Deutschland zieht in den Krieg – Mit Schrottflugzeugen und ohne Soldaten

von Shinzon

Eigentlich sollte es niemanden verwundern, dass Deutschland nach den Anschlägen von Paris nun in Syrien mitmischt. Immerhin war das ja eines der Ziele, welche mit dem Anschlag verfolgt wurden. Dämlich ist es trotzdem. Zum einen kamen die Drahtzieher gar nicht aus Syrien. Aber wer will schon Frankreich und Belgien bombardieren? Zum anderen wird der Einsatz in Syrien den IS nicht schwächen, sondern stärken.

Wir erinnern uns: Der IS entstand überhaupt erst durch die Kriege in Afghanistan (wo die Truppen nun gleich noch mit aufgestockt statt abgezogen werden), im Irak und Libyen sowie den vom Westen angezettelten Bürgerkrieg in Syrien. Jetzt abermals Bomben zu werfen und Chaos zu stiften ist in etwa so, als würde man einen Alkoholiker mit Schnaps heilen wollen. Hinzu kommt, dass bei den Angriffen immer wieder die PKK getroffen wird, die als einzige Kraft wirklich nennenswerte Erfolge gegen den IS erzielen konnte. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, vor allem wenn die Bombe wieder mal aus Richtung Türkei kam.

Der IS soll allerdings auch überhaupt nicht bekämpft werden. Das könnte man vielleicht noch den Russen abnehmen, welche Assad und damit ihren Mittelmeerhafen retten wollen. Der Westen unterstützt jedoch weiterhin die Saudis, Katar und die Türkei, die den IS allesamt unterstützen und Geschäfte mit ihm machen. Wer den IS wirklich treffen will, müsste diese Länder sanktionieren, um seine Geldquellen auszutrocknen. Der ganze Krieg ist also eine Lüge und die eigentlichen Ziele sind die syrischen Ölfelder sowie der Sturz Assads, um Russland zu schwächen. Wie schnell sich daraus ein 3. Weltkrieg ergeben kann, zeigte unlängst der Abschuss eines russischen Kampfjets durch den NATO-Staat Türkei, welcher den IS offen unterstützt.

Wer zwischen den Ohren keinen Hohlraum besitzt, sollte ohnehin längst erkannt haben, dass Kriegseinsätze kein Zeichen von Solidarität sind und wenn Merkel wieder mal was von „Frieden“ faselt, dann ist das ganz klar orwellsches Neusprech. Frieden schafft man nicht mit Waffengewalt. Wobei Deutschland bis jetzt sowieso nur Aufklärung betreibt. Die USA stellen zwar schon die unverschämte Forderung nach deutschen Bodentruppen, doch diese kann Deutschland gar nicht erfüllen. Der Bundeswehr mangelt es nämlich an Rekruten und obendrein löst sich das Kriegsgerät in seine Bestandteile auf. Es war schon ein schwerer Akt, überhaupt 6 Tornados in die Luft zu bekommen.

Es stellt sich die Frage, wie man nun mehr Soldaten an die verzogenen Gewehrläufe bekommen will? Mit Slogans wie „Schöner sterben in Syrien“? „Kommt nach Syrien und kämpft gegen lustige Islamisten, Kopfrasur inklusive. Der größte Gaudi seit Stalingrad, für Begräbnis wird gesorgt.“ Nein, das klingt wahrlich nicht sehr einladend. Und weil kaum ein Deutscher so dumm ist, wollen Flintenuschi und die AfD nun syrische Flüchtlinge rekrutieren und mit Waffen zurück in ihre Heimat schicken. Klar, die sind bestimmt total versessen darauf, sich für den NATO-Imperialismus köpfen zu lassen, deshalb sind sie ja von dort geflohen. Geht’s noch?

Mit dem Kriegseinsatz produzieren Frankreich, Deutschland, die Türkei, USA und Russland nur noch mehr Flüchtlinge. Die müssen nämlich jetzt auch aus Gebieten fliehen, die längst vom IS befreit waren. Geradezu zynisch ist es angesichts dessen, dass die Union gleichzeitig weniger Flüchtlinge fordert. Weniger Krieg – weniger Flüchtlinge. Mehr Krieg – mehr Flüchtlinge. Das sollte selbst dem dümmsten bayrischen Hinterweltler einleuchten.

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Der Westen unterstützt die Kurden … und den IS

Ferengi-Erwerbsregel Nr. 35: „Krieg ist gut fürs Geschäft!“ Und noch profitabler ist es, gleich beide Seiten eines Konfliktes zu beliefern. Das gilt selbstverständlich auch im Falle des Islamistischen Staates im Norden von Syrien und dem Irak.

Nun ist es nichts Neues, dass die USA in Kooperation mit Saudi Arabien und Katar die Islamisten in Syrien mit Waffen beliefert hat, damit diese den unbequem gewordenen Assad stürzen. Ebenso ist bekannt, dass der Irakkrieg dem IS den Boden geebnet hat. Doch gerade weil inzwischen aufgeflogen ist, dass es sich bei den anfangs als Freiheitskämpfern gefeierten Assadgegnern in Wahrheit um Terrorkämpfer handelt, will der Westen nun plötzlich eingreifen und den Armen Kurden helfen. Genau die Kurden, die dem Westen bisher stets egal waren, sollen der USA und ihren Vasallen nun dabei helfen, hier Gesicht zu wahren.

Was macht man also? Natürlich, man beliefert die Kurden mit Waffen. Allerdings nur die Peschmerga, denn die kurdische Arbeiterpartei PKK ist dem Westen zu kommunistisch. Ebenso erhalten die Peschmerga nicht die neusten Waffen, sondern nur den alten Schrott, den Deutschland und Co. loswerden wollen. Die neusten Waffen liefert Deutschland indes gleichzeitig weiter an Saudi Arabien und Katar. Also an eben jene Länder, die den IS unterstützen. Von wegen den Kurden wolle man aus humanitären Gründen helfen. Das profitable Waffengeschäft ist das einzige, was für die Bundesregierung zählt. Alles andere ist blanke Heuchelei!

Es geht aber noch direkter. Die USA liefern den IS-Kämpfern deutsche Granaten gleich direkt frei Haus.

Islamisten gründen Gottesstaat in Syrien und Irak

Ausgerechnet anlässlich der Friedensverhandlungen zwischen der syrischen Exil-Opposition und der Regierung in Damaskus zog das ARD am 22. Januar wieder alle Register der Kriegspropaganda. Entgegen jeder Objektivität, die man gerade von einem öffentlich-rechtlichen Sender erwarten sollte, befürwortete das ARD einen Kriegseinsatz zum Sturz der gewählten Regierung Syriens.

Dabei kamen die Tagesthemen allerdings nicht umhin, auch die 20.000 Al Kaida-Kämpfer zu erwähnen, die eine der stärksten Rebellenfraktionen darstellen. Ein Sturz Assads würde zwangsläufig zu einem Sieg der Al Kaida, Al Nusra sowie anderer Islamistengruppen führen. Diese bekämpfen sich bereits teilweise untereinander, womit Syrien nach einem Sturz Assads restlos im Chaos versinken würde. Und als wäre das noch nicht genug, haben einige Islamisten an der Grenze zwischen Syrien und dem Irak unlängst einen Gottesstaat unter der Bezeichnung ISIS ausgerufen.

Interessant dabei ist, dass islamistische Gotteskrieger den Namen einer ägyptischen Göttin wählen. Zwar steht ISIS offiziell für „Islamischer Staat im Irak und Syrien“, doch hätte man es auch „Islamischer Staat in Syrien und dem Irak“ (ISSI) nennen können. Angesichts dessen, dass hinter ISIS gänzlich andere Interessengruppen stehen (Saudi Arabien, Katar, US-Geheimdienste), ist die Abkürzung gewiss nicht zufällig so gewählt worden.

Während immer mehr syrische Flüchtlinge, die nach Europa kommen, über die Gräueltaten der islamistischen Terrorkämpfer berichten, zeigen uns die westlichen Massenmedien angebliche Gräueltaten der Assad-Truppen. Die Quelle für die neusten Behauptungen über Massenfolterungen stammen dabei aus Katar – einem Land mit einem weitaus fragwürdigeren Verhältnis zu Menschenrechten, welches obendrein der Al Nusra Giftgas geliefert hat. Wer dieser Quelle glaubt, setzt sich den Hut auch mit dem Hammer auf.

Doch zurück zu den syrischen Flüchtlingen. Kaum in Europa angekommen, müssen diese feststellen, dass das Geschwafel über Menschenrechten eben nur Geschwafel ist. In Bulgarien werden sie unter menschenverachtenden Bedingungen in Baracken gepfercht, die nur ein nicht funktionsfähiges Klo für 100 Personen haben. Verlassen die Flüchtlinge das Lager, um z.B. einzukaufen, werden sie von Neonazis attackiert, wobei sich die rechtsextreme Ataka-Partei besondern hervortut.

Kein Wunder also, dass die meisten Flüchtlinge versuchen, weiter nach Deutschland zu kommen. Doch auch hier gibt es Neonazis und rassistische Vorurteile in breiten Teilen der Bevölkerung. Einige vermuten sogar, die Syrer wären Teil einer islamistischen Weltverschwörung, die den Islam nach Europa tragen wolle. Dabei ignorieren sie völlig, dass es sich um ganz normale Menschen handelt, die allein aus Angst um ihr Leben und das ihrer Familien aus ihrer Heimat geflohen sind. Sie wollen Europa nicht islamisieren, wie rechte Verschwörungstheoretiker behaupten, sondern Asyl vor Islamisten. Und das auch nur so lange, bis der Krieg in ihrer Heimat beendet ist.