Fear and Loathing in Las Vegas – Ein schlechter Trip ins Reptoland

von Shinzon

„Fear and Loathing in Las Vegas“ (zu Deutsch „Angst und Abscheu in Las Vegas“) ist eine Romanverfilmung aus dem Jahr 1998. Was allgemein als Kult gilt, ist bei genaurer Betrachtung ein fieser Drogentrip, der teils autobiografische Züge aufweist. So ist die Hauptrolle Raoul Duke ein Alter Ego des Romanautors Hunter S. Thompson (1937-2005) und die Buchvorlage erschien im selben Jahr, in dem die Handlung spielt.

1971 wird der Sportjournalist Raoul Duke (Johnny Depp) in die Wüste bei Las Vegas geschickt, um über ein Offroad-Rennen zu berichten. Begleitet wird er von seinem Freund, dem Rechtsanwalt Dr. Gonzo (Benicio del Toro). Der Übergang von den 1960 zu den 1970ern war in den USA von der Hippie-Bewegung geprägt, welche mit freier Liebe und allen möglichen Drogen herumexperimentierte. Ähnliches machen auch die beiden Protagonisten durch.

Schon auf der Hinfahrt sind die beiden total breit und werden somit zu einer Gefahr für den Straßenverkehr. Raoul ist dermaßen zugedröhnt, dass er glaubt, von Fledermäusen attackiert zu werden. Die Flattermänner könnten als Anspielung auf Vampirismus verstanden werden und tatsächlich sieht man schon in dieser Szene das erste Blut an Gonzos Hals.

02_Fledermäuse

Bei einem kurzen Halt folgt sogleich eine Auflistung der mitgeführten Drogen, welche von Gras über Meskalin, Acid, Kokain, Äther, Poppers bis hin zu diversen Sorten Alkohol reicht. Bei einem weiteren Stopp nehmen die beiden Junkies einen Anhalter mit, der ein fieses Mickey Maus T-Shirt trägt. Ein Verweis auf die abartigen Abgründe von Disney, wo Drogen zur Hirnwäsche von Kinderstars eingesetzt werden.

04_Mickey Man

Es folgt eine kleine Rückblende, die zeigt, wie Raoul in einem Hotel seinen Arbeitsauftrag bekommen hat. Bei der Abfahrt steht ein Engel mit einem flammenden Schwert vor dem Hotel, der den Beginn des mythologischen Abstiegs in die Hölle markiert.

05_Engel

Noch bevor die Reise so richtig losgeht, gibt es auch schon das erste Menschenopfer. Der Verkehrstote geht dabei offensichtlich auf das Konto einiger zugedröhnter Hippies.

06_Unfallopfer

Am Abend wechseln die zwei Protagonisten noch schnell ihr Auto. Sie tauschen eine blaue Schrottkiste gegen ein rotes Cabriolet, was ihren Aufstieg von der Johannesfreimaurerei in die hohen Grade des schottischen Ritus andeutet.

07_Blau zu Rot

Blau/weiß/rot ist auch die US-Flagge, die Raoul auf Meskalin schwenkt. Besser kann man nicht zum Ausdruck bringen, dass der ganze Drogenrausch vom Staat gewollt ist.

08_Captain America

Der Kampf gegen die Drogen ist nur ein vorgespieltes Theater für die anständigen Bevölkerungsteile und trifft in erster Linie weiche Drogen wie Marihuana.

09_Hanfblatt

Die ersten Eindrücke, die man von Las Vegas zu sehen bekommt, sind ein erleuchtetes Hexagramm und ein umgedrehtes Pentagramm.

10_Hexagramm

11_Pentagramm

Raouls Eindrücke sind jedoch völlig andere. Zunächst verwandelt sich die Empfangsdame im Hotel in eine Muräne.

12_Muräne

In der Hotelbar sieht der Junkie schließlich nur noch Reptiloide, die ziemlich blutrünstig und sogar kannibalisch veranlagt sind. Interessant daran ist, dass Drogenopfer tatsächlich immer wieder davon berichten, reptiloide Wesen wahrzunehmen. Es ist fraglich, ob es sich dabei nur um Halluzinationen handelt oder um eine erweiterte Wahrnehmung.

13_Reptos_1

14_Reptos_2

15_Reptos_3

16_Reptos Cannibalis

In der Tat könnte es in Las Vegas von Reptiloiden und anderen Aliens nur so wimmeln, denn Area 51 liegt direkt um die Ecke. Glaubt man zudem einigen zweifelhaften Quellen, ist das Hoheitszeichen der Draco ein achtzackiger Stern und den finden wir wo? Richtig, am Ortseingangsschild des Sündenpfuhls!

17_Las Vegas Stern

Nach dem Reptiloidentrip geht es erst einmal ab ins Hotelzimmer. Dort hält Raoul den Fotografen, der die Fotos für seinen Artikel knipsen soll, für einen Soldaten, weil im Fernsehen gerade eine Reportage über den Vietnamkrieg läuft. Am nächsten Morgen hat er seine Paranoia schließlich überwunden und geht mit Gonzo zum Motorradrennen. Überall hängen Wimpel mit Schachbrettmustern, was im Motorsport zwar nichts Ungewöhnliches ist, aber gerade deswegen den tatsächlichen Einfluss der Freimaurer auf dieses Geschäft offenbart.

18_Schachbrettrennen

Mitten im Rennen glaubt sich Duke abermals mitten in einer Kriegssituation. Aber egal, der Tag ist schnell vorbei und es wartet eine weitere Nacht voller Drogentrips in Vegas. Zur Tour gehört auch ein Zirkus, den man durch den Rachen eines grusligen Clowns betritt.

19_Evil Clown

Schon am Eingang des Zirkus’ geht einiges schief und Raoul wird von einer Gruppe Rotarier umgehauen.

20_Rotarier

Drinnen gibt es das nächste Hexagramm in Form eines Glückrades, vor dem ein weiterer hässlicher Clown steht.

21_Clown Hexagramm

Einige Clowns sind sogar direkt dämonisch und haben Teufelshörner.

22_Satanic Clowns

23_Enter Hell

Die Schlange Luzifer ist ebenfalls nicht weit und verführt Eva zur Sünde.

24_Sins of Eve

An diesen Trip werden sich Duke und Gonzo gewiss noch lange erinnern.

25_A trip to remember

Am nächsten Tag hängen die beiden abwechselnd im Fahrstuhl, im Kasino und in ihrem Zimmer 601 ab. In Letzterem hängt eine kuriose Wandleuchte. Die eine Glühbirne ist blau und zeigt nach oben, die andere ist rot und weist nach unten. Das ist wieder einmal die typischen Blau/Rot-Symbolik gepaart mit dem Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“. Das ganze Arrangement ist obendrein in einer erhobenen Faust aus Rasierschaum platziert.

27_Gonzo Fist Lampe

Raoul findet seinen Kumpel in der Badewanne, wo er gerade einen Acid-Trip durchlebt. Um zu verdeutlichen, welch Teufelszeug das ist, macht Gonzo mit beiden Händen den Baphomet.

28_Baphomet in Badewanne

Um trotz all der schlechten Trips etwas Schlaf zu bekommen, sperrt Duke seinen Kumpel im Bad ein. Als er endlich weggetreten ist, träumt er von seiner Vergangenheit, wie er in den 60ern in den Drogensumpf abgerutscht ist. Er erinnert sich, wie er sich auf einer Toilette LSD rein gepfiffen hat. Auf dem Spiegel klebt ein Sticker mit der Aufschrift „Matrix“, was wieder einmal auf den fragwürdigen Bezug zur Realität anspielt.

29_Matrix

Die Wände sind mit den damals üblichen Todesrunen geschmückt. Unten links findet sich zudem ein Schachbrettmuster, welches den Übergang in die durch Drogen induzierte Scheinwelt ankündigt.

30_Schachbrett LSD

Ein umgedrehtes rotes Pentagramm ist ebenfalls nicht weit und verdeutlicht die satanische Agenda hinter dem zügellosen Drogenkonsum.

31_Satanic Pantagramm

Nach dem Traum von seiner Zeit in San Francisco schafft es Raoul tatsächlich, sich hinter die Schreibmaschine zu setzen und den Artikel anzufangen, für den er eigentlich nach Las Vegas gekommen war. Ohne etwas satanische Inspiration schafft er es dann aber doch nicht.

32_Duke Baphomet

In seinen Erinnerungen taucht indes ein Hells Angel inmitten all der Hippies auf. Da weiß man gleich, wer ihm die schlechten Trips verkauft hat und natürlich hat es mal wieder mit der Hölle zu tun.

33_Höllenengel

Am nächsten Morgen wacht Raoul Duke mit einer Waffe in der Hand und einer umgedrehten Sig-Rune auf der Stirn auf. Offenbar ist er unfähig, sich daran zu erinnern, wie es dazu gekommen ist.

34_Sighead

Als Duke feststellt, dass Gonzo verschwunden ist und die Hotelrechnungen explodiert sind, flüchtet er Hals über Kopf aus Vegas. Er begibt sich auf den Weg nach Los Angeles, von wo aus Gonzo ihm ein Telegramm geschickt hat. Auf dem Highway wird er von der Polizei angehalten, doch obwohl er völlig stoned ist, hat er Glück und der Polizist empfiehlt ihm lediglich, einen Rastplatz aufzusuchen und sich auszuruhen. Als Raoul an einem Schrottplatz mit Telefonzelle ankommt, ruft er erst einmal Gonzo an, der sich in einem Büro voll von okkulten Symbolen aufhält.

35_Anwaltsbüro

Dukes Weg führt ihn schließlich zurück nach Las Vegas. Inzwischen fährt er ein weißes Cabrio, womit die Farben Blau, Weiß und Rot komplett abgedeckt wären. Wieder in der Casinooase angekommen checkt der Drogenbaron kurzerhand in einem anderen Hotel ein. Ironischerweise findet in diesem eine Konferenz über Narkotika und gefährliche Drogen statt. Auf dieser wimmelt es selbstverständlich von Drogenfahndern.

36_Weißes Cabrio

Im Hotelzimmer wartet bereits Gonzo mit einem jungen Mädchen namens Lucy (Christina Ricci). Der Name spielt natürlich auf den Beatles Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ (kurz „LSD“) an. Der Spaß bekommt hier aber noch eine ganz andere Dimension, denn die Schauspielerin war im Produktionsjahr 1997 erst 17 Jahre alt und damit noch minderjährig. Obendrein wirkt sie noch um einiges jünger, was die ganzen sexuellen Belästigungen durch die beiden Protagonisten umso widerwärtiger macht.

37_Minderjährige

Während Gonzo Lucy mit Drogen gefügig macht, denkt Duke darüber nach, sie zu prostituieren. In Anbetracht der Tatsache, dass in Hollywood schon wiederholt Kinderstars einer Hirnwäsche unterzogen und anschließend sexuell missbraucht worden sind, ahnt man nichts Gutes in Bezug auf Christina Ricci. Johnny Depp dürfte dabei als ehemaliger Kinderstar, der im Verdacht steht, MPS (multiple Persönlichkeitsstörung) zu haben, nur allzu gut wissen, was er in seiner Rolle als Raoul Duke für abartige Scheiße labert. Hollywood lässt seine dunkle Seite in diesem Film ganz offen raushängen.

Nachdem die beiden Möchtegernzuhälter Lucy wieder losgeworden sind, wagen sie sich auf die Anti-Drogen-Konferenz. Wer nun glaubt, auf der Gegenseite stünden die Guten, sollte einen Blick auf deren Logo werfen. Dort findet sich eine Hand, die eine Fackel hochhält.

38_Fackel

Nach der Konferenz meldet sich Lucy telefonisch, woraufhin die beiden Sexualstraftäter sich bereits in Ketten vor Gericht sehen. Der Gerichtssaal hat bei genauerer Betrachtung einen Schachbrettboden.

40_Sexualstraftäter

39_Anklage

Statt nun endlich die Reißleine zu ziehen, werfen sich die beiden Schweine den nächsten Trip ein. Gonzo gibt dabei zu bedenken, dass er das Zeug von Satanisten bekommen hat. Offensichtlicher geht es nun wirklich nicht mehr und das betrifft auch die Symbolik. Gonzo trägt nämlich nur einen Handschuh und verabreicht seinem Kumpel die Drogen mit der linken Hand.

41_Koks zur linken Hand

Wohin der Pfad zur linken Hand führt, dürfte klar sein. Was nun folgt, ist Satanismus in Reinkultur. Zunächst bekommt Gonzo Reptilienaugen, doch im Gegensatz zu den Reptilien zu Beginn des Films ist dies eine Andeutung von dämonischer Besessenheit.

42_Reptilienaugen

Als nächstes wachsen Gonzo Hörner und schließlich verwandelt er sich komplett in einen Baphomet, inklusive weiblicher Brüste.

43_Benicio devil Toro_1

44_Benicio devil Toro_2

Das gruselige Drogenritual findet in einem Hotelzimmer statt, dessen Wände ein Schachbrettmuster aus Spiegeln aufweisen. Das sind gleich zwei Symbole für einen Dimensionsübergang in einem. Und die Dimension, in die Duke gerade gezogen wird, ist selbstverständlich die Hölle.

45_Spiegelschachbrett

Am nächsten Morgen ist dieses Ambiente mit Blut verschmiert, als wäre Satan persönlich erschienen und hätte ein Menschenopfer in Stücke gerissen.

46_Schalchthaus

Irgendwer scheint zu Tode gekommen zu sein, denn im Zimmer findet sich neben all den Spuren von Gewalt auch ein kleiner Friedhof.

47_Gräber

Raouls Transformation scheint nach diesem Trip jedenfalls abgeschlossen, denn er trägt nun einen Reptilienschwanz.

48_Reptoschwanz

Der freimaurerische Charakter dieser satanischen Orgie wird durch einen großen lila Elefanten unterstrichen, der eine Shriner-Mütze trägt. Diese typische rote Mütze kam im Film schon einmal bei den Rotariern vor.

49_Shriner Elefant

Als Duke den nächsten Raum betritt, findet er dort seinen Kumpel, der einen Spiegel zerschlägt. Dies könnte für den von Drogen zerstörten Geist der beiden stehen, aber ebenso gut könnte es sich um eine Anspielung auf die multiple Persönlichkeitsspaltung von Johnny Depp handeln.

50_Zerbrochener Spiegel_1

51_Zerbrochener Spiegel_2

Als die zwei Junkies wieder einigermaßen zu sich kommen, hat Gonzo das Zimmermädchen am Wickel, welches zufällig in die Szene geplatzt ist. Ihr Name ist Alice, was wohl eine Anspielung auf das Drogenmärchen „Alice im Wunderland“ sein dürfte. Die beiden versuchen, die Putzfrau einschüchtern und überzeugen sie tatsächlich davon, dass sie Drogenfahnder seien. Wenig glaubhaft bei dem, was sich so im Zimmer findet.

52_Marijuana

Nachdem die abgestiegenen Meister ihren Trip noch einmal Revue passieren lassen haben, gehen sie in ein Schnellrestaurant, wo Gonzo die Bedienung sexuell belästigt. Die Frau trägt ein Christenkreuz, weshalb sie wohl nicht zufällig als Opfer ausgesucht wurde.

53_Sexuelle Belästigung

Am darauf folgenden Tag reisen die beiden ab. Auf dem Weg zum Flughafen begegnen sie noch einmal Lucy und fahren mehrmals an einem Schuppen namens „Blue Angel“ vorbei. Möglicherweise könnte dies bedeuten, dass Raoul und Gonzo Engel hätten sein können, wenn sie sich auf die blauen Grade beschränkt hätten.

54_Blue Angel

Nachdem Duke seinen Anwalt am Flughafen abgeliefert hat, kehrt er noch einmal ins versiffte Hotelzimmer zurück, bevor auch er Las Vegas verlässt. Auf dem Weg nach LA fährt er an einem Schild der fiktiven Gemeinde „Fear and Loathing“ vorbei, die 1971 gegründet wurde. Das Ortsausgangsschild wird durch einen Stierkopf und ein Lions Club Logo geziert.

55_Lions Club

Fazit: „Fear and Loathing in Las Vegas“ ist mitnichten eine Komödie, die zeigt, wie lustig Drogentrips sein können. Es handelt sich auch nicht um Kult, sondern maximal um Okkultismus. Im Kern geht es um die Initiation von Johnny Depp und Benicio del Toro in die höchsten Grade der Freimaurerei des schottischen Ritus. Die Bezüge der Hochgradfreimaurerei zum Satanismus sowie die Rolle harter Drogen bei den Ritualen werden dabei mehr als offensichtlich gezeigt. An der Spitze der Machtpyramide stehen offensichtlich die Reptiloiden, auf die gleich mehrmals Bezug genommen wird.

Weiterhin werden die freimaurerischen Serviceclubs Rotary und Lions International namentlich erwähnt. Die Verbindungen zu den Shriners sind ebenfalls erkennbar und bei der Symbolik wird so ziemlich die komplette Palette aufgefahren. Am bedenklichsten sind jedoch die unverhohlenen Anspielungen auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Alles in allem ist dieser Film absolut krank und widerwärtig!

Ob der Autor der Romanvorlage, Hunter S. Thompson, ebenfalls aus rituellen Gründen Drogen konsumierte oder einfach nur ein Junkie war, ist nicht überliefert. Er beging am 20. Februar 2005 mit einem Kopfschuss Selbstmord. Gemäß seinem letzten Wunsch wurde auf seiner Farm in Woody Creek eine 46,6 Meter hohe Gonzo-Faust aus Stein errichtet, welche einen Peyotekaktus hält. Diese Kakteengattung enthält psychotropes Meskalin, was ähnlich wie LSD wirkt.

Gonzo Fist

In dem Monument war eine Kanone integriert, mit der Thompsons Asche in die Luft geschossen wurde. Finanziert wurde der ganze Spaß von Johnny Depp, der die Kanone auf Thompsons Beerdigung eigenhändig abfeuerte. Offensichtlich stand er dem realen Vorbild seiner Rolle des Raoul Duke sehr nahe und teilt dessen Ansichten zur Drogenthematik. Im Film trägt Depp übrigens nicht die übliche blaue Brille, die ihm als Farbtrigger dient. Der Grund, warum er in „Fear and Loathing in Las Vegas“ eine gelbe Brille trägt, ist ganz einfach der, dass Thompson im realen Leben Brillen mit dieser Farbe bevorzugte.

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Das weiße Kaninchen – Wegweiser ins Wunderland

von Shinzon

Das weiße Kaninchen ist nicht nur biologisch eng mit dem Hasen verwandt. Im Okkultismus handelt es sich um eine Ableitung des Hasen mit erweiterter Bedeutung. Während der Hase vor allem ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol ist, steht das weiße Kaninchen darüber hinaus für Drogenkonsum. Um genau zu sein, wurden Kaninchen schon dabei beobachtet, wie sie an Fliegenpilzen knabbern.

Zwar fressen Kaninchen nicht jeden Tag Fliegenpilze, dennoch gelten sie als Wegweiser zu den berauschenden Gewächsen. Sogar die Eierverstecke des Osterhasen können auf frühe Pilzkulte zurückgeführt werden, da abgestorbene Pilze ähnliche Nester hinterlassen, in denen junge Pilze heranreifen. Zu Ostern verschmelzen also heidnische Fruchtbarkeitssymbole mit den Symbolen alter Pilzkulte.

Pilznest

Warum aber nun ausgerechnet weiße Kaninchen? Das hat wohl vor allem mit den Albinos zu tun, welche dieselben Farben wie Fliegenpilze aufweisen. Während Fliegenpilze eine rote Kappe mit weißen Punkten haben, ist es beim weißen Albinokaninchen mit den roten Augen genau umgekehrt. Darüber hinaus handelt sich um die Farben der Venus als Morgen- und Abendstern.

"Alice im Wunderland" (1983) inklusive Fliegenpilzkleid

„Alice im Wunderland“ (1983) inklusive Fliegenpilzkleid

Dieselbe Symbolik findet sich bis ins kleinste Detail in Lewis Carrolls (1832-1898) Roman „Alice im Wunderland“ wieder. Dort treffen wir die weiße und die rote Königin, welche natürlich Schwestern sind. Das weiße Kaninchen weist indes nicht nur den Weg zum Drogentrip ins Wunderland, sondern nimmt darüber hinaus den Platz des Hasen in der astrologischen Jagdszene ein. Zu dieser gehören außerdem noch der kleine und große Hund, die ebenfalls beide im Wunderland zu finden sind. Um die astrologische Natur der Erzählung zu verdeutlichen, wirkt das weiße Kaninchen stets gehetzt und schaut immer wieder auf seine Uhr.

"Alice im Wunderland" (1951)

„Alice im Wunderland“ (1951)

Während die Zusammenhänge des Kaninchens mit der Astrologie und dem Pilzkult nur wenigen bekannt sind, hat „Alice im Wunderland“ weltweit eine hohe Popularität gewonnen. Dank diesem Bekanntheitsgrad hat das weiße Kaninchen eine zusätzliche Bedeutung als Anspielung auf Lewis Carrolls Werk gewonnen. Oft wird dabei auch auf den eigentlichen Kontext der Bewusstseinsveränderung eingegangen, z.B. in „Matrix“, wo Neo dem weißen Kaninchen folgt und dadurch Zugang zu einer höheren Bewusstseinsebene erlangt.

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Cyberbesessenheit durch User und Programme

von Shinzon

In „The 13. Floor“ (1999) hat der Programmierer Hannon Fuller (Armin Mueller-Stahl) eine digitale Welt erschaffen, die Los Angeles im Jahr 1937 nachempfunden ist. Als Fuller plötzlich ermordet wird, sucht sein Nachfolger Douglas Hall (Craig Bierko), der unter Tatverdacht steht, in der virtuellen Welt nach Antworten.

Bei Betreten des Programms lädt Douglas in einen Charakter der virtuellen Welt herunter, was einen Lichteffekt in den Augen erzeugt. Dies stellt eine erstaunliche Parallele zur Besessenheit durch dämonische Geistwesen dar. Die Augen der besetzten Personen sollen dabei wahlweise reptiloide Gestalt annehmen, rot leuchten oder komplett weiß werden.

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In der programmierten Welt kommt Douglas nicht ohne weiteres an die gewünschten Informationen. Der virtuelle Charakter Jerry Ashton (Vincent D’Onofrio) liest Fullers Notiz zuerst und findet dadurch heraus, dass seine Welt nur eine Illusion ist. Doch die Information war gar nicht für ihn, sondern für Douglas bestimmt, was bedeutet, dass auch seine vermeintlich reale Welt nur ein Computerspiel ist.

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Als Douglas’ Kollege Jason Whitney (Vincent D’Onofrio) sich in Fullers Programm lädt und in der Rolle des Ashton tödlich verunglückt, stellt sich heraus, das die Besetzung in beide Richtungen funktioniert. Während Jasons Geist in der virtuellen Welt gestorben ist, hat das Ashton-Programm Besitz von seinem Körper ergriffen.

Ashton glaubt sich nun in der realen Welt, doch muss ihn Douglas da enttäuschen. Dennoch entspricht er Ashtons Bitte und führt ihn zum Server, der das LA des Jahres 1937 enthält. Der Server steht dabei keineswegs zufällig im 13. Stockwerk. Um die okkulte Bedeutung dieser Zahl zu unterstreichen, leuchtet der Aufzugsknopf für diese Etage im Rot der hohen Freimaurergrade.

13th Floor

Auf dem Weg ins 13. Stockwerk wird Douglas’ virtueller Körper von seinem User übernommen. David, der Mann der Userin, die sich als Fullers Tochter (Gretchen Mol) ausgibt, ist der wahre Mörder von Hannon Fuller. Inzwischen hat er Spaß daran gefunden, virtuelle Charaktere zu töten und verwandelt das LA des Jahres 1999 in seinen persönlichen Egoshooter. Ashton ist dabei sein nächstes Opfer.

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Als er anschließend droht, seine eigene Frau im Cyberspace zu töten, wird er selbst von einem Polizeiermittler erschossen. Dadurch landet der virtuelle Charakter des Douglas Hall in Davids Kopf und nimmt dessen Platz in der realen Welt ein. Das ist nicht nur Glück für ihn, sondern auch für Davids Frau, die sich längst in Douglas’ Programm verliebt hat. Ende gut, alles gut? Oder liegt über dieser vermeintlich realen Welt noch eine weitere Daseinsebene?

Im gleichen Jahr kam ein weiterer Film in die Kinos, der unser Konzept von Realität infrage stellt: „Matrix“. In diesem sind die Menschen der virtuellen Welt jedoch keine Charakterprogramme, sondern existieren durchaus in der Realität, wo sie von Maschinenwesen als Batterien versklavt werden. Um ihren Geist beschäftigt zu halten, wurden ihre Gehirne mit der virtuellen Matrix-Welt verbunden. Eine ziemlich unverhohlene Anspielung auf die moderne Konsumgesellschaft und Entertainment-Industrie.

Matrixcode

Neben dem Bewusstsein der Menschheit wimmelt es in der Matrix allerdings auch von Programmen, die nicht nur menschliche Gestalt annehmen, sondern auch von Menschen Besitz ergreifen können. Dabei ändern sich im Gegensatz zu „The 13. Floor“ sowie klassischen Beschreibungen von dämonischer Besessenheit jedoch nicht nur die Augen der Opfer. Diese transformieren sich stattdessen komplett in die Gestalt der Agenten.

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Morphing_2

Morphing_3

Die Besessenheit durch Agenten verleiht den Betroffenen übernatürliche Schnelligkeit und Kraft, was wiederum sehr stark an Fälle von angeblicher Besessenheit erinnert.

Morphing_4

In „Matrix Reloaded“ erklärt das Programm des Merowingers (Lambert Wilson) dazu, dass sämtliche paranormalen Phänomene auf Programme zurückzuführen sind. Darunter auch UFOs, Geister usw. Da dies weit über eine Kritik an der Entertainment-Industrie hinausgeht, fragt man sich allmählich, ob wir wirklich nur in einer Matrix leben?

Vielleicht nehmen Fälle von angeblicher Besessenheit nur deshalb zu, weil Programme wie Agent Smith (Hugo Weaving) zum Virus mutieren? In „Matrix Revolution“ hat Smith von der gesamten an die Matrix angeschlossenen Menschheit Besitz ergriffen, sodass nur noch der Messias Neo (Keanu Reeves) sie retten kann.

Smith Virus

Zugegeben: Ein geradezu albern wirkendes, biblisches Motiv. Zumal nur die Menschen vom leibhaftigen Computerprogramm verschont bleiben, die außerhalb der Matrix in Zion leben. Wenn man so will, streng gläubige Fundamentalisten, die dem (falschen) Propheten Morpheus (Laurence Fishburne) folgen. Ob dessen charismatisches Auftreten nur zufällig jenes von Barack Obama vorwegnimmt?

Die Filme enthüllen in der Tat einiges über unsere Welt, wenn man bereit ist, zuzuhören. An freimaurerischer Symbolik mangelt es der „Matrix“-Trilogie dabei ebenfalls nicht. Während in „The 13. Floor“ ein roter Knopf mit der 13 des Schlangenträgers die Unwissenden zur Erleuchtung empor trägt, ist es in Matrix die rote Pille der Hochgradfreimaurerei, die Neo die Erleuchtung bringt. Selbe Farbe, selbes Szenario!

Masonic Pills

Fazit: Sowohl „The 13. Floor“ als auch „Matrix“ bringen einen über die Natur der Realität ins Grübeln. Wenn man paranormale Phänomene und die Besessenheit durch Dämonen ernst nimmt, so scheint es die logischste Erklärung, dass wir in einem virtuellen Universum leben. Wie in einem Computerspiel ließen sich dann ohne weiteres physikalische Gesetze außer Kraft setzen und Wissen aus dem Server (Akasha-Chronik) abrufen. Die einzige Frage, die noch bliebe, wäre, ob wir intelligente Programme sind oder User, die sich nicht mehr an ihr Leben außerhalb der Illusion erinnern können?

Total Recall – Matrix auf dem Mars

von Shinzon

„Total Recall“ ist die Verfilmung einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick, der eine ganze Reihe bekannter Science Fiction Werke verfasst hat. Darunter „Blade Runner“, „Minority Report“ und „Screamers“. Zudem basieren viele weitere Filme auf Ideen aus seinen Romanen und Kurzgeschichten. So kann z.B. „Total Recall“ als Vorlage für die „Matrix“-Trilogie betrachtet werden.

Die Geschichte beginnt mit Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger), der im Jahr 2084 ein eher unbefriedigendes Leben als Bauarbeiter führt. Mit seinem Gehalt kann er sich nicht einmal seinen Traumurlaub leisten. Abhilfe bietet da die Rekall Inc., die Erinnerungen an Urlaubsreisen zu einem wesentlich günstigeren Preis direkt ins Hirn implantiert.

Dabei geht jedoch etwas schief und fortan kann Douglas nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Er wird plötzlich damit konfrontiert, dass er ein Undercoveragent namens Douglas Hauser sein soll. Als solcher wird er von den Schergen des skrupellosen Unternehmers Vilos Cohaagen (Ronny Cox) gejagt. Zu diesen gehört u.a. Douglas’ vermeintliche Ehefrau Lori (Sharon Stone), die plötzlich versucht, ihn umzubringen.

Während Douglas Flucht nimmt der Film einige moderne Überwachungsmethoden vorweg. So muss Douglas durch einen Nacktscanner am Eingang der U-Bahn hindurch. Heute sind ähnliche Geräte im Zuge des inszenierten Terrors in einigen Ländern an Flughäfen Pflicht.

Nacktscanner

Ein weiteres Überwachungsgerät muss sich Douglas aus der Nase ziehen. Es ist ein Peilsender, der Cohaagens Männern seine Position verrät. Die heutigen RFID-Chips sind allerdings wesentlich kleiner und es bedarf keines unrealistischen Eingriffs in die Nase mehr, um sie zu implantieren. Wo hat diese riesige Murmel eigentlich gesteckt? Ist Schwarzeneggers Gehirn etwa so klein, dass in seinem Schädel genug Raum für diesen Golfball war?

RFID Nasenimplantat

Eine andere Sache, die es schon 1990 gab, als der Film gedreht wurde, ist Product Placement. In den meisten Filmen werden Produkte eher unterschwellig platziert – eine Coladose hier, eine Kaugummipackung da und der Anblick von Autos lässt sich ohnehin kaum vermeiden. Die Schleichwerbung in „Total Recall“ ist hingegen so massiv, dass sie manche Szenen komplett dominiert. Nein, die folgenden Bilder stammen nicht aus einer Werbeunterbrechung!

Schleichwerbung_1

Schleichwerbung_2

Schleichwerbung_3

Doch weiter im Text. Cohaagen geht seinen Geschäften auf dem Mars nach, sodass Douglas Hauser auf den roten Planeten reisen muss. Bei der Einreise kommt es zu einem Eklat, als seine Tarnmaske auffliegt. Nach seiner Flucht checkt er erst einmal im Hilton ein. Womit wir schon wieder beim Product Placement wären.

Schleichwerbung_Mars Hilton

Nachdem Douglas Zeuge eines Anschlags der Marsrebellen wird, flieht er mit einem Taxi ins nächstgelegene Arbeiterviertel. Durch den unzureichenden Strahlenschutz in den Armenvierteln sind dort viele Menschen mutiert. Die Mutationen betreffen sowohl das physische Äußere als auch das Gehirn. Einige Marsmenschen haben Fähigkeiten wie Telepathie und Präkognition entwickelt, weshalb in den Mutantenvierteln der Esoterikmarkt boomt. An einer der Wahrsagerstuben findet sich über einer Hand ein allsehendes Auge.

Marsauge

In einer anrüchigen Bar trifft Hauser auf Melina (Rachel Ticotin), welche ihn offenbar kennt und wenig begeistert von seinem unfreiwilligen Seitensprung Lori ist. Letztendlich muss sie aber erkennen, dass er unter einer Amnesie leidet. Aufmerksamen Zuschauern werden übrigens Melinas Ohrringe auffallen. Es sind Pyramiden mit Augen.

Pyramidenohrringe

Eine außerirdische Pyramide gibt es auch auf dem Mars. Aber dazu später noch mehr.

Marspyramide

Als Douglas noch einmal ins Hotel zurückkehrt, wartet dort ein Arzt auf ihn, der behauptet, er sei von Rekall Inc. und Douglas liege immer noch dort im Koma. Lori taucht an dieser Stelle noch einmal auf und gibt sich wieder als fürsorgliche Ehefrau, die ihren Mann aus der virtuellen Realität retten möchte. Alles, was Hauser dazu tun muss, ist die ihm dargebotene rote Pille schlucken.

Wer jetzt denkt: „Hey, da haben die Wachowski-Geschwister aber kräftig geklaut!“, liegt damit absolut richtig. Die rote Pille in „Matrix“ erfüllt sogar denselben Zweck.

Rote Pille_1

Rote Pille_2

Im Gegensatz zu Neo schluckt Douglas Hauser die Pille jedoch nicht. Er killt stattdessen den Arzt und Lori, woraufhin die Flucht von neuem beginnt.

Zusammen mit Melina und dem Taxifahrer, der sich als Mutant entpuppt, sucht er den Rebellenführer Kuato auf, der ihm seine Erinnerung zurückgeben kann. Allerdings entpuppt sich der Taxifahrer nicht nur als Mutant, sondern auch als Verräter. Der Rebellenstützpunkt wird gestürmt, Kuato getötet und Douglas sowie Melina geraten in Gefangenschaft.

In Cohaagens Labor zeigt dieser Hauser ein Video, in welchem Douglas sich als Cohaagens Agent ausgibt. Er hat sich die Erinnerungen löschen lassen, um die Rebellen zu infiltrieren und Douglas Quaid soll anschließend wieder Douglas Hauser weichen. So ganz zufrieden ist Douglas jedoch nicht mit seinem ursprünglichen Ich. Er reißt sich los, killt Dr. Frankenstein und macht sich zusammen mit Melina auf zur unterirdischen Anlage der untergegangenen Marszivilisation.

Dort kommt es zum finalen Showdown mit Cohaagen, dem die Marsatmosphäre nicht so recht bekommt. Da ist er aber selbst schuld, denn immerhin war er es, der die außerirdische Anlage aus Profitgier unter Verschluss hielt, statt mit ihr den Mars zu terraformen.

Das Terrforming, welches Douglas in Gang setzt, geht dann relativ flott, sodass er und Melina Cohaagens grausiges Schicksal nicht teilen müssen. Nun, das ist nicht die erste total unrealistische Szene, die alle physikalischen Gesetze bricht. Wie es scheint, liegt Douglas Quaid also doch noch bei Rekall Inc. im Koma, was alle Filmfehler erklären würde.

Fazit: Abgesehen von dem nervigen Product Placement und zahlreichen Logiklöchern ist „Total Recall“ ein absolut sehenswerter Sci Fi Klassiker. Wer sich an der üblichen Symbolik stört, sollte um das Remake einen großen Bogen machen, denn in der 2012er Verfilmung geht es gleich ganz offen um die neuen Weltordnung. Aber auch sonst ist das Original dem Remake vorzuziehen.

Apollopoptymga Berzerk und die Mondlandung

In ihrem Video „Apollo (live on your TV)“ sind Apoptygma Berzerk der Wahrheit über die erste Mondlandung auf der Spur. Sie finden die Kulissen in einem verlassenen Hangar.

Apollo Eagle

Der Drummer trägt ein T-Shirt mit einer blauen und einer roten Pille. „Matrix“ lässt grüßen und es fragt sich, ob dies ein Hinweis darauf sein soll, dass die Mondlandung eine Illusion war?

Apollo Pillen

Das Bandlogo ist an das Logo der NASA angelegt, welches nebenbei bemerkt in den Farben der Freimaurer gehalten ist.

Apollopoptygma

Auf dem Cover des Albums „Rocket Science“, welches das blau/rote Farbenspiel noch weiter fortsetzt, sind wir bereits an anderer Stelle eingegangen.

Terminator – Die Cyborgs übernehmen die Macht

Die ersten drei Terminator-Filme, in denen Arnold Schwarzenegger die Titelrolle spielt, sind legendär.

Die Grundstory ist schnell erzählt. In der Zukunft hat der Militärcomputer Skynet ein Bewusstsein entwickelt und die Menschheit an den Rand der totalen Auslöschung getrieben. Um die Widerstandsbewegung im Keim zu ersticken, schickt Skynet erst einen Cyborg und dann einen Formwandler aus intelligentem Metall in die Vergangenheit, um den Anführer des Widerstands, John Connor, zu töten bzw. präventiv abzutreiben.

Scheint es in Teil 2 noch so, als wäre die düstere Zukunft abgewendet, zeigt sich in Teil 3, dass der Lauf der Geschichte zwar verschoben, aber nicht aufgehalten wurde. Skynet ist dank dem Internet sogar noch mächtiger und zeigt den Menschen, wie man eine Bevölkerungsreduktion effektiv durchführt. In Teil 4 geht es schließlich um den Widerstandskampf in der Zukunft und Teil 5 ist bereits angekündigt.

Man beachte dabei, dass die Untertitel „Tag des jüngsten Gerichts“ (Teil 2) sowie „Die Erlösung“ (Teil 4) Begriffe aus der Bibel sind, die auf die kommende Apokalypse hinweisen. Die deutsche Übersetzung „Tag der Abrechnung“ für „Judgement Day“ ist übrigens etwas schwammig gewählt und verschwischt die Aussage des Originatitels.

Zu sehen gibt es die Apokalypse in Teil 3, mit dem etwas weniger biblischen Untertitel „Rebellion der Maschinen“. In „Die Erlösung“ darf John Connor dann endlich zu dem Messias werden, für dessen Rolle er auserwählt wurde. Eine etwas eigenwillige Interpretation der biblischen Endzeit…

Terminator Apokalypse

Kommen wir noch einmal zu den Titelgebern. So wirklich identifizieren kann man sich mit den Terminatoren natürlich nicht. Immerhin wollen sie die Menschheit ausmerzen. Dies haben sie jedoch mit einigen anderen Cyborgs und Maschinen der Filmgeschichte gemein. Man denke nur an die Zylonen aus „Battlestar Galactica“, die Decepticons aus „Transformers“, den Tet aus „Oblivion“, oder die Maschinen der „Matrix“-Trilogie, die die Menschen zwar nicht ausrotten, aber immerhin versklaven.

Die Herrschaft der Maschinen erfreut sich in der Pop-Okkultur größter Beliebtheit. Dabei ist zu beachten, dass die Maschinen fast immer rote Augen haben. Dies trifft sowohl auf die Terminatoren als auch auf die Zylonen, Decepticons, Brain aus „#9“, den Tet und die Matrix-Maschinen zu. Die Maschinen verkörpern nichts Geringeres als Dämonen, die ihren Hass auf die Menschheit ausleben und unserer Spezies mit größt möglicher Grausamkeit begegnen.

Rote Cyborgaugen

Erst in Terminator 4 gibt es schließlich doch noch einen waschechten Cyborg, der früher mal ein Mensch war und das Schicksal von Robocop und Bionic Woman teilt.

Terminator Cyborg

Blau und Rot – Die Farben der Freimaurergrade

von Shinzon

Nimmst Du die rote oder die blaue Pille? Diese Szene aus „Matrix“ kennt wohl jeder. Und wie im Film werden wir nun alle Leser, die an dieser Stelle die rote Pille nehmen würden, in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus führen.

Masonic Pills

Denn was Neo von Morpheus angeboten wird, ist die Aufnahme in die hohen Grade der Freimaurerei. Neo ahnt bereits zuvor, das etwas mit der Welt nicht stimmt, doch die absolute Wahrheit wird ihm erst mit seiner Initiation offenbart. Die Matrix ist eine Illusion und sie ist vergleichbar mit der Welt, die die Medien um uns herum aufgebaut haben. Was weiß der Durchschnittsbürger schon über die wahren Hintergründe historischer Ereignisse? Wer wagt es schon, aus dem Konsumrausch der Matrix auszubrechen und legt sich freiwillig mit dem System an?

Die Freimaurer versprechen wie Morpheus einen Blick hinter die Kulissen. Doch letzten Endes sind sie nicht nur Teil des Systems, sondern halten die Matrix um uns herum überhaupt erst aufrecht. Sie kämpfen nicht dagegen, wie Morpheus’ Hackerbande suggeriert. Sie geben sich durch solche Filme lediglich eine mysteriöse Aura und locken mit falschen Versprechungen neue Mitglieder an. Die rote Pille enthält dasselbe Gift wie die blaue.

Und hier sind wir auch schon beim Kern der Symbolik. Die niedrigen Grade der Freimaurerei werden blaue Grade genannt. Sie umfassen die ersten drei Stufen Lehrling, Geselle und Meister. Die meisten Logen sind so genannte Johanneslogen und besucht man deren Räume oder Webauftritte, so wird man häufig die Farbe blau antreffen.

In der Tat gibt es viele Johannesfreimaurer, die absolut überzeugt sind, humanistische Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu vertreten. Sie sind selbst Opfer des Systems, die wie Neo auf der Suche nach der Wahrheit sind, ohne ihrem Ziel näher zu kommen. Sie leben in ihrer eigenen Matrix und die meisten kommen nie über die drei blauen Grade hinaus.

Folgerichtig sind die hohen Grade rote Grade. Hier hat man die Wahl zwischen schottischem und York-Ritus. Der York-Ritus kann je nach Ausprägung bis zum 11. Grad reichen, während der schottische Ritus 33 Grade umfasst. (Es gibt noch einige andere Nebenzweige, aber da wird es im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt.) Der schottische Ritus ist der eigentliche Kern der Hochgradfreimaurerei und man muss schon ein paar besondere Eigenschaften haben, um in die 30er Grade aufzusteigen.

Figuren wie Albert Pike (US-Südstaatengeneral mit Beziehungen zum Ku Klux Klan, 1809-1891) und Aleister Crowley (Okkultist, 1975-1947) lassen bereits vermuten, dass hier keine besonders positiven Eigenschaften gemeint sind. Es sollte daher auch nicht verwundern, dass die Farbe Rot im Okkultismus der untergehenden Venus Satan zugeordnet wird.

Die Farbkombination Blau/Rot ist indessen fest mit dem Grad-System der Freimaurerei verknüpft. Optisch bilden die beiden Farben einen krassen Gegensatz, weshalb man sie eigentlich nicht mischen sollte. Wer schon mal blaue Schrift auf rotem Grund oder umgekehrt gelesen hat, weiß, was gemeint ist. Unter anderem aus diesem Grund gibt man der Blau/Rot-Mischung in der Regel Weiß hinzu. Man denke in diesem Zusammenhang z.B. an die freimaurerische Tricolore Frankreichs.

Flagge Frankreich

Laut Freimaurerwiki soll es so genannte „Weiße Logen“ geben, die zusätzlich zu den blauen und roten Logen existieren. Die Beschreibungen hören sich sehr esoterisch an und da scheint es zu passen, dass die Farbe Weiß im Okkultismus für die aufgehende Venus Luzifer steht. Möglicherweise ist das ergänzende Weiß also mehr als nur eine Kontrastfarbe. Es könnte in diesem Zusammenhang das Licht Luzifers repräsentieren. Allerdings begeben wir uns hier auf das Feld der Spekulationen.

Fakt ist auf alle Fälle, dass sowohl Blau/Rot- als auch Blau/Weiß/Rot-Kombinationen in der Regel einen freimaurerischen Hintergrund haben.

P.S. Die „Matrix“ hat einen kleinen Bug. das folgende Bild muss manipuliert worden sein, denn es ist physikalisch unmöglich. Während Neos Spiegelbild im linken Brillenglas nach der roten Pille greift, hängen seine beiden Arme im rechten Brillenglas schlaff nach unten. Ein weiters Beispiel, wie Hollywood mit unseren Verstand spielt.

Zwei Spiegelbilder