Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

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Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

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Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

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Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

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Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

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Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

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Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

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Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

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Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

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Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

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Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

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Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

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Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

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Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

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Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

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Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

Videoanalyse: Die Krupps – Robo Sapien

Wir müssen gestehen, dass wir bisher sehr große Fans der Krupps waren und ihre Musik nach wie vor mögen. Ebenso begrüßen wir die sozialkritischen Aussagen ihrer früheren Werke. Ihre Single „Robo Sapien“ hat uns jedoch die Sprache verschlagen – sowohl inhaltlich als auch von den Bildern des Videoclips.

Alles beginnt mit einer bunten Werbekulisse. Einer der Bildschirme fordert die Passanten auf „Come visit Robo Sapien Labs and transform yourself“.

RS 01 Werbetafeln

Sänger Jürgen Engler kommt der Aufforderung nach und macht sich auf den Weg. Als erstes kommt er an einer Skulptur vorbei, die gleichzeitig einer Pyramide und einem Zirkel ähnelt.

RS 02 Zirkelpyrmide

Am Bahnhof erscheint abermals die Werbung für die Transformation. Diesmal mit der Frage „Tired of being an ordinary human?“ / „Hast Du es satt, ein gewöhnlicher Mensch zu sein?“

RS 03 Ordinary Human

Engler steigt in einen Zug mit der Nummer 189. In der Quersumme ergibt das 18, also 3mal die 6. Zudem besteht die Zahl aus einer 18 und einer 9, was das okkulte Zahlenspiel abrundet. Alles nur Zufall?

RS 04 Zahlencode 189

Nach Verlassen der Bahn läuft Engler an einem allsehenden Auge vorbei…

RS 05 Allsehendes Auge_1

RS 06 Allsehendes Auge_2

…und posiert mit Krawattengriff vor einer Pyramide. Zwar sind hier Auge und Pyramide getrennt, aber die Symbolik ist dennoch offensichtlich.

RS 07 Pyramide

Noch ein kleiner Hinweis ohne okkulte Bedeutung: Der Krupps-Frontmann läuft bei Rot über eine Ampel.

RS 08 Rote Ampel

Etwas Apple-Schleichwerbung gibt es noch obendrauf.

RS 09 Apple

Doch zurück zum eigentlichen Thema, welches im Text sehr direkt mit den Worten „Transhuman Machine“ auf den Punkt gebracht wird. Der Krupps-Frontmann betritt das Robo Sapien Lab über einen Fahrstuhl und kaum oben angelangt wird ihm erst einmal der Kopf abgetrennt.

RS 10 Kopflos

Anschließend wird sein Gehirn in einen Maschinenkörper gepflanzt. Das Ganze erinnert sehr stark an die Cyber-Men aus „Dr. Who“ und passend zu diesem satanischen Szenario ist der Boden mit Hexagonen bedeckt.

RS 11 Transformation

RS 12 Cyber Man

Zurück auf der Straße feiert sich der frischgebackene Robo Sapien erst mal selbst.

RS 13 Illumination

Kurz darauf hat er jedoch eine Fehlfunktion und bricht zusammen. So viel besser ist der neue Mensch wohl doch nicht. Vor allem, wenn die Bauteile aus China stammen.

RS 14 Defekt

Marilyn Manson – Der Posthuman

Marilyn Manson hat schon des Öfteren Bezug auf Transhumanismus genommen. Der Albumtitel „Mechanical Animals“ („Mechanische Tiere“) klingt schon sehr nach Cyborg-Agenda und enthält u.a. einen Track namens „Posthuman“. Auf dem Cover ist Manson augenscheinlich androgyn, da er als Mann weibliche Brüste hat. Bei genauerer Betrachtung ist er jedoch völlig geschlechtslos.

Mechanical Animals

Spiel mit dem Transhumanismus

Transhumanistische Ideen werden immer öfter auch über PC-Spiele wie „Deus Ex“ verbreitet. In „Mass Effect“ gibt es die Cerberus-Gruppe, welche durch Genmanipulation und Implantation einen Vorteil gegenüber außerirdischen Völkern erringen will. Im ersten Teil deckt der Protagonist noch die dunklen Machenschaften der Gruppe auf, während er im zweiten Teil durch ihre Technologie zu neuem Leben erweckt wird. Anschließend kann der Spieler über Dialoge entscheiden, ob er sich Cerberus gegenüber loyal verhält oder abgrenzt. Das Logo der Cerberus-Gruppe ist ein offenes Hexagon.

Cerberus Group

Die gegnerischen Maschinenwesen namens Reaper sind nicht viel besser und verwandeln ebenfalls Menschen in Cyborgs.

Cyborg Zombie

In der libertären Gesellschaft von „BioShock“ steht Transhumanismus gleichermaßen hoch im Kurs. Die exzessive Genmanipulation führt die elitären Bewohner der Unterwasserstadt Rapture jedoch geradewegs in die Katastrophe.

BioShock Transhuman Girl

Eugenische Zukunftsvisionen

In der Serie „Andromeda“, welche auf einer Idee von „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry (1921-1991) basiert, gibt es einen genetisch verbesserten Menschenzweig. Diese Übermenschen nennen sich Nietzscheaner, nach Friedrich Nietzsche (1844-1900), und sind skrupellose Sozialdarwinisten. Für sie zählt nur das Überleben des Stärkeren, ihren Mitmenschen gegenüber verhalten sie sich wie Psychopathen.

Nitzscheanerin

In „Star Trek“ selbst gibt es ebenfalls eine Gruppe genetisch verbesserter Übermenschen, angeführt von Khan Noonien Singh (Ricardo Montalbán, †). Dieser wollte laut Serienkanon in den 1990ern die Weltherrschaft an sich reißen, was zum Ausbruch der Eugenischen Kriege führte. Nach Kriegsende floh Khan mit einigen Getreuen in den Weltraum, wo sein Schiff, die S.S. Botany Bay, rund 260 Jahre später auf die U.S.S. Enterprise trifft.

Khan

In der Serie „Enterprise“, die Mitte des 21. Jahrhunderts spielt, forscht der Genetiker Arik Soongh (Brent Spiner) ebenfalls an den so genannten „Augments“, die jedoch außer Kontrolle geraten. Der genetische Virus, den sie in sich tragen, erklärt, warum die Klingonen ein Jahrhundert später, also zu Captain Kirks Zeiten, zeitweilig keine Stirnhöcker haben.

Augments

In der Föderation sind daraufhin genetische Aufwertungen aus gutem Grund verboten. Dennoch gibt es Fälle, in denen Eltern gerade bei genetisch benachteiligten Kindern illegal nachhelfen lassen. Im Verlauf der Serie „Deep Space Nine“ stellt sich Dr. Bashir als solcher Fall heraus. Da er selbst nicht für seine Veränderung verantwortlich gemacht werden kann und er im Gegensatz zu den Augments auch nicht psychisch instabil ist, darf er seinen Titel und Status behalten. Seine Eltern werden jedoch zu Haftstrafen verurteilt.

Ein geradezu erschreckendes Beispiel genetischer Manipulation sind die Jem’Hadar, welche das Dominion als Kriegerkaste züchtet. Diese Gentech-Monster sind sogar Dr. Bashir überlegen.

Bashir & JemHadar

Transhumanistische Filme

„Gattaca“ aus dem Jahr 1997 präsentiert eine Zukunft, in der fast alle Babys mit gentechnischen Verbesserungen auf die Welt kommen. Für Menschen, die nicht im Labor gezeugt wurden, gibt es in dieser Gesellschaft kaum noch Platz. Allein die Wahrscheinlichkeit, irgendwann einmal krank zu werden, reicht aus, um sie für sämtliche gehobenen Berufe zu disqualifizieren. Natürlich Geborene werden nur noch für niedere Tätigkeiten eingesetzt, womit sie zu einer Art Untermenschen degradiert werden. Um diese unnatürliche Ordnung zu bewahren, gibt es strenge Kontrollen, bei denen Genmaterial abgegeben werden muss.

Gattaca

In „Transcendence“, der 2014 in die Kinos kam, geht es um die transhumanistische Strömung des Singularitarianismus. Johnny Depps Charakter lädt seinen Geist in einen Computer und entwickelt sich dank der enormen Rechenkapazität zu einem Übermenschen. Transhumanisten nennen diesen Prozess Transzendenz, worauf auch der Filmtitel anspielt. Es handelt sich um eines der wohl wichtigsten Werke transhumanistischer Propaganda, wobei aber durchaus das Gefahrenpotential thematisiert wird.

Transcendence

Im selben Jahr erschien auch „Lucy“, in dem eine Überdosis Drogen zur Übermenschwerdung führt. Eine eher unrealistische Zukunftsvision, die voller wissenschaftlicher Fehler steckt und sich daher niemals realisieren lässt.

Lucy Transhuman

Transhumanistische Literatur

Auf dem Gebiet der transhumanistischen Literatur ist der amerikanische Autor William Gibson eine Art Superstar. Er prägte in seinen Werken u.a. die Begriffe „Cyberspace“ und „Matrix“, womit er als Anhänger des Singularitarianismus gelten kann. Seine wohl bedeutendste Schöpfung ist die Neuromancer-Trilogie, die zahlreiche Elemente des Transhumanismus enthält. Z.B. tragen fast alle Menschen Mikrochips, die sie intelligenter machen.

Im Neuromancer-Universum ist auch die Kurzgeschichte „Johnny Mnemonic“ angesiedelt, welche 1995 verfilmt wurde. Die Hauptrolle spielte Keanu Reeves, welcher später auch die Rolle des Neo in „Matrix“ übernahm.

Johnny Mnemonic

Der Australier Greg Egan ist ebenfalls ein Verfechter des Transhumanismus. In seinem Roman „Distress“ geht es um die künstliche Anpassung des Körpers an das moderne Selbstbild, was als „morphologische Freiheit“ glorifiziert wird. Zu Greg Egans weiteren transhumanistischen Werken zählen „Permutation City“, „Diaspora“, „Radieux“ und „Zendegi“.

Greg Egan

Erschienen sind einige von Egans Büchern übrigens im Verlag Le Belial. Belial ist ein biblischer Dämon und dementsprechend ist das Verlagslogo ein Baphometh-Kopf in einer umgedrehten Pyramide. Es ist wohl keine Verschwörungstheorie, angesichts dessen zu behaupten, dass die transhumanistische Agenda eine Ausgeburt des Satanismus ist.

Le Belial

Der amerikanische Schriftsteller Dan Simmons beschreibt in seinem Roman „Ousters“ aus dem Hyperion-Zyklus, wie ein Teil der Menschheit in den Weltraum auswandert und sich mittels Nanotechnologie an den neuen Lebensraum anpasst. Die Cyborgs blicken mit Hass und Furcht auf all jene zurück, die auf der Erde blieben und in ihren Augen Barbaren sind. In seinem späteren Werk „Ilium“ präsentiert Simmons indes Posthumane, die völlig von ihrer Technologie absorbiert worden sind.

Dan Simmons - Hyperoin

Noch weiter geht der deutsche Autor Dietmar Dath in seinem transhumanistischen Werk „Die Abschaffung der Arten“, in dem sich ein Teil der Menschheit durch gesteuerte Evolution in die „Gente“ verwandelt hat. Seine abscheuliche Horrorvision wurde 2008 in die Shortlist des Deutschen Buchpreises aufgenommen und 2009 als bester Roman mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. Ebenso wie im Rest der Welt wird damit auch in Deutschland eine gezielte transhumanistische Agenda verfolgt, für die der Autor schon mal sein linkes (Horus)Auge betont.

Dietmar Dath Horusauge

In Frankreich wimmelt es ebenfalls von Transhumanisten. Einer von ihnen ist der Schriftsteller Michel Houellebecq, der in seinen Werken „Elementarteilchen“ und „Die Möglichkeit einer Insel“ beschreibt, wie die Menschheit beschließt, einer geschlechtslosen, aber dafür unsterblichen Spezies zu weichen. In letzterem Roman wird die transhumanistische Agenda von einer Sekte namens „Elohimiten“ vorangetrieben, was auf die Elohim anspielt. Nach prä-astronautischer Lesart waren die Elohim Außerirdische, welche einst die Menschheit erschaffen haben. Entsprechend sind die Elohimiten an die UFO-Sekte der Raelianer angelehnt.

Michel Houellebecq hegt offene Sympathien für die Raelianer, die 2002 von sich behaupteten, erfolgreich ein menschliches Baby geklont zu haben. Sie erwarten die Wiederkehr der außerirdischen Menschheitsschöpfer, die von ihnen als gottgleich verehrt werden. Trotz seiner Nähe zu dieser UFO-Sekte sowie Sympathiebekundungen für Josef Stalin wurden schon mehrere Werke von Houellebecq mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt sorgte er mit seinem Buch „Unterwerfung“ für Furore, indem er gezielt Angst vor einer Islamisierung Frankreichs schürt und offen Partei für die rechte Front National ergreift. Er wäre demnach einer esoterisch-faschistischen neuen Weltordnung also keineswegs abgeneigt.

Michael Houllebecq

Der 2012 erschiene Roman „Maschinenmann“ von Max Barry geht wieder mehr in die Richtung Cyborg-Agenda. Der Protagonist erhält zunächst nur eine Beinprothese, aber da er damit viel besser laufen kann, ersetzt er nach und nach immer mehr Körperteile.

Max Barry - Maschinenmann

2013 erschien Dan Browns „Inferno“, in dem ein transhumanistischer Wissenschaftler ein Virus erschafft, um aus seiner Sicht die Welt vor einer Überbevölkerung zu retten. Dan Brown ist bereits für seine wohlwollende Charakterisierung von Geheimgesellschaften wie den Freimaurern bekannt. Nun beschäftigt er sich also auch noch mit deren Agenda der Bevölkerungsreduktion. Als Vorlage für seinen Roman dürften dabei wohl die Georgia Guidestones gedient haben.

Dan Brown - Inferno

Transhumanismus – Die Erschaffung des neuen Menschen

von Shinzon

Transhumanismus ist eine Philosophie, welcher der freimaurerische Gedanke von der „Veredelung des Menschen“ zugrunde liegt. Postuliert wurde der Begriff im 1957 erschienen Sachbuch „New Bottles for New Wine“. Autor dieses Werkes war der britische Biologe und Eugeniker Julian Huxley (1887-1975), dessen jüngerer Bruder Aldous Huxley (1894-1963) mit seinem Roman „Schöne neue Welt“ eine Blaupause für die neue Weltordnung ablieferte.

Julian Huxley

Angesichts dieser Verbindungen stellt sich schnell die Frage, wie erstrebenswert die technologische Weiterentwicklung des Menschen tatsächlich ist? Betrachten wir den Transhumanismus also etwas genauer. Zunächst muss man ihn in zwei Grundkomponenten unterteilen – die Eugenik und die Cyborg-Agenda. Die eugenische Strömung wird Extropianismus genannt und strebt eine Beschleunigung der menschlichen Evolution durch Gentechnik an. Dem gegenüber steht der Singularitarianismus, welcher die Schaffung einer Superintelligenz durch eine technologische Singularität zum Ziel hat. Beide Strömungen können sich überschneiden.

Auf die Cyborg-Agenda sind wir bereits in einem separaten Artikel eingegangen und haben festgestellt, dass die Grenzen zwischen positiven Technologien und totaler Kontrolle fließend sind. Immer ausgefeiltere Prothesen sind z.B. ein wahrer Segen für Menschen mit verlorenen Gliedmaßen, ebenso wie High-Tech-Sensoren für Gehörlose oder Blinde. Was auf der einen Seite das Leben von Körperbehinderten erleichtert, kann jedoch auch schnell zum Schaden der Menschheit eingesetzt werden. Das Resultat könnten Cyborgs sein, deren technologische Komponenten von anderen kontrolliert werden oder sich gar selbstständig machen könnten.

Am gefährlichsten sind in dieser Hinsicht Mikrochips, die in den Körper eingepflanzt werden. Ein RFID-Chip, der Ausweispapiere und Bargeld beinhaltet, würde unweigerlich zum komplett gläsernen Bürger führen. Chips im Gehirn könnten letztendlich sogar das Denken kontrollieren. Alle Menschen ließen sich wie Robotersklaven von einem Zentralcomputer aus steuern. In einem solchen Borgkollektiv gäbe es keinerlei Freiheit mehr, weder im Handeln noch im Denken oder Fühlen.

Die eugenischen Bestrebungen könnten ähnliche Auswirkungen haben. Auf den ersten Blick mag es vielleicht fortschrittlich wirken, Gendefekte schon bei der Zeugung auszumerzen. Welch Segen wäre es, in einer Welt ohne Erbkrankheiten zu leben. Letztendlich würden diese Bestrebungen jedoch zur Schaffung einer Herrenrasse führen, die sich über den Rest der Menschheit erheben würde. Es darf nicht vergessen werden, dass die Eugenik nicht zufällig ausgerechnet im 3. Reich Hochkonjunktur hatte. Verbreitet war sie aber auch in den USA, wo es zeitgleich Programme zur Zwangssterilisation vermeintlich genetisch minderwertiger Menschen gab.

Wie bei der Bionic ist es auch in der Genetik schwierig, klare Grenzen zu ziehen. So bevorzugt die Präimplantationsdiagnostik zwar gesunde Embryos, doch stellt sie noch keinen direkten Eingriff dar, denn am Genmaterial selbst wird nichts verändert. Ebenso könnte die Forschung an nichtembryonalen Stammzellen eines Tages den Mangel an Spenderorganen beheben, wenn sich diese künstlich im Labor züchten ließen. Geklonte Organe aus körpereigenen Stammzellen würden auch nicht länger vom Körper abgestoßen werden.

Abzulehnen sind dagegen gentechnische Veränderungen an Menschen, Tieren und Pflanzen. Zum einen bergen solche Veränderungen hohe Risiken, die überhaupt noch nicht absehbar sind. Zum anderen könnten Konzerne wie Monsanto Menschen patentieren und damit zu ihrem Privatbesitz erklären, wie sie es bereits mit Tieren und Pflanzen machen. Das ist nicht nur unethisch, sondern gibt den betreffenden Konzernen die Kontrolle über die komplette Natur. Es ist sogar ihr erklärtes Ziel, das Leben an sich zu besitzen.

Würde den Gentechnikkonzernen auch noch das Patentrecht auf Menschen gegeben werden, könnten sie ganze Klonarmeen und Sklavenheere erschaffen. Diese könnten bewusst ohne freien Willen gezüchtet und entsprechend ihrer jeweiligen Aufgaben optimiert werden. Die Vorstellung von willenlosen Arbeitssklaven und Supersoldaten aus dem Reagenzglas wäre ein ebenso schlimmes Horrorszenario wie das Borgkollektiv. Der ultimative Horror wäre jedoch eine gentechnisch veränderte Menschheit mit Cyborg-Implantaten. Genau dies scheint jedoch das Ziel der Transhumanisten zu sein.

Eine solch zombifizierte Menschheit bräuchte letztendlich nicht einmal mehr Geschlechter, da sie sich durch Klonen fortpflanzen würde. Die zunehmende Aufweichung der Geschlechterunterschiede in der Pop-Okkultur propagiert genau diese Entwicklung. Es gibt immer häufiger Darstellungen androgyner oder geschlechtsloser Geschöpfe, oft auch mit Cyborg-Elementen.

Zu beachten ist jedoch, dass die Aufhebung der Geschlechter nicht mit der Gleichberechtigung der Geschlechter gleichzusetzen ist, wie viele konservative Verschwörungstheoretiker es unterstellen. Die meist männlichen Vertreter aus den Bereichen des politischen Konservativismus sowie religiösen Fundamentalismus jammern bereits herum, wenn Frauen Hosen tragen, Mädchen mit Autos spielen oder Jungs mit Puppen.

Im Prinzip geht es diesen Fundamentalisten nur darum, dass Männer und Frauen sich in ihre gewohnten Rollenklischees fügen. Insbesondere den Frauen wird dabei jedes Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen. Sie werden zu Gebärmaschinen degradiert, deren Leben sich einzig um die Aufzucht der Kinder sowie die sexuelle Bespaßung der Männer zu drehen hat. Frauen, die sich selbst verwirklichen und einen Beruf ergreifen, werden als Verräter an der traditionellen Familie diffamiert. Irrwitzigerweise gibt es auch Frauen, die diese Meinung vertreten, aber selbst Karriere machen. Man denke nur an Eva Herman oder Beatrix von Storch, die mit ihren gut bezahlten Positionen in Medien und Politik ihren eigenen Aussagen widersprechen.

Halten wir also fest, dass weder die Gleichberechtigung der Frauen noch die Überwindung steinzeitlicher Rollenklischees ein Ausdruck von Gendermainstreaming sind. Gleiches gilt für die Anerkennung von Transsexuellen und Homosexuellen. Beides kommt von Natur aus vor und hat nichts mit Transhumanismus zu tun. Im Gegenteil wäre eher die eugenische Ausrottung der sexuellen Vielfalt ein Beitrag zum Transhumanismus. Geht es nämlich nach den Transhumanisten, sollte die Menschheit in Zukunft gar keinen Sex mehr haben – weder hetero- noch homosexueller Ausprägung.

Entsprechend hat auch das transhumanistische Gendermainstreaming nichts mit arbeitenden Frauen zu tun oder mit Vätern, die sich um ihre Kinder kümmern. Es geht den Transhumanisten um die völlige Abschaffung der Geschlechter. Die Menschheit soll sich nicht länger auf sexuellem Wege vermehren, sondern im Labor. Was aus dem Reagenzglas kommt, soll eine geschlechtsneutrale Borgdrohne ohne eigenen Verstand und Gefühle sein. Das und nichts anderes ist die Spitze der transhumanistischen Evolution.

Interessanterweise gibt es bereits eine Spezies, die sich in diese Richtung entwickelt hat. Die Rede ist von den Grey, die laut Aussagen von Entführungsopfern keine Geschlechtsmerkmale haben und stoisch ihren Aufgaben nachgehen. Viele Augenzeugen beschreiben die Grey gar als eine Art Bioroboter. Soll das die Zukunft der Menschheit sein? Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht der Fall sein wird.

Thor

Lucy – Wie man weniger als 10% seines Hirns nutzt

von Shinzon

Luc Besson zeichnet sich als Regisseur für einige brillante Filmklassiker wie „Das fünfte Element“ verantwortlich und setzte mit „The Lady“ der birmesischen Politikerin Aung San Suu Kyi ein würdiges Denkmal. Mit „Lucy“ kann er jedoch keinen weiteren Meilenstein landen, da allein schon der Plot völlig absurd ist. Der Film basiert nämlich auf der falschen Annahme, wir Menschen würden nur 10% unseres Hirns nutzen.

Die Wissenschaft hat diese Behauptung schon längst widerlegt – alle Menschen nutzen 100% ihres Gehirns. Die Frage lautet nur, wie effizient sie es nutzen? Das hängt von einigen Faktoren ab, wie gut z.B. die Hirnzellen vernetzt sind, ob es chemische Ungleichgewichte oder erblich bedingte Beeinträchtigungen gibt usw. Sicherlich könnten die meisten Menschen viel mehr aus ihrem Hirn herausholen, aber das brachliegen ganzer Hirnareale ist ein Mythos, dessen sich mitunter Sekten wie $cientology bedienen.

Nun kann man Luc Besson sicherlich nicht einfach solche Verbindungen unterstellen, allerdings ist die Propagierung solcher Mythen zumindest grob fahrlässig. Zudem liefert Besson mit „Lucy“ auch einen storytechnisch total vermurksten Bullshit ab, der sich obendrein bei anderen Filmen bedient. Als erstes kommen einem da gleich die „X-Men“ in den Sinn. Wobei es schon kaum noch als Zufall zu werten ist, dass die Hauptrolle der Lucy von Scarlett Johansson gespielt wird, die schon einmal als Dr. Jean Grey telepathische und telekinetische Kräfte entfalten durfte.

Ebenso unkreativ ist der Titel „Lucy“ an sich. Lucy ist der Name des ersten Australopithecus-Skeletts, welches 1974 in Äthiopien entdeckt wurde. Die Vormenschendame gilt als erster Hominide und damit als Bindeglied zwischen Affe und Mensch. Nun ist es abermals eine Lucy, die den nächsten Schritt in der Evolution geht.

Dabei ist diese Lucy anfangs gar nicht mal so intelligent. Sie ist eine verschusselte Amerikanerin, die in Taiwans Hauptstadt Taipeh mit einem abgehalfterten Drogenkurier namens Richard (Pilou Asbæk) abhängt. Dieser hat gerade keinen Bock, seinem Boss gegenüberzutreten und zwingt Lucy, einen Koffer für ihn abzugeben. Da der Drogenbaron Jang (Choi Min-sik) keine Planänderungen mag, lässt er Richard prompt erschießen und Sexkätzchen Lucy in sein Apartment bringen. Dort erblickt sie erst einmal ein paar verstümmelte Leichen, die unterstreichen, dass Jang ein echt mieser Verbrecher ist.

Lucy SexkätzchenNachdem sich der Fiesling die blutigen Hände abgewischt hat, lässt er Lucy den Koffer öffnen. Darin befindet sich eine neuartige Modedroge, die er sogleich an einem Junkie austesten lässt. Die wenig begeisterte Amerikanerin soll, zusammen mit vier anderen Unschuldigen, insgesamt 5 Päckchen der Droge nach Europa einschmuggeln. Und zwar nicht am Körper, sondern im Körper. Da die unfreiwilligen Drogenkuriere von dem chirurgischen Engriff wenig begeistert sind, benutzt der Mafiaboss ihre Familien als Druckmittel.

Auf dem Weg zum Flughafen können einige von Jangs Untergebenen natürlich nicht ihre Schmutzfinger von Lucy lassen, doch als sie auf sie eintreten, platzt das Drogenpaket in ihrem Unterleib und sie bekommt eine Überdosis. Statt nun zu sterben, erfährt sie einen Bewusstseinsschub und kann ihren Häschern dank der gesteigerten Reaktionsfähigkeit entkommen. Außerdem kann sie noch wie Spiderman die Wände hochklettern, obwohl sie gar nicht von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde.

Der erste Weg nach ihrer Selbstbefreiung führt Lucy ins Krankenhaus, wo sie erst einmal vollkommen sinnlos einen Patienten erschießt und die Ärzte unter Gewaltandrohung dazu zwingt, ihr das Drogenpaket herauszuoperieren. Während sie die Schmerzen ohne jede Betäubung erträgt, entwickelt sich ihr Hirn immer weiter, sodass sie alles ungefiltert aufnehmen und sich an alles erinnern kann. Ähnliches gab es schon in „Ohne Limit“, obgleich dieser Film um einiges bodenständiger war.

Es ist zwar durchaus zutreffend, dass es bewusstseinserweiternde Drogen wie Dymethyltriptamin gibt, doch eine Droge, die einen zum X-Man mutieren lässt, ist vollkommen unbekannt. Obendrein soll das synthetische CPH4, welches Lucy verabreicht wurde, in Natur von Schwangeren produziert werden, was vollkommen an den Haaren herbeigezogen ist. Wäre dem so, müssten ja alle Babys als Übermenschen auf die Welt kommen.

Den wissenschaftlichen Rahmen, welcher von Prof. Samuel Norman (Morgan Freeman) vorgegaukelt wird, sprengt der Film aber ohnehin. Während Telepathie und Telekinese noch nachvollziehbar sind, ist das Verändern und Erschaffen von Materie aus dem Nichts totaler Humbug. Obendrein gab es das bereits in „Green Lantern“ und der war total schwachsinnig.

Scarlett Johansson geht aber noch einen Schritt weiter. Sie besitzt nicht nur die Fähigkeiten von Jean Grey, sondern auch die fast aller anderen X-Men. Darunter Mystiques Fähigkeit zur Gestaltwandlung. Das ist durchaus sehr hilfreich bei ihrer Flucht von Taiwan nach Europa. Lucy kann sowohl ihre Haarfarbe ändern als auch ihre Augen. Bereits im Trailer ist dabei ein Reptilienauge zu sehen, was wieder einmal auf dämonische Besessenheit anspielt.

Lucy Reptoauge

Wo sich Reptiloide tummeln, sind meist auch die Grey nicht weit. Nach allem, was man von Entführungsopfern weiß, beeinflusst diese Spezies schon seit Jahrtausenden massiv die menschliche Evolution. Es ist daher nicht verwunderlich, dass eines dieser Wesen heimlich über Lucys Entwicklung wacht. Zugegeben, auf dem Werbeplakat im Hintergrund ist lediglich eine blasse Person mit Sonnenbrille zu erkennen. Dennoch fällt auf, dass diese Person offenbar absichtlich weiß geschminkt ist und das Brillengestell ebenfalls weiß ist, sodass der Eindruck eines Grey mit großen, schwarzen Augen entsteht. Ein unterschwelliger Trigger für Insider.

Lucy Grey_1Lucy Grey_2

Doch bevor Lucy ihren Schöpfern unter die Augen tritt, muss sie erst einmal nach Europa. Was sie dort so richtig will, ist ihr selbst wohl nicht ganz klar. Anfangs gibt sie dem französischen Ermittler Pierre del Rio (Amr Waked) den Tipp, wo er die anderen unfreiwilligen Drogenkuriere hochnehmen kann, nur um sich die Substanz anschließend selbst reinzufeiern. Die Drogenmafia setzt sie indes nur vorübergehend außer Gefecht und lässt Jangs Bluthund entkommen.

In die Zukunft zu schauen, scheint dabei nicht zu ihrem Repertoire zu gehören, denn die Mafiosi verfolgen sie bis zu Prof. Norman, wo sie erst einmal alles zusammenschießen. Lucy hätte sie natürlich mit einem einzigen Gedanken aufhalten und vernichten können, lässt es jedoch zu, dass die Verbrecher haufenweise Cops und unschuldige Zivilisten massakrieren. Warum hat sie überhaupt erst Gnade mit den Drogenmafiosi walten lassen, während sie auf der anderen Seite völlig skrupellos den Patienten im Krankenhaus von Taipeh erschossen und unzählige Menschen bei ihrer Amokfahrt durch Paris aus dem Weg gefegt hat? Ziemlich unlogisch für jemanden, der bereits 80% seines Hirns nutzt.

Doch es geht noch absurder. Während vor der Tür das Gefecht tobt, macht Lucy erst mal ganz entspannt eine Zeitreise. Dabei begegnet sie Indianern, Dinosauriern und zum Schluss auch noch der Lucy, welche vor 3 Millionen Jahren lebte. Bei letzterer Begegnung berühren sich die Finger der beiden, was nicht zufällig an Michelangelos Gemälde „Die Erschaffung Adams“ an der Decke der Sixtinischen Kapelle erinnert. Zum einen wird hier angedeutet, dass Lucy für die Evolution der Menschheit verantwortlich ist, zum anderen nimmt sie in dieser Darstellung die Rolle Gottes ein.

Michelangelos "Die Erschaffung Adams"

Michelangelos „Die Erschaffung Adams“

Und da wären wir schon beim Kern des Films. Es dreht sich alles um die Gottwerdung des Menschen, was ein alter esoterischer Traum ist. Freimaurerisch-theosophisches Gedankengut in Reinkultur und schlimmer noch, es findet sich auch bei $cientology wieder. Wie eingangs erwähnt, propagieren solche Psychosekten den Mythos, dass wir nur 10% unseres Hirns nutzen würden und bieten für einen entsprechend hohen Betrag an, diese Quote zu steigern. Lucy kommt dabei wohl einem Operierenden Thetan der Stufe 10 gleich.

In diesem Kontext wird offensichtlich, wie gefährlich der von Luc Besson propagierte Blödsinn ist. Kinozuschauer, die diesen Film zu ernst nehmen, könnten schnell zu Opfern von Psychosekten werden. Dort werden sie aber keinen Bewusstseinssprung erleben, sondern das genaue Gegenteil – geistige Sklaverei!

Davon versteht auch Lucy etwas und so hinterlässt sie der Welt vor ihrem Verschwinden einen Supercomputer. Mal abgesehen davon, dass ein allsehender Zentralcomputer, wie er bereits vom Venus-Projekt beworben wird, technokratischer Faschismus ist, fragt man sich doch ernsthaft, wozu ein allmächtiges Wesen wie Lucy noch einen Computer braucht? Oder wie Captain Kirk es einst ausdrückte: „Wozu braucht Gott ein Raumschiff?“

Nun, Lucy ist genauso wenig göttlich wie das feindselige Wesen auf Sha’Ka’re. Sie beweist bei mehreren Gelegenheiten, dass sie in den normalen Menschen nur Insekten sieht, welche sie nach belieben platt drückt. Als sie der Menschheit ihr zweifelhaftes Abschiedsgeschenk hinterlässt, hat ihre Kreation dementsprechend auch nichts Schönes. Statt Licht und Liebe wuchern hässliche, schwarze Tentakel aus ihr heraus. Dieser Effekt ist einerseits überflüssig und andererseits maximal abstoßend.

Nach dieser abartigen Freakshow wartet der Film dann auch noch mit einem geklauten Ende auf. Nach ihrem physischen Ende lässt Lucy nämlich die Telefone klingeln. Na, woher kennen wir das wohl?

Fazit: „Lucy“ kann kaum als eigenständiger Film betrachtet werden. Es handelt sich viel mehr um eine grottenschlechte Mischung aus „Der Rasenmähermann“ und den „X-Men“ mit einer Prise „Ohne Limit“. Wer solche Klassiker schändet, verdient keine gute Bewertung! Weitere Punktabzüge gibt es für den unwissenschaftlichen Mumpitz, die unzähligen Logiklücken, die blutrünstige Gewaltdarstellung und den zur Schau gestellten Gottkomplex. Dieser Film beansprucht keine 10% der Hirnkapazität, sondern ist vollkommen hirnlos. In die Tonne damit und Hände weg von den Drogen!

Videoanalyse: Lady Gaga – Born this Antichrist

Im Video zu Lady Gagas Single “Born this Way” scheint es weniger um die Pop-Diva zu gehen, als viel mehr um die Geburt des Antichristen. Um den gewohnt satanistischen Charakter von Gagas Darbietungen zu unterstreichen, beginnt der Clip mit einer umgedrehten Pyramide.

1 Pyramide nach unten

Das allsehende Auge ist auch nicht weit, wobei selbiges Gaga am Kinn klebt. Gehört das dritte Auge nicht eigentlich an die Stirn? Ebenso sollte das Auge doch an der Spitze der Pyramide platziert werden und nicht zwischen zwei Pyramidenohrringen…

3 Drittes Auge am Kinn

Doch kommen wir zur Handlung: Der Geburt des Antichristen sowie einer neuen Rasse, für welche Stefani Germanotta als das „Muttermonster“ auserwählt wurde. Vor der Geburt kommt jedoch erst die Empfängnis, weshalb zunächst Eierstöcke angedeutet werden. Man beachte, dass die Eierstöcke aus Sternen bestehen, womit angedeutet wird, dass es sich um eine kosmische Aussaat handelt. Dazu später mehr.

4 Eierstöcke

In dieselbe Kerbe haut auch der Begleittext:

„A government owned alien territory in space…”
„Eine Regierung, die fremdes Territorium im Weltraum besaß…”

Das US-Militär hat tatsächlich die Vorherrschaft im Erdorbit und angeblich sogar Geheimbasen auf Mond und Mars. Mit der Regierung dürfte allerdings eher die Schattenregierung gemeint sein. Bevor diese Schattenregierung uns den Antichristen präsentiert, kommt aber erst einmal eine andere Geburt an die Reihe.

„…a birth of magnificent and magical proportions took place.”
„…fand eine Geburt von prachtvollen und magischen Ausmaßen statt.“

5 Birth of a Transhuman

„But the birth was not finite, it was infinite.”
„Aber die Geburt war nicht endlich, sie war unendlich.”

Obendrein ist die Geburt auch sehr ungewöhnlich, denn die dämonisch anmutende Hebamme entlockt dem Muttermonster nicht nur ein Baby, sondern obendrein einen ganzen Sack Schmetterlinge.

6 Schmetterlingsgeburt

Die Schmetterlinge könnten eventuell eine Monarch-Programmierung von Stefani Germanotta andeuten, scheinen aber eher für eine Transformation zu stehen. Die Transformation der gesamten Menschheit, um genau zu sein, denn weiter heißt es:

„The beginning of a new race. A race within a race of humanity. (…)”
„Der Beginn einer neuen Rasse. Einer Rasse innerhalb der Spezies Mensch. (…)“

In diesem Abschnitt geht es also um die Geburt einer transhumanen Rasse. Kombiniert man dies mit dem Motiv der kosmischen Aussaat, könnte man diese Zeile als Anspielung auf das Hybridenprogramm der Grey verstehen. Geht es hier also um die Nordics, die wie Menschen aussehen, aber keine sind? So ganz menschlich wirken die Personen in diesem Video nämlich nicht.

Auf jeden Fall sind dies bedenkliche Worte und es kommt sogar noch schlimmer:

„But on that same day, as the eternal mother hovered, in the multiverse another more terrifying birth took place. A birth of evil.”
“Aber an demselben Tag, als die ewige Mutter schwebte, fand im Multiversum noch eine andere, weitaus entsetzlichere Geburt statt. Eine Geburt des Bösen“

Hier ist wohl nun die Geburt des Antichristen gemeint. Dieser voraus geht eine rote Menschenpyramide, welche die satanistische Hierarchie symbolisieren soll.

7 Satanistische Hierarchie

Die Mutter ist abermals Lady Gaga, aus deren Sündenpfuhl zu jeder Seite zwei Sig-Runen ragen.

8 Birth of the Anti

Wenn die Mutter schon mit einem Maschinengewehr um sich ballert, wie wird dann erst ihr Nachwuchs?

9 Gewaltexzess

„But she wondered: How can I protect something so perfect without evil?”
„Aber sie fragte sich: Wie kann ich etwas so Perfektes schützen, ohne das Böse?“

Aha, die transhumane Rasse muss vom Antichristen beschützt werden. Es ist sein Volk! Der Kreis schließt sich und das unsägliche Intro kommt nach rund zweieinhalb Minuten zum Ende. Doch so wie das Intro endet, so beginnt der offizielle Teil. Die transformierte Lady Gaga schreitet zwischen einer Gruppe Transhumaner hindurch, welche zu ihren Füßen niederknien. Sie setzt sich an die Spitze, um gemeinsam mit den anderen den Antichristen anzubeten. So demütig hätte uns die okkulte Elite wohl gern und tatsächlich erfüllen ihr einige Fans diesen Wunsch.

10 Domina

Das nächste Outfit, was von Gaga und einem ihrer Tänzer aufgefahren wird, ist der Totenkopflook. Auch unter dieser Kriegsbemalung trägt die Pop-Ikone die dämonischen Hörner auf der Stirn. Daraus könnte man nun ablesen, dass die neue transhumane Rasse ein Todesbote ist.

11 Totenkopfäffchen

In dieser Sequenz zeigt Germanotta dem Publikum zudem kurz die freimaurerische Verschwiegenheitsgeste. Haben wir etwa schon zu viel offenbart? Wir fangen gerade erst an!

12 Zeigefinger 1

Dieselbe Geste taucht später noch zwei weitere male auf.

12 Zeigefinger 2

12 Zeigefinger 3

Wo wir schon bei Freimaurergesten sind: Spielt der Gevatter Tod hier Taschenbillard oder soll das eine Abwandlung der verdeckten Hand sein?

13 Taschenbillard

Was Gaga hier zeigt ist jedenfalls definitiv die Geste des geöffneten Brustkorbs.

14 geöffneter Brustkorb

Und zum Schluss noch ein Griff in den Genitalbereich mit M-Handgeste.

15 Genital-M

Transhumaner Gruppensex…

16 Orgie

Reißverschlüsse an den Titten und im Genitalbereich…

17 Sex-Agenda

Und Gaga kalbt zwischendrin immer noch transhumanen Nachwuchs.

18 Niederkunft

Die Dämonen wollen aus ihr raus, was zu einigen „Der Exorzist“-reifen Szenen führt.

19 Exorzismus

Die Frage lautet nun, ob Gaga überhaupt als Mutter einer neuen Rasse sowie des Antichristen taugt. Der Songtext hat so überhaupt nichts mit dem Geschwätz aus dem Intro des Videos zu tun, könnte dafür aber Aufschluss über einen lange gehegten Verdacht geben. Augenscheinlich geht es darum, dass man sich selbst so akzeptieren soll, wie Gott einen geschaffen hat.

„I’m beautiful in my way
‚Cause God makes no mistakes
I’m on the right track, baby
I was born this way”

„Ich bin auf meine Weise schön
Denn Gott macht keine Fehler
Ich bin auf dem richtigen Pfad, Baby
Ich bin so geboren“

Später heißt es jedoch:

„Don’t be a drag, just be a queen”

Ist Stefani Germanotta also doch eine Dragqueen? Sprich ein Mann in Frauenkleidern? Immerhin ist ihr/sein Künstlername „Gaga“ an „Radio Gaga“ von Queen angelehnt. Hinzu kommt eine eindeutig maskuline Masturbationsgeste.

20 Masturgagation

Was sollen diese ganzen Anspielungen? Wenn Germanotta in Wirklichkeit ein Stefan ohne „i“ ist, warum steht er/sie/es nicht offen dazu? Immerhin fordert Gaga in „Porn this Way“ genau das! Wozu dieses dümmliche Verwirrspiel? Um von der okkulten Botschaft über die Geburt des Antichristen abzulenken? Das Video strotzt nur so vor Beispielen für schlechte Tarnung, wobei die typische Augenbetonung nur das Tüpfelchen auf dem „i“ ist.

21 Augenbetonung

Und zum Schluss noch einmal die Pyramide mit Spitze nach oben und die Monstermutter reitet auf dem Einhorn davon. Vielleicht nach Candy Mountain?

22 Pyramide nach unten