Arthur Weihnachtsmann – Rationalisierungswahn am Nordpol

von Shinzon

„Arthur Weihnachtsmann“ ist keiner von diesen gewöhnlichen, anheimelnden Weihnachtsfilmen, sondern besticht durch seinen Witz und perfekte Animation. Er hätte das Zeug zum Klassiker, wenn da nicht einige unterschwellige Andeutungen wären.

Arthur ist der jüngere Sohn des aktuellen Weihnachtsmannes und steht damit in einer langen Tradition von Weihnachtsmännern. Leider hat er Höhenangst und ist obendrein ziemlich tollpatschig, weshalb er in der Poststelle arbeitet und dort sämtliche Weihnachtswünsche aus aller Welt entgegen nimmt. Das Verteilen der Geschenke übernimmt indes sein Bruder Steve mit einem ganzen Heer von Elfen. Der Vater der beiden ist lediglich das Aushängeschild.

Steve Weihnachtsmann ist ein typischer Geschäftsmann, der in Begriffen wie Effizienz denkt. Er liefert pünktlich und korrekt, die Fehlerquote geht gegen 0. Durch eine kleine Panne wird nur ein Geschenk nicht ausgeliefert. Als der Fehler auffällt, tut Steve ihn als geringfügig ab. Nur Arthur handelt im Geist von Weihnachten, demnach kein Kind vergessen werden darf. Zusammen mit seinem Großvater und der Elfe Bryony macht er sich auf, das letzte Geschenk auszuliefern.

Das ist die Handlung in knappen Worten. Kommen wir nun zur Symbolik. Bei Arthurs Bruder Steve fällt auf, dass sein Weihnachtsmannoutfit im Flecktarnmuster gehalten ist und auch Papa Weihnachtsmann hat einen Uniformfetisch. Das wirkt schon sehr militaristisch und passt irgendwie nicht zu einem Kinderfilm. Da Opa Weihnachtsmann für die Weihnachten zweier Weltkriege verantwortlich war und daher schon mal mit Militärmütze zu sehen ist, könnte das militärische Outfit des aktuellen und insbesondere des zukünftigen Weihnachtsmannes darauf hindeuten, dass die heutige Generation ebenfalls mit einem Weltkrieg konfrontiert werden wird.

Militäroutfit_1

02 Militäroutfit_2

03 Militäroutfit_3

Auch die Elfen tragen Flecktarnanzüge und verhalten sich wie eine Spezialeinheit für verdeckte Operationen.

04_Black Ops Elfen

Weiterhin prahlt Steve, dass er ein moderneres Kommunikationssystem als das Pentagon hat und obendrein steht der Nordpol unter totaler Videoüberwachung. Doch warum eigentlich? Terroristen dürfte es dort kaum geben und illoyale Elfen, die Geschenke stehlen, wohl ebenso wenig.

05_Northpole Watch

In der Mission Control des Nordpols sieht man indes, wer mit wem gegen wen Krieg führen wird. Im Zentrum steht das Weiße Haus und rechts daneben der Buckingham Palast. Der wichtigste Partner bzw. Vasall dieser Koalition ist Deutschland, welches links gleich mehrfach zu sehen ist. Zu guter Letzt wäre da noch der Kreml, welcher unterhalb des Weißen Hauses zu sehen ist. Damit wären dann wohl beide Seiten des 3. Weltkrieges klar definiert.

06_Kriegsparteien

Fehlt nur noch die Rekrutierung des Kanonenfutters. Das bekannte Uncle Sam-Plakat mit der Aufschrift „I want you für U.S. Army“ taucht hier leicht abgewandelt als Uncle Santa mit dem Spruch „Have you been good?“ auf.

7_I want you

Ein weiterer Hinweis auf den bevorstehenden Weltkrieg ist die Hausnummer des Mädchens, welches bei der Geschenkverteilung vergessen wurde. Es ist die Nummer 23, welche in der okkulten Numerologie für Zerstörung steht.

08_Hausnummer 23_1

09_Hausnummer 23_2

Ihren Brief an den Weihnachtsmann wirft Gwen in einen Briefkasten, der 5:45 Uhr geleert wird. Hitler erklärte seinerzeit Polen den Krieg mit den Worten: „Ab 5:45 Uhr wird jetzt zurück geschossen“.

10_5 Uhr 45

Apropos Polen.

11_Polen

Der Brief selbst enthält eine Zeichnung von Gwen, auf welcher der Weihnachtsmann brennt. Eine weitere ziemlich heftige Anspielung.

12_Burn after Reading

Das klingt jetzt alles etwas drastisch? In etwa so drastisch wie das Logo der Produktionsfirma Aardman Animations, welche sich für den Film verantwortlich zeichnet. Das Logo zeigt ein umgedrehtes, rotes Satanspentagramm und ist von oben bis unten mit Blut beschmiert. Derartiges erwartet man doch eher bei einem Horrorfilm.

Weitere Pentagramme gibt es im Film natürlich reichlich.

13_Pentagrammstern

Das Tannenbaumlogo des Weihnachtsmannes erinnert indes an eine dreistufige Pyramide.

14_Weihnachtspyramide

Eine Pyramide mit abgehobener Spitze gibt es in Form einer Alarmanlage neben der Hausnummer 23.

15_23 Pyramide

Dann wäre da noch ein Hexagon neben einer weiteren Hausnummer 23.

16_23 Hexagon

Und wo wir schon mal dabei sind, ist die Quersumme von Arthurs Personalnummer 3776 ebenfalls 23. Das leuchtet sogar irgendwie ein, denn immerhin ist er es, der die Welt ins Chaos stürzt.

17_3776 gleich 23

Und da kommen wir von der okkulten Symbolik zurück zur Irrfahrt von Arthur und Opa Weihnachtsmann, welche gleich zu Beginn und auch später noch mal am Vollmond vorbei führt.

18_Vollmond_1

19_Vollmond_2

Neben den Kriegsanspielungen gibt es nämlich noch ein weiteres wichtiges Thema in „Arthur Weihnachtsmann“. Der Blue Beam-Theorie zufolge soll direkt im Anschluss an den 3. Weltkrieg eine Alieninvasion inszeniert werden, welche der letzte Akt in der Etablierung einer neuen Weltordnung sein wird. Der erste Hinweis darauf wäre der Schlitten des Weihnachtsmannes, welcher einem UFO gleich über den Großstädten dieser Welt schwebt.

20_S1-Schlitten_1

21_S1-Schlitten_2

22_S1-Schlitten_3

Arthur und sein Opa sind zwar mit dem älteren Modell unterwegs, sorgen allerdings durch ihr tollpatschiges Verhalten ebenfalls für einige UFO-Sichtungen. Dabei tauchen sie sogar auf dem Radar des Flughafens von Toronto auf. UFO-Forscher dürften diese Anspielung verstehen, da es tatsächlich zahlreiche Radaraufzeichnungen von unidentifizierten Flugobjekten gibt, die nicht mit unserer konventionellen Flugzeugtechnologie erklärt werden können.

23_UFO auf Radar_1

24_UFO auf Radar_2

Bei einem Zwischenstopp in Idaho, wo sie eine Rentierattrappe entwenden, geraten die beiden an einen Einsiedler, der Arthur für einen Außerirdischen hält.

25_Weihnachtsmarsianer

Obendrein sorgt ihr torkelnder Schlitten für eine weitere UFO-Sichtung.

26_UFO-Schlitten

Die Irrfahrt der beiden inkompetenten Weihnachtsmänner gipfelt in einer weltweiten UFO-Hysterie, welche schnell die Nachrichten dominiert.

27_Alien Hysterie_1

28_Alien Hysterie_2

29_Alien Hysterie_3

Selbstverständlich heißt die Menschheit die vermeintlichen Besucher nicht willkommen. Im Gegenteil hält man sie für das personifizierte Böse.

30_Face of Evil

Und was passiert, wenn die Menschheit einen gemeinsamen Feind hat? Richtig: Alle Nationen vereinen sich.

31_One World

Arthur und sein Opa geben der Welt natürlich das, was die Herrschenden erwarten. Da es sich bei den Weihnachtsmännern jedoch um Menschen in einem Fake-UFO handelt, wird damit ziemlich unverhohlen ein Inside Job angedeutet.

32_UFO-Tarnung_1

33_UFO-Tarnung_2

Bei der ganzen Invasionsthematik dürfen UFO-Sekten natürlich nicht fehlen. Einen wirklich gut versteckten Hinweis gibt es in Arthurs Arbeitszimmer. Dort steht auf einem Regal ein Buch, dessen Titel halb verdeckt ist. Der lesbare teil lautet „NTOLOGY“. Ob hier „$CIENTOLOGY“ gemeint ist?

34_Ntology

Fazit: Oberflächlich betrachtet ist „Arthur Weihnachtsmann“ ein sehr witziger Weihnachtsfilm mit einigen wirklich guten Gags. Schaut man jedoch etwas genauer hin, entdeckt man überall Anspielungen auf Militarismus und Krieg. Das zweite große Thema, die gefakte Alieninvasion, ist dagegen keineswegs unterschwellig, sondern begleitet Arthurs gesamte Reise um den Globus.

35_Ho Ho Horror

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Verschwörungstheorie? Verschwörungsfakt!

Die meisten Fälle sind inzwischen allseits bekannt. Die Nummer 3 dürften jedoch nur wenige kennen. Die US-Regierung infizierte 1946-1948 in Kooperation mit der Rockefeller Foundation rund 1.500 Menschen in Guatemala mit Syphilis – angeblich um die Wirksamkeit von Penicilline zu testen. Steuerfinanzierte Menschenexperimente mit Biowaffen in Ländern des armen Südens – wie nett. Dazu noch etwas inszenierter Terror, Mind Control, Media Control und totale Überwachung.

Jo Conrad – Braune Esoterik bis zur Bewusstlosigkeit

von Shinzon

Johannes Conrad, der 1958 im Landkreis Osterholz-Scharmbeck geboren wurde, ist eigentlich eine ziemlich verkrachte Existenz. Die Schule verließ er ohne Abschluss und auch seine Lehre als Fotograf brach er vorzeitig ab. Als autodidaktischer Komponist hatte er ebenso wenig Erfolg und verdiente sein Geld zunächst 15 Jahre lang als Taxifahrer. Nebenher verkaufte er Landschaftsaufnahmen für Kalender, bis er 1991 doch noch einen kleinen Auftrag als Komponist für drei Folgen der Serie „Großstadtrevier“ erhielt.

In den 1990ern moderierte Conrad für den Bremer offenen Kanal ehrenamtlich die Unterhaltungsshow „Lift“, bei der u.a. Gregor Gysi von der damaligen PDS zu Gast war. Allerdings interviewte er auch schon zu dem Zeitpunkt Esoteriker und Numerologen, was seine weitere Karriere offensichtlich maßgeblich beeinflusste. Jos bedenklichster Gast bei „Lift“ war der Verleger Harm Menkens, der Kontakte zum verstorbenen Holocaustleugner Thies Christophersen unterhielt. Christophersen war nicht nur ein Leugner, sondern ein Lügner, da er als Aufseher der Waffen-SS selbst im KZ Auschwitz-Raiska tätig war.

Den großen Durchbruch hatte Jo Conrad 1996 mit seinem ersten Buch „Entwirrungen“, welches kommerziell sehr erfolgreich werden sollte. Seitdem verdient er sein Geld als Autor und Seminarleiter. Die Theorien, die er dabei vertritt, enthalten viele Halbwahrheiten, die letztendlich immer ins Braunesoterische abgleiten. So stimmt es zwar, dass der deutsche Personalausweis mit freimaurerisch-okkulten Symbolen übersät ist, aber das bedeutet mitnichten, dass das deutsche Reich in seinen Grenzen von 1937 fortbesteht. Der negative Einfluss von Hollywood ist ebenfalls kaum zu leugnen, doch Jo Conrad führt diesen auf eine jüdische Kabale zurück.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Uncle Jo einen Hang zur Judenfeindlichkeit sowie eine Nähe zum Rechtsextremismus hat. Unter anderem verteidigt er die „Protokolle der Weisen von Zion“ und behauptet, dass Juden einen negativen Einfluss auf ihre „Wirtsländer“ hätten. Allein schon diese Wortwahl lässt tief blicken, denn wer Länder als „Wirte“ bezeichnet, impliziert, dass die dort lebenden Juden „Parasiten“ seien. 1998 machte Conrad in einem Leserbrief an den Focus schließlich die Juden selbst für den Antisemitismus verantwortlich, den er und seinesgleichen verbreiten.

Obendrein kritisiert Conrad das deutsche Verbot der Holocaustleugnung, obgleich er sich aus rechtlichen Gründen nicht wagt, die Shoa selbst öffentlich zu leugnen. Stattdessen formuliert er rhetorische Fragen. Eine weitere indirekte Leugnung offenbart sich durch seine Solidarität für den Rechtsextremisten Horst Mahler (ehemals NPD). 2011 behauptete er in einem Video, dass der verurteilte Holocaustleugner nur aufgrund seiner „falschen Meinung“ eingesperrt sei. Dabei unterschlägt Conrad, dass Mahler darüber hinaus ein Feind der freiheitlich-demokratischen Ordnung ist und 2003 sogar aus der NPD austrat, da ihm die Partei zu angepasst sei.

Durch sein diesbezügliches Verhalten vergiftet Jo Conrad auch ernste Themen wie die Freimaurerei und Illuminaten, die er ebenfalls in einen judenfeindlichen Kontext setzt. Eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Okkultismus der Elite wird dank brauner Esoteriker wie ihm erheblich erschwert. Rationale Elitenforscher kommen nun einmal nicht um den Themenkomplex der Geheimgesellschaften herum, stehen dabei aber ständig unter dem Druck, sich von Jo Conrad und Co. zu distanzieren.

Gleiches gilt für das Thema Exopolitk. Die Existenz von Spezies wie den Grey und blonden Humanoiden (so genannte Nordics) lässt sich zwar nicht dadurch negieren, dass sich auch rechtsesoterische Spinner mit ihnen beschäftigen. Leider werden jedoch seriöse UFO-Forscher und Augenzeugen viel leichter zur Zielscheibe von Spott und Verleumdungen, wenn Jo Conrad und Konsorten behaupten, die Nordics seien der Ursprung der „arischen Rasse“. Rassistische Verschwörungstheoretiker fungieren in dieser Hinsicht als Brunnenvergifter.

Ein Rassist ist Uncle Jo auf jeden Fall und das nicht nur in Bezug auf Außerirdische. Vor allem die Polen haben es dem reichsdeutschen Revanchisten angetan, wie seine Witzeleien bei diversen Seminaren belegen. Wenn es da z.B. um Nazis am Südpol geht, kommt Jo Conrad ganz schnell mal zu den anderen Polen, die er klischeehaft als Autodiebe darstellt.

Doch zurück zu seinen kruden Verschwörungstheorien, in denen die Nazis mit ihren Reichsflugscheiben in die hohle Erde geflüchtet sind. Derartigen Müll äußert auch Jan Udo Holey, auf den sich Jo Conrad oft bezieht. Die zwei waren sogar einmal Weggefährten, als Conrad bei Holeys Secret TV arbeitete. 2009 trennten sich die Wege der beiden allerdings, nachdem Conrad bei Secret TV rausgeschmissen wurde. Ironischerweise begründete die Internetplattform den Rauswurf mit dessen Engagement beim „Fürstentum Germania“. Wenn Secret TV jemanden vor die Tür setzt, weil derjenige zu rechts ist, will das schon was heißen.

Das Fürstentum Germania, welches Conrad unterstützte, ähnelte dem reichsdeutschen Projekt der kommissarischen Reichsregierung. Nach außen versuchte es sich jedoch als basisdemokratischer Kirchenstaat zu verkaufen, was neben rechten Verschwörungstheoretikern auch einige Libertäre anlockte. Zu Bestzeiten hatte das Fürstentum rund 220 Anhänger. Sitz des Scheinstaates, welcher von einem Adoptiv-Adeligen mit dem Kunstnamen Michael Freiherr von Pallandt geleitet wurde, war ein baufälliges Schloss im brandenburgischen Ort Krampfer.

Das Phantasiefürstentum existierte jedoch nur für eine recht kurze Zeit. Es wurde am 15. Februar 2009 ausgerufen und am 19. Mai desselben Jahres fand auch schon die Räumung des Schlosses durch die Polizei statt. Die Wohnräumlichkeiten genügten nicht den behördlichen Anforderungen und nach der Räumung wurde das Schloss von seinem Besitzer ganz und gar dem Verfall preisgegeben. Das Projekt versucht sich seitdem unter der Bezeichnung Exilregierung Fürstentum Germania neu zu formieren und plant einen Umzug nach Südamerika, wohin nach dem 2. Weltkriegs bereits viele Nazis geflohen sind.

Jo Conrad kehrte dem Projekt jedoch den Rücken und initiierte stattdessen zusammen mit Michael Vogt im Jahr 2012 den „Aufbruch Gold-Rot-Schwarz“. Diese Farbabfolge erinnert nicht von ungefähr an Peter Fitzeks NeuDeutschland-Flagge. Immerhin kennen sich die drei, wobei Fitzek regelmäßig sowohl bei Vogt im Alpenparlament TV als auch bei Conrads Bewusst.TV zu sehen ist. Gleich und gleich gesellt sich gern.

Bewusst.TV überschwemmt seit 2010 das Internet mit Verschwörungs- und Esoterikvideos. Es wurde von Conrad nach dessen Rauswurf bei Secret TV als kommerzielles Propagandaprojekt gegründet. Der Profit wird durch gezielte Werbung für Esoterik sowie die Einnahmen des angeschlossenen Webshops erwirtschaftet. Dank der hohen Klickzahlen und einem Heer leichtgläubiger Kunden dürften die beiden Protagonisten Conrad und Vogt inzwischen sehr gut von dieser Internet Plattform leben können.

Die beiden sind allerdings die einzigen bekannten Namen, die sich zweifelsfrei Bewusst.TV zuordnen lassen. Ein Impressum gibt es nämlich nicht, denn wer will schon für die kruden Inhalte des selbsternannten Bildungskanals haften? Das fängt schon bei der Propaganda für Reichsdeutsche an, die den BRD-Staat beseitigen wollen, und reicht bis hin zu selbsternannten Homoheilern, Impfgegnern und Vertretern der Neuen Germanischen Medizin von Ryke Geerd Hamer, die mit der Gesundheit und dem Leben leichtgläubiger Menschen spielen.

Braunes Gedankengut, Judenfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie sind wahrlich keine Seltenheit bei den bewusstlosen Gästen und Gastgebern. Wie 2006 bekannt wurde, ist Jo Conrad selbst schon wegen Volksverhetzung für schuldig befunden und rechtskräftig verwarnt worden. Es gab mindestens zwei Strafverfahren wegen Volksverhetzung und übler Nachrede gegen ihn. Gäste wie Andreas Popp und Jürgen Elsässer wirken dagegen fast schon harmlos.

Nun geht es bei Bewusst.TV aber nicht ausschließlich um rechtsgerichtete oder nationalkonservative Politik und Verschwörungstheorien. Der Großteil der Gäste kommt eher aus der esoterischen Ecke, wobei es allerdings oft zu Überschneidungen kommt. Dies trifft z.B. auf Jessie Marsson zu, der sowohl als Druide auftritt, wie auch als Reichsdeutscher. Er ist kein Geringerer als der bereits erwähnte Michael Freiherr von Pallandt, ehemaliges Staatsoberhaupt des Fürstentums Germania. Ein weiterer bekannter Name ist Rainer Feistle, der nur vordergründig über seine UFO-Entführungen spricht, am Rande aber rechtsextreme Gruppierungen wie die Vril-Gesellschaft propagiert.

Zu den weniger politischen Dauergästen zählen der Mentaltrainer Alexander Wagandt, der Esoterik-Guru Karma Singh, Dagmar Neubronner und der Yoga-Mönch Dada Madhuvidyananda. Der prominenteste Interviewpartner war jedoch mit Abstand David Icke, der sich mit Jo Conrad über absurde Verschwörungstheorien wie die Mondmatrix diskutierte. Auch sonst wimmelt es in der Sendung von Druiden, Hexenmeistern, Geisterbeschwörern und Channelmedien, deren Gruppierungen und Literatur auf der Bewusst.TV-Webseite massiv beworben werden.

Wer sich nun im Gegensatz zu Jo Conrad und seinesgleichen ernsthaft mit dem Einfluss okkulter Geheimgesellschaften auseinandersetzt, wird zwangsläufig zu dem Schluss gelangen, dass der gesamte Esoterikmarkt ein Teil von deren Agenda ist. Man braucht wahrlich nicht lange zu suchen, um bei Bewusst.TV die einschlägige Symbolik zu finden. Als erstes fällt natürlich das Kanallogo unangenehm auf. Es handelt sich um einen Schmetterling, der hier für die esoterische Transformation hin zum Wassermannzeitalter stehen dürfte. Allerdings wäre er auch als Mind Control Symbol nicht unbedingt deplaziert, da Bewusst.TV pure Esoterikhirnwäsche ist.

Bewusstlos TV

In der Blogroll der Bewusst.TV-Webseite finden sich dann noch die üblichen Verdächtigen, darunter Norbert Brakenwagens theosophische Sendung Time To Do, Andreas Popps (Un-)Wissensmanufaktur, Jo Conrads Privatwebseite und das Freigeistforum. Letzteres ist ein weiteres Projekt von Conrad, welches er schon zu seiner Zeit bei Secret TV anleierte. Bis zu dem Bruch mit Holey wurde dessen Plattform noch im Forum beworben, während heute selbstverständlich Bewusst.TV der offizielle Partner ist.

Die Kategorien des Freigeistforums erwecken oberflächlich betrachtet einen unverdächtigen Eindruck und decken Themen wie Politik, Geheimgesellschaften, Okkultismus, Satanismus und UFOs ab. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man im Forum einschlägig rechtsextreme Themen. Darunter die angebliche Ermordung von Jörg Haider, die Behauptung des naturgegebenen Rassismus, Reichsdeutschenpropaganda und Solidaritätsbekundungen mit Holocaustleugnern wie Ernst Zündel. Es wurden in der Vergangenheit zudem Briefe des inhaftierten Auschwitz-Leugners Germar Rudolf im Forum veröffentlicht, in denen gleich noch Links zu rechtsextremen Webseiten wie der des Holocaust-Leugners Ahmed Rami enthalten waren.

Nun sichert sich Jo Conrad zwar im Haftungsausschluss ab, in dem es heißt, dass der Forenbetreiber nicht für die Meinungen der Nutzer verantwortlich ist. Allerdings heißt es in den Forenregeln auch: „Einträge und Mitglieder können ohne weitere Begründung gelöscht werden.“ Conrad hat es also in der Hand, strafrechtlich relevante Äußerungen zu unterbinden. Davon macht er jedoch keinen Gebrauch, was die Vermutung nahe legt, dass die Löschung wohl eher Kritiker betrifft.

Neben den eindeutig rechtsextremen Ergüssen gibt es im Freigeistforum noch allerhand unsinnige Esoterikthemen wie Astrologie, Lichtarbeit, Elfen und Dämonen. Das Ganze wird dann noch mit gefährlichem Blödsinn wie der Neuen Germanischen Medizin garniert. Prinzipiell sind damit alle Bereiche abgedeckt, die auch bei Bewusst.TV zu finden sind. Der Unterschied besteht nur darin, dass im Forum jeder mitdiskutieren kann, wodurch der Umgangston etwas radikaler und unverblümter ist.

So viel zu Jo Conrads eigenen Projekten. Als Autor ist er jedoch nicht nur für seine eigenen Publikationen aktiv. Unter anderem schreibt er auch für die Kent-Depesche, was eine noch interessantere Verbindung offenbart, als seine ohnehin schon brisanten Kontakte zu den Reichsdeutschen- und der Esoterikszene. Die Kent-Depesche wird nämlich von dem $cientologen Michael Hinz herausgegeben.

Das ist vor allem in der Hinsicht interessant, da bereits Ivo Saseks Anti-Zensur-Koalition und Norbert Brakenwagens Time To Do der Psychosekte ein Podium bieten. Wir haben es hier offensichtlich mit einem esoterischen Netzwerk zu tun und es dürfte klar sein, wer bei diesem die Fäden zieht. Jo Conrad ist letztendlich nur ein weiterer Stein in der Dianetik-Pyramide.

Die größten Okkultisten: Jack Parsons – Crowley-Schüler und Raketenforscher

von Shinzon

John („Jack“) Whiteside Parsons wurde am 2. Oktober 1924 in Los Angeles geboren. Sein eigentlicher Geburtsname lautete allerdings Marvel und nicht John. Bekannt wurde er vor allem als Raketenantriebsforscher. Ähnlich wie sein Kollege Wernher von Braun begeisterte sich Parsons bereits in seiner Jugend für Raketen und experimentierte schon ab 1928 zusammen mit seinem Schulfreund Edward Forman an Amateurraketen.

Beinahe wäre Jacks Traum jedoch wie eine Seifenblase zerplatzt, denn während der großen Depression musste er die Stanford Universität verlassen. 1934 tat er sich jedoch wieder mit Forman und Frank Malina zusammen, mit denen er die an die Caltech angegliederte GALCIT Rocket Research Group bildete. 1939 arbeitete die Gruppe an der National Academy of Science am Jet-assisted Take Off (JATO, zu Deutsch „strahlantriebsgestützter Flugzeugstart“) für das US-Militär.

Später nannte sich die Gruppe in „Jet Propulsion Laboratory“ um und gründete zudem die Aerojet Corporation. Parsons ist als Mitgründer des renommierten JPL (scherzhaft „Jack Parsons Lab“) gleichzeitig einer der Väter des US-amerikanischen Raumfahrtprogramms. Wernher von Braun, der allgemein als Vater des Raumfahrtprogramms gilt, gab diesen Titel sogar bereitwillig an Parsons ab. Das „Jet Propulsion Laboratory“, welches zum California Institute of Technology (Caltech) gehört, baut und steuert indes bis heute einen Großteil der NASA-Satelliten und -Raumsonden.

Doch der begabte Raketenforscher, nach dem die NASA sogar einen Krater auf dem Mond benannte, hatte auch eine sehr düstere Seite. Während Wernher von Brauns Nazikarriere als SS-Obersturmbahnführer sehr gut dokumentiert ist, stand Parsons stets in von Brauns Schatten. Dabei ging er anfangs den genau entgegen gesetzten Weg und wurde zunächst Marxist. Er vertrat eine stark antikapitalistische sowie pazifistische Haltung und überlegte sogar, der kommunistischen Partei der USA beizutreten.

Doch schnell verließ er diesen viel versprechenden Pfad wieder und konvertierte zur neuen religiösen Bewegung des englischen Okkultisten Aleister Crowley. 1941 trat er, zusammen mit seiner Frau Helen Northrup, der Agape-Loge des kalifornischen Ordo Templi Orientis bei, zu deren Leiter er ein Jahr später ernannt wurde.

OTO-Loge mit Schachbrettboden und Obelisken.

OTO-Loge mit Schachbrettboden und Obelisken.

Parsons, dessen Logenname Frater Jopan 210 lautete, lernte Crowley zwar nie persönlich kennen, stand aber in einem regen Briefkontakt mit ihm. Später handelte er sich Crowleys Zorn ein, als er zusammen mit L. Ron Hubbard versuchte, ein „Moonchild“ zu erzeugen. Der Meister persönlich hatte das dazugehörige Ritual in seinem Roman „Moonchild“ beschrieben und sah es wohl nicht gern, dass Parsons seine Idee klaute. Crowley warf Jack allerdings nicht aus dem Orden.

Dafür wurde Parsons allerdings von Hubbard hintergangen. Zunächst hatte er noch mit ihm und Sara „Betty“ Northrup zusammen eine Firma für Schiffshandel gegründet. Während Parsons eine Summe von 21.000 $ in die Allied Enterprises investierte, beteiligte sich Hubbard lediglich mit 1.200 $. Schließlich entwendete L. Ron eine Yacht und obendrein machte er Jack seine Freundin Sara abspenstig. Letzteres war besonders bitter für ihn, da ihm zuvor bereits seine erste Frau und Saras Halbschwester Helen von Wilfred Smith, dem vorherigen Leiter der Agape-Loge, ausgespannt worden war.

Erbost über diesen neuerlichen Verrat durch L. Ron und Sara, soll Jack in seinem Hotelzimmer einen Sturm heraufbeschworen haben. Tatsächlich wurde das von seinen beiden Ex-Geschäftspartnern gestohlene Boot von einem Unwetter zum Kentern gebracht. Ob da ein Zusammenhang besteht, ist natürlich reine Spekulation.

Zumindest war Parsons selbst aber absolut von seinem magischen Wirken überzeugt. Als Anhänger von Thelema praktizierte er in vielerlei Hinsicht Crowleysche „Magick“. Gemeinsam mit Hubbard versuchte er nicht nur, ein „Moonchild“ zu zeugen, sondern betrieb obendrein in der Mojave-Wüste (Kalifornien) das so genannte Babalon Working. Mit dieser okkulten Praktik wollten die beiden ein Dimensionstor öffnen und einen weiblichen Messias, die Göttin Babalon aus Crowleys „Liber AL vel Legis“ („Buch der Gesetze“), auf der Erde inkarnieren lassen.

Weiterhin soll Parsons paranormale Phänomene wie Poltergeister, Orbs und Banshees heraufbeschworen haben. Als würde dies noch nicht reichen, um an seinem Verstand zu zweifeln, praktizierte er außerdem Sexualmagie. In Ritualen, basierend auf enochianischer Magie, masturbierte er zur Musik des russischen Komponisten Sergei Prokofjew auf magische Tabletts, um Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zu verzaubern. Bei derartigen Praktiken war mitunter auch Hubbard anwesend, da er ihn für sensibel gegenüber magischen Phänomenen hielt.

Zu seinem satanistischen Lebensstil passte dann auch Jacks zweite Frau Marjorie Cameron, deren rote Haare und blau-grüne Augen seiner Vorstellung der Göttin „Babalon“ entsprachen. Er überredete sie, an seinen magischen Arbeiten teilzunehmen, bis sie schließlich selbst glaubte, eine Inkarnation „Babalons“ zu sein. In Kenneth Angers Film „Inauguration of the Pleasure Dome“ (1954) spielte sie später sogar die „scharlachrote Hure Babalon“ sowie die indische Göttin Khali. Kurz bevor Jack Marjorie heiratete, legte er alle seine Ämter beim OTO nieder, was jedoch nicht das Ende seiner okkulten Ausschweifungen bedeutete.

Nebenbei war Jack Parsons auch Mitglied der Mañana Literary Society, wo er sich mit Autoren wie dem Antikommunisten Robert A. Heinlein anfreundete. Er selbst schrieb aber weniger Science Fiction als viel mehr okkulte Werke über Magie. Angesichts dessen stellt sich die Frage, in wie weit er seinen Beruf als Raketenforscher wissenschaftlich sah?

Mad Scientist Parsons

Parsons’ okkultes Treiben umfasste nämlich nicht nur sein Privatleben, sondern auch seine Arbeit für die NASA. So führte er vor jedem Raketenstart eine Invokation des Gottes Pan durch. Keine Seltenheit bei der NASA, denn auch die Apollo-Astronauten, die allesamt Freimaurer waren, hielten auf dem Mond okkulte Rituale ab. Christliche Gebete, sofern diese bei der NASA überhaupt praktiziert werden, scheinen dagegen nur Blendwerk für die Massen zu sein.

Die NASA, die eigentlich ein wissenschaftlich-rationales Weltbild vertreten sollte, ist in Wirklichkeit eine hochgradig okkulte Organisation, die von Nazis, Freimaurern und Satanisten gegründet wurde und offenbar bis heute von solchen Figuren geleitet wird. Zudem untersteht sie dem Pentagon und verfolgt damit vorrangig militärische sowie Spionagezwecke. Die wissenschaftliche Erforschung des Weltraums ist nur Nebensache und dient als Rechtfertigung nach außen.

Selbstverständlich gibt es viele NASA-Mitarbeiter, die nichts mit den militaristischen und okkulten Machenschaften zu tun haben. Diese bekleiden jedoch nur einfache Posten von der Flugkontrolle über Wartung bis hin zur Putzfrau. Wie diese Mitarbeiter wohl über den Geisteszustand ihrer Vorgesetzten denken, sofern sie überhaupt etwas von deren Machenschaften mitbekommen?

Zumindest über die Vertuschung von UFOs durch die NASA haben sich schon einige öffentlich geäußert, was in Hinblick auf die extradimensionale Natur eines Teils des Phänomens sicherlich interessant ist. Möglicherweise gibt es da einen Zusammenhang. Die Vertuschung der außerirdischen Präsenz sowie die okkulten Rituale finden jedenfalls in den oberen Etagen der NASA statt. Der Fisch stinkt wie immer vom Kopf.

Für die internationale Gemeinde der Astronomen und Astrophysiker dürfte indes die Erkenntnis, dass die Spitze der NASA offenbar geistig nicht zurechnungsfähig ist, ein herber Schock sein. Daran ändert auch der frühe Tod Jack Parsons am 17. Juni 1952 nichts, da es immer noch mehr als genug Hochgradfreimaurer und Satanisten bei der US-Raumfahrtbehörde gibt. Die Todesumstände von Parsons sind derweil wieder einmal sehr bezeichnend.

In seinem Buch „Liber Babalon“ prophezeite sich Jack Parsons selbst ein Ende in Flammen und tatsächlich starb er im Alter von nur 37 Jahren bei einer Explosion von Knallquecksilber. Während seine thelemischen Anhänger dies als Beweis für die Authentizität des „Liber Babalon“ sehen, könnte man als Kritiker zu dem hämischen Schluss gelangen, dass er durch das wohl verdiente Fegefeuer gegangen ist.

Ein wirklicher Verlust war Parsons ohnehin nur für die Raketentechnologie. In erster Linie hat die Welt mit seinem Ableben einen Schwarzmagier weniger. Groteskerweise war Parsons aber nicht nur ein Okkultist, sondern auch ein Zionist, der sich stark für die Gründung Israels engagierte. Er überlegte sogar kurz vor seinem Tod, nach Israel auszuwandern.

Das lässt den Zionismus in einem gänzlich anderen Licht erscheinen, denn Parsons war – wie die meisten Zionisten – kein Jude. Im Gegenteil arbeitete er eng mit Nazis wie von Braun zusammen, während seine Religion Crowleys Thelema war. Auch andere Zionisten wie George W. Bush und dessen Vater tummeln sich im Bereich okkulter Geheimbünde wie der Hochgradfreimaurerei oder Skull & Bones. Sein Großvater Prescott Bush hatte indes beste Geschäftsverbindungen zu den Nazis. Kein Wunder also, dass die große Mehrheit der Juden den Zionismus als politische Richtung strikt ablehnt. Dieser hat rein gar nichts mit ihrer Religion zu tun und Jack Parsons war der beste Beweis dafür!

Quelle (deutsch)

Quelle (englisch)

Die größten Okkultisten: L. Ron Hubbard – Vom Science Fiction-Autor zum Sektengründer

von John Doe

Lafayette Ronald Hubbard wurde 1911 in Tilden (Nebraska USA) geboren und wuchs in Helena (Montana), San Diego (Kalifornien), Bremerton (Washington) sowie Seattle (Washington) auf. Die häufigen Umzüge waren der Karriere seines Vaters bei der US Navy geschuldet.

Weiterhin dürften die Berufswahl seines Vaters sowie die Mitgliedschaft bei den Pfadfindern, bei denen es Ron bis zum Eagle Scout schaffte, maßgeblich sein hierarchisches Weltbild geprägt haben. Der paramilitärische Arm von Scientology, die Sea Org, erweckt zudem wohl kaum zufällig den Eindruck einer Marine.

1928 begann L. Ron Hubbard seine Karriere als Autor mit dem Verfassen von Kurzgeschichten. Parallel versuchte er, wie sein Vater Karriere bei der US Navy zu machen. Er fiel jedoch am 18. Dezember 1928 durch die Aufnahmeprüfung der Navy-Akademie und wurde im Jahr darauf wegen seiner schlechten Augen endgültig abgelehnt.

Im September 1930 schrieb Hubbard sich an der George Washington University ein, um Bauingenieurwesen zu studieren. An der Uni schrieb er für die Campus-Zeitung Hatchet, die im Februar 1932 seine ersten Science-Fiction-Geschichten veröffentlichte. Im gleichen Jahr musste Hubbard aus nicht näher bekannten Gründen die Universität verlassen.

Am 13. April 1933 heiratete er Margaret „Polly“ Louise Grubb. Mit ihr bekam er im Jahr darauf seinen ersten Sohn, welcher später den Namen seines Vaters ablehnen und sich in Ronald DeWolf umbenennen sollte. 1936 folgte seine Tochter Catherine May und die Familie zog nach Bremerton um. Dort fand L. Ron Hubbard Zugang zu Pulp-Magazinen, für die er Geschichten schrieb. Im folgenden Jahr erschien sein erster Roman „Buckskin Brigades“ und 1938 „Dangerous Dimensions“.

Sieht aus wie eine Ausgabe des Stürmers.

Sieht aus wie eine Ausgabe des Stürmers.

Als der zweite Weltkrieg ausbrach, unterbrach er seine Autorenkarriere und versuchte es erneut bei der US Navy, die ihn 1941 schließlich als Lieutenant einstellte. Zugeteilt wurde er allerdings nur der Public-Relations-Abteilung sowie dem Marinegeheimdienst. Seine dort gesammelten Erfahrungen sollten ihm später gewiss noch sehr hilfreich sein.

Im Dezember 1941 verließ er die Marine wieder, da er nach eigenen Angaben an der Front „in Stücke geschossen“ wurde. Für die US Navy war sein Weggang jedoch kein Verlust. Seine Akte soll laut Recherchen eines Journalisten sogar die wenig schmeichelhafte Anmerkung „Verdacht auf Geistesgestörtheit“ enthalten. Ein Verdacht, den Hubbard während seiner erfolglosen Erfinderkarriere in den 1960ern untermauern sollte, als er ein Gerät erfand, welches angeblich den Schmerz von Tomaten messen sollte, wenn man sie aufschneidet.

Tomatenheini

Nach Hubbards Karriere ging 1945 auch noch seine Ehe den Bach runter. Seine Frau verließ ihn mitsamt ihrer gemeinsamen Kindern und reichte am 14. April 1947 die Scheidung ein. Am 10. August 1946 ehelichte L. Ron aber bereits seine zweite Frau Sara Northrup, die er über seine erste noch gültige Ehe in Unkenntnis ließ. Als Sara schließlich davon erfuhr, bezichtigte sie Hubbard der Bigamie und ließ sich sogleich wieder von ihm scheiden. Sie erhielt zudem das Sorgerecht für ihre Tochter Alexis, die ihr Exmann zuvor entführt hatte.

Ein wirklich glückliches Händchen hatte Hubbard zunächst also weder im Beruf, noch beim anderen Geschlecht. Erst seine dritte Ehefrau Mary Sue ließ sich voll und ganz auf seine Machenschaften ein und wurde zu seiner Komplizin in Sachen Scientology. Um die Gründung dieser Psychosekte im Jahr 1954 zu verstehen, muss allerdings erst einmal ein weiterer Aspekt von Hubbards Leben beleuchtet werden: Seine Verbindungen zum Okkultismus. Und hier beginnt es, interessant zu werden.

In Pasadena begann Hubbard, sich für die okkulten Praktiken des Ordo Templi Orientis zu interessieren. Er trat dem Orden zwar nicht bei, arbeitete jedoch eng mit Jack Parsons zusammen – einem hochrangigen Satanisten und Schüler Aleister Crowleys. Mit dem Meister handelten sich die beiden allerdings Ärger ein, als sie auf eigene Faust versuchen, mittels eines Rituals ein magisch optimiertes Kind – ein so genanntes „Moonchild“ – zu erzeugen. Nichtsdestotrotz war L. Ron stark von Crowleys Werken fasziniert und baute sein eigenes Glaubenssystem auf dessen „Buch der Gesetze“ auf.

Die Zusammenarbeit zwischen Parsons und Hubbard endete indessen abrupt, als letzterer Parsons Yacht samt dessen Freundin entwendete. Bei Parsons Freundin handelte es sich um die bereits erwähnte Sara Northrup, die für kurze Zeit L. Rons Zweitfrau wurde. Die beiden waren jedoch nur die ersten Opfer von Hubbards Betrügereien, die in der Gründung von Scientology gipfelten.

Der Gründung dieser Sekte ging 1950 die Veröffentlichung der Dianetik voraus. Ein Werk über religiöse Therapiemethoden, welches die Basis für das psychologische Programm von Scientology darstellt. Das Logo der Dianetik ist, nebenbei bemerkt, eine vierstufige Pyramide

Pyramidik

Über die Scientology-Gründung selbst kursiert die Geschichte, dass L. Ron die Idee zur Sekte auf einem Treffen von Science-Fiction-Autoren in New York kam, auf dem er sich über die schlechte Bezahlung beklagte. Daraufhin soll Lester del Ray ihm halb im Scherz vorgeschlagen haben, eine Religionsgemeinschaft zu gründen, da diese in den USA steuerbefreit sei. Es ging dem Sektengründer also bei alledem hauptsächlich ums Geld, wobei sein Drang nach okkulter Macht und politischem Einfluss jedoch nicht zu unterschätzen waren.

Wie weit er für seine Machtgier gehen würde, bewies Hubbard in den 1970ern mit der „Operation Snow White“, mit welcher die Regierung der USA unterwandert werden sollte. Es wurden Behörden infiltriert, Personen abgehört und Dokumente gestohlen. Ein zentrales Ziel war es dabei, unvorteilhafte Berichte über Scientology und Hubbard selbst zu verhindern.

Das FBI konnte die Operation glücklicherweise aufdecken, woraufhin 11 hochrangige Scientology-Mitglieder (darunter Hubbards Frau Mary Sue) vor Bundesgerichten verurteilt wurden. Die Anklage lautete auf Strafvereitelung, Einbruch in Regierungsgebäude sowie Diebstahl von Dokumenten und Regierungseigentum. Details gibt es unter folgender Quelle.
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Snow_White

Hubbards Sekte versuchte weiterhin, die Regierungen anderer Länder zu infiltrieren. Meist erfolglos, wie in Deutschland. In Amerika schaffte Scientology erst nach dem Tod ihres Gründers den Sprung ins Weiße Haus. U.a. schreibt der Ex-Präsident Bill Clinton (Amtszeit 1993-2001) für die Scientology-Publikation „Freiheit“, während seine Frau und Ex-Außenministerin Hillary Tarnorganisationen der Sekte unterstützt. Inzwischen bestimmt Scientology sogar die US-Außenpolitik. Wenn Länder wie Frankreich oder Deutschland die Sekte bekämpfen oder gar mit einem Verbot drohen, schalten sich die betreffenden US-Botschaften ein und üben Druck aus.

Hubbard erlebte diese „Erfolge“ nicht mehr mit, legte aber mit seinem totalitären Gedankengut den Grundstein dafür. Zitat: „Das Ziel der Abteilung Regierungsfragen ist, die Regierung und feindliche Philosophien oder Gesellschaften in einen Zustand vollständiger Gefügigkeit mit den Zielen der Scientologen und Scientology zu bringen.“

LRH

Der politischen Einflussnahme nach außen stehen indes Unterdrückungsmethoden nach innen gegenüber. Zitat aus „Einführung in die Ethik“ (1967): „Es ist ein Schwerverbrechen sich öffentlich von Scientology abzukehren. Ebenfalls gilt als Verbrechen das berichten von Scientology oder Scientologen an zivile Behörden oder eine Androhung einer solchen Berichterstattung in der Bemühung, Scientology damit zu unterdrücken.“

In keinem Gesetzbuch der Welt steht, dass der Austritt aus einer autokratischen Sekte ein Schwerverbrechen sei. Im Gegenteil ist z.B. im deutschen Grundgesetz die Religionsfreiheit garantiert. Wer nicht mehr mitmachen will, der ist laut Gesetz frei, zu gehen. Und wer über die Hirnwäschemethoden einer Sekte berichten will, darf dies gemäß dem Recht auf Meinungsfreiheit ebenfalls.

Um Aussteiger und Kritiker dennoch zu überwachen und zu verfolgen, gründete L. Ron Hubbard diverse Nachrichtendienste, die aufeinander aufbauten. Angefangen beim Department of Government Affairs 1960 entstand über mehrere Zwischenschritte schließlich 1983 das Office of Special Affairs (OSA).

Quelle

Grund zur Kritik an Scientology gibt es derweil mehr als genug. Hubbards Ideologie kann zu recht als faschistisch bezeichnet werden und strotzt nur so vor sozialdarwinistischen Ausschweifungen und Menschenverachtung. Zitat: „Aus neuerer Zeit wird von Gomez, dem verstorbenen Diktator von Venezuela, berichtet, er habe als Ansteckungsherd der Lepra im Lande die Bettler erkannt. (…)

Gomez ließ den Bettlern ausrichten, sie würden in einen besonders fruchtbaren Teil Venezuelas gebracht, in dem sie eine eigene Kolonie erhalten würden; dann ließ er sie an einem Flussufer zusammenbringen und auf zwei große Flussschiffe laden. Die Flussschiffe fuhren in die Strommitte, die Mannschaft ruderte in kleinen Booten davon und die Schiffe explodierten mit großem Getöse. Das war das Ende der Lepra in Venezuela.

Ich erzähle Euch das nicht, um für die unverzügliche Schlachtung der „Boten der Angst“ zu sprechen; ich erzähle Euch nur eine historische Begebenheit. Die außerordentliche Ungeduld von Leuten, die in der Gesellschaft etwas zu Wege bringen wollen, wird sich schließlich auf diejenigen konzentrieren, die nicht arbeiten wollen. Und von Königen und Tyrannen sind solche Leute sehr oft beiseite geschafft worden. So gibt es also schon sehr alte Präzedenzfälle dafür, dass eine Gesellschaft sich säubert, indem sie die Nichtarbeitenden aus ihren Reihen entfernt.“

Hitler hätte es nicht besser ausdrücken können. Zwar schuf Hubbard eine gewisse Distanz, indem er darauf hinwies, dass er nur eine „historische Begebenheit“ erzähle, aber es ist klar, worauf er hinaus wollte. Wobei mit den Nichtarbeitenden nicht nur Alte, Schwache und Kranke gemeint sind, sondern alle, die nicht seinen Zielen dienen. Die Nazis nannten solche Menschen „Volksschädlinge“, bei Scientology heißen sie „Unterdrücker“.

Für die ideologische Säuberung der Welt hatte Hubbard ebenfalls eine Parole: „Clear Planet“. Es ist geradezu grotesk, dass sich Scientology gern als Opfer faschistischer Unterdrückung präsentiert, wo die Sekte doch selbst eine faschistische Ideologie vertritt und Menschen unterdrückt. Zu diesem Zwecke unterhält die Sekte ein eigenes Paramilitär – die Sea Org.

Mit der Gründung der Sea Org 1966 zog sich L. Ron Hubbard zugleich von der Leitung der Sekte zurück. Mit seiner Schiffsflotte bereiste er jahrelang den Atlantik und das Mittelmeer, während er immer mehr Geld anhäufte. Wie war das doch gleich mit den Nichtarbeitenden?

1975 kehrte Hubbard in die USA zurück, wo er sich kurzzeitig in Florida niederließ und schließlich nach Kalifornien zog. Seine Arbeit beschränkte er größtenteils auf das Schreiben und verfasste in den 1980ern zwei größere Science Fiction-Romane, von denen „Battlefield Earth“ im Jahr 2000 verfilmt wurde. Am 24. Januar 1986 starb L. Ron Hubbard schließlich auf seiner Ranch nahe Creston (Kalifornien) an einem Schlaganfall.

Sein unrühmliches Erbe ist eine totalitäre Sekte, die ganz offiziell nach der Weltherrschaft strebt. Die okkulten Symbole von Scientology verweisen dabei bis heute auf Hubbards okkulte Wurzeln beim freimaurerischen O.T.O., aufgrund derer man ihn zweifelsohne als Satanisten einordnen kann. Sein Sohn Ronald DeWolf (1934-1991), welcher der Sekte den Rücken gekehrt hatte, bekräftigte dies 1983 in einem Interview mit dem Magazin Penthouse. Darin sprach er über die schwarzmagischen Rituale in seinem Elternhaus und wie sein Vater bei seiner Mutter rituelle Abtreibungen mit einem Kleiderbügel durchführte.

Diese abscheulichen Details, welche aus einem Horrorfilm stammen könnten, halten einige Promis jedoch nicht davon an, Scientology nach wie vor zu propagieren. Darüber hinaus schlagen berühmte Hollywoodikonen wie John Travolta oder Tom Cruise die Brücke zu anderen Geheimgesellschaften. Nicht zu vergessen, welchen Einfluss solche Stars auf ihre Fans haben, was besonders gefährlich ist, da sich auf diese Weise sehr leicht die sozialdarwinistischen Ideen und faschistischen Tendenzen Hubbards verbreiten lassen. Man erinnere sich nur an die berüchtigte „Goebbelsrede“ von Tom Cruise. (Man beachte die Weltkugel im Hintergrund, die den Weltherrschaftsanspruch der Sekte unterstreicht.)

Quelle 1

Quelle 2

Time To Do Nothing – Wie Esoteriker die Schweiz verdummen

von Shinzon

TimeToDo ist eine esoterische TV-Sendung, welche auf dem Privatsender Schweiz 5 läuft. Ein Sender, auf dem vor allem Dauerwerbesendungen für Einkünfte sorgen und dem eine Nähe zur nationalkonservativen Partei SVP nachgesagt wird. Die esoterische Quacksalberei ist da also nur das Tüpfelchen auf dem „i“.

Im Internet läuft TimeToDo auf der Plattform Okitalk. Dort finden neben dem Möchtegern-Monarchen Peter Fitzek und dem KB-Edelmetall-Abzocker Andreas Clauss auch schon mal einschlägig rechtsesoterische Projekte wie „Aufbruch Gold-Rot-Schwarz“ von Michael Vogt und Jo Conrad eine Heimat. Ebenso wurde auf dem Youtube-Kanal von Okitalk ein AZK-Vortrag der deutschen Holocaustleugnerin Sylvia Stolz hochgeladen. Angesicht eines solchen Umfeldes ahnt man bereits, dass TimeToDo keine seriöse Sendung sein kann.

Produziert wird TimeToDo von dem deutschen TV-Moderator Norbert Brakenwagen (*1956), der momentan in der Schweiz lebt und für den eingangs erwähnten Privatsender Schweiz 5 arbeitet. Nebenbei verdiente Brakenwagen sein Geld auch schon mit dem Verkauf unseriöser Aktien, darunter solche der Betrugsfirma NicStic AG und der H2O Swiss AG aus dem pseudomedizinischen Bereich.

Quelle

In seiner Sendung zieht Brakenwagen sämtliche esoterische Register. Angefangen bei so genannten Kristallkindern über Wunderheilung und „Neue Germanische Medizin“ bis hin zum „Goldenen Wassermannzeitalter“. Kein Thema ist zu abstrus, um nicht eine knappe Stunde darüber zu schwafeln. Natürlich versucht Brakenwagen, alles in ein positives Licht zu rücken, doch die Esoterik ist per Definition ein Teilbereich des Okkultismus und folglich kommen die Informationen nicht von ungefähr.

Besonders entlarvend sind die zahlreichen TimeToDo Sendungen über den kommenden Weltlehrer Maitreya. In einem Interview mit dem Esoteriker Andreas Ledermann vom 27. August 2012 erwähnt dieser anfangs zwar den buddhistischen Ursprung des Maitreya, doch geht es Ledermann keineswegs um die Lehren Buddhas. Nach einer halben Stunde zeigt sich, dass er sich ausschließlich auf die verzerrte Irrlehre der Theosophischen Gesellschaft beruft. Ledermann bezieht sich ganz offen positiv auf Benjamin Creme, Helena Petrovna Blavatsky und Alice Ann Bailey.

Ob Norbert Brakenwagen selbst ein Theosoph ist, ließ sich bisher nicht in Erfahrung bringen. Allerdings sympathisiert er mehr als offensichtlich mit Blavatskys luziferischen Irrlehren und kann den Beginn des Wassermannzeitalters (auch bekannt als „neue Weltordnung“) anscheinend gar nicht abwarten. Hinzu kommt die Platzierung von recht eindeutigen Symbolen in seinen Sendungen.

TimeToIlluminati

Damit steht schon mal außer Frage, dass er kein echter Wahrheitsaktivist, sondern ein esoterischer Desinformant ist. Zwar geben sich Brakenwagen und seine Gäste alle Mühe, die Illuminaten zu verdammen, doch auf der anderen Seite finden sich immer wieder positive Bezüge zu den Theosophen, Templern und Rosenkreuzern. Schlimm genug, doch es geht noch weiter.

Die Gründerin der Theosophischen Gesellschaft, Helena Blavatsky, äußerte sich nachweislich abfällig über Juden und Afrikaner, die sie für „rassisch minderwertig“ hielt. Eine noch mehr ausgeprägte judenfeindliche Einstellung vertrat Rudolf Steiner, dessen Anthroposophische Gesellschaft sich von den Theosophen abspaltete. Nicht zu vergessen die so genannten Ariosophen, aus denen in der Weimarer Republik die Thule-Gesellschaft hervorging. Worauf dieser kleine Exkurs in die Geschichte esoterischer Geheimgesellschaften hinausläuft, ist die teils enge Verbindung zwischen Esoterik und faschistischem Gedankengut.

Natürlich sind nicht alle Esoteriker rechtsextrem. Die meisten sind harmlose Normalbürger, die sich bereitwillig in die Irre führen lassen haben. Selbiges kann man von der führenden Elite der Esoterik jedoch nicht behaupten und da bildet TimeToDo keine Ausnahme. Unter den Dauergästen finden sich bekannte Namen aus der „reichsdeutschen“ Szene, darunter Jo Conrad und Michael Vogt.

Hinzu kommen Reichsflugscheibenfanatiker wie Reiner Feistle, der am 9. August 2012 bei TimeToDo über die aldebaranische Abstammung der „Arier“ sowie die angeblichen ET-Kontakte der faschistischen Vril-Gesellschaft schwafeln durfte. Mindestens ebenso zwielichtig kommt ELIA Gerhard von Attiqua daher, welcher sich für die krude „Legende von Atlantis“-Serie der Royal Atlantis Film GmbH verantwortlich zeichnet.

Selbstverständlich distanzieren sich Norbert Brakenwagen und die meisten seiner Gäste vom Hitlerfaschismus und offenen Rechtsextremismus, da sie sonst ziemlich schnell weg vom Fenster wären. Dennoch bleibt ein Kern von rechts angehauchten Personen, vor allem aus der reichsdeutschen Esoterikszene. Schaut man sich jedoch deren Kontakte an, muss man sie als Türöffner zur Naziszene betrachten. Die bereits erwähnte Holocaustleugnerin Sylvia Stolz ist z.B. die Lebensgefährtin des vorbestraften Rechtsextremisten Horst Mahler.

Bedenklich sind jedoch nicht nur die Verbindungen von TimeToDo zur Theosophischen Gesellschaft und Reichsdeutschenszene. Auch $cientology ist in Brakenwagens Sendung willkommen, womit er eine weitere Gemeinsamkeit mit dem AZK-Veranstalter Ivo Sasek hat. Die totalitäre Psychosekte passt durchaus sehr gut ins esoterische Konzept, wenn man sich einmal L. Ron Hubbards Verbindungen zum Okkultismus bis hin zum Satanismus bewusst macht.

Zu Gast war bei TimeToDo der Wiener $cientologe Wilhelm Mohorn, der bei Brakenwagen über seine 1985 gegründete Firma Aquapol sprach. Angeblich hat der selbsternannte Erfinder ein Verfahren entwickelt, Mauern ohne Energieverbrauch trocken zu legen, wofür er schon einige Gerichtsurteile wegen Betrugs kassierte. Interessanterweise erhielt Mohorn trotz seiner $cientology-Mitgliedschaft und esoterischen Scharlatanerie nach eigenen Angaben zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Darunter einen Architekturpreis (1993 in Prag), den Ehrenpreis des österreichischen Wissenschaftsministeriums (1995), die Innovationsurkunde des Landes Niederösterreich (1995) sowie einige Medaillen, u.a. der IENA („Ideen-Erfindungen-Neuheiten-Ausstellung“).

Mohorn mit Österreichs Ex-Wissenschaftsminister und Ex-Vizekanzler

Mohorn mit Österreichs Ex-Wissenschaftsminister und Ex-Vizekanzler

Es lässt schon tief blicken, wenn Ministerien, Länder und international anerkannte Verbände einen unseriösen Quacksalber auszeichnen, der obendrein den Status eines „Operierenden Thetan der Stufe IV“ hat. Mohorn ist also keineswegs nur ein kleines Licht bei $cientology – seine Frau Caroline Mohorn ist sogar Präsidentin der $cientology Mission in Wien.

Weiterhin wird Mohorns Aquapol-System in der Schweiz von „Delphin Bürkli & Partner“ vertrieben – einer Firma, die sich in direktem $cientology-Besitz befindet. Für die gute Zusammenarbeit bedankte sich Mohorn mit Spenden in Höhe von umgerechnet über 100.000 Dollar, wofür er 2006 von der $cientology-Publikation „Impact“ den Titel eines „Patron Meritorious“ verliehen bekam. Im Logo von Aquapol findet sich übrigens ein Saturn, was die bereits offenkundigen Verbindungen von $cientology zum Okkultismus einmal mehr unterstreicht.

Aquasaturn

Fassen wir zum Ende noch einmal zusammen, dass TimeToDo die gleichen Themenfelder bedient, wie die ebenfalls in der Schweiz ansässige Anti-Zensur-Koalition. Beide Plattformen sind offen für Esoterikquacksalber, angebliche Wunderheiler, Reichsdeutsche und Scientologen. Teilweise werden sogar dieselben Personen eingeladen, wobei auf TimeToDo allerdings weniger seriöse Redner hereinzufallen scheinen als auf die AZK.

In einem Punkt weichen Norbert Brakenwagen und Ivo Sasek allerdings leicht voneinander ab. Während auf der AZK mehrheitlich politische Vorträge gehalten werden, widmet sich TimeToDo fast ausschließlich der Esoterik. Dabei ist festzuhalten, dass die Theosophische Gesellschaft offensichtlich großen Einfluss auf TimeToDo ausübt.

In einem anderen Punkt sind sich Brakenwagen und Sasek dann aber wieder völlig gleich und das ist die massive Werbung. Diese betrifft bei weitem nicht nur Betrügerfirmen sowie esoterische Literatur und DVDs. Während bei TimeToDo Aquapol angepriesen wird, durfte bei der AZK der schweizerische $cientology-Chef Jürg Stettler gleich direkt Werbung für die Psychosekte machen. Die Frage lautet nun, ob es Brakenwagen und Sasek nur ums Geschäft geht, was schlimm genug wäre, oder ob sie ganz bewusst aktive Beihilfe zum Betrug leisten.

In jedem Fall sollten Wahrheitssuchende die Finger von TimeToDo und ähnlich missratenen Esoterikplattformen lassen. Auffälligerweise scheinen sich diese in der Schweiz zu konzentrieren, wo neben TimeToDo auch das Alpenparlament und die bereits erwähnte AZK beheimatet sind. Möglicherweise liegt diese Konzentration daran, dass die reiche Steueroase Schweiz ein besonders umtriebiges Zentrum der europäischen Freimaurerei ist…

After Earth – Survival Training mit Dianetik

von Shinzon

Zum wahrscheinlich letzten Mal spielen Will und Jaden Smith eine Vater-Sohn-Beziehung. Der kleine Jaden ist nämlich inzwischen schon recht groß geworden und darum geht es auch in „After Earth“. Jadens Rolle Kitai eifert zwar noch seinem Vater General Cypher nach und will Space Ranger werden, doch hat dabei durchaus seinen eigenen Kopf.

Der Film beginnt sogleich mit dem Absturz auf die Erde, der Kitais Leben verändern wird, nur um kurz darauf die Zeit drei Tage zurück zu drehen und noch einmal ein Stück weiter, um die Diaspora der Menschheit nachzuerzählen. Ein etwas unglücklicher Einstieg, denn den Absturz bekommt man später noch einmal zu sehen.

Dennoch ist die Vorgeschichte der interessanteste Part des Films. Die Menschheit hat die Erde restlos zugemüllt und musste sich aufgrund der zunehmenden Naturkatastrophen eine neue Heimat suchen. Die gesellschaftskritische Ökobotschaft bleibt jedoch nur banales Beiwerk ohne Tiefgang.

Die eigentliche Stärke des Films liegt in den atemberaubenden Bildern der neuen Heimatwelt der Menschen: Nova Prime. Hier gelingt es die Effektspezialisten, eine wahrhaft fremde Welt mit einer futuristischen Architektur zu erschaffen. Man würde am liebsten selbst in dieser Zukunft leben, wenn diese nicht von einer Militärjunta beherrscht und von fiesen Aliens heimgesucht werden würde.

Die Eine-Welt-Armee, die bereits Kinder hart trainiert, ist mehr als bedenklich. Dass der 15-Jährige Kitai bereits an die Front will, erinnert zwangsläufig an die Kindersoldaten diverser afrikanischer Bürgerkriege oder – noch schlimmer – an die letzte Phase des 2. Weltkriegs, in der sich auch unter 16-Jährige für Führer, Volk und Vaterland opferten. Dies mitunter sogar freiwillig, wie Kitai, der eigentlich froh sein sollte, als er von seinem Vorgesetzten eine Abfuhr erhält.

Immerhin sollte Kitai wissen, was ihm an der Front blüht, denn als kleines Kind musste er miterleben, wie seine Schwester von einem Alien massakriert wurde. Aber vielleicht treiben ihn auch Schuldgefühle und Rache an, dass er es darauf anlegt, Bekanntschaft mit einem so genannten Ursa zu machen. Diese hässlichen Kreaturen können zwar nichts sehen, aber die Angst der Menschen riechen. Warum sie jedoch nicht auch auf andere menschliche Ausdünstungen anspringen, bleibt schleierhaft.

Als Kitai seinen Vater auf einem Trainingsflug begleitet, ist natürlich ein gefangener Ursa an Bord und es kommt, wie es kommen muss. Zunächst gerät das Raumschiff in einen Asteroidenhagel, wobei Asteroiden in der Realität eigentlich nicht so dicht gestreut sind und man sich zudem fragen muss, warum die Piloten die Asteroiden nicht rechtzeitig entdeckt haben.

Um den Gesteinsbrocken zu entkommen, öffnet Cypher ein Wurmloch, welches sie unbeabsichtigt in den Erdorbit entlässt. Obwohl die Landung auf der einstigen Heimatwelt der Menschen aus nicht näher erläuterten Gründen unter Strafe verboten ist, entschließt sich der General notgedrungen zu einer Bruchlandung.

Wie es der Zufall so will, überleben nur er und Kitai. Es ist halt eine Vater-Sohn-Geschichte, also weg mit dem überflüssigen Personal! Überraschend ist dabei nur, dass Cypher sich beide Beine bricht und im Schiffswrack zurückbleiben muss. Es wird also doch kein gemeinsamer Trip daraus. Jaden Smith steht eindeutig im Vordergrund und emanzipiert sich von seinem Vater, was sich in der Filmhandlung wieder spiegelt. Denn wie Jaden muss auch seine Rolle Kitai lernen, unabhängig zu werden.

Das gelingt in beiden Fällen ganz gut, aber nicht ohne gewaltige Logiklöcher im Drehbuch. So ist es nicht nachvollziehbar, warum sich Kitai alle 24 Stunden ein Fluid einwerfen muss, welches die Atmung unterstützt. Offenbar kann er sonst nicht auf der Erde überleben, was seltsam ist. Denn die Erde ist die Heimatwelt der Menschen und Sauerstoff gibt es auf dem renaturierten Planeten inzwischen mehr als zu jener Zeit, in der die Regenwälder noch fleißig abgeholzt wurden.

Des Weiteren scheint sich die Evolution auf der Erde enorm beschleunigt zu haben, sodass innerhalb von nur 1.000 Jahren völlig neue Arten entstanden sind. Zumindest könnte man das Vorkommen von Affen in Amerika noch damit erklären, dass diese aus einem Zoo ausgebrochen sind. Nicht zu erklären sind hingegen die Klimaverhältnisse. Tagsüber sind die Temperaturen angenehm, doch nachts friert plötzlich alles ein. Gibt es nun eine neue Eiszeit oder nicht? Und wie schaffen es Tiere und Pflanzen, diese extremen Wechsel, die es eigentlich nur auf Planeten mit extrem dünner oder gar keiner Atmosphäre gibt, zu überleben?

Diese ganzen unlogischen Elemente scheint es nur aus dem einzigen Grund zu geben, um Kitai zeitliche Limits zu setzen und so die Spannung zu erhöhen. Bei all den fleischfressenden Kreaturen wäre es aber ohnehin nicht langweilig geworden, sodass dieser Unsinn einfach nur übertrieben wirkt. Ebenso wie der Blutegel, der Kitai vergiftet. Ist es nicht eher so, dass man bei Blutvergiftungen Egel gezielt ansetzt, damit diese das Gift absaugen?

Der Gipfel des Stumpfsinns kommt aber noch. Und zwar in Form einer Ionenschicht in der Atmosphäre, die nur wenige Kilometer hoch ist und das Signal des Subraumsenders stört. Zum einen gibt es keine solche Atmosphärenschicht und zum anderen ist es unlogisch, dass sich ein Überlichtsignal von solchem Firlefanz aufhalten lässt. Der einzige Grund, warum man solchen Schund ins Drehbuch geschrieben hat, ist vermutlich der, dass Kitai dadurch gezwungen wird, auf einen Vulkan zu klettern, um das rettende Notsignal abzusetzen.

Auf dem Feuerberg holt ihn dann auch noch die Ursa-Bestie ein und es kommt zum großen Showdown. Dabei sollte erwähnt werden, dass der Vulkan äußerst aktiv ist und aus allen Löchern Lava spuckt. Eigentlich eine extrem lebensfeindliche Umgebung und dann geht Kitai auch noch in einem Wasserloch baden, welches eigentlich kochen müsste.

Diese Story ist nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern obendrein auch noch geklaut. Denn einen fremden Krieger von den Sternen, der eine außerirdische Bestie auf die Erde einschleppt und bezwingen muss, gab es schon in „Outlander“. In letzterem Film allerdings wesentlich besser erzählt und ohne zu viele Übertreibungen.

Natürlich gelingt es Kitai, das Monster zu besiegen, indem er seine Angst überwindet und so unsichtbar für die Kreatur wird. Das Thema der Überwindung von Ängsten und Traumata ist, neben dem Erwachsenwerden von Jaden Smith, das zentrale Thema des Films. Und ein weiterer Kritikpunkt.

Denn es gibt bei diesem Thema starke Parallelen zu Scientology. Die Gefühlskontrolle und Auflösung traumatischer Erfahrungen sind das angebliche Ziel des Auditings. Zwar dementiert Will Smith bisher alle Behauptungen, er sei Mitglied der Psychosekte, allerdings spendete er größere Summen an Scientology. Da muss man sich doch fragen, warum?

Weiterhin fällt eine Szene auf, in der Jaden Smith von seinem Vater gezwungen wird, vor einem Vulkan niederzuknien. Der Vulkan ist ein wichtiges Element in der Scientology-Lehre, denn in einen selbigen soll der fiese Alien-Overlord Xenu alle netten Aliens entsorgt haben, die nunmehr als Thetane auf der Erde herumgeistern sollen.

After Earth Kniefall vor Xenu

Ein Vulkan ziert daher auch das Buch „Dianetik“, welches 1950 vom Sektengründer L. Ron Hubbard geschrieben wurde und passender Weise die Psychopraktiken von Scientology beschreibt.

Dianetik

Das Dianetiklogo ist indessen eine vierstufige Pyramide und schaut man sich einmal Logo von „After Earth“ an, so ist die Ähnlichkeit verblüffend.

After Earth Dianetik_3

Bei gleich drei offensichtlichen Parallelen mag man schon nicht mehr an Zufälle glauben. Zumal Will Smith wie bereits erwähnt, Scientology zumindest nahe genug steht, um der Sekte einen nicht unerheblichen Betrag zu vermachen.

Im Gegensatz zu den einfachen Sektenmitgliedern, die gnadenlos abgezockt werden, kann es sich Will Smith allerdings leisten. Denn sein Familienvermögen beläuft sich inzwischen auf über 200 Mio. US-Dollar. Offenbar haben die Smiths die Ferengi-Erwerbsregeln sehr gut verinnerlicht: „Genug ist nie genug!“

Fazit: Optisch macht „After Earth“ zweifelsohne viel her. Insbesondere die Szenen auf Nova Prime sind ein echter Hingucker. An Action mangelt es ebenfalls nicht, aber dafür definitiv an Hirn. Die Erde ist nicht nur deswegen nicht wieder zu erkennen, weil die Natur sie zurück erobert hat, sondern auch, weil sich offenbar die physikalischen Gesetze auf ihr geändert haben.

Dies schadet dem Film allerdings weit weniger als die offensichtliche Scientology-Symbolik. Dank namhafter Mitglieder wie Tom Cruise, John Travolta und Kirstie Alley sowie großzügigen Spendern wie Will Smith hat die totalitäre Psychosekte schon einigen Einfluss in Hollywood gewonnen. Es besteht die ernsthafte Gefahr, dass viele Menschen in die Fänge von Scientology geraten, weil sie über Filme und ihre Stars Sympathien für deren Ideologie entwickeln.

Trailer:

Disney’s Dinotology

In der „Dinos“-Episode mit dem zweideutigen Titel „Schwanzprobleme“ (2. Staffel) gibt es mittendrin einen Werbespot für die „Dino-Netics“. Dabei hält sich sowohl das Buchcover an das Original, als auch der Name des Autors Hubbard.

Wir haben ja schon immer davor gewarnt, dass Scientology eine Reptiloidenreligion ist. 😛 Die Verbindungen zum Disney-Konzern sind uns allerdings neu. Und das, obwohl die Serie „Die Dinos“ aus den 1990ern ist. Da Disney inzwischen auch „Star Wars“ aufgekauft hat, muss man sich fragen, ob der nächste Sith Lord vielleicht Darth Xenu heißen wird?

Dinotology