Satanische Grüße von Marvel

Im Juli 2017 kommt die nunmehr dritte Neuverfilmung von „Spider-Man“ in die Kinos. Doch irgendetwas an diesem Superhelden ist merkwürdig. Wenn er seine Spinnenfäden verschießt, macht er ständig den Baphomet. Außerdem repräsentiert sein blau/rotes Kostüm in den Farben der Freimaurergrade.

Im neusten Film „Homecoming“ darf Spidey sogar die Pyramidenspitze eines Obelisken berühren. Mit etwas Hilfe durch den Rüstungsmilliardär Tony Stark ist er ganz oben angekommen.

Noch weitaus okkulter sieht es bei „Doctor Strange“ aus dem Jahre 2016 aus. Er zeigt ebenfalls den Satansgruß und macht mit der anderen Hand die „Above“-Geste des Baphomet. Sein Kostüm hat zudem das gleiche Farbschema wie das von Spider-Man. Abgerundet wird sein Outfit durch ein allsehendes Auge, welches einen Infinity-Stein enthält, mit dem sich die Zeit manipulieren lässt. Das dürfte eine Anspielung auf Kronos alias Saturn sein, welcher bekanntlich der Herr der Zeit ist. Die Farbe des Infinity-Steins ist indes Grün, die Farbe der Hexerei.

Selbstverständlich finden sich die Symbole bereits bei den Comicvorlagen, denn auch die Comicindustrie ist ein beliebter Tummelplatz für Freimaurer und Okkultisten.

Am auffälligsten ist dabei Doctor Strange, da er sich im Gegensatz zu Spider-Man direkt okkulter Lehren bedient. Seine Gesten dienen der magischen Beschwörung, wie man unschwer erkennen kann.

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Mit Fes durch Hollywood

Im 1933 erschienen Film „Die Wüstensöhne“ schließen sich Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957) einem gleichnamigen Club an. Die albernen Rituale erinnern nicht zufällig an die Freimaurer und die roten Filzhüte sind sogar eine direkte Anspielung auf die Shriners. Oliver Hardys Zugehörigkeit zur Freimaurerei ist dabei kein Geheimnis, die von Stan Laurel gilt zumindest als wahrscheinlich. Sein mitwirken in diesem freimaurerischen Machwerk kann als deutlicher Hinweis verstanden werden.

Sons of the Desert

Sons of the Desert Prügel

In „Indian Jones und der letzte Kreuzzug“ aus dem Jahr 1989 ist der Fes allgegenwärtig. Das ist nicht ganz überraschend, denn ein Großteil des Films spielt im arabischen Raum, wo diese Kopfbedeckung zu der Zeit, in der die Handlung spielt, tatsächlich weit verbreitet war. Die massive Bedienung dieses Klischees hat schon fast etwas Rassistisches.

Allerdings wird der Fes im Film auch von den Anhängern eines Geheimbundes getragen, welcher den heiligen Gral schützt. Der Gral steht in direktem Zusammenhang mit den Tempelrittern, welche wiederum Teil des Freimaurermythos sind.

Gralshriners

In der platten Komödie „Guess Who – Meine Tochter kriegst du nicht!“ von 2005 ist ein afroamerikanischer Vater entsetzt darüber, dass eine Tochter einen weißen Freund hat. Kurzerhand schmeißt er ihn aus dem Haus und will ihn in einem Hotel einquartieren. Das reservierte Zimmer ist jedoch schon vergeben und das Hotel komplett ausgebucht. Die Dame an der Rezeption begründet dies mit einer Shriners Convention (in der deutschen Übersetzung eine Freimaurertagung), die gerade in der Stadt stattfindet. Ind er gesamten Hotelszene und auch später im Film sieht man ständig ältere Herren mit Fes herumrennen.

Guess Who - Shriners

„Dr. Who“ trägt des Öfteren scheinbar grundlos einen Fes. Der 11. Doktor betont dabei, wie cool er diese Kopfbedeckungen findet. Was er damit wohl andeuten will?

11th Doc Fez_2

Doctor Fez

Bei den Simpsons wimmelt es ebenfalls von Shriners-Anspielungen. Kein Wunder, denn immerhin ist Serienschöpfer Matt Groening Freimaurer.

Shriner Mobiles

Shriner Bear

Es gibt sogar einen Shriners Couch Gag.

Shriners Couch Gag

Am besten bringt es die Episode mit den Steinmetzen auf den Punkt. Grandpa Simpson erwähnt in dieser Folge, dass er nicht nur besagten Steinmetzen, sondern auch den Freimaurern angehört. In anderen Episoden sieht man ihn folglich immer mal wieder mit Fes.

Shriner Grandpa

„Spongebob“ hat ebenfalls eine komplette Episode zu bieten, in der es ausschließlich um die Shriners geht. Man achte dabei mal auf die Hände des Schwammkopfs. Er macht die Geste „Wie im Himmel, so auf Erden“ und formt dabei mit beiden Händen den Baphomet.

Teuflischer Shriner

Zu guter Letzt darf natürlich der Disney-Konzern nicht fehlen. Dessen Zeichentrickserie „Gravity Falls“ ist dermaßen mit Freimaurersymbolik voll gestopft, dass es selbst dem Blindesten auffallen müsste. In einer solchen Propgandashow dürfen natürlich die Shriners nicht fehlen. Typisch für Disney ist der Name „S(a)tan“.

GF Shriner

Mercedes und die Freimaurer

In einem Superbowl-Werbespot von 2013 spielt der bekannte Hollywood-Star Willem Dafoe den Teufel, der einem jungen Mann einen Mercedes CLA im Tausch für dessen Seele verspricht. Passenderweise ist der Spot mit dem Song „Sympathy for the Devil“ untermalt.

01 Traumauto

02 Teufel

Der Teufel trägt in dem Fall nicht Prada, sondern einen Freimaurerring.

03 Freimaurerring

Im Verlauf eines Tagtraums tanzt der junge Mann mit Usher vor einer Doppelpyramide, welche das Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“ verkörpert.

04 Usher

Weiter geht es mit dem Mercedes in den Sündenpfuhl Las Vegas.

05 Las Vegas

Die Traumvorstellung endet damit, dass der Typ total berühmt wird, alle Titelblätter ziert und von Frauen begehrt wird. Für diesen abgrundtiefen Materialismus muss er nur einen Vertrag mit dem Teufel unterzeichnen.

06 Vertrag mit dem Teufel

Als er jedoch sieht, dass es den Wagen schon ab einer Anzahlung von 29.000 gibt, lehnt er dankend ab und der Teufel löst sich in Rauch auf.

07 In Rauch aufgelöst

Interessanterweise haben sich einige Freimaurer extrem über diesen Spot empört, da er die Freimaurerei mit Satanismus in Verbindung bringt. Der Leiter der Media Relations von Daimler, Norbert Giesen, meinte auf Anfragen, bei dem Ring handele es sich lediglich um ein „Fantasieprodukt“. Der Spot wurde dennoch digital überarbeitet, sodass inzwischen kein Freimaurerring mehr zu sehen ist.

Quelle

Der Teufel steckt hier natürlich im wahrsten Sinne des Wortes im Detail. Selbstverständlich war der Freimaurerring nie als „Fantasieprodukt“ gemeint, denn die Freimaurer sind ja keinem Märchenbuch entsprungen. Entweder handelt es sich um Willem Dafoes persönlichen Schmuck oder der Ring wurde ganz bewusst an seinem Finger platziert. In jedem Falle wimmelt es in der Chefetage des Daimler-Konzerns von Freimaurern und auch die Stars im Werbespot sind Logenbrüder. Wer hier an Zufälle glaubt, hat nichts begriffen.

Warum also regen sich einige Freimaurer über diesen Spot auf? Nun, es dürfte wohl klar sein, dass es sich bei den Betreffenden um Mitglieder von Johanneslogen handelt. Dies beweist einmal mehr, dass die blauen Grade nicht wissen, was bei den hohen Graden des Schottischen Ritus abgeht. Sonst wäre ihnen vielleicht schon aufgefallen, dass auch in Filmen wie „Im Auftrag des Teufels“ der Leibhaftige in Kombination mit Freimaurersymbolen zu sehen ist. Die Liste der Beispiele ist lang und viele sind bereits auf diesem Blog zu finden.

Scheinbar wissen wir mehr über die Freimaurerei, als die Logenbrüder auf den unteren Rängen. Statt sich über den Ring in dem Mercedes-Spot aufzuregen, sollten sie sich lieber fragen, warum ihre Brüder aus der Hochgradfreimaurerei den Ring am Finger des Teufels platziert haben? Vielleicht würden sie dann erkennen, in welches Kontrollsystem sie hineingeraten sind. Es ist nie zu spät, aus der Freimaurerei auszusteigen.

Vor allem erspart man sich dann einige peinliche Rituale, von denen Bruder Willem Dafoe sicherlich ein Lied singen kann. Der musste nämlich 2016 für einen weiteren Superbowl-Spot von Snickers in ein Frauenkleid schlüpfen. Offensichtlich ist er selbst einen Deal mit dem Teufel eingegangen und muss nun die Rechnung für seinen materiellen Wohlstand zahlen.

Marilyn Dafoe_1

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The Return of the First Avenger – Und der Beginn einer neuen Weltordnung

von Shinzon

2014 kehrte „Captain America“ nach nur drei Jahren auf die Kinoleinwand zurück. In seinem zweiten Abenteuer bekommt er jedoch kaum Gelegenheit, sich ins 21. Jahrhundert zu integrieren. Nachdem er in „The Avengers“ bereits eine dämonische Alieninvasion zurückschlagen musste, wird er nun mit der neuen Weltordnung konfrontiert.

Gleich in der Eröffnungsszene taucht schon der erste Obelisk auf, immer mit einer spiegelnden Wasserfläche und einer Repräsentation der weiblichen Brust in der Nähe. Ein Sinnbild für freimaurerische Dualität sowie das Prinzip „wie im Himmel, so auf Erden“.

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Vor dieser Szenarie joggt Steve Rogers (Chris Evans) durch Washington, wobei der genetisch verbesserte Superheld alle anderen überholt. Auf seiner morgendlichen Tour lernt er den Veteranen Sam Wilson (Anthony Mackie) kennen und tauscht mit ihm Kriegsgeschichten aus. Neben dem Pathos gibt es in Steves Liste verpasster historischer Ereignisse noch etwas Platz für Apple-Schleichwerbung.

CA2_03 Apple Jobs

Kurz darauf wird Captain America von der S.H.I.E.L.D.-Agentin Natascha Romanoff (Scarlett Johansson) abgeholt. Zusammen mit ihr und einem Agententeam wird er zu einem von Piraten gekaperten Schiff geschickt, welches S.H.I.E.L.D. gehört. Sie sollen die Lemurian Star zurückerobern und die Geiseln befreien. Interessant ist dabei der Name des Schiffes, welcher auf den untergegangenen Kontinent Lemuria anspielt.

Selbstverständlich glückt die Mission, wobei es zu einigen ordentlichen Schlägereien kommt. Allerdings läuft nicht alles reibungslos, denn Natascha hat noch eine andere Mission, bei der es um die Bergung von geheimen Daten geht. Anschließend geht es zurück nach Washington ins Hauptquartier von S.H.I.E.L.D. Das Gebäude ist in drei Flügel und einen Kernbereich unterteilt. Die drei ist eine heilige Zahl und steht u.a. für die ersten drei Grade der Freimaurerei. Zudem bildet das Gebäude eine abgerundete Triskele und wird sogar Triskelion genannt.

CA2_04 The Triskelion

In der Empfangshalle steht das S.H.I.E.L.D.-Logo – ein Adler, in dem sowohl Zirkel und Winkelmaß als auch ein M für „Mason“ angedeutet sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, handelt es sich bei S.H.I.E.L.D. doch um eine Mischung aus Geheimgesellschaft und militärisch-industriellem Komplex.

CA2_05 Adler

CA2_05 Adler +

Im Hauptquartier gerät Steve Rogers erst einmal mit Nick Fury (Samuel L. Jackson) aneinander, der ihn über „mehrdimensionale Bereichsbildung“ aufklärt. Mit anderen Worten gibt es Missionen innerhalb von Missionen, über die nicht alle Teilnehmer bescheid wissen. Worum es bei Nataschas Mission ging, offenbart Fury dem aufgebrachten Superhelden, indem er ihn in das Projekt „Insight“ einweiht.

Es handelt sich um drei Heli-Carrier, die etwas moderner sind, als jener, der im ersten „Avengers“-Film zu sehen war. Diese fliegenden Waffenplattformen sollen mit sämtlichen Überwachungssatelliten vernetzt werden und so im suborbitalen Flug jedes menschliche Ziel rund um den Globus präzise ausmerzen können. Fury verkündet stolz, dass die Präzisionswaffen 1.000 Ziele pro Minute eliminieren können.

CA2_06 Insight Carrier

CA2_07 Insight Satellit

Der Einsatz soll dabei präventiv erfolgen. Mit anderen Worten werden potentielle Feinde ohne Gerichtsverfahren hingerichtet, bevor sie überhaupt ein Verbrechen begangen haben. Das geht sogar Captain America zu weit, der korrekt anmerkt, dass S.H.I.E.L.D. der Welt eine Waffe an den Kopf hält und es „Schutz“ nennt. Projekt Insight ist in seinen Augen ein Instrument der Angst und er lehnt jede Beteiligung seinerseits ab.

Im Anschluss schwelgt Rogers ein wenig in Erinnerungen, indem er seine Ausstellung im Smithsonian-Museum besucht. Von so viel US-Pathos bekommt man schnell Brechreiz.

CA2_08 Pathos

In einer Filmvorführung sieht er seine Jugendliebe Peggy Carter (Hayley Atwell) und beschließt, sie im Altenheim zu besuchen. Das ist die wohl stärkste Charakterszene des gesamten Films, da hier offensichtlich wird, was Rogers durch seinen 70-jährigen Kälteschlaf verloren hat. Etwas später besucht er noch Sam, der Veteranen mit posttraumatischem Stresssyndrom betreut. Auch gibt es wieder etwas unterschwelligen Pathos sowie Brust- und Phallussymbolik im Hintergrund.

CA2_09 Brust Phallus

Der Rest des Films besteht dann nur noch aus Action-Krachbumm. Als nächstes steht dabei Nick Fury im Mittelpunkt. Dieser muss feststellen, dass er nicht auf die Daten der Lemurian Star zugreifen kann. Da er ganz oben in der Kommandohierarchie steht, ist das äußerst ungewöhnlich. Er will daraufhin Projekt Insight verschieben und teilt dies seinem Vorgesetzten Alexander Pierce (Robert Redford) mit. Kurz darauf wird Fury von S.H.I.E.L.D.-Agenten angegriffen, die als Polizisten getarnt sind. Eine gute Gelegenheit für etwas Schwarz/Weiß-Symbolik.

CA2_10 Autos Schwarz-Weiß

Am Ende der Verfolgungsjagd wird der Einäugige von einem geheimnisvollen Maskierten mit Roboterarm angegriffen, kann diesem jedoch entkommen. Abends lauert Nick Fury seinem Nummer 1 Superhelden Rogers in dessen Wohnung auf. Er kann jedoch nicht offen mit ihm reden, da die Wohnung verwanzt ist – auf seinen eigenen Befehl hin. Ein klassisches Eigentor, da er seiner Geheimorganisation nicht mehr trauen kann. Er schafft es gerade noch, dies Rogers schriftlich mitzuteilen, bevor er angeschossen wird. Er gibt ihm einen USB-Stick mit den Daten der Lemurian Star und rät ihm, niemandem zu vertrauen, bevor er zusammenbricht.

Kurz darauf eilt ihm seine Nachbarin zu Hilfe, die sich als Agent 13 zu erkennen gibt. Captain America hält sich nicht lange mit solch okkulten Zahlenspielereien auf, sondern verfolgt den Schützen. Er springt einfach aus dem Fenster und rennt im Nachbargebäude durch die geschlossenen Türen, als bestünden diese aus Pappe. Auf einem Dach stellt er schließlich den Killer, der sich als der geheimnisvolle Maskierte herausstellt. Dieser ist ihm in Sachen Stärke jedoch ebenbürtig und kann entkommen. Übrigens ist der rote Stern auf dem Roboterarm des unbekannten keineswegs als Hinweis auf die Sowjetunion zu verstehen. Es handelt sich um ein satanistisches Pentagramm.

CA2_11 Rotstern

Im Krankenhaus kämpfen die Ärzte vergeblich um Nick Furys Leben und Agent Hill (Cobie Smulders) nimmt seine vermeintliche Leiche mit. Steve Rogers wird indes zum S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier gerufen, wo ihn Pierce darüber aufklärt, dass Nick Fury die Piraten angeheuert hatte, um die Lemurian Star zu kapern. Nun geht also auch noch ein Inside Job auf seine Verantwortung. Doch warum sollte Fury dies tun und wer ist hier wirklich der Bösewicht?

Pierce fährt fort, er und Fury wären sich darüber einig gewesen, dass man alte Welten erst zerstören muss, bevor eine neue, bessere Welt aufgebaut werden kann. Das ist die erste Andeutung auf eine neue Weltordnung, zu deren Durchsetzung die alte Ordnung zerstört werden muss. Ob die neue Welt wirklich eine bessere ist, daran muss ernsthaft gezweifelt werden. Zumal Pierce Captain America verdächtig oft darüber ausfragt, was Fury ihm vor seinem Tod mitteilen wollte.

Rogers meint dazu lediglich, dass er ihm riet, niemandem zu vertrauen. Ein weiser Rat, denn auf dem Weg nach draußen wird Steve im Fahrstuhl von Rumlow (Frank Grillo) und einem Dutzend weiterer S.H.I.E.L.D.-Agenten angegriffen. Selbstverständlich kann er sowohl den Schlägern als auch einem Jet mit Maschinengewehr entkommen. Allerdings sitzt ihm von nun an S.H.I.E.L.D. im Nacken, da Pierce ihn offiziell zum Feind erklärt.

Auf der Flucht schaut Rogers zunächst im Krankenhaus vorbei, wo er den USB-Stick mit den sensiblen Daten deponiert hat. Agent Romanow hat diesen bereits sichergestellt und weiß auch einiges über den Mörder von Nick Fury. Sie hatte selbst schon eine Begegnung mit dem „Winter Soldier“. Von nun an steht sie Captain America bei dessen Suche nach der Wahrheit zur Seite, während Pierce den UN-Sicherheitsrat über Nick Furys Absichten belügt. Leider lässt sich der Sicherheitsrat überzeugen, Projekt Insight wieder aufzunehmen.

Bei dem Versuch, die Verschlüsselung der Daten auf dem USB-Stick zu knacken, werden Rogers und Romanoff erneut mit Apple-Schleichwerbung konfrontiert.

CA2_12 Applewerbung

Das ist aber nicht das Schlimmste, denn die KI auf dem Stick hat S.H.I.E.L.D. alarmiert. Die beiden entkommen den Agenten durch geschickte Tarnung, doch die Zuschauer entkommen nicht dem Product Placement, von welchem es in der Einkaufsgalerie reichlich gibt. Ein Laden heißt darüber hinaus auch noch Rainbow.

CA2_14 Rainbow

CA2_13 Hard Rock

Die Daten konnten die zwei Flüchtligen zwar nicht entschlüsseln, aber dafür konnten sie ihre Quelle zurückverfolgen, die in einer verlassenen S.H.I.E.L.D.-Basis nahe New Jersey liegt. Dort entdecken die beiden einen versteckten Fahrstuhl, der sie in eine hochgeheime Computerschaltzentrale bringt. Nun wird es interessant, denn der antiquierte Computer erkennt Rogers und Romanoff. Die Software entpuppt sich als das Bewusstsein von Arnim Zola (Toby Jones), ein Naziwissenschaftler, der einst für Red Skull bei der Geheimorganisation Hydra arbeitete.

CA2_15 Red Skull

Hydra ist das Nazigegenstück zu S.H.I.E.L.D. und wie Zola den beiden offenbart, wurde S.H.I.E.L.D. von Hydra-Agenten infiltriert. Diese wurden nach dem Ende des zweiten Weltkriegs über Operation Paperclip in die USA geholt, was sich nun bitter rächt. Die Nazis konnten die Welt nicht mit Gewalt unterwerfen, also haben sie die Menschheit dazu gebracht, ihre Freiheit freiwillig aufzugeben. Hydra hat Krisen genährt, Kriege angezettelt und die Geschichte umgeschrieben. Es sollte so viel Chaos wie möglich geschaffen werden, damit die Menschheit ihre Freiheit für Sicherheit aufgibt.

Das kommt einem doch alles recht bekannt vor. 9/11, inszenierter Terror, anschließend Krieg gegen den Terror und das alles, um den Patriot Act und andere Instrumente zur Schaffung eines Polizeistaates durchzusetzen. In der Realität waren dafür u.a. die Präsidenten Bush zuständig, deren Vorfahr Prescott Bush in den 1930er und -40er Jahren tatsächlich mit den Nazis kollaborierte. In diesem Film steckt also durchaus viel Wahrheit, obgleich es gar keine Infiltration durch deutsche Nazis brauchte. Es verhält sich eher so, dass amerikanische Faschisten wie Prescott Bush und Henry Ford das Naziregime in Deutschland von Anfang an unterstützten und nach dessen Niederlage ihre Brüder in die vereinigten Staaten holten.

Der Knaller ist natürlich, als Zola von „Hydras neuer Weltordnung“ spricht. Er hätte auch direkt George Bush senior zitieren können, der 1991 in aller Öffentlichkeit die neue Weltordnung verkündete. Die USA werden tatsächlich von Faschisten regiert, deren Ziel die Schaffung einer neuen Weltordnung ist. Hydra kann dabei sowohl mit der deutschen Thule-Gesellschaft als auch mit Skull and Bones gleichgesetzt werden.

Zola kann es sich leisten, Captain America alles zu offenbaren, denn eine Rakete ist längst auf dem Weg zur Basis. Allerdings gelingt es Rogers, sich und Natascha mit seinem Schild vor der Explosion und den herabregnenden Trümmern zu retten. Als klar ist, dass die beiden entkommen sind, setzt Pierce den Winter Soldier auf die Flüchtigen an. Der Buddhakopf in Alexanders Wohnung wirkt dabei etwas deplatziert, denn sonderlich spirituell ist der Nazi nicht. Im Gegenteil erschießt er seine Haushaltshilfe vor dem Buddhakopf, als diese noch einmal zurück kommt und den Winter Soldier sieht.

CA2_16 Buddha

Steve und Natascha suchen zunächst bei Sam Unterschlupf und schmieden dort neue Pläne, wie sie gegen Hydra vorgehen können. Ihr erster Anlaufpunkt ist S.H.I.E.L.D.-Agent Jasper Sittwell (Maximiliano Hernández), den sie mit Sams Hilfe auf ein Dach entführen und verhören. Von Sittwell erfahren sie, dass Zolas Algorithmus dazu dient, sämtliche Daten über alle Menschen zu sammeln und auszuwerten. Alle, die Hydras neuer Weltordnung gefährlich werden könnten, sollen anschließend eliminiert werden. Das betrifft ein paar Millionen Menschen, die mit einem Schlag ins Jenseits befördert werden sollen.

Der Zola-Algorithmus klingt verdächtig nach Prism. Sitwells Aussage, dass wir in einem digitalen Zeitalter leben, in dem unser Surfverhalten und unsere Accounts in sozialen Netzwerken alles über uns preisgeben, ist daher hoch brisant. Es ist tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis die NSA etwas mit den gewonnenen Daten anfängt und die USA damit beginnen, alle potentiellen Bedrohungen auszuschalten. Dies betrifft keineswegs nur Terroristen, sondern jeden vom Antifaschisten bis zum kritischen Journalisten. Das ist die Kernaussage dieses Films.

Mit Sitwells Hilfe wollen die drei Widerständler bei Projekt Insight eindringen und die Helicarrier stoppen. Unterwegs werden sie jedoch vom Winter Soldier aufgehalten, der Sitwell kaltstellt und zusammen mit anderen Hydra-Agenten ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche legt. Über den Mangel an Realismus in dieser Schlacht braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Captain America legt einige Stürze hin, die selbst einen genetisch verbesserten Menschen umbringen würden.

Agent Romanoff muss ebenfalls einstecken und kassiert die zweite Kugel vom Winter Soldier. Im letzten Moment eilt ihr Rogers zu Hilfe und nimmt es mit dem Cyborg auf. Während der Schlägerei verliert dieser seine Maske und Rogers identifiziert ihn als Bucky, seinen ehemaligen Freund und Kameraden James Buchanan Barnes (Sebastian Stan). Dieser reagiert verwirrt, als er „Bucky“ genannt wird und lässt von Captain America ab.

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Der und seine beiden Freunde werden kurz darauf von S.H.I.E.L.D.-Agenten festgenommen. Die Hinrichtung wird aufgrund eines TV-Helikopters verschoben und natürlich entkommen die drei auf dem Transport, da sie unerwartete Hilfe von Agent Hill erhalten. Hill bringt die Flüchtigen zu einer geheimen Basis, wo Nick Fury auf sie wartet. Totgeglaubte leben länger.

Bucky wird von der Gegenseite ebenfalls in eine geheime Einrichtung verfrachtet, wo ihm die Erinnerung an seine Gefangennahme durch Hydra während des zweiten Weltkrieges langsam ins Gedächtnis zurückkommt. Er ist ein Hirnwäscheopfer und als er zu erkennen gibt, dass er sich wieder zu erinnern beginnt, wird er erneut einer Elektroschocktherapie unterzogen. Project Monarch lässt grüßen und nur so nebenbei hat auch die CIA damals von Naziverhörmethoden abgeschaut.

CA2_19 Monarch-Programmierung

Nick Fury erläutert in der Zwischenzeit, wie sich die Helicarrier ausschalten lassen. Die Serverplatten aller drei Waffenplattformen müssen ausgetauscht werden, damit ihre Systeme übernommen werden können und der Befehl erteilt werden kann, sie aufeinander feuern zu lassen. Captain America geht dieser Plan nicht weit genug. Er will nicht nur die Carrier ausschalten, sondern die komplette S.H.I.E.L.D.-Organisation, da sie von Hydra durchseucht ist. Eine Entscheidung, die Steve Rogers durchaus sympathisch erscheinen lässt, denn die Menschheit wird niemals sicher sein, solange es auch nur eine okkulte Geheimgesellschaft mit Zugang zu militärischer Gewalt gibt.

Bevor Captain America in die finale Schlacht zieht, holt er sich noch schnell seine alte Uniform aus dem Museum. Die macht ihn dann wieder ziemlich unsympathisch, denn der amerikanische Pathos mit Freimaurerfarben und Pentagramm tut einfach nur in den Augen weh. Nebenbei bemerkt ist es kein Zufall, dass Captain Amerika ein weißes Pentagramm trägt, während das vom Winter Soldier rot ist. Das ist wieder einmal typische Venus-Symbolik, wobei der Held das aufbauende luziferische Prinzip vertritt und der Gegner das zerstörende Prinzip Satans. Natürlich sind beide miteinander befreundet und obwohl sie gegeneinander kämpfen, können sie sich nicht gegenseitig töten, weil sie zwei Seiten derselben Medaille sind.

CA2_20 Masonic Man

Während Pierce den UN-Sicherheitsrat einlullt, dringen Rogers und Co. ins S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier ein und verkünden über die Lautsprecheranlage, dass S.H.I.E.L.D. von Hydra infiltriert wurde und Pierce der Anführer der Verschwörung ist. Alle, die nicht zu Hydra gehören, müssen sich nun entscheiden, welcher Seite sie folgen. Captain America kann mit seinen Worten einige Verbündete rekrutieren und somit Chaos im Hauptquartier stiften. Dennoch können die Helicarrier starten, was die Lage verkompliziert und zu einer dramatischen Luftschlacht führt. Sam ist dabei eine echte Hilfe, da er mit seinen Flügeln im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Wingman abgibt.

CA2_22 Wingman

Während Steve und Sam die Serverplatten der Carrier austauschen, hat Natascha sich als UN-Beauftragte getarnt ins Büro von Pierce geschlichen. Sie überwältigt seine Wachen und stellt alle Daten von Hydra und S.H.I.E.L.D. ins Internet, was das Ende der beiden Geheimgesellschaften bedeutet. Um die Verschlüsselung der Insight-Daten aufzuheben, braucht es indes noch einen zweiten Mitarbeiter der S.H.I.E.L.D.-Führungsebene und da kommt Nick Fury ins Spiel. Bei der Begegnung zwei so hochrangiger Logenbrüder wie Fury und Pierce ist das freimaurerische Hexagon nicht weit.

CA2_23 Hexagon

Jetzt braucht Nick nur noch sein verletztes Horusauge in den Irisscanner halten und schon ist der Zugriff gestattet.

CA2_24 Horusauge

In der Zwischenzeit muss sich Captain America mit seinem ehemaligen Kumpel Bucky rumschlagen und Sam kümmert sich derweil um Rumlow. Nur Pierce steht nicht so auf Fausttänze und bedient sich stattdessen heimtückischer Methoden. Mit seinem Smartphone löst er elektrische Ladungen in den biometrischen Chips aus, die er den Vertretern des UN-Sicherheitsrats beim Einlass ausgehändigt hat. Wer da noch behauptet, dass RFID-Chips nicht töten könnten…
CA2_25 Killerchips

Während Agent Romanoff Pierce mit einem Trick ablenken kann und Fury ihn kurzerhand erschießt, gelingt es Rogers, die letzte Serverplatte auszutauschen. Kurz bevor Hydra sämtliche loyalen S.H.I.E.L.D.-Agenten ausschalten kann, loggt Hill die drei Carrier als Ziele ein, die sich daraufhin gegenseitig unter Feuer nehmen.

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CA2_27 Inferno_1

Der Tag ist gerettet. Außer für Captain Amerika, der noch an Bord eines der Carrier festsitzt und für Sam, der in im Hauptgebäude um sein Leben rennen muss, da eben dieser Carrier geradewegs in die Bude hinein rast.

CA2_29 Crash

Steve Rogers sollte ebenfalls die Beine in die Hand nehmen, doch stattdessen rettet er Bucky, nur um aus lauter Dankbarkeit Prügel von seinem ehemaligen Kumpel zu kassieren. Letztendlich rettet Barnes seinen alten Kameraden aber doch, nachdem beide in die Tiefe gestürzt sind. Nun ist der eine zwar ein Cyborg und der andere genetisch verbessert, aber dass beide den Sturz in die Tiefe überleben, ist der Gipfel der Unglaubwürdigkeit.

Da S.H.I.E.L.D. nach diesem Showdown aufgelöst wird, müssen sich die Mitarbeiter woanders bewerben. Agent Carters Tochter kommt bei der CIA unter, Agent Hill bei Stark Industries und die Hydra-Verräter im Gefängnis. Natascha Romanoff muss sich indes vor einem Untersuchungsausschuss des Kriegsministeriums rechtfertigen und Nick Fury bereitet die Jagd auf die Reste von Hydra vor. Captain America hat derweil andere Pläne und will seinen alten Kumpel Bucky suchen.

Bevor sich die Wege von Natascha und Steve trennen, gibt sie ihm einen Abschiedskuss und rät ihm zu einem Date mit Sharon Carter alias Agent 13. Wenn man die Mutter nicht bekommt, nimmt man halt die Tochter. Dabei wäre Natascha sicherlich auch eine gute Partie gewesen, doch vielleicht hat ihr Tarnname „Black Widow“ Steve abgeschreckt.

Fazit: „The Return of the First Avenger“ bietet wie kaum ein anderer Film Einblick in die Pläne zur Errichtung einer faschistischen neuen Weltordnung. Die Parallelen zur Realität sind dabei extrem beängstigend. Zwar wird S.H.I.E.L.D. und damit auch Hydra am Ende vernichtet, aber was danach kommt, bleibt offen. Die Sache scheint jedenfalls noch nicht gegessen zu sein und wer den Pentagrammregen in ersten Minute des Abspanns geduldig über sich ergehen lässt, erhält bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den nächsten „Avengers“-Film „Age of Ultron“. Baron von Stucker (Thomas Kretschmann) erwähnt dabei noch einmal ausdrücklich, dass S.H.I.E.L.D. und Hydra zwei Seiten einer Medaille waren, während er Lokis Waffe aus dem ersten „Avengers“-Film begutachtet

CA2_31 Lokis Waffe

Nach dem Rest des Abspanns gibt es zusätzlich noch eine Ankündigung des nächsten „Captain America“-Abenteuers. Offensichtlich werden Roger und Bucky sich schon bald wieder sehen.

Die Ziegenanbeter von Inkubus Sukkubus

Die britischen Pagan-Rocker von Inkubus Sukkubus mögen sich zwar wie Heiden geben, doch im Kern sind sie Satanisten. Dies haben sie spätestens 2012 mit ihrem Album „The Goat“ sowie der gleichnamigen Single bewiesen, wobei kein Zweifel an der Bedeutung der Ziege besteht.

Inkubus Sukkubus - The Goat

Im Songtext heißt es unter anderem:

“Here comes an angel to fan your fire
To take you to the stars, take you higher”

“It is him; he has come
He is the Beast and he is the One”

Die Ziege wird zunächst als „Engel“ bezeichnet, wobei es sich ohne Frage um einen gefallenen Engel handelt, denn kurz darauf fällt auch die Bezeichnung „Biest“. In der letzten Strophe wird schließlich Klartext geredet und der Santiner Pan beim Namen genannt:

„Across the seas, across the sand
These are all the lands of Pan
Every fey, every woman and man
You are all the babes of Pan”

Sobald im Refrain die Worte “Horns of the Goat, Hooves of the Goat” fallen, zeigt die Sängerin Candia Ridley bei Live-Auftritten die Baphomet-Geste mit beiden Händen nach unten und oben. Dies ist zugleich eine Anspielung auf Levis Baphomet, der ebenfalls das Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“ zeigt.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Die Mitglieder von Inkubus Sukkubus hatten schon vor der Gründung ihrer Band 1989 eine Affinität zu Dämonen, Vampiren, Hexerei und Okkultismus. 2001 hatten sie sich dem System so weit angedient, dass sie auf dem M’era Luna Festival als Vorband des Großmeisters Marilyn Manson auftreten durften. Sicherlich eine große Ehre für die Ziegenanbeter.

Vampire im Kinderzimmer

Vampirismus macht auch nicht vor Kindern halt. Das fängt schon bei Graf Zahl aus der Sesamstraße an, der den Kleinen neben dem Fürchten auch gleich noch das Zählen lehrt.

Graf Zahl

Die wohl berühmteste Vampirreihe für Kinder ist „Der kleine Vampir” nach der Kinderbuchvorlage von Angela Sommer-Bodenburg. Die erste filmische Umsetzung war eine 13-teilige Fernsehserie, welche 1985 als deutsch-kanadisch-englische Co-Produktion gedreht wurde. Die Hauptrolle des Rüdiger spielte der kanadische Kinderstar Joel B. Dacks, so wie auch fast alle anderen Rollen mit Kanadiern besetzt waren.

Der kleine Vampir 1985 - Joel B Dacks

Die Neuauflage von 1993 war indes eine rein deutsche Produktion, die auf ARD ausgestrahlt wurde. In der ebenfalls 13-teiligen Serie, die auf den Bänden „Der kleine Vampir verreist“ und „Der kleine Vampir auf dem Bauernhof“ basiert, spielten Jan Steilen und Silvio Geßner den kindlichen Blutsauger.

Der kleine Vampir 1993

Im Jahr 2000 erschien zuletzt eine US-amerikanische Verfilmung, die lediglich unter deutscher und niederländischer Coproduktion zustande kam und sich nicht wirklich an die Buchvorlage hielt. Den kleinen Vampir spielte diesmal der Brite Rollo Weeks.

Der kleine Vampir 2000 - Rollo Weeks

Neben Realfilmserien wie dem kleinen Vampir dominieren im Kinderfernsehen selbstverständlich Zeichentrickserien. Zu den ersten gehörte 1988 bis 1991 die französische Kinderserie „Ernest der Vampir“. Mit der grauen Haut, den großen Ohren und den Stoßzähnen sah dieser aber eher wie ein Elefantenmensch aus.

Ernest der Vampir 1988

Die Briten stiegen ebenfalls 1988 mit „Graf Duckula“ in den Zeichentrickvampirmarkt ein. Die Serie mit der vegetarischen Vampirente lief bis 1993 und war zutiefst satanisch und okkult.

Graf Duckula

Bereits im Vorspann ist von „geheimen Ritualen“ die Rede, die alle 100 Jahre stattfinden, wenn der Mond im Sternzeichen des Wassermanns (Wassermannzeitalter) steht. Untermauert wird dies durch ein umgedrehtes Pentagramm mit einem Saturn und einem allsehenden Auge, in dessen Zentrum der Vollmond steht.

Satanic Ritual_1

Satanic Ritual_2

Es geht aber noch eine Spur beknackter. In der deutsch-tschechischen Zeichentrickserie „Die Ketschup-Vampire“ ernährten sich die Langzähne, wie der Titel bereits verrät, von Ketchup. Was da von 1991 bis 1994 produziert wurde, sollte wohl so kindgerecht wie möglich erscheinen.

Ketchup-Vampire

1992 waren wieder die Franzosen am Zug und lieferten „Draculie – Der gruftstarke Vampir“ (Originaltitel: Draculito, Mon Saigneur) ab.

Draculie – Der gruftstarke Vampir 1992

In der kanadischen Serie „Monster Force“ von 1994 kämpften die Protagonisten gegen allerhand Gruselgetier, darunter auch Vampire.

Monster Force Vampir

Ebenfalls aus Kanada stammt die Zeichentrickserie „Mona der Vampir“, die von 1999 bis 2003 produziert wurde.

Mona der Vampir

Man sollte sich nicht wundern, warum es heutzutage so viele Gruftis mit einer Affinität zu Vampiren gibt, denn es handelt sich genau um die Generation, die mit solchen Serien aufgewachsen ist. Damit sich auch zukünftige Generationen in diese Richtung entwickeln, gibt es auch für die Kiddies des neuen Millenniums entsprechende Serien. „Desmodus der Vampir“ (abgeleitet von Desmodus rotundus, einer Vampirfledermaus), der von 2003 bis 2005 über die Bildschirme flimmerte, stammt dabei wieder einmal aus Frankreich. Zu allem Übel basiert diese missratene Gestalt auf einer Kinderbuchserie mit Fäkalfetisch.

Zensiert aus Gründen bloginterner Qualitätskontrolle.

Zensiert aus Gründen bloginterner Qualitätskontrolle.

Zu guter Letzt gibt es noch die 104 Episoden umfassende Zeichentrickserie „Die Schule der kleinen Vampire“, welche zwischen 2006 und 2010 in Deutschland, Italien und Luxemburg produziert wurde.

Die Schule der kleinen Vampire

2012 kam mit „Hotel Transsilvanien“ der erste animierte Film mit Vampiren in den Hauptrollen in die Kinos. Zwar sorgte dieser für einige Lacher, die letztendliche Aussage lautete jedoch, dass die Menschen heute keine Angst mehr vor Monstern haben, sondern diese cool finden. Dafür haben ja nicht zuletzt auch solche Filme und Serien gesorgt.

Hotel Transsilvanien 2012

Pünktlich zu Halloween 2015 kommt übrigens der zweite Teil in die Kinos. Der Enkel von Dracula erhält im Trailer Flugstunden bei Vollmond.

Im selben Jahr wie „Hotel Transsilvanien“ erschien auch „Die Vampirschwestern“. Bei diesem klischeehaften Kinderfilm dauerte es nur zwei Jahre bis zur Fortsetzung „Die Vampirschwestern 2 – Fledermäuse im Bauch“. Auf den Werbeplakaten zu beiden Filmen bilden die beiden Schwestern das Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“.

Vampirschwestern 2014

Videoanalyse: Lil Wayne kündigte Amoklauf von Aurora an

Das Video „My Homies Still“ von Lil Wayne feat. Big Sean steckt nicht nur voller Andeutungen auf Tod, sondern nimmt direkten Bezug auf den Aurora-Amoklauf vom 20. Juli 2012. Die Single erschien nur wenige Wochen zuvor am 1. Juni 2012.

Gleich zu Beginn des Videos sieht man mehrere Schaufensterpuppen, die zerteilt und erschossen werden.

MHS 01 Opfer_1

MHS 02 Opfer_2

MHS 03 Opfer_3

Es ist gewiss kein Zufall, dass ausgerechnet Puppen gezeigt werden, denn genau das sieht die herrschende Elite in uns Menschen. Wir sind Spielzeug, welches von sadistischen Kindern nach Lust und Laune zerstört wird. Übrigens gab es eine solche Symbolik bereits in der „Dr. Who“-Episode „Rose“, welche am 26. März 2005 ausgestrahlt wurde und den Anschlag auf einen Londoner Bus am 7. Juli 2005 ankündigte. Auch in dieser Serie wurden die Opfer als Schaufensterpuppen dargestellt.

77 Ankündigung

Auf dem Bus des realen Anschlags war zudem eine Anzeige mit einer Reihe Pentagrammen und dem Slogan „Outright Terror – Bold and Brillant“ zu sehen. Frei übersetzt: „Offener Terror – Auffallend und brillant“. Das ist schon kein Wink mit dem Zaunpfahl mehr, sondern mit dem gesamten verdammten Gartenzaun. Von daher sparen wir uns an dieser Stelle die unzähligen Ungereimtheiten dieser Inszenierung…

77 Inside Job

…und kehren zurück zu Lil Waynes Video. Kaum ist der Rapper zur Tür hinaus, schon begrüßt er die Zuschauer mit dem Satansgruß.

MHS 04 Lil Baphomet

Die erste Frau kommt indes gleich mit einer Betonung des linken Auges daher.

MHS 05 Augenbetonung

Als nächstes sehen wir einen Panda. Diese Bärengattung ist spätestens seit dem Rapper Cro als Symbol im Umlauf, doch die wenigsten wissen, was es damit auf sich hat. Zum einen haben Pandas die Farben des freimaurerischen Schachbretts, doch in erster Linie sind sie Todessymbole. Ihr weißer Kopf mit den schwarzen Augenhöhlen erinnert nämlich stark an einen Totenschädel. Das passt natürlich vortrefflich zur Gesamtaussage des Videos.

MHS 06 Panda

Weiterhin fällt ein Elefant auf, der sich nach seinem ersten Auftritt in ein helles Violett färbt. Dieser Elefant könnte auf den hinduistischen Gott Ganesha anspielen, welcher jedoch mit überwiegend positiven Eigenschaften gesegnet ist. Hier wäre der Dämon Kali passender gewesen, in dessen Zeitalter der Zerstörung (Kali-Yuga) wir uns derzeit befinden.

MHS 07 Gensha

Das erste Skelett lässt nicht lange auf sich warten und chillt mit Lils Homie Big Sean.

MHS 08 Skelett

Was nun folgt, ist die erste Anspielung auf „Batman“, was noch von zentraler Bedeutung sein wird. Der billige Abklatsch von Cat Woman tanzt in einem Käfig, der für die sexuelle Versklavung der Tänzerinnen im Video steht.

MHS 09 Cat Woman im Käfig

Neben Cat Woman finden wir im Video auch einen weiblichen Baphomet. Die hornige Lady flüstert einer Schaufensterpuppe ins Ohr, was offenbar auf die Weitergabe geheimer Informationen der satanistischen Kabale anspielt. Vielleicht Informationen über das nächste geplante Ritual?

MHS 10 Baphomet Girl_1

MHS 11 Baphomet Girl_2

Kurz nach der Einführung dieser beiden okkulten Charaktere wird die Realität in Lils Wohnung auf den Kopf gestellt. Überdies scheint der Rapper ein ziemlicher Assi zu sein, denn in seinem Zimmer wimmelt es von Schaben.

MHS 12 umgekehrte Realität_1

Man beachte, dass Lil Wayne in diesem Arrangement schwarz/weiße Kleidung trägt. Sein Homie ist etwas schlichter in ein T-Shirt gekleidet, welches ebenfalls schwarz/weiß ist und auf dem „Famous“ steht.

MHS 13 umgekehrte Realität_2

Um „famous“ (zu deutsch „berühmt“) zu werden, muss man zum Club gehören. Dies deutet die 88 auf dem T-Shirt an, welche hier ausnahmsweise mal nicht für den Nazicode „88=HH=Heil Hitler!“ steht. Die 88 ist ein Vielfaches von 11 und kann vorwärts wie rückwärts sowie auf dem Kopf stehend gelesen werden. Es handelt sich also um ein Zeichen der Dualität, welches in der Szene mal oben, mal unten – wie im Himmel, so auf Erden – zu sehen ist.

MHS 14 88

Das ist aber noch nicht alles. 8+8 ergibt 16 und der Amoklauf ereignete sich im Century 16 Theater.

Century 16

Als nächstes sieht man Lil Wayne nachts durch die Straßen rappen. Dabei leuchten seine Augen grün, was auf dämonische Besessenheit anspielt. Tatsächlich stammt die Single „My Homies Still“ vom Album „I Am Not a Human Being II“, zu Deutsch „Ich bin kein menschliches Wesen“. Grün ist indes die Farbe des Riddlers aus „Batman“, doch dazu später mehr.

MHS 15 Dämonaugen

Auf den nächtlichen Straßen begegnet uns auch der Panda wieder. Er steht hinter einem Motorrad und mit der Totenkopfsymbolik im Hinterkopf fällt einem hier sofort der „Ghost Rider“ ein, der die Seelen der Verdammten einsammelt.

MHS 16 Panda

Makaber geht es mit einer Trophäenwand weiter, an der weibliche Köpfe vor einem Rautenmuster hängen. Selbst wenn hier nur Lil Waynes sexuelle Jagderfolge gemeint sein sollten, wäre das schon ziemlich krank und obendrein frauenverachtend. Es scheint jedoch mehr dahinter zu stecken, denn die Frau oben in der Mitte betont einmal mehr ihr linkes Auge und hat ein drittes Auge im Mund. Die Stirn der Frau unten rechts ist indes mit einem Sonnensymbol verziert.

MHS 17 Trophäenwand

Die nächste Szenerie führt uns ins Speisezimmer, wo auf der rechten Seite des Tisches zwei Sexkätzchen sitzen, während auf der linken Seite Lady Baphomet und Frau Schafsbock sitzen. Die Frau mit dem weißen Schafskopf trägt ein rotes Kleid, sie repräsentiert also die Venus in ihrer Rolle als Luzifer und Satan. Zu guter Letzt steht auf dem Tisch eine Salatschüssel mit mehreren allsehenden Augen.

MHS 18 Diner_1

MHS 20 Diner_2

Zu beachten ist außerdem, dass alle Frauen Masken tragen, als kämen sie gerade von den Dreharbeiten zu „Eyes Wide Shut“.

MHS 21 Eyes Wide Shut

Eine Frau trägt jedoch statt einer Maske einen Käfig. Der Kopf im Käfig ist ein Symbol für Gedankenkontrolle und lässt das traurige Schicksal von Lil Waynes Sexsklavinnen erahnen.

MHS 22 Kopf im Käfig

Zum Schluss wird es dann richtig interessant. Nachdem mit Cat Women schon eine Brücke zu „Batman – The Dark Knight rises“ geschlagen wurde, sieht man Lil Wayne und seine Homies in einem Kinosaal herumhampeln, in dem Skelette drapiert sind. Batman, Kino, Leichen – das führt uns direkt zum Aurora-Massaker. In der ersten Kameraeinstellung greifen sich Wanye und einer seiner Freunde an Kopf, so als ob sie vor Schüssen in Deckung gehen und es sind exakt 12 Skelette zu sehen – die Zahl der Ermordeten während der „Batman“-Premiere.

MHS 23 12 Skelette

Es hätte allerdings noch weitaus schlimmer kommen können, denn in späteren Einstellungen sind bis zu 15 Skelette zu sehen.

MHS 24 15 Skelette

In der letzten Einstellung verabschiedet sich der besessene Lil Wayne mit einer weiteren okkulten Geste.

MHS 25 Demonic Man

Kommen wir zum Schluss noch kurz auf Amoklauf zu sprechen, der vom damals 24-jährigen James Eagan Holmes begangen wurde. Holmes studierte bis zur Tat an der University of California in Riverside ausgerechnet Neurowissenschaften. Während seiner Studienzeit nahm er an einem Gehirnforschungsprogramm teil und erhielt dafür ein Budget von 26.000 $. Obwohl er ein Elitestudent war, stieg er aus diesem Programm aus, nachdem er beim Examen durchgefallen war.

Das klingt schon alles recht merkwürdig und es wird gemunkelt, dass die CIA in das Programm involviert gewesen sei. Zudem soll ein Großvater von Holmes bei der CIA gearbeitet haben. Handelte es sich bei ihm also um einen Manchurian-Kandidaten? Dafür spräche auch, dass Holmes selbst bei seiner Gerichtsverhandlung auf nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit plädierte. Vielleicht könnte er damit sogar Recht haben.

Die Massenmedien gehen dieser Spur selbstverständlich nicht nach. Stattdessen behaupten sie fälschlicherweise, dass sich Holmes als den Joker aus den Batman-Comics betrachtet habe. Das stimmt jedoch nicht. Er hatte seine Haare orange gefärbt und es gibt nur einen Batman-Gegner mit einer solchen Haarfarbe, nämlich den Riddler. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn der Amoklauf ist tatsächlich ein Rätsel.

Jim Carrey als Riddler in "Batman Forever" (1995) und James Holmes.

Jim Carrey als Riddler in „Batman Forever“ (1995) und James Holmes.

Wo wir schon mal bei Batman sind: In einem Comic von 1986 (!) findet sich ebenfalls eine Ankündigung des Ereignisses. In fraglichem Batman-Comic eröffnet nämlich ein durchgeknallter Psychopath das Feuer in einem Kinosaal. Interessanterweise berichtete die britische Daily Mail Online noch am Tag des Amoklaufs von dieser Verbindung und verwies darauf, dass der Attentäter Holmes vom Comic inspiriert worden sein könnte. Was für eine außerordentlich gründliche Recherche für einen so kurzen Zeitabstand. Fast so, als wären die fraglichen Comicseiten zum Zeitpunkt der Tat bereits eingescannt gewesen…

Comic 86_1

Im Kino des Comics läuft übrigens ein Streifen mit dem Titel „Satan XXX“. Damit dürften die Drahtzieher des Amoklaufs wohl feststehen.

Comic 86_2

Apropos 1986, da war doch was… Ach ja, im Film „Batman – The dark Knight rises“, der während des Amoklaufs lief, gibt es ebenfalls einen Anschlag auf ein Football-Stadion. Im Vordergrund ist ein Spieler mit gelbem Trikot zu sehen. Die Nummer des Trikots: 86! Ist dies nur ein Zufall oder ein Wink mit dem Zaunpfahl? Und last but not least: Wird im Film schon der nächste Terrorakt auf ein Sportereignis angekündigt?

Anschlag Stadion 86

Fear and Loathing in Las Vegas – Ein schlechter Trip ins Reptoland

von Shinzon

„Fear and Loathing in Las Vegas“ (zu Deutsch „Angst und Abscheu in Las Vegas“) ist eine Romanverfilmung aus dem Jahr 1998. Was allgemein als Kult gilt, ist bei genaurer Betrachtung ein fieser Drogentrip, der teils autobiografische Züge aufweist. So ist die Hauptrolle Raoul Duke ein Alter Ego des Romanautors Hunter S. Thompson (1937-2005) und die Buchvorlage erschien im selben Jahr, in dem die Handlung spielt.

1971 wird der Sportjournalist Raoul Duke (Johnny Depp) in die Wüste bei Las Vegas geschickt, um über ein Offroad-Rennen zu berichten. Begleitet wird er von seinem Freund, dem Rechtsanwalt Dr. Gonzo (Benicio del Toro). Der Übergang von den 1960 zu den 1970ern war in den USA von der Hippie-Bewegung geprägt, welche mit freier Liebe und allen möglichen Drogen herumexperimentierte. Ähnliches machen auch die beiden Protagonisten durch.

Schon auf der Hinfahrt sind die beiden total breit und werden somit zu einer Gefahr für den Straßenverkehr. Raoul ist dermaßen zugedröhnt, dass er glaubt, von Fledermäusen attackiert zu werden. Die Flattermänner könnten als Anspielung auf Vampirismus verstanden werden und tatsächlich sieht man schon in dieser Szene das erste Blut an Gonzos Hals.

02_Fledermäuse

Bei einem kurzen Halt folgt sogleich eine Auflistung der mitgeführten Drogen, welche von Gras über Meskalin, Acid, Kokain, Äther, Poppers bis hin zu diversen Sorten Alkohol reicht. Bei einem weiteren Stopp nehmen die beiden Junkies einen Anhalter mit, der ein fieses Mickey Maus T-Shirt trägt. Ein Verweis auf die abartigen Abgründe von Disney, wo Drogen zur Hirnwäsche von Kinderstars eingesetzt werden.

04_Mickey Man

Es folgt eine kleine Rückblende, die zeigt, wie Raoul in einem Hotel seinen Arbeitsauftrag bekommen hat. Bei der Abfahrt steht ein Engel mit einem flammenden Schwert vor dem Hotel, der den Beginn des mythologischen Abstiegs in die Hölle markiert.

05_Engel

Noch bevor die Reise so richtig losgeht, gibt es auch schon das erste Menschenopfer. Der Verkehrstote geht dabei offensichtlich auf das Konto einiger zugedröhnter Hippies.

06_Unfallopfer

Am Abend wechseln die zwei Protagonisten noch schnell ihr Auto. Sie tauschen eine blaue Schrottkiste gegen ein rotes Cabriolet, was ihren Aufstieg von der Johannesfreimaurerei in die hohen Grade des schottischen Ritus andeutet.

07_Blau zu Rot

Blau/weiß/rot ist auch die US-Flagge, die Raoul auf Meskalin schwenkt. Besser kann man nicht zum Ausdruck bringen, dass der ganze Drogenrausch vom Staat gewollt ist.

08_Captain America

Der Kampf gegen die Drogen ist nur ein vorgespieltes Theater für die anständigen Bevölkerungsteile und trifft in erster Linie weiche Drogen wie Marihuana.

09_Hanfblatt

Die ersten Eindrücke, die man von Las Vegas zu sehen bekommt, sind ein erleuchtetes Hexagramm und ein umgedrehtes Pentagramm.

10_Hexagramm

11_Pentagramm

Raouls Eindrücke sind jedoch völlig andere. Zunächst verwandelt sich die Empfangsdame im Hotel in eine Muräne.

12_Muräne

In der Hotelbar sieht der Junkie schließlich nur noch Reptiloide, die ziemlich blutrünstig und sogar kannibalisch veranlagt sind. Interessant daran ist, dass Drogenopfer tatsächlich immer wieder davon berichten, reptiloide Wesen wahrzunehmen. Es ist fraglich, ob es sich dabei nur um Halluzinationen handelt oder um eine erweiterte Wahrnehmung.

13_Reptos_1

14_Reptos_2

15_Reptos_3

16_Reptos Cannibalis

In der Tat könnte es in Las Vegas von Reptiloiden und anderen Aliens nur so wimmeln, denn Area 51 liegt direkt um die Ecke. Glaubt man zudem einigen zweifelhaften Quellen, ist das Hoheitszeichen der Draco ein achtzackiger Stern und den finden wir wo? Richtig, am Ortseingangsschild des Sündenpfuhls!

17_Las Vegas Stern

Nach dem Reptiloidentrip geht es erst einmal ab ins Hotelzimmer. Dort hält Raoul den Fotografen, der die Fotos für seinen Artikel knipsen soll, für einen Soldaten, weil im Fernsehen gerade eine Reportage über den Vietnamkrieg läuft. Am nächsten Morgen hat er seine Paranoia schließlich überwunden und geht mit Gonzo zum Motorradrennen. Überall hängen Wimpel mit Schachbrettmustern, was im Motorsport zwar nichts Ungewöhnliches ist, aber gerade deswegen den tatsächlichen Einfluss der Freimaurer auf dieses Geschäft offenbart.

18_Schachbrettrennen

Mitten im Rennen glaubt sich Duke abermals mitten in einer Kriegssituation. Aber egal, der Tag ist schnell vorbei und es wartet eine weitere Nacht voller Drogentrips in Vegas. Zur Tour gehört auch ein Zirkus, den man durch den Rachen eines grusligen Clowns betritt.

19_Evil Clown

Schon am Eingang des Zirkus’ geht einiges schief und Raoul wird von einer Gruppe Rotarier umgehauen.

20_Rotarier

Drinnen gibt es das nächste Hexagramm in Form eines Glückrades, vor dem ein weiterer hässlicher Clown steht.

21_Clown Hexagramm

Einige Clowns sind sogar direkt dämonisch und haben Teufelshörner.

22_Satanic Clowns

23_Enter Hell

Die Schlange Luzifer ist ebenfalls nicht weit und verführt Eva zur Sünde.

24_Sins of Eve

An diesen Trip werden sich Duke und Gonzo gewiss noch lange erinnern.

25_A trip to remember

Am nächsten Tag hängen die beiden abwechselnd im Fahrstuhl, im Kasino und in ihrem Zimmer 601 ab. In Letzterem hängt eine kuriose Wandleuchte. Die eine Glühbirne ist blau und zeigt nach oben, die andere ist rot und weist nach unten. Das ist wieder einmal die typischen Blau/Rot-Symbolik gepaart mit dem Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“. Das ganze Arrangement ist obendrein in einer erhobenen Faust aus Rasierschaum platziert.

27_Gonzo Fist Lampe

Raoul findet seinen Kumpel in der Badewanne, wo er gerade einen Acid-Trip durchlebt. Um zu verdeutlichen, welch Teufelszeug das ist, macht Gonzo mit beiden Händen den Baphomet.

28_Baphomet in Badewanne

Um trotz all der schlechten Trips etwas Schlaf zu bekommen, sperrt Duke seinen Kumpel im Bad ein. Als er endlich weggetreten ist, träumt er von seiner Vergangenheit, wie er in den 60ern in den Drogensumpf abgerutscht ist. Er erinnert sich, wie er sich auf einer Toilette LSD rein gepfiffen hat. Auf dem Spiegel klebt ein Sticker mit der Aufschrift „Matrix“, was wieder einmal auf den fragwürdigen Bezug zur Realität anspielt.

29_Matrix

Die Wände sind mit den damals üblichen Todesrunen geschmückt. Unten links findet sich zudem ein Schachbrettmuster, welches den Übergang in die durch Drogen induzierte Scheinwelt ankündigt.

30_Schachbrett LSD

Ein umgedrehtes rotes Pentagramm ist ebenfalls nicht weit und verdeutlicht die satanische Agenda hinter dem zügellosen Drogenkonsum.

31_Satanic Pantagramm

Nach dem Traum von seiner Zeit in San Francisco schafft es Raoul tatsächlich, sich hinter die Schreibmaschine zu setzen und den Artikel anzufangen, für den er eigentlich nach Las Vegas gekommen war. Ohne etwas satanische Inspiration schafft er es dann aber doch nicht.

32_Duke Baphomet

In seinen Erinnerungen taucht indes ein Hells Angel inmitten all der Hippies auf. Da weiß man gleich, wer ihm die schlechten Trips verkauft hat und natürlich hat es mal wieder mit der Hölle zu tun.

33_Höllenengel

Am nächsten Morgen wacht Raoul Duke mit einer Waffe in der Hand und einer umgedrehten Sig-Rune auf der Stirn auf. Offenbar ist er unfähig, sich daran zu erinnern, wie es dazu gekommen ist.

34_Sighead

Als Duke feststellt, dass Gonzo verschwunden ist und die Hotelrechnungen explodiert sind, flüchtet er Hals über Kopf aus Vegas. Er begibt sich auf den Weg nach Los Angeles, von wo aus Gonzo ihm ein Telegramm geschickt hat. Auf dem Highway wird er von der Polizei angehalten, doch obwohl er völlig stoned ist, hat er Glück und der Polizist empfiehlt ihm lediglich, einen Rastplatz aufzusuchen und sich auszuruhen. Als Raoul an einem Schrottplatz mit Telefonzelle ankommt, ruft er erst einmal Gonzo an, der sich in einem Büro voll von okkulten Symbolen aufhält.

35_Anwaltsbüro

Dukes Weg führt ihn schließlich zurück nach Las Vegas. Inzwischen fährt er ein weißes Cabrio, womit die Farben Blau, Weiß und Rot komplett abgedeckt wären. Wieder in der Casinooase angekommen checkt der Drogenbaron kurzerhand in einem anderen Hotel ein. Ironischerweise findet in diesem eine Konferenz über Narkotika und gefährliche Drogen statt. Auf dieser wimmelt es selbstverständlich von Drogenfahndern.

36_Weißes Cabrio

Im Hotelzimmer wartet bereits Gonzo mit einem jungen Mädchen namens Lucy (Christina Ricci). Der Name spielt natürlich auf den Beatles Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ (kurz „LSD“) an. Der Spaß bekommt hier aber noch eine ganz andere Dimension, denn die Schauspielerin war im Produktionsjahr 1997 erst 17 Jahre alt und damit noch minderjährig. Obendrein wirkt sie noch um einiges jünger, was die ganzen sexuellen Belästigungen durch die beiden Protagonisten umso widerwärtiger macht.

37_Minderjährige

Während Gonzo Lucy mit Drogen gefügig macht, denkt Duke darüber nach, sie zu prostituieren. In Anbetracht der Tatsache, dass in Hollywood schon wiederholt Kinderstars einer Hirnwäsche unterzogen und anschließend sexuell missbraucht worden sind, ahnt man nichts Gutes in Bezug auf Christina Ricci. Johnny Depp dürfte dabei als ehemaliger Kinderstar, der im Verdacht steht, MPS (multiple Persönlichkeitsstörung) zu haben, nur allzu gut wissen, was er in seiner Rolle als Raoul Duke für abartige Scheiße labert. Hollywood lässt seine dunkle Seite in diesem Film ganz offen raushängen.

Nachdem die beiden Möchtegernzuhälter Lucy wieder losgeworden sind, wagen sie sich auf die Anti-Drogen-Konferenz. Wer nun glaubt, auf der Gegenseite stünden die Guten, sollte einen Blick auf deren Logo werfen. Dort findet sich eine Hand, die eine Fackel hochhält.

38_Fackel

Nach der Konferenz meldet sich Lucy telefonisch, woraufhin die beiden Sexualstraftäter sich bereits in Ketten vor Gericht sehen. Der Gerichtssaal hat bei genauerer Betrachtung einen Schachbrettboden.

40_Sexualstraftäter

39_Anklage

Statt nun endlich die Reißleine zu ziehen, werfen sich die beiden Schweine den nächsten Trip ein. Gonzo gibt dabei zu bedenken, dass er das Zeug von Satanisten bekommen hat. Offensichtlicher geht es nun wirklich nicht mehr und das betrifft auch die Symbolik. Gonzo trägt nämlich nur einen Handschuh und verabreicht seinem Kumpel die Drogen mit der linken Hand.

41_Koks zur linken Hand

Wohin der Pfad zur linken Hand führt, dürfte klar sein. Was nun folgt, ist Satanismus in Reinkultur. Zunächst bekommt Gonzo Reptilienaugen, doch im Gegensatz zu den Reptilien zu Beginn des Films ist dies eine Andeutung von dämonischer Besessenheit.

42_Reptilienaugen

Als nächstes wachsen Gonzo Hörner und schließlich verwandelt er sich komplett in einen Baphomet, inklusive weiblicher Brüste.

43_Benicio devil Toro_1

44_Benicio devil Toro_2

Das gruselige Drogenritual findet in einem Hotelzimmer statt, dessen Wände ein Schachbrettmuster aus Spiegeln aufweisen. Das sind gleich zwei Symbole für einen Dimensionsübergang in einem. Und die Dimension, in die Duke gerade gezogen wird, ist selbstverständlich die Hölle.

45_Spiegelschachbrett

Am nächsten Morgen ist dieses Ambiente mit Blut verschmiert, als wäre Satan persönlich erschienen und hätte ein Menschenopfer in Stücke gerissen.

46_Schalchthaus

Irgendwer scheint zu Tode gekommen zu sein, denn im Zimmer findet sich neben all den Spuren von Gewalt auch ein kleiner Friedhof.

47_Gräber

Raouls Transformation scheint nach diesem Trip jedenfalls abgeschlossen, denn er trägt nun einen Reptilienschwanz.

48_Reptoschwanz

Der freimaurerische Charakter dieser satanischen Orgie wird durch einen großen lila Elefanten unterstrichen, der eine Shriner-Mütze trägt. Diese typische rote Mütze kam im Film schon einmal bei den Rotariern vor.

49_Shriner Elefant

Als Duke den nächsten Raum betritt, findet er dort seinen Kumpel, der einen Spiegel zerschlägt. Dies könnte für den von Drogen zerstörten Geist der beiden stehen, aber ebenso gut könnte es sich um eine Anspielung auf die multiple Persönlichkeitsspaltung von Johnny Depp handeln.

50_Zerbrochener Spiegel_1

51_Zerbrochener Spiegel_2

Als die zwei Junkies wieder einigermaßen zu sich kommen, hat Gonzo das Zimmermädchen am Wickel, welches zufällig in die Szene geplatzt ist. Ihr Name ist Alice, was wohl eine Anspielung auf das Drogenmärchen „Alice im Wunderland“ sein dürfte. Die beiden versuchen, die Putzfrau einschüchtern und überzeugen sie tatsächlich davon, dass sie Drogenfahnder seien. Wenig glaubhaft bei dem, was sich so im Zimmer findet.

52_Marijuana

Nachdem die abgestiegenen Meister ihren Trip noch einmal Revue passieren lassen haben, gehen sie in ein Schnellrestaurant, wo Gonzo die Bedienung sexuell belästigt. Die Frau trägt ein Christenkreuz, weshalb sie wohl nicht zufällig als Opfer ausgesucht wurde.

53_Sexuelle Belästigung

Am darauf folgenden Tag reisen die beiden ab. Auf dem Weg zum Flughafen begegnen sie noch einmal Lucy und fahren mehrmals an einem Schuppen namens „Blue Angel“ vorbei. Möglicherweise könnte dies bedeuten, dass Raoul und Gonzo Engel hätten sein können, wenn sie sich auf die blauen Grade beschränkt hätten.

54_Blue Angel

Nachdem Duke seinen Anwalt am Flughafen abgeliefert hat, kehrt er noch einmal ins versiffte Hotelzimmer zurück, bevor auch er Las Vegas verlässt. Auf dem Weg nach LA fährt er an einem Schild der fiktiven Gemeinde „Fear and Loathing“ vorbei, die 1971 gegründet wurde. Das Ortsausgangsschild wird durch einen Stierkopf und ein Lions Club Logo geziert.

55_Lions Club

Fazit: „Fear and Loathing in Las Vegas“ ist mitnichten eine Komödie, die zeigt, wie lustig Drogentrips sein können. Es handelt sich auch nicht um Kult, sondern maximal um Okkultismus. Im Kern geht es um die Initiation von Johnny Depp und Benicio del Toro in die höchsten Grade der Freimaurerei des schottischen Ritus. Die Bezüge der Hochgradfreimaurerei zum Satanismus sowie die Rolle harter Drogen bei den Ritualen werden dabei mehr als offensichtlich gezeigt. An der Spitze der Machtpyramide stehen offensichtlich die Reptiloiden, auf die gleich mehrmals Bezug genommen wird.

Weiterhin werden die freimaurerischen Serviceclubs Rotary und Lions International namentlich erwähnt. Die Verbindungen zu den Shriners sind ebenfalls erkennbar und bei der Symbolik wird so ziemlich die komplette Palette aufgefahren. Am bedenklichsten sind jedoch die unverhohlenen Anspielungen auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Alles in allem ist dieser Film absolut krank und widerwärtig!

Ob der Autor der Romanvorlage, Hunter S. Thompson, ebenfalls aus rituellen Gründen Drogen konsumierte oder einfach nur ein Junkie war, ist nicht überliefert. Er beging am 20. Februar 2005 mit einem Kopfschuss Selbstmord. Gemäß seinem letzten Wunsch wurde auf seiner Farm in Woody Creek eine 46,6 Meter hohe Gonzo-Faust aus Stein errichtet, welche einen Peyotekaktus hält. Diese Kakteengattung enthält psychotropes Meskalin, was ähnlich wie LSD wirkt.

Gonzo Fist

In dem Monument war eine Kanone integriert, mit der Thompsons Asche in die Luft geschossen wurde. Finanziert wurde der ganze Spaß von Johnny Depp, der die Kanone auf Thompsons Beerdigung eigenhändig abfeuerte. Offensichtlich stand er dem realen Vorbild seiner Rolle des Raoul Duke sehr nahe und teilt dessen Ansichten zur Drogenthematik. Im Film trägt Depp übrigens nicht die übliche blaue Brille, die ihm als Farbtrigger dient. Der Grund, warum er in „Fear and Loathing in Las Vegas“ eine gelbe Brille trägt, ist ganz einfach der, dass Thompson im realen Leben Brillen mit dieser Farbe bevorzugte.

Metropolis – Klassenkampf in der neuen Weltordnung

von Shinzon

Fritz Langs (1890-1976) Stummfilm „Metropolis“ von 1927 gilt als Meisterwerk der Filmgeschichte. Der Streifen wurde sogar als erster Film in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Dank dem Fund einer Kopie, die 2008 in Buenos Aires gefunden wurden, konnte die 145 Minuten lange Originalversion restauriert werden und feierte am 12. Februar 2010 auf der Berlinale große Premiere. Viel Aufhebens für einen Haufen Freimaurerdreck.

Der Film spielt in der Zukunft und Schauplatz ist die gleichnamige Stadt Metropolis. Die Gesellschaft ist streng in zwei Klassen unterteilt. Während die reiche Elite das Leben an der Oberfläche genießt, müssen die Proletarier tagein, tagaus im Untergrund schuften. Die Ausgebeuteten tragen dabei alle die gleichen Arbeitsklamotten und bewegen sich wie Roboter.

Arbeiterklasse

Der Klassenunterschied wird noch einmal kurz als Text in passender Pyramidenform zusammengefasst. Zudem findet sich darin das Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“ wieder.

Pyramidengesellschaft

An der Spitze der Pyramide haben Arbeiter nix verloren und so wird Maria (Brigitte Helm, 1906-1996) mit ihrer Gruppe von Arbeiterkindern sofort wieder verbannt, als sie mit ihren Schützlingen die Oberfläche besucht. Ihr Einwand, dass diese Kinder die Brüder und Schwestern der Menschen an der Oberfläche sind, wird ignoriert. Nur Freder (Gustav Fröhlich, 1902-1987) ist von ihrem Auftritt sichtlich berührt und verliebt sich in sie.

Maria_1

Die Geste des geschlossen Brustkorbs hat dabei allerdings wohl weniger mit seinen Gefühlen zu tun, als viel mehr mit dem Umstand, dass er als Sohn des Oligarchen Joh Fredersen (Alfred Abel, 1879-1937) gewisse Geheimnisse zu hüten hat.

Freder Brustkorb

Hals über Kopf rennt Freder Maria nach und entdeckt dabei die Welt der Arbeiterklasse. Diese malochen unentwegt für das kapitalistische System. Ihre Arbeit scheint keinem sinnvollen Zweck zu dienen, außer ihnen die Lebensenergie auszusaugen. Bei einem Arbeitsunfall, der das Resultat von Erschöpfung ist, werden die Proletarier dem Moloch geopfert.

Moloch_1

Moloch_2

Moloch_3

Moloch_4

Moloch_5

Mit diesen Eindrücken macht sich Freder auf zu seinem Vater, welcher im neuen Turm zu Babel residiert. Als würde der Anblick dieses Bauwerks nicht schon alles offenbaren, wird noch einmal direkt in Worten auf das alte Babylon verwiesen.

Babel Turm_2

Babel Turm_3

Das Dach des Turmes hat zudem eine Pentagrammform. Auf dem Pentagramm befinden sich drei weitere Etagen bzw. Stufen, welche die ersten drei Grade der Freimaurerei repräsentieren.

Babel Turm Pentagramm

Als Freder seinem Vater von dem Arbeitsunfall erzählt, ist dieser nur in Hinblick auf die Produktion daran interessiert. Die Arbeiter sind Johs Ansicht nach da, wo sie hingehören – in der Tiefe. Sein Sohn sieht daraufhin einen Arbeiteraufstand voraus, aber dem miesen Freimaurer fällt nichts Besseres ein, als seine Hand vor dem Proletariat zu verstecken.

Joh Frederson verdeckte Hand

Freder hat im Gegensatz zu seinem Vater noch einen Rest Anstand und hilft Josaphat (Theodor Loos, 1883-1954), nachdem dieser von Joh gekündigt wurde. Sein Vater lässt ihn daraufhin rund um die Uhr überwachen. Was er dabei feststellen muss, gefällt ihm nicht, denn Freder besucht abermals die Unterwelt der Arbeiterklasse. Die Tür, die er durchschreitet, ist mit einer römischen 5 gekennzeichnet, welche man aber auch als „V“ oder Winkel lesen kann.

Raum V

Hinter der Tür kommt ihm erst einmal eine Rauchwolke entgegen und schließlich erblickt er einen Proletarier, der bis zum Umfallen einer sinnlosen und anstrengenden Tätigkeit nachgeht. Als dieser zusammenbricht, nimmt Freder seinen Platz ein. Er tauscht sein Leben, um die andere Seite kennen zu lernen.

Tausch

Die Agenten seines Vaters kleben ihm bereits an den Fersen. Einer tarnt sich ganz schlecht hinter einer Zeitung mit dem Titel „Metropolis 13“. Schöne Grüße vom Schlangenträger.

Metropolis 13

Die Zahlenspielerei geht auf einem Zettel mit Josaphats Adresse noch etwas weiter. Dieser wohnt im 99. Block, was bereits eine hochgradig satanische Zahl ist. Zudem ist sie ein Mehrfaches von 11, ebenso wie die schlecht versteckte 77.

99 77

Auf der Mütze, die Freder gereicht wird, folgt die nächste Zahlenspielerei. Es ist die 11811. Die 11 steht für die freimaurerische Dualität, die 8 (eigentlich liegend) für Unendlichkeit. Das bedeutet in etwa so viel, dass die Freimaurer an den ewigen Konflikt zwischen Gut und Böse glauben.

11811

Während Freder nun das Martyrium eines Arbeiters kennen lernt, genießt der Arbeiter in Freders Outfit das pralle Leben an der Oberfläche. Doch bevor es mit diesem Handlungsstrang weitergeht, wird eine Nebenhandlung eingeführt. In der nächsten Szene hat der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge, 1885-1955) seinen großen Auftritt. Schon im ersten Bild outet er sich mit der Hand am Hals als Freimaurer. Zudem zeigt sein rechter Handschuh, dass er dem Pfad zur linken Hand folgt. Als Vorwand dient der Verlust seiner rechten Hand, aber wer sich mit Symbolik auskennt, findet selbige immer wieder in der Pop-Okkultur.

Rotwang

Zum Pfad der linken Hand gehören okkulte Strömungen wie der Satanismus und Thelema. Es sollte daher nicht verwundern, dass in Rotwangs Gruselbude das umgedrehte Pentagramm allgegenwärtig ist.

Satanische Cyborgkulisse

Die Roboterfrau unter dem Pentagramm ist Rotwangs Lebenswerk. Auf diese Weise versucht er, Johs verstorbene Frau Hel ins Leben zurück zu holen. Sein Irrsinn geht allerdings noch viel weiter. Im „Maschinen-Menschen“ sieht er den Mensch der Zukunft. Die Cyborg-Agenda ist also keineswegs ein Phänomen des Computerzeitalters, sondern existierte bereits in den 1920ern.

Sexborg

Joh Fredersen bittet Rotwang, ihm einen Plan zu entschlüsseln, den immer mehr Arbeiter mit sich führen. Der Erfinder meint, es handele sich um den Plan alter Katakomben und so stellen die beiden den Arbeitern nach, um herauszufinden, was diese in den Katakomben treiben. Immerhin betrachtet Joh die Proletarier als sein Eigentum und es missfällt ihm, dass sein Besitz ein Eigenleben entwickelt. Grund zur Sorge hat er tatsächlich, denn die Arbeiter treffen sich wie einst die verfolgten Christen im antiken Rom. Maria, welche wohl an Maria-Magdalena angelehnt ist, spielt beim Widerstand die zentrale Rolle.

Untergrundkirche

Direkt zynisch kommt es daher, dass Freder in dieser Szenarie die Geste der Löwenpfote macht. Es scheint fast so, als wollte er sich aufgrund seiner Gefühle für Maria ans Herz fassen, doch in Wirklichkeit bedeutet diese Freimaurergeste, dass er sich eher das Herz herausreißen würde, als die Geheimnisse seiner Loge zu verraten.

Freders Löwenpfote

Maria erzählt den Proletariern indes die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Eine Geschichte, die nicht gut für die Arbeiterklasse ausging.

Turmbau zu Babel_1

Turmbau zu Babel_2

Turmbau zu Babel_3

Doch statt zum Klassenkampf aufzurufen, verlangt Maria nur nach einem Mittler zwischen Hirn und Händen – einem Menschen mit Herz. Als dieser Mittler wird sich natürlich später Freder herausstellen, welcher in dieser Szene bereits einem Messias gleich illuminiert wird. Er erkennt seine Chance und Maria wählt ihn als Mittler sowie als Geliebten.

Freder Illumination

Freders Vater ist davon gar nicht angetan und will Zwietracht zwischen den Arbeiter säen, während Rotwang Marias Gesicht für seinen Androiden will. Zu diesem Zwecke entführt er sie. Bevor er sein Werk vollendet, folgt ein Zwischenspiel. In diesem wird es apokalyptisch und ein Pfaffe weist Freder auf die Hure Babylon im Alten Testament hin, auch bekannt als Frau in Scharlach. Aleister Crowley dürfte seine wahre Freude an diesem Film gehabt haben.

Hure Babylon Buch

Des Weiteren hat der zukünftige Messias in der Kirche eine Begegnung mit den sieben Todsünden, in deren Mitte der Tod steht.

Sieben Sünden

Danach besucht Freder Josaphat, welcher wegen diesem Kontakt kurze Zeit später von dem Gestapo-Agenten abgeholt wird. Der Arbeiter 11811, mit dem Freder seine Kleidung getauscht hatte, kommt hingegen noch mit einer Verwarnung davon und wird an seine Maschine zurück geschickt. Der Umstand, dass Arbeiter Nummern statt Namen haben, nimmt übrigens neben der Gestapo bereits einen weiteren Aspekt des 3. Reiches vorweg.

Auf der Suche nach Maria kommt Freder am Haus des Hexenmeisters Rotwang vorbei und hört dort ihre Hilfeschreie. Er läuft in eine Falle und kann ihr nicht helfen, während der verrückte Professor seinem Androiden Marias Gesicht verpasst. Allerdings geschieht dies nicht auf die drastische Weise, sondern in einem technomagischen Ritual, bei dem Maria unversehrt bleibt.

Das Ganze erinnert ein wenig an das Babalon Working aus dem „Liber AL vel Legis“, bei dem ebenfalls die Hure Babylons erweckt werden soll. In diesem Zusammenhang fallen auch die Initialien von C.A. Rotwang auf. Dreht man die Buchstaben seiner zwei Vornamen um, erhält man die Initialien von Aleister Crowley. Angesichts des im Film praktizierten Okkultismus dürfte dies wohl kaum ein Zufall sein, zumal die beiden Vornamen Rotwangs zu keiner Zeit ausgeschrieben werden.

Verwandlung_1

Verwandlung_2

Man beachte bei diem Ritual weiterhin die Saturnringe um den Körper des Androiden, was einmal mehr auf den satanistischen Hintergrund dieser Geschichte verweist.

Robotisierung

Joh Fredersen benutzt den Androiden mit Marias Angesicht, um die Arbeiter in der Unterwelt zu täuschen und das Lebenswerk der echten Maria zu zerstören. Um diesen diabolischen Plan zu unterstreichen, kokettiert die Maschinenfrau mit der Geste des allsehenden Auges.

Maria Einauge

Am Abend trifft sich die feine Gesellschaft in dem vornehmen Club „Yoshiwara“, um die Ankunft der Hure Babylon zu feiern. Diese zeigt sich zunächst im Sonnenrad und macht anschließend dem Baphomet gleich die Geste „Wie im Himmel, so auf Erden“.

Hure Babylon_1

Hure Babylon_2

Hure Babylon_3

Hellfire Club

Auch während dieses Rituals findet sich wieder die Symbolik des allsehenden Auges.

Augensalat

Außen am Club sind zwei abstrahierte Säulen zu sehen, welche Jachin und Boas repräsentieren. Es handelt sich also um einen freimaurerisch-salomonischen Tempel, in dem die Götzenverehrung zelebriert wird.

Yoshiwara Tempel

Während die High Society dem Ritual frönt, liegt Freder fieberkrank in seinem Freimaurerbett mit Pyramide und fantasiert vom Tod. Damit endet das Zwischenspiel.

Pyramidenbett

Sensenmann

Der letzte Akt beginnt mit der Offenbarung des Johannes. Dies ist keineswegs christlich gemeint, denn in der Apokalypse spielt zunächst der Antichrist die Hauptrolle.

Offenbarung des Johannes

Der Antichrist wird mit der Hure Babylon gleichgesetzt, durch deren Ankunft in der Stadt der Reichen Anarchie ausgebrochen ist. Als nächstes soll die unterirdische Stadt der Arbeiter dran glauben, doch Freder will dies in seiner Rolle des Messias verhindern.

Sein Vater hegt dagegen gänzlich andere Ziele. Er will, dass die falsche Maria die Arbeiter zum Aufstand aufwiegelt, um sie dann gewaltsam unterdrücken zu können. Damit nimmt sie zusätzlich die Rolle eines Chaosagenten ein, ähnlich wie heutzutage Alex Jones, der die Massen gegen den Staat aufpeitscht. Wie sich hier zeigt, ist dieser Freimaurertrick schon fast ein Jahrhundert alt.

Eine weitere Aufgabe der Hure Babylon besteht darin, den Glauben an den Mittler zu zerstören. Damit ist nichts Geringeres gemeint, als die Zerstörung des Christentums von innen heraus, worauf sich die christliche Rechte um Alex Jones ebenfalls bestens versteht.

Freder versucht, die falsche Maria zu entlarven, doch niemand von den Arbeitern hört ihm zu. Immerhin ist er der Sohn ihres Unterdrückers Joh Fredersen. Der wütende Mob schlägt auf ihn ein, tötet seinen einzigen Freund und zieht mit der Hure Babylon in die Revolution. Währenddessen ertönt sogar kurz die französische Hymne in Anlehnung das Blutbad der Jakobiner.

Satanische Revolution

Unterdessen belauscht Fredersen Rotwang, als dieser Maria gerade erklärt, wie er den Oligarchen hintergangen hat. Dieser erkennt seinen Fehler und greift Rotwang an, wobei es Maria gelingt, aus dem Haus des Hexenmeisters zu fliehen. Die entsprechenden Filmsequenzen sind bis heute verschollen, weshalb dieser Teil der Handlung nur in Form von Texttafeln vorhanden ist.

In der nächsten Szene ist die Revolution in vollem Gange, doch die Arbeiter gefährden sich damit nur selbst. Einzig der Wächter der Herzmaschine (Heinrich George, 1893-1946) stellt sich der Revolte in den Weg, bekommt jedoch von Joh Fredersen den Befehl, die Tore zur wichtigsten aller Maschinen zu öffnen, damit die Arbeiter sie zerstören können.

Das Ergebnis der blinden Zerstörungsorgie besteht darin, dass die unterirdische Arbeiterstadt absäuft. Doch dadurch fällt auch in der überirdischen Stadt der Reichen der Strom aus. Nicht nur das Proletariat hat sich mit seinem Verhalten selbst geschadet, sondern auch Joh Fredersen.

Einzig sein Sohn und Maria handeln vernünftig und bringen zunächst die Kinder der Arbeiterklasse an die Oberfläche, um sie vor den Fluten zu retten. Dem Wächter der Herzmaschine gelingt es indessen, die wütenden Massen wach zu rütteln und ihnen zu vermitteln, dass ihre Stadt abgesoffen ist. Nun machen sich plötzlich alle Sorgen um ihre Kinder, die zum Glück schon in Sicherheit sind. Doch als die Massen endlich anfangen zu begreifen, beginnt sogleich die Hexenjagd auf Maria. Natürlich macht der Mob keinen Unterschied zwischen der echten und der falschen Maria.

Durch einen glücklichen Zufall geraten jedoch der Arbeitermob und die Jubeldemo der Reichen aneinander, sodass letztendlich die falsche Maria auf dem Scheiterhaufen landet und verbrennt. Es wird also lediglich eine weitere Maschine zerstört und damit bleibt es den Arbeitern erspart, zu Mördern zu werden. Dennoch ist diese mittelalterliche Hexenverbrennungsszene äußerst bedenklich.

Hexenverbrennung_1

Hexenverbrennung_2

Auf dem Kirchendach findet im Folgenden der finale Kampf zwischen dem Messias und dem Oberschurken Rotwang statt. Natürlich gewinnt der strahlende Held, dem von da an alle Proletarier zu Füßen liegen. Am Tag darauf marschieren die Arbeiter in Pyramidenformation vor der Kirche auf.

Pyramidenmarsch

Der Wächter der Herzmaschine bietet John Fredersen die Hand an, doch dieser schlägt sie aus. Hände und Hirn finden nach wie vor nicht zueinander. Doch der Mittler mit seinem großen Herzen steht schon bereit, um die Verbindung herzustellen. Alles ist wieder Friede, Freude, Eierkuchen – Ende!

Mittler_1

Mittler_2

Fazit: „Metropolis“ ist kein Meisterwerk, sondern von vorne bis hinten Freimaurerpropaganda. Lediglich die Spezialeffekte waren für die damalige Zeit bahnbrechend. Ansonsten ist es einfach nur unheimlich öde, sich zweieinhalb Stunden Stummfilm rein zu ziehen. Natürlich nur, sofern man diese Zeit nicht gezielt damit verbringt, nach Freimaurersymbolen Ausschau zu halten. In der Hinsicht hat man bei diesem Film stets etwas zu tun. Kaum ein moderner Film strotzt heute noch so vor Symbolik wie „Metropolis“.

In der Handlung vermischen sich indes der Turmbau zu Babel, der Aufstieg des Christentums sowie die Erweckung der Hure Babylon und die Apokalypse. Wenn man dabei genauer hinschaut, so stellt man fest, dass das Christentum die Religion für die tumben Massen ist, welche sich leicht manipulieren lassen und am Ende sogar zu mittelalterlichen Traditionen wie Hexenverbrennungen greifen. Auf der anderen Seite ist die Religion der reichen Elite ziemlich offen zu erkennen der Satanismus.

In anbetracht dieser Prämisse ist der letztendliche Schulterschluss zwischen Proletariern und Bourgeoisie umso unglaubwürdiger. Ohnehin ist es nicht erstrebenswert, die Klassengesellschaft aufrecht zu erhalten. Solange es ausgebeutete Arbeiter und privilegierte Eliten gibt, nützt auch ein Mittler nichts, den es heute z.B. in Form von Gewerkschaften gibt.

„Metropolis“ zeigt überdeutlich, dass die Überwindung der Klassengesellschaft kein erklärtes Ziel der Freimaurerei ist. Diese strebt lediglich nach mehr Kontrolle über die Arbeiterklasse, welche durch einen Mittler aus ihren eigenen Reihen erzielt werden soll. In dieser Tradition steht heutzutage auch die SPD, deren Spitzenpolitiker selbst zur Oberschicht gehören, während sie vorgeben, für die Rechte der Arbeiter einzutreten.

Da bekommt man direkt Lust auf eine richtige Revolution. Die Revolution des Proletariats wird in „Metropolis“ jedoch aufs Böseste diffamiert. Die Arbeiter werden als Idioten dargestellt, die am eigenen Ast sägen. Die Wahrheit ist jedoch, dass eine Rebellion nur dann scheitert, wenn sie von Freimaurern angeführt wird. Dies wird im Film durch die Hure Babylon offensichtlich und man darf nicht vergessen, dass auch hinter der französischen Revolution, auf welche der Film anspielt, von freimaurerischen Kräften aus dem bürgerlichen Lager angeführt wurde. Gleiches gilt für die russische Revolution, deren Früchte von dem Hochgradfreimaurer Stalin zertrampelt wurden.

Nie wieder dürfen sich die Massen zu einer Revolution verleiten lassen, die von der Elite gewollt ist. Leider geschieht selbiges aber momentan in der Ukraine sowie im Norden von Syrien und Irak. In beiden Fällen sind es wieder einmal blutige Revolutionen, welche von Faschisten und Terroristen angeführt werden. Wann lernt die Menschheit endlich, dass sich die nächste Revolution gegen die Elite und ihre okkulten Geheimbünde richten muss? Und wann begreifen es die Massen endlich, dass diese Revolution friedlich sein muss?

Historischer Nachtrag: Fritz Lang emigrierte nach Machtergreifung der Nazis erst nach Frankreich und schließlich in die USA. Er wurde jedoch nie von den Nazis verfolgt. Im Gegenteil wurde er von Propagandaminister Goebbels sogar angefleht, sein Können in die Dienste des 3. Reichs zu stellen. Obwohl Langs Werk „Metropolis“ selbst faschistoide Tendenzen aufweist, wollte er sich nicht in seine künstlerische Freiheit hineinreden lassen, die er bis zu seinem Tod 1976 in den USA ausleben konnte.

Ein Großteil der an „Metropolis“ mitwirkenden Schauspieler machte dagegen durchaus Karriere im 3. Reich. Darunter auch Heinrich George, der Vater des heutigen Stars Götz George, welcher u.a. in Werken wie „Hitlerjunge Quex“ (1933) und „Jud Süß“ (1940) mitspielte. Der Hauptstar von „Metropolis“, Gustav Fröhlich, legte ebenfalls eine große Karriere in der NS-Propagandaindustrie hin. Für diese trennte sich Fröhlich sogar, wie bereits Heinz Rühmann vor ihm, von seiner halbjüdischen Ehefrau, die im Exil überlebte.

Wenn man nun bedenkt, dass die Darsteller von „Metropolis“ – abgesehen von den Statisten – durch die Bank weg Freimaurer waren und man dies dem Werk in jeder Szene ansieht, wirkt es einmal mehr unglaubwürdig, dass die die Freimaurer sich heutzutage als Opfer des deutschen Faschismus sehen. Offensichtlich konnten sehr viele von ihnen problemlos unter Hitler Karriere machen. Selbiges gilt auch für Fritz Langs Ex-Frau Thea von Habou, welche 1940 in die NSDAP eintrat.

Dementsprechend war „Metropolis“ trotz unmissverständlicher Freimaurersymbolik im 3. Reich nie verboten. Lediglich die Sowjetunion indizierte den Streifen wegen seiner konterrevolutionären Aussage. Immerhin siegt am Ende die Klassengesellschaft und der erzielte Klassenfrieden durch die freiwillige Unterwerfung der Arbeiterklasse war eher typisch für den Nationalsozialismus. „Metropolis“ diente der NSDAP sogar als Vorbild, weshalb der heutige Hype um diesen angeblichen Klassiker äußerst fragwürdig ist.

Die größten Okkultisten: Hansruedi Giger – Die schwarze Kunst des Biomechanoiden

von Shinzon

Hans Rudolf Giger war ein Schweizer Künstler, der am 5. Februar 1940 in Chur (Schweiz) geboren wurde. Er wuchs in gut behüteten Verhältnissen auf und erweiterte seinen Spielplatz auf die Apotheke seines Vaters Hans Richard. Dennoch war er während seiner Kindheit sehr in sich gekehrt und schüchtern. Laut eigenen Angaben verängstigte ihn das andere Geschlecht und er mied die Spiele seiner Alterskameraden in der Schule.

Während seiner Zeit am Gymnasium entdeckte er die Zeitschrift „Panderma“ des Basler Verlegers und Sammlers Carl Laszlo. Dem ungarischen Auschwitz-Überlebenden war es zu verdanken, dass Hansruedis Interesse an der Kunst geweckt wurde und er folgte gerne dessen Einladung nach Basel. Das Menschenbild Laszlos war allerdings recht trostlos, wie dessen Artikel „Nichts ist der Mensch“ verdeutlichte. Gigers eigene Haltung gegenüber dem Leben wurde zudem von einer Selbstmordwelle geprägt, welche in seinem 20. Lebensjahr über Chur hereinbrach und auch einige Bekannte von ihm erfasste.

Seine katholische Erziehung war hingegen nicht sehr streng und erzeugte daher auch keine grundsätzliche Abneigung gegen die christliche Religion. Viel mehr integrierte er den gotischen Stil der Kirchen später in seine Kunst und träumte schon früh davon, Architekt zu werden. Nach dem Abschluss des Gymnasiums sollte er dann ab 1962 tatsächlich Architektur und Industriedesign an der Hochschule für angewandte Kunst in Zürich studieren.

Selbstportrait

Selbstportrait

Während Gigers Studium entstanden seine ersten Tuschezeichnungen, die in Untergrundmagazinen wie „Hotcha!“, „Clou“ und „Agitation“ veröffentlicht wurden. 1966 schloss er sein Studium erfolgreich ab und etablierte sich als Innenarchitekt. Die Arbeit als Designer an einem Büromöbelprogramm der Firma Knoll-International brachte ihm schließlich erste Lorbeeren ein, was ihm einige Türen öffnen sollte.

Neben seiner Arbeit als Innenarchitekt lebte er weiter sein künstlerisches Hobby aus. Es entstanden düstere Werke wie „Astreunuchen“, „Koffer-Baby“ und „Gebärmaschine“. Bei letzterem Gemälde, welches Kinder als Kugeln in einer Pistole zeigt, war ihm gewiss ein weiteres Hobby aus seiner Jugendzeit hilfreich. Damals sammelte er Handfeuerwaffen, deren Mechanik er gründlich erforschte.

Gebärmaschine

Gebärmaschine

Nach einigen Ausstellungen, darunter in Zürich, wurde Giger ausreichend bekannt, um als Künstler kommerziell erfolgreich zu sein. Bereits ab 1968 war er ausschließlich als Künstler und Filmemacher tätig. Dabei bezog er zunehmend sexualisierte Darstellungen in seine Werke ein. Auf einer provokativen Plakatgestaltung für die die Band Floh de Cologne aus dem Jahr 1974 erkennt man z.B. erst bei näherem Hinsehen, dass die Spitze des Schlagstocks ein erigierter Phallus ist.

Giger Plakat - Floh the Cologne

Privat war Giger zu dieser Zeit mit der Schauspielerin Lil Tobler zusammen, welche 1975 Selbstmord beging. Die genauen Gründe für ihren Suizid sind nicht bekannt, jedoch könnte man spekulieren, dass sie zu lange Hansruedis düsterem, lebensverneinendem Einfluss ausgesetzt war. In der Tat kann sein Wirken im Großen und Ganzen als finster und obszön bezeichnet werden.

Vier Jahre nach Lils Suizid heiratete er Mia Bonzanigo, welche ihn zu seiner Bildserie „Erotomechanics“ inspirierte. Allerdings hielt es auch Mia nicht lange mit dem Okkultisten aus und so trennte sie sich bereits nach nur eineinhalb Jahren wieder von ihm.

Das Jahr 1979 hatte aber auch seine positiven Seiten für Giger. So entstand für Ridley Scotts Film „Alien“ eine seiner wenigen wirklich faszinierenden Arbeiten, welche ihm sowohl Kultstatus als auch einen Oscar verschaffte. Sie umfasste sowohl den Xenomorph als auch das fremde Raumschiff, welches auf dem leblosen Mond LV-426 abgestürzt war. 1992 entwarf er noch einmal einen Xenomorph für „Alien 3“ und 1995 die Außerirdische Sil sowie einen Albtraumzug für „Species“.

Alien Artwork_1

Alien Artwork_2

Weiterhin vertiefte sich Giger in seine Biomechanoiden, womit er einen surrealistischen Beitrag zur Cyborg-Agenda lieferte.

Biomechanoid

Zwischenzeitlich betätigte sich Hansruedi auch wieder als Möbeldesigner. Nach einer Ausstellung 1987 in Japan entstand auf Basis seiner Konzepte eine Giger Bar in Tokio. Zwar hatte er über Pläne für eine solche Bar diskutiert, doch wurde sie letztendlich ohne seine Einwilligung gebaut. Später übernahm mit der Yakuza das organisierte Verbrechen die Kontrolle über die Bar, welche nach einem Mordfall geschlossen wurde. Mit all dem hatte Giger jedoch nichts zu tun, dessen originale Möbel seit 1991 in einer autorisierten Giger Bar in Chur zu bewundern sind.

Gigerbar

Während H.R. Giger mit der Yakuza nix am Hut hatte, traf er sich 1993 mit Steve Bonge im Hell’s Angels Club in New York.

H.R. Giger & Steve Bonge

H.R. Giger & Steve Bonge

Diese Berührung mit dem organisierten Verbrechen war jedoch bei weitem nicht seine einzige fragwürdige Bekanntschaft. Zu Hansruedis Freunden zählte u.a. der Psychologe Timothy Francis Leary (1920-1996), welcher den freien Zugang zu psychedelischen Drogen wie LSD und Meskalin propagierte.

Angesicht seines freundschaftlichen Umfeldes sowie seiner finsteren Werke bleibt am Ende noch die Frage, in welcher Verbindung Giger zu Geheimgesellschaften stand? Ein Bild aus seinem bei Taschen erschienen Buch könnte Aufschluss darüber geben. Es zeigt ihn mit Chris Stein und Jello Biafra in Steins Wohnung. An der Wand sind sehr deutlich zwei Freimaurerschürzen zu erkennen.

Chris Stein, Jello Biafra , H.R. Giger

Chris Stein, Jello Biafra , H.R. Giger

Daraus kann abgeleitet werden, dass Hansruedi definitiv Freunde in der Freimaurerei hat. Er selbst gab jedoch in einem Interview an, keiner Loge anzugehören, wie folgender Auszug belegt.

Giger: „Ich zeichne das, wovor ich Angst habe. Und zeichnen darf man doch alles, oder? Ich bin weder in einer Loge noch habe ich an Ritualen teilgenommen.“

Reporter: „Aber für Satanisten sind Sie ein Idol.“

Giger: „Ja, ja. Aber die meisten Bilder in dieser Richtung sind schon alt. Es ist eine Weile her, dass ich mich für Satanismus interessiert habe. Es gab natürlich verrückte Leute, die mich hier belagert haben.“

Reporter: „Sie sind also gar kein Teufelsanbeter?“

Giger: „Nein, um Gottes willen. Da können Sie alle fragen, die mich kennen. Sogar die Nachbarn mögen mich.“

Reporter: „Aber betreiben Sie nicht eine Selbststilisierung in diese Richtung? Sie tragen immer Schwarz…“

Giger: „Wenn ich mit Tusche arbeite, ist das die beste Kleidung.“

Reporter: „Und alle Wände in Schwarz…“

Giger: „Ich finde, meine Bilder wirken einfach besser auf Schwarz.“

Reporter: „Woran glauben Sie überhaupt?“

Giger: „An die Zahlenmystik.“

Halten wir also fest: Nach eigenen Angaben gehörte H.R. Giger keiner Freimaurerloge an. Allerdings stellt sich die Frage, wie sein „Emblem für eine Geheimgesellschaft“ mit überdeutlicher Pyramidenhandgeste zu deuten ist?

„Emblem für eine Geheimgesellschaft"

„Emblem für eine Geheimgesellschaft“

Des Weiteren behauptete Giger, kein Satanist zu sein, interessierte sich aber sehr wohl für Satanismus und gestaltete 1988 Schuber für eine zehnbändige Ausgabe von Werken Aleister Crowleys. Ein Bezug zum Satanismus lässt sich auch in anderen seiner Werke nicht leugnen. Darunter ein Baphomet, dessen Fackel ins Genial einer Frau fährt. Das ganze Arrangement wird durch Schlangen sowie zwei Pentagramme ergänzt, welche nach oben und unten zeigen und damit sowohl das Prinzip „Wie im Himmel, so auf Erden“ als auch die luziferisch-satanische Dualität darstellen.

Baphomet Pentagramme

Weiterhin brachte er 1993 ein „Tarot der Unterwelt“ heraus, von welchem ebenfalls der Baphomet grüßt.

Giger Tarot

Neben dieser Affinität zum Satanismus, die laut Gigers eigener Aussage nur eine Phase ohne tiefere Bedeutung gewesen sein soll, gab er allerdings offen zu, ein Anhänger der Kabbalah zu sein. Damit entlarvte er sich am Ende doch noch als Okkultist. Es wäre ohnehin unglaubwürdig, wenn er behauptet hätte, alles Okkulte sei ihm fremd. Es gibt einige Werke von ihm, die eindeutige Illuminatensymbole zeigen. Allen voran die Pyramide mit dem allsehenden Auge.

Allsehende Pyramide_2

Allsehende Pyramide_3

Sein Vorschlag, in der Schweiz ein Netz aus 5 Pyramiden von Sklavenarbeitern erbauen und mit Tunneln in Form eines Pentagramms verbinden zu lassen, wirft zudem Fragen über seinen geistigen Zustand auf.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Hansruedi Gigers Leben endete am 12. Mai 2014. Er starb infolge eines Sturzes in einem Züricher Krankenhaus. Obgleich er trotz alledem nicht zum harten Kern um Aleister Crowley und Anton Szandor LaVey gezählt werden kann und wohl auch nicht wollte, war H.R. Giger dennoch einer der einflussreichen okkulten Künstler des letzten Jahrhunderts. Eine gewisse Absicht musste er sich dabei durchaus unterstellen lassen, denn solch finstere Werke mit expliziter Symbolik erschafft niemand einfach so aus einer Laune heraus.