Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

06 Salinta_4

Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

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Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

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Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

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Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

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Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

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Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

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Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

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Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

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Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

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Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

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Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

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Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

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Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

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Angriffsziel New York – Und täglich grüßt der Inside Job

Wie jedes Jahr am 11. September ist das TV-Programm voll von billigen Propaganda-Filmen wie „World Trade Center“ oder „Flug 93“. Nicht zu vergessen die unzähligen Dokumentationen, welche nach mehr als 10 Jahren immer noch einen großen Bogen um sämtliche Ungereimtheiten und offensichtlichen Bildmontagen machen. Sogar die Computeranimationen vom Einsturz des World Trade Centers, welche nichts mit der Realität von 2001 zu tun haben, werden alljährlich wiedergekäut. Eine Lüge wird jedoch nicht glaubhafter, indem man sie in Dauerschleife wiederholt.

Während diese Lüge nun Jahr für Jahr eine Renaissance feiert, könnte der nächste Inside Job schon längst in Planung sein. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass das 9/11-Ritual in Filmen, Videospielen und der Pop-Okkultur angekündigt wurde. Verfolgt man diese Spur weiter, so mehren sich inzwischen die Zeichen für einen erneuten Angriff auf den „Big Apple“, was übrigens eine Anspielung auf den Sündenfall ist.

Entsprechend göttlich fällt die Strafe in „Deep Impact“ von 1998 aus.

NY Sintflut_1

In „The Day after Tomorrow“ aus dem Jahr 2004 wird New York abermals von einer Sintflut biblischen Ausmaßes getroffen. Das Wasser könnte dabei allerdings für Wasserstoff stehen, wie die folgenden Beispiele nahe legen.

NY Flutwelle_1

NY Flutwelle_2

Im 2008 erschienenen „Cloverfield“ wütet ein verstrahltes Monster durch Manhattan und reißt dabei der Freiheitsstatue den Schädel weg.

Cloverfield

In „Know1ng“ von 2009 wird New York durch einen Sonnensturm ausgelöscht. Dieser ist symbolisch zu verstehen und könnte auf eine nukleare Explosion hindeuten.

Apokalypse New York_1

Apokalypse New York_2

Im 2011 erschienen „The Divide“ werden die Verantwortlichen schon etwas konkreter. New York wird in diesem abartigen Streifen mit einem nuklearen Erstschlag ausgelöscht, für den mutmaßlich die Nordkoreaner verantwortlich gemacht werden.

The Divide Poster

Wie ernst diese Drohung zu nehmen ist, zeigt die Pyramide mit Auge, die im Laufe des Films im Hintergrund zu sehen ist.

Satanic Illuminati

Ähnlich direkt ist der Serienpilotfilm von „Rewind“ aus dem Jahr 2013. In diesem Zeitreiseabenteuer wird New York zu Beginn von einem nuklearen Terroranschlag erschüttert, bei dem 9 Millionen Menschen sterben. Die geplante Serie wurde anschließend gecancelt, weil sie wohl schon zu viel verraten hat. Man denke nur an die Absetzung der „Lone Gunmen“, nachdem in diesem „Akte-X“-Spin off 9/11 ebenso detailliert vorweggenommen wurde.

Rewind New York

In „The Amazing Spider-Man“ von 2012 ist man vom nuklearen Szenario zu einem Biowaffenanschlag übergegangen. Das Toxin verwandelt Menschen übrigens in Reptiloide.

Repto Attack

Zwei Jahre später erschien „Teenage Mutant Ninja Turtles“ mit einem ganz ähnlichen Plot, der ebenfalls Reptilien beinhaltet. Abermals soll eine biologische Waffe an der Spitze eines Hochhaussendemastes gezündet werden und diesmal wird sogar offen zugegeben, dass es sich um einen Inside Job handelt.

NY Bio Attack

In „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“ von 2013 sind es mal wieder Monster. Also ebenfalls Biowaffen, wenn man so will.

NY destroyed by Burgers

In der letzten Superman-Verfilmung „Man of Steel“, die ebenfalls 2013 in die Kinos kam, findet die finale Schlacht in New York statt, wobei große Gebiete der Innenstadt zertrümmert werden.

NY in Flammen

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass Aliens den Big Apple heimsuchen. New York gehörte bereits 1996 in „Independence Day“ zu den Hauptangriffszielen der Außerirdischen.

ID4 New York

Wird New York also im Zuge des Blue Beam Project attackiert oder schon vorab mit Biowaffen attackiert oder nuklear ausgelöscht? In letzterem Fall würde man die Schuld wohl Nordkorea, China oder Russland geben, was ein willkommener Anlass für einen dritten Weltkrieg wäre.

Know1ng – Prophetische Zahlenmystik

von Shinzon

Mit „Know1ng“ wagt sich Alex Proyas, der bereits den Mind Control-Film „Dark City“ drehte, an das Thema Numerologie heran. Wie alle seine Filme ist auch dieser bildgewaltig und spannend erzählt. In Bezug auf okkulte Symbolik ist „Know1ng“ allerdings das wohl bedeutendste Werk von Proyas. Als solches beginnt es auch gleich mit etwas Numerologie.

Zahlencode Vorspann 33

Vor dem eigentlichen Vorspann startet der Film mit einer Szene 50 Jahre in der Vergangenheit. Ein kleines Schulmädchen namens Lucinda Embry (Lara Robinson) hört unheimliche Stimmen, die ihr unentwegt zuflüstern. Als Lucindas Idee, zur Einweihung der Schule eine Zeitkapsel zu vergraben, ausgewählt wird, sollen die Schüler ihre Zukunftsvisionen zu Papier bringen. Doch während alle Kinder Bilder malen, schreibt Lucinda endlos lange Zahlenkolonnen. Selbst nachdem die Zeitkapsel bereits vergraben ist, kann Lucinda nicht von ihrem Werk ablassen und ritzt mit ihren Fingernägeln weitere Zahlen in eine Tür, bis die Finger bluten.

Zunächst haben wir es hier mit einem Channeling zu tun. Lucinda erhält telepathische Informationen, die sie zwanghaft zu Papier bringen muss. Man nennt diese Form des Channeling auch automatisches Schreiben. Des Weiteren fällt der Name des Mädchens auf. Namen wie Lucius, Lucy und Lucinda werden von Okkultisten gerne als Synonym für Lucifer genommen. Es geht hier also um ein vom Teufel besessenes Kind, welches durch okkulte Praktiken Informationen über die Zukunft erhält.

Automatisches Schreiben Lucinda

Um was für Informationen es sich handelt, wird 50 Jahre später der Astrophysik-Professor Jonathan Koestler (Nicolas Cage) herausfinden. Sein Sohn Caleb (Chandler Canterbury), dem er gleich nach dem Vorspann ausgerechnet den Planeten Saturn zeigt, geht nämlich auf dieselbe Schule wie Lucinda. Als die Zeitkapsel, welche sich passenderweise unter einem achtzackigen Ištar-Stern befindet, ausgegraben wird und die Briefe der Kinder von damals an die Schüler verteilt werden, erhält Caleb ausgerechnet Lucindas Zahlenkolonnen.

Ištar-Sternkapsel

Zu Beginn lehrt Prof. Koestler seine Studenten noch den Unterschied zwischen Zufall und Determinismus. Schon bald wird er ein Anhänger des Letzteren werden. Sein Sohn vermutet bereits, dass es sich bei Lucindas Vermächtnis um ein Zahlenrätsel handeln könnte. Als Jonathan aus Versehen ein übergelaufenes Glas Whisky auf dem Zettel abstellt, werden einige Zahlen eingekreist, die sein Interesse erregen. Darunter wie vorherbestimmt das Datum und die Opferzahlen der 9/11-Anschläge von 2001. Eine bitterböse Anspielung darauf, dass Hollywood die Anschläge mehrfach unterschwellig angekündigt hatte.

911 Angaben

Schnell findet Prof. Koestler heraus, dass auch die anderen Zahlen im Zusammenhang mit großen Katastrophen stehen, die Lucinda präzise vorausgesagt hat. Unter den Angaben befinden sich auch jene des Hotelbrandes, bei dem Jonathans Frau umgekommen ist. Hätte er die Prophezeiungen eher erhalten, hätte er sie vielleicht retten können.

Jonathans Entdeckung löst bei seinen Mitmenschen natürlich sofort Ablehnung aus. Sein Kollege am MIT-Observatorium meint, dass sich seine Theorie wahnsinnig anhört und verweist auf nicht umrandete Zahlen, die offenbar keine Bedeutung haben. Also doch alles nur Zufall? Jonathans Kollege nennt einige Systeme, die nach Bedeutung in Zahlen suchen, darunter die Kabbala und den Pythagoras-Kult. Im Film geht es um nichts anderes, als diesen Systemen Recht zu geben und damit okkulte Numerologie zu propagieren.

Prof. Koestler gibt die Suche nach Antworten nicht auf und sucht Lucindas alte Lehrerin (Alethea McGrath) im Altenheim auf. Hier findet sich wieder Numerologie nebst okkulter Symbolik, denn die alte Dame wohnt im Zimmer Nr. 6 und schielt zunächst mit dem linken (Horus-)Auge aus dem Türspalt.

Zimmer 6

Wirklich viel erfährt Jonathan nicht von Mrs. Taylor. Außer, dass Lucinda sich in einer Kammer unter der Sporthalle versteckt und dort Zahlen in die Tür geritzt hat. Inzwischen ist sie jedoch verstorben, womit diese Spur im wahrsten Sinne des Wortes tot ist.

Wieder daheim, versucht er über die Schule an weitere Informationen zu bekommen, während sein Sohn von den unheimlichen Flüstermenschen heimgesucht wird. Diese sehen aus wie die berüchtigten Nordic-Aliens (groß und blond) und treten wie Men in Black auf. Tatsächlich gibt es einige Zeugenberichte, in welchen die Man in Black als „seltsam“ und sogar „außerirdisch“ beschrieben werden. Interessant, dass der Film solche Vorwälle aufgreift. In jedem Falle sind die Flüstermenschen extrem gruslig und verfolgen den kleinen Caleb bereits seit dem Heben der Zeitkapsel. In der Nähe der Schule trat eines dieser Wesen wohl nicht zufällig neben zwei roten Pentagrammen auf.

Flüstermensch Pentagramme

Bei ihrem zweiten Auftritt überreichen sie Caleb einen schwarzen Stein. Sein Vater warnt ihn daraufhin, sich keinen Fremden anzuvertrauen. Nicht nur, weil Pädophile genau auf diese Weise – mit kleinen Geschenken – vorgehen. Diese Wesen sind noch eine Spur unheimlicher.

Flüsterstein

In der folgenden Nacht durchforstet Jonathan die Nachrichten. Dabei fällt eine Meldung auf, in der es um eine havarierte Bohrinsel im Golf von Mexiko geht. Man bedenke: Der Film ist von 2009 und ein Jahr später kam es zur Katastrophe auf der Deep Water Horizon, welche im Golf von Mexiko liegt. Bei einem Film, der sich mit Numerologie und der Vorhersage von Katastrophen beschäftigt, mag man hier nicht mehr an Zufälle glauben. Sehr wahrscheinlich war das „Unglück“ auf der Deep Water Horizon genauso ein inszeniertes Ritual wie die 9/11-Anschläge. Zumal letztere im Film ja ebenfalls rückwirkend angekündigt werden.

Deep Water Horizon Ankündigung

Die Prophezeiungen erfüllen dabei weniger einen göttlichen Plan, als viel mehr einen diabolischen. Als die Meldung über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beginnt, ist es gerade exakt Mitternacht und Jonathan greift zu Lucindas Zahlenkolonnen. Dabei wird ganz gezielt eine 666 in die Bildmitte platziert. Wer da noch von Zufällen spricht, der hat einfach nicht kapiert, welche Mächte in Hollywood das Sagen haben.

666 Code

Die Stunden vor der Glotze rasen dahin und die nächste Überleitung beginnt wieder mit etwas Numerologie. Die Uhr springt auf 3:29 Uhr. 2+9 gibt 11 und das mal 3 macht 33.

3 Uhr 29

Die 33 findet sich auch schon zu Beginn des Films sowie mehrfach auf Lucindas Niederschrift wieder. Ganz prominent steht sie sogar am Ende der Prophezeiungen und gibt die letzte Opferzahl an.

33 EE

Am nächsten Tag verpennt Jonathan erwartungsgemäß und verpasst es fast, seinen Sohn von der Schule abzuholen. Während Caleb warten muss, steckt sein Vater im Stau fest. Ein Blick auf sein Navi verrät ihm, was es mit den scheinbar bedeutungslosen Zahlen auf sich hat. Es sind Koordinaten und er steht auf exakt auf denen, wo die nächste Katastrophe stattfinden soll.

Der Unfall, der den Stau verursacht hat, ist schon mal nicht gemeint, denn dabei gab es nur Verletzte. Doch kaum grübelt Jonathan darüber nach, was nun geschehen könnte, stürzt vor seiner Nase ein Flugzeug ab. Die Menschen kommen dabei auf besonders grausame Weise ums Leben, indem sie im Kerosinfeuer verbrennen. Wenn man diese Szene zum ersten Mal im Kino sieht, stockt einem der Atem, doch dieses Entsetzen ist wohl gewollt.

Flugzeugabsturz

Flammenopfer

Jonathans Eingreifen führt bei alledem genau zu den Opferzahlen, die Lucinda aufgeschrieben hat. Allen, die er retten kann, war es vorherbestimmt, zu überleben. Genauso wie es vorherbestimmt war, dass er das Rätsel löst und exakt so handelt. Doch wenn man die Katastrophen nicht verhindern kann, warum wurden Lucinda dann die entsprechenden Daten gechannelt? Nur damit ein Mensch begreift, dass eh alles sinnlos ist? Die Theorie der Parallelwelten, nach der jede Entscheidung ein Paralleluniversum entstehen lässt, hat in diesem Film jedenfalls keinen Platz.

In der darauf folgenden Nacht spricht Jonathan noch einmal mit seinem Arbeitskollegen, der total überrascht ist, dass die Prophezeiung eingetreten ist und die scheinbar unbedeutenden Zahlen ein sehr exakte Bedeutung haben. Während Jonathan einfach nur noch schlafen will, haben die Flüstermenschen mit seinem Sohn etwas anderes vor. Sie dringen in sein Zimmer ein und zeigen ihm apokalyptische Bilder von einer brennenden Erde. Also genau das, was kleine Kinder vor dem Schlafengehen sehen sollten.

Diese Szene ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum einen dürften wohl inzwischen alle darauf gekommen sein, dass die Flüstermenschen tatsächlich Aliens sind. Bei den Nordics handelt es sich laut Zeugenaussagen um Hybriden, die von den Grey gezüchtet werden. Die Grey sind wiederum dafür bekannt, dass sie ihre Opfer bereits im Kindesalter auswählen und nachts im Schlafzimmer heimsuchen. Nicht immer werden die Opfer dabei entführt. Handelt es sich nur um einen nächtlichen Besuch, sprechen die Betroffenen von einem „Bedroom Visitor“, also einem Schlafzimmerbesucher.

Bedroom Visitor

Über das Zeigen von apokalyptischen Bildern gibt es ebenfalls unzählige Zeugenaussagen. Der rote Himmel spielt dabei immer wieder eine zentrale Rolle und kündet laut Berichten von UFO-Entführungsopfern von einem katastrophalen Ereignis in der Zukunft. Es liegt nahe, dass sich Alex Proyas eingehender mit der Materie befasst hat. Entweder das, oder er ist möglicherweise selbst ein Betroffener. Auf jeden Fall kann diese Darstellung in einem solchen Zusammenhang kein Zufall sein.

Weltenbrandvision

Die Flüstermenschen sind allerdings eine Spur grausamer, als die Grey in der Realität. Sie zeigen Caleb nämlich nicht nur das Ende der Welt, sondern auch eine Herde bei lebendigem Leibe brennender Tiere. Welchem Zweck dient diese telepathisch übermittelte Vision, außer der Traumatisierung eines kleinen Kindes? Diese Szene ist einfach nur unnötig grausam und verschärft den dämonischen Eindruck, den die Flüstermenschen ohnehin schon hinterlassen.

Grillparty

Den nächsten Tag nutzt Jonathan, um Lucindas Tochter Diana Wayland (Rose Byrne) zu stalken. Da er sich von ihr mehr Informationen erhofft, arrangiert er ein Treffen im Naturkundemuseum. Dazu schickt er seinen Sohn Caleb vor, sich zu Dianas Tochter Abby (Lara Robinson) zu gesellen. Für sein Stalking erhält er selbstverständlich die entsprechende Quittung und Diana sucht das Weite, nachdem er sie auf seine Mutter und deren Prophezeiungen angesprochen hat.

Es braucht eine weitere Katastrophe, um auch sie zu überzeugen. Diese soll sich schon am nächsten Tag in New York ereignen. Da die Regierung gerade die Terrorwarnstufe erhöht hat, vermutet Prof. Koestler, dass es sich um einen Anschlag handeln wird. Abermals versucht er, Menschenleben zu retten. Er ruft bei der Polizei an und fährt am nächsten Tag persönlich zum Ort der Katastrophe. Und abermals versagt er bei seinem Vorhaben. Die geretteten Menschen ändern nichts an der prophezeiten Opferzahl.

Zudem handelt es sich um keinen Anschlag, sondern um ein U-Bahn-Unglück, welches in gewohnt drastischer Weise dargestellt wird. Bei genauem Hinhören kann man hier an einer Stelle den berühmten Wilhelmsschrei erkennen. Und bei genauem Hinsehen hat einer der Unglückzüge die teuflische Nr. 6.

U-Bahn 6

In den Abendnachrichten wird schließlich eine Parallele gezogen, auf die Prof. Koestler als Astrophysiker seltsamerweise nicht gekommen ist. Sowohl der Flugzeugabsturz als auch das U-Bahnunglück stehen in Zusammenhang mit der gesteigerten Sonnenaktivität. Wer genau aufgepasst hat, wird bereits bemerkt haben, dass der Film im Oktober spielt und in den Wetterberichten immer wieder von einem ungewöhnlich heißen Sommer die Rede ist. Der Film gibt damit nicht nur zu, dass der Klimawandel von der Sonne ausgeht, sondern kündigt bereits die finale Katastrophe an.

Deren Code hat Jonathan nicht ganz korrekt entschlüsselt, aber dafür erhält er unerwartete Hilfe von Diana Wayland, die abends vor seiner Haustür wartet. Unerwartet ist dabei nicht unbedingt, dass sie nach dem Eintreten der angekündigten Katastrophe dem ihr unbekannten Stalker Recht gibt. Viel mehr stellt sich die Frage, woher sie weiß, wo Prof. Koestler wohnt? Er hat ihr nämlich gar nicht seine Adresse gegeben. Er hat ihr nur erzählt, dass er am MIT arbeitet und auf welche Schule sein Sohn geht.

Jedenfalls ist Diana nunmehr bereit, mit Jonathan zur Hütte ihrer Mutter zu fahren. Nach den letzten Ereignissen ist sie nämlich besorgt, dass die letzte Katastrophe, bei der 33 Menschen sterben sollen, auch sie erwischen wird. Diese Sorge ist nicht unbegründet, denn ihre Mutter hat ihr immer wieder erzählt, dass das entsprechende Datum ihr Todestag sein wird. Es ist daher auch nahe liegend, dass sie ihre Hand ständig am Hals hält, um sich zu beruhigen. Ob in den folgenden Szenen die Freimaurergeste gemeint ist, bleibt also fraglich.

Dianas Hand am Hals

Bereits vor dem Haus ihrer Mutter fällt Diana auf, dass die letzte Zahl eigentlich keine 33 ist. Lucinda hat öfter Dinge verkehrt herum geschrieben, womit aus der 33 ein EE wird. Zu dem automatischen Schreiben und der Numerologie gesellen sich nun also noch Rückwärtsbotschaften – mehr Okkultismus geht nicht! Doch was bedeutet „EE“? Die Antwort findet Jonathan unter Lucindas altem Bett, wo sie mehrfach die Worte „Everyone Else“ (deutsch: alle anderen) eingeritzt hat.

Everyone Else

Es werden also in zwei Tagen alle Menschen ausnahmslos sterben. Das erklärt, warum Lucida keine weiteren Ereignisse prophezeit hat. Ebenso macht es Sinn, dass sie für das letzte Ereignis keine Koordinaten aufgeschrieben hat, weil es sich um eine globale Katastrophe handeln wird. Man muss auch nicht lange raten, um darauf zu kommen, dass hier wieder ein Zusammenhang mit der Sonnenaktivität besteht.

Während Diana und Jonathan diese Entdeckung machen, werden ihre Kinder im Auto einmal mehr von den Flüstermenschen bedrängt. Über diese gibt es in Lucindas Hütte auch einen kleinen Hinweis. Zwischen all den Katastrophenmeldungen hängt ein Bild von Hesekiels Begegnung mit einem UFO, neben dem das Biest der Apokalypse aus der Offenbarung des Johannes zu sehen ist. Erich von Däniken trifft auf Endzeit-Prophetie.

Hesekiel

Biest

Nachdem Caleb die Flüstermenschen mit einem Hieb auf die Autohupe vertrieben hat, heftet sich Jonathan an deren Fersen. Es gelingt ihm, eine der Schauergestalten auf einer Waldlichtung zu stellen, doch das Wesen blendet ihn mit einem Lichtstrahl aus seinem Mund. Damit dürfte dann wohl klar sein, dass die physische Erscheinung der Fremden nur eine Maske ist, hinter der sich etwas weitaus Unheimlicheres, Extradimensionales verbirgt.

Mundlampe

Zurück im Haus des Professors gesteht Diana, dass ihre Tochter ebenfalls schon seit Tagen von den Men in Black verfolgt wird. Abby ist es auch, die den Astrophysiker darauf hinweisen muss, dass die Sonne der Auslöser der Katastrophen sein wird und bereits mit den alten biblischen Prophezeiungen in Zusammenhang steht. Offensichtlich hat der Professor sein Fach verfehlt, wenn ihm das erst so spät bewusst wird. Dem aufmerksamen Zuschauer wird dagegen ziemlich schnell bewusst, dass hier wieder einmal mit der Symbolik des allsehenden Auges gespielt wird.

Sonniges Auge des Ra

Zusammen fahren die vier ins Sternenobservatorium, wo Jonathan seinen Kollegen vor einer kommenden Supersonneneruption warnt. An dieser Stelle fragt sich der Professor völlig zu recht, warum er die Prophezeiung überhaupt bekommen hat, wenn er die Katastrophe ohnehin nicht verhindern kann. Die extradimensionalen Besucher spielen offensichtlich nur mit den Menschen. Es muss ihnen direkt Vergnügen bereiten, die Menschen vor ihrem Tod in Panik zu versetzen, indem sie sie auf das nahende Ende hinweisen.

Das Ende an sich ist dabei nicht einmal völlig aus der Luft gegriffen. Eine Supersonneneruption ist keineswegs unmöglich, müsste aber schon direkt in Richtung Erde zielen, um Schaden anzurichten. Die meisten großen Eruptionen verfehlen die Erde. Dennoch scheint die herrschende Elite genügend besorgt zu sein, um schon seit Jahrzehnten große unterirdische Städte zu errichten – so genannte DUMBs (Deep Underground Military Bases). Ob diese etwas nützen würden, wenn die Erde tatsächlich von einer Supereruption getroffen wird, bleibt allerdings fraglich. Jonathan erzählt Diana jedenfalls nur von den Höhlen, um sie zu beruhigen.

Eine ähnliche Empfehlung gibt später auch die Regierung ab. Nur Jonathans Vater begegnet dem nahenden Weltuntergang mit Gelassenheit. Als Pfaffe ist er bereit, dem Tod ins Auge zu sehen, wenn sein Herr ihn ruft. Immerhin kann Jonathan noch seinen Frieden mit ihm schließen, bevor die Telefonverbindung aufgrund der starken Sonnenstrahlung abbricht. Kurz darauf will er zusammen mit Diana und den Kindern aufbrechen, doch Caleb ist gerade mit automatischem Schreiben beschäftigt. Daten für zukünftige Katastrophen machen jedoch nur Sinn, wenn einige Menschen überleben.

Jedenfalls liegen bei diesem okkulten Hokuspokus wieder einmal eine Pyramide und eine Handvoll Kuben auf dem Tisch und auf und an der Stuhllehne findet sich ein Rad des Lebens. Hinzu kommt die Figur eines Tyrannosaurus Rex, was wohl ein versteckter Hinweis darauf sein soll, dass die gechannelten Botschaften in Wahrheit von Reptiloiden stammen.

Automatisches Schreiben Caleb

Statt sich nun schleunigst auf den Weg zu den Höhlen zu machen, fährt Jonathan noch einmal zur Schule und klaut die Tür, in die Lucinda vor 50 Jahren Zahlen eingeritzt hat. Und siehe da, sie hat doch Koordinaten angegeben. Allerdings nicht die Koordinaten der Katastrophe, sondern die für einen Abholpunkt. Während Koestler daheim nach den Zahlen sucht, schnappt sich Diana die Kinder und fährt los.

Als sie an einer Tankstelle hält, entführen die Flüstermenschen Caleb und Abby mit Dianas Auto. Während der anschließenden Verfolgungsjagd wird Dianas geklautes Fahrzeug von einem LKW erfasst und sie stirbt Punkt 12 Uhr, also am nächsten Tag, den ihr ihre Mutter als Todestag prophezeit hat. Wieder jemand, den Jonathan nicht retten konnte.

Immerhin werden aber Abby und Caleb von den Flüstermenschen abgeholt. Wie sich zeigt, hatte er mit Lucindas Koordinaten Recht und ein Raumschiff senkt sich herab. Dieses besteht aus sich drehenden Rädern innerhalb von Rädern, wie es im Buch Hesekiel beschrieben wird.

Himmelswagen

Was nun folgt, ist die Entrückung der Unschuldigen vor der Apokalypse, wie sie in der Bibel beschrieben wird. Nun, vielleicht nicht ganz so, da hier die Prä-Astronautik bedient wird. Zudem nehmen die Flüstermenschen nur Kinder mit, während sie deren Eltern eiskalt verrecken lassen – gleichgültig wie gut diese sind. Das ist nicht das Verhalten von wohlwollenden Außerirdischen und erst recht nicht das von Engeln, als welche die Flüstermenschen sich am Ende zeigen.

Gefallene Lichtengel_1

Gefallene Lichtengel_2

Sie lassen ihre humanoiden Hüllen fallen und verwandeln sich in schemenhafte Wesen aus reiner Energie. Derartige Verwandlungskünste werden eher Dämonen nachgesagt, womit diese Gruselfiguren maximal gefallene Engel sein können. Das wäre zumindest die religiöse Sichtweise. Realistisch betrachtet erinnern die Flüstermenschen nach wie vor an die Grey bzw. deren Hybriden. Das würde auch erklären, warum sie nur an Kindern interessiert sind. Sie wollen eine neue Menschheit aussäen, deren Entwicklung sie kontrollieren können. Wir sind nichts weiter als Vieh für sie.

Und so wie die Grey in der Realität keine Rücksicht auf unsere Gefühle nehmen, verfahren auch die Flüstermenschen in „Know1ng“ mit Caleb und seinem Vater. Der Junge und das Mädchen dürfen mit, Daddy und Mami müssen sterben. Lediglich zwei Kaninchen dürfen die beiden Kids mitnehmen, was wiederum nur aus symbolischer Sicht Sinn macht. Denn eine solche Spezies auf einem fremden Planeten auszusetzen, würde eine ökologische Katastrophe heraufbeschwören. Australien kann ein Liedchen davon singen. Nein, der wahre Grund für diese Geste ist kein Mitleid mit den niedlichen Tierchen. Die Botschaft dahinter lautet, dass die Kinder dem weißen Kaninchen ins Wunderland folgen.

Weiße Kaninchen

Während Jonathan weinend am Boden zusammenbricht und seine letzte Nacht im Freien verbringt, werden die Kinder entrückt. Allerdings nicht nur Abby und Caleb. Weltweit steigen die Kristallraumschiffe der gefallenen Engel auf und fliegen mit Warpgeschwindigkeit davon.

Entrückung

Am nächsten Morgen entschließt sich Jonathan, die letzten Stunden bei seinen Eltern und seiner Schwester zu verbringen. Die Tür seines Elternhauses ist ironischerweise mit Sonnensymbolen verziert. Gleiches gilt für die Inneneinrichtung. Die Anbetung dieses Sterns dürfte den Menschen inzwischen jedoch vergangen sein.

Sonnensymbole Pfaffenbude_1

Sonnensymbole Pfaffenbude_2

In den Straßen plündern die Leute derweil, als könnten sie noch etwas mit all dem weltlichen Krempel anfangen. Das Chaos bricht ganz stilgerecht zu klassischer Musik aus und kaum hat Jonathan den Frieden in den Armen seiner Familie gefunden, naht auch schon das Ende. Übrigens ist es wohl kaum ein Zufall, dass ausgerechnet schon wieder einmal New York in Flammen gezeigt wird – eine Stadt, die man in naher Zukunft offenbar meiden sollte.

Apokalypse New York_1

Apokalypse New York_2

Earth Inferno

Doch während die Erde stirbt, fangen Abby und Caleb eine neue Zeitrechnung auf einer neuen Welt an. Die beiden werden in einem Kornkreis abgesetzt und zuerst wird auf die weißen Kaninchen geblendet, damit auch der Letzte kapiert, dass die beiden im Wunderland angekommen sind.

Weiße Kornkreiskaninchen

Dominiert wird die Märchenlandschaft von einem Weltenbaum, der in einem Film über kabbalistische Zahlenmystik selbstverständlich nicht fehlen darf. Die beiden Kinder rennen auf den Baum zu und wenn sie nicht bei einer angekündigten Katastrophe gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Weltenbaum_2

Fazit: Auf den ersten Blick ist „Know1ng“ interessant, spannend und zuweilen auch schockierend. Als Weltuntergangsfilm funktioniert er prima und wartet mit einigen Überraschungen auf. Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich jedoch satanische Abgründe. Menschen und Tiere verbrennen bei lebendigem Leibe und in Armageddon wird kein Unterschied zwischen Gut und Böse gemacht.

Es mag sein, dass ein Teil der Menschheit es nicht anders verdient hätte. Ebenso wirkt die momentane Situation auf Erden ziemlich verfahren, sodass ein Neustart keine allzu schlechte Idee wäre. Doch die dargebotene Radikalkur ist einfach übertrieben. Die Flüstermenschen hätten durchaus mehr gute Seelen retten können. Ebenso hätten sie mit ihrer Technologie die Katastrophe verhindern und der Menschheit einen alternativen Weg zeigen können. Stattdessen pflanzen sie eine elternlose Generation auf einen neuen Planeten, nachdem sie ihnen die kulturellen Wurzeln abgerissen haben.

Zudem fragt man sich, warum sie den Menschen überhaupt die Zukunft offenbaren, wenn diese ihren freien Willen nicht nutzen können, um einen anderen Weg zu wählen? Es ist purer Sadismus, den Menschen ihren Tod vorauszusagen, sich dann hinzustellen und zu sagen: „Ätsch, ihr könnt eh nix daran ändern!“ Zudem übermitteln die extradimensionalen Wesen nur negative Informationen über grausame Gemetzel. Sie sagen nichts Positives voraus, so als bestünde das gesamte Leben nur aus Leid und Tod. Und genau darauf konzentriert sich auch der gesamte Film.

Ein Film über eine Supersonneneruption wäre dabei durchaus interessant gewesen. Die endzeitliche Katastrophe mit Prophetie zu vermengen und dem Buch der Offenbarung eine wissenschaftliche Betrachtungsweise abzuringen, wäre ebenfalls noch akzeptabel gewesen. Der ganze düstere Quatsch um die okkulte Kabbala, die sich obendrein auf gechannelte Botschaften stützt, zieht den Film jedoch stark ins Negative. Zugegeben, gerade diese Zahlenmystik ist es, die den Film zu einem spannenden Puzzle macht. Allerdings sollten sich die Zuschauer über die genaue Bedeutung der dargebotenen Symbolik im Klaren sein und das sind die meisten eben nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass von „Know1ng“ eine morbide Faszination ausgeht und er einen ähnlich anziehenden Effekt hat, wie die Prophezeiungen des Nostradamus. Der Film ist einerseits fesselnd, andererseits aber auch schockierend. Für das normale Publikum ist er sicherlich unterhaltsam, während die Wissenden genug Material für eine genauere Analyse erhalten.

Transformers 4 – Ära des Untergangs

von Shinzon

Nach der großen Invasion im dritten Teil der Transformers-Reihe schien diese eigentlich abgeschlossen zu sein. In gewisser Weise ist sie das auch, denn keiner der vertrauten Schauspieler ist im vierten Teil dabei. Selbst von den Autobots bleiben den Fans nur noch Optimus Prime und Bumblebee. Ansonsten ist alles anders … und doch irgendwie gleich. Denn Michael Bay führte wieder Regie, was viel Action und Krachbumm bedeutet.

Und natürlich Schleichwerbung.

Und natürlich Schleichwerbung.

Immerhin tritt diesmal das Militär etwas in den Hintergrund, welches die ersten drei Teile mit reichlich (Propaganda-)Material versorgte. An Stelle der US-Army rückt diesmal die CIA ins Zentrum der Handlung, kommt allerdings weit weniger gut davon. Denn statt die Welt von verbliebenen Decepticons zu säubern, lässt der US-Geheimdienst befreundete Autobots von Black Ops Kommandos abschlachten bzw. ausschlachten. Ziel ist dabei die Sicherung der technologischen Überlegenheit der USA. Undank ist dieser Welt Lohn.

Die menschen- und alienverachtende Rücksichtslosigkeit bekommt alsbald auch Cade Yeager (Mark Wahlberg) zu spüren. Als Erfinder ist er ständig auf der Suche nach Material für seine Basteleien. Dabei gerät er an einen alten Truck, den er wieder auf Vordermann bringen will. Wie es der Zufall will, handelt es sich bei dem zerschossenen Gefährt um Optimus Prime, der durch die Starthilfe zu neuem Leben erwacht. Das Ganze spielt sich in einer Scheune ab, an der ein gigantisches Pentagramm prangt. Neben Schrott scheint Cade auch okkulte Symbole auf seiner Ranch zu horten, deren Miete er kaum zahlen kann.

Pentagrammscheune

Kaum ist Optimus erwacht, bekommt Cades Kumpel und Geschäftspartner Lucas Flannery (J.T. Miller) Panik. Kein Wunder, denn Optimus schlägt ihn erst mal aus Versehen k.o., entschuldigt sich aber. Dennoch entschließt sich Lucas, die Notfallhotline für Aliensichtungen anzurufen, wobei er auf das leere Versprechen einer Belohnung in Höhe von 100.000 Dollar hereinfällt. Zwar geht die Regierung inzwischen offen mit der Existenz von Außerirdischen um, statt diese wie nach dem ersten Zwischenfall zu vertuschen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die CIA bei ihren schmutzigen Aktionen Zeugen braucht.

Alien Hotline

Die Black Ops Truppe von Harold Attinger (Kelsey Grammer) besetzt unter der Führung von James Savoy (Titus Welliver) die Ranch von Cade Yeager und verlangt die Herausgabe von Optimus. Als sie den Autobot nicht finden können und Cade seinen Standort nicht nennen kann, droht Savoy kurzerhand, dessen Tochter Tessa (Nicola Peltz) zu erschießen.

An dieser Stelle wird offensichtlich, dass die CIA sich alles herausnehmen kann. Es beginnt mit Landfriedensbruch und endet mit einer Morddrohung. Das entspricht bereits heute der Realität, wobei die Black Ops Kommandos vor allem im Ausland tätig sind und dort unbequeme Regierungen beseitigen und Menschen ermorden. Das Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung ist dank dem Patriot Act ebenfalls nichts Neues mehr, aber dennoch offenbart „Transformers 4“ ein ungewohnt brutales Vorgehen. Offensichtlich dient die zurückliegende Invasion als Rechtfertigung für den Einsatz von Todesschwadronen gegen aufmüpfige Bürger.

Selbstverständlich verhilft Optimus seinen Rettern sowie dem Verräter Lucas zur Flucht. Zusätzliche Hilfe erhalten sie von Tessas Freund Shane Dyson (Jack Reynor), der die drei mit seinem Auto abholt. Als Profirennfahrer meistert er die anschließende Verfolgungsjagd mit Bravour, kann Tessas Vater aber dennoch nicht überzeugen, die Beziehung zu dessen Tochter zu akzeptieren. Überhaupt ist Cade ein fürchterlicher Vater, der Tessa ständig gängelt und der 17-Jährigen jeden Kontakt zum männlichen Geschlecht untersagt. Dabei ist er nicht mal ein evangelikaler Fundamentalist.

Verfolgt werden die Vier indes nicht nur von dem Killerkommando der CIA, sondern auch von deren außerirdischen Verbündeten Lockdown. Dessen Mannschaft stellt, neben den Autobots und Decepticons, eine dritte Fraktion der Transformers dar. Während die Autobots blaue und die Decepticons dämonisch rote Augen haben, sind jene von Lockdowns Truppe zur besseren Unterscheidung grün.

Die dritte Transformers-Fraktion ist überdies in Besitz einer grässlichen Waffe, mit welcher die Schöpfer der Transformers bereits vor 65. Mio. Jahren die Dinosaurier ausgerottet haben. Die so genannte Saat verwandelt normale Materie in Transformium – ein Erz, aus welchem die formwandelnden Blechmänner bestehen. Warum deren Schöpfer zu diesem Zwecke die Dinos gekillt haben, bleibt allerdings fraglich. Die ganze Aktion ist ziemlich sinnlos, da sie auch die Materie eines toten Planeten hätten umwandeln können. Die Waffe auf Lucas abzufeuern macht da schon mehr Sinn. Immerhin ist er ein nerviger, überflüssiger Charakter, der sich dieses Ende selbst zuzuschreiben hat.

Das prähistorische Transformium, welches zu Beginn des Films in der Arktis entdeckt wird, nimmt derweil einen anderen Weg. Und zwar direkt zum Rüstungskonzern KSI, den Cade und die Autobots nach der geglückten Flucht infiltrieren. Das Logo des Konzerns ist übrigens eine Sonnenscheibe.

KSI Logo

Beim Einbruch ist ihnen eine erbeutete Minimilitärdrohne behilflich, welche stark an jene aus dem Egoshooter „Half Life 2“ erinnert. Warum die CIA die erbeutete Drohne und damit die Flüchtigen nicht orten konnte, sollte man allerdings lieber nicht hinterfragen. Das ist nur einer von vielen Filmfehlern.

Der größte Fehler ist jedoch, dass die KSI die Transformertechnologie verbessert und sich dabei auch der Decepticonwracks bedient. Es wird ziemlich schnell klar, dass diese Technologie sich gegen ihre Schöpfer wenden wird und so verlieren die KSI-Techniker bereits beim ersten Einsatz die Kontrolle über ihr Galvatron-Modell. In diesen hat sich nämlich Megatrons Bewusstsein herunter geladen, als dessen Kopf ausgeschlachtet wurde. Galvatron ist mit anderen Worten die Reinkarnation von Megatron.

Wirklich innovativ ist die Idee einer solchen Maschinenrebellion nicht. Zum einen gab es da schon die „Terminator“- und „Matrix“-Filme. Auf Nanotechnologie basierende Roboter, die sich gegen die Menschheit stellen, scheinen indes Hollywoods Thema des Jahres 2014 zu sein. Dem neuen „Transformers“-Streifen gingen bereits „Transcendence“ und „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ voraus. Will uns die Filmindustrie mit solchen Werken auf die kommende Nanotechnologie einstimmen? Wenn das Ergebnis ähnlich wie in diesen Filmen aussehen wird, sollten die Entwickler lieber die Finger davon lassen.

Für die KSI ist es jedenfalls zu spät. Sie haben Megatron nicht nur wieder belebt, sondern ihm gleich noch ein Upgrade verpasst. Er kann sich nun nach Belieben zusammensetzen, wodurch er für konventionelle Waffen nahezu unverwundbar wird. Doch noch ahnt der KSI-Chef und Milliardär Joshua Joyce (Stanley Tucci) nichts von der drohenden Gefahr. Nachdem die Autobots seine Firmenzentrale in Chicago überrannt haben, setzt er sich nach China ab, wo die Produktion offenbar weitaus günstiger fortgesetzt wird. (In der Realität kommen von dort auch die Actionfiguren zum Film her.)

Die Autobots schlagen sich indes noch mit Lockdown herum, der Optimus auf seinem Raumschiff gefangen genommen hat. Durch einen unglücklichen Zufall wurde auch das Auto mit an Bord gehoben, in welchem sich Cades Tochter Tessa während der Schlacht mit Galvatron auf der Autobahn verkrochen hatte. Daher gehen auch Cade und Shane mit an Bord. Zusammen mit den Autobots befreien sie die beiden Gefangenen und fliehen mit einem kleineren Beiboot, auf welchen sich auch Lockdowns Trophäen befinden. Diese werden später noch eine tragende Rolle spielen.

In Hong Kong bekommt Joshua Joyce erst einmal einen Anruf von Cade, der ihm von Erfinder zu Erfinder über Megatron aufklärt. Sowohl Megatron als auch Lockdown und dessen CIA-Verbündete wollen die Saat zünden, was einem Atomschlag gleichkommen würde. Joyce hatte zwar ähnliche Pläne, wollte diese jedoch in einem unbewohnten Abschnitt der Wüste Gobi umsetzen, um so das begehrte Transformium zu produzieren. Als er jedoch von der Absicht der Bösewichte erfährt, die Waffe in der Millionenstadt Hong Kong zu zünden, wechselt er schließlich die Seiten und versucht, die Saat aus der Stadt zu bringen.

Interessant ist an dieser Stelle, dass die CIA in der Realität tatsächlich in Hong Kong aktiv ist, um die Spaltung Chinas voranzutreiben. Verbindet man dies nun mit der Botschaft des Films, in dem die CIA einen quasi thermonuklearen Anschlag auf diese Metropole plant, sollte sich das Reich der Mitte wohl in Acht nehmen. Immerhin bereitet die US-geführte NATO derzeit einen Krieg gegen Russland und China vor und da hinterlassen Filme, die China als Kriegsschauplatz zeigen, einen bitteren Nachgeschmack.

Zumindest Hong Kong wird in „Transformers 4“ tatsächlich zum Schlachtfeld, als Autobots, Decepticons und Lockdowns dritte Fraktion aufeinander losgehen. Direkt unbedeutend wirkt daneben der zweite Showdown zwischen Cade Yeagers Familie und der CIA. Letztere will die unbequemen Zeugen immer noch aus dem Weg räumen, wobei Cade den sadistischen James Savoy verdienterweise dem Jenseits überantwortet. Der Hong Konger Fenstersturz ist einer der Höhepunkte des Films, in welchem offensichtlich jeder miese Bastard das bekommt, was er verdient.

Während die Menschen das Töten in Notwehr durchweg ernst nehmen, sieht die Sache bei den Autobots etwas anders aus. Diese rocken die ganze Zeit über platte Sprüche, über deren Niveau gerade eine Kellerwohnung frei geworden ist. Jedem Kind wären bessere Sprüche eingefallen als „Ich werde dich töten!“ Die Drehbuchautoren sollten sich was schämen.

Doch stattdessen geben sie noch einen drauf, indem sie Optimus die Trophäen von Lockdown befreien lassen. Nachdem diese sich vom Anführer der Autobots überzeugen lassen haben, gegen ihre Peiniger in die Schlacht zu ziehen, nehmen sie die Form von Dinosauriern an. Soll damit der Bogen zurück zum Beginn des Films gespannt werden? Es scheint eher so, als würde der Bogen damit überspannt.

Zumal der T-Rex, den Optimus reitet, Teufelshörner hat. Dies entspricht in keiner Weise dem biologischen Original. Da stellt sich die Frage, ob hier eine Verbindung zwischen außerirdischen Reptiloiden und Satan gezogen werden soll? Man denke in diesem Zusammenhang nur an Shockwave aus Teil 3, der ebenfalls mit Teufelshörnern und allsehendem Auge daher kam. Es geht offensichtlich einfach nicht ohne satanistische Anspielungen.

Transformersaurus Rex

transformers_3_shockwave-wide

Das Ende ist wenig überraschend. Es gibt eine gigantische Materialschlacht, wie man sie von Michael Bay gewohnt ist. Hong Kong wird stark in Mitleidenschaft gezogen, die Metalldinos fressen die von KSI produzierten Decepticons und auch Lockdown wird besiegt. Die Saat geht nicht auf und wird von den Autobots eingesammelt, da die Menschen offensichtlich noch nicht bereit für diese Technologie sind.

Der Weg für die Fortsetzung wird ebenfalls geebnet, da Megatron alias Galvatron das Gemetzel überlebt und Optimus Prime in die Tiefen des Alls aufbricht, um die Schöpfer der Transformers zu suchen. Auf Megatrons Überleben hätte man eigentlich verzichten können, da dieser Gegner inzwischen absolut ausgereizt ist. Die Handlung um die Schöpfer scheint dagegen viel spannender und könnte Teil 5 mit Sicherheit allein ausfüllen.

Fazit: „Transformers: Ära des Untergangs“ bietet die gewohnte Kost der ersten drei Teile – viel Action und wenig Hirn. Immerhin tut der neue Cast dem Film durchaus gut. Ohne den spätpubertären Sam Witwicky (Shia LaBeouf) und den gezwungen komischen Seymour Simmons (John Turturro) wirkt der vierte Teil wesentlich erwachsener. Die gigantischen Logiklücken macht das natürlich nicht wett, aber mal ehrlich: Wer von diesem Film etwas anderes erwartet hat, ist selbst schuld.

Bleibt am Ende noch die Frage nach dem Titel. „Ära des Untergangs“ hätte eher zur Invasion in Teil 3 gepasst. Von einem drohenden Weltuntergang ist die Erde in diesem Film Lichtjahre weit entfernt. Oder bezog sich der Titel vielleicht auf die Dinosaurier von 65 Mio. Jahren? Entweder das oder das Pentagon hat hier einen Hinweis auf den kommenden 3. Weltkrieg gegen China versteckt.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Terminator vs. Mutanten

von Shinzon

Die „X-Men“-Filme zählen zu den besten Comicverfilmungen, da sie nicht auf reine Action angelegt sind, sondern auch gesellschaftskritische Fragen aufwerfen. Die Mutanten stehen dabei stellvertretend für ethnische und andere Minderheiten. Der Konflikt zwischen „normalen“ Menschen und Mutanten ist folgerichtig eine Parabel auf Fremdenfeindlichkeit und die Angst vor dem Unbekannten.

Unter den Mutanten gibt es zwei Lager, die unterschiedlich mit diesem wachsenden Konflikt umgehen. Die eine Gruppe um Prof. Charles Xavier (Patrick Stewart) setzt auf eine friedliche Lösung, während sich die Gruppe um Xaviers ehemaligen Freund und Kollegen Erik Lehnsherr alias Magneto (Ian McKellen) auf einen Krieg gegen die Menschheit vorbereitet. Man kann Magneto seine Einstellung nicht einmal übel nehmen, stammt er doch aus einer jüdischen Familie, die von den Nazis ermordet wurde. Inzwischen werden er und seinesgleichen nicht mehr wegen der Religion verfolgt, sondern wegen ihrer Gene.

Im fünften Teil der „X-Men“-Saga (die beiden Wolverine-Filme nicht mitgezählt) scheint Magneto letztendlich recht zu behalten. Der Film beginnt in einer nahen Zukunft, in der allerdings kein Krieg zwischen Menschen und Mutanten tobt, sondern nahezu unbesiegbare Roboter Jagd auf die Mutanten machen. Letztendlich töten die so genannten Sentinels sogar normale Menschen, deren Kinder möglicherweise Mutanten werden könnten. Es ist ein entsetzliches Massaker, in dessen Folge gigantische Leichenberge in Massengräbern verscharrt werden.

(Bild folgt)

Diese finstere neue Weltordnung steht in der Tradition von freimaurerischen Säuberungsphantasien wie man sie u.a. auf einem Gemälde des Denver Flughafens findet. Für die anfallenden Leichenberge sollen in den USA bereits an einigen Orten große Felder mit Massensärgen bereitstehen. Die Parallelen zwischen Film und Realität werfen einmal mehr die Frage auf, wofür die Mutanten sinnbildlich stehen? Tauschen wir einfach mal die genetische Evolution mit der Bewusstseinsevolution aus und schon stellen wir fest, dass alle kritisch denkenden Menschen gemeint sind, die das Spiel der Herrschenden durchschauen.

Die normalen Menschen in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ werden indes von den Maschinen versklavt. Statt der unscheinbaren RFID-Chips tragen die Sklaven auffällige Kontrollchips im Genick, damit auch jeder Kinobesucher kapiert, was da läuft.

(Bild folgt)

Wirklich kreativ ist dieser Grundplot allerdings nicht. Weder in Hinblick auf die Realität noch auf die Filmindustrie. Maschinen, die in einer düsteren Zukunft einen Großteil der Menschheit auslöschen und die wenigen Überlebenden versklaven, gab es schon in der „Terminator“-Reihe. Bisher hatten die „X-Men“-Filme derartiges Abgekupfere nicht nötig, was schon mal ein Minuspunkt für den neusten Teil der Reihe ist.

Wie in den ersten drei „Terminator“-Filmen wird auch in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ jemand in der Zeit zurück geschickt, um die Maschinen aufzuhalten. Prof. Xavier und Magneto haben sich notgedrungen wieder einmal verbündet und können sich ein ums andere Mal vor den Kampfrobotern retten, indem sie Shadowcats Fähigkeit nutzen, den Verstand eines anderen Menschen einen Tag in die Vergangenheit zu schicken. Zumindest als Fähigkeit ist das neu, denn früher konnte Kitty Pryde (Ellen Page) nur durch Wände gehen.

Das erste Mal wird diese Fähigkeit in Moskau gezeigt. Das Bild der zerstörten russischen Hauptstadt ist angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage von besonderer Signalwirkung. Es könnte als unverhohlene Kriegsandrohung verstanden werden.

Moskau Attacke

Nachdem das vorletzte Versteck der Mutanten in Moskau ausgehoben wurde, bleibt den Mutanten nur noch ein weiterer Unterschlupf in China. Das soll dann wohl das nächste Angriffsziel nach dem Überfall des Westens auf Russland sein. Für die Mutanten ist es auf jeden Fall das Ende der Fahnenstange. Es würde ihnen nichts nutzen, einen Tag in die Vergangenheit zu reisen, um sich selbst vor der kommenden Invasion zu warnen.

China Attacke

Es bleibt nichts anderes übrig, als jemanden viel weiter in die Vergangenheit zu schicken, um die Erschaffung der Sentinels im Vorfeld zu verhindern. Dies ist jedoch nicht ohne Risiko, da der Verstand des Betreffenden umso mehr Schaden nimmt, je weiter die Reise geht. Daher entschließt sich Logan alias Wolverine (Hugh Jackman), die Reise anzutreten, da seine Mutation alle körperlichen Wunden heilen lässt. Doch halt: war da nicht von geistigen Schäden die Rede? Demnach hätte nicht der Mutant mit den stärksten regenerativen Fähigkeiten gehen müssen, sondern der mit dem stärksten Verstand.

Natürlich würde der Film völlig anders verlaufen, wenn Prof. Xavier die Zeitreise antreten würde und aus dramaturgischen Gründen schickt man dann doch lieber den Publikumsliebling. Wolverine erwacht in seinem eigenen Körper im Jahr 1973. Sofort macht er sich auf den Weg zum jungen Prof. Xavier (James McAvoy), der seine Schule für Hochbegabte zu dieser Zeit geschlossen hat und sich in seinem eigenen Elend suhlt.

Seine telepathischen Fähigkeiten hat Xavier mit einem Serum unterdrückt, welches es ihm gleichzeitig erlaubt, wieder laufen zu können. Wirklich Sinn macht das nicht, denn entweder gibt es eine Heilung für Querschnittslähmung oder nicht. Auf solche halben Sachen hätte man problemlos verzichten können, doch offensichtlich hatte der Schauspieler McAvoy einfach keinen Bock, den ganzen Film über im Rollstuhl zu sitzen. Sein Schauspielkollege Nicholas Hoult hatte indes wohl keinen Nerv, ständig das aufwendige Makeup von Beast zu tragen, sodass dieser sich nunmehr auf Wunsch zurückverwandeln kann.

Charles Xavier von der Zeitreisegeschichte zu überzeugen, ist anfangs recht schwierig, zumal dieser Wolverine in recht negativer Erinnerung hat. In „X-Men: erste Entscheidung“ lehnte Logan nämlich jede Zusammenarbeit ab. Erst viel später stieß er zu den X-Men dazu und kann das frühere Ich von Charles erst überzeugen, sich seiner Mission anzuschließen, nachdem er ihm von Dingen erzählt, die er unmöglich wissen kann. Nachprüfen kann Xavier die Geschichte erst, nachdem er sein Medikament abgesetzt hat und seine telepathischen Fähigkeiten schrittweise zurückkehren.

Prof X

Die Mission, zu der Wolverine, Charles und Beast aufbrechen, besteht darin, dem Erfinder der Kampfroboter das Leben zu retten. Klingt grotesk, ist aber so. Denn der Mord, den die Gestaltwandlerin Mystique (Jennifer Lawrence) an Bolivar Trask zu begehen beabsichtigt, wird die Politiker von der Notwendigkeit seiner Erfindung überzeugen. Zudem wird die Gestaltwandlerin in der Folge dem Militär in die Hände fallen und Trask wird es gelingen, seine Sentinels mit ihrer DNS zu perfektionieren.

Wolverine und seine Gefährten müssen Mystique also aufhalten, wozu sie die Hilfe des jungen Magneto (Michael Fassbender) benötigen. Dumm nur, dass dieser in einer ausbruchsicheren Zelle unter dem Pentagon schmort. Bei seiner Befreiung erhalten sie jedoch die Hilfe des flinken Quicksilver (Evan Peters), der sich so rasant bewegen kann, dass die Wachen gar nicht bemerken, wie ihnen geschieht.

Pentagonfenster

Die Reise geht für die Fünf weiter nach Frankreich, wo gerade der Friedensschluss zwischen den USA und Vietnam stattfindet. Mystique nimmt die Gestalt eines vietnamesischen Offiziers an, um Trask am Verhandlungstisch zu töten. Gerade im letzten Moment gelingt es den anderen Mutanten, sie aufzuhalten. Dabei schlägt Magneto wieder einmal über die Stränge und verpasst Mystique eine Kugel. Doch damit liefert er Trask genau die DNS, welche dieser braucht, und verursacht obendrein ein großes, öffentliches Aufsehen.

Mystique Paris

Wolverine hat indessen ganz andere Probleme. Durch eine Begegnung mit Major Stryker, der später noch schlimme Experimente mit ihm anstellen und sein Skelett mit Adamantium beschichten wird, gerät Logan in Aufregung. Dadurch reißt der Kontakt in die Vergangenheit ab. Sein früheres Ich weiß plötzlich nicht, wie es nach Frankreich gekommen ist, während sein zukünftiges Ich in Panik um sich schlägt und dabei Shadowcat verletzt. Die Zeit wird dadurch noch knapper und es gelingt Kitty nur mit Mühe, ihn wieder in die Vergangenheit zurück zu bringen.

Wieder zurück in den Vereinigten Staaten des Jahres 1973 schmieden Magneto und Mystique neue Pläne, das Sentinelprogramm zu stoppen. Erik verdrahtet die Prototypen der Kunststoffroboter mit Schienensträngen, um sie auf die Menschen loszulassen und Raven schlüpft einmal mehr in eine andere Gestalt, um Trask auf der öffentlichen Vorstellung der Sentinels zu erschießen. Allerdings haben sich die beiden nicht abgesprochen und natürlich fahren ihnen auch die Mutanten um Professor X wieder in die Parade.

Magneto fährt allerdings noch größere Geschütze auf und lässt ein ganzes Sportstadion davon schweben. Dieses lässt er dann um das Weiße Haus herabfallen, um seine Opfer einzuschließen. Deren Flucht in einen unterirdischen Bunker nutzt herzlich wenig, denn dieser ist aus Metall und stellt für Erik kein Hindernis dar. Interessant an dieser Szene ist, dass der Showdown in einem Stadion stattfindet. Anspielungen auf ein Megaritual in einem Stadion gibt es in letzter Zeit sehr häufig, darunter auch in „Batman – The Dark Knight Rises“. Das Weiße Haus taucht ebenfalls immer wieder als Angriffsziel auf und im neusten „X-Men“-Film werden beide Ziele sogar kombiniert.

Stadioncrasher_2

Washington Attacke

Die finale Schlacht droht, einen üblen Ausgang zu nehmen. Wolverine wird von Magneto in den nächst besten Fluss entsorgt und Mystique steht mit einer Waffe vor Bolivar Trask. Letztendlich gelingt es Charles jedoch, seine einstige Freundin zu überzeugen, einen anderen Weg einzuschlagen. Da die Kampfroboter zum Werkzeug eines Mutanten geworden sind, während andere Mutanten die politische Elite um Präsident Nixon (Mark Camacho) gerettet haben, wird das Sentinelprogramm eingestellt.

Die Zukunft, in der die letzten überlebenden Mutanten gerade noch von den Sentinels niedergemetzelt wurden, ist nicht die Zukunft, in die Wolverine zurückkehrt. Er erwacht zwar wieder im Jahr 2023, allerdings in Prof. Xaviers Schule für Hochbegabte. Der Lauf der Geschichte wurde zum Besseren gewendet und alles ist wieder Friede, Freude, Eierkuchen.

Selbstverständlich lohnt es sich, wie bei allen „X-Men“-Filmen, den Abspann abzuwarten, denn danach gibt es noch eine kleine Zugabe. Diesmal wird ein Mutant präsentiert, der Comiclesern als „Apocalypse“ bekannt sein dürfte. Passend zu seinem Namen stehen im Hintergrund die vier Reiter der Apokalypse.

Apocalypse Horsemen

Man wird Zeuge, wie dieser Mutant im antiken Ägypten die Pyramiden von Gizeh per Gedankenkraft zusammenfügt und als Gottkönig verehrt wird. Hier wird ganz massiv die Prä-Astronautik bedient.

Es würde nicht weiter verwundern, wenn im nächsten Teil mit dem bezeichnenden Titel „X-Men: Apokalypse“ Aliens die große Rolle spielen werden und herauskommt, dass die Mutationen das Ergebnis der Auskreuzung von Menschen und Außerirdischen sind. Eine Anspielung darauf bietet bereits der Name der Mutantin Jean Grey, welche durch die Veränderung der Zeitlinie wieder unter den Lebenden weilt. Jean klingt nämlich dem englischen Gene sehr ähnlich und dreht man den Namen um, erhält man Grey Gene. Die Grey greifen bekanntlich schon seit zehntausenden von Jahren in die menschliche Evolution ein und da wären wir wieder bei den ägyptischen Pyramiden. Man darf also gespannt sein, was uns Regisseur Bryan Singer im sechsten Teil der „X-Men“-Reihe auftischt.

Fazit: „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ ist der bisher schwächste Teil der Reihe, da zu sehr bei Filmen wie „Terminator“ geklaut und die Story nach belieben zurecht konstruiert wurde. Zudem ist die Action arg übertrieben. Konnte man die Mutantenstory in „X-Men: Erste Entscheidung“ noch gut mit der Kubakrise verknüpfen, werden die historischen Ereignisse nun ganz öffentlich umdefiniert, sodass sie sich nicht mehr mit der Realität zusammenführen lassen. Immerhin hat man für die jüngeren Versionen der Mutanten wieder dieselben Schauspieler verpflichtet wie im Vorgängerfilm, sodass wenigstens noch etwas Kontinuität übrig bleibt.

Vollkommen schlecht ist der Film zwar nicht. Die Handlung ist trotz alledem unterhaltsam und für gutes Popkornkino reicht es. Das Niveau der ersten drei Teile wird jedoch nicht erreicht.

Der neue Godzilla – Zurück zu den Wurzeln

von Shinzon

Der Godzilla-Mythos wurde 1954 geboren und kann als Metapher auf die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki gesehen werden. Diese durften damals im japanischen Film nicht direkt thematisiert werden. Zudem wurde am 1. März 1954 die Besatzung des japanischen Fischerbootes Glücklicher Drache V verstrahlt, als dieses in den Wirkungsbereich eines US-amerikanischen Nuklearwaffentests auf dem Bikini-Atoll geriet. In jedem Falle wurde das radioaktive Monster von Atomwaffeneinsätzen inspiriert und kann daher als Aufarbeitung eines nationalen Traumas gesehen werden.

Der Name Gojira ist ein Kunstwort, welches sich aus Gorira (deutsch: Gorilla) und Kujira (deutsch: Wal) zusammensetzt. Im Englischen wurde daraus schließlich Godzilla. Das Monster, welches sogar einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame hat, startete als kleine Miniaturpuppe. Am Ende starb dieses Gummimonster zwar, kehrte jedoch in 28 japanischen Filmen zurück.

Das Design schwankte dabei stets ein wenig. Mal war Godzilla ein gemeines Monster, dann durfte er wiederum die Menschheit vor anderen Monstern retten und bekam ein dementsprechend freundlicheres Gesicht. In den meisten Filmen wurde Godzilla von einem Mann in einem Gummianzug gespielt, der durch Miniaturstädte trampelt. Dem setzte erst Roland Emmerich mit der ersten amerikanischen Verfilmung ein Ende.

Emmerichs Godzilla enttäuschte jedoch auf ganzer Linie. Insbesondere die Japaner erkannten ihren Godzilla nicht wieder, der ausschließlich in New York sein Unwesen trieb. Japanische Schauspieler suchte man vergeblich, dafür wurde ein dümmlicher Plot um eine Handvoll französischer Geheimagenten eingeflochten, welche das erledigen mussten, wozu die US-Armee offensichtlich nicht imstande war. Ohnehin enttäuschten die oberflächlichen Charaktere, die angesichts der Katastrophe lieber Beziehungsprobleme diskutierten. Zum Glück starb auch dieser Godzilla am Ende des Films, womit sich eine Fortsetzung erübrigte.

Nun gibt es eine neue amerikanische Godzilla-Verfilmung, welche strenge Auflagen aus Japan bekam. So musste z.B. ein Teil der Handlung in Japan spielen. Dort leben Joe Brody (Bryan Cranston) und seine Frau Sandra (Juliette Binoche) zusammen mit ihrem Sohn Ford. Joe ist für die Erdbebensicherheit eines Kernkraftwerkes zuständig und wie es das Schicksal will, kommt es ausgerechnet an seinem Geburtstag zur Katastrophe, bei der seine Frau stirbt.

15 Jahre später muss ihn sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) aus einem japanischen Gefängnis abholen, da er wieder einmal in die Quarantänezone um die Kraftwerksruine eingedrungen ist. Joe vermutet schon seit Anfang an, dass die Katastrophe von damals kein Erdbeben als Ursache hatte, sondern etwas Merkwürdiges am Unglücksort geschieht. Vielleicht eine Anspielung darauf, dass Fukushima keiner Naturkatastrophe zum Opfer gefallen ist?

Jedenfalls kann Joe seinen Sohn überzeugen, noch einmal mit ihm in ihr ehemaliges Zuhause zurückzukehren, wo sie feststellen, dass es gar keine Verstrahlung gibt. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Quarantänezone werden die beiden einmal mehr verhaftet. Zumindest erfahren sie aber, was genau in der Kraftwerksruine vor sich geht.

Dort wächst ein insektoides Riesenmonster heran, welches sich von Radioaktivität ernährt. Dieses war vor 15 Jahren auf den Philippinen geschlüpft, wo der Konzern Monarch bei Minenarbeiten auf das Skelett eines urzeitlichen Riesenprädators gestoßen war. Dieser wurde offensichtlich von den parasitären Insekten dahingerafft. Natürlich hat der Konzern diese Entdeckung, ebenso wie die wahren Gründe der Reaktorkatastrophe, verschwiegen.

Der Name des Konzerns ist bei alledem etwas befremdlich. Immerhin war Monarch ein Hirnwäscheprogramm der CIA. Im Film geht es jedoch nicht um Gedankenkontrolle, sondern um radioaktive Urzeitmonster. Eine Verballhornung von Tepco wäre in diesem Falle wesentlich nahe liegender gewesen.

Godzilla Monarch

Gelungener ist da schon die Bezeichnung Muto für die insektoiden Wesen. Das klingt wie eines der zahlreichen Monster aus den japanischen Godzilla-Filmen, doch dahinter verbirgt sich eine Abkürzung, die für „Massiver Unidentifizierter Terrestrischer Organismus“ steht. Kreativ war man auch beim Design und bei der Hintergrundgeschichte. In den alten Filmen waren Godzilla und seine Gegner wahlweise das Ergebnis von Atomwaffen, mythologische Figuren oder gar außerirdischer Herkunft. Regisseur Gareth Edwards versucht es dagegen mit einer paläontologischen Erklärung.

Dieser zufolge stammen Godzilla und die Mutos aus einer Zeit, in der die Erde noch wesentlich radioaktiver war und dementsprechend ernähren sich diese Wesen auch von Kernenergie. Ein wenig aberwitzig ist das schon, doch wer es naturwissenschaftlich ganz korrekt will, sollte Monsterfilme meiden. Dem Film an sich schadet diese Erklärung jedenfalls nicht.

Im Gegenteil, die historisch inkorrekten Ausschmückungen sind sogar ziemlich amüsant. So erläutert Dr. Serizawa (Ken Watanabe), dass sämtliche Atomwaffentests im Pazifik in Wirklichkeit gar keine Tests waren, sondern die Amerikaner versucht haben, Godzilla damit zu erledigen. Natürlich sind diese Versuche fehlgeschlagen und bedeuteten für den Urgiganten eher Fütterungszeiten. Allerdings ist das ganz gut so, denn Godzilla wird noch gebraucht.

In der japanischen Reaktorruine ist nämlich längst der erste Muto geschlüpft und hat dabei Joe Brody getötet. Der nunmehr Vollwaise Ford wird indes herangezogen, da er nach seinem Vater am meisten über den Muto weiß. Dieser kommuniziert im Ultraschallbereich, jedoch nicht mit Godzilla, sondern mit dem noch wesentlich größeren Weibchen. Dieses schlüpft kurz darauf in einem Atommülllager in der Wüste von Nevada und trampelt erst einmal Las Vegas nieder. Dort erwischt es neben dem Eifelturm auch die Nachbildung der Freiheitsstatue.

Statue of Destruction

Kurz zuvor kloppt sich Godzilla schon einmal mit dem Männchen auf Hawaii. Dieser Schauplatz ist wohl nicht zufällig gewählt worden, denn Japan und die USA verbindet eine gemeinsame Geschichte um diese Inselgruppe. Diesmal stehen jedoch beide Länder auf derselben Seite und so dient Hawaii der Weitergabe des Staffelstabes, denn die Handlung wechselt nun von Japan zur Westküste der USA.

Ob nun der von Godzilla ausgelöste Tsunami auf Hawaii oder die finale Schlacht in San Francisco – die Monsterkämpfe wirken diesmal bedrückend real. Hier trampeln weder Typen im Gummikostüm durch Miniaturstädte, noch verschonen halbfertige CGI-Monster verschreckte Kameramänner zwischen ihren Zehen. In dieser Verfilmung geht es wirklich ans Eingemachte und das bedeutet tausende Todesopfer. Der dargebotene Realismus erinnert dabei mehr an einen Katastrophenfilm als an einen Monsterschinken.

Ford überlebt die Attacke auf den Flughafen von Hawaii nur knapp, wo er in einer Einschienenbahn feststeckt. Die Mutos können nämlich zur Verteidigung elektromagnetische Impulse (EMPs) ausstoßen, die sämtliche Technik vorübergehend lahm legen. Das Militär ist damit so ziemlich machtlos.

Ford Brody, der in den US-Streitkräften als Bombenentschärfer dient, wird daher zur Westküste der USA abkommandiert und baut dort einen mechanischen Zünder in eine Atombombe ein, mit der man alle drei Urzeitmonster mit einem Streich erledigen will. Vorzugsweise auf dem offenen Ozean, aber blöderweise treffen die Viecher etwas eher in San Francisco ein. Dort crasht Godzilla erst einmal das Wahrzeichen der Stadt – die Golden Gate Brücke.

Godzilla Gate Bridge

Da die Stadt noch nicht vollkommen evakuiert ist, schickt man Ford mit einem Stoßtrupp per Fallschirm in die Kampfzone, um die Atombombe wieder zu entschärfen. Es wirkt geradezu gespenstisch, wenn die Soldaten wie gefallene Engel in die apokalyptische Szenerie eintauchen.

Fallen Soldiers

Alternativ soll die Bombe so weit wie möglich aufs Meer gebracht werden. Als sich das Gehäuse des Sprengkopfs tatsächlich nicht öffnen lässt, schnappen sich die Soldaten daher die Atombombe und bringen sie zum Hafen. Die Mutomama ist davon wenig erfreut, hat sie den Nuklearsprengkopf doch gerade erst als Hochzeitsgeschenk vom Mutomännchen überreicht bekommen. Noch weniger begeistert ist das Weibchen jedoch von der Tatsache, dass Ford ihre Brut mit der konventionellen Explosion eines Tanklasters auslöscht. Für den Stoßtrupp scheint das letzte Stündlein geschlagen zu haben.

Erst in letzter Sekunde kommt die Rettung in Form von Godzilla daher, der erst noch mit dem Mutomännchen zu kämpfen hatte. Während die Riesenechse der Mutomama sein radioaktives Plasma in den Rachen speit und ihr anschließend den Kopf abreißt, gelingt es Ford zwar nicht, die Atombombe zu entschärfen, aber zumindest bringt er sie raus aufs Meer. Okay, eigentlich würden auch aus dieser Entfernung die meisten Menschen in San Francisco innerhalb kürzester Zeit an der Strahlenkrankheit sterben und an die armen Fische denkt ebenfalls keiner. Denselben Filmfehler kennen wir aber bereits aus „Batman – The Dark Knight rises“. Da kann man nur froh sein, dass Ford bereits einen Sohn hat, denn mit weiteren Kindern wird es wohl eher nix.

Nach dem Sieg über die Mutos liegt der Retter Godzilla wie tot in den Trümmern von San Francisco, was fast schon traurig ist. Doch manchmal leben Todgeglaubte bekanntermaßen länger…

Fazit: Der neue „Godzilla“ ist mit Abstand der beste Film der Reihe. Dabei haben sich die Macher wirklich Mühe gegeben, eine Brücke vom klassischen japanischen Monsterkino zum modernen Katastrophenfilm zu ziehen. Der Streifen ist nicht gar zu abgefahren, die Bilder sind größtenteils sogar erschreckend realistisch, aber dennoch wird der Film dem Original gerecht.

Dies liegt vor allem an der Darstellung des Hauptcharakters. Schien Roland Emmerichs Godzilla eher aus dem „Jurassic Park“ ausgebrochen zu sein, hält sich Gareth Edwards Version optisch sehr nah am Original. Allerdings ist sein Godzilla mit rund 108 Metern Höhe mehr als doppelt so groß wie der erste Godzilla von 1954, der lediglich auf 50,5 Meter kam. Das Speien von blauen Nuklearstrahlen mag indes etwas unrealistisch wirken, aber auch dies ist eine Hommage an das Original. Die Fans und insbesondere die japanischen Zuschauer werden es zu schätzen wissen.

Nun hält sich Godzilla aber nicht nur optisch, sondern auch charakterlich sehr nah an einige seiner Vorgänger. Er ist alles andere als ein hirnloser Menschenfresser, sondern rettet die Menschheit letztendlich sogar. Aus diesem Grund darf er auch am Leben bleiben und sich friedlich ins Meer zurückziehen. Damit dürfte dann wohl auch möglichen Fortsetzungen der Weg geebnet sein.

Grund zur Vorfreude gibt der aktuelle „Godzilla“ auf alle Fälle. Wirklich negativ fällt eigentlich nur die enge Zusammenarbeit mit dem US-Militär auf, welchem im Abspann wieder einmal ausgiebig gedankt wird. Dabei kommen die Streitkräfte gar nicht mal gut weg, sondern wirken ziemlich machtlos. Die Charaktere sind indes zwar nicht wirklich tiefgründig, reagieren im Gegensatz zu denen aus Emmerichs Kassenflop aber zumindest natürlich und handeln aus nachvollziehbaren Motiven.

Alles in allem können sowohl die treuen Fans der alten „Godzilla“-Filme als auch das frische Publikum sehr zufrieden mit diesem Film sein. Für all die Spannung, Unterhaltung und Bildgewalt lohnt sich der Ticketkauf an der Kinokasse auf jeden Fall.

Videoanalyse: Disturbed und die neue Weltordnung

Die US-Metalband Disturbed (zu Deutsch „gestört“) coverte 2005 den Genesis-Klassiker „Land of Confusion“. Das dazugehörige Video scheint auf den ersten Blick gleichsam verstörend wie revolutionär, doch wer die Symbolik dahinter versteht, erkennt darin die Verkündung einer neuen Weltordnung.

Gleich zu Beginn des Videos sieht man einen Kometen, der die Ankunft des Antichristen markiert. Diese Szene erinnert wohl nicht zufällig an die Ankunft der Necromonger in „Riddick – Chroniken eines Kriegers“.

1 Komet

Während der Ankunft des Antichristen, welcher erst einmal in Ketten gelegt wird, wütet auf der Erde bereits der dritte Weltkrieg. Man sieht Truppen, die zunächst die Flaggen ihrer Länder tragen, aber letztendlich zu einer Weltarmee (NATO) zusammengeschlossen werden, welche die Bevölkerung unterdrückt.

2 New World Army

Mit ihren Gasmasken erinnern die Soldaten an eines der Gemälde aus dem Denver Flughafen, auf dem des ebenfalls um Krieg und Unterdrückung geht.

3 New World Army

Krieg und Genozid

Krieg und Genozid

Das Logo der satanischen neuen Weltordnung ist ein abgewandeltes Dollarzeichen auf einer Naziflagge. Damit wird zum einen die faschistische Ausrichtung der satanischen neuen Weltordnung verdeutlich…

4 New World Army

…gleichzeitig zeigt das Dollarzeichen aber auch, dass hinter dem Faschismus das Kapital steht. Die Hochfinanz wird durch einen Zigarre rauchenden Klischeekapitalisten dargestellt, der einen freimaurerischen Zylinder trägt, sein linkes Auge durch ein Monokel betont und in einer Szene recht deutlich die M-Handgeste zeigt.

13 Kapitalist

14 Kapitalist M-Hand

Die Hochfinanz kontrolliert offensichtlich alle Länder, von denen auszugsweise Russland, die USA, Großbritannien, Frankreich und Japan gezeigt werden. Die Auswahl erklärt sich wohl damit, dass mit Ausnahme von Japan all diese Länder Flaggen in den Freimaurerfarben Blau/Weiß/Rot haben. An einem Tisch der UN sitzen zudem 6 Vertreter zu einem freimaurerischen Hexagramm angeordnet.

5 Elite

Zu Beginn bekämpfen sich diese Länder noch, was den Antichristen sichtlich freut. Denn letztendlich arbeiten die Faschisten ihm damit in die Hände. Er nutzt die Situation, um sich zum Anführer des Widerstandes auszurufen. Seinen Führungsanspruch verdeutlicht er durch eine erhobene Faust.

7 Antichrist Anführer

In der Einstellung davor flattert kurz ein Zettel mit einem „S“ auf seine Brust, was wohl auf Superman anspielt, zumal es im Text an betreffender Stelle heißt: „Superman where are you now?“ In der Tat ist Clark Kent, ebenso wie der Antichrist in diesem Musikvideo, ein Außerirdischer, der als Sternschnuppe auf die Erde kommt. Beide stellen eine Art falschen Erlöser dar.

6 Antichrist Superstar

Während der Unmut in der Bevölkerung wächst, führend die Nationen weiter Krieg gegeneinander sowie gegen ihre eigene Bevölkerung. Im folgenden Zusammenschnitt werden dabei einige Hauptangriffsziele für den dritten Weltkrieg eingeblendet. Darunter Hong Kong…

8 Angriffsziel Hong Kong

…London…

9 Angriffsziel London

…Paris…

10 Angriffsziel Paris

…New York…

11 Angriffsziel New York

…und Istanbul.

12 Angriffsziel Istanbul

Unter der Führerschaft des Antichristen beginnt eine Rebellion sowohl gegen den Krieg als auch gegen den Faschismus.

15 Erhobene Fäuste

Man sieht, wie sich die Flaggen vor dem UN-Gebäude zur Flagge der faschistischen neuen Weltordnung vereinen, was verdeutlichen soll, dass hinter dem ganzen Konflikt von Anfang an eine Macht gesteckt hat – die Konzerne und die Hochfinanz. Danach scheint der Film rückwärts zu laufen, was wohl den Wiederaufbau nach Kriegsende darstellen soll.

Mit dem Antichristen an der Spitze stürmt der wütende Mob das UN-Hauptquartier in New York.

16 UN

17 Antichrist

Nach dem Sturz des Kapitals regnet es überall Geld. Entweder wird damit auf den Rain Man angespielt oder auf das Ende des monetären Systems.

18 Rain Man

Am Schluss ist zwar der dritte Weltkrieg beendet und die satanische neue Weltordnung besiegt, doch es beginnt sogleich die luziferische neue Weltordnung unter der Herrschaft des Antichristen. Das ist eine sehr wichtige Lehre, denn der Antichrist wird nicht der faschistische Weltdiktator sein, der die Nationen mit Gewalt unterwirft. Der wahre Antichrist wird derjenige sein, der uns scheinbar aus dem Elend erlöst und uns in ein vermeintlich „goldenes Zeitalter“ des Friedens führen wird. Die perfekte Täuschung!

19 Sieg des Antichristen

20 Faust des Antichristen

Wolkig mit Aussicht auf Genozid

von Shinzon

„Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ ist ein witziger Animationsfilm von 2009, in dem der nerdige Erfinder Flint Lockwood eine Maschine entwickelt, die aus Wasser Essen replizieren kann. Zwar sind die physikalischen Vorraussetzungen nicht so realistisch wie bei den Replikatoren aus „Star Trek“, aber hey, es ist ein Kinderfilm und wer wollte als Kind nicht in einem Wackelpuddinghaus wohnen?

Vier Jahre später läuft nun die Fortsetzung in den Kinos. Auf der Heimatinsel, die Flint im ersten Teil in ein Fast Food Mekka verwandelt hat, ist ein einzigartiges Biotop entstanden. Die Lebensmittel haben ein Bewusstsein entwickelt und eine große Artenvielfalt hervorgebracht. Darunter Tacosaurier, Wassermelofanten, Shrimpansen und Erdbeeren, die nicht nur süß schmecken, sondern auch so aussehen.

Lebendmittel_1

Lebendmittel_2

Tiere, die aus Lebensmitteln bestehen? Echt jetzt? Eigentlich bestehen doch eher fleischhaltige Lebensmittel aus Tieren. Wenn Buletten wieder anfangen zu leben, sollte man sie auf den Müll werfen. Wenn das Obst dann noch anfängt, mit einem zu sprechen, wird es langsam echt unappetitlich. Aber Spaß beiseite, der Plot des Films ist einfach nur absolut dämlich!

Ebenfalls dämlich ist das Kleidchen, welches der ehemalige Sheriff der Insel trägt. Warum steckt man eigentlich in 90% der Fälle afroamerikanische Männer in Frauenkleider? Ist das nicht ein kleinen wenig rassistisch?

Sheriff Drag Queen_1

Sheriff Drag Queen_2

Ergänzt wird die krude Story um Flints Idol Chester V, dem Chef der LIVE Corp Company. Dieser stellt Flint in seine Erfinderfirma ein, womit für diesen ein Traum in Erfüllung geht. Allerdings sind Flints Erfindungen nicht unbedingt massentauglich und so braucht Chester V ihn auch nicht für seine Alltagsgeschäfte, sondern um an seine einzig sinnvolle Erfindung zu kommen – den Lebensmittelsynthetisierer.

Schnell wird klar, dass Chester V Flint nur ausnutzt und wer sich mit okkulter Symbolik auskennt, merkt schon früh, dass er ein total verkommener Bösewicht ist. In seinem futuristischen Firmenkomplex wimmelt es von Hexagonen, womit die Zahl 6 allgegenwärtig ist.

Hexagone

Sogar der Rotor und die Tür des Firmenhelikopters haben eine Hexagonform.

Hexakopter

Obendrein macht Chester V ständig die 666-Handgeste, wobei Daumen und Zeigefinder ebenfalls ein perfektes Hexagon formen.

Chester 666

Das „V“ als Nachname steht natürlich für die entsprechende Freimaurerhandgeste (römisch 5 / hebräisch 6). Der baphomet-mäßige Ziegenbart rundet indessen das Erscheinungsbild des Halunken ab.

Chester Ziegenbart

Hinzu kommt die omnipräsente Farbe Grün. Grüne Türen, grüner Rauch, grüne Brillengläser – die Welt von Chester V ist grün.

Grüner Nebel

In der Live Corp Zentrale finden sich sogar einige Smaragdkristalle.

Grüne Kristalle_2

Der neue Firmenkomplex, welchen er auf dem Eiland bauen lässt, ist schlussendlich direkt an die Smaragdstadt angelehnt, womit kaum noch ein Zweifel daran besteht, dass Chester V den Zauberer von Oz verkörpern soll.

Es gibt noch eine weitere Parallele, die diesen Verdacht bestätigt. Der Zauberer von Oz arbeitete mit einem künstlichen Abbild seiner selbst. Chester V nutzt ebenfalls Hologramme, um seine Gegner zu verwirren.

Hologramme

Außerdem besitzt er einen sprechenden Affen, der im Gegensatz zu seinen Vorbildern aus Oz allerdings nicht fliegen kann. Dafür hat Flint schon im ersten Teil geflügelte Ratten erfunden. Und war der Zauberer von Oz nicht letztendlich auch nur ein trickreicher Erfinder?

Affe

Chester V gewinnt Flint für seine Sache, indem er ihm einredet, die Kreaturen auf der Insel würden eine Gefahr darstellen. Dabei zeigt er ihm ein paar potentielle Angriffsziele.

NY destroyed by Burgers

Burgerattack London

Burgerattack Paris

Burgerattack Moskau

Der Fiesling unternimmt zudem alles, um Flint von seinen Freunden zu entfremden. Dieser wacht erst auf, als Chester droht, die ungebetenen Eindringlinge zu schreddern und sie zu Müsliriegeln zu verarbeiten. „Soylent Grün“ ist Menschenfleisch!

Soylent Grün_1

Soylent Grün_2

Flints Freunde wissen zu dem Zeitpunkt natürlich schon längst, dass Chester V böse ist. Denn im Gegensatz zu Flint haben sie sich nicht von ihm blenden lassen. Sie haben sogar schon herausgefunden, dass der Firmenname „LIVE“ rückwärts geschrieben „EVIL“ ergibt. Ach ja, Reverse Speech. Jetzt wissen wir, dass Chester V ein Satanist ist!

Aus dem „Corp“ wird zudem noch „Crop“. „Evil Crop“ heißt übersetzt so viel wie „böse Ernte“, was absolut passt, da Chester V empfindungsfähige Wesen bei lebendigem Leibe zu Müsliriegeln verarbeiten will. Sicher, dass das ein Kinderfilm ist? Okay, es gelingt Flint natürlich, seine Freunde zu retten und gemeinsam mit ihnen den irren Kapitalisten aufzuhalten. Dennoch ist das dargebotene Szenario ziemlich krank.

Fazit: „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ war noch ein durchaus unterhaltsamer Animationsfilm mit einigen guten Gags. Die Fortsetzung hat zwar auch den einen oder anderen Lacher zu bieten und wartet mit einer trickreichen 3D-Animation sowie etlichen ziemlich putzigen Figuren auf. Die Story gleitet jedoch schnell ins Beknackte ab.

Hinzu kommt eine Flut okkulter Symbole sowie ein teuflischer Bösewicht, der eher für einen zweiten Teil von „Soylent Grün“ taugt, als für die Fortsetzung eines Kinderfilms. Das verdirbt einem den Kinospaß schon ziemlich arg.

Chester Rainman

Mars Attacks – Fiese Dämonen vom roten Planeten

von Shinzon

Tim Burton ist bekannt für seine surrealistischen Filme, voll von okkulter Symbolik. Es verwundert daher nicht, dass sein „Mars Attacks“ der durchgeknallteste Invasionsfilm aller Zeiten ist. Der Streifen basiert dabei auf einer Sammelkartenserie aus dem Jahr 1962, welche Tim Burton noch aus seinen Kindertagen kennt.

So ziemlich alle Kernelemente des Films basieren auf den Trading Cards. Diese zeigen einige sehr drastische Szenen, auf denen Menschen auf grausame Weise getötet und verstümmelt werden. Man bedenke, dass diese Sammelbilder für Kinder gedacht waren.

Sticker Nr 11

Sticker Nr 19

Die Verfilmung geht in eine ähnliche Richtung, überschreitet dabei aber die Grenze zum Klamauk. Bereits der Aufbruch der Marsianer ist vollkommen surrealistisch und schräg. Die Oberfläche des roten Planeten erinnert eher an Filme aus 1950ern als an die Realität. Die Erde, die eigentlich ein kleiner blauer Punkt sein sollte, erscheint zudem so groß am Firmament, als sei der Mars einer ihrer Monde.

Aufbruch Mars

Auf der Erde werden zunächst einmal die Hauptcharaktere vorgestellt. Darunter der US-Präsident (Jack Nicholson) und die Familie Norris, bei denen zwei Illuminateneulen im Wohntrailer hängen.

Eulenwandschmuck

Ein beträchtlicher Teil der Handlung dreht sich um eine Handvoll Leute aus Las Vegas. Zu diesen zählt der Ex-Boxer Byron Williams (Jim Brown), der einen Job als Casinosecurity hat.

Ägypter

Das Pyramidencasino gibt es tatsächlich, doch man muss nicht lange raten, warum sich der Freimaurer Tim Burton ausgerechnet für diesen Schauplatz entschieden hat.

Las Vegas Pyramide

In Las Vegas treibt sich weiterhin ein ausgeflippter Unternehmer (Jack Nicholson in einer Zweitrolle) herum, der ebenfalls starke Bezüge zur Freimaurerei aufweist. Auf seinem Jackett findet sich z.B. ein allsehendes Auge.

Allsehende Augenjacke

Aber vielleicht ist er ja eher ein Anhänger der Bruderschaft des Saturns. Denn dieser Planet ziert in seinem Empfangszimmer nicht nur die Wände, sondern auch die Säulen Jachin und Boas.

Saturnsäulen

Etwas später taucht im Casino noch einmal ein Arrangement mit drei Säulen auf, bei welchem im Vordergrund aufrechte sowie umgedrehte Pentagramme zu sehen sind.

Pentagramme & Säulen

In einer Bettszene gibt es zu guter letzt noch ein schwarz/weißes Yin und Yang-Symbol, während die Decke im Blau/Rot der Freimaurergrade gehalten ist.

Masonic Sex

Doch zurück zur Handlung. Die Marsianer landen zunächst in der Wüste Nevadas, was wohl eine Anspielung auf die Area 51 sein soll. Empfangen werden sie u.a. von einer Esoterikspinnerin, was symbolisch für die okkulten Praktiken auf dem Gelände der Geheimbasis stehen könnte.

Esoteriktante

Ankunft

Man denke in diesem Zusammenhang an den verängstigen Area 51-Whistleblower, der in einer Livesendung bei Art Bell behauptete, dass die Aliens in Wirklichkeit bösartige extradimensionale Wesen sind. In „Mars Attacks“ entpuppen sich die Marsianer ebenfalls als dämonische Kreaturen. Anfangs behaupten sie noch, in Frieden zu kommen, nur um dann alle Anwesenden auf möglichst grausame Art und Weise abzuschlachten.

Aliensbotschafter

Grausamkeit

Die Reporterin Nathalie Lake (Sarah Jessica Parker) lassen die Marsianer als einzige am Leben, um sie für ihre abscheulichen Experimente zu missbrauchen.

Bizarre Experimente_1

Bizarre Experimente_2

In dieser Szene sieht man im Hintergrund auch einen Clown in einem Wasserglas. Ob dieser von der Erde stammt oder wohl eher als Anspielung auf die „Killer Klowns from outer Space“ zu verstehen ist?

Clown im Glas

Nach dem ersten Massaker versuchen es die Marsianer erneut mit ihrer Friedensmasche und landen in Washington D.C. Im Kongress sind deutlich zwei Rutenbündel zu sehen, welche den römischen Einfluss auf die USA zeigen. Rutenbündel finden sich in den Vereinigten Staaten tatsächlich überall.

Rutenbündel im Kongress

Prof. Kessler (Pierce Brosnan) verdeutlicht derweil noch einmal die freimaurerischen Einflüsse mit einem Krawattengriff.

Brosnans Krawattengriff

Im Anschluss wird der Kongress von den Marsianern ausgelöscht. Eine ziemlich unverhohlene Andeutung, dass Project Blue Beam das Ende der Demokratie einläuten wird. Grandma Norris (Sylvia Sidney) bricht angesichts des Niedergangs der Demokratie sogar in Freude aus.

Kongress_1

Kongress_2

Prof. Kessler wird indes von den Aliens entführt und auf besonders abscheuliche Weise in seine Einzelteile zerlegt. Zu Menschenverstümmelungen soll es im Zusammenhang mit dem Entführungsphänomen tatsächlich schon gekommen sein. Dass der Kopf dabei am Leben bleibt, ist jedoch eher unrealistisch.

Human Mutilations

Ein wenig Ironie steckt ebenfalls in dieser Szene, denn kurz zuvor leitete Prof. Kessler noch eine Alienautopsie. Als Pluspunkt für die Menschheit ist dabei zu werten, dass der Marsianer wenigstens schon tot war.

Alien Autopsy

Auf der Erde läuft die Invasion indes weiter. In der US-Hauptstadt versuchen die Marsianer das Weiße Haus zu infiltrieren, um den Präsidenten zu ermorden.

Obelsikalien

In Paris verhandeln die Marsianer indes auf dem Schachbrettboden der französischen Regierung. Das Bodenmuster ist gar nicht mal so weit hergeholt, denn bisher waren und sind alle französischen Staatsoberhäupter Freimaurer.

Zerstörtes Paris_1

Es ist daher nicht wirklich ein Verlust, dass die Invasoren kurz darauf in ihren üblichen Blutrausch verfallen und die Logenbrüder einschmelzen. Im Hintergrund fällt indes ein Wahrzeichen der Freimaurer.

Zerstörtes Paris_2

Gleiches gilt für Washington D.C., wo der Obelisk fällt.

Zerstörtes Washington Monument

In London zerstören die Invasoren den Big Ben…

London Attacks_1

London Attacks_2

…und die Pyramide in Las Vegas kommt ebenfalls nicht ungeschoren davon. So langsam werden einem die Marsianer fast sympathisch.

Zerstörte Pyramide

Nur die Zerstörung des wunderschönen Taj Mahal muss man ihnen wirklich übel nehmen.

Zerstörtes Taj Mahal

Hinzu kommt, dass ihre Flagge eine Pyramide mit Auge an der Spitze zeigt. Die Marsianer sind also doch nicht die erhofften Erlöser, die die Erde von der Freimaurerei säubern. Sie sind einfach nur generell menschenverachtend. Das sollte die irdische Elite vielleicht berücksichtigen, wenn sie geheime Verträge mit extradimensionalen Wesen abschließt. Vielleicht enden sie ja auch mit einer Pyramidenfahne im Rücken, wer weiß…

Marsflagge

Die Erlösung von den Marsianer bringt indes die schrille Musik von Grandma Norris. Diese ist bereits für menschliche Ohren das reinste Gift. Den Aliens explodiert hingegen der Kopf davon. Die Welt ist gerettet!

Schlechte Musik

Fazit: „Mars Attacks“ ist auf der einen Seite extrem schrill und hat durchaus einige gute Gags zu bieten. Andererseits ist er absolut menschenverachtend und die Marsianer werden einzig von einer dämonischen Boshaftigkeit getrieben. Die Gründe für ihren Angriff sind weder Ressourcen, noch die Eroberung des Planeten oder die Versklavung der Menschheit. Sie sind schlichtweg Sadisten, die jemanden zum Quälen brauchen.

The Divide – Obszöne Kellerparty zum Weltuntergang

von Shinzon

Wie aus dem Nichts wird New York mit Atombomben angegriffen. Einer kleinen Gruppe gelingt es, sich in den Schutzkeller von Hausmeister Mickey (Michael Biehn) zu retten und so den Angriff zu überleben. Am Ende werden sie sich jedoch wünschen, gestorben zu sein.

The Divide Poster

Zunächst läuft alles normal ab und Mickey teilt seine Vorräte brüderlich mit seinen Gästen. Nach einiger Zeit dringen jedoch Leute in Schutzanzügen in den Keller ein und entführen die Tochter von Marilyn (Rosanna Arquette). Auf der anderen Seite gelingt es den Überlebenden, einen der Eindringlinge zu überwältigen. Es handelt sich offenbar um Nordkoreaner.

Nein halt, nicht schon wieder das absurde Szenario der Besetzung der USA durch Nordkorea! Zwar besitzen letztere durchaus Atomwaffen, doch mit Sicherheit reichen diese nicht aus, um die gesamte Ostküste der USA zu bombardieren. Obendrein fehlt es Nordkorea an entsprechenden Trägerraketen, um New York zu erreichen. Wenn überhaupt, wäre ein Angriff auf die Westküste wahrscheinlicher.

Allerdings muss man sich über die Sinnhaftigkeit eines solchen Szenarios nicht weiter den Kopf zerbrechen, denn der Film legt gar keinen Wert darauf, die Gründe für den Angriff aufzudecken. Zwar gelingt es einem der Überlebenden, mit dem erbeuteten Schutzanzug das Lager der Angreifer zu infiltrieren und dabei festzustellen, dass diese gesunde Exemplare von Kindern einfrieren, aber diese Spur wird nicht weiter verfolgt.

Was da passiert, wie, warum und weshalb, bleibt für immer ein Rätsel. Der Film verschenkt damit jegliches Potential. Nachdem der Eindringling auffliegt und zu den anderen ins Kellerverlies zurückkehrt, versiegeln die mysteriösen Angreifer einfach die Tür und damit beginnt die zweite Hälfte des Films, die sich nur mehr damit befasst, wie die Eingesperrten durchdrehen. Damit erklärt sich im Übrigen auch der deutsche Untertitel „Die Hölle sind die anderen“.

Zunächst fliegt auf, dass Mickey noch weitaus mehr Vorräte versteckt hat. Er beteuert, dass er sie teilen wollte und sie versteckt hielt, um sie zu rationieren. Sein gutes Recht ist es allemal, denn es sind seine Vorräte. Josh (Milo Ventimiglia) und Bobby (Michael Eklund) schert das jedoch wenig, denn für sie ist der Rechtsstaat nicht mehr existent. Sie fesseln Mickey und beginnen ihn zu foltern, damit er die Kombination vom Schloss der Vorratskammer rausrückt. Dabei schrecken sie auch nicht vor Yakuza-Methoden zurück und schneiden Mickey einen Finger ab.

Spätestens ab dieser Stelle sollte man die DVD aus dem Player holen und in den Müll werfen, denn es wird von da an nur noch schlimmer. Josh und Bobby eignen sich die Herrschaft über das Kellerloch an und bestimmen von nun an, wer was zu essen und wer überhaupt Menschenrechte zugesprochen bekommt.

Ebenso verteilen sie alle Aufgaben, zu denen auch solch unschöne Dinge wie das Zerhacken einer Leiche gehören. Der tote Angreifer gammelt nämlich langsam vor sich hin und soll die Toilette runtergespült werden. Wer das schon für krank hält, sollte nun wirklich aufhören, den Film auch nur eine einzige weitere Sekunde anzuschauen.

Denn Marilyn, die durch den Verlust ihrer Tochter psychisch labil geworden ist, verkommt zur Sexsklavin von Josh und Bobby. Sie wird von den beiden vergewaltigt und erliegt beim letzten Akt ihren Verletzungen. Um den satanistischen Charakter dieser abartigen Vorgänge zu unterstreichen, wird in einer Szene neben ihr eine umgedrehte Pyramide mit Auge platziert.

Satanic Illuminati

Es ist bekannt, dass die Snuff-Industrie in großen Teilen von Satanisten kontrolliert wird und daher ist die Platzierung solcher Symbole absolut kein Zufall, zumal ohnehin nichts zufällig in ein Hollywoodstudio gelangt. Solch abartige Filme wie „The Divide“ werden nur aus einem Grund gedreht: Sie sollen das Publikum traumatisieren und abstumpfen. Es gibt an diesem Film nichts Schönes und auch nichts Kritisches.

Während Filme wie „Das Experiment“ noch auf Tatsachen beruhen und einen Einblick in die menschliche Psyche gewähren, handeln die Charaktere in „The Divide“ vollkommen grundlos unmenschlich. Sie üben nicht einfach nur Macht aus, sondern drehen vollkommen am Rad. Dies wird überdeutlich, als Bobby beginnt, sich zu schminken und Frauenkleider zu tragen. Über den Ritualcharakter dieser Szene muss wohl nicht weiter diskutiert werden.

Endzeittunte_1

Endzeittunte_2

Die einzigen Charaktere, die noch annähernd menschlich bleiben, sind Eva (Lauren German) und Joshs Bruder Adrien (Ashton Holmes). Der gefesselte Mickey offenbart Eva schließlich die Existenz einer Waffe, mit der sie den Spuk beenden kann. Doch statt Mickey zu befreien, was ihr und Adrien eine zahlenmäßige Überlegenheit sichern würde, versuchen die beiden jeweils im Alleingang Josh und Bobby zu überrumpeln. Eva versucht es bei Josh obendrein noch mit dem Versprechen auf Sex, was sie natürlich prompt bitter bereut.

In einem darauf folgenden Handgemenge wird Adrien völlig sinnlos erschossen, weil mit dem opportunistischen Feigling Sam (Iván Gonzáles) ein weiteres instabiles Element in die Situation gerät und alles vermasselt. Am Ende sind so ziemlich alle tot, bis auf Eva und Mickey. Eva gelingt es, über die Kanalisation zu entkommen und aus lauter Dankbarkeit für die Offenbarung dieses Fluchtweges lässt sie ihren Retter Mickey umkommen.

Bei alledem ist es schon regelrecht bezeichnend, dass der einzige Weg in die Freiheit durch die Kanalisation führt. Besser kann man es nicht ausdrücken, wie scheiße dieser Film ist. Als Eva schließlich mit dem erbeuteten Strahlenschutzanzug unter freiem Himmel steht, zeigt sich, dass sie genauso gut hätte im Keller bleiben können. Denn von der Welt ist nicht mehr viel übrig. New York liegt wieder einmal in (verstrahlten) Trümmern und so langsam bekommt man den Eindruck, als sei diese Stadt zum Abschuss freigegeben. Immerhin fand dort bereits das letzte Megaritual der Hochgradfreimaurer statt.

NY destroyed_1

NY destroyed_2

Zwischen den Ruinen des Big Apple finden sich dann noch ein paar menschliche Überreste, um das Grauen abzurunden. Das Ende ist ebenso negativ wie der Rest des Films.

Menschenopfer

Fazit: „The Divide“ ist einer von den Filmen, bei denen man es bereut, sie gesehen zu haben. Obgleich die Schauspieler in diesem Fall alle überleben und nur so tun als ob, kommt der Streifen einem Snuff-Movie verdammt nahe. Er ist einfach schlecht für die Seele und man kann direkt froh sein, dass die deutsche Version um 14 Minuten gekürzt ist. Es wäre nicht mal ein Verlust gewesen, ihn komplett zu indizieren, denn es gibt durchaus Dinge, vor denen die Menschheit geschützt werden sollte.