Suicide Squad – Die Bösen werden die Guten sein

von Joe Doe

„Suicide Squad“ ist eine DC-Comicverfilmung, die das genaue Gegenteil der „Justice League“ repräsentiert. Im Zentrum der Handlung stehen einige der größten Superschurken, welche die Welt retten sollen. Dieser Plot ist nichts Geringeres als die Umkehr aller Werte. Böse ist das neue Gut, die Verbrecher werden als Helden glorifiziert. Das passt irgendwie zum aktuellen Rechtsruck, bei dem ein Psychopath wie Trump zum neuen Messias erklärt wird. Nicht zu vergessen, dass auch Hitler seinerzeit von seinen Anhängern für den Messias gehalten wurde.

Hitler und die DC-Bösewichte haben dabei noch etwas gemeinsam, sie alle saßen schon mal in Haft. So beginnt der Film in einem Gefängnis in Louisiana. An der Mauer prangt der Grim Reaper, der bereits andeutet, dass es um eine Selbstmordmission geht. Links von ihm befindet sich eine Schlange alias Luzifer und rechts eine Fleur de Lys. Gleich drei okkulte Symbole auf einmal und dabei hat der Film kaum angefangen.

Im Knast herrschen raue Sitten und ausgerechnet der schwarze Insasse Floyd (Will Smith) wird wegen einer verbalen Provokation von den Wachen misshandelt. Es ist schon mehr als erschreckend, dass hier ein Afroamerikaner namens Floyd von Polizisten gewürgt wird und das vier Jahre vor dem tatsächlichen Mord an George Floyd am 25. Mai 2020.

Eine weitere Insassin ist Harley Quinn (Margot Robbie), die erst einmal mit sexuellen Anspielungen gegenüber den Wachmännern kokettiert. Da es tatsächlich immer wieder zu Missbrauchsfällen in Gefängnissen kommt, ist diese Anspielung mehr als widerwärtig.

Folter und Zwangsmaßnahmen gelten offenbar auch für weibliche Häftlinge.

Nach diesem kurzen Intro folgt der knappe Vorspann, in welchem die Gründerin der Suicide Squad Amanda Waller (Viola Davis) vorgestellt wird. Passend dazu läuft „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones, denn immerhin geht es in diesem Film um Sympathie für teuflische Personen. Der personifizierte Teufel sind allerdings nicht die Schurken, sondern ihre Chefin Waller, wie sich noch herausstellen wird.

Sie stellt dem Militär nicht zum ersten Mal ihre Idee einer Gangsterkampftruppe vor. Als erstes kommt ihr dabei Floyd Lawton alias Deadshot in den Sinn.

Dieser ist ein Auftragskiller und geübter Scharfschütze, dessen Markenzeichen die Betonung des linken Horusauges ist. Seine Schwäche ist derweil seine kleine Tochter, wegen der er verhaftet wurde und letztendlich auch der Suicide Squad beitritt.

Die zweite Kandidatin ist Harley Quinn, die einst Psychiaterin des Jokers (Jared Leto) war, sich dann jedoch in diesen verliebte.

Offenbar leidet sie unter einem Stockholmsyndrom, denn sie hält zu ihm, obwohl er sie misshandelt und foltert. Dabei trägt er übrigens nur einen Handschuh an der rechten Hand, was ihn zu einem Anhänger des Pfades zu linken Hand macht.

Quinn hilft dem Joker bei dessen Flucht aus dem Gefängnis. Ebenfalls mit dabei sind die Ziege Baphomet und ein Panda.

Sein kriminelles Umfeld hat massive Bezüge zum Satanismus. Darunter ein Geschäftspartner, der ein drittes Auge auf der Stirn und eine Schlange auf der linken Schädelhälfte tätowiert hat.

Der abartigste Charakter ist aber immer noch der Joker selbst, der seine treuen Untergebenen einfach mal so über den Haufen schießt, wenn sie seine Freundin nur schief ansehen. Jared Letos Interpretation von Gothams Oberschurken ist die bisher grauenhafteste und die Pädophilievorwürfe, die vom Regisseur James Gunn gegen ihn erhoben wurden, machen die Sache nicht besser.

In diesem Film geht es jedoch um eine andere Art kranker Beziehung, die auf totaler Unterwerfung und Gewalt basiert.

Harley Quinn kann dieses Verhältnis wohl nur ertragen, weil sie selbst vollkommen durchgeknallt ist. Obendrein ist sie extrem symbolbeladen. Neben ihren blau-rot gefärbten Haaren trägt sie z.B. ein Kleid mit Schachbrettmuster.

Der dritte in der Selbstmordrunde ist der Australier Captain Boomerang (Jai Courtney).

Der Boomerang lässt sich hier als freimaurerischer Winkel lesen, zumal sich der Winkel samt einäugiger Pyramide auch in der Bank wiederfindet, die George Harkness ausraubt.

Der vierte Kandidat nennt sich El Diablo (Jay Hernández), womit wir wieder beim Teufel wären. Und bei den Straßengangs von Los Angeles.

Sein Zeichen, das er als Tattoo auf der Stirn trägt, ist die Sense des Grim Reapers.

Schädel sind ebenfalls sein Ding. Er trägt sie als Tattoo und auf seiner Jacke.

Unglückseligerweise hat er mit seinen pyrokinetischen Fähigkeiten aus Versehen seine eigene Familie abgefackelt und sich daraufhin der Polizei gestellt. Ausgerechnet der Teufel ist seither ein Büßer.

Neben dem Leibhaftigen darf natürlich ein Repiloid nicht fehlen. Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) ist die Nummer 6 im Team.

Um die Reptiloidenanspielung abzurunden, trägt der Croco-Man eine Jacke mit einem Drachenmotiv.

Die Siebte im Bunde hört auf den beknackten Namen Dr. June Moone (Cara Delevingne) und ist eigentlich keine Verbrecherin, sondern Archäologin. Auf einer Dschungelexpedition ist sie einst auf einen Tempel gestoßen, wo sie unabsichtlich ein dämonisches Wesen freigelassen hat.

Eigentlich ist es dieses Wesen, Enchantress, welches Waller ins Team holen will.

Der Zeigefinger vor dem Mund verrät bereits, dass dies keine gute Idee sein kann.

Es heißt, wer das Herz der Hexe besitzt, kann sie kontrollieren. Selbstverständlich trägt Waller dieses Herz am rechten Fleck, nämlich in einem gesicherten Koffer.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, wird dem Team zusätzlich Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) zugeteilt. Etwas Pathos mit US-Adler darf natürlich nicht fehlen.

Flags Vorteil ist, dass er bereits mit June Moone und deren okkultem Gedöns zu tun hatte. Der Nachteil auf der anderen Seite sind seine privaten Gefühle für sie.

Wo wir schon mal bei Pentagrammen sind, geht es auch gleich im Pentagon weiter.

Dort hat Amanda Waller einen Fürsprecher, der aus unerfindlichen Gründen auf Fluorid im Trinkwasser hinweist. Diese Bemerkung steht in keinerlei Zusammenhang zur Handlung, genauso wenig wie die schwarze Pyramide vor einem blau-roten Hintergrund. Der Film bombardiert den Zuschauer geradezu mit unterschwelligen Botschaften und Symbolen.

Um ihre hirnrissige Idee einer Schurkeneinheit zu verkaufen, lässt Waller ausgerechnet Enchantress im Pentagon auftreten.

Sie befiehlt ihr, Geheimdokumente aus dem Verteidigungsministerium von Teheran zu besorgen. Wenn das nicht mal wieder eine Anspielung auf den geplanten Irankrieg ist…

Nachdem Waller die Pentagon-Generäle mit dieser Nummer überzeugt hat, stellt sie umgehend ihr Team zusammen. Harley Quinn fragt ihrer bei der ersten Begegnung, ob sie der Teufel sei und Amanda antwortet: „Schon möglich.“ Mit anderen Worten ist sie Satan höchstpersönlich, denn wer sonst würde die Nationale Sicherheit Kriminellen anvertrauen? Passenderweise tritt sie bei ihrem Coming Out als Frau in Rot auf.

Dabei ist die Rolle des El Diablo doch eigentlich schon vergeben und der schmückt sich sogar mit flammender Krone.

June Moone residiert derweil in Washington, wo der Obelisk des gleichnamigen Monuments nicht weit ist.

Als sie sich in Enchantress verwandelt, macht diese einmal mehr die Verschwiegenheitsgeste.

Wie es sich für eine Hexe gehört, nutzt sie Spiegel als Dimensionsportale.

Auf einer Herrentoilette infiziert sie einen nichtsahnenden Mann mit dem Geist ihres Bruders. Dämonische Besessenheit passt irgendwie zum Grundthema dieses Films.

Nachdem Enchantress‘ Bruder in einer U-Bahnstation einen Amoklauf veranstaltet hat, wird die Suicide Squad aktiviert. Damit die Kriminellen nicht einfach abhauen, bekommt erst einmal jeder einen RFID-Chip mit Sprengkapsel eingepflanzt.

Der Reptilienmann wird dabei behandelt wie Hannibal Lecter.

Der Joker startet derweil einen Überfall auf ein Laboratorium von Wayne Enterprises, um an die Daten für Harleys Sprengkapselchip zu kommen. Wieder einmal mit Pandamobil und Pandabär.

Bevor die Party aber so richtig abgeht, wird Enchantress zunächst allein auf das neue Metawesen in der U-Bahnstation losgelassen, unwissend, dass dies ihr Bruder ist.

Die Katastrophe nimmt damit ihren Lauf und die Hexe bekommt ein neues Outfit voll okkulter Symbole. Neben der Mondsichel und einer Reihe allsehender Augen wird ihr Kopfputz u.a. von etwas geziert, was wie eine Mischung aus unikursalem Hexagramm und Zirkel & Winkelmaß aussieht.

Da sich der Einsatz von June Moone bereits als bescheuerte Idee herausgestellt hat, werden nun auch die anderen Schwerverbrecher endgültig entfesselt. Deadshot honoriert dies mit einer freimaurerischen Pyramidengeste.

Harley Quinn zeigt den Männern derweil, wo der Hammer hängt.

Bevor es losgehen kann, gibt es aber noch Einsatzorder von Amanda Waller, die als „Stimme Gottes“ angekündigt wird. Da bereits klar ist, dass sie der Teufel ist, wird hier die Umkehrung der Werte vollendet. Passend dazu gibt es wieder ein Dreieck vor blau-rotem Hintergrund. Bei genauerem Hinsehen ist links zudem ein schwarzer Kubus (Saturnsymbol) und rechts eine DNS-Doppelhelix (zwei Schlangen) zu sehen.

Nachdem sich Katana (Karen Fukuhara) zum Team gesellt hat, geht die Reise endlich los. Der Drehort ist offensichtlich Chicago und der aufsteigende Rauch über der Stadt könnte fast als Ankündigung eines zukünftigen Terroranschlags gewertet werden.

Weit kommt die Suicide Squad allerdings nicht. Schon kurz nach Erreichen der Stadtgrenze wird ihr Helikopter abgeschossen, was kurioserweise alle unverletzt überleben. Den Rest muss des Weges muss das Team jedenfalls zu Fuß gehen.

Boomerang und Slipknot (Adam Beach) nutzen den Spaziergang, um zu verduften. Während Ersterer von Katana aufgehalten wird, dient Slipknot dazu, die Sprengkapseln vorzuführen. Ein unbedeutender Nebencharakter stirbt einen sinnlosen Tod, denn immerhin wussten alle, dass jeder Fluchtversuch mit dem Tod geahndet wird. Ein paar von den 08/15-Soldaten sind die nächsten, die bei einer Schlacht gegen Teerzombies geopfert werden.

Die Toten können sich dabei noch glücklich schätzen, denn alle Gefangenen werden von Enchantress in weitere Legionen von Teerzombies verwandelt.

Das primäre Ziel der Suicide Squad stellt sich als Rettungsmission für Amanda Waller heraus. Wie teuflisch diese wirklich ist, beweist sie, als sie bei ihrer Rettung ihr gesamtes Überwachungsteam eigenhändig eliminiert, um ihr Versagen im Falle June Moone zu vertuschen.

Bei der Evakuierung der anderen läuft derweil etwas schief, denn der Hubschrauber wurde vom Joker gekapert. Er rettet Harley Quinn, doch kurz darauf wird auch dieser Helikopter im Auftrag Wallers abgeschossen. Harley übersteht den Sturz aus mindestens 20 Metern Höhe abermals unbeschadet und der Joker überlebt sogar den Absturz samt Explosion. Der Surrealismus wird damit ein wenig überstrapaziert und es ist kein Wunder, dass Waller die beiden für tot hält, wo sie es doch eigentlich sein müssten.

Die Teufelin besteigt kurz darauf selbst einen Helikopter, welcher die Nummer 23 trägt. Ja klar, eine Illuminatin ist sie selbstverständlich auch noch.

Die 23 steht in der okkulten Numerologie jedoch für Zerstörung und so kommt dieser Hubschrauber ebenfalls nicht weit. Der alten Höllenfürstin kann das jedoch nichts anhaben, ebenso wie die anderen Bösewichte bekommt sie nicht mal einen Kratzer. Merke: Abstürze aus großer Höhe sind nicht weiter der Rede wert. Zumindest wenn man sich gerade in einem DC-Film befindet.

Waller gerät allerdings in Gefangenschaft und Enchantress bekommt ihr Herz zurück.

Nun kann sie ihre Waffe vollenden, deren Teile momentan noch in einem Wirbel über der U-Bahnstation kreisen. Das ganze sieht ein wenig wie ein Höllentor aus und erinnert an Effekte aus Filmen wie „Ghostbusters“.

Die Suicide Squad hat unterdessen nichts Besseres zu tun, als einen saufen zu gehen. Okay, sie müssen sich für die finale Schlacht noch Mut ansaufen, aber damit können wir auch an die Alkohol-Agenda einen Haken machen.

Gegen Ende der Runde schenkt Flag dem Team ebenfalls sprichwörtlich reinen Wein ein und erklärt ihnen die Sachlage. Er zerstört die Kontrolle der Sprengkapseln, entlässt damit alle in die Freiheit und hofft darauf, dass sie ihm freiwillig helfen, Enchantress zu stoppen. Deadshot tut es für seine Tochter, El Diablo aus Reue und Harley Quinn, weil sie total verrückt ist. Welche Motive die Gangster auch haben mögen, am Ende sind alle bei der Selbstmordmission dabei.

Zunächst versucht Enchantress die Antihelden mit Illusionen ihrer größten Sehnsüchte zu bekehren. Insbesondere Harley Quinns Wunschtraum nach einer heilen Familie wirkt angesichts der Vorwürfe gegen den Joker-Darsteller äußerst heikel. Gute Eltern wären die beiden Psychopathen jedenfalls ganz bestimmt nicht.

Zwar gelingt das Täuschungsmanöver nicht, doch erweisen sich die Hexe und ihr Bruder dennoch als mächtige Gegner. Einige der Gangster sind allerdings ebenfalls nicht ohnmächtig. So verwandelt sich El Diablo in einen gigantischen Feuerteufel.

Schlussendlich unterliegt der Büßer jedoch und opfert sich, damit die anderen den Bruder sprengen können. Danach bleibt nur noch die Hexe, die nur durch Teamwork zu erledigen ist. Harley schneidet ihr das Herz heraus und Flag fällt die schwere Aufgabe zu, es zu zerquetschen. Doch welch Wunder, seine geliebte June überlebt den Tod von Enchantress.

Nachdem die Welt nun endlich gerettet ist, funkt dem übrigen Team Waller als Spielverderberin dazwischen. Sie besitzt eine zweite Sprengkapselkontrolle und lässt den Kriminellen daher die Wahl, zurück in den Knast zu wandern oder zu sterben. Warum Quinn vor ihr einknickt, bleibt dabei schleierhaft, da der Joker ihren Chip eigentlich abgeschaltet hatte.

Die Teufelin in den Venusfarben gewährt den Mitgliedern der Suicide Squad aber immerhin Hafterleichterung. So darf Deadshot seine Tochter besuchen, Killer Croc bekommt Pay-TV, welches er nutzt, um sich nackte Frauenhintern anzusehen und Harley erhält eine Espressomaschine.

Sie muss allerdings nicht lange ausharren, da der Joker sie in einer dramatischen Gewaltaktion aus dem Knast befreit. Wo so viel Tod und Zerstörung herrschen, darf natürlich die 23 nicht fehlen.

Im Abspann hagelt es dann noch einmal richtig okkulte Symbole. Angefangen bei Totenschädeln…

…über Reptilienaugen…

…ein Heptagramm mit Mondsicheln…

…bis hin zum allsehenden Auge.

In einer Zwischenszene übergibt Amanda Waller Batman eine Liste mit weiteren Metawesen. Dies ist die Ankündigung der „Justice League“, die das positive Gegenstück zur Suicide Squad darstellt. Obendrein ist auch der Film viel besser.

Fazit: Suicide Squad zelebriert die Umkehr der Werte mit einem Feuerwerk okkulter Symbolik. Die meisten Charaktere sind dabei so unsympathisch wie die Action unrealistisch ist. Den Vogel schießt der Joker ab , der hier zur peinlichen Randfigur verkommt, die außer ein paar WhatsApp-Nachrichten an Harley Quinn nichts zur Handlung beizutragen hat.

Harley zählt indessen neben Deadshot und El Diablo zu den wenigen Charakteren, die überhaupt im Gedächtnis bleiben. Immerhin hat sie dafür mit „Birds of Prey“ einen eigenen Film bekommen, in dem sie sich vom Joker emanzipieren kann. Dieser ist ungleich besser und hat im Gegensatz zu „Suicide Squad“ sowohl eine optimistische Botschaft als auch ein hohes Maß an Humor. Das Vorwissen um den vorliegenden Schrottstreifen braucht man dafür zum Glück nicht.

Akte X auf den Spuren der Satanisten

von Joe Doe

Die Serie „Akte X“ beschäftigt sich mit allerhand Mystery-Themen, angefangen bei UFOs über Kryptide bis hin zu Okkultismus. Was letzteres Thema angeht, sticht die Folge mit dem bezeichnenden Titel „Satan“ besonders heraus. Im Original heißt die 14. Episode der zweiten Staffel kurioserweise „Die Hand die verletzt“. Dies geht darauf zurück, dass im englischen O-Ton während eines okkulten Rituals zwei Sätze auf Deutsch gesprochen werden: „Sein ist die Hand, die verletzt. Sein ist der Ort, genannt Hölle.“

Das Ritual wird in einer fiktiven Kleinstadt in den USA von einem Eltern-Lehrer-Komitee zelebriert, dessen Logo eine Schlange und 10 Pentagramme enthält.

Im Prinzip besteht der gesamte Lehrkörper aus Satanisten und entsprechend lautet der Name der Schule Crowley High School. Dies ist ganz offiziell eine Anspielung auf Aleister Crowley.

Selbstverständlich hat die Schule auch einen Schachbrettboden, wenn auch etwas dezent.

Mulder und Scully ermitteln in Mordfällen an Schülern, die einen rituellen Charakter haben. Dabei kommt heraus, dass ein Mädchen in ihrer Kindheit von ihren Eltern und deren Freunden rituell missbraucht wurde. Bei den Beschreibungen haben die Autoren gründlich recherchiert, denn sowohl die roten Kellerwände als auch das Tragen von schwarzen und roten Kapuzen werden immer wieder von realen Opfern rituellen Missbrauchs geschildert.

Wäre es aber vielleicht auch möglich, dass die Autoren mit dieser Episode Insider-Informationen preisgegeben haben? Zumindest wimmelt es in ihren Biografien von weiteren hochgradig okkulten Werken. Glen Morgan und James Wong haben beide an der „Final Destination“-Reihe mitgewirkt, in welcher der Teufel allgegenwärtig ist, und Wong zeichnet sich darüber hinaus für mehrere Episoden der abartigen Horrorserie „American Horror Story“ sowie des Remakes von „Rosemary’s Baby“ verantwortlich.

Eine wahre Horror Story ist auch die „Akte X“ Episode „Satan“, in der die Morde allerdings nicht von den alteingesessenen Satanisten begangen werden. Diese finden am Ende gar selbst den Tod, weil sie ihre Religion vernachlässigt haben und der Vater des ermordeten Mädchens sogar ausgestiegen ist. Aussteiger haben im Satanismus bekanntlich nichts zu lachen, wobei dieser Herr ironischerweise von einer Schlange gefressen und binnen weniger Minuten bis zur Unkenntlichkeit verdaut wird.

Hinter den paranormalen Morden steckt die neue Lehrerin Phyllis Paddock, deren Nachname auf einen Dämon aus der ersten Szene von Shakespeare’s „Macbeth“ anspielt. Damit dürfte klar sein, dass Paddock kein menschliches Wesen ist und tatsächlich zeigt sie während einer rituellen Beschwörung ihre wahre Gestalt. Ihre geschlitzten Pupillen verraten ihre reptiloide Natur. Übrigens werden Reptilienaugen auch immer wieder von Opfern rituellen Missbrauchs beschrieben, wobei unklar ist, ob es sich tatsächlich um fremde Wesen oder bloß Kontaktlinsen handelt.

Bei den Agenten Mulder und Scully bedankt sich Paddock, indem sie den Spruch „It’s been nice working with you“ auf einer Tafel hinterlässt. Offiziell ist dies ein Abschiedsgruß der beiden Autoren Morgan und Wong, die allerdings später wieder für die Serie geschrieben haben. Mit dieser Episode wollten sie angeblich ausdrücken, dass man sich die Finger verbrennt, wenn man mit Feuer spielt. So beschwören die Jugendlichen Satan nur als Mutprobe und bezahlen dafür mit dem Leben.

Das wirkt allerdings etwas sehr drastisch und die satanistischen Lehrer bringt Paddock auch nicht etwa um, weil sie Satan beschworen haben, sondern weil sie es in den letzten Jahren eben nicht mehr getan haben. Das könnte man schon direkt als Drohung verstehen. Zumal die Folge damit endet, dass die Mörderin zweier unschuldiger Jugendlicher und einer Handvoll Aussteiger ungestraft davon kommt.

Die beiden Autoren dieses zweifelhaften Statements stecken auch hinter der ersten Vampir-Episode von „Akte X“. Die Folge „Drei“ stammt ebenfalls aus der zweiten Staffel und bietet einiges an Symbolik. Dort treiben die Blutsauger ihr Unwesen in einem Restaurant, welches nach dem ägyptischen Sonnengott Ra benannt ist.

In diesem Gebäude wird gerade ein nichtsahnendes Opfer von einer Vampirlady verführt. Für ein stimmungsvolles Ambiente sorgen pyramidenförmige Kerzen. Auch eine Art, die Spitze einer Pyramide zu illuminieren.

Andere Autoren haben ähnliche Symbolik verwendet, jedoch falsche Fährten gelegt. So geht es in der Episode „Energie“ aus der dritten Staffel nicht um einen Satanskult, obwohl alles danach aussieht. Einschließlich eines eingebrannten Ziegenkopfes auf der angekokelten Leiche eines Teenagers.

Passend dazu ist das Maskottchen der Schulmannschaft eine Ziege.

Schlussendlich findet sich sogar in der Tierkreisreklame einer Astrologin eine Ziege, obwohl dort eigentlich ein Widder hingehört. Aber wie gesagt ist das nicht das Einzige, was hier nicht stimmt. So steckt hinter den Morden eben kein Satanskult, sondern zwei fiese Mitschülerinnen mit telekinetischen Fähigkeiten.

Die Ziege mit den sieben Hörnern aus der Episode „Rückkehr der Seelen“ in der vierten Staffel passt derweil wieder sehr gut ins Bild. Immerhin geht es um eine Weltuntergangssekte, die an die Johannesoffenbarung glaubt und darin spielt das Biest nun mal die zentrale Rolle.

In der gleichen Staffel gibt es noch die Episode „Hexensabbat“. Diese stammt zwar aus der Feder von Valerie und Vivian Meyhew, als Berater fungierten aber wieder einmal Morgan und Wong. So verwundert es nicht, dass es abermals einige versteckte Hinweise gibt. Der Hexenmeister, der in dieser Episode Patienten einer Schönheitsklinik opfert, welche an den vier Hexensabbaten Geburtstag haben, wohnt beispielsweise in der Gardner Street 1953. Das ist eine offizielle Referenz an den Wicca-Gründer Gerald Gardner (1884–1964). Die Hausnummer könnte auf seinen 69 Geburtstag anspielen.

Im Haus des Hexers finden Mulder und Scully ein gigantisches Pentagramm auf dem Boden.

Ein weiteres befindet sich auf dem Konferenztisch des Krankenhausvorstandes.

Am ersten Tatort entdeckt Mulder ebenfalls ein Pentagramm, welches er mit dem Blut des ersten Opfers nachzeichnet. Ziemlich unprofessionell, einen Tatort derart zu verändern.

Wie sich herausstellt, hat das Pentagramm auf dem Boden eine Krankenschwester als Schutzzauber hingezeichnet. Offensichtlich hat der jedoch nicht funktioniert und auch das Setzen von fünf Blutegeln auf der nächsten Patientin verhindert nicht deren Ableben.

Am Haus von Schwester Rebecca Waite befindet sich ebenfalls ein aufrecht stehendes Pentagramm, welches sie als weiße Hexe identifiziert. Übrigens ist sie nach einer Freundin der Drehbuchautorinnen benannt. Ihr Name spielt also offiziell nicht auf die Schwester Rebecca an, die während der Salem-Prozesse 1692 unschuldig als Hexe hingerichtet wurde.

Gegen den schwarzen Hexenmeister hat sie allerdings keine Chance. Als sie einen auf Gräfin Bathory macht und ihm in seiner Wohnung in einem Blutbad auflauert, überwältigt er sie und tötet sie durch einen Schadenzauber.

Anschließend levitiert er eine Runde im Bett…

…und bringt am nächsten Tag das letzte Opfer um. Die Ritualmorde verübt er, um sich selbst zu verjüngen. Die Gesichtstransplantation nimmt er selbst an sich vor und entkommt so den FBI-Agenten. Mit einer neuen Identität bewirbt er sich bei einer anderen Schönheitsklinik als Chirurg. Wie bereits die Reptiloidentante Paddock kommt er ungestraft davon und darf weiter morden.

Neben der satanistisch-okkulten Symbolik gibt es weiterhin einiges an esoterischen Symbolen. In der Episode „Der Hellseher“ aus der dritten Staffel ist gleich zu Beginn die Hand mit Auge zu sehen. Zumindest leuchtet dies aber noch ein, da in dem Gebäude eine Wahrsagerin praktiziert, die aus Händen liest.

Tarotkarten dürfen in einer Episode über Hellseher natürlich ebenso wenig fehlen. Die Todeskarte ist dabei für den Wahrsager selbst bestimmt. Warum nur sehen die ganzen Zukunftspropheten ihren eigenen Tod nicht kommen?

Soweit passt die Symbolik noch zum Inhalt, weshalb sie nicht überinterpretiert werden sollte. Etwas expliziter ist da schon die Zimmernummer 66, hinter der sich ein Mord ereignet.

Auf die Spitze treibt es jedoch die Episode „Andere Wahrheiten“, in der eine Pyramide mit gleich drei Augen in allen drei Spitzen zu sehen ist.

Zum Glück sind nicht alle „Akte X“-Episoden dermaßen symbolbehaftet. Die wesentlich interessanteren Alien-Folgen, die einen durchgängigen Handlungsbogen ergeben, glänzen dafür aber durch jede Menge beängstigende Bezüge zum realen UFO-Phänomen, inklusive der Vertuschung durch das Militär und die Geheimdienste. Angeblich soll der Serienschöpfer Chris Carter dabei sogar von Insidern beraten worden sein. Doch das ist ein anderes Thema.

Final Space – Kampf der Titanen

von Joe Doe

„Final Space“ ist eine Science Fiction Zeichentrickserie für Erwachsene, die seit 2018 läuft. Die erste Staffel ist noch leichte Kost, garniert mit viel Witz und Humor. Als Zuschauer entwickelt man schnell Sympathien für den Hauptcharakter Gary Goodspeed, der mit dem nervigen Geisteskrankheitsvermeidungsroboter Kevin an Bord eines Gefängnisraumschiffs festsitzt. Als ihm ein grünes Etwas zufliegt, das er auf den Namen Mooncake tauft, ändert sich alles schlagartig. Zunächst bekommt er es mit dem Kopfgeldjäger Avocato zu tun, der sich ihm aber anschließt und gemeinsam mit Gary gegen den finsteren Lord Commander kämpft.

Neben ein paar drastischen Szenen und einem noch drastischeren Ende, bei dem Avocato stirbt, macht die erste Staffel durchaus noch Spaß. In der zweiten erfährt man jedoch mehr über die Dimension des Final Space, die von dämonischen Titanen wie Bolo und Invictus bewohnt wird.

Bolo beauftragt Gary und seine Freunde, fünf Dimensionsschlüssel zu finden, mit denen er aus seinem Gefängnis im Inner Space befreit werden kann.

Den ersten Schlüssel haben die Helden bereits während eines Raumschiffrennens erbeutet. Es ist ein freimaurerischer Kubus, welcher stark an den Tesserakt aus dem Marvel Cinematic Universe erinnert. Überhaupt ist die Ähnlichkeit zu den Infinity-Steinen kaum zu übersehen.

Die Pyramide ist überraschenderweise kein Dimensionsschlüssel und auch kein Sith-Holocron, sondern Clarence‘ Geldkompass.

Den zweiten Schlüssel finden Gary und seine Freunde auf Ashs Heimatplaneten. Dort werden Menschen und insbesondere Kinder einer Schlangengottheit geopfert, was stark an die Rituale der Maya zu Ehren Kukulkans erinnert.

Um an den Schlüssel zu kommen, müssen sich die Helden ebenfalls von der transdimensionalen Schlangengottheit fressen lassen.

Die „Drei Rätsel“ aus dem Episodentitel tun dabei eigentlich kaum was zur Sache. Der Quizmaster findet einen abstrakten Tod und der Dimensionsschlüssel, welcher sich im Herzen der Schlange verbirgt, ist schnell geborgen. Der Schlüssel enthält passenderweise zwei sich umeinander windende Schlangen.

In der vierten Folge begegnet Little Cato, der Sohn von Avocato, einem weiteren Titanen. Die Ähnlichkeit zu Satan ist frappierend. Ebenso wie die zu Sutur, um den Vergleich mit Marvels Cinematic Universe auf die Spitze zu treiben.

Am vielsagendsten ist jedoch die neunte Episode „Die Schatten der Erinnerung“. In dieser reisen Gary, Avocato und Little Cato über einen Raum-Zeit-Wasserfall in eine andere Dimension, die von Black Goo beherrscht wird. Dieses manifestiert sich in schwarzen, dämonischen Kreaturen.

Es tritt aber ebenso in der klassischen zähen Form auf, die Menschen befällt.

Der Effekt des schwarzen Öls in den Augen ist bereits aus „Akte X“ bekannt.

Ebenso der Wirtswechsel. Das Black Goo, welches als Medium für den Titanen Invictus dient, endet dabei in Avocato, der eine Folge zuvor erst per Zeitreise von den Toten auferstanden ist.

Offenbar will „Final Space“ die gleiche Geschichte über extradimensionale Entitäten und Black Goo erzählen, wie zahlreiche andere Filme und Serien, darunter „Event Horizon“ und „Dark Matter“. Was in der ersten Staffel vielversprechend beginnt, wird damit zunehmend zum Abklatsch. Dabei scheuen sich die Serienmacher nicht einmal, bei „Star Wars“ zu klauen. Mag die Ähnlichkeit des Lord Commanders mit dem Imperator noch oberflächlich erscheinen, ist der Einsatz von Lichtschwertern schon definitiv ein Plagiat.

In der finalen Episode “Der sechste Schlüssel“ treffen die Recken endlich auf Bolo, der in einem Kubus gefangen ist. Der Zugang zum Inner Space befindet sich übrigens im Orion-Nebel, was nicht gänzlich ohne astrologische Bedeutung sein dürfte.

Wie sich herausstellt, reichen die fünf Dimensionsschlüssel nicht, um ihn zu befreien. Es bedarf zusätzlich eines menschlichen Opfers. Ähnlich wie in „Das fünfte Element“ spielt hier Nightfall die Rolle des sechsten Schlüssels.

Ash treibt derweil den Teufel aus Avocato heraus.

Schlussendlich ist Bolo frei und kündigt seine Rache an den anderen Titanen an.

Während Gary seine große Liebe Quinn rettet, kündigt sich bereits der finale Konflikt mit dem Dämon Invictus an. Doch das ist Stoff für die dritte Staffel, die bereits angekündigt ist.

Fazit: Wenn „Final Space“ den Kurs der ersten Staffel gehalten hätte, wäre aus der Serie etwas Eigenständiges geworden. Der Humor ist dabei durchaus gelungen, wird in der zweiten Staffel jedoch zunehmend zu einer Parodie auf Genreklassiker. Die extradimensionalen Wesen hätte man zudem weniger dämonisch darstellen können.

Soll London zerstört werden?

von Joe Doe

Wenn in einem Film eine Stadt oder ein weltbekanntes Monument in Schutt und Asche gelegt wird, muss das nicht viel heißen. Wenn dieselbe Stadt in zwei oder drei Filmen zerstört wird, mag das vielleicht noch Zufall sein, zuweilen schreiben Drehbuchautoren auch untereinander ab. Wenn allerdings zehn oder mehr Beispiele gehäuft zusammenkommen, handelt es sich um ein wiederkehrendes Muster. Insbesondere, wenn die Umstände ähnlich sind und wiederholt auf ein bestimmtes Ereignis angespielt wird.

London als Hauptstadt des ehemaligen britischen Imperiums steht häufig im Zentrum filmischer Zerstörungsorgien, logischerweise vor allem, wenn es um britische Produktionen geht. Am bekanntesten dürfte dabei wohl die Zerstörung des Parlamentsgebäudes samt Big Ben in der 2005 erschienen Comicverfilmung „V wie Vendetta“ sein. Einerseits geht es in dieser Produktion um ein faschistisches Regime in der Zukunft, welches sich aktuell dank des Rechtsrucks zu bewahrheiten scheint. Andererseits spielen Comic und Film aber auf den Gunpowder Plot vom 5. November 1605 an. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass hier etwas angekündigt wird.

Bei den folgenden Beispielen sieht es da schon etwas anders aus. Der Big Ben steht dabei als bekanntestes Wahrzeichen immer wieder im Mittelpunkt der Zerstörung und das schon beim jüngsten Kinderpublikum. So planen in Disney Pixars „Cars 2“ böse Autos einen Sprengstoffanschlag auf die Turmuhr.

Bereits im 1986 erschienenen Disney-Film „Basil, der Mäusedetektiv“ krachen die Mäuse in die Big Ben Uhr. Während des Showdowns wird die Uhr außerdem von einem Blitz getroffen.

Nun ist es selbstverständlich unwahrscheinlich, dass Autos oder Mäuse etwas mit der Zerstörung des Big Ben zu tun haben könnten. Sie stehen sinnbildlich für etwas anderes. Ein naheliegender Verdacht wären Terroristen. Doch das scheint angesichts der meisten anderen Beispiele eher unwahrscheinlich. Der Angriff auf London scheint eher von oben zu kommen. Davon kündet jedenfalls „Mars Attack“ aus dem Jahr 1996, wo der Big Ben abermals vom Blitz getroffen wird. Diesmal allerdings von einem Laserblitz der Aliens.

In der 2005 gestarteten Neuauflage der britische Serie „Doctor Who“ wird die Big Ben Uhr beim Crash mit einem UFO ebenfalls zerstört. Übrigens ist es in dieser Szene 2 Minuten vor 10, exakt dieselbe Zeit wie auch in „Basil, der Mäusedetektiv“. Zufall oder ein Hinweis?

Eigentlich finden in jeder Staffel dieser Serie gleich mehrere außerirdische Angriffe auf London statt. Nichts Außergewöhnliches für eine britische Fernsehserie, könnte man meinen. Doch auch Hollywood bringt London immer wieder mit Attacken aus dem All in Verbindung. So z.B. in „Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer“ aus dem Jahr 2007.

In „Die 5. Welle“ von 2016 gibt es ebenfalls einen kurzen Schwenk nach London.

Im gleichen Jahr erschien „Independence Day – Wiederkehr“. In diesem überfliegen die Helden das untergehende London, wobei Jeff Goldblums Rolle sogar anmerkt, dass die Außerirdischen ein Faible für Wahrzeichen haben. Interessant daran ist, dass alle großen Städte eigentlich schon im ersten Teil ausgelöscht worden sind, aber London offenbar davon ausgenommen war.

Im 2019 erschienenen „Spider-Man – Far from Home“ findet sogar der Showdown in London statt. Allerdings handelt es sich bei der Alien-Invasion aus einer anderen Dimension tatsächlich um einen Fake, der mittels Drohnen und Hologrammen erzeugt wird. Wenn das kein konkreter Hinweis auf das Blue Beam Project ist…

Der Verantwortliche, ein vermeintlich extradimensionaler Superheld namens Mysterio, stellt sich dabei als geschasster Mitarbeiter von Stark Industries heraus. Mit anderen Worten steckt der militärisch-industrielle Komplex hinter der Inszenierung und die Pyramide mit dem allsehenden Auge ist auch nicht weit.

Neben der Filmindustrie haben es gleichermaßen in der Videospiele-Industrie die Aliens auf London abgesehen. Darunter in „Mass Effect 3“ aus dem Jahr 2012.

In „Hellgate: London“ von 2007 wird die britische Hauptstadt zwar nicht von Aliens, aber dafür von Dämonen heimgesucht. Das passt zu einer der Hauptstädte des Satanismus, wobei Aliens und Dämonen für solche Leute durchaus ein Synonym sind.

Eine solche Konzentration von Hinweisen ist definitiv ein wiederkehrendes Muster, zumal die deutliche Mehrheit der Beispiele auf das Blue Beam Project hindeutet. Ob wir es wirklich mit einer Ankündigung eines geplanten Rituals zu tun haben, werden wir natürlich erst wissen, wenn es tatsächlich eintrifft. Wenn es allerdings dazu kommt, möchte sich niemand in London aufhalten und auch nicht in New York. Diese beiden Städte scheinen in naher Zukunft die unsichersten Orte der Welt zu sein.

Kommt bald die nächste Inszenierung?

von Joe Doe

Für jeden Krieg braucht es einen Anlass und in der Regel wird dieser als Operation unter falscher Flagge inszeniert. Man denke an den Überfall auf den Sender Gleiwitz (Polen, 2. Weltkrieg), den Ton-Kin-Zwischenfall (Vietnam) oder die gefälschten Beweise für Saddams angebliche Massenvernichtungswaffen (Irak). Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge, so viel ist schon mal Fakt.

Kennzeichnet der Beginn eines großen Krieges zugleich einen historischen Wendepunkt, wie beim „Krieg gegen den Terror“ geschehen, reicht eine einfache Inszenierung nicht aus. Der Startschuss für die Neue Weltordnung musste schon etwas Besonderes sein. Die 9/11-Anschläge hatten daher den Charakter eines okkulten Rituals, welches in zahlreichen Hollywoodfilmen und Musikalben angekündigt wurde.

Da der alles verändernde 3. Weltkrieg unmittelbar bevorzustehen scheint, stellt sich die Frage, ob wir schon bald erneut mit einem Megaritual ungekannten Ausmaßes konfrontiert werden? Wir sind den Spuren einmal nachgegangen und zahlreiche Hinweise deuten auf einen Anschlag während eines großen Sportereignisses hin. Ob dieses wirklich den 3. Weltkrieg oder etwas ganz anderes auslösen wird, ist allerdings nicht 100%ig klar.

Zudem handelt es sich im Folgenden nur um vage Indizien, die bereits teilweise auf die Olympischen Spiele 2012 hingedeutet haben. Damals war bekanntlich nichts geschehen, was aber nicht heißen muss, dass nichts geplant gewesen war. Vielleicht war das Ritual aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit nicht wie vorgesehen durchführbar? Oder es war eine bewusst platzierte Nebelkerze, um aufmerksame Menschen der Lächerlichkeit preiszugeben?

Was bleibt, ist eine Brotkrumenspur. Zu dieser gehörte u.a. die Episode Blackout der Disney-Serie „Tron: Der Aufstand“. In der Zeichentrickserie ging es um sportliche Wettkämpfe in einer virtuellen Welt. In der fraglichen Folge gab es während eines Motorradrennens eine Atomexplosion in einem Stadion.

Die pyramidenförmigen Scheinwerferanlagen sahen denen des Olympiastadions in London zum verwechseln ähnlich.

Die ganzen Anspielungen auf die Zerstörung Londons lassen wir einmal außen vor, da diese sich seit 2012 weiter gehäuft haben. Bei einigen hätte zwar durchaus ein Zusammenhang mit den Olympischen Spielen hergestellt werden können, jedoch deuten die meisten auf ein anderes geplantes Ritual hin, welches Stoff für einen weiteren Artikel wäre.

Ob die Verbindung zu den Olympischen Spielen noch von Relevanz sein könnte, bleibt dagegen offen. Zumindest dürfte die Einhaltung des Zeitplans diesbezüglich unmöglich geworden sein, da die Olympischen Spiele 2020 wegen der Coronapandemie um ein Jahr verschoben werden mussten. Da einige Hinweise lediglich einen Anschlag auf ein undefiniertes Sportereignis andeuten, sind die Möglichkeiten zudem weit gefasst.

In der Science Fiction TV-Serie „Caprica“, die 2010 noch vor den Olympischen Spielen in London produziert wurde, wird ein Stadion während eines fiktiven „Pyramid“-Spiels von religiösen Fundamentalisten gesprengt.

Das Interessante an „Caprica“ ist, dass dort der Anschlag als Vorwand für den Einsatz von Killerrobotern mit künstlicher Intelligenz genommen wird.

Im folgenden Beispiel ist das Szenario ein Ähnliches. Im 2018 erschienenen Animationsfilm „Next Gen – Das Mädchen und ihr Roboter“ wird ebenfalls ein Anschlag auf ein Sportstadion verübt. Man beachte dabei die freimaurerische M-Handgeste.

Verübt wird der Anschlag von einem Kampfroboter namens Ares. Ares ist der griechische Kriegsgott, womit hier ziemlich unverhohlen auf den 3. Weltkrieg oder einen Krieg gegen eine höher entwickelte Intelligenz angespielt wird.

Die künstliche Intelligenz im Film hat längst von seinem Schöpfer Besitz ergriffen, der wie Horus ein Auge verliert.

Das allsehende Auge wird sogleich auf einen Monitor in Form einer umgedrehten Pyramide projiziert. Wenn solch offensichtliche Freimaurersymbolik auf ein angekündigtes Großereignis trifft, sollte die Warnung ernst genommen werden.

Welches Sportereignis gemeint sein könnte, offenbart derweil „Batman – The Dark Knight Rises“. Der erschien zwar im Jahr der Olympischen Spiele in London, zeigt jedoch einen Anschlag auf den Super Bowl. Geht man davon aus, dass das geplante Ritual wie bereits 9/11 in den USA stattfinden wird, gäbe es kein symbolträchtigeres Ziel.

In „The Dark Knight Rises“ geht es rein zufällig um den Aufstieg des falschen Propheten Bane und der Antichristin Miranda. Das dargestellte Ereignis wird also weit mehr in Gang setzen als nur den 3. Weltkrieg. Vielleicht findet es sogar erst nach dem Krieg statt und soll auf etwas ganz anderes vorbereiten. Zum Beispiel auf das Blue Beam Project?

Dies implizieren jedenfalls die Filme „Men in Black“ von 1997 sowie „Transformers“ von 2007. In beiden Filmen stürzen Außerirdische über einem bzw. direkt in ein Sportstadion ab.

Vergessen wir auch nicht das zerstörte Football-Stadion der New York Giants in den Invasionsfilmen „Der Tag an dem die Erde still stand“ von 2008 und „Oblivion“ von 2013. Die Hinweise häufen sich auf beunruhigende Weise. Übrigens sah Gotham in „The Dark Knight Rises“ wie Manhattan aus, also steht vielleicht sogar schon die Location fest.

Was auch in naher Zukunft geschehen mag, es wird mit einem Sportereignis zusammenhängen und viele Menschenleben kosten. Zumindest für die deutschen Fußballfans kann allerdings Entwarnung gegeben werden. Das Ritual wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in den USA stattfinden. In der deutschen Filmgeschichte gibt es jedenfalls nur eine einzige Anspielung. In dem stumpfsinnigen RTL-Film „Undercover Love“ von 2010 nistet sich die Vril-Gesellschaft im Berliner Olympiastadion ein.

Reichsflugscheiben unter einem Olympiastadion könnten bestenfalls als weiterer Hinweis auf eine Fake Invasion im Rahmen der Olympischen Spiele gedeutet werden. Immerhin wird in diesem Fall sogar angedeutet, dass die Flugscheiben irdische Geheimprojekte sind. Für die entsprechende Inszenierung würden sich die Olympischen Spiele wiederum besser eignen als der Super Bowl, da die ganze Welt daran teilhat und es ein globales Ereignis wäre.

Tatsächlich fand bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles schon ein Probelauf des Blue Beam Project statt. Zur Abschlusszeremonie wurde damals eine UFO-Landung inszeniert. Laut derzeitiger Planung sollen die Olympischen Spiele im Jahr 2028 übrigens wieder in Los Angeles stattfinden. Schließt sich dort möglicherweise der Kreis?

October Faction – Menschen vs. Monster

von Joe Doe

„October Faction“ ist eine Netflix-Serie, die auf einem Comic des Autors Steve Niles basiert. Dieser zeichnete sich bereits für „30 Days of Night“ verantwortlich und arbeitete u.a. für Disney sowie Todd McFarlane. Der offen zur Schau gestellte Okkultismus sollte von daher nicht weiter verwundern.

Gleich zu Beginn der Pilotepisode gibt es die ersten düsteren Vorzeichen. Das Ehepaar Fred (J.C. MacKenzie) und Deloris Allen (Tamara Taylor) kehrt mit den gemeinsamen Kindern Viv (Aurora Burghart) und Geoff (Gabriel Darku) in seine Heimatstadt zurück. Auf dem Weg machen sie an einer Tankstelle halt, in deren Shop ein Wahrsager-Automat steht. Und schon haben wir das erste Pentagramm mit allsehendem Auge.

Die Kids ziehen eine Schicksalskarte, welche ihnen ankündigt, dass verborgene Dinge enthüllt werden. Im Prinzip geht es in der gesamten ersten Staffel um nichts anderes. Sogar das Logo auf der Karte erinnert an ein Symbol, welches noch von Bedeutung sein wird.

Die Familie Allen ist nämlich auf dem Weg zur Beerdigung von Großpapa Samuel (Stephen McHattie), der für die titelgebende Geheimorganisation Presidio gearbeitet hat. Deren Logo ist eine Sonne mit einem Halbmond. Ohne die Schwerter erinnert dieses ein wenig an das Zeichen der Jesuiten und tatsächlich ist der Verein ähnlich fundamentalistisch.

Im Nachlass des Verstorbenen findet sich u.a. ein Joint, der sogleich von Fred geraucht wird. Zwar ist Gras in einigen US-Bundesstaaten inzwischen erlaubt, dennoch ist diese Propagierung von Drogen ziemlich geschmacklos.

Da auf der Trauerfeier der Alkohol ausgeht, womit auch schon die nächste Droge beworben wird, fahren Fred und Deloris schnell in den Supermarkt, um Nachschub zu besorgen. Dort angekommen erfährt man, welcher Arbeit sie nachgehen, denn sie gehören ebenfalls zu Presidio. Diese Mischung aus Geheimbund und Paramilitär macht Jagd auf Monster und von denen treiben sich gerade zwei im Supermarkt herum.

Es handelt sich in diesem Fall um Vampire, die jedoch keine klassischen Vampirmerkmale aufweisen. Sie vertragen Sonnenlicht und ähneln mehr Reptiloiden in Menschengestalt.

Unterdessen hält Tochter Viv mit den jüngeren Gästen der Trauerfeier eine Séance ab.

Statt in Kontakt mit ihrem Großvater zu treten, ergreifen jedoch dunkle Mächte von ihr Besitz. Sie fängt an zu levitieren und zeigt deutliche Anzeichen dämonischer Besessenheit.

Die Pilotfolge endet damit, dass Viv durch ihre Séance unabsichtlich einen sogenannten Warlock befreit, der im Licht des Vollmondes aus einem Gewässer steigt.

Die zweite Episode „Kein Land für alte Vampire“ (in Anlehnung an „No Country for Old Man“) beginnt mit einer Rückblende und erzählt, wie Deloris‘ Vater, einst Sheriff der Gemeinde, von einem gehörnten Kryptiden getötet wurde.

Die Sheriff-Marke ist ein Hexagramm, was allerdings den meisten realen Vorlagen entspricht. Sheriff-Marken sind immer Hexagramme oder Pentagramme, in einigen Fällen auch sieben- oder neunzackige Sterne. Auf der vorliegenden Hexagramm-Marke gibt es zudem noch ein Pentagramm und fünf Pentagrammen in der unteren Spitze.

Deloris‘ Sohn Geoff trägt ebenfalls drei Pentagramme am Ärmel seines Hoodies. Als er sich in der Schule mit einem Lehrer anlegt, ist im Hintergrund außerdem ein Regenschirm zu sehen.

Seine Schwester Viv zeichnet derweil im Kunstunterricht makabere Totenschädel. Die beiden haben es sichtlich schwer, sich in die Kleinstadtgemeinde einzugliedern, nachdem sie zuletzt in Japan gelebt haben.

Noch schwerer ist es für die beiden, Freunde zu finden. Der nächste Eklat in der Schulkantine lässt nicht lange auf sich warten. Übrigens gibt es dort nur ungesunde, zuckerhaltige Getränke der Coca Cola Company. Das Product Placement ist in dieser Serie extrem aufdringlich.

Während die Kids mit ihren pubertären Problemen zu tun haben, entdeckt Vater Fred in der Villa des verstorbenen Großvaters allerhand mystisches. Darunter ein okkultes Symbol mit einer Pyramide im Zentrum.

In der dritten Folge treffen Viv und Geoff erstmalig auf die weibliche Warlock Alice Harlow (Maxim Roy), die ein seltsames Interesse an den beiden zu haben scheint. Passend zu dem okkulten Gedöns trägt sie die Farben der Venus und ist mit einem roten Truck unterwegs.

Die Begegnung hat Viv derweil vorhergesehen. Ihre Gabe erscheint ihr zunächst gruselig und auch ihr Bruder besitzt eine übernatürliche Wahrnehmung. Es kündigt sich bereits an, dass mit den beiden etwas nicht stimmt.

Die vierte Episode beginnt mit etwas Rot/Blau-Symbolik.

Rot ist auch die bevorzugte Farbe von Deloris, die in der örtlichen Polizeiwache herumschnüffelt.

Nachdem sie erfahren hat, was sie wissen wollte, geht sie mit ihrem Mann im Wald auf Vampirjagd. Die Vampirgang, mit der sie sich kurz zuvor angelegt hatte, wurde jedoch schon von Unbekannten gemeuchelt.

Einem Gangmitglied, welches gerade noch so am Leben ist, wurde ein okkultes Warlock-Symbol eingebrannt. Im Zentrum steht wieder einmal eine Pyramide.

Während die zwei Monsterjäger in der nächsten Episode der Sache näher auf den Grund gehen, feiern ihre Kids daheim eine wilde Party. Auf solchen Teenie-Partys haben viele junge Menschen ihr erstes Mal und zumindest ein Mädel kommt auch gleich im passenden Sexkätzchen-Outfit.

Große Mengen Alkohol gehören ebenfalls dazu. Der ist in den USA zwar erst ab 21 erlaubt, aber solche Gesetzesverstöße werden von Hollywood regelmäßig propagiert. Sich das Hirn wegzusaufen macht die Jugendlichen immerhin noch leichter beeinflussbar.

Die Warlock Alice schleicht sich derweil heimlich ins Gebäude, wobei sie die Gabe nutzt, die Zeit einzufrieren. In Vivs Zimmer befasst sie sich erst einmal mit einer Löwenstatue, die offensichtlich ihren Meister repräsentieren soll.

Kurz darauf findet sie die Schicksalskarte aus dem Wahrsager-Automaten. Auf der Rückseite befindet sich ein allsehendes Auge in einer Ouroboros.

Weiter geht es ins geheime Archiv von Großvater Samuel, der ein eifriger Schädelsammler war.

Außerdem findet sich in den Regalen eine Urne mit dem Warlock-Symbol, auf die es die Einbrecherin abgesehen hat.

Nachdem Viv sich aus den Fängen eines aufdringlichen Partygastes befreit hat, trifft sie zum Schluss noch auf einen Cyborg mit einem rotleuchtenden Horusauge.

In der fünften Episode erfährt man, wofür Alice die Urne braucht. Sie enthält die Asche eines Warlock-Anführers, welche mit dem Blut eines Menschenopfers vermischt mächtige Kräfte freisetzt. Alice macht also erst mal einen auf Gräfin Bathory.

Deloris geht derweil auf dem Friedhof ihrer Familiengeschichte nach. Die Gräber der Freimaurer erkennt man dort sofort an den Obelisken.

In Episode 6 gibt es „Neue Erkenntnisse“. Diese erhält Fred, als er auf eine Gruppe niedergemetzelter Xenoformen stößt, die sich nicht aus Vampiren und Warlocks zusammensetzt. Normalerweise arbeiten die verschiedenen Spezies nicht zusammen, aber andererseits haben beide reptiloide Merkmale. Ihr Anführer ist als Einziger noch am Leben und offenbart Fred, dass er ebenfalls auf der Jagd nach der weiblichen Warlock ist. Sie haben also einen gemeinsamen Gegner.

Deloris schnüffelt unterdessen wieder bei der Polizei herum. Wie bereits in der Schule kontrolliert auch dort der Coca Cola Konzern den Getränkemarkt.

In einer Akte entdeckt die Presidio-Agentin Bilder von Ritualmorden, die mit dem okkulten Symbol im Haus ihres Schwiegervaters in Verbindung stehen.

Der ist übrigens gar nicht tot, sondern im Gewahrsam seines einstigen Arbeitgebers. Mit eigenmächtigen Mitarbeitern geht Presidio nicht gerade zimperlich um und lässt sie gnadenlos foltern. Dabei kann sich Samuel sogar noch glücklich schätzen, denn ein Freund von Fred, der ihm einen Gefallen erweist, wird gleich direkt am Arbeitsplatz hingerichtet.

Viv freundet sich unterdessen mit dem Cyborg Dante (Calvin Desautels) an, welcher ebenfalls eine Verbindung zu dem okkulten Symbol hat.

In Folge Nr. 7 gelangen Fred und Deloris an den „Tiefpunkt“ ihrer Presidio-Karriere. Gemeinsam mit ihrem neuen Verbündeten, dem afrikanischen Warlock Moshe (Dayo Ade), dringen sie in eine Presidio-Einrichtung ein. Dort wird mit dem inzwischen allgegenwärtigen Symbol herumexperimentiert.

Wie sich herausstellt, handelt es sich gar nicht um eine Waffenforschungseinrichtung, sondern um ein Gefangenenlager, in dem grausamen Studien an Kryptiden durchgeführt werden. Satan höchstpersönlich wird einer Vivisektion unterzogen und von Moshe von seinem Elend erlöst.

Presidio wird hier zwar als faschistoides Paramilitär entlarvt, welches mit Kryptiden umgeht, wie ein Dr. Mengele mit den Juden. Andererseits muss man sich schon fragen, für wen hier eigentlich Sympathien erzeugt werden? Satan wird als armes Opfer dargestellt und das ausgerechnet von faschistischen Geheimbünden, die Satan ja eigentlich anbeten. Das ist eine völlige Verdrehung der Tatsachen!

Folge 8 geht noch einen Schritt weiter und erzählt die Vorgeschichte von „Alice“. Diese lebte einst in einer friedlichen Gemeinde von Warlocks, die von Presidio ausgelöscht wurde. Nun könnte man meinen, dies spiele auf die Hexenverfolgungen durch die katholische Kirche an, wobei die Parallelen offensichtlich sind. Nur waren die Opfer der realen Hexenverfolgung eben keine Okkultisten mit magischen Kräften und erst recht keine Reptiloiden mit scharfen Zähnen, wie hier dargestellt. Es waren unschuldige Menschen, die oft von bösartigen Neidern denunziert worden sind.

Die Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen im Mittelalter waren an den Haaren herbeigezogen. In „October Faction“ halten sie dagegen tatsächlich bizarre Rituale ab.

Neben der Pyramide mit dem Kreis verwenden sie dabei auch eindeutig satanistische Symbole wie eine Abwandlung des Kreuzes der Verwirrung.

Ihre Toten verwandeln sie mittels Magie in Asche, die ihre Macht konserviert. Das ist Wasser auf die Mühlen christlicher Fundamentalisten!

In den Häusern der Warlocks finden sich weitere okkulte Zeichen, darunter Sonnensymbole, die ironischerweise dem Logo von Presidio sowie der Jesuiten ähneln.

Das Paramilitär von Presidio ähnelt indessen eher einer Nazisöldnertruppe, die mitten in den USA ethnische Säuberungen durchführt.

Fred und Deloris kamen bei dieser Aktion erste Zweifel auf und wie sich nun herausstellt, haben sie die Zwillinge von Alice, welche diese kurz vor der Säuberungsaktion zur Welt gebracht hat, verschont und als ihre eigenen Kinder aufgezogen. Überraschung: Viv und Geoff sind Warlocks, was ihre übersinnlichen Fähigkeiten erklärt. Und mehr noch, Alice ist ihre leibliche Mutter!

Der Cyborg Dante, dessen Name auf den Autor der „Göttlichen Komödie“ anspielt, ist derweil eine Schöpfung von Samuel Allen. Der hat mittels Warlock-Magie den Geist von Freds verstorbenem Bruder in den Körper eines Strafgefangenen reinkarnieren lassen. Damit ist die gesamte Familie wieder vereint.

Am Handgelenk trägt Dante immer noch ein eingebranntes Kreuz der Verwirrung infolge des Rituals.

Alice bereitet unterdessen ein eigenes Ritual vor, mit dem sie die Seelen der ausgerotteten Warlocks in den Menschen der Gemeinde wiederauferstehen lassen will. Einen aufdringlichen Belästiger sortiert sie zuvor aber noch aus, was man als Statement gegen Hollywoods Vergewaltiger verstehen könnte. Natürlich trägt Alice bei dieser Aktion die Farbe einer Femme Fatale.

Die anderen Einwohner kreist sie derweil in ihr rituelles Symbol ein. Durch das Feuer ist das Kreuz unter der Pyramide nunmehr auch eindeutig als rotes Templerkreuz zu identifizieren.

Das ganze Ritual vollzieht sich natürlich genau an Halloween, einem Fest, an dem sich das Tor zur Welt der Toten öffnet. In der finalen Episode „Die October Faction“ ist der örtliche Halloween-Jahrmarkt daher auch mit „Gate Night“ übertitelt.

Presidio kassiert dort die ganze Stadtbevölkerung ein, denn Alices Ritual hat eine starke Energiespitze erzeugt, welche die Geheimorganisation aufgezeichnet hat. Der Energielevel lag bei 99,9, was auf den Kopf gestellt einer 666 entspricht.

Presidio gibt sich gegenüber der örtliche Polizeibehörde als FBI aus und setzt die Einwohner unter falschem Vorwand fest. Da sie aber Zeugen des Übernatürlichen geworden sind, sollen sie schlussendlich allesamt eliminiert werden. Ein typisches „Quarantine & Kill“-Szenario.

Die reinkarnierten Warlocks sowie Alice und ihre beiden Kinder will Presidio derweil zu Versuchszwecken nach Montauk deportieren. Montauk ist eine kleine Gemeinde auf Long Island gegenüber von New York. Es existiert dort tatsächlich ein militärisches Sperrgebiet, welches immer wieder mit Funden seltsamer Hybridkadaver an der nahen Küste in Verbindung gebracht wird. Die Anspielung ist daher wohl kaum ein Zufall.

Natürlich gelingt Alice gemeinsam mit Deloris die Flucht und die beiden Mütter verbünden sich schlussendlich, um Presidios finstere Leiterin Edith Mooreland (Megan Follows) auszuschalten. Angeführt von Sheriff Gina Fernandez (Nicola Correia-Damude) befreit derweil die örtliche Polizei die Einwohner aus der Gewalt des Paramilitärs.

Fred landet unterdessen in der Zwischenwelt von Diesseits und Jenseits, wo er Hilfe von Alices ermordetem Mann sowie leiblichem Vater von Viv und Geoff erhält. Seine Mutter Maggie (Wendy Crewson) wird schlussendlich neue Leiterin von Presidio und damit ist die Ausgangsbasis für die zweite Staffel geschaffen.

Fazit: Rein handwerklich ist „October Faction“ eine sehr spannend in Szene gesetzte Serie. Das Setting und die darstellerischen Leistungen sind positiv zu bewerten. Gleiches gilt für die Botschaft von gesellschaftlicher Toleranz, die sich auch durch den schwulen Charakter des Geoff Allen ausdrückt.

Die Toleranz gegenüber menschenfressenden Monstern hinterlässt jedoch einen unangenehmen Beigeschmack. Die Serie erweckt den Eindruck, dass hier okkulte Kräfte reingewaschen werden sollen. Letztendlich propagiert sie damit Sympathie für den Teufel, der sich mit Sicherheit gegen eine Vivisektion zu wehren wüsste. Trotz Spannung und jeder Menge überraschender Wendungen ist die Serie daher mit Vorsicht zu genießen.

Penny Dreadful – Dreadful, Awful, Painful

von Joe Doe

„Penny Dreadful“ ist eine US-amerikanische Horror-Serie, die von 2014-2016 in drei Staffeln produziert wurde. „Dreadful“ heißt übersetzt so viel wie „schrecklich“, was den Kern der Serie ziemlich gut trifft. Es handelt sich um einen obskuren Genremix, in dem Vampire, Werwölfe, Hexen, Dämonen und so ziemlich alle Schauergestalten vorkommen, welche die Horror-Literatur je hervorgebracht hat. Es versteht sich, dass diese Kombination mit einem hohen Grad an Okkultismus einhergeht und Satan allgegenwärtig ist.

Im Zentrum der Handlung, die im London des ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist, steht Vanessa Ives, verkörpert von Eva Green, die bereits in okkulten Machwerken wie Tim Burtons MK-Ultra-Vampirfilm „Dark Shadows“ (2012) und „Die Insel der besonderen Kinder“ (2016) mitgespielt hat. Ihre Rolle Vanessa ist bei Sir Malcolm Murray (Timothy Dalton) aufgewachsen, dessen Tochter Mina Harker (Olivia Llewllyn) sich in der Gewalt von Vampiren befindet. Im Kampf gegen diese Kreaturen stehen den beiden Victor Frankenstein (Harry Treadaway) und Ethan Chandler (Josh Harnett) zur Seite. Der Darsteller des Letzteren hatte in „30 Days of Night“ (2007) ebenfalls schon mit Vampiren zu tun.

Die Blutsauger in „Penny Dreadful“ unterteilen sich in umgewandelte Menschen, meist Frauen, die ihren Meistern dienen. Die Anführer haben derweil nichts Menschliches mehr an sich. Sie besitzen scharfe Zähne, wie man sie von Reptiloiden kennt, und unter ihrer äußeren Haut befindet sich eine zweite Haut, die mit ägyptischen Hieroglyphen verziert ist.

Der vermeintliche Hauptplot ist eigentlich nur eine Nebenhandlung und unter den Vampiren findet sich kein bedeutender Hauptcharakter. Mina Harker, die aus Bram Stokers 1897 erschienen „Dracula“ entlehnt ist, spielt ebenfalls nur eine Nebenrolle, die im Finale der ersten Staffel durch die Hand ihres Vaters von ihrem Leid erlöst wird. Abgesehen von einigen blutrünstigen Schlachtszenen ist ihr Schicksal eher unspektakulär.

Sogar dem Nebenplot um Frankenstein wird mehr Platz eingeräumt.

Dessen Monster Proteus (Alex Price) stirbt allerdings gleichsam unnötig schon in der zweiten Episode durch die Hand von Victors erstem Experiment Caliban (Rory Kinnear). Dieser nimmt sodann den Platz der tragischen Kreatur ein, die nach Liebe dürstet, aber von fast allen verachtet wird. Nur in einem Theater findet er Unterschlupf und Anerkennung durch dessen Leiter Vincent Brand (Alun Armstrong), der mit Zylinder aufzutreten pflegt.

Das Theater präsentiert, passend zur Ausrichtung der Serie, Horror-Inszenierungen mit Vampiren und Werwölfen. Diese gipfeln stets in gespielten Jungfrauenopferungen, bei denen mehr Kunstblut vergossen wird als bei einem Agonoize-Konzert.

Nachdem Caliban eine Darstellerin sexuell belästigt hat (#metoo), muss Vincent ihn vor die Tür setzen. Vorübergehend kommt er bei seinem Schöpfer Frankenstein unter, den er erpresst, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Er bringt einfach so lange alle Freunde des Doktors um, bis dieser einlenkt. Darunter übrigens den berühmten Vampirjäger Van Helsing (David Warner), der hier ebenfalls zu einer überflüssigen Nebenrolle degradiert wird.

Als Braut für Frankensteins Monster muss Ethan Chandlers todkranke Geliebte Brona Croft (Billie Piper) herhalten. Da Caliban seinen Schöpfer unter Druck setzt, kann dieser nicht warten, bis Brona ihrer Lungenkrankheit erliegt. Er drückt ihr kurzerhand ein Kissen ins Gesicht und nimmt die Leiche mit in sein Labor, wo er sie zu neuem Leben erweckt. Nicht mal das komplizierte Beziehungsgeflecht der Charaktere kommt ohne Mord und Tod aus.

Chandler zeichnet sich allerdings ohnehin nicht durch Treue aus. Er geht sogar ein homoerotisches Verhältnis zu Dorian Gray (Reeve Carney) ein, der seinerseits schon eine blutige Orgie mit Vanessa Ives abgefeiert hat. Entlehnt ist der Charakter aus Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1890. Es könnte kaum eine bessere Vorlage für die zahlreichen wilden Sexorgien geben, die neben den blutigen Gemetzeln das wichtigste Stilmittel der Serie sind.

In dem Charakter des Dorian Gray steckt tatsächlich sehr viel von Wilde selbst, hatte dieser doch häufig Kontakt zu männlichen Prostituierten, obwohl er mit einer Frau verheiratet war. Woher der Schreiberling seine düsteren Phantasien hatte, liegt derweil ebenso auf der Hand, denn er war Mitglied der Dubliner Freimaurerloge Apollo University Lodge No. 357. Kein Wunder also, dass es in Dorian Grays Umgebung von ägyptischer Dekoration nur so wimmelt.

Doch kommen wir nun zur Haupthandlung um Vanessa Ives, die schon in der ersten Episode auf dem Stern der Isis zu sehen ist, wo sie Tarot-Karten legt.

Es zeigt sich schnell, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie betet zwar zu Gott, doch das Kreuz an der Wand dreht sich dabei auf den Kopf und gebiert einen Schwarm Spinnen.

In der zweiten Episode „Die Séance“ nimmt Vanessa an einer selbigen teil, die von einer Spiritualistin namens Evelyn Poole (Helen McCrory) abgehalten wird. Ihren Gästen stellt sich diese als Madame Kali vor, benannt nach der hinduistischen Göttin des Todes und der Zerstörung. Dieser Link kommt nicht von ungefähr, sondern spielt auf die britische Esoterikerin Helena Blavatsky an, welche viel Zeit in Indien verbrachte und die dortige Mythologie in ihr Weltbild integrierte.

Daran, dass diese Bezüge kein Zufall sind, wird Dorian Gray später in der zweiten Staffel keinen Zweifel lassen. Er rühmt sich nämlich damit, dass in seinem Haus bereits Veranstaltungen der Theosophischen Gesellschaft stattgefunden haben, was schon an esoterische Propaganda grenzt.

An der Séance von Kali nehmen jedenfalls 9 Personen teil, was natürlich eine teuflische Zahl ist und der lässt nicht lange auf sich warten. Auf dem Tisch sind zudem Kerzen zu einem Pentagramm angeordnet und auch eine der Teilnehmerinnen trägt ein Pentagramm nebst Mondsichel.

An der Wand hängt ein Spiegel, durch den die Kamera gezielt die Szene einfängt. Dieser Spiegel dient als Dimensionstor, durch das Dämonen in die esoterische Gesellschaft einfallen.

Als Medium wählen diese jedoch nicht Kali, sondern Vanessa. Diese schockt das Publikum durch ihre Besessenheit und zerstört dabei die Spiegeloberfläche des Tisches. Der zerbrochene Spiegel steht wiederum für ihre gespaltene Persönlichkeit.

Was in solchen Kreisen praktiziert wird, sollte natürlich nicht an die Öffentlichkeit geraten, daher gibt es gleich noch eine Verschwiegenheitsgeste oben drauf.

In der fünften Episode wird rückblickend erklärt, wie sich Vanessas Besessenheit entwickelt hat. Wer auf die Umgebung achtet, kann sich sogar noch mehr ableiten, als offenkundig geschildert wird. So schläft Vanessa schon als Kind in einem Bett mit Sonnensymbol.

In einer Nervenheilanstalt wird sie später auf einem schwarz-weißen Hexagonboden lobotomiert und gefoltert.

Geheilt wird sie dadurch nicht. Im Gegenteil entwickelt sie okkulte Fähigkeiten wie Levitation.

In der siebten Folge „Besessen“ wird schließlich ein Exorzist herbeigerufen. Dieser scheitert jedoch und wird von Vanessa angeknabbert. Erst Chandler gelingt es mit ein paar Worten auf Latein, den Teufel aus ihr auszutreiben, was ziemlich unspektakulär abläuft.

Chandler selbst muss in der letzten Episode der ersten Staffel feststellen, dass er ein Werwolf ist. Die amerikanischen Kopfgeldjäger, die ihn verhaften wollen, zerfleischt er kurzerhand in einer Vollmondnacht. Eigentlich war diese Entwicklung absehbar, denn schon in der dritten Episode kommuniziert er mit Wölfen im Londoner Zoo.

Im Auftakt der zweiten Staffel bekommt Frankensteins Monster Caliban mehr Sendezeit. Nachdem er schon in einem blutrünstigen Theater untergekommen war, verschlägt es ihn nun in ein Wachsfigurenkabinett, dessen Besitzer Oscar Putney (David Haig) die Kundschaft mit Mordszenen von der Konkurrenz Madame Tussaud fortlocken möchte. Schon vor dem Kabinett steht eine Werbetafel auf einem Schachbrettboden.

Innen werden die Gäste von Satan höchstpersönlich begrüßt, was die Erklärung für die kranke Ausrichtung sein dürfte.

Nachgestellt werden vor allem Mordszenen von Jack the Ripper. Sicherlich gäbe es für solch ein Horrorkabinett auch in der Realität begeisterte Fans.

Eine weitere Nebenhandlung dreht sich um den Kopfgeldjäger Warren Roper, der Chandlers Werwolfattacke schwer entstellt überlebt hat. Als er erwacht, findet er sich auf dem Schachbrettboden eines Krankenhauses wieder.

Die Haupthandlung nimmt derweil eine krasse Wendung. Das Medium Kali alias Evelyn Poole, in die sich Malcolm Murray verknallt hat, entpuppt sich als böse Oberhexe. Gleich in der Eröffnung der zweiten Staffel stalkt sie Vanessa, die daraufhin okkulte Flashbacks bekommt.

In der zweiten Episode „Verbis Diabolo“ bastelt sich Poole eine Voodoo-Puppe mit Vanessas Aussehen. Damit der Zauber funktioniert, opfert sie ein Baby, dessen Herz sie in die Puppe einpflanzt. Dies ist mit Abstand die widerwärtigste Szene der gesamten Serie und die Anzahl der Puppen deutet darauf hin, dass Kali bereits sehr viele Babys auf dem Pentagrammboden geschlachtet hat.

Passend dazu ist die gesamte Wohnung der Teufelsanbeterin mit menschlichen Knochen dekoriert.

Offenbar handelt es sich um die Überreste ihrer eigenen Opfer, in deren Blut sie badet, wie einst die ungarische Gräfin Bathory.

In der rückblickenden Episode „Die Nachtwandler“ erfährt man die Hintergrundgeschichte von Evelyn und Vanessa. Letztere ging einst bei einer Hexe in die Lehre, die sich als Evelyns Schwester herausstellt. Diese ist jedoch eine weiße Hexe, eine Kräuterfrau, die nebenher auch Abtreibungen vornimmt. Nichtsdestotrotz schmiert sie Vanessa zur Begrüßung ein umgedrehtes Kreuz auf die Stirn und faselt dabei etwas von Luzifer.

Die Schülerin lernt von ihr das Abtreibungshandwerk sowie das Legen von Tarotkarten. Natürlich zieht Vanessa dabei gleich als erstes die Karte des Teufels.

Die Schwester der alten Moorhexe und deren schwarze Hexen tauchen eines Nachts auf und fordern die Auslieferung der Schülerin.

Sie haben die Wicca einst verstoßen und ihr ein Pentagramm auf den Rücken gebrannt.

Als die Verstoßene sich weigert, tötet Evelin eine ganze Rinderherde und schiebt dies ihrer Schwester in die Schuhe.

Den Grafen, der über das Gebiet herrscht, hetzt sie gekonnt gegen die alte Frau auf. Dieser zieht den Dorfpfaffen hinzu und fordert im örtlichen Pub den Pöbel zu einer Hexenjagd auf. Er selbst ist dabei kein Heiliger, lässt er sich doch von der echten Hexe körperlich züchtigen.

Christliche Fundis sind wahrlich die schlimmsten Diener Satans. Das machen sie schlussendlich dadurch deutlich, dass sie die unschuldige Wicca bei lebendigem Leibe verbrennen.

Ihrer Schülerin brennen sie derweil ein Kreuz in den Rücken.

Vanessa verlässt daraufhin das Moor und geht nach London. Da die tote Hexe sie ihren „kleinen Skorpion“ nannte, ist dieses astrologische Symbol fortan ihr Schutzzauber, den sie überall mit Blut hinschmiert. Unnötig zu erwähnen, dass dem Skorpion im astrologischen Tierkreis der Schlangenträger folgt.

Schon in der nächsten Episode suchen Evelyns Hexen Vanessa in ihrem neuen Zuhause heim. Sie dringen getarnt in ihre Wohnung ein, wobei sie sich sprichwörtlich wie Chamäleons der Umgebung anpassen. Den Trick haben sie wahrscheinlich von den Suliban aus „Star Trek – Enterprise“.

Ihr Auftreten als hübsche junge Damen ist ebenfalls nur Tarnung. In Wirklichkeit sind sie kahlköpfig und furchtbar entstellt. Ihre Körper schmücken sie mit Pentagramm-Narben und anderen okkulten Symbolen.

Ins Haus dringen sie ein, da sie Vanessas Haare für ihre Voodoo-Puppe brauchen. Zunächst ist aber Malcolms Ex-Frau dran, die im wahrsten Sinne des Wortes höllische Kopfschmerzen bekommt.

Ihr erscheinen dabei ihre Kinder als Zombies. War ja klar, dass diese Horrorgestalten auch noch ausgegraben werden, wenn auch nur als Vision. Dieser Anblick lässt die arme Frau komplett durchdrehen, sodass sie sich selbst die Kehle durchschneidet.

Ihr Ex-Mann Malcolm ist von ihrem Tod wenig berührt. Er hat längst mit Evelyn eine Affäre, unwissend, dass diese längst auch eine Voodoo-Puppe mit seinem Antlitz gebastelt hat. Natürlich wieder mit einem pochenden Baby-Herzen.

Während Evelyn die Schlinge um ihre Opfer enger zieht, gehen diese rätselhaften Artefakten nach, die Malcolm Murray auf seinen Weltreisen gesammelt hat, Die Artefakte erzählen die autobiografische Geschichte von Luzifer und den anderen gefallenen Engeln.

Sie geben auch einen Hinweis darauf, dass Vanessa Ives und Ethan Chandler der Schlüssel zur Lösung des Problems sind. Allerdings weiß noch niemand zu deuten, dass mit Lupus Dei der Werwolfsmann (wörtlich „Wolf Gottes“) gemeint ist.

Dem ist zu allem Überfluss wieder der Kopfgeldjäger Roper auf den Fersen, der inzwischen einen auf Phantom der Oper macht. Nur will er diesmal nicht das Kopfgeld, sondern Rache für seine Entstellung.

Der Ägyptologe Ferdinand Lyle (Simon Russell Beale) entpuppt sich derweil als Verräter, der mit Evelyn paktiert.

Das ist besonders verwerflich, da er einige Folgen zuvor als Jude mit Kippa zu sehen war. Die Verbindung von Judentum und Satanismus, welche in der Serie unterstellt wird, grenzt schon an Antisemitismus. Möglicherweise wird hier auf die Rothschilds angespielt, die als Weinmarke auch namentlich genannt werden, aber die sind eben ausschließlich Satanisten und keine praktizierenden Juden. Was in „Penny Dreadful“ unterschwellig impliziert wird, ist brandgefährlicher Verschwörungswahn.

Doch zurück zur Haupthandlung. Nachdem Vanessa auf einer Party von Dorian Gray, auf der auch Evelyn und ihre Hexen anwesend sind, eine Vision von Blutregen hat und daraufhin zusammenbricht, entschließt sie sich, aus der Stadt zu fliehen.

Zuflucht sucht sie im Haus der alten Moorhexe, welches diese ihr vermacht hat. Über ihrem Bett hängt immer noch ein passendes Keltenkreuz mit Hexenknoten.

Im Nachlass der Hexe findet Vanessa ein Buch mit bösen Beschwörungsformeln, in dem es von Schlangendarstellungen nur so wimmelt.

Begleitet wird Vanessa von Ethan, der in Vollmondnächten Schafe reißt.

In der Nebenhandlung schlägt Frankensteins Braut Lily neue Wege ein. Sie ist weder an ihrem Schöpfer noch an dessen Monster interessiert und muss sich selbst neu definieren. Als Zeichen ihres Persönlichkeitsbruchs ist sie in einem zerbrochenen Spiegel zu sehen.

Schlussendlich verbündet sie sich mit Dorian Gray, der seine Geliebte, die Transfrau Angelique, zwischenzeitlich vergiftet hat. Lily lässt er dagegen leben, nachdem sie das Geheimnis seiner Unsterblichkeit erfahren hat. All seine Verwundungen, Geschlechtskrankheiten und Sünden manifestieren sich in seinem Portrait.

Lily schlägt einen ähnlichen Weg ein und entwickelt sich zur Lustmörderin, wobei es echt widerlich ist, dass sie sich Typen aussucht, die vom Alter her ihr Großvater sein könnten. Kleines Detail am Rande: Bei ihrem ersten Opfer steht eine Kartenpyramide, deren Spitze in ein rundes Fenster ragt. Symbolik, wohin das Auge blickt.

Auf Sir Malcolms Tisch steht derweil ein Tintenfass mit einem Löwenpaar.

Im Treppenaufgang findet sich weiterhin ein Löwenkopf.

Bevor sich Malcolm Murray entschließt, Evelyn Poole direkt anzugreifen, stattet eine ihrer Töchter Ethan Chandler einen Besuch ab. Statt bis zu Malcolms Anwesen zu spazieren und sich abermals getarnt durch die Vordertür einzuschleichen, nimmt Hecate (Sarah Greene) eine Abkürzung durch einen Spiegel, der hier eindeutig ein Dimensionstor darstellen soll.

Ethan lehnt die Avancen von Hecate ab und schließt sich Murrays Leuten an, als diese ihren Herren aus den Fängen von Evelyn befreien wollen. Malcolm ist nämlich allein zum Hexenschloss aufgebrochen und dabei direkt in eine Falle gelaufen. Evelyn bestraft ihn mit Visionen seiner verstorbenen Familie, was erneut zu einem Abstecher ins Zombie-Franchise führt.

Vanessa trifft bei der Rettungsaktion auf den Leibhaftigen, der sich in Gestalt ihrer Voodoo-Puppe manifestiert. Mit dieser Puppe quatscht sie erst einmal in der Sprache der Gefallenen Engel.

Als der Worte genug gewechselt sind, zerdrückt sie den Kopf der Puppe, aus dem ein Schwarm Skorpione hervorkommt.

Einer der Skorpione verschmilzt mit ihrer Hand. Sie wird quasi eins mit ihrem Sternzeichen.

Evelyn wird derweil von Ethan getötet, der sich wieder einmal in einen Werwolf verwandelt hat. Die Prophezeiung vom Lupus Dei hat sich damit erfüllt. Bedauerlicherweise hat er zuvor auch Mr. Murrays Butler Sembene (Danny Sapani) totgebissen.

Zwei von Evelyns dämonischen Töchtern werden derweil von Murray und Lyle erledigt. Nur Hecate (Sarah Greene) überlebt, da sie ihre Mutter hintergeht und sich nicht in das Geschehen einmischt. Am Ende brennt sie ihr Zuhause nieder.

Feuer fängt im Staffelfinale auch Jesus, was eine ziemlich eindeutige Botschaft ist.

Die zweite Staffel endet damit, dass Ethan sich der Polizei stellt und nach Amerika ausgeliefert wird, Malcolm mit Sembenes Leichnam nach Afrika reist und Vanessa als Letzte das Licht ausmacht. Diverse Handlungsstränge der dritten Staffel spielen damit außerhalb von England, wo Vanessa es zunächst allein mit Dracula höchstpersönlich zu tun bekommt. Kein Wunder, dass sie in eine depressive Phase gerät und mit dem Rauchen anfängt.

Zunächst sucht sie sich aber erst einmal psychologische Hilfe, von der ihr geraten wird, etwas Neues auszuprobieren. Gesagt getan besucht Mrs. Ives zum ersten Mal in ihrem Leben ein Naturkundemuseum. Die Tiere, die sie dort betrachtet, haben dabei alle etwas mit ihrem Leben zu tun. Als erstes trifft sie auf eine Repräsentation des Baphomet, der für Satan steht.

Das zweite Tier ist ein Wolf, mit dem offenkundig Ethan Chandler gemeint ist.

An dritter Stelle kommen Skorpione, die Vanessa selbst repräsentierten.

Im Museum trifft sie auf Dr. Sweet (Christian Carmago), mit dem sie sich schnell anfreundet. In der zweiten Episode stellt sich jedoch alsbald heraus, dass der sympathische Zoologe in Wirklichkeit Dracula höchstpersönlich ist. Wie er und seine Lakaien es schaffen, bei Tageslicht umher zu wandeln, lässt sich nur damit erklären, dass sich die Serie über gängige Vampirmythen hinwegsetzt.

Das gilt auch für den Mythos, dass Vampire kein Spiegelbild haben. Dracula und seine Diener sind sehr wohl im Spiegel sichtbar. Dr. Sweet lädt Vanessa sogar in ein Spiegelkabinett ein, was wieder einmal auf ihre gespaltene Persönlichkeit/Besessenheit hindeutet.

Auf dem Jahrmarkt gibt es übrigens auch eine Wahrsagerin, an deren Stand nach mehr als zwei Staffeln endlich die freimaurerische Pyramide mit dem allsehenden Auge auftaucht. Das war schon längst überfällig.

Noch unlogischer als die Eigenheiten der Vampire ist Draculas sinisterer Plan, einen Menschen zu erpressen, Vanessa Ives auszuspionieren. Zum einen hat er bereits genügend Anhänger, die den Job erledigen können, zum anderen ist er selbst als Dr. Sweet direkt an ihr dran. Die Drehbücher werden also nicht besser, wie es oft der Fall ist, wenn Serien zu sehr in die Länge gezogen werden.

Die Nebenhandlungen werden ebenfalls immer abgedroschener. So tritt Malcolm auf einen alten Freund, der Apache ist und seine Opfer zu skalpieren pflegt. Rein zufällig hat der Herr auch einen Bezug zu Ethan Chandler, mit dem er geistig über Totems kommunizieren kann.

Frankenstein trifft derweil auf einen alten Freund mit ebenfalls indianischen Wurzeln. Dieser stellt sich als Dr. Jekyll heraus, der in einer Londoner Psychiatrie mit den Insassen herumexperimentiert. Zum einen wird hier schon wieder eine literarische Kultfigur in die ohnehin schon überladene Serie verfrachtet, zum anderen war Dr. Jekyll ursprünglich kein Native American. Der Darsteller Shazad Latif ist obendrein pakistanischer Abstammung, die Besetzung haut also auch nicht hin.

Die abartigste Nebenhandlung dreht sich derweil um Dorian und Lily, die eine Armee unterdrückter Frauen aufbauen wollen. Dafür besuchen sie zunächst eine Snuff-Party, auf der die junge Justine (Jessica Barden) live geschlachtet werden soll. Das zahlende Publikum besteht natürlich aus reichen Herren der Oberschicht, was durchaus reale Bezüge hat. Allerdings sind es diesmal die reichen Säcke, die sterben, während Justine von Dorian und Lily gerettet wird.

Es hat auch etwas von ausgleichender Gerechtigkeit, dass die beiden Justine ihren Peiniger servieren, der sie im zarten Alter von nur 12 Jahren gekauft und zur Prostitution gezwungen hat. Sie tötet den widerwärtigen Bastard ohne zu zögern.

Was darauf folgt, ist jedoch mindestens ebenso widerwärtig, wie das, was Justine all die Jahre angetan wurde. Sie und ihre beiden Retter baden im Blut ihres Peinigers und veranstalten eine wilde Sexorgie. Zum Glück gibt es im 19. Jahrhundert noch kein HIV, dennoch ist diese Szene überaus geschmacklos.

Die vierte Episode „Der gefallene“ Engel dreht sich wieder komplett um Vanessa und spielt fast ausschließlich in einer Zelle der Nervenheilanstalt. Der Rückblick in ihre Vergangenheit wird diesmal durch eine Hypnosesitzung bei ihrer Psychologin herbeigeführt. Diese ist ebenfalls Raucherin, womit wieder einmal unterschwellig die Tabak-Agenda beworben wird.

In der Nervenheilanstalt fällt abermals der Hexagonboden auf. Die 666 in endloser Aneinanderreihung.

Das passt auch, denn in der Zelle erscheint der Patientin Luzifer, der vom Pfleger Besitz ergreift. Später gesellt sich auch noch Dracula dazu, der entgegen den üblichen Legenden ebenfalls als gefallener Engel portraitiert wird.

Der Pfleger ist übrigens kein Geringerer als John Clare, der später von Frankenstein als Caliban wiederbelebt wird. In der dritten Staffel erhält er einen Nebenplot, in dem er seine Frau und seinen Sohn wiedersieht. Allerdings nur, um seinen Sohn sterben zu sehen. Seine Frau bittet ihn, den Sohn ebenfalls in einen Zombie transformieren zu lassen, was Caliban ablehnt. Die Frau verlässt ihn daraufhin und er ist wieder allein.

Zur Haupthandlung trägt dies nicht viel bei und auch der Plot um Dorian Gray und Lily findet ein eher unspektakuläres Ende. Gray schmeißt Lilys Gefolgschaft aus seinem Luxusloft, tötet Justine auf ihren eigenen Wunsch hin und trennt sich schließlich von Lily.

Ethan Chandlers Ausflug in die USA hinterlässt ebenfalls keinen bleibenden Eindruck. Er mutet eher wie ein Versuch an, aus der Serie einen Western zu machen. Chandler wird jedenfalls von den Männern seines Vaters befreit, verbündet sich mit Hecate und verfällt vorübergehend der dunklen Seite. Hecate löscht seine Häscher aus, indem sie ausgerechnet Klapperschlangen heraufbeschwört.

Letztendlich gelangen die beiden in die Gewalt von Ethans Vater Jared Talbot (Brian Cox), zu dem es auch Malcolm und dessen Apachenfreund verschlägt. Talbot erzählt den Anwesenden die Geschichte, wie Ethan seine eigene Familie von den Apachen abschlachten lassen hat und kurz darauf wiederholt sich eben diese Geschichte.

Hecate stirbt gleich zu Beginn des Gemetzels, womit sich die Serie einer weiteren überflüssigen Nebenrolle entledigt. Danach ist alles wieder beim Alten, Chandler steht wieder auf der Seite der Guten und ist bereit, Vanessa aus den Fängen Draculas zu befreien. Die macht inzwischen gemeinsame Sache mit Batman.

Zunächst reagiert sie noch abweisend auf die Erkenntnis, dass Dr. Sweet Darcula ist und er sie, ebenso wie Luzifer, besitzen will. Aber anscheinend findet sie ihn doch süß genug, dass sie es letztendlich mit ihm auf dem satanisch schwarz-roten Schachbrettboden treibt.

Ihr Besuch bei Lyle dient derweil nur der Präsentation ägyptischer Ausgrabungsstücke. Die Warnungen vor dem Blutsauger schlägt sie in den Wind.

In der achten Folge kündigt sich bereits der große Showdown an. Ethan ist mit den anderen zurück in London und entdeckt einen ausgeschlachteten Wolf in Murrays Villa. Eindeutig eine Botschaft, die an ihn als Werwolf gerichtet ist. Dennoch schlagen er und der Apache sich recht gut gegen die Vampire.

In der finalen Episode dringen Ethan, Malcolm und einige Verbündete in Draculas Versteck ein. Passenderweise ein Schlachthaus, in dem statt Schweinehälften menschliche Körperteile von der Decke hängen. Das erinnert ein wenig an „The Midnight Meat Train“ und Kenner wissen spätestens seit der „From Dusk Till Dawn“-Serie, dass Vampire für Reptiloide stehen.

Dracula füttert mit den Kadavern allerdings auch seine transformierten menschlichen Diener. Dies spielt zweifellos auf den Kannibalismus an, der im Satanismus praktiziert wird.

Während Malcolm und seine Freunde Vampire abschlachten, dringt Ethan bis zu Vanessa vor, die aber schon in einen Vampir verwandelt wurde. Sie bittet ihn, sie zu töten, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Gesagt, getan, die Kulisse mit den ganzen Kerzen bietet sich obendrein prima für einen Mord an.

Nach dem Sieg über Dracula endet die Serie mit der Bestattung der Hauptprotagonistin. Nachdem ihre engsten Freunde an ihrem Grab standen, kniet auch Caliban davor nieder. Mit ihr ist auch seine letzte Chance auf Liebe gestorben und er bleibt als einsames Monster zurück. Ende.

Fazit: Der einzige Pluspunkt der Serie ist das gelungene Ambiente des 19. Jahrhunderts. Die Kulissen, die Kostüme und die Spezialeffekte versetzen den Zuschauer in das viktorianische Zeitalter. Untermalt ist diese Szenerie mit einem atmosphärischen Soundtrack, der oft sehr düster daherkommt. Dieses Potential wird jedoch durch den hoffnungslos überladenen Genremix verschenkt. Der hohe Grad an Sex und Gewalt macht die anfängliche Stimmung restlos zunichte und treibt den Zuschauer regelmäßig an die Kotzgrenze.

Kaum eine andere Serie ist so abgründig und offen okkult. Alles, was zum harten Kern des Satanismus gehört, wird hier abgefeiert. Angefangen bei Sexorgien über rituelle Menschenopfer bis hin zu Snuff-Partys und Kannibalismus. Es ist einfach nur krank und widerwärtig. Die meisten Darsteller sowie die Produzenten werden schon wissen, was sie da propagieren. Leider ist „Penny Dreadful“ damit näher an der Realität, als einem lieb sein kann. Wer seine Seele nicht belasten will, sollte von dieser Serie Abstand nehmen.

Tomb Raider – Lara Croft versus Illuminaten

von Joe Doe

„Lara Croft: Tomb Raider“ von 2001 ist die erste Verfilmung der gleichnamigen Computerspielreihe. Der Film hält sich dabei optisch mal mehr und erzählerisch mal weniger an die Vorlage. Obgleich schon die Spiele diverse Fantasy-Elemente enthalten, die stellenweise ins Okkulte abgleiten, übertrifft der Kinofilm diese bei weitem und bezieht direkt den Geheimbund der Illuminaten ein. Die zur Schau gestellte Symbolik ist allerdings eher den Freimaurern zuzuordnen.

Das ganze okkulte Spektakel beginnt schon im Vorspann mit dem allsehenden Auge in einer Pyramide. Die Eröffnung der ersten Szene setzt diese Symbolik sogleich mit Lara Crofts rechtem Auge fort.

Die Filmversion von Lara Croft (Angelina Jolie) hält sich nicht in jedem Detail an die Vorlage. So trägt die Spielversion keinen Gürtel mit Totenschädel und gekreuzten Knochen. Das schwarze Filmoutfit in Kombination mit diesem Symbol erinnert schon fast an die SS.

Passend zu der Pyramide im Vorspann startet der Film in einem ägyptischen Setting. In diesem Ambiente lassen sich selbstverständlich jede Menge antike Symbole verstecken, darunter ein Skarabäus.

Lara geht mit dieser Kulisse jedoch keineswegs wie eine Archäologin um, sondern ballert wild um sich und fällt im Kampf mit einem Killerroboter einen Obelisken.

Zum Glück ist dies nur eine Übung in einem Trainingsraum auf dem Anwesen ihrer Familie. Im Spiel sahen die Trainingsräume etwas anders aus, aber immerhin das Haupthaus hält sich stark an die Spielvorgabe. Ein paar Schachbrettböden dürfen in einem solch okkult aufgeladenen Film natürlich nicht fehlen.

In der nächsten Szene werden die Gegenspieler eingeführt, welche sich selbst als „Erleuchtete“ bezeichnen. Ihre Loge entspricht nicht dem typischen Freimaurerambiente, einige Symbole wie die Venusmuschel sind aber dennoch zu finden.

Nicht zu vergessen die Pyramide mit dem allsehenden Auge. Diese weist zudem ein zwölfzackiges Sonnensymbol auf, welches auf die 12 Tierkreiszeichen hindeutet.

Dieser dezente Hinweis auf Astrologie kommt nicht von ungefähr, denn die Illuminaten fiebern einer seltenen Konstellation entgegen, bei der sich alle Planeten des Sonnensystems in einer Linie aufreihen. Ein Ereignis, auf welches einst auch Lara von ihrem Vater vorbereitet wurde.

In der Realität tritt eine solche Linearkonstellation keineswegs exakt alle 5.000 Jahre auf und ebenso kam es um die Jahrtausendwende zu keinem derartigen astronomischen Ereignis. Erst recht setzt keine Planetenkonstellation – gleich welcher Art – eine Uhr in Gang. Doch in der Welt des Films ist alles möglich und so entdeckt Lara, dass die Uhr ihres verstorbenen Vaters wie von Geisterhand zu ticken beginnt.

Sie gibt das gute Stück an ihren Mitarbeiter Bryce (Noah Taylor), der einen inneren Mechanismus entdeckt. Als Lara diesen freilegt, hält sie ein Artefakt in den Händen, auf dessen Deckel eine Pyramide mit Auge prangt.

Diesen Fund bringt sie zu einem alten Freund ihres Vaters, der die Uhr eingehender untersucht. Für ein antikes Artefakt sieht das Teil ziemlich nach High Tech aus, aber natürlich kann auch alles mit Magie erklärt werden.

Ein Blick auf die Rückseite verrät indessen, dass es sich um eine Art Schlüssel handeln muss.

So recht ist dem alten Professor in dieser Angelegenheit nicht zu trauen. Erst recht nicht, als er Lara an den Anwalt Manfred Powell (Iain Glen) weiterempfiehlt. Hätte Lara aufgepasst, wäre ihr sicherlich das Sonnensymbol im Treppenhaus aufgefallen.

Oder der Totenschädel auf dem Tisch des Professors, der ihn ziemlich deutlich als Freimaurer zu erkennen gibt.

Nachdem Lara auf den Tipp eingegangen ist und auch Powell über ihren Fund informiert hat, dauert es nicht lange, bis ihr Anwesen überfallen und ausgeraubt wird. Merke: Mit brisanten Funden, die obendrein der offiziellen Geschichtsschreibung widersprechen, geht man nicht hausieren! Andernfalls enden sie in den Händen mächtiger Leute, die sie einzig zu ihrem eigenen Vorteil nutzen wollen.

Offenbar hat Laras Vater sie nicht über die Machenschaften okkulter Geheimbünde aufgeklärt, was er erst mittels eines Briefes posthum nachholt. Dieser wird wie selbstverständlich von UPS zugestellt. Ohne Product Placement geht es in Hollywood nun mal nicht.

In dem Brief gibt er ihr einen Hinweis auf ein Buch von William Blake (1757-1827).

Im Buch dieses Freimaurers entdeckt Lara auf der letzten Seite erneut eine Pyramide mit allsehendem Auge. Im Prinzip sollte ihr spätestens jetzt dämmern, dass ihr Vater auch zu diesem Club gehörte.

Hinter dem Einband entdeckt sie einen weiteren Brief ihres Vaters und bekommt mit diesem erst einmal eine Lektion in Geschichte. Sie erfährt von einer untergegangenen Stadt, die sich einst in einem Meteoritenkrater befand. Im Zentrum stand natürlich eine Pyramide.

Aus dem Metall des Meteoriten wurde eine Pyramide mit allsehendem Auge gegossen. Ein magisches Artefakt, welches seinen Schöpfern göttliche Kräfte verlieh. Wissenschaftlich gesehen ist das natürlich völliger Nonsens, da das Periodensystem vollständig ist und keine Elemente mit magischen Eigenschaften enthält. Aber Meteoriten mit unbekannten Superelementen tauchen immer wieder in der Popkultur auf, darunter in Marvels „Black Panther“ und Disney’s letztem „Tarzan“.

Historisch hält sich „Tomb Rider“ ebenfalls nicht an die Fakten. Die Stadt, die schließlich durch den Machtmissbrauch ihrer Bewohner unterging, hat einige Parallelen zu Atlantis, einschließlich der runden Form. Allerdings lag Atlantis nicht in einem Meteoritenkrater, sondern im Meer. Immerhin wird der Name der Stadt nicht genannt, sodass Raum für Spekulationen bleibt.

Die magische Pyramide wurde jedenfalls in zwei Teile gebrochen, die an unterschiedlichen Orten versteckt wurden. Lara macht sich direkt im Anschluss an diese Offenbarung auf die Suche nach den beiden Pyramidenhälften. Warum sie dabei ein T-Shirt mit einem blutigen Templerkreuz trägt, bleibt schleierhaft.

Ihre Reise führt sie nach Kambodscha in die Nähe von Angkor Wat. Diese antike Khmer-Pyramide hat zwar, abgesehen von ihrer astrologischen Ausrichtung, nicht viel mit den ägyptischen Pyramiden gemein, aber immerhin ist es eine Pyramide.

Die Innenausstattung eines unterirdischen Tempels, in dem die erste Hälfte des gesuchten Artefakts wartet, ist derweil absolut nicht mit der Kultur der Khmer vereinbar. Das Symbol der Pyramide mit Auge mag zwar schon in der Antike bekannt gewesen sein, allerdings in einer Zeit lange vor den Khmer. Diesen war ein solches Symbol nicht bekannt.

Ein weiteres Augensymbol weist Croft den Weg zum Schloss für den Schlüssel, den ihr Powell abgenommen hat.

Das Schloss wird abermals von einem zwölfzackigen Sonnensymbol umringt. Hinzu kommt ein kleinerer achtzackiger Stern der Isis.

Powell, der inzwischen mit Laras ehemaligen Kollegen Alex West (Daniel Craig) zusammenarbeitet, muss erkennen, dass er vor dem falschen Schloss steht. Auf Alex‘ Rat hin vertraut er Lara den Schlüssel an, die damit einen Mechanismus in Gang setzt.

Im Zentrum des Mechanismus steht eine sechsarmige Statue mit einem grünen Glasbehälter im Schoss. Auf diesem Gefäß befinden sich vorne Schlagen, was ziemlich unverhohlen auf den Schlangenphallus von Baphomet anspielt.

Um jeden Zweifel auszuräumen, durchsticht die Grabräuberin den Behälter mit einem Balken, woraufhin dieser seinen Inhalt ejakuliert. Eine ziemlich versaute Symbolik.

In der Folge wird zwar die erste Hälfte der Pyramide freigegeben, allerdings tritt dabei auch Black Goo aus, welches in jede Ritze fließt.

Diese ölige Substanz lässt die Affenstatuen und zum Schluss auch die steinerne Gottheit zum Leben erwachen. Okay, es ist definitiv ein Fantasy-Film.

Nachdem Croft sowohl den Steinmonstern als auch Powells Team entkommen ist, geht die Reise weiter nach Venedig. Dort trifft Lara in einer Illuminatenloge erneut auf Powell, der ihr eine Zusammenarbeit anbietet und ihr offenbart, dass ihr Vater ebenfalls ein Erleuchteter war. Auf die letzte Offenbarung reagiert sie angepisst und wirft ein Messer in das allsehende Auge. Übrigens ist das überhaupt kein Illuminatensymbol, wie hier fälschlich unterstellt wird. Zumindest nicht, wenn damit Adam Weishaupts Orden gemeint sein sollte.

Als Powell ihr droht, zeigt er mit dem Messer auf Laras linkes Auge, was wieder einmal sehr symbolbeladen ist. Schlussendlich geht sie widerwillig auf sein Angebot einer Zusammenarbeit ein, da auch sie die zweite Hälfte der Pyramide finden möchte.

Die Suche führt sie nach Sibirien, wo die Ruinen der antiken Stadt in einem Meteoritenkrater liegen. Hier werden nun wirklich alle Mythen willkürlich zusammengeworfen, denn Sibirien ist tatsächlich für den Tunguska-Meteoriten bekannt. Dieser ist allerdings nicht in der Antike eingeschlagen, sondern 1908 in der Luft explodiert.

Noch unwirklicher ist die aufziehende Sonnenfinsternis, womit nicht nur alle Planeten, sondern auch der Erdmond in einer Linie stehen. Aber irgendwie muss man ja die Linearkonstellation veranschaulichen, wobei die anderen Planeten schlichtweg zu weit entfernt sind, um alle gleichzeitig von der Erde aus sichtbar sein zu können.

Ein weiteres Modell des Sonnensystems gibt es in den Ruinen. Das gesuchte Teilartefakt befindet sich natürlich in der Sonnenkugel, wo auch sonst.

In den Ruinen treten überall leuchtende Orbs auf, bei denen es sich um Zeitphänomene handelt. Als ein Schlittenhund durch einen der Orbs springt, skelettiert er augenblicklich und tritt zu neuem Leben erwacht wieder heraus.

Croft gelingt es natürlich, die zweite Pyramidenhälfte zu finden.

Sie überreicht sie dem Oberilluminaten, wohl wissend, dass noch etwas fehlt.

Kurz darauf lässt Powell seinen Meister erschießen, da er selbst seinen Gottkomplex ausleben will. Doch dazu braucht er noch ein sandkorngroßes Teilstück der Pyramide, welches in Laras Schlüssel versteckt ist.

Um alles zusammenzufügen nutzt Lara eine Zeitanomalie, die sich über einer Pyramide an der Wand öffnet. Damit wäre auch die aufgehende Sonne über der Pyramide mit Auge abgehakt.

Croft und Powell werden in eine Art Paralleldimension gezogen, in der sie die Spitze einer Pyramide erklimmen müssen. Natürlich ist Lara schneller und wird so zur Herrscherin über Raum und Zeit. Sie macht den Mord an ihrem ehemaligen Kollegen Alex rückgängig und dreht den Dolch, den Powell auf sie geworfen hat, in die andere Richtung. Als die Zeit wieder normal läuft, geht der Dolch zurück an den Absender und es kommt zum finalen Kampf gegen den Endgegner. Das zusammengesetzte Pyramidenartefakt zerschießt Croft dabei in tausend Teile, damit seine Macht nie wieder missbraucht werden kann.

Powell hat damit keine Möglichkeit mehr, sich selbst zu retten. Er wird das Wassermannzeitalter nicht mehr miterleben, welches von dem Wassermannkopf über dem Torbogen hinter ihm angekündigt wird.

Nun muss Lara Croft nur noch aus der sibirischen Höhle entkommen, die hinter ihr einstürzt. Zum Glück hat sie noch die Schlittenhunde, aber keinen Schlitten. Sich auf bloßen Füßen von Hunden ziehen zu lassen, ist die unrealistischste Szene im ganzen Film! Jeder Mensch würde dabei sofort stolpern und stürzen, egal wie glatt der Boden ist. Selbst mit Skiern wäre diese Stuntfahrt mehr als gewagt, aber auf unebenen Schuhsohlen ist das schlichtweg lächerlich!

Fazit: Die Pyramide mit allsehendem Auge kommt in zahlreichen Hollywood-Filmen vor, doch in kaum einem so häufig wie im „Lara Croft: Tomb Rider“. Der Film nimmt dabei keine Rücksicht auf historische und kulturelle Zusammenhänge. Die gesamte Menschheitsgeschichte wird schlichtweg im freimaurerischen Sinne umgedeutet. Die Rolle der Illuminaten ist dabei bewusst diffus gehalten, da sich auch die höchsten Grade der Freimaurer als „Erleuchtete“ bezeichnen. So würde zumindest die Symbolik wieder Sinn machen.

Scott Pilgrim gegen den Rest Vernunft

von Joe Doe

„Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ basiert auf einer Graphic Novel von Bryan Lee O’Malley und wurde 2010 von Edgar Wright verfilmt, der zuletzt für den schwächsten Teil der neuen „Star Wars“-Trilogie „Die letzten Jedi“ verantwortlich war. Seine Adaption von „Scott Pilgrim“ ist dagegen nicht nur schwach, sondern schwachsinnig und obendrein vollgestopft mit okkulter Symbolik. Das fängt schon mit den Sig-Runen im Vorspann an.

Im Mittelpunkt steht besagter Scott Pilgrim, gespielt von Michael Cera, zu dessen Vita weitere hochgradig okkulte Filme wie „Das ist das Ende“ gehören. Seine Rolle Scott ist Mitglied in einer Rockband namens SexBobOmb und im Prinzip geht es im ganzen Film um kaum etwas anderes als Sex. Da er diesen nicht von seiner 5 Jahre jüngeren Freundin Knives (Ellen Wong) bekommt, träumt er längst von einer anderen Frau. Dabei ist die 17jährige sein größter Fan.

Der Übergang in eine andere Beziehung wird durch einen Schachbrettboden markiert. Ab diesem Zeitpunkt ist zudem nicht mehr ganz klar, was Scott träumt bzw. phantasiert und was Realität ist. Waren die comichaften Lautmalereien bis dahin noch als Stilelement akzeptabel, nimmt der Film mit durchschreiten dieser ersten Dimensionstür eine Wendung ins Absurde.

Die nächste Tür, welche direkt ins Bett von Scotts Traumfrau Ramona (Mary Elizabeth Winstead) führt, ist derweil mit einem schwarzen Pentagramm markiert.

Zum Abschied gibt sie ihm ihre Telefonnummer, welche zweimal die 66 enthält und in der Quersumme 55 ergibt. Darunter stehen sieben Xe, die für ihre sieben Ex-Lover stehen. Das X hat hier also einen direkten Bezug zu Sex.

Auf einem Konzert der Band SexBobOmb trifft Scott auf den ersten Ex von Ramona, der sich selbst als „teuflischer Ex-Lover“ vorstellt und dabei die 666-Handgeste macht.

Um jeden Zweifel auszuräumen, dass hier Satanismus im Spiel ist, besitzt der Ex paranormale Fähigkeiten wie Levitation und Pyrokinese. Außerdem kann er dämonische Begleiterinnen herbeirufen, die alle ein schwarzes Pentagramm auf dem Shirt tragen

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um geflügelte Repiloide mit spitzen Zähnen und geschlitzten Pupillen. Spätestens ab hier dürfte klar sein, dass es sich um keinen normalen „Coming of Age“-Film handelt.

Der Kampf gegen den teuflischen Ex-Lover findet selbstverständlich auf einem Schachbrettboden statt.

Da Scott nun offen für eine Beziehung zu Ramona kämpft, muss er endlich mit Knives Schluss machen. Passend dazu trägt er ein T-Shirt mit Totenschädel.

Beim Übergang zur neuen Freundin ist wieder ein Schachbrettboden im Hintergrund zu sehen.

Bevor er jedoch Ramona für sich allein haben kann, muss er auch ihre anderen Ex-Lover im Kampf besiegen. Der nächste ist der Filmstar Lucas Lee (Chris Evans), der unfairerweise gleich seine sämtlichen Stuntdoubles mit antreten lässt. Auf den Skateboards und auch als Tattoo trägt Lee ein auf dem Kopf stehendes Tau.

Der Kampf findet im Schatten des Vollmondes statt, der in dieser Einstellung durch ein Stromkabel durchtrennt ist. Die Spaltung des Mondes ist dabei kein Zufall, wie sich später noch zeigen wird.

Am nächsten Tag macht sich Scott Gedanken darüber, dass Ramona sieben Ex-Lover hat, was sich in seiner Umgebung widerspiegelt.

Ein eingekreistes X an seinem Ärmel, welches bereits ankündigt, dass sie auch ihn irgendwann verlassen wird, reißt er ab und wirft es auf den Boden. Symbolisch bedeutet dies, dass er sie nach nur einem One-Night-Stand nicht aufgeben will.

Die Aufschrift seines nächsten T-Shirts ist schon weniger leicht zu deuten. „SARS“ ist eine tödliche Infektionserkrankung der Atemwege, die sieben Jahre vor dem Filmdreh wütete.

Quelle

Einfacher ist da schon wieder das nächste Konzertplakat von SexBobOmb zu deuten, welches von zahlreichen Pentagrammen übersät ist. Außerdem gibt es auf der linken Seite ein Logo aus umgedrehten Pyramiden, welches später noch eine wichtige Rolle spielen soll.

Beim Auftritt trägt Scott ein weiteres Pentagramm auf dem T-Shirt. Außerdem hat es die Aufschrift „Zero“, was möglicherweise andeuten soll, dass er eine Null ist.

SexBobOmb treten jedenfalls nur als Vorband für Clash at Demonhead auf. Deren Sängerin, die zufällig Scotts Ex ist, macht ihrem Bandnamen alle Ehre und präsentiert sich als Schlangenträgerin. Sie trägt eine Schlange als Ring und zwei Ouroboros-Schlangen als Ohrringe.

Ihr aktueller Macker Todd (Brandon Routh) ist derweil der dritte teuflische Ex-Lover von Ramona. Welch ein unglaublicher Zufall, dass ihre jeweiligen Ex-Partner zueinander gefunden haben. Da fragt man sich, warum die beiden überhaupt eifersüchtig reagieren, wenn sie doch längst wieder andere Beziehungen eingegangen sind? Wie es scheint, geht es hier schlichtweg um Kontrolle. Die Frau wird zum Besitz des Mannes und bleibt dies auch, wenn er bereits eine andere hat.

Der dritte teuflische Ex-Lover hat auf jeden Fall wieder einmal paranormale Fähigkeiten und seine leuchtenden Augen deuten auf dämonische Besessenheit hin.

Wie Ramona anmerkt, hat ihr Todd einst „ein Loch in den Mond gehauen“. Das ist nun schon die zweite Anspielung auf einen lunaren Anschlag. Da ein solches Ereignis schon in Dutzenden anderen Filmen und Serien angekündigt wird, mag man hier nicht mehr an Zufälle glauben.

Mit der 3 auf dem T-Shirt lässt sich derweil super spielen. Zweimal nebeneinander ergibt dies die Anzahl der Freimaurergrade nach schottischem Ritus. Man wird das Gefühl nicht los, dass es bei den Kämpfen gegen die Ex-Lover eigentlich um den Aufstieg Scott Pilgrams in der Freimaurerhierarchie geht.

Wie zur Bestätigung gibt es beim nächsten „Bass Battle“ wieder einen Schachbrettboden. Die Art, wie Scott seinen Kontrahenten Todd besiegt, ist dabei mehr als skurril. Todd ist Veganer und nachdem Scott ihm einen Drink mit Sahne angedreht hat, erscheint die Veganpolice und beraubt ihn seiner paranormalen Kräfte. Ob das eine Anspielung darauf sein soll, dass vegane Ernährung genauso esoterischer Bullshit ist wie Superkräfte?

Die nächste Konfrontation lässt nicht lange auf sich warten. Sie wird von der Hausnummer 4 angekündigt, wo Scott auf einer Party die nächste Exfreundin von Ramona kennenlernt.

Ja richtig, es geht diesmal um eine Frau. Dabei ist Ramona doch eindeutig hetero. Eine Erklärung könnte sein, dass sie unter einer multiplen Persönlichkeitsspaltung leidet und eine ihrer Persönlichkeiten lesbisch ist. Darauf deuten zumindest die zerbrochenen Spiegel bei der Zerstörung einer Diskokugel hin.

Der fünfte Kampf findet dann wieder bei einem Bandduell statt. Auf dem Konzertplakat steht ganz unten „Ninth Circle“, womit ziemlich deutlich auf den neunten Kreis der Hölle verwiesen wird.

Diesmal muss es Scott gleich gegen zwei Gegner aufnehmen, denn Ramona war mit Zwillingen zusammen. Zumindest wird der Film dadurch um einen Kampf verkürzt, denn langsam fängt diese krude Story gewaltig an zu nerven. Gleiches gilt für die Symbolik, die bei den Zwillingen durch ein Yin-Yang auf den Punkt gebracht wird.

Im ersten Anlauf zerstören die beiden Gegner mit ihrer Soundwave das Hallendach. Dort wird erneut der Vollmond sichtbar. Doch halt! Dieser Kampf findet Tage nach dem zweiten statt und es ist immer noch Vollmond? Hier verstößt die okkulte Symbolik eindeutig gegen Naturgesetze!

Aber scheiß auf die Naturgesetze. Mit Musik lassen sich auch keine Dämonen heraufbeschwören wie auf diesem Konzert. Bei den asiatischen Zwillingen sind es natürlich Drachen, deren Erscheinen vom Publikum mit Baphomet-Gesten honoriert wird.

Nach diesem kruden Effektfeuerwerk trifft Scott endlich auf den Bossgegner, der auf der Spitze einer Pyramide residiert. Der Name Gideon Gordon Graves (Jason Schwartzman) ist dabei ebenfalls von symbolischer Bedeutung. Alle Namensteile beginnen mit einem G, dem siebten Buchstaben des Alphabets. Statt der 666 gibt es also eine 777, der u.a. von Aleister Crowley eine noch höhere Bedeutung zugeschrieben wird.

Gideon trägt außerdem die Farben der Venus, weiß und rot, womit er gleichermaßen Luzifer und Satan repräsentiert. Die umgedrehte Pyramide, die auf einem der Konzertplakate zu sehen war, ist zudem sein Logo. Ramona betrachtet er als seinen Besitz, was durch diverse Gesten verdeutlicht und auch in einer Zwischensequenz sehr genau erläutert wird.

Am offensichtlichsten ist der Chip mit Gideons Logo. Wenn das mal keine Anspielung auf technologische Massenkontrolle ist.

Scotts Bandkollegen stehen ebenfalls unter Kontrolle, allerdings auf freiwilliger Basis. Sie haben ihre Seelen für Geld und Ruhm verkauft. Passend dazu sind sie in freimaurerischem Schwarz/Weiß gekleidet, einer sogar mit Krawatte.

Scott wird von Gideon ebenfalls ein Deal angeboten, den er jedoch ablehnt. Für ihn ist der Kampf um Ramona eine Herzensangelegenheit, weshalb ihm ein Samuraischwert aus dem flammenden Herz entspringt.

Mit diesem zerlegt er erst einmal eine Schar von Gegnern, die wie in einem Videospiel zu Münzen zerfallen. Das Ganze natürlich abermals auf einem Schachbrettboden.

Der Endgegner hat derweil ein Cybersamuraischwert mit Totenkopf am Griff. Und tatsächlich verliert Scott in der ersten Runde sein Leben.

Zum Glück hat Pilgrim noch ein Bonusleben sowie etwas Hilfe von seiner Ex Knives, die diesmal ihrem Namen alle Ehre macht und mit Messern aufkreuzt. Allerdings trägt auch sie die Farben des freimaurerischen Schachbretts.

Gemeinsam besiegen sie Gideon, wobei die umherfliegenden Münzen wie eine Blutfontäne aussehen.

Am Ende beider Endkämpfe steht Scott auf der Spitze der 23-stufigen Pyramide. Einmal mit Ramona und beim zweiten Mal mit Knives. Nach dem endgültigen Sieg über Gideon ist sogar die Spitze der Pyramide illuminiert, wobei die 23 Stufen ein direkter Hinweis auf die Illuminaten sind. Hier wird nichts Geringeres symbolisiert als Pilgrims Erleuchtung, wobei sein Name nunmehr auch einen Sinn ergibt, da er eine Art Pilger ist.

Zum Schluss darf er sich dafür auch frei zwischen Knives und Ramona entscheiden, wobei die Wahl irgendwie vorhersehbar ist. Er kommt aus einem Tor mit der umgedrehten Pyramide und verabschiedet sich durch die Tür mit dem schwarzen Pentagramm.

Fazit: Was augenscheinlich als durchgeknallter „Coming of Age“-Film daherkommt, ist bei genauerer Betrachtung eine freimaurerische Erleuchtungsgeschichte. Außerdem wird einmal mehr vermittelt, dass jede Band, die in der okkulten Musikindustrie erfolgreich sein will, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen hat. Diese tieferen Bedeutungen dürften den meisten jungen Zuschauern jedoch entgehen, da diese die Symbole kaum zu deuten wissen werden.

The Zero Theorem – Zero Sense

von Joe Doe

Filme, die eine rein freimaurerische Idee vermitteln, sind zuweilen sehr anstrengend. Das normale Publikum, welches die okkulte Bildsprache nicht zu deuten weiß, dürfte kaum einen Sinn in dem Gezeigten erkennen. „Zero Theorem“ aus dem Jahr 2013 ist solch ein Film, der keinen Bezug zur Lebensrealität der Menschen hat. Er zeigt eine Dystopie, welche zu bizarr ist, um sich darin hineinzuversetzen.

Im Zentrum dessen, was wohl eine Handlung darstellen soll, steht der glatzköpfige Qohen (Christoph Waltz), der von sich selbst in der ersten Form Plural zu sprechen pflegt. Ob dies ein Anzeichen einer multiplen Persönlichkeitsstörung sein soll, wird nicht ganz klar. Gestört ist er aber auf jeden Fall, genauso wie all seine Mitmenschen.

Qohen lebt in einer heruntergekommenen Kirche, die Gott schon vor sehr langer Zeit verlassen hat. Erbaut wurde sie jedenfalls von Freimaurern, denn schon in der Eröffnungsszene sieht man den ersten Schachbrettboden. Im Prinzip spielt sich ein Großteil von Qohens Leben auf dem Schachbrett der Loge ab, auf dem er allerdings nur ein jämmerlicher Bauer ist.

Seine Heimat ist offensichtlich London, wie man an den Bussen unschwer erkennen kann. In der Realität haben diese jedoch keine Schachbrettmuster an den Ecken. Auffällig ist außerdem die Werbeanzeige an der Front. Dort ist ein blonder Politiker zu sehen, der große Ähnlichkeit mit Boris Johnson aufweist. Da der Film in einer dystopischen Zukunft angesiedelt ist und Johnson erst sechs Jahre nach Erscheinen des Films zum Premierminister Großbritanniens gewählt wurde, könnte es sich hierbei um eine versteckte Ankündigung handeln.

In dieser grauenhaften Zukunft arbeitet Qohen für eine IT-Firma namens Mancom. Deren Logo ist ein allsehendes Auge.

Passend dazu hängen überall im Firmengebäude Poster mit der Aufschrift „Alles ist unter Kontrolle“. Unter totaler Kontrolle, um genau zu sein.

Vom Chef (Matt Damon), der sich schlicht Management nennt, erwartet Qohen eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn seines Lebens. Stattdessen erhält er auf einer kruden Party aber nur nutzlose Kommentare von seinem Boss. Dieser trägt stets schwarz/weiße Klamotten, die dem jeweiligen Hintergrund angepasst sind. Außerdem hat er die Gabe, sich in kürzester Zeit umziehen zu können.

Qohens Aufgabe bei Mancom ist es, Entitäten zu knacken. Wobei Entitäten eigentlich der falsche Begriff ist, da es sich um mathematische Formeln handelt. Die Daten laufen in einer unterirdischen Zentrale zusammen, deren Portal mit Sonnensymbolen geschmückt ist. Diese werden zum Ende noch eine Rolle spielen.

Der Komplex ist wenig einladend und das Domizil des Praktikanten Bob (Lucas Hedges), der seinerseits alle Menschen Bob nennt.

An den Seiten des Zentralkerns befinden sich Datenzuflüsse, die mit achtzackigen Sternen verziert sind.

In der virtuellen Welt, in der Qohen die mathematischen Formeln zusammensetzen muss, ist dagegen alles kubisch. Behauene Steine für bekloppte Angestellte.

Nachdem die Arbeit im Firmensitz nicht so recht voran geht, wird dem Glatzkopf die Heimarbeit gestattet. Dort kann er die Kuben wenigstens auf dem freimaurerischen Schachbrett sortieren.

Bewacht wird er dabei von zwei weißen Venustauben.

Nachts träumt Qohen stets von einem schwarzen Loch, was sein inhaltsleeres Leben gut auf den Punkt bringt.

Zuweilen bekommt er Besuch von durchgeknallten Leuten, darunter eine als Krankenschwester verkleidete Frau, die ihn erst anbaggert, dann aber einen Rückzieher macht.

Noch verrückter ist ein Vorgesetzter, der zuweilen einen Zwerg als Verstärkung dabei hat.

Die Krankenschwester taucht später noch einmal als Lady in Rot auf und vermacht Qohen einen Cyberanzug, mit dem er virtuelle Welten aufsuchen kann. Bainsley (MélanieThierry) stellt offensichtlich eine Verführung für ihn dar und passend dazu gibt es im Hintergrund ein teuflisches Hexagramm. Als Davidstern lässt es sich hier jedenfalls nicht deuten, da das Gebäude wie bereits erwähnt eine Kirche ist und keine Synagoge.

Bevor Qohen sich auf die virtuelle Ebene einlässt, gibt es erst einmal Pizza. Geliefert wird sie von einem halbnackten Busenwunder, der Bob unentwegt auf die Titten starrt.

Qohen hat derweil nur Augen für Bainsley, mit der er sich auf einer virtuellen Insel im Cyberspace trifft. Die Champusflasche ist dabei ziemlich eindeutig als Phallussymbol gedacht.

Da Bainsley jedoch keinen Cybersex mit dem Entitätenknacker haben will, sucht dieser später einschlägige Pornoportale auf. Ab hier dreht sich eigentlich alles nur noch um Sex, mit dem Qohen sein inhaltsloses Leben auszufüllen versucht.

Der Schachbrettboden ist auch in der Pornowelt nicht weit, sodass das Ganze schon fast einen rituellen Charakter bekommt.

Ficken bis der Arzt kommt, das dachten sich wohl auch die Besucher eines Sex-Shops, vor dem ein Krankenwagen parkt. Bestimmt ein akuter Anfall von Tripper.

Aber was soll man auch anderes in einer Welt machen, in der sonst alles verboten ist? Die Verbotsschilder sind übrigens zu einem X angeordnet, was wohl auf das Rating anspielt.

Qohen unterhält sich auf diesem öffentlichen Platz gerade mit einem Kollegen über sein fortgeschrittenes Alter, als er vom Tod erschreckt wird. Okkulte Symbolik kann zuweilen recht zynisch sein.

Letztendlich versucht Qohen, aus seinem Hamsterrad auszubrechen und zerstört als erstes die zahllosen Kameras in seiner Kirche. Eine ist anstelle eines Kopfes auf die Schultern von Jesus montiert, womit hier aber sicher nicht das allsehende Auge Gottes gemeint ist, sondern das des Arbeitgebers.

Nachdem Qohen eine Ewigkeit auf den Anruf seines Chefs gewartet und dabei seine Lebenszeit vertrödelt hat, konfrontiert er ihn schließlich in der Zentrale direkt mit der alles entscheidenden Frage. Doch Management erfüllt ihm nicht den Wunsch nach einem Lebenssinn.

Qohen zerstört daraufhin den Datenkern, der sich jedoch selbst umgehend wieder repariert, nur um schlussendlich doch wieder in die Luft zu fliegen.

Nach dem Sinn all dessen sollte lieber nicht gefragt werden, da alles so sinnlos ist wie Qohens Leben. Warum sich also Gedanken darüber machen, dass im Innern der Maschine ein schwarzes Loch lauert, welches alle eingespeisten Lebensdaten verschlingt? Sicher, das ist Symbolsprache, aber der Realismus hat sich gleichermaßen längst ins schwarze Loch verabschiedet.

Als Zugabe springt schließlich auch Qohen ins Loch. Überraschenderweise landet er dadurch auf der idyllischen Insel im Cyberspace. Dort steht er nackt am Strand herum und streichelt die Sonne. War ja klar, dass wieder einmal alles auf eine freimaurerische Erleuchtungsgeschichte hinausläuft.

Fazit: “The Zero Theorem“ ist von vorne bis hinten gequirlte Scheiße. Zwar verbirgt sich hinter der skurrilen Fassade eine freimaurerische Gedankenwelt, diese wird jedoch in derart obskuren Farben gemalt, dass man es als vernunftbegabter Zuschauer kaum aushält. Man fühlt sich danach absolut nicht erleuchtet, sondern eher hinters Licht geführt. Lediglich Fans von abstrakter Kunst kommen hier auf ihre Kosten, sofern sie denn Meister vom Stuhlgang sind.