthodoxen Kirche bei der deutschen Politik ist.

Quelle

Nur so nebenbei findet sich auf dem Cover der Ausgabe gegen Frühsexualisierung eine Anspielung auf eine Frühilluminierung. Der Herr, der hinter der deutschen Familienpolitik dunkle Mächte vermutet, bedient sich selbst der Symbolik des allsehenden Auges.

Feindbild Freimaurer

Mit dieser schauerlichen Freakshow eckte Elsässer auch bei Ken Jebsen an, welcher ihn für seinen erzkonservativen Sexismus und seine kruden Verschwörungstheorien ordentlich ins Kreuzfeuer nahm. Es ist sehr erfreulich, dass Ken sich von Elsässers Ansichten distanziert und ihnen Paroli bietet, denn gerade in den alternativen Internetmedien ist Aufklärung bitter nötig.

Vor allem, wenn Leute wie Elsässer den Schulterschluss mit Katholiken, Orthodoxen und Evangelikalen wagen. So schrieb z.B. Eva Hermann in der Compact, dass ein religiöses Elternhaus gut für die Entwicklung von Kindern sei. Eine Ansicht, die Elsässer teilt, da ihm zufolge streng religiöse Eltern ihre Kinder vor deren eigener Sexualität „schützen“. Es ist jedoch völlig normal, dass Heranwachsende mit Beginn der Pubertät ihren eigenen Körper entdecken. Eltern, die ihren Kindern erzählen, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie sich unten rum anfassen, richten damit schwere psychische Schäden an. Genau solche Erziehungsmethoden können sich später in sexuellen Störungen manifestieren.

Natürlich sind beim Thema „Feindbild Familie“ auch die Homosexuellen wieder einmal die Hauptschuldigen. Wie verblendet kann man nur sein? Entweder man ist schwul oder hetero oder bisexuell, wobei Schwule und Lesben nun einmal nicht ohne weiteres „eigene“ Kinder bekommen können (außer durch Samenspenden oder Leihmutterschaft). Man kann sie auch nicht zu irgendetwas zwingen, indem man ihnen ihre sexuelle Ausrichtung verbietet oder sie gar bekämpft, wie es ein gewisser Adolf damals gemacht hat. So weit würde Elsässer zwar sicherlich nicht gehen, aber er bereitet solcher Menschenverachtung den Nährboden.

Die Verantwortung der Zerstörung von Familien liegt weder bei Schwulen und Lesben, noch beim Recht der Frauen auf Selbstverwirklichung. Die Familien gehen viel eher an unmöglichen Arbeitszeiten, prekärer Beschäftigung und Armut kaputt. Wer 60 Stunden die Woche arbeitet und dabei gerade mal die Miete raus hat, kann sich keine Familie leisten. Kinder sind im Turbokapitalismus schlichtweg existenzgefährdend.

Offensichtlich werden die wahren Gründe, wenn man einmal die heutige BRD mit der DDR vergleicht. In der DDR war die große Mehrheit der Frauen berufstätig. Dennoch funktionierten die Familien und die Scheidungsrate war vergleichsweise niedrig. Zur Stabilisierung der Familien haben zudem ausreichend kostenfreie Kitaplätze beigetragen. Die Frauen an den Herd zu ketten kann also nicht die Lösung sein.

Aus Elsässers Sicht wäre eine solche Degradierung der Frauen zu Gebärmaschinen allerdings ein „Befreiungsschlag“, da sie ja angeblich gegen ihren Willen und gegen ihre Natur in die Arbeit gedrängt würden. Ganz besonders gilt dies natürlich für Angela Merkel, die als mächtigste Frau im Staat gewiss jeden Tag von ihrem Mann ins Kanzleramt geprügelt werden muss. Was für ein unglaublich frauenverachtender Schwachsinn! Elsässers Familiebild stammt wahrhaftig aus der Steinzeit. Oder von Eva Hermann, die als Karrierefrau gegen das Recht der Frauen auf Karriere ist.

Aber es geht noch eine Spur absurder. Denn während Elsässer auf der einen Seite über die Zerstörung der Familie klagt, tritt er auf der anderen Seite gegen das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben ein. Er drückt sich in dieser Frage zwar vorsichtig aus und verweist auf bereits bestehende Rechte, aber prinzipiell findet er das Recht der Homosexuellen auf eine Familie bedenklich, als würden da irgendwelche obszönen Dinge stattfinden. Dabei sind Kindesmisshandlungen in klassischen Heterofamilien weitaus häufiger verbreitet. Aber was macht es schon, wenn ein Vater seine Kinder grün und blau prügelt, so lange im Bett eine Frau unter ihm liegt…

Elsässers Ansichten über Familie und Homosexualität basieren allein auf Vorurteilen und konservativen, patriarchalen Rollenklischees. Niemand verlangt von ihm, seine sexuelle Orientierung zu wechseln und sich daheim selbst an den Herd zu stellen. Er hat das Recht in seiner erzkonservativen Heterowelt glücklich zu werden, obgleich der eigentliche Witz darin besteht, dass er selbst gar keine Familie hat. Das Recht, anderen seine Wertvorstellungen aufzuzwingen oder sich gar in die Familienplanung anderer Menschen einzumischen hat er jedoch nicht! Liebe ist für alle da und Familien sind mehr als nur Kinderfabriken!

Damit wären wir aber immer noch nicht am Ende. Der nächste große Punkt sind Jürgen Elsässers Kontakte zum rechtskonservativen und sogar rechtsextremen Milieu. Freilich, Elsässer ist selbst kein Nazi und würde auch nie als solcher gesehen werden wollen. Ein nationalkonservativer Rechtspopulist ist er dagegen sehr wohl und schaut man sich seine Verbindungen einmal etwas genauer an, öffnen sich Abgründe.

Zu den noch eher „harmlosen“ Kontakten zählt der Sozialdarwinist und ehemalige Bundesbanker Thilo Sarrazin, der Arbeitslosen gerade einmal 3 € pro Tag für Wasser und Brot gönnt und sowohl gegen Muslime als auch gegen Juden hetzt. Berühmt geworden ist Sarrazin durch sein Pamphlet „Deutschland schafft sich ab“, welches Elsässer ausdrücklich als „mutig“ lobt.

Sarrazin ist jedoch nicht der einzige Elitäre, mit dem sich der einstige Marxist umgibt. Gleichsam findet er wohlwollende Worte für die AfD – einen neoliberalen Haufen von Ökonomen, Bankern und Wirtschaftsprofessoren, der vorgibt, die Interessen der kleinen Leute zu vertreten. Wie glaubwürdig kann Elsässers Engagement gegen das Finanzkapital angesichts solcher Verbindungen sein?

Der AfD ist allerdings auch ein Hang zum Rechtspopulismus eigen. In ihren Reihen wird schon gerne mal über die angeblich „faulen Griechen“ gelästert und das Gespenst von der „Islamisierung Deutschlands“ bemüht. Es ist schon fast ein Wunder, dass Thilo Sarrazin noch nicht von der SPD zur AfD übergelaufen ist, aber vielleicht kommt das ja noch.

Elsässer fühlt sich jedenfalls in diesem rechtspopulistischen Umfeld pudelwohl und so verwundert es nicht weiter, dass er gleichsam die FPÖ in Österreich sowie die Blocher-Partei in der Schweiz ganz offen feiert. Darüber, wie viele Freimaurer sich in diesen Parteien tummeln, braucht man sich gar nicht weiter auszulassen. Der ehemalige FPÖ-Chef Jörg Haider, der nach Ansicht der Rechtspopulisten von der „jüdischen Weltverschwörung“ ermordet worden sein soll, war z.B. selbst ein freimaurerischer Weltverschwörer.

Kommen wir nun jedoch von den Rechtspopulisten zu den Rechtsextremisten. Jürgen Elsässer sieht sich ja gerne als Chefaufklärer der NSU-Affäre. Irrwitzigerweise ist der Hauptverantwortliche des NSU-Terrors ein gern gesehener Autor des Compact-Magazins. Die Rede ist vom ehemaligen Thüringer Verfassungsschutzchef Helmut Roewer.

Nun wäre es natürlich für alle Compact-Leser höchst interessant, was Roewer zur Aufklärung der NSU-Affäre beitragen könnte, welche Elsässer ja so sehr am Herzen liegt. Doch stattdessen schreibt der verpeilte Trunkenbold seine Meinung zu historischen Themen. Man braucht wohl nicht viele Worte über die Glaubwürdigkeit von Artikeln über den 1. Weltkrieg zu verlieren, die von einer Knallcharge stammen, welche zum Karneval im Ludendorff-Kostüm erscheint. Zwar hat Roewer Geschichte studiert, aber offenbar nicht viel daraus gelernt. Zudem ist er dafür bekannt, dass er historisch bedeutende Akten schreddern lassen hat.

All dies hielt Elsässer jedoch nicht davon ab, in der Sendung der Compact-Ausgabe vom Januar 2014 Helmut Roewers Bücher zu bewerben. Selbstverständlich ohne darauf hinzuweisen, dass selbige im rechtsextremes Ares-Verlag erschienen sind. Frank Höfer sollte sich dringend von Jürgen Elsässer trennen, bevor Nuoviso TV jeden Rest von Glaubwürdigkeit verliert.

Der selbsternannte NSU-Chefaufklärer kungelt nämlich nicht nur mit dem größten NSU-Unterstützer, sondern unterhält inzwischen sogar direkte Kontakte zum rechtsterroristischen Milieu. Es ist wahrhaft erschreckend, dass Elsässer neuerdings den Gründer der verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann, Karl-Heinz Hoffmann, hofiert. Dieser streitet nicht nur jede Mitschuld am Anschlag auf das Oktoberfest von 1980 ab, sondern behauptet darüber hinaus, dass das NSU-Terrortrio unschuldig sei.

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Ebenso erschreckend ist es, dass sich der Basler Historiker Daniele Ganser auf ein von Compact arrangiertes Streitgespräch mit Hoffmann einließ. Zwar vertritt Ganser die exakte Gegenmeinung, nämlich, dass die Wehrsportgruppe Hoffmann Teil der Stay-behind-Netzwerke war. Doch was zum Henker hat er sich davon versprochen, mit einem der Hauptverantwortlichen von damals darüber zu streiten? Man kann nur hoffen, dass Ganser aus rein historischem Interesse handelte, denn seine Bücher über die NATO-Geheimarmeen sind Pflichtlektüre für jeden Antifaschisten.

Jürgen Elsässer hingegen paktiert hier ganz bewusst mit dem Teufel. Jedem Menschen mit genügend Hirn hätte sofort klar sein müssen, dass Karl-Heinz Hoffmann unter gar keinen Umständen die Wahrheit über seine persönliche Verstrickung in Stay-behind oder den Anschlag auf das Oktoberfest sagen würde. Immerhin würde ihn das bestenfalls ins Gefängnis bringen. Schlimmstenfalls würde man ihn vielleicht sogar als Kronzeugen ausschalten. Man denke nur an das massive Zeugensterben im NSU-Fall. Darauf hat Hoffmann gewiss keinen Bock und obendrein ist er absolut von seiner faschistischen Weltanschauung überzeugt.

Diese Weltanschauung bekommt nun dank Elsässer neuen Auftrieb, indem er Hoffmann ein Podium bietet. Einem 100%igen Rechtsextremisten wohl bemerkt, der einst Jugendliche in SS-Uniform mit scharfen Waffen für den Sturz der Bundesregierung trainieren ließ. Seine Wehrsportgruppe war für den schlimmsten Terroranschlag der deutschen Geschichte sowie die Morde an dem jüdischen Verleger Shlomo Lewin und dessen Lebensgefährtin Frida Poeschke verantwortlich. Hoffmann ist nach wie vor ein überzeugter Nazi, dessen Ziel immer noch das 4. Reich ist und der dem Compact-Magazin außer Geschichtsrevisionismus nichts zu bieten hat.

Besonders abscheulich ist Elsässers Verhalten in Hinblick auf die Premiere des Kinofilms „Der blinde Fleck“, welche wohl der Anlass für die Einladung Hoffmanns war. „Der blinde Fleck“ basiert auf den Recherchen des Journalisten Ulrich Chaussy und behandelt die Hintergründe des Attentats auf das Münchner Oktoberfest vom 26. 9. 1980, bei dem 13 Menschen ermordet und 211 weitere verletzt wurden. Elsässer macht sich hier bewusst zum Anwalt der Täter und verspottet damit die Opfer.

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Angesichts dessen fragt man sich, welche Ansichten er im NSU-Fall tatsächlich vertritt? Offenbar geht es ihm gar nicht darum, die Verbindungen von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zum Verfassungsschutz aufzudecken. Vielmehr scheint es ihm darum zu gehen, die drei als unschuldige, „national eingestellte“ Jugendliche zu verharmlosen, die von der BRD benutzt und hintergangen worden sind. Die Täter als arme Opfer.

Es stimmt zwar, dass die drei keineswegs allein gehandelt haben und ihr Unterstützerkreis von Blood & Honour bis tief hinein in den Verfassungsschutz reichte. Weiterhin gibt es starke Hinweise darauf, dass das Terrortrio die Morde nicht allein plante und durchführte. Ebenso deutet alles darauf hin, dass die beiden Uwes vom Geheimdienst aus bisher noch unbekannten Gründen auf besonders drastische Art und Weise gefeuert wurden. Beteiligt waren sie aber auf jeden Fall.

Es wurden bereits im Rahmen von Gladio bewusst Nazis von der NATO und CIA rekrutiert, da man sich bei diesen darauf verlassen konnte, dass sie alles gegen eine Regierungsbeteiligung von Kommunisten in Westeuropa unternehmen würden. Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos waren zweifelsohne überzeugte Faschisten mit genügend Hass auf Ausländer, um selbige umzubringen. Indem Elsässer dem Staat die alleinige Schuld zuweist, verhöhnt er einmal mehr die Opfer. Diese wurden schon einmal von selbigem Staat verhöhnt, der die Schuld seinerseits bei den Familien der Opfer suchte.

Vom selbsternannten Chefaufklärer der NSU-Affäre haben wir also keinesfalls die Wahrheit zu erwarten. Im Gegenteil zeigt seine Kungelei mit Karl-Heinz Hoffmann, wie unseriös und bedenklich Jürgen Elsässer geworden ist. Hinzu kommt, dass er ein eiskalter Geschäftsmann ist. Keine Provokation ist ihm zu ungeheuerlich, um damit nicht die Auflage seines Magazins zu steigern. Eines Magazins, welches von links bis rechts jeden Geschmack bedient, Hauptsache der Rubel rollt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass aus dem einst viel versprechenden linken Intellektuellen Jürgen Elsässer ein rechtspopulistischer Geschichtsrevisionist geworden ist. Es ist dabei durchaus verständlich, dass ihm viele Menschen auf den bundesweiten Friedensdemonstrationen Beifall klatschen. Einerseits kennen ihn einige noch als Marxisten, andererseits könnten seine Beiträge über die Ukraine glatt bei Gregor Gysi abgeschrieben sein. Elsässer versteht es sehr gut, seine Fassade des antifaschistischen Friedensapostels aufrecht zu erhalten.

Allerdings hat diese Fassade bereits tiefe Risse bekommen. Selbst auf den Montagsmahnwachen bröckelt der Putz bereits in großen Klumpen. So zog sein Auftritt vom 16. 6. 2014 in Karlsruhe einige Neonazis an, welche später gegenüber einigen antifaschistischen Gegendemonstranten handgreiflich wurden. Die Antifa in Karlsruhe machte dabei gar nicht mal den Fehler, wie die Antideutschen andernorts mit Aluhüten und US-Flaggen aufzutreten. Im Gegenteil trugen sie ganz sachliche Argumente gegen Jürgen Elsässer vor, welcher an diesem Tag offenbar kein Problem damit hatte, sich von Rechtsextremisten feiern zu lassen.

Conchita Wurst und der Aufstieg des Phönix

Zwei Wochen vor der Wahl des Europaparlaments gab es eine weit weniger wichtige Wahl, die beim Pöbel jedoch für weitaus höhere Einschaltquoten sorgte. Die Rede ist vom Eurovision Song Contest, welcher vom 6. bis 11. Mai 2014 in Kopenhagen stattfand.

Den ersten Platz belegte der Travestiekünstler Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst, was für einige Kontroversen sorgte. Von Seiten der christlichen Fundamentalisten und Faschisten kam es zu einem regelrechten Shitstorm, was ein hohes Maß von Intoleranz in Europa offenbart. Über die Ausschweifungen der polnischen Interpreten Donatan und Cleo gab es dagegen weit weniger Aufregung, obwohl deren Beitrag extrem sexistisch war und wie der Auftakt zu einem Softporno wirkte.

ESC Donatan und Clitoris

Während dem männlichen Publikum beim Butterstampfen einer abgegangen sein dürfte, echauffieren sich dieselben Leute über die bärtige Lady. Natürlich ist Conchitas Outfit schrill und der Künstlername Wurst ein Griff in die Fleischtheke. Aber niemand wurde gezwungen, sich den Auftritt anzusehen.

Conchita Wurst

Wir treten an dieser Stelle entschieden für das Recht ein, dass jeder sich so kleiden und nennen darf, wie es ihm passt. Wir werden diesem Artikel nicht einmal den Tag „Mann in Frauenkleidern“ zuordnen, da es sich bei Tom Neuwirts Alterego um kein Ritual, sondern um Travestie handelt.

All das Schrille und Bunte liegt nicht in unserem Fokus. Wir konzentrieren uns allein auf das Okkulte und da gibt es bei Conchita Wurst so einiges aufzuzählen. Der Titel, mit dem er/sie den ersten Platz belegte lautet nämlich „Rise like a Phoenix“. Der Phönix ist ein bedeutendes Freimaurersymbol, welches die Auferstehung der neuen Weltordnung aus den Trümmern der alten Ordnung symbolisiert.

Conchita Phoenix

Es ist wohl kein Zufall, dass „Rise like a Phoenix“ auf dem ersten Platz des Eurovision Song Contest landete und damit den krönenden Abschluss bildete. Es handelt sich um ein wohl orchestriertes Ritual, welches stark an die okkulte Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele von 2012 in London erinnert.

phoenix

Das olympische Ritual erinnert wiederum an den Phönix aus „Die Tribute von Panem“. Conchita – „Das Mädchen, das in Flammen steht!“

Mädchen das in Flammen steht

Obwohl der Text von „Rise like a Phoenix“ zum Großteil von Tom Neuwirts Jugend als Homosexueller handelt, in der er zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt war, ergibt sich kein direkter Zusammenhang zum Phönix. Das mag daran liegen, dass die bärtige Lady ihren Song nicht selbst geschrieben hat. Komponiert wurde das Stück von Alexander Zuckowski, Julian Maas und Robin Grubert. Alle drei haben schon Musik für zahlreiche bekannte Entertainer bzw. Filme und Serien komponiert. Der Text stammt indes von Charly Mason, einem renommierten US-amerikanischen Songwriter.

Zwar gibt es keine direkten Hinweise auf Verbindungen dieser Personen zur Freimaurerei, doch die Symbolik legt den Verdacht nahe. Gleiches gilt für Tom Neuwirth. Ihm geht es wohl weniger um Toleranz, als viel mehr um Erfolg und dafür muss man auch schon mal ein Auge zudrücken bzw. abdecken.

Conchita One Eye

Neuwirth spielt nur eine Rolle, die ihm in der Pop-Okkultur zugedacht wurde. Statt sich über seine sexuelle Orientierung und seinen Kleidergeschmack das Maul zu zerreißen, sollte man sich lieber fragen, wem der bis eben noch völlig unbekannte Hans Wurst seine Seele verkauft hat.

Conchita Devil Horns

Natürlich gab es noch mehr Freimaurersymbolik auf den Eurovision Song Contest.

Der Einfluss christlicher Taliban auf die US-Politik

Sie hassen Schwule und Juden, sie degradieren Frauen zu Gebärmaschinen, sie lieben den Krieg und die Republikaner. Die Rede ist von evangelikalen Fundamentalisten in den USA.

Selbst aus christlicher Sicht sind die Evangelikalen in hohem Maße unvernünftig. Wenn Gott z.B. Homosexuelle hasst, warum hat er sie dann erschaffen? Und warum zum Teufel wählen diese christlichen Fundis einen Satanisten wie George W. Bush? Liebt Gott etwa Satanisten? Wenn es nach den Evangelikalen geht, liebt er zumindest den Krieg und das Militär. Eine Weltsicht, die aus dem finstersten Mittelalter stammt, als es noch schick war, „gottlose Heiden“ niederzumetzeln.

Doch statt an den inneren Widersprüchen kaputt zu gehen, missbrauchen die Fundamentalisten die Religion erfolgreich zur Hirnwäsche und Massenkontrolle. Gerade so, wie die Taliban den Islam missbrauchen, um ihr Regime zu rechtfertigen. Nebenbei bemerkt sind die Taliban ebenso schwulenfeindlich und frauenverachtend, wie ihre christlichen Gegenparts. Natürlich geben sich Letztere nach außen demokratischer und toleranter, denn die USA ist nicht Afghanistan.

Allerdings nehmen sie ebenfalls politischen Einfluss. Kein Kandidat der Republikaner hat Aussicht auf Erfolg, wenn er den Evangelikalen nicht die Klöten küsst. Als Mittel der Einflussnahme dient den Fundamentalisten ein obskurer Geheimbund namens „The Fellowship Foundation“, dessen Mitglieder sich selbst als „christliche Mafia“ bezeichnen.

The Fellowship ist wie eine Mischung aus Skull & Bones und Scientology. Einerseits ein Geheimbund, der politische Karrieren begünstig, andererseits eine streng hierarchische Glaubensgemeinschaft, in der die Mitglieder selbst intimste Details über ihr Sexleben preisgeben müssen.

Evangelikale Fundamentalisten in Deutschland auf dem Vormarsch

Wenn Salafisten Korane verteilen geht ein Aufschrei durch das Land. Doch über christlichen Fundamentalismus spricht kaum jemand, obwohl dieser genauso gefährlich und bei weitem kein rein US-amerikanisches Phänomen ist.

Die radikalen Evangelikalen pachten dabei nicht nur die absolute Wahrheit für sich, sie hetzen auch gegen Andersdenkende, Andersgläubige und insbesondere gegen Homosexuelle.

Die katholischen Fundis sind nebenbei bemerkt nicht besser.