Dokutipp: Rechtsrockland

Eine Haupteinnahmequelle der rechtsextremen Szene sind Rechtsrockkonzerte und Festivals. Dort werden inzwischen Millionenbeträge umgesetzt, was für die Veranstalter ein einträgliches Geschäft ist. Einzelne Konzerte mit besonders volksverhetzendem Inhalt werden dabei fast immer konspirativ im Untergrund organisiert, während die Festivals mit etwas abgemilderten Texten ganz offen abgefeiert werden.

Um Verbote zu verhindern, werden solche Events als politische Kundgebungen angemeldet, wobei die Justiz meist auf dem rechten Auge blind ist. Immerhin wird Eintritt kassiert, es gibt Merchendisestände und die so genannten „Reden“ sind bestenfalls Anmoderationen für die Bandauftritte. Es handelt sich mehr als offensichtlich um kommerzielle Veranstaltungen, die teils nicht mal dann aufgelöst werden, wenn hunderte Teilnehmer „Sieg Heil!“ schreien und dabei den Hitlergruß zeigen. So geschehen 2017 in Themar.

Geradezu lächerlich wirkt es, wie die Faschisten ihre menschenverachtenden Konzerte als unpolitische Festivals anpreisen, obwohl sie diese ja gleichzeitig als politische Kundgebungen anmelden. Die Texte seien dennoch harmlos, obwohl viele Lieder von Landser und Co. der breiten Öffentlichkeit bekannt sind. Um dem Fass die Krone aufzuschlagen, lügen Sänger wie Marko Gottschalk von Oidoxie der Presse dreist ins Gesicht, wenn sie behaupten, noch nie etwas von Blood & Honor sowie deren terroristischem Arm Combat 18 gehört zu haben. Nur warum tragen sie dann offen deren Symbole und lassen sich mit den Promis der verbotenen Organisation ablichten?

Was die Neonazis hier versuchen, ist in etwa so glaubwürdig, als hätte Heinrich Himmler behauptet, noch nie etwas von der Waffen-SS gehört zu haben. Für wie dumm halten die Nazis eigentlich den Rest der Bevölkerung? Aber anschließend die Frechheit besitzen, „Lügenpresse“ zu schreien!

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Pädonazis und die Todesstrafe

„Todesstrafe für Kinderschänder“ ist eine weit verbreitete Parole unter Rechtsextremisten. Sie benutzen das sensible Thema des Kindesmissbrauchs gezielt für die Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie, womit das Leid der betroffenen Kinder schamlos ausgeschlachtet wird. Die Todesstrafe wollen die Nazis in erster Linie gegen politische Gegner sowie religiöse und ethnische Minderheiten einsetzen. Die Bestrafung von Kinderschändern ist nur ein Vorwand und im schlimmstmöglichen Fall würde die Todesstrafe noch eher gegen die Opfer eingesetzt werden, um sie zum Schweigen zu bringen.

Wie ernst es den Faschisten mit ihrer Forderung ist, zeigen zahlreiche Fälle von Kinderschändern in ihren eigenen Reihen. Bisher hat sich noch keiner dieser Täter das Leben genommen. Im Gegenteil werden einige in der Szene sogar noch als Helden verehrt. Eine konsequente Durchsetzung der eigenen Forderung sieht anders aus. Aber zumindest berufen sich die Neonazis auf ihre historische Tradition.

Schon ihr Führer Adolf Hitler (1889-1945) stand auf junge, teils minderjährige Damen. Darunter seine eigene Nichte Geli Raubal (1908-1931), die gerade einmal 15 war, als sie in die Fänge ihres Onkels geriet. Die Grenze zur Pädophilie hatte Hitler dabei zwar nicht überschritten, aber es gibt genügend Indizien für seine abartigen Neigungen. Ebenso offensichtlich waren die okkultistischen Verbindungen von Hitlers engstem Umfeld, die nichts Gutes erahnen lassen.

Gelegenheiten für Kinderschänder, Vergewaltiger und Mörder gab es vor allem in den Konzentrationslagern sowie an der Ostfront reichlich. Wer dort in die Fänge der Nazis geriet war praktisch Freiwild. Über die Massenmorde und ethnischen Säuberungen im Zweiten Weltkrieg ist die Weltbevölkerung inzwischen bestens informiert, doch die pädophilen Verbrechen sind weit weniger bekannt.

Als Paradebeispiel kann die SS-Sondereinheit Dirlewanger gesehen werden, welche im Mai 1940 auf Betreiben des SS-Generals Gottlob Berger (1896-1975) zunächst aus verurteilten Wilderern unter dem Namen „Wilddiebkommando Oranienburg“ zusammengestellt wurde. Später gesellten sich zu den 250 Wilddieben noch rund 1200 Kriminelle und Asoziale sowie 200 wegen Disziplinarvergehen belangte SS-Soldaten. Mit anderen Worten wurde der größte Abschaum aus den Gefängnissen freigelassen. Die SS-Führung konnte sich darauf verlassen, dass dieser Haufen von Psychopathen besonders gründlich an der Ostfront wüten würde.

Das Kommando der Sondereinheit ging an den mehrfach vorbestraften Verbrecher Oskar Dirlewanger (1895-1945), nach dem die Einheit schließlich umbenannt wurde. Dirlewanger schloss sich bereits kurz nach dem 1. Weltkrieg rechten Freikorps an, die zahlreiche Massaker an deutschen Arbeitern verübten, und trat am 1. Oktober 1922 in die NSDAP ein. Außerdem schloss er sich den SA-Horden an und erhielt 1932 eine Stelle als hauptamtlicher SA-Führer in Esslingen am Neckar.

Zunächst erwiesen sich seine gewalttätigen Neigungen als karrierefördernd, doch mit der Vergewaltigung einer 13-Jährigen sowie der sexuellen Belästigung weiterer Mädchen hatte er die rote Linie überschritten. Die Strafe fiel mit zwei Jahren Zuchthaus sowie dem Verlust seiner Stellung und Auszeichnungen dennoch viel zu milde aus. Mit der Todesstrafe für Kinderschänder hielt man sich also schon im 3. Reich zurück, wenn es die eigenen Parteikader betraf. Die weiteren Verurteilungen Dirlewangers, u.a. wegen Korruption, führten zu ähnlich weichen Verurteilungen.

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Mit dem Sonderkommando Dirlewanger konnten sich die Kriminellen schließlich gänzlich straffrei austoben. Der erste Einsatz führte die Sondereinheit ab dem 1. September 1940 in den Raum Lublin, wo sie zur Überwachung jüdischer Zwangsarbeiter eingeteilt wurde. Im Januar 1942 folgte die Verlegung nach Weißrussland, wo Dirlewangers Einheit direkt dem Kommandostab des Reichsführers SS unterstellt wurde.

In Weißrussland verübte das Sonderkommando Dirlewanger zahlreiche Massaker an Zivilisten und entvölkerte ganze Dörfer. Es kam zu Plünderungen, Folter an Gefangenen, Vergewaltigungen an Frauen und insbesondere auch zu sexuellen Übergriffen auf Kinder, an denen Dirlewanger selbst beteiligt war. Statt der Todesstrafe erhielt der Kinderschänder am 5. Dezember 1943 das Deutsche Kreuz in Gold für „Verdienste im Partisanenkampf“, weil er 15.000 vermeintliche „Banditen vernichtet“ hatte.

Doch nicht nur damals wurde der pädophile Kindermörder Oskar Dirlewanger als Held gefeiert. Bis heute wird er von Neonazis geehrt. So gründete sich 2005 im thüringischen Gotha die Rechtsrockband SKD (Abk. für Sonderkommando Dirlewanger). Da sämtliche Bandmitglieder schon mehrfach wegen Diebstahl, Körperverletzung und Volksverhetzung verknackt wurden, hätten sie als vorbestrafte Verbrecher wohl sehr gut in diese Sondereinheit gepasst. Außerdem veranstaltete die Band Spendenkonzerte für die Ballstädt-Schläger, welche im Februar 2014 eine Kirmesgesellschaft überfallen und krankenhausreif geschlagen hatten. Ein brutaler Übergriff auf Zivilisten, bei dem nur durch Glück niemand zu Tode kam. Unter den Angeklagten waren auch die SKD-Mitglieder Thomas Wagner und Tony Steinau.

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Unter anderem wegen des Gerichtsprozesses löste sich die Band 2015 auf. Doch damit ist die braune Horrorstory um pädophile Gewaltverbrechen noch längst nicht beendet. Im Gegenteil offenbart das Umfeld von SKD weitere Hinweise. Zu den befreundeten Bands gehörten u.a. Gigi und die brauen Stadtmusikanten, welche bereits vor dem Auffliegen des NSU Lobeshymnen auf das Terrortrio sangen.

Ähnlich wie das Sonderkommando Dirlewanger werden auch die Serienmörder Uwe Mundlos (1973-2011), Uwe Böhnhardt (1977-2011) und Beate Zschäpe in der Neonaziszene gefeiert. Dabei legte das Trio ein ebenso ähnliches Verhalten an den Tag, denn neben dem staatlich orchestrierten Terror und den Raubüberfällen verdienten sie ihre Brötchen auch durch den Vertrieb von Kinderpornografie und der Zwangsprostitution Minderjähriger.

Auf diese Fährte kamen die Ermittler aufgrund einer DNA-Spur von Uwe Böhnhardt am Leichenfundort der 2001 ermordeten Peggy. Das 9-jährige Mädchen verschwand damals spurlos aus dem oberfränkischen Ort Lichtenberg und wurde erst 2016 in einem rund 12 Kilometer entfernten Waldstück im benachbarten Thüringen tot aufgefunden. In der Nähe des Leichenfundortes befand sich ein bekannter Treffpunkt der Neonaziszene, was den Verdacht auf Böhnhardt und dessen Kameraden erhärtet.

Inzwischen haben mehrere Bundesländer eine erneute Überprüfung von unaufgeklärten Fällen vermisster und ermordeter Kinder angeordnet, die in den Zeitraum der NSU-Aktivitäten fallen. Der Absatzmarkt lässt sich dabei zu einem nicht unerheblichen Teil in der eigenen Szene verorten, wie die folgenden Beispiele zeigen. Ob die Ermittlungsbehörden diesen Zusammenhang irgendwann ebenfalls erkennen, kann man nur hoffen.

Beginnen wir mit dem ehemaligen Thüringer NPD-Vorsitzenden Tino Brandt, der eine direkte Verbindung sowohl zum NSU als auch zum Verfassungsschutz hatte. In den 1990er Jahren erhielt er nämlich 200.000 DM vom Staat, mit denen er den Thüringer Heimatschutz aufbaute. Also genau jene rechtsextreme Organisation, in welcher sich das Terrortrio radikalisierte und ein Unterstützernetzwerk aufbaute. Im Mai 2001 flog Tino Brandt schließlich als V-Mann auf, was zwar seine politische Karriere bei der NPD beendete, jedoch keine personellen Konsequenzen beim Thüringer Verfassungsschutz oder bei der damaligen CDU-Landesregierung hatte.

Der wirklich interessante Aspekt wurde jedoch erst 2014 aufgedeckt, als Tino Brandt im Dezember vom Landgericht Gera zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Nicht etwa wegen szenetypischer Straftaten wie Volksverhetzung oder Körperverletzung, sondern wegen sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sowie Beihilfe zum sexuellen Missbrauch und Förderung von Prostitution in 66 Fällen. Nun sind wir ja keine Befürworter der Todesstrafe, aber eine lebenslängliche Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung wäre in Brandts Fall weit angemessener gewesen.

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Zumal es weitere 91 Verdachtsfälle gibt. Bei diesen wurde das Verfahren jedoch mit der fadenscheinigen Begründung eingestellt, dass sich das Gericht auf die schweren Verdachtsfälle konzentrieren wollte. Oder wollte man einfach, dass statt der insgesamt 157 Fälle am Ende die okkulte Zahl 66 steht? Das wirkt schon fast wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, zumal die rechtsextreme Szene starke Verbindungen zum Satanismus hat, welcher womöglich ebenfalls ein Abnehmer des NSU-Trios war. Wir werden es jedoch nie erfahren, da die verantwortlichen Behörden einen Teufel tun werden, in diese Richtung zu ermitteln.

Mit Sicherheit kann indessen gesagt werden, dass Tino Brandt kein Einzelfall in der NPD ist. Bleiben wir noch kurz in Thüringen und betrachten uns den nächsten ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Patrick Wieschke, welcher inzwischen Bundesorganisationsleiter der NPD ist. Verurteilt wurde er u.a. schon wegen Körperverletzung, darunter ein Fall von 2005, bei dem er einen eigenen Kameraden angegriffen hatte, weil dieser sich weigerte, Flugblätter zu verteilen. So viel zum Zusammenhalt der Szene.

Zuvor hatte Wieschke bereits eine höchst fragwürdige Karriere als Bombenleger gemacht. Am 10. August 2000 führte er einen Sprengstoffanschlag auf einen türkischen Imbiss in Eisenach durch, für den er zwei Jahre später verknackt wurde. Es folgte ein vorübergehender Austritt aus der NPD, um Schaden von der Partei abzuwenden. Nachdem Wieschke jedoch schon 2004 vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, nahm er seine politische Arbeit umgehend wieder auf. 2009 wurde er trotz seiner rechtsterroristischen Vergangenheit mit einen NPD-Stimmanteil von 5% in den Eisenacher Stadtrat gewählt und schaffte 2014 erneut den Einzug.

Kurz vor der Landtagswahl im gleichen Jahr, bei der er als Direktkandidat für die NPD antrat, wurde schließlich bekannt, dass 2001 wegen sexuellen Missbrauchs an einer damals 12-Jährigen gegen Patrick Wieschke ermittelt wurde. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen jedoch kurioserweise ein und begründete dies mit dem gleichzeitig laufenden Verfahren wegen des oben genannten Sprengstoffanschlags. Warum nicht gleichermaßen wegen beider Delikte ermittelt wurde, ist erklärungsbedürftig. Man könnte fast den Eindruck gewinnen…

Aber lassen wir die Spekulationen. Fakt ist, dass die Ermittlungen mehr als ein Jahrzehnt geheim gehalten wurden und selbst nach ihrem Auffliegen 2014 die Karriere von Wieschke nicht beendet war. Er sitzt nach wie vor in hohen Parteiämtern sowie im Stadtrat von Eisenach. Wieschke war sogar dreist genug, auf NPD-Demonstrationen die „Todesstrafe für Kinderschänder“ zu fordern. Selbstverständlich ohne zu erwähnen, dass er einer der Ersten wäre, die dann auf dem Schafott landen müssten.

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Verlassen wir an dieser Stelle Thüringen und reisen auf der Landkarte weiter ostwärts an den rechten Rand der Bundesrepublik. In Sachsen schaffte die NPD 2004 mit einem erschütternden Ergebnis von 9,2% den Sprung in den Landtag. Nur zwei Jahre später musste ihr Fraktionsmitglied Matthias Paul jedoch sein Amt niederlegen, da die Staatsanwaltschaft Dresden wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie gegen ihn ermittelte.

Ob er die Schmuddelbildchen beim NSU gekauft hat oder sich hier noch weitaus schlimmere Abgründe auftun, werden wir abermals nie erfahren. Das Verfahren wurde 2009 vor dem Amtsgericht Meißen gegen Zahlung einer Geldauflage von lächerlichen 1.000 € eingestellt. Der Sachsensumpf lässt grüßen.

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Eine ähnlich milde Strafe erhielt der Kamenzer NPD-Stadtrats- und Kreistagsabgeordnete Martin S., bei dem 2017 tausende Kinderpornobilder entdeckt wurden. Zunächst erhielt er 14 Monate Haft, doch nur wenige Monate später verringerte das Landgericht Bautzen die Strafe auf ein Jahr und setzte den Pädonazi zur Bewährung auf freien Fuß. Wieder einmal typisch Sachsen!

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Ein weiteres ostdeutsches Bundesland, in dem es die NPD 2006 und 2011 in den Landtag schaffte, ist Mecklenburg-Vorpommern. Gegen den damaligen Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs wurden zwar nie direkt Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs erhoben, allerdings gab er in einem Interview mit der Zeitschrift Stern offen zu, zweimal die Colonia Dignidad in Chile besucht zu haben.

Die christlich-totalitäre Sektensiedlung wurde 1961 von Paul Schäfer (1921-2010) und einigen aus Deutschland emigrierten Altnazis gegründet. Wer einmal in die Fänge der Colonia Dignidad geriet, hatte es äußerst schwer. Nur wenigen gelang die Flucht aus der schwer bewachten und ringsum verminten Siedlung. Der Alltag der ca. 250 bis 350 Internierten war von Zwangsarbeit, Gehirnwäsche, strikter Geschlechtertrennung und drakonischen Strafen geprägt.

Ab dem Militärputsch am 11. September 1973 diente die Colonia Dignidad dem Pinochet-Regime als Folterzentrum und Gulag für politische Gegner. Die Sekte hatte jedoch nicht nur gute Beziehungen zur chilenischen Diktatur, sondern auch zur Bundesrepublik Deutschland. Bis heute ist die deutsche Beihilfe zu den Verbrechen der Colonia Dignidad nicht vollständig aufgearbeitet und die zahlreichen Politiker von CDU und CSU, welche den Gulag besucht haben, mussten sich nie dafür verantworten.

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Immerhin einen Erfolg konnte die chilenische Justiz nach dem Ende der Pinochet-Diktatur verbuchen. Am 24. Mai 2006 wurde der Sektenführer Paul Schäfer von einem chilenischen Gericht wegen sexuellen Missbrauch von Kindern in 25 Fällen verurteilt. Er musste umgerechnet über 1 Million Euro an elf seiner Opfer zahlen, von den 20 Jahren Haftstrafe erlebte er allerdings nur noch 4.

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Was sagt das alles nun über Udo Pastörs aus, der lobende Worte für dieses Ungeheuer fand und laut eigenen Aussagen von dessen Siedlungsprojekt „viel gelernt“ haben will? Wenn er meint, in der Colonia Dignidad ein Vorbild zu sehen, nach dem völkische Siedlungen in Deutschland aufgebaut werden könnten, schließt das auch Paul Schäfers Methoden der „Kindererziehung“ mit ein? Nun kann man das natürlich nicht einfach so unterstellen, aber einigen seiner Kameraden würde das sicherlich gefallen.

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Neben den bereits erwähnten NPD-Spitzenkadern wäre da noch der ehemalige NPD-Kreistagsabgeordnete Dominique Oster aus Siegburg zu nennen. Dieser wurde 2010 vom Bonner Landgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er sich an der Tochter seiner damaligen Freundin vergangen hatte. Zwischen 2001 und 2003 hatte er mindestens sechs Übergriffe auf die zu Beginn gerade einmal 4-Jährige verübt.

Die Strafe wäre wohl höher ausgefallen, wenn ihm eine direkte Vergewaltigung nachgewiesen worden wäre. Leider kamen die Vorfälle aber erst 2009 ans Licht, nachdem sich die Kleine einer Psychiaterin anvertraut hatte. Immerhin wurde Oster jedoch nicht wie 2004 freigesprochen, wo er schon einmal wegen Vergewaltigung angeklagt war. Außerdem hat er eine zusätzliche Haftstrafe erhalten, da er zwischen 2007 und 2008 eine 15-Jährige mit hunderten Anrufen, E-Mails und Briefen belästigt und gestalkt hatte.

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Wie es scheint, ist die NPD eine Sammelbewegung für Päderasten, während der NSU nicht nur eine Terrorzelle, sondern auch ein Zulieferernetzwerk war. Angesichts dessen erscheinen ihre Familienfeste in einem völlig anderen Licht. Doch ist sie die einzige rechte Partei mit solchen Fällen? In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurde die NPD inzwischen von der AfD verdrängt und auch insgesamt gräbt die AfD den Rechtsextremen das Wählerpotential ab.

Zwar fordert die neue rechtspopulistische Kraft im Gegensatz zur NPD nicht offen die Todesstrafe für Kinderschänder, springt aber auf den Zug der angeblichen Frühsexualisierung auf. Verbirgt sich dahinter vielleicht ebenfalls eine „Haltet den Dieb“-Strategie? Schauen wir mal etwas genauer hin.

2017 wurden Chatprotokolle des ehemaligen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD im Schweriner Landtag geleakt. In den über 12.000 Seiten fanden sich nicht nur die üblichen rassistischen und sexistischen Parolen sowie Beleidigungen der eigenen Parteigenossen (u.a. wurde Gauland als „Arschloch“ bezeichnet). Mit Abstand am widerwärtigsten waren Holger Arppes Vergewaltigungsphantasien.

So teilte er am 17. März 2012 einem Freund mit, wie er gegen einen Bekannten vorgehen wolle. Zitat: „Vielleicht sollten wir (Name anonymisiert) Mutter entführen, sie brutal vergewaltigen lassen von einem wilden Schimpansen und ihm (dem Bekannten) dann jeden Tag einen Finger zuschicken.“

Als wäre das noch nicht krank genug, schleuderte Arppe am 13. Oktober 2011 auch noch seine perversen Kinderschänderphantasien in den Chat. Er schrieb, dass man „auf so’ner Springburg (…) schön ficken“ kann. „Hunderte Kinder und deren Familien stehen um die Hüpfburg herum und gucken. Dann wollen die Kinder alle mitspielen. So‘n schönes zehnjähriges Poloch ist sicher schön eng…“

Schließlich veröffentlichte er am 16. Februar 2012 seine nekrophilen und kannibalistischen Neigungen: „Dann besaufen wir uns hemmungslos und pissen alles voll. Anschließend laden wir uns einen Stricher ein, vergewaltigen ihn und essen danach seine Leiche auf“. Solche Kommentare stellen sogar die geleakten Podesta-E-Mails in den Schatten, wobei sich Arppe nicht mal die Mühe gemacht hat, eine Code-Sprache zu verwenden.

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Natürlich musste er nach dem Bekanntwerden seiner abartigen Gedankenwelt sein Amt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender niederlegen, sein Abgeordnetenmandat behielt Arppe jedoch. Er kündigte darüber hinaus an, aus der Partei austreten zu wollen, um Schaden von der AfD abzuwenden, zog dies Ende September 2017 aber wieder zurück. Gegenwärtig läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn, der Ausgang ist noch ungewiss. Offenbar hat Arppe immer noch Unterstützer und ohnehin mussten nicht wenige AfD-Delegierte bereits vorab von seinen Neigungen gewusst haben, als die Landesliste zur Landtagswahl aufgestellt wurde. Immerhin waren zahlreiche seiner Chatpartner Parteikameraden, die nicht den Mut zur Wahrheit besaßen, um seine Kandidatur auf Platz 3 der Liste zu verhindern.

Des Weiteren hatte Holger Arppe enge Kontakte zur Identitären Bewegung, darunter Daniel Fiß, welcher früher bei der NPD-Jugendorganisation JN aktiv war. Damit schließt sich der Kreis. Die AfD kann nach Arppes Abgang zwar erst einmal aufatmen, aber nur bis zum nächsten Eklat. Denn zumindest mit seinen rechtsextremen Äußerungen stand der nekrophile Päderast nie alleine da.

Fassen wir abschließend zusammen, dass sich die Verbindungen der Nazibewegung zu Kinderschändernetzwerken bis hin zu satanistisch-rituellem Missbrauch wie blutrote Fäden durch die Geschichte ziehen. Angefangen beim 3. Reich über die Colonia Dignidad bis hin zum NSU. Die Strafen für Dirlewanger und seine geistigen Erben grenzen dabei oft ans Lächerliche, was die Tragweite der ganzen Angelegenheit erahnen lässt. Den Slogan „Deutsche Frauen, schenkt dem Führer ein Kind!“ muss man angesichts dessen direkt schon doppeldeutig verstehen, wenn man weiß, dass der Führer pädophil ist.

Keine Alternative für Meck-Pomm

In Mecklenburg-Vorpommern droht ein ähnlicher Erfolg der AfD wie in Sachsen-Anhalt. Und das, obwohl die AfD in allen anderen Landtagen, in denen sie bereits vertreten ist, absolut nichts Herausragendes geleistet hat. Dazu zwei Beispiele:

In Thüringen nutzen Höcke und Seinesgleichen den Landtag lediglich als Bühne für ihre rassistische und islamfeindliche Hetze. Bis auf die Festlegung des 17. Juni als Gedenktag hat die AfD-Fraktion aus reinem Opportunismus alles abgelehnt, was die rot-rosa-grüne Landesregierung vorgelegt hat. Der Verwaltungs- und Gebietsreform wird mit kleingeistigem Lokalpatriotismus begegnet. Dabei ist die Reform aufgrund des rasanten Bevölkerungsrückgangs dringend notwendig. Um die aufgeblasene Verwaltung weiterhin zu rechtfertigen, bräuchte es eine enorme Zuwanderung, welche die AfD jedoch kategorisch ablehnt.

In Sachsen, wo die Bundesvorsitzende Frauke Petry die Landtagsfraktion anführt, glänzt die AfD ebenfalls durch Inkonsequenz und Faulheit. Ihre politische Arbeit begrenzte sich im ersten Jahr auf 288 kleine Anfragen, 19 Anträge und 28 Änderungsanträge. 122 der Anfragen (42,36 %) zielten dabei auf den Bereich Innenpolitik und betrafen Migration, Islamismus und Linksextremismus. Weit abgeschlagen folgten Wirtschaft und Arbeit mit 23, Bildungspolitik mit 21 und Gesundheitspolitik mit 18 Anfragen. Das Schlusslicht bildeten sozialpolitische Anfragen, von denen es gerade einmal 6 gab.

Offensichtlich ist der AfD die Armut im Land scheißegal und das Instrument der kleinen Anfragen wird hauptsächlich genutzt, um eine Bedrohung durch Zuwanderung, Islam und Linke herbei zu phantasieren. Gesetzesentwürfe legte die sächsische AfD-Landtagsfraktion in ihrem ersten Jahr keinen einzigen vor. Wie sich so etwas an der Lebenssituation der Menschen im Land bessern soll, muss die AfD erst einmal erklären.

Aber für die Rechtspopulisten scheinen Parlamente ja ohnehin nur Theaterbühnen zu sein, die auch für innerparteiliche Zankereien herhalten müssen, wie die Meutherei in Baden-Württemberg gezeigt hat. Ihre Auftritte werden dabei auch noch sehr gut bezahlt. Björn Höcke erhält z.B. als Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag eine Diät von über 10.000 € im Monat plus Spesen. Für gemeinnützige Zwecke hat er davon bisher nicht einen Cent gespendet, in den Fond der Alternative 54 zahlen weiterhin ausschließlich Abgeordnete der Linksfraktion ein.

Werfen wir jedoch einen Blick auf die Kandidaten der anstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Nach schweren innerparteilichen Grabenkämpfen steht nun der ehemalige Rundfunkmoderator Leif-Erik Holm auf Listenplatz 1. Also ein Vertreter der „Lügenmedien“ und obendrein ein Rechtspopolist aus dem Parteilager um Höcke und Poggenburg. Wirklich überraschend ist das nicht, denn auch der brandenburgische Fraktionsvorsitzende Gauland ist ein Rechtsaußen, der für die ach so verhasste „Lügenpresse“ geschrieben hat.

Auf Platz 2 steht Dr. Matthias Manthei, welcher außerdem Landesvorsitzender der AfD Meck-Pomm ist. Manthei ist Familienrichter und damit ein Bediensteter der BRD-Justiz. An und für sich nichts Schlimmes, aber es entlarvt den Anspruch der AfD, eine Protestpartei der kleinen Leute zu sein, als reine Fassade. Sie ist eine Partei der Besserverdiener und damit diese noch besser verdienen, wollen sie in die Parlamente. Dort hat Manthei schon einige Erfahrungen gesammelt, denn er sitzt bereits im Kreistag von Greifswald, wo er schon mal für den einen oder anderen Antrag der NPD gestimmt hat.

Getoppt wird das ganze jedoch vom Listenplatz 3, auf dem Petra Federau als einzige Frau der Liste kandidiert. Während die gesamte AfD gegen Araber und Moslems hetzt, unterhält Frau Federau gute Geschäftsbeziehungen in den Orient. Anfangs wollte sie nur Araberhengste dorthin verkaufen, die sie bis 2004 in einem gepachteten Pferdestall in Groß Roghan züchten wollte. Nach einem Rechtsstreit mit dem Guthaus-Eigentümer, bei dem es um einen nicht genehmigten Umbau sowie die ebenfalls nicht genehmigte Nutzung des Grundstücks ging, musste sie den Stall jedoch räumen.

Noch im selben Jahr pachtete sie in Badow ein Schloss, in dem sie ein Hotel einrichtete und sich abermals in der Pferdezucht versuchte. Alsbald war auch dort Schluss und ehemalige Mitarbeiter berichteten von ausgebliebenen Lohnzahlungen sowie anderen Unregelmäßigkeiten. Wie sich eine solche Politikerin für die Belange der kleinen Leute engagieren will, wenn sie es nicht mal schafft, die eigenen Angestellten zu bezahlen, wird wohl nicht Thema ihres Wahlkampfes sein.

Es kommt aber noch schlimmer. Nach einem kurzen Karriereversuch bei der CDU änderte sie nämlich ihr Geschäftsmodell. Statt Araberhengsten vermittelte sie nunmehr junge deutsche Frauen in den arabischen Raum. Unter dem Pseudonym „Pia Sommer“ war sie für den in Abu Dhabi ansässigen Escort-Service „Beauty Escort 4 You – German Beauties“ aktiv und erhielt rund ein Drittel der Einkünfte der von ihr vermittelten Escort-Damen als Provision. Das ist wirklich beachtlich für eine Islamhasserin, die sich bei jeder Gelegenheit über die Unterdrückung der Frauen in arabischen Ländern beschwert und arabischen Migranten pauschal Notgeilheit unterstellt.

Quelle 1

Quelle 2

Schon nach den ersten drei Plätzen, muss man sich fragen, ob sich die AfD überhaupt selbst ernst nimmt? Die Kandidaten stehen für all das, wogegen die Partei hetzt und wofür sie doch angeblich eine Alternative sein möchte. Der Rest der Landesliste besteht aus den üblichen Rechtspopulisten und Neofaschisten. Holger Arppe auf Listenplatz 4 wurde z.B. bereits wegen Volksverhetzung verurteilt. Außerdem lud er Ende März 2016 den Chef des neurechten Magazins „Blaue Narzisse“ zu einem Vortrag unter der Überschrift „Wann kracht es?“ in seine Heimatstadt Rostock ein. Die AfD bezeichnete er auf dieser Veranstaltung als „Widerstandsbewegung“, womit die Überschrift offensichtlich einen geplanten Bürgerkrieg oder Putsch andeuten soll.

Im AfD-Landesverband von Meck-Pomm sieht es diesbezüglich ohnehin düster aus. Im Schiedsgericht der Partei sitzt z.B. der Greifswalder Rechtsprofessor Ralph Weber, welcher des Öfteren in Thor Steinar Klamotten rum läuft und darüber hinaus die Dissertation des Rechtsrockmusikers Maik Bunzel gefördert hat. Sein Kumpel Bunzel ist Sänger der nationalsozialistischen Band „Hassgesang“, was so einiges über die inhaltliche Ausrichtung des AfD-Landesverbandes aussagt. Bei der anstehenden Landtagswahl könnte sie glatt der NPD den Rang ablaufen. Dass sie Pastörs Nazitruppe aus dem Landtag kicken wird, dürfte bereits feststehen. Die Vorstellung, dabei ein Vielfaches der NPD-Stimmen zu erzielen, ist jedoch verdammt gruselig.

Quelle: Der rechte Rand (Nr. 160, Mai/Juni 2016)

Vril-Musik

Während die Vril-Gesellschaft von der Filmindustrie eher parodiert wird, gibt es auf dem Rechtsrockmarkt braune Musikanten, die den theosophischen Mumpitz durchaus ernst nehmen. So gründete der rechtsextreme Liedermacher Jan-Peter Kersting das „Projekt Vril“, dessen erstes Album von 2007 den passenden Titel „Fragmente einer Verschwörung“ trägt. Mehr als Fragmente gibt es in Sachen Vril-Gesellschaft nämlich nicht. Darüber hinaus ist es eher unwahrscheinlich, dass sich Kersting über den theosophischen Kern der Verschwörung bewusst ist. Er verbreitet, wie alle Rechtsextremisten, lediglich Verschwörungstheorien.

Für diese hat Kersting längst ein geeignetes Publikum gefunden. So trat er schon beim Thüringentag der Nationalen Jugend, dem „Fest der Völker“ und „Rock für Deutschland“ auf. Außerdem hat er zweimal ein Stück für die Schulhof-CD der NPD beigesteuert. Neben der Veröffentlichung mehrerer Soloalben hat Jan-Peter auch schon mit anderen Rechtsrockern zusammengearbeitet und war einige Jahre Teil der bekannten Naziband Sleipnir.

Beim zweiten Vril-Album „1984“ aus dem Jahr 2010 bediente er sich dann dreist bei George Orwell und John Carpenter. Ein Wunder, dass Hollywood ihn noch nicht verklagt hat. Für den Fall der Fälle kann er sich aber schon mal in sein Haunebu setzen und in der Antarktis untertauchen.

"Das ist alles nur geklaut, eo eo..."

„Das ist alles nur geklaut, eo eo…“

Wie die Naziszene mit Aussteigern umgeht

In den meisten Subkulturen herrscht ein reges Kommen und Gehen. Egal ob Punk, Gothic oder Sci Fi Nerd, Geschmäcker ändern sich zuweilen und das ist auch vollkommen okay. Ebenso können sich politische Meinungen ändern und die meisten Parteien und Vereine nehmen den Verlust von Mitgliedern als gegeben hin. Insbesondere in der linken Szene kommen und gehen viele Menschen, aber das schlimmste, was Aussteigern passieren kann, ist ein klärendes Gespräch.

Nicht so bei der Naziszene. Wer da raus will, der wird als Verräter verfolgt. Beschimpfungen und Prügel sind da noch die harmloseren Sachen. Morddrohungen und Gewalt gegen die gesamten Familien von Aussteigern sind an der Tagesordnung. Es verhält sich bei rechtsextremen Parteien und Kameradschaften wie mit Psychosekten und Geheimbünden. Wer einmal dabei ist, kann nicht einfach mal so die Mitgliedschaft hinwerfen. Wer richtig tief hinein geraten ist, muss nach dem Ausstieg sogar meist untertauchen. Die einstigen Kameraden zeigen plötzlich ihr wahres Gesicht und werden zu Todfeinden.

In der folgenden Doku ist vor allem die Erkenntnis des Aussteigers Felix B. interessant, dass seine Kameraden gar nicht wollen, dass die Deutschen gut bezahlte Arbeitsplätze bekommen. Damit hätte ihre rassistische Hetze nämlich keinen Nährboden mehr hätte. Er spricht dabei aus Erfahrung und hat selbst jahrelang Propaganda gemacht, über die er heute nur noch den Kopf schütteln kann.

Rituelle Menschenopfer – Immer wenn der kleine Hunger kommt

von Shinzon

Opfergaben an die Götterwelt gibt es bereits seit der Steinzeit und sie finden sich in fast allen Kulturkreisen. Meist handelt es sich um Essbares, was den Göttern dargeboten wird, um sie zu besänftigen oder um etwas Bestimmtes wie Regen zu erbitten. Zuweilen werden auch Gebrauchsgegenstände, Kostbarkeiten, Weihrauch und seit Einführung des Geldes gleichermaßen Bares geopfert. Selbstverständlich handelt es sich bei den Opfergaben um reinen Aberglauben. Bisher hat sich noch kein Gott blicken lassen, um die Gaben einzukassieren.

Umso schlimmer ist es, wenn statt harmloser Dinge zuweilen Tiere und sogar Menschen geopfert werden. Solche Opfer sind ebenfalls seit Beginn der Geschichtsschreibung bekannt. Die Tieropfer waren im Ursprung wahrscheinlich als Dank an die Götter für Jagderfolge gedacht. Man teilte die Beute quasi mit der Geisterwelt. Später entwickelten sich jedoch immer brutalere Opferkulte, die regelmäßig in Blutbädern ausarteten. Am schlimmsten trieben es Kulturen wie die Phönizier und die von ihnen abstammenden Karthager, die ihre eigenen Kinder bei Molochopferungen lebendig verbrannten.

Baal Hammon

Die Erzfeinde der Karthager waren die Römer, welche Karthago schließlich zerstörten. Zwar benutzten die Römer die Molochopferungen für ihre Propaganda, doch wirklich besser waren sie nicht. Nur wenige Jahrhunderte nach ihrem Sieg über Karthago hatten sich die einstigen Schaukämpfe in den Arenen zu blutrünstigen Ritualen entwickelt. Die Gladiatorenkämpfe, Massenschlachtungen von Wildtieren und Hinrichtungen von Gefangen wurden nicht nur in aller Öffentlichkeit praktiziert, sondern waren ähnliche Highlights wie heutzutage die Olympischen Spiele oder die Fußball-WM. Natürlich mit entsprechender Vermarktung, denn Blut und Spiele waren nicht nur eine willkommene Ablenkung der Massen, sondern auch ein lukratives Geschäft.

pollice verso - Jean-Léon Gérôme (1872)

pollice verso – Jean-Léon Gérôme (1872)

Lange Zeit von der abendländischen Kultur abgeschnitten, praktizierten die Maya, Azteken und andere amerikanische Kulturen ebenfalls grausame Opferrituale zu Ehren ihrer Götter. Den Opfern, bei denen es sich meist um Kriegsgefangene handelte, wurde das Herz bei lebendigem Leibe herausgeschnitten und zuweilen auch anschließend der Kopf abgeschlagen.

Hohepriester

Die Maya kannten darüber hinaus ein Ballspiel, welches von astrologischer Bedeutung war und nach dessen Abschluss die Siegermannschaft geopfert wurde. Dies galt allerdings nicht als grausam, sondern als besondere Ehre. Die vor allem in Mittel- und Südamerika stark ausgeprägte Todesverherrlichung manifestierte sich aber nicht nur Opferritualen, sondern auch in Schädelkulten, wie zahlreiche Wandverzierungen und Kristallschädel belegen.

Schädeldeko Lateinamerika

Als die europäischen Eroberer nach Amerika kamen, waren sie von den Opferritualen schockiert und angeekelt. Selbst waren sie jedoch keinen Deut besser – weder gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern, noch gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung in Europa. Die Hinrichtungen während der Inquisition und insbesondere die zahlreichen Hexenverbrennungen unterschieden sich kaum von den Menschenopfern der Karthager, Azteken oder Maya.

Hexenprobe & Verbrennung

Die Rechtfertigungsgrundlage der katholischen Kirche und ihrer weltlichen Handlanger war bei alledem stets die Bibel. Es sollte daher nicht überraschen, dass es auch in diesem Schmöker nur so vor Opferungen wimmelt. Damit sind nicht nur die Rituale anderer Kulturen wie der Phönizier und Kanaaniter gemeint. Gott höchstpersönlich soll z.B. Abraham aufgefordert haben, ihm seinen Sohn Isaak zu opfern. Erst im letzten Moment sandte Gott einen Widder als Ersatzopfer.

Angeblich wollte er nur Abrahams Glauben testen, doch was wäre gewesen, wenn Abraham Isaak geschlachtet hätte? Es gab nur einen Gott, der Kinderopfer verlangte und dessen Name war Baal Hammon. Ist Baal der Gott der Bibel oder wie ist diese Geschichte zu verstehen? Allein schon die Tatsache, dass Abraham dem Gott der Bibel letztendlich ein tierisches Blutopfer dargebracht hat, lässt die Bibel in keinem guten Licht erscheinen.

Das Opfer Isaaks - Caravaggio (1603)

Das Opfer Isaaks – Caravaggio (1603)

Tier- und Menschenopfer hatten noch nie etwas Gutes. Insbesondere Menschenopfer sind das Werk brutaler Tyranneien und finsterer Kulte. Im Satanismus, bei fundamentalistischen Gruppierungen wie dem IS und einigen Eingeborenenreligionen werden derartige Rituale bis heute praktiziert. Bei den Islamisten werden die Massaker dabei in aller Öffentlichkeit verübt, während der Satanismus eher im Geheimen agiert.

Satanisten bringen sowohl Tier- als auch Menschenopfer dar. Was letztere angeht, handelt es sich meist um Kindstötungen, bei denen Kleinkinder und sogar Babys geopfert werden, welche zuvor extra für diesen Zweck gezeugt wurden. Die Schwangerschaften werden geheim gehalten und die Geburten nirgendwo registriert, weshalb niemand die Opfer vermisst. Rituelle Tötungen von Erwachsenen betreffen indes meist Aussteiger, zuweilen aber auch Obdachlose und Zwangsprostituierte. Diese Personen haben selten Angehörige, die sich um ihr Schicksal sorgen würden.

Ritualmorde an Gegnern oder Unbeteiligten werden indes eher vermieden, da sie Fragen aufwerfen. Hin und wieder kommen solche Verbrechen aber doch vor, wie der Mord an Sandro Beyer 1993 im thüringischen Sondershausen. Die Mörder gehörten der NSBM-Band Absurd an und verhöhnten ihr Opfer anschließend, indem sie Beyers Grabstein auf das Cover des 1995 erschienen Albums „Thuringian Pagan Madness“ abbildeten. Die rechtsextreme Satanistenbande um Hendrik Möbus gehörte zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich keiner schwarzen Loge an und der Mord durch Erdrosseln entspricht auch nicht den üblichen Ritualen.

Absurd Opferverhöhnung

Leider sind solche Morde noch nicht das Schlimmste. Die Rituale, die sich im Verborgenen abspielen, sind noch weitaus grausiger. Dank einiger Aussteiger, die das Martyrium rituellen Missbrauchs überlebt haben, weiß die Öffentlichkeit inzwischen sehr viel über die Tötungsrituale schwarzer Logen. Im Prinzip liegen die meisten Horrorfilme gar nicht weit daneben, was die okkulten Symbole, Roben und Masken angeht. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass die Realität sogar noch grausamer als jeder Film ist, denn Vergewaltigungen von Kindern, sowohl durch Logenbrüder als auch durch Ziegen, blieben den Fernsehzuschauern bisher erspart.

Ein Detail, was bei Zeichnungen von überlebenden Kindern immer wieder auffällt, sind Augen mit geschlitzten Pupillen. Dies wirft einige interessante Fragen auf. Tragen einige der Satanisten Kontaktlinsen, um der Schlange Luzifer ähnlicher zu sein? Oder sind bei einigen Opferritualen echte Reptiloide anwesend? Es ist jedenfalls sehr aufschlussreich, dass auch in Roman Polanskis Film „Rosemaries Baby“ das Kind des Teufels Reptilienaugen hat und es weitere Filmbeispiele gibt, in denen Reptiloide Menschen opfern und anschließend verzehren.

Rosemaries Repto

Waren letztendlich vielleicht die Götter, denen die Maya und Azteken die Herzen ihrer Opfer darboten, reale Wesen aus einer anderen Welt? Aßen diese Kreaturen Menschenfleisch, woraus sich später Rituale entwickelten, mit denen die antiken Völker die Rückkehr ihrer Götter erwirken wollten? Auffällig ist jedenfalls, dass die Maya und Azteken ihre Götter als menschenfressende Reptilienwesen darstellten und sich dies mit dem Schlangenkult des Satanismus deckt. Demnach wären Menschenopfer kein Produkt eines entgleisten Aberglaubens, sondern hätten einen praktischen Nutzen.

Quetzalcoatl

Quetzalcoatl

Fakt ist, dass die irdischen Satanisten bei ihren Ritualen selbst zum Kannibalismus neigen. Dies konnte von mehreren Überlebenden unabhängig voneinander bestätigt werden. Neben dem Verzehr von Menschenfleisch glauben die Satanisten außerdem, mit der Energie ihrer Opfer arbeiten zu können. Die Opferungen werden bewusst möglichst brutal und grausam gehalten, weil aus Sicht der okkulten Priesterschaft durch Leid und Schmerz besonders viel Energie freigesetzt werden soll und diese ihnen angeblich große Macht verleiht.

Es ist unerheblich, ob an diesem Hokuspokus etwas dran ist oder nicht. Die Satanisten glauben an diese Art der schwarzen Magie und das macht sie gefährlich. Ihre Glaubenssätze können u.a. in den Büchern von Aleister Crowley (1875–1947) nachgelesen werden. Laut ihm sollen sich blonde Jungen mit hoher Intelligenz besonders gut als Menschenopfer eignen, was keinen Zweifel an der geistigen Verfassung Crowleys aufkommen lässt.

Anschließend lässt sich festhalten, dass Menschenopfer und insbesondere Kindstötungen in Kombination mit rituellem Missbrauch alles andere als eine krude Verschwörungstheorie sind. Was im Satanismus zelebriert wird, ist genauso real wie es die Opferrituale der Karthager, Maya und Azteken waren. Psychopathisch veranlagte Menschen sind absolut zu solchen Grausamkeiten fähig, auch wenn dies für alle empathisch veranlagten Menschen schwer vorstellbar ist.

Um sich ein Bild von dem zu machen, wozu Menschen fähig sind, reicht jedoch ein Blick in die Geschichte. Dabei brauchen wir gar nicht einmal weit zurück zu gehen. Die Shoa, welche das Naziregime über die Juden und andere Minderheiten brachte, ist der beste Beweis für die menschliche Brutalität. Dabei kann dieser Genozid durchaus auch als satanisches Opferritual betrachtet werden. Zum einen gehörte die Nazielite der freimaurerisch-okkulten Thule-Gesellschaft an und allen voran Himmler glaubte fest an das Reich des Übernatürlichen. Zum anderen bedeutet der Begriff „Holocaust“, welchen die britische Presse nach dem 2. Weltkrieg prägte, übersetzt so viel wie „Brandopfer“.

Es gibt noch ein weiteres Beispiel für die Verweltlichung eines Opferkultes. Der Autor Karl Bruno Leder geht in seinem Buch „Todesstrafe“ davon aus, dass sich selbige ursprünglich aus der Opferung von Menschen entwickelt hat. Der moderneren Argumentation, dass mit der Tötung eines Kriminellen Gerechtigkeit getan sei, geht laut Leder der archaische Gedanke voraus, dass sich Götter oder Geister mit Menschenblut zufrieden zu stellen lassen.

Quelle

Death Row Marv

Naziwerwölfe ohne Schafspelz

von Shinzon

Die häufige Bezugnahme auf Werwölfe im 3. Reich kann auf Adolf Hitlers Vornamen zurückgeführt werden, welcher übersetzt „edler Wolf“ bedeutet. Edel war Hitler zwar nicht, aber von den Kindern aus dem engsten Kreise der Naziführung wurde er stets „Onkel Wolf“ genannt.

Von Hitlers Vornamen leiten sich nachweislich die Namen der drei Führerhauptquartiere Wolfsschanze (bei Görlitz, ehem. Ostpreußen, heute Polen), Wolfsschlucht (nahe Couvin, Belgien) und Werwolf (Stryschawka, Ukraine) ab. Werwolf war das am weitesten von Berlin entfernte Führerhauptquartier und von Juli 1942 bis Februar 1943 in Betrieb. Hitler war nur dreimal vor Ort und hielt sich meist in der Wolfsschanze auf.

Lage des FHQ Werwolf in der Ukraine

Lage des FHQ Werwolf in der Ukraine

Im September 1944 gründete der Reichsführer-SS Heinrich Himmler (1900-1945) eine Freischärlerbewegung namens „Werwolf“, die in feindlich besetzten Gebieten des Reiches Sabotageakte, Attentate und Terroranschläge durchführen sollte. Das erinnert stark an die später von der NATO und CIA gegründeten Stay-behind-Organisationen wie Gladio, für welche ebenfalls Nazis rekrutiert wurden.

Die Aufrufe zur Bildung von We(h)rwolf-Gruppen verliefen allerdings größtenteils im Sande. Die Mehrheit der Deutschen hatte den „Totalen Krieg“ inzwischen einfach satt. Nach Hitlers Tod untersagte schließlich dessen Rechtsnachfolger Großadmiral Karl Dönitz (1891-1980) am 5. Mai 1945 weitere Kampfaktionen der Werwölfe. Obwohl ihre militärische Bedeutung von Historikern eher gering eingeschätzt wird, waren die Nazilykaner dennoch nicht untätig. Im April 2015 veröffentlichte der Journalist Cordt Schnibben einen Artikel über seinen Vater, der Mitglied einer Werwolfeinheit und gegen Ende des Krieges an einem Mord an einem Zivilisten beteiligt war.

Das Symbol der Untergrundgruppe war passender Weise ein Winkel mit Wolfsangel.

Werwolfsangel

Die Wolfsangel wird heute abermals von der ukrainischen Freischärlergruppe Asow-Bataillon verwendet.

Asow-Bataillon

Der Bezeichnung Werwolf wurde indes in der deutschen Neonaziszene erneut aufgegriffen. Bereits 1979 wurde eine Wehrsportgruppe Werwolf vom NPD-Kader Michael Kühnen (1955-1991) gegründet. Noch im selben Jahr kam es zum Bückeburger Werwolfprozess, bei dem es selbstverständlich nicht wie zu Zeiten der Hexenverfolgung um angebliche Werwolfsverwandlungen ging. Es war der erste Prozess in Deutschland, bei dem Rechtsextremisten als Terroristen verurteilt wurden. Neben Michael Kühnen saßen damals Manfred Börm (heute NPD-Bundesvorstand), Lothar Schulte, Lutz Wegener, Uwe Röhwer und Klaus-Dieter Puls auf der Anklagebank. Alle erhielten mehrjährige Haftstrafen.

Michael Kühnen (2. v.l.) mit der Aktionsfront Nationaler Sozialisten

Michael Kühnen (2. v.l.) mit der Aktionsfront Nationaler Sozialisten

Eine Affinität zu Werwölfen hat auch der bekennende Satanist Hendrik Möbus von der NSBM-Band Absurd. Auf der EP „Thuringian Pagan Madness“ von 1995 veröffentlichte die Naziband den Titel „Werwolf“, in welchem Möbus seiner kranken Phantasie freien Lauf lässt und darüber singt, wie gern er Menschen in Stücke reißen würde. Wie ernst es ihm und seinen Bandkollegen damit ist, bewiesen sie, indem sie das Grab des 1993 von ihnen ermordeten Sandro Beyer auf dem Plattencover der Erstauflage abbildeten.

Absurd - Werwolf

Neben Werwölfen hat die Rechtsrockszene auch noch die Weissen Wölfe aus dem Sauerland zu bieten. Die Band verbreitet rassistischen Hatecore und gehört zum Blood & Honor-Netzwerk. 2011 gründete sich in Anlehnung an die rechtsextreme Sauerlandzelle ein gewaltbereiter Fanclub in Hamburg, der sich Weisse Wölfe Terrorcrew nennt.

Eine eng verwandte Art sind die Grauen Wölfe. Dabei handelt es sich um die Mitglieder der 1961 gegründeten türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung („Milliyetçi Hareket Partisi“, MHP). Auf das Konto der türkischen Nazipartei gehen zahlreiche Gewalttaten bis hin zu Mordanschlägen und Terrorismus. In Deutschland sind die Grauen Wölfe in der Organisation „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland“ aktiv, obgleich sie weder demokratisch noch sonderlich idealistisch sind. Es handelt sich viel mehr um kriminelle Ausländer vom Schlage Safet Babic, deren Abschiebung nicht von der NPD gefordert wird.

Graue Wölfe

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Weissen und Grauen Wölfe allenfalls in den Zoo hinter Gitter gehören. In der freien Wildbahn sind sie viel zu gefährlich, da sie vermehrt Menschen angreifen. Als sich Naturschützer für die Wiederansiedelung der Wölfe in deutschen Wäldern einsetzten, hatten sie zudem wohl eher die Tiere im Sinn und keine Mannwölfe mit brauner Gesinnung.

Es gibt allerdings auch zugezogene Wölfe, die sich als harmlos herausgestellt haben. Es handelt sich dabei um die russischen Nachtwölfe, welche sich inzwischen wieder auf dem Heimweg befinden. Diese kamen für den 8. Mai 2015 nach Berlin, um den 70. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus zu feiern. Den mitgeführten Fahnen nach handelte es sich wohl um eine Gattung des motorisierten Rotwolfes.

Der in Russland heimische  gute Nachtwolf.

Der in Russland heimische gute Nachtwolf.

Die neue braune Welle

Was ist nur los in diesem Land, insbesondere in Bayern? Demokratische Bürger, die sich Nazis in den Weg stellen, werden kriminalisiert und juristisch verfolgt, während die braunen Horden offen gewalttätig auftreten und vom Staat geschützt werden.

Die größte Heuchelei in folgender Reportage kommt bei alledem von Darth Merkel. Dreist behauptet sie im Falle des NSU: „Wir tun alles, um die Morde aufzuklären“ Klar, z.B. Akten schreddern und Zeugen ermorden.

Das braune Chamäleon – Die vielen Gesichter des Rechtsextremismus

Der neue Rechtsextremismus hat viele Gesichter. Gemäßigte Rechtspopulisten hetzen gegen den Islam, den sie mit islamistischem Terror gleichsetzen. Rechtsautonome kopieren den Stil von Linksautonomen, sind aber weitaus gewaltbereiter, vor allem gegen Ausländer. Nationalsozialisten, vor allem in der NPD anzutreffen, greifen explizit auf die Politik des 3. Reichs zurück. Hippe Neonazis bedienen sich diverser Subkulturen und versuchen durch ein cooles Image gezielt Jugendliche anzuwerben. Nur die Glatze mit Bomberjacke scheint weitestgehend ausgedient zu haben.