Suicide Squad – Die Bösen werden die Guten sein

von Joe Doe

„Suicide Squad“ ist eine DC-Comicverfilmung, die das genaue Gegenteil der „Justice League“ repräsentiert. Im Zentrum der Handlung stehen einige der größten Superschurken, welche die Welt retten sollen. Dieser Plot ist nichts Geringeres als die Umkehr aller Werte. Böse ist das neue Gut, die Verbrecher werden als Helden glorifiziert. Das passt irgendwie zum aktuellen Rechtsruck, bei dem ein Psychopath wie Trump zum neuen Messias erklärt wird. Nicht zu vergessen, dass auch Hitler seinerzeit von seinen Anhängern für den Messias gehalten wurde.

Hitler und die DC-Bösewichte haben dabei noch etwas gemeinsam, sie alle saßen schon mal in Haft. So beginnt der Film in einem Gefängnis in Louisiana. An der Mauer prangt der Grim Reaper, der bereits andeutet, dass es um eine Selbstmordmission geht. Links von ihm befindet sich eine Schlange alias Luzifer und rechts eine Fleur de Lys. Gleich drei okkulte Symbole auf einmal und dabei hat der Film kaum angefangen.

Im Knast herrschen raue Sitten und ausgerechnet der schwarze Insasse Floyd (Will Smith) wird wegen einer verbalen Provokation von den Wachen misshandelt. Es ist schon mehr als erschreckend, dass hier ein Afroamerikaner namens Floyd von Polizisten gewürgt wird und das vier Jahre vor dem tatsächlichen Mord an George Floyd am 25. Mai 2020.

Eine weitere Insassin ist Harley Quinn (Margot Robbie), die erst einmal mit sexuellen Anspielungen gegenüber den Wachmännern kokettiert. Da es tatsächlich immer wieder zu Missbrauchsfällen in Gefängnissen kommt, ist diese Anspielung mehr als widerwärtig.

Folter und Zwangsmaßnahmen gelten offenbar auch für weibliche Häftlinge.

Nach diesem kurzen Intro folgt der knappe Vorspann, in welchem die Gründerin der Suicide Squad Amanda Waller (Viola Davis) vorgestellt wird. Passend dazu läuft „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones, denn immerhin geht es in diesem Film um Sympathie für teuflische Personen. Der personifizierte Teufel sind allerdings nicht die Schurken, sondern ihre Chefin Waller, wie sich noch herausstellen wird.

Sie stellt dem Militär nicht zum ersten Mal ihre Idee einer Gangsterkampftruppe vor. Als erstes kommt ihr dabei Floyd Lawton alias Deadshot in den Sinn.

Dieser ist ein Auftragskiller und geübter Scharfschütze, dessen Markenzeichen die Betonung des linken Horusauges ist. Seine Schwäche ist derweil seine kleine Tochter, wegen der er verhaftet wurde und letztendlich auch der Suicide Squad beitritt.

Die zweite Kandidatin ist Harley Quinn, die einst Psychiaterin des Jokers (Jared Leto) war, sich dann jedoch in diesen verliebte.

Offenbar leidet sie unter einem Stockholmsyndrom, denn sie hält zu ihm, obwohl er sie misshandelt und foltert. Dabei trägt er übrigens nur einen Handschuh an der rechten Hand, was ihn zu einem Anhänger des Pfades zu linken Hand macht.

Quinn hilft dem Joker bei dessen Flucht aus dem Gefängnis. Ebenfalls mit dabei sind die Ziege Baphomet und ein Panda.

Sein kriminelles Umfeld hat massive Bezüge zum Satanismus. Darunter ein Geschäftspartner, der ein drittes Auge auf der Stirn und eine Schlange auf der linken Schädelhälfte tätowiert hat.

Der abartigste Charakter ist aber immer noch der Joker selbst, der seine treuen Untergebenen einfach mal so über den Haufen schießt, wenn sie seine Freundin nur schief ansehen. Jared Letos Interpretation von Gothams Oberschurken ist die bisher grauenhafteste und die Pädophilievorwürfe, die vom Regisseur James Gunn gegen ihn erhoben wurden, machen die Sache nicht besser.

In diesem Film geht es jedoch um eine andere Art kranker Beziehung, die auf totaler Unterwerfung und Gewalt basiert.

Harley Quinn kann dieses Verhältnis wohl nur ertragen, weil sie selbst vollkommen durchgeknallt ist. Obendrein ist sie extrem symbolbeladen. Neben ihren blau-rot gefärbten Haaren trägt sie z.B. ein Kleid mit Schachbrettmuster.

Der dritte in der Selbstmordrunde ist der Australier Captain Boomerang (Jai Courtney).

Der Boomerang lässt sich hier als freimaurerischer Winkel lesen, zumal sich der Winkel samt einäugiger Pyramide auch in der Bank wiederfindet, die George Harkness ausraubt.

Der vierte Kandidat nennt sich El Diablo (Jay Hernández), womit wir wieder beim Teufel wären. Und bei den Straßengangs von Los Angeles.

Sein Zeichen, das er als Tattoo auf der Stirn trägt, ist die Sense des Grim Reapers.

Schädel sind ebenfalls sein Ding. Er trägt sie als Tattoo und auf seiner Jacke.

Unglückseligerweise hat er mit seinen pyrokinetischen Fähigkeiten aus Versehen seine eigene Familie abgefackelt und sich daraufhin der Polizei gestellt. Ausgerechnet der Teufel ist seither ein Büßer.

Neben dem Leibhaftigen darf natürlich ein Repiloid nicht fehlen. Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) ist die Nummer 6 im Team.

Um die Reptiloidenanspielung abzurunden, trägt der Croco-Man eine Jacke mit einem Drachenmotiv.

Die Siebte im Bunde hört auf den beknackten Namen Dr. June Moone (Cara Delevingne) und ist eigentlich keine Verbrecherin, sondern Archäologin. Auf einer Dschungelexpedition ist sie einst auf einen Tempel gestoßen, wo sie unabsichtlich ein dämonisches Wesen freigelassen hat.

Eigentlich ist es dieses Wesen, Enchantress, welches Waller ins Team holen will.

Der Zeigefinger vor dem Mund verrät bereits, dass dies keine gute Idee sein kann.

Es heißt, wer das Herz der Hexe besitzt, kann sie kontrollieren. Selbstverständlich trägt Waller dieses Herz am rechten Fleck, nämlich in einem gesicherten Koffer.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, wird dem Team zusätzlich Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) zugeteilt. Etwas Pathos mit US-Adler darf natürlich nicht fehlen.

Flags Vorteil ist, dass er bereits mit June Moone und deren okkultem Gedöns zu tun hatte. Der Nachteil auf der anderen Seite sind seine privaten Gefühle für sie.

Wo wir schon mal bei Pentagrammen sind, geht es auch gleich im Pentagon weiter.

Dort hat Amanda Waller einen Fürsprecher, der aus unerfindlichen Gründen auf Fluorid im Trinkwasser hinweist. Diese Bemerkung steht in keinerlei Zusammenhang zur Handlung, genauso wenig wie die schwarze Pyramide vor einem blau-roten Hintergrund. Der Film bombardiert den Zuschauer geradezu mit unterschwelligen Botschaften und Symbolen.

Um ihre hirnrissige Idee einer Schurkeneinheit zu verkaufen, lässt Waller ausgerechnet Enchantress im Pentagon auftreten.

Sie befiehlt ihr, Geheimdokumente aus dem Verteidigungsministerium von Teheran zu besorgen. Wenn das nicht mal wieder eine Anspielung auf den geplanten Irankrieg ist…

Nachdem Waller die Pentagon-Generäle mit dieser Nummer überzeugt hat, stellt sie umgehend ihr Team zusammen. Harley Quinn fragt ihrer bei der ersten Begegnung, ob sie der Teufel sei und Amanda antwortet: „Schon möglich.“ Mit anderen Worten ist sie Satan höchstpersönlich, denn wer sonst würde die Nationale Sicherheit Kriminellen anvertrauen? Passenderweise tritt sie bei ihrem Coming Out als Frau in Rot auf.

Dabei ist die Rolle des El Diablo doch eigentlich schon vergeben und der schmückt sich sogar mit flammender Krone.

June Moone residiert derweil in Washington, wo der Obelisk des gleichnamigen Monuments nicht weit ist.

Als sie sich in Enchantress verwandelt, macht diese einmal mehr die Verschwiegenheitsgeste.

Wie es sich für eine Hexe gehört, nutzt sie Spiegel als Dimensionsportale.

Auf einer Herrentoilette infiziert sie einen nichtsahnenden Mann mit dem Geist ihres Bruders. Dämonische Besessenheit passt irgendwie zum Grundthema dieses Films.

Nachdem Enchantress‘ Bruder in einer U-Bahnstation einen Amoklauf veranstaltet hat, wird die Suicide Squad aktiviert. Damit die Kriminellen nicht einfach abhauen, bekommt erst einmal jeder einen RFID-Chip mit Sprengkapsel eingepflanzt.

Der Reptilienmann wird dabei behandelt wie Hannibal Lecter.

Der Joker startet derweil einen Überfall auf ein Laboratorium von Wayne Enterprises, um an die Daten für Harleys Sprengkapselchip zu kommen. Wieder einmal mit Pandamobil und Pandabär.

Bevor die Party aber so richtig abgeht, wird Enchantress zunächst allein auf das neue Metawesen in der U-Bahnstation losgelassen, unwissend, dass dies ihr Bruder ist.

Die Katastrophe nimmt damit ihren Lauf und die Hexe bekommt ein neues Outfit voll okkulter Symbole. Neben der Mondsichel und einer Reihe allsehender Augen wird ihr Kopfputz u.a. von etwas geziert, was wie eine Mischung aus unikursalem Hexagramm und Zirkel & Winkelmaß aussieht.

Da sich der Einsatz von June Moone bereits als bescheuerte Idee herausgestellt hat, werden nun auch die anderen Schwerverbrecher endgültig entfesselt. Deadshot honoriert dies mit einer freimaurerischen Pyramidengeste.

Harley Quinn zeigt den Männern derweil, wo der Hammer hängt.

Bevor es losgehen kann, gibt es aber noch Einsatzorder von Amanda Waller, die als „Stimme Gottes“ angekündigt wird. Da bereits klar ist, dass sie der Teufel ist, wird hier die Umkehrung der Werte vollendet. Passend dazu gibt es wieder ein Dreieck vor blau-rotem Hintergrund. Bei genauerem Hinsehen ist links zudem ein schwarzer Kubus (Saturnsymbol) und rechts eine DNS-Doppelhelix (zwei Schlangen) zu sehen.

Nachdem sich Katana (Karen Fukuhara) zum Team gesellt hat, geht die Reise endlich los. Der Drehort ist offensichtlich Chicago und der aufsteigende Rauch über der Stadt könnte fast als Ankündigung eines zukünftigen Terroranschlags gewertet werden.

Weit kommt die Suicide Squad allerdings nicht. Schon kurz nach Erreichen der Stadtgrenze wird ihr Helikopter abgeschossen, was kurioserweise alle unverletzt überleben. Den Rest muss des Weges muss das Team jedenfalls zu Fuß gehen.

Boomerang und Slipknot (Adam Beach) nutzen den Spaziergang, um zu verduften. Während Ersterer von Katana aufgehalten wird, dient Slipknot dazu, die Sprengkapseln vorzuführen. Ein unbedeutender Nebencharakter stirbt einen sinnlosen Tod, denn immerhin wussten alle, dass jeder Fluchtversuch mit dem Tod geahndet wird. Ein paar von den 08/15-Soldaten sind die nächsten, die bei einer Schlacht gegen Teerzombies geopfert werden.

Die Toten können sich dabei noch glücklich schätzen, denn alle Gefangenen werden von Enchantress in weitere Legionen von Teerzombies verwandelt.

Das primäre Ziel der Suicide Squad stellt sich als Rettungsmission für Amanda Waller heraus. Wie teuflisch diese wirklich ist, beweist sie, als sie bei ihrer Rettung ihr gesamtes Überwachungsteam eigenhändig eliminiert, um ihr Versagen im Falle June Moone zu vertuschen.

Bei der Evakuierung der anderen läuft derweil etwas schief, denn der Hubschrauber wurde vom Joker gekapert. Er rettet Harley Quinn, doch kurz darauf wird auch dieser Helikopter im Auftrag Wallers abgeschossen. Harley übersteht den Sturz aus mindestens 20 Metern Höhe abermals unbeschadet und der Joker überlebt sogar den Absturz samt Explosion. Der Surrealismus wird damit ein wenig überstrapaziert und es ist kein Wunder, dass Waller die beiden für tot hält, wo sie es doch eigentlich sein müssten.

Die Teufelin besteigt kurz darauf selbst einen Helikopter, welcher die Nummer 23 trägt. Ja klar, eine Illuminatin ist sie selbstverständlich auch noch.

Die 23 steht in der okkulten Numerologie jedoch für Zerstörung und so kommt dieser Hubschrauber ebenfalls nicht weit. Der alten Höllenfürstin kann das jedoch nichts anhaben, ebenso wie die anderen Bösewichte bekommt sie nicht mal einen Kratzer. Merke: Abstürze aus großer Höhe sind nicht weiter der Rede wert. Zumindest wenn man sich gerade in einem DC-Film befindet.

Waller gerät allerdings in Gefangenschaft und Enchantress bekommt ihr Herz zurück.

Nun kann sie ihre Waffe vollenden, deren Teile momentan noch in einem Wirbel über der U-Bahnstation kreisen. Das ganze sieht ein wenig wie ein Höllentor aus und erinnert an Effekte aus Filmen wie „Ghostbusters“.

Die Suicide Squad hat unterdessen nichts Besseres zu tun, als einen saufen zu gehen. Okay, sie müssen sich für die finale Schlacht noch Mut ansaufen, aber damit können wir auch an die Alkohol-Agenda einen Haken machen.

Gegen Ende der Runde schenkt Flag dem Team ebenfalls sprichwörtlich reinen Wein ein und erklärt ihnen die Sachlage. Er zerstört die Kontrolle der Sprengkapseln, entlässt damit alle in die Freiheit und hofft darauf, dass sie ihm freiwillig helfen, Enchantress zu stoppen. Deadshot tut es für seine Tochter, El Diablo aus Reue und Harley Quinn, weil sie total verrückt ist. Welche Motive die Gangster auch haben mögen, am Ende sind alle bei der Selbstmordmission dabei.

Zunächst versucht Enchantress die Antihelden mit Illusionen ihrer größten Sehnsüchte zu bekehren. Insbesondere Harley Quinns Wunschtraum nach einer heilen Familie wirkt angesichts der Vorwürfe gegen den Joker-Darsteller äußerst heikel. Gute Eltern wären die beiden Psychopathen jedenfalls ganz bestimmt nicht.

Zwar gelingt das Täuschungsmanöver nicht, doch erweisen sich die Hexe und ihr Bruder dennoch als mächtige Gegner. Einige der Gangster sind allerdings ebenfalls nicht ohnmächtig. So verwandelt sich El Diablo in einen gigantischen Feuerteufel.

Schlussendlich unterliegt der Büßer jedoch und opfert sich, damit die anderen den Bruder sprengen können. Danach bleibt nur noch die Hexe, die nur durch Teamwork zu erledigen ist. Harley schneidet ihr das Herz heraus und Flag fällt die schwere Aufgabe zu, es zu zerquetschen. Doch welch Wunder, seine geliebte June überlebt den Tod von Enchantress.

Nachdem die Welt nun endlich gerettet ist, funkt dem übrigen Team Waller als Spielverderberin dazwischen. Sie besitzt eine zweite Sprengkapselkontrolle und lässt den Kriminellen daher die Wahl, zurück in den Knast zu wandern oder zu sterben. Warum Quinn vor ihr einknickt, bleibt dabei schleierhaft, da der Joker ihren Chip eigentlich abgeschaltet hatte.

Die Teufelin in den Venusfarben gewährt den Mitgliedern der Suicide Squad aber immerhin Hafterleichterung. So darf Deadshot seine Tochter besuchen, Killer Croc bekommt Pay-TV, welches er nutzt, um sich nackte Frauenhintern anzusehen und Harley erhält eine Espressomaschine.

Sie muss allerdings nicht lange ausharren, da der Joker sie in einer dramatischen Gewaltaktion aus dem Knast befreit. Wo so viel Tod und Zerstörung herrschen, darf natürlich die 23 nicht fehlen.

Im Abspann hagelt es dann noch einmal richtig okkulte Symbole. Angefangen bei Totenschädeln…

…über Reptilienaugen…

…ein Heptagramm mit Mondsicheln…

…bis hin zum allsehenden Auge.

In einer Zwischenszene übergibt Amanda Waller Batman eine Liste mit weiteren Metawesen. Dies ist die Ankündigung der „Justice League“, die das positive Gegenstück zur Suicide Squad darstellt. Obendrein ist auch der Film viel besser.

Fazit: Suicide Squad zelebriert die Umkehr der Werte mit einem Feuerwerk okkulter Symbolik. Die meisten Charaktere sind dabei so unsympathisch wie die Action unrealistisch ist. Den Vogel schießt der Joker ab , der hier zur peinlichen Randfigur verkommt, die außer ein paar WhatsApp-Nachrichten an Harley Quinn nichts zur Handlung beizutragen hat.

Harley zählt indessen neben Deadshot und El Diablo zu den wenigen Charakteren, die überhaupt im Gedächtnis bleiben. Immerhin hat sie dafür mit „Birds of Prey“ einen eigenen Film bekommen, in dem sie sich vom Joker emanzipieren kann. Dieser ist ungleich besser und hat im Gegensatz zu „Suicide Squad“ sowohl eine optimistische Botschaft als auch ein hohes Maß an Humor. Das Vorwissen um den vorliegenden Schrottstreifen braucht man dafür zum Glück nicht.

Penny Dreadful – Dreadful, Awful, Painful

von Joe Doe

„Penny Dreadful“ ist eine US-amerikanische Horror-Serie, die von 2014-2016 in drei Staffeln produziert wurde. „Dreadful“ heißt übersetzt so viel wie „schrecklich“, was den Kern der Serie ziemlich gut trifft. Es handelt sich um einen obskuren Genremix, in dem Vampire, Werwölfe, Hexen, Dämonen und so ziemlich alle Schauergestalten vorkommen, welche die Horror-Literatur je hervorgebracht hat. Es versteht sich, dass diese Kombination mit einem hohen Grad an Okkultismus einhergeht und Satan allgegenwärtig ist.

Im Zentrum der Handlung, die im London des ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist, steht Vanessa Ives, verkörpert von Eva Green, die bereits in okkulten Machwerken wie Tim Burtons MK-Ultra-Vampirfilm „Dark Shadows“ (2012) und „Die Insel der besonderen Kinder“ (2016) mitgespielt hat. Ihre Rolle Vanessa ist bei Sir Malcolm Murray (Timothy Dalton) aufgewachsen, dessen Tochter Mina Harker (Olivia Llewllyn) sich in der Gewalt von Vampiren befindet. Im Kampf gegen diese Kreaturen stehen den beiden Victor Frankenstein (Harry Treadaway) und Ethan Chandler (Josh Harnett) zur Seite. Der Darsteller des Letzteren hatte in „30 Days of Night“ (2007) ebenfalls schon mit Vampiren zu tun.

Die Blutsauger in „Penny Dreadful“ unterteilen sich in umgewandelte Menschen, meist Frauen, die ihren Meistern dienen. Die Anführer haben derweil nichts Menschliches mehr an sich. Sie besitzen scharfe Zähne, wie man sie von Reptiloiden kennt, und unter ihrer äußeren Haut befindet sich eine zweite Haut, die mit ägyptischen Hieroglyphen verziert ist.

Der vermeintliche Hauptplot ist eigentlich nur eine Nebenhandlung und unter den Vampiren findet sich kein bedeutender Hauptcharakter. Mina Harker, die aus Bram Stokers 1897 erschienen „Dracula“ entlehnt ist, spielt ebenfalls nur eine Nebenrolle, die im Finale der ersten Staffel durch die Hand ihres Vaters von ihrem Leid erlöst wird. Abgesehen von einigen blutrünstigen Schlachtszenen ist ihr Schicksal eher unspektakulär.

Sogar dem Nebenplot um Frankenstein wird mehr Platz eingeräumt.

Dessen Monster Proteus (Alex Price) stirbt allerdings gleichsam unnötig schon in der zweiten Episode durch die Hand von Victors erstem Experiment Caliban (Rory Kinnear). Dieser nimmt sodann den Platz der tragischen Kreatur ein, die nach Liebe dürstet, aber von fast allen verachtet wird. Nur in einem Theater findet er Unterschlupf und Anerkennung durch dessen Leiter Vincent Brand (Alun Armstrong), der mit Zylinder aufzutreten pflegt.

Das Theater präsentiert, passend zur Ausrichtung der Serie, Horror-Inszenierungen mit Vampiren und Werwölfen. Diese gipfeln stets in gespielten Jungfrauenopferungen, bei denen mehr Kunstblut vergossen wird als bei einem Agonoize-Konzert.

Nachdem Caliban eine Darstellerin sexuell belästigt hat (#metoo), muss Vincent ihn vor die Tür setzen. Vorübergehend kommt er bei seinem Schöpfer Frankenstein unter, den er erpresst, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Er bringt einfach so lange alle Freunde des Doktors um, bis dieser einlenkt. Darunter übrigens den berühmten Vampirjäger Van Helsing (David Warner), der hier ebenfalls zu einer überflüssigen Nebenrolle degradiert wird.

Als Braut für Frankensteins Monster muss Ethan Chandlers todkranke Geliebte Brona Croft (Billie Piper) herhalten. Da Caliban seinen Schöpfer unter Druck setzt, kann dieser nicht warten, bis Brona ihrer Lungenkrankheit erliegt. Er drückt ihr kurzerhand ein Kissen ins Gesicht und nimmt die Leiche mit in sein Labor, wo er sie zu neuem Leben erweckt. Nicht mal das komplizierte Beziehungsgeflecht der Charaktere kommt ohne Mord und Tod aus.

Chandler zeichnet sich allerdings ohnehin nicht durch Treue aus. Er geht sogar ein homoerotisches Verhältnis zu Dorian Gray (Reeve Carney) ein, der seinerseits schon eine blutige Orgie mit Vanessa Ives abgefeiert hat. Entlehnt ist der Charakter aus Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1890. Es könnte kaum eine bessere Vorlage für die zahlreichen wilden Sexorgien geben, die neben den blutigen Gemetzeln das wichtigste Stilmittel der Serie sind.

In dem Charakter des Dorian Gray steckt tatsächlich sehr viel von Wilde selbst, hatte dieser doch häufig Kontakt zu männlichen Prostituierten, obwohl er mit einer Frau verheiratet war. Woher der Schreiberling seine düsteren Phantasien hatte, liegt derweil ebenso auf der Hand, denn er war Mitglied der Dubliner Freimaurerloge Apollo University Lodge No. 357. Kein Wunder also, dass es in Dorian Grays Umgebung von ägyptischer Dekoration nur so wimmelt.

Doch kommen wir nun zur Haupthandlung um Vanessa Ives, die schon in der ersten Episode auf dem Stern der Isis zu sehen ist, wo sie Tarot-Karten legt.

Es zeigt sich schnell, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie betet zwar zu Gott, doch das Kreuz an der Wand dreht sich dabei auf den Kopf und gebiert einen Schwarm Spinnen.

In der zweiten Episode „Die Séance“ nimmt Vanessa an einer selbigen teil, die von einer Spiritualistin namens Evelyn Poole (Helen McCrory) abgehalten wird. Ihren Gästen stellt sich diese als Madame Kali vor, benannt nach der hinduistischen Göttin des Todes und der Zerstörung. Dieser Link kommt nicht von ungefähr, sondern spielt auf die britische Esoterikerin Helena Blavatsky an, welche viel Zeit in Indien verbrachte und die dortige Mythologie in ihr Weltbild integrierte.

Daran, dass diese Bezüge kein Zufall sind, wird Dorian Gray später in der zweiten Staffel keinen Zweifel lassen. Er rühmt sich nämlich damit, dass in seinem Haus bereits Veranstaltungen der Theosophischen Gesellschaft stattgefunden haben, was schon an esoterische Propaganda grenzt.

An der Séance von Kali nehmen jedenfalls 9 Personen teil, was natürlich eine teuflische Zahl ist und der lässt nicht lange auf sich warten. Auf dem Tisch sind zudem Kerzen zu einem Pentagramm angeordnet und auch eine der Teilnehmerinnen trägt ein Pentagramm nebst Mondsichel.

An der Wand hängt ein Spiegel, durch den die Kamera gezielt die Szene einfängt. Dieser Spiegel dient als Dimensionstor, durch das Dämonen in die esoterische Gesellschaft einfallen.

Als Medium wählen diese jedoch nicht Kali, sondern Vanessa. Diese schockt das Publikum durch ihre Besessenheit und zerstört dabei die Spiegeloberfläche des Tisches. Der zerbrochene Spiegel steht wiederum für ihre gespaltene Persönlichkeit.

Was in solchen Kreisen praktiziert wird, sollte natürlich nicht an die Öffentlichkeit geraten, daher gibt es gleich noch eine Verschwiegenheitsgeste oben drauf.

In der fünften Episode wird rückblickend erklärt, wie sich Vanessas Besessenheit entwickelt hat. Wer auf die Umgebung achtet, kann sich sogar noch mehr ableiten, als offenkundig geschildert wird. So schläft Vanessa schon als Kind in einem Bett mit Sonnensymbol.

In einer Nervenheilanstalt wird sie später auf einem schwarz-weißen Hexagonboden lobotomiert und gefoltert.

Geheilt wird sie dadurch nicht. Im Gegenteil entwickelt sie okkulte Fähigkeiten wie Levitation.

In der siebten Folge „Besessen“ wird schließlich ein Exorzist herbeigerufen. Dieser scheitert jedoch und wird von Vanessa angeknabbert. Erst Chandler gelingt es mit ein paar Worten auf Latein, den Teufel aus ihr auszutreiben, was ziemlich unspektakulär abläuft.

Chandler selbst muss in der letzten Episode der ersten Staffel feststellen, dass er ein Werwolf ist. Die amerikanischen Kopfgeldjäger, die ihn verhaften wollen, zerfleischt er kurzerhand in einer Vollmondnacht. Eigentlich war diese Entwicklung absehbar, denn schon in der dritten Episode kommuniziert er mit Wölfen im Londoner Zoo.

Im Auftakt der zweiten Staffel bekommt Frankensteins Monster Caliban mehr Sendezeit. Nachdem er schon in einem blutrünstigen Theater untergekommen war, verschlägt es ihn nun in ein Wachsfigurenkabinett, dessen Besitzer Oscar Putney (David Haig) die Kundschaft mit Mordszenen von der Konkurrenz Madame Tussaud fortlocken möchte. Schon vor dem Kabinett steht eine Werbetafel auf einem Schachbrettboden.

Innen werden die Gäste von Satan höchstpersönlich begrüßt, was die Erklärung für die kranke Ausrichtung sein dürfte.

Nachgestellt werden vor allem Mordszenen von Jack the Ripper. Sicherlich gäbe es für solch ein Horrorkabinett auch in der Realität begeisterte Fans.

Eine weitere Nebenhandlung dreht sich um den Kopfgeldjäger Warren Roper, der Chandlers Werwolfattacke schwer entstellt überlebt hat. Als er erwacht, findet er sich auf dem Schachbrettboden eines Krankenhauses wieder.

Die Haupthandlung nimmt derweil eine krasse Wendung. Das Medium Kali alias Evelyn Poole, in die sich Malcolm Murray verknallt hat, entpuppt sich als böse Oberhexe. Gleich in der Eröffnung der zweiten Staffel stalkt sie Vanessa, die daraufhin okkulte Flashbacks bekommt.

In der zweiten Episode „Verbis Diabolo“ bastelt sich Poole eine Voodoo-Puppe mit Vanessas Aussehen. Damit der Zauber funktioniert, opfert sie ein Baby, dessen Herz sie in die Puppe einpflanzt. Dies ist mit Abstand die widerwärtigste Szene der gesamten Serie und die Anzahl der Puppen deutet darauf hin, dass Kali bereits sehr viele Babys auf dem Pentagrammboden geschlachtet hat.

Passend dazu ist die gesamte Wohnung der Teufelsanbeterin mit menschlichen Knochen dekoriert.

Offenbar handelt es sich um die Überreste ihrer eigenen Opfer, in deren Blut sie badet, wie einst die ungarische Gräfin Bathory.

In der rückblickenden Episode „Die Nachtwandler“ erfährt man die Hintergrundgeschichte von Evelyn und Vanessa. Letztere ging einst bei einer Hexe in die Lehre, die sich als Evelyns Schwester herausstellt. Diese ist jedoch eine weiße Hexe, eine Kräuterfrau, die nebenher auch Abtreibungen vornimmt. Nichtsdestotrotz schmiert sie Vanessa zur Begrüßung ein umgedrehtes Kreuz auf die Stirn und faselt dabei etwas von Luzifer.

Die Schülerin lernt von ihr das Abtreibungshandwerk sowie das Legen von Tarotkarten. Natürlich zieht Vanessa dabei gleich als erstes die Karte des Teufels.

Die Schwester der alten Moorhexe und deren schwarze Hexen tauchen eines Nachts auf und fordern die Auslieferung der Schülerin.

Sie haben die Wicca einst verstoßen und ihr ein Pentagramm auf den Rücken gebrannt.

Als die Verstoßene sich weigert, tötet Evelin eine ganze Rinderherde und schiebt dies ihrer Schwester in die Schuhe.

Den Grafen, der über das Gebiet herrscht, hetzt sie gekonnt gegen die alte Frau auf. Dieser zieht den Dorfpfaffen hinzu und fordert im örtlichen Pub den Pöbel zu einer Hexenjagd auf. Er selbst ist dabei kein Heiliger, lässt er sich doch von der echten Hexe körperlich züchtigen.

Christliche Fundis sind wahrlich die schlimmsten Diener Satans. Das machen sie schlussendlich dadurch deutlich, dass sie die unschuldige Wicca bei lebendigem Leibe verbrennen.

Ihrer Schülerin brennen sie derweil ein Kreuz in den Rücken.

Vanessa verlässt daraufhin das Moor und geht nach London. Da die tote Hexe sie ihren „kleinen Skorpion“ nannte, ist dieses astrologische Symbol fortan ihr Schutzzauber, den sie überall mit Blut hinschmiert. Unnötig zu erwähnen, dass dem Skorpion im astrologischen Tierkreis der Schlangenträger folgt.

Schon in der nächsten Episode suchen Evelyns Hexen Vanessa in ihrem neuen Zuhause heim. Sie dringen getarnt in ihre Wohnung ein, wobei sie sich sprichwörtlich wie Chamäleons der Umgebung anpassen. Den Trick haben sie wahrscheinlich von den Suliban aus „Star Trek – Enterprise“.

Ihr Auftreten als hübsche junge Damen ist ebenfalls nur Tarnung. In Wirklichkeit sind sie kahlköpfig und furchtbar entstellt. Ihre Körper schmücken sie mit Pentagramm-Narben und anderen okkulten Symbolen.

Ins Haus dringen sie ein, da sie Vanessas Haare für ihre Voodoo-Puppe brauchen. Zunächst ist aber Malcolms Ex-Frau dran, die im wahrsten Sinne des Wortes höllische Kopfschmerzen bekommt.

Ihr erscheinen dabei ihre Kinder als Zombies. War ja klar, dass diese Horrorgestalten auch noch ausgegraben werden, wenn auch nur als Vision. Dieser Anblick lässt die arme Frau komplett durchdrehen, sodass sie sich selbst die Kehle durchschneidet.

Ihr Ex-Mann Malcolm ist von ihrem Tod wenig berührt. Er hat längst mit Evelyn eine Affäre, unwissend, dass diese längst auch eine Voodoo-Puppe mit seinem Antlitz gebastelt hat. Natürlich wieder mit einem pochenden Baby-Herzen.

Während Evelyn die Schlinge um ihre Opfer enger zieht, gehen diese rätselhaften Artefakten nach, die Malcolm Murray auf seinen Weltreisen gesammelt hat, Die Artefakte erzählen die autobiografische Geschichte von Luzifer und den anderen gefallenen Engeln.

Sie geben auch einen Hinweis darauf, dass Vanessa Ives und Ethan Chandler der Schlüssel zur Lösung des Problems sind. Allerdings weiß noch niemand zu deuten, dass mit Lupus Dei der Werwolfsmann (wörtlich „Wolf Gottes“) gemeint ist.

Dem ist zu allem Überfluss wieder der Kopfgeldjäger Roper auf den Fersen, der inzwischen einen auf Phantom der Oper macht. Nur will er diesmal nicht das Kopfgeld, sondern Rache für seine Entstellung.

Der Ägyptologe Ferdinand Lyle (Simon Russell Beale) entpuppt sich derweil als Verräter, der mit Evelyn paktiert.

Das ist besonders verwerflich, da er einige Folgen zuvor als Jude mit Kippa zu sehen war. Die Verbindung von Judentum und Satanismus, welche in der Serie unterstellt wird, grenzt schon an Antisemitismus. Möglicherweise wird hier auf die Rothschilds angespielt, die als Weinmarke auch namentlich genannt werden, aber die sind eben ausschließlich Satanisten und keine praktizierenden Juden. Was in „Penny Dreadful“ unterschwellig impliziert wird, ist brandgefährlicher Verschwörungswahn.

Doch zurück zur Haupthandlung. Nachdem Vanessa auf einer Party von Dorian Gray, auf der auch Evelyn und ihre Hexen anwesend sind, eine Vision von Blutregen hat und daraufhin zusammenbricht, entschließt sie sich, aus der Stadt zu fliehen.

Zuflucht sucht sie im Haus der alten Moorhexe, welches diese ihr vermacht hat. Über ihrem Bett hängt immer noch ein passendes Keltenkreuz mit Hexenknoten.

Im Nachlass der Hexe findet Vanessa ein Buch mit bösen Beschwörungsformeln, in dem es von Schlangendarstellungen nur so wimmelt.

Begleitet wird Vanessa von Ethan, der in Vollmondnächten Schafe reißt.

In der Nebenhandlung schlägt Frankensteins Braut Lily neue Wege ein. Sie ist weder an ihrem Schöpfer noch an dessen Monster interessiert und muss sich selbst neu definieren. Als Zeichen ihres Persönlichkeitsbruchs ist sie in einem zerbrochenen Spiegel zu sehen.

Schlussendlich verbündet sie sich mit Dorian Gray, der seine Geliebte, die Transfrau Angelique, zwischenzeitlich vergiftet hat. Lily lässt er dagegen leben, nachdem sie das Geheimnis seiner Unsterblichkeit erfahren hat. All seine Verwundungen, Geschlechtskrankheiten und Sünden manifestieren sich in seinem Portrait.

Lily schlägt einen ähnlichen Weg ein und entwickelt sich zur Lustmörderin, wobei es echt widerlich ist, dass sie sich Typen aussucht, die vom Alter her ihr Großvater sein könnten. Kleines Detail am Rande: Bei ihrem ersten Opfer steht eine Kartenpyramide, deren Spitze in ein rundes Fenster ragt. Symbolik, wohin das Auge blickt.

Auf Sir Malcolms Tisch steht derweil ein Tintenfass mit einem Löwenpaar.

Im Treppenaufgang findet sich weiterhin ein Löwenkopf.

Bevor sich Malcolm Murray entschließt, Evelyn Poole direkt anzugreifen, stattet eine ihrer Töchter Ethan Chandler einen Besuch ab. Statt bis zu Malcolms Anwesen zu spazieren und sich abermals getarnt durch die Vordertür einzuschleichen, nimmt Hecate (Sarah Greene) eine Abkürzung durch einen Spiegel, der hier eindeutig ein Dimensionstor darstellen soll.

Ethan lehnt die Avancen von Hecate ab und schließt sich Murrays Leuten an, als diese ihren Herren aus den Fängen von Evelyn befreien wollen. Malcolm ist nämlich allein zum Hexenschloss aufgebrochen und dabei direkt in eine Falle gelaufen. Evelyn bestraft ihn mit Visionen seiner verstorbenen Familie, was erneut zu einem Abstecher ins Zombie-Franchise führt.

Vanessa trifft bei der Rettungsaktion auf den Leibhaftigen, der sich in Gestalt ihrer Voodoo-Puppe manifestiert. Mit dieser Puppe quatscht sie erst einmal in der Sprache der Gefallenen Engel.

Als der Worte genug gewechselt sind, zerdrückt sie den Kopf der Puppe, aus dem ein Schwarm Skorpione hervorkommt.

Einer der Skorpione verschmilzt mit ihrer Hand. Sie wird quasi eins mit ihrem Sternzeichen.

Evelyn wird derweil von Ethan getötet, der sich wieder einmal in einen Werwolf verwandelt hat. Die Prophezeiung vom Lupus Dei hat sich damit erfüllt. Bedauerlicherweise hat er zuvor auch Mr. Murrays Butler Sembene (Danny Sapani) totgebissen.

Zwei von Evelyns dämonischen Töchtern werden derweil von Murray und Lyle erledigt. Nur Hecate (Sarah Greene) überlebt, da sie ihre Mutter hintergeht und sich nicht in das Geschehen einmischt. Am Ende brennt sie ihr Zuhause nieder.

Feuer fängt im Staffelfinale auch Jesus, was eine ziemlich eindeutige Botschaft ist.

Die zweite Staffel endet damit, dass Ethan sich der Polizei stellt und nach Amerika ausgeliefert wird, Malcolm mit Sembenes Leichnam nach Afrika reist und Vanessa als Letzte das Licht ausmacht. Diverse Handlungsstränge der dritten Staffel spielen damit außerhalb von England, wo Vanessa es zunächst allein mit Dracula höchstpersönlich zu tun bekommt. Kein Wunder, dass sie in eine depressive Phase gerät und mit dem Rauchen anfängt.

Zunächst sucht sie sich aber erst einmal psychologische Hilfe, von der ihr geraten wird, etwas Neues auszuprobieren. Gesagt getan besucht Mrs. Ives zum ersten Mal in ihrem Leben ein Naturkundemuseum. Die Tiere, die sie dort betrachtet, haben dabei alle etwas mit ihrem Leben zu tun. Als erstes trifft sie auf eine Repräsentation des Baphomet, der für Satan steht.

Das zweite Tier ist ein Wolf, mit dem offenkundig Ethan Chandler gemeint ist.

An dritter Stelle kommen Skorpione, die Vanessa selbst repräsentierten.

Im Museum trifft sie auf Dr. Sweet (Christian Carmago), mit dem sie sich schnell anfreundet. In der zweiten Episode stellt sich jedoch alsbald heraus, dass der sympathische Zoologe in Wirklichkeit Dracula höchstpersönlich ist. Wie er und seine Lakaien es schaffen, bei Tageslicht umher zu wandeln, lässt sich nur damit erklären, dass sich die Serie über gängige Vampirmythen hinwegsetzt.

Das gilt auch für den Mythos, dass Vampire kein Spiegelbild haben. Dracula und seine Diener sind sehr wohl im Spiegel sichtbar. Dr. Sweet lädt Vanessa sogar in ein Spiegelkabinett ein, was wieder einmal auf ihre gespaltene Persönlichkeit/Besessenheit hindeutet.

Auf dem Jahrmarkt gibt es übrigens auch eine Wahrsagerin, an deren Stand nach mehr als zwei Staffeln endlich die freimaurerische Pyramide mit dem allsehenden Auge auftaucht. Das war schon längst überfällig.

Noch unlogischer als die Eigenheiten der Vampire ist Draculas sinisterer Plan, einen Menschen zu erpressen, Vanessa Ives auszuspionieren. Zum einen hat er bereits genügend Anhänger, die den Job erledigen können, zum anderen ist er selbst als Dr. Sweet direkt an ihr dran. Die Drehbücher werden also nicht besser, wie es oft der Fall ist, wenn Serien zu sehr in die Länge gezogen werden.

Die Nebenhandlungen werden ebenfalls immer abgedroschener. So tritt Malcolm auf einen alten Freund, der Apache ist und seine Opfer zu skalpieren pflegt. Rein zufällig hat der Herr auch einen Bezug zu Ethan Chandler, mit dem er geistig über Totems kommunizieren kann.

Frankenstein trifft derweil auf einen alten Freund mit ebenfalls indianischen Wurzeln. Dieser stellt sich als Dr. Jekyll heraus, der in einer Londoner Psychiatrie mit den Insassen herumexperimentiert. Zum einen wird hier schon wieder eine literarische Kultfigur in die ohnehin schon überladene Serie verfrachtet, zum anderen war Dr. Jekyll ursprünglich kein Native American. Der Darsteller Shazad Latif ist obendrein pakistanischer Abstammung, die Besetzung haut also auch nicht hin.

Die abartigste Nebenhandlung dreht sich derweil um Dorian und Lily, die eine Armee unterdrückter Frauen aufbauen wollen. Dafür besuchen sie zunächst eine Snuff-Party, auf der die junge Justine (Jessica Barden) live geschlachtet werden soll. Das zahlende Publikum besteht natürlich aus reichen Herren der Oberschicht, was durchaus reale Bezüge hat. Allerdings sind es diesmal die reichen Säcke, die sterben, während Justine von Dorian und Lily gerettet wird.

Es hat auch etwas von ausgleichender Gerechtigkeit, dass die beiden Justine ihren Peiniger servieren, der sie im zarten Alter von nur 12 Jahren gekauft und zur Prostitution gezwungen hat. Sie tötet den widerwärtigen Bastard ohne zu zögern.

Was darauf folgt, ist jedoch mindestens ebenso widerwärtig, wie das, was Justine all die Jahre angetan wurde. Sie und ihre beiden Retter baden im Blut ihres Peinigers und veranstalten eine wilde Sexorgie. Zum Glück gibt es im 19. Jahrhundert noch kein HIV, dennoch ist diese Szene überaus geschmacklos.

Die vierte Episode „Der gefallene“ Engel dreht sich wieder komplett um Vanessa und spielt fast ausschließlich in einer Zelle der Nervenheilanstalt. Der Rückblick in ihre Vergangenheit wird diesmal durch eine Hypnosesitzung bei ihrer Psychologin herbeigeführt. Diese ist ebenfalls Raucherin, womit wieder einmal unterschwellig die Tabak-Agenda beworben wird.

In der Nervenheilanstalt fällt abermals der Hexagonboden auf. Die 666 in endloser Aneinanderreihung.

Das passt auch, denn in der Zelle erscheint der Patientin Luzifer, der vom Pfleger Besitz ergreift. Später gesellt sich auch noch Dracula dazu, der entgegen den üblichen Legenden ebenfalls als gefallener Engel portraitiert wird.

Der Pfleger ist übrigens kein Geringerer als John Clare, der später von Frankenstein als Caliban wiederbelebt wird. In der dritten Staffel erhält er einen Nebenplot, in dem er seine Frau und seinen Sohn wiedersieht. Allerdings nur, um seinen Sohn sterben zu sehen. Seine Frau bittet ihn, den Sohn ebenfalls in einen Zombie transformieren zu lassen, was Caliban ablehnt. Die Frau verlässt ihn daraufhin und er ist wieder allein.

Zur Haupthandlung trägt dies nicht viel bei und auch der Plot um Dorian Gray und Lily findet ein eher unspektakuläres Ende. Gray schmeißt Lilys Gefolgschaft aus seinem Luxusloft, tötet Justine auf ihren eigenen Wunsch hin und trennt sich schließlich von Lily.

Ethan Chandlers Ausflug in die USA hinterlässt ebenfalls keinen bleibenden Eindruck. Er mutet eher wie ein Versuch an, aus der Serie einen Western zu machen. Chandler wird jedenfalls von den Männern seines Vaters befreit, verbündet sich mit Hecate und verfällt vorübergehend der dunklen Seite. Hecate löscht seine Häscher aus, indem sie ausgerechnet Klapperschlangen heraufbeschwört.

Letztendlich gelangen die beiden in die Gewalt von Ethans Vater Jared Talbot (Brian Cox), zu dem es auch Malcolm und dessen Apachenfreund verschlägt. Talbot erzählt den Anwesenden die Geschichte, wie Ethan seine eigene Familie von den Apachen abschlachten lassen hat und kurz darauf wiederholt sich eben diese Geschichte.

Hecate stirbt gleich zu Beginn des Gemetzels, womit sich die Serie einer weiteren überflüssigen Nebenrolle entledigt. Danach ist alles wieder beim Alten, Chandler steht wieder auf der Seite der Guten und ist bereit, Vanessa aus den Fängen Draculas zu befreien. Die macht inzwischen gemeinsame Sache mit Batman.

Zunächst reagiert sie noch abweisend auf die Erkenntnis, dass Dr. Sweet Darcula ist und er sie, ebenso wie Luzifer, besitzen will. Aber anscheinend findet sie ihn doch süß genug, dass sie es letztendlich mit ihm auf dem satanisch schwarz-roten Schachbrettboden treibt.

Ihr Besuch bei Lyle dient derweil nur der Präsentation ägyptischer Ausgrabungsstücke. Die Warnungen vor dem Blutsauger schlägt sie in den Wind.

In der achten Folge kündigt sich bereits der große Showdown an. Ethan ist mit den anderen zurück in London und entdeckt einen ausgeschlachteten Wolf in Murrays Villa. Eindeutig eine Botschaft, die an ihn als Werwolf gerichtet ist. Dennoch schlagen er und der Apache sich recht gut gegen die Vampire.

In der finalen Episode dringen Ethan, Malcolm und einige Verbündete in Draculas Versteck ein. Passenderweise ein Schlachthaus, in dem statt Schweinehälften menschliche Körperteile von der Decke hängen. Das erinnert ein wenig an „The Midnight Meat Train“ und Kenner wissen spätestens seit der „From Dusk Till Dawn“-Serie, dass Vampire für Reptiloide stehen.

Dracula füttert mit den Kadavern allerdings auch seine transformierten menschlichen Diener. Dies spielt zweifellos auf den Kannibalismus an, der im Satanismus praktiziert wird.

Während Malcolm und seine Freunde Vampire abschlachten, dringt Ethan bis zu Vanessa vor, die aber schon in einen Vampir verwandelt wurde. Sie bittet ihn, sie zu töten, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Gesagt, getan, die Kulisse mit den ganzen Kerzen bietet sich obendrein prima für einen Mord an.

Nach dem Sieg über Dracula endet die Serie mit der Bestattung der Hauptprotagonistin. Nachdem ihre engsten Freunde an ihrem Grab standen, kniet auch Caliban davor nieder. Mit ihr ist auch seine letzte Chance auf Liebe gestorben und er bleibt als einsames Monster zurück. Ende.

Fazit: Der einzige Pluspunkt der Serie ist das gelungene Ambiente des 19. Jahrhunderts. Die Kulissen, die Kostüme und die Spezialeffekte versetzen den Zuschauer in das viktorianische Zeitalter. Untermalt ist diese Szenerie mit einem atmosphärischen Soundtrack, der oft sehr düster daherkommt. Dieses Potential wird jedoch durch den hoffnungslos überladenen Genremix verschenkt. Der hohe Grad an Sex und Gewalt macht die anfängliche Stimmung restlos zunichte und treibt den Zuschauer regelmäßig an die Kotzgrenze.

Kaum eine andere Serie ist so abgründig und offen okkult. Alles, was zum harten Kern des Satanismus gehört, wird hier abgefeiert. Angefangen bei Sexorgien über rituelle Menschenopfer bis hin zu Snuff-Partys und Kannibalismus. Es ist einfach nur krank und widerwärtig. Die meisten Darsteller sowie die Produzenten werden schon wissen, was sie da propagieren. Leider ist „Penny Dreadful“ damit näher an der Realität, als einem lieb sein kann. Wer seine Seele nicht belasten will, sollte von dieser Serie Abstand nehmen.

Helix – Black Goo und jede Menge Honig

von Mr. Rabbit

Helix ist eine amerikanische Horrorserie, die 2014 bis 2015 in zwei Staffeln erstausgestrahlt wurde. In der ersten Staffel geht es um ein Virus namens Narvik, das die Infizierten in Zombies verwandelt. Es handelt sich um ein künstlich erzeugtes Virus, welches seine Opfer steuert und dazu zwingt, andere zu infizieren. Das klingt zunächst wie eine Mischung aus Zombievirus und Toxoplasmose.

„Helix“ ist aber mitnichten eine weitere Zombieserie, obwohl es gewisse Parallelen zu „Resident Evil“ gibt. Zunächst wäre da der unterirdische Forschungskomplex in der Arktis, wo die Seuche erstmals ausbricht. Das erinnert doch sehr an den Hive unter Raccoon City, obgleich die Anlage in „Helix“ viel abgelegener und klaustrophobischer ist.

Kaum in der Anlage des Privatkonzerns Ilaria angekommen, werden den Angehörigen eines Teams der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) RFID-Chips in die Hände implantiert. Das ist der erste Hinweis auf die neue Weltordnung und das Zeichen des Antichristen, was alles noch eine zentrale Rolle spielen wird.

Das Virus hat derweil nicht viel mit einer gewöhnlichen Zombieseuche zu tun. Es ähnelt viel mehr dem Black Goo, verhält sich intelligent und wuchert binnen Sekunden, wenn es auf einen passenden Nährboden gelangt.

Übertragen wird es von Mund zu Mund oder ähnlich direkte Kontakte.

Der Konzern Ilaria verfolgt mit dem Narvik-Virus ähnliche Ziele wie die Umbrella Corporation in „Resident Evil: The Final Chapter“. Im letzten Teil der Computerspielverfilmung wird offenbart, dass der T-Virus alles andere als eine profitable Biowaffe ist, sondern die Menschheit bewusst dezimiert werden soll. Die Umbrella-Bosse wollen damit zu Anführern einen neuen Weltordnung werden und nichts anderes plant Ilaria in „Helix“. Hat Sony Pictures Television hier einfach nur von Constantin Film kopiert oder wollen beide Studios auf die gleichen Pläne der realen Machtelite anspielen?

Die Elite wird in „Helix“ durch eine Gruppe unsterblicher Übermenschen verkörpert, welche schon seit Jahrhunderten im Verborgenen die Fäden zieht. Ilaria ist daher eher eine Geheimgesellschaft als ein Konzern. Da sich die normalen Menschen in der Überzahl befinden und die Unsterblichen in der Vergangenheit als Hexen verfolgt worden sind, haben die Verantwortlichen gleich zwei gute Gründe, die Menschheit zu dezimieren. Es geht ihnen einerseits um Rache, aber andererseits vor allem um Macht und Kontrolle.

Ein interessantes Detail sind die silbern leuchtenden Augen der Unsterblichen. Damit wird recht unverhohlen auf dämonische Besessenheit angespielt. Im Prinzip hätten sie auch geschlitzte Pupillen haben können, denn in jedem Falle sind die Verantwortlichen von Ilaria nicht ganz menschlich. Sie sind machtgierige und gewissenlose Psychopathen und daher zumindest als Parabel auf die Satanisten zu verstehen.

Es sollte dementsprechend nicht verwundern, dass die zweite Staffel gleich mit einer Verhöhnung des Christus wirbt. Auf dem Cover ist eine maskierte Gestalt zu sehen, die an ein Kreuz gehängt und mit gelben Honigfäden eingesponnen ist.

Tatsächlich geht es in der Fortsetzung um eine anderes Pathogen, einen Pilz, welcher über Bienenhonig übertragen wird. Mit anderen Worten eine Seuche aus dem Bienenkorb der Freimaurerei.

Allerdings wirkt die Pilzinfektion derart schnell tödlich, dass sie sich kaum ausbreiten kann. Für eine Pandemie ist das Pathogen daher unbrauchbar. Das mag daran liegen, dass es eigentlich gar nicht als Honig verabreicht werden sollte, wie in der Episode „Verbotene Früchte“ geschehen. Der Titel ist natürlich mal wieder eine biblische Anspielung, obgleich es sich bei den vergifteten Früchten um Brombeeren handelt. Die Bienen haben den Pilz jedoch bei gentechnisch veränderten Äpfeln aufgeschnappt, womit das Gesamtbild wieder stimmig ist.

Die Genobstplantage gehört zu allem Elend einer religiösen Sekte, die sich auf der fiktiven Pazifikinsel St. Germain eingenistet hat. Der Sektenführer Michael ist natürlich ein Unsterblicher, der ebenfalls aus Rachemotiven handelt. Im Gegensatz zu Ilaria will er die Menschheit jedoch nicht auslöschen, sondern lediglich unfruchtbar machen. Das von ihm entwickelte Genfood zielt dabei auf die männliche Fruchtbarkeit ab, denn die Frauen will er selbst weiter begatten, wobei er über vier Jahrhunderte auch seine eigenen Töchter und Enkelinnen geschwängert hat.

Der dargestellte Inzest treibt das Paarungsverhalten des europäischen Hochadels auf die Spitze und spielt wohl durchaus bewusst darauf an. Es ist ein weiterer Beleg für die Abartigkeit und Kontrollsucht der herrschenden Eliten. Die Macht soll in der Familie bleiben.

Als die Macht über die Sekte dem Oberguru entgleitet, greift er zu einem ebenfalls in der Realität üblichen Mittel und vergiftet seine Anhängerschaft. Dabei zieht die Serie sogar einen direkten Vergleich zu den Sonnentemplern, also einem elitären Rosenkreuzerorden. Allerdings wird auch die UFO-Sekte Heavens Gate namentlich erwähnt.

Die relevanteste Parallele zur Realität ist derweil das gentechnisch veränderte Obst, welches unfruchtbar machen soll. Immerhin gibt es schon Untersuchungen, laut denen u.a. Genmais für erhöhte Unfruchtbarkeit in Mexiko verantwortlich sein soll. Der Inhalt der Serie ist also durchaus ernst zu nehmen. Zumal sie nicht die einzige Serie mit dieser Botschaft ist. Die Handlung der zweiten Staffel ähnelt der kurz zuvor ausgestrahlten britischen Serie „Utopia“ dermaßen, dass es schon kein Zufall mehr sein kann.

Eine weitere Übereinstimmung ist das zeitgleich eingesetzte Virus, hier das Narvik und da die russische Grippe. Ebenso sind die Verantwortlichen in beiden Serien untereinander zerstritten. Während die einen die Menschheit direkt mittels Biowaffen an den Rand der Auslöschung treiben wollen, sind die anderen etwas weniger drastisch und wollen die Bevölkerungsreduktion ohne Genozid durch Sterilisation erreichen. Letztere Botschaft findet sich auch in Filmen wie „Children of Men“, in denen die Menschheit durch Unfruchtbarkeit kurz vor dem Aus steht.

Damit sind die Gemeinsamkeiten immer noch nicht am Ende. In „Utopia“ soll das Virus mit Flugzeugen versprüht werden und am Ende der zweiten Staffel von „Helix“ werden Chemiewaffen über St. Germain versprüht, um das Pathogen einzudämmen. Was zu welchem Zweck per Flugzeug verteilt wird, mag auf den ersten Blick unterschiedlich sein, doch in beiden Fällen ist es tödlich und spielt insbesondere in „Helix“ auf Chemtrails an.

Zu guter Letzt gibt es in beiden Serien eine Reihe von Protagonisten, die dem Wahnsinn verfallen und die Seiten wechseln. Sympathische Charaktere sind rar gesät und die Bösen sind derart psychopathisch, dass selbst Kim Jong Un dagegen nett wirkt. So wimmelt es in der zweiten „Helix“-Staffel von Kannibalen, Folterknechten, Serienmördern und einem Guru, der stark an Josef Fritzl erinnert und einen Keller voller zahnloser Gebärmaschinen hat.

Fazit: „Helix“ ist eine absolut kranke Serie, welche tiefe Einblicke in die perverse Gedankenwelt der herrschenden Elite bietet. Während die erste Staffel wenigstens noch halbwegs spannend und interessant ist, sollte die zweite Staffel von Menschen mit sensiblen Nerven gemieden werden. Obwohl diese auf einer tropischen Insel spielt, ist sie noch weitaus düsterer als das erste Jahr in der arktischen Untergrundbasis. Die Altersfreigabe von FSK 16 ist diesbezüglich nicht nachvollziehbar, da es mehr als nur eine verstümmelte Leiche und sogar Verstümmelungen sowie Morde an Kindern gezeigt werden.

Vampirismus – Was steckt hinter dem Mythos?

von Joe Doe

Vampire sind mit Abstand die beliebtesten Horrorgestalten, die die Pop-Okkultur bevölkern. Die nächtlichen Blutsauger entstammen jedoch nicht gänzlich der Phantasie moderner Schriftsteller und Filmregisseure. Das heutige Bild der Vampire hat sich über Jahrtausende geformt und sich dabei auch realer Vorbilder bedient. Das Wort „Vampir“ stammt aus dem slawischen Sprachraum und dominiert seit spätestens 1732 die internationale Literatur.

Ebenfalls interessant ist das albanische Wort „dhampir“, welches aus den Wortteilen „dham“ für „Zahn“ und „pir“ für „trinken“ besteht. Dies weist bereits auf die spitzen Vampirzähne hin, mit denen die Blutsauger ihre Opfer beißen. Die ukrainische Gestalt des Upyr sowie der Upir in Weißrussland und der Slowakei könnte indes auf einen im Jahr 1047 n. Chr. erwähnten Fürsten namens Upir Lichyi in der Umgebung von Nowgorod zurückgehen. Zudem gibt es in Westrussland zwei Orte namens Upiry und Upirow, deren Bewohner behaupten, von Vampiren abzustammen.

Definitiv belegt ist dagegen die etymologische Herkunft des Obervampirs Dracula, den der irische Schriftsteller Bram Stoker (1847-1912) in seinem gleichnamigen Roman von 1897 in die Vampirliteratur einführte. Stoker holte sich seine Inspiration von Vlad III. (1431-1477), welcher keineswegs als Graf, sondern als Woiwode (vergleichbar mit dem dt. Titel eines Herzogs) über die Walachai (heute Rumänien) herrschte. Zu Transsilvanien, welches auch Siebenbürgen genannt wird, hatte Vlad III. zwar gute Beziehungen, allerdings war es niemals seine Heimat, wie es im heutigen Dracula-Mythos darstellt wird.

Ebenso fiktiv ist die Darstellung von Vlad III. als geflügelter Blutsauger, der kein Tageslicht verträgt. Die reale Grundlage für diesen Mythos ist jedoch durchaus blutrünstig, denn seine Gegner sowie Straftäter ließ der Despot bei lebendigem Leibe pfählen. Dies brachte ihm posthum den Beinamen Tepes (zu Deutsch „Pfähler“) ein. Zu Lebzeiten hatte Vlad III. indes den Beinamen Drăculea, wovon Bram Stoker seinen Dracula ableitete.

Man beachte den achtzackigen Stern der Ištar an der Krone.

Man beachte den achtzackigen Stern der Ištar an der Krone.

Drăculea bedeutet übersetzt so viel wie „Sohn des Drachen“ und bezieht sich auf die Mitgliedschaft seines Vaters Vlad II. im Drachenorden von König Sigismund von Luxemburg (1368-1437). Sigismund war seit 1387 König von Kroatien, zudem 1411-1415 König von Ungarn sowie römisch-deutscher König, seit 1419 König von Böhmen und zuletzt von 1433 bis zu seinem Tode römisch-deutscher Kaiser. Es ist schon recht seltsam, dass ein so mächtiger Herrscher 1408 ausgerechnet einen Drachenorden gründete. Nach außen hin gab sich der Orden zwar katholisch, doch sein wahrer Charakter offenbart sich in seinem Symbol. Es handelt sich um einen zur Ouroboros gekrümmten Drachen.

Drachenordenlogo

Wir haben hier also eine reptiloide Gestalt, die mit blutrünstigen Adeligen in Verbindung steht. Das führt uns direkt zur ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory (1560-1614), welche angeblich im Blut von über 600 Jungfrauen badete, um ihren Alterungsprozess aufzuhalten. Zwar bezweifeln einige Historiker die Darstellung Elisabeth Báthorys als „Blutgräfin“, betrachtet man jedoch die satanistischen Machenschaften des europäischen Adels, erscheint die Geschichte nicht mehr vollkommen abwegig. Das Familienwappen des Báthory-Klans zeigt jedenfalls abermals einen zur Ouroboros geformten Drachen.

Báthory Wappen

Man kann nun zu recht behaupten, dass Vlad der Pfähler und die Blutgräfin den Vampirmythos maßgeblich geprägt haben. Unsterblich waren die beiden allerdings nicht und obgleich sie ziemlich blutrünstig waren, gibt es keine Belege dafür, dass sie das Blut ihrer Opfer getrunken haben. Alles in allem entsprechen diese historischen Figuren den gewohnten Darstellungen von Vampiren nur bedingt, denn mit Sicherheit konnten sie sich keineswegs in Fledermäuse verwandeln und kamen nicht des Nachts in Schlafzimmer geflogen.

Die Verbindung zu Fledermäusen ist ein Aspekt, der erst später hinzu kam und tatsächlich auf die nachtaktiven Vampirfledermäuse zurückgeführt werden kann, welche sich von Blut ernähren. Diese kommen jedoch nur in Amerika vor. Folgerichtig ist diese Herleitung frühestens auf das 16. Jahrhundert zu datieren, nachdem Amerika 1492 durch Christoph Kolumbus (wieder-)entdeckt wurde. Vampirfledermäuse sind daher maximal als Ergänzung des Vampirmythos zu betrachten.

Vampirfledermaus

Von Ethnologen wird der Vampirmythos indes auf den Glauben an Wiedergänger zurückgeführt, welcher vor allem in Südosteuropa verbreitet war. Ausgehend vom Karpatenraum hat sich dieser Glaube vor allem in Rumänien, Bulgarien, Albanien, Serbien, Ungarn und sogar bis nach Österreich verbreitet. Doch sind Wiedergänger wirklich die Vorlage für die modernen Vampire? Oder wird diese Erklärung nur herangezogen, um das Satanismusthema zu umgehen?

Wiedergänger haben nämlich so ziemlich nichts mit klassischen Vampiren gemein. Es handelt sich viel mehr um untote Menschen, die ihre Gräber verlassen und ruhelos umherirren. So z.B. der kroatische Bauer Jure Grando, welcher 1656 verstarb und 1672 aus seinem Grab gestiegen sein soll, um fortan das Dorf Kringa zu terrorisieren. Zwar wurde Grando später als erster Vampir schriftlich dokumentiert, doch scheint diese Bezeichnung nicht gerechtfertigt.

In der Folge kam es zu weiteren Vampiranschuldigungen gegen vermeintliche Untote. Wann und wo immer es zu rätselhaften Todesfällen kam, wurde die Schuld auf Untote geschoben. Vor allem zwischen 1718 und 1732 kam es in osteuropäischen Dörfern zu vermeintlichen Vampirepidemien. Da Viren und Bakterien noch weitgehend unbekannt waren, suchten die abergläubigen Menschen dieser Zeit nach einfachen Erklärungen. Zumindest ging die Schuld diesmal aber nicht an vermeintliche Hexen, sondern an Verstorbene. Die Enthauptungen und Pfählungen von Leichen waren zwar dennoch extrem unappetitlich und wären aus heutiger Sicht strafbar, aber zumindest waren die Betroffenen schon tot.

Ab 1732 wurden derartige Fälle schließlich wissenschaftlich und medizinisch untersucht, womit der Aberglaube an Wiedergänger schnell ein Ende fand. Ohnehin taugten die Wiedergänger des altertümlichen Volksglaubens nicht viel als Vorlage für klassische Vampire, da sie weder von Vampiren gebissen wurden, noch selbst Blut saugten. Am ehesten dienen sie als Vorlage für Zombies, wobei sogar letztere noch mehr mit Vampiren gemein haben, da sie Menschen anknabbern und auf diese Weise ihre Infektion verbreiten. Vergessen wir also die Wiedergänger, denn Vampire sind nicht wirklich als Untote zu verstehen, sondern viel eher als Unsterbliche.

Zumindest für die Lichtempfindlichkeit der Vampire gibt es durchaus eine passable wissenschaftliche Erklärung. Die Rede ist von der Stoffwechselkrankheit Porphyrie, bei der es zu einer Störung der Produktion des roten Blutfarbstoffes kommt. Ausgelöst wird die Krankheit entweder durch einen Gendefekt oder durch eine Vergiftung, z.B. mit Blei. Neben den psychischen Folgen gehören Lichtempfindlichkeit, schrumpfende Lippen, hervortretende Zähne und ein roter Belag auf den Zähnen zu den Symptomen. Das hört sich zusammengenommen schon sehr nach dem Aussehen eines klassischen Vampirs an.

Insbesondere die Lichtempfindlichkeit, die zur Verkrüppelung von Fingern und Nase führen kann. Das ist die wohl beste Erklärung dafür, dass Sonnenlicht für Vampire tödlich sein soll. Ein weiteres Mittel gegen die Blutsauger soll Knoblauch sein, was ebenfalls in Zusammenhang mit Porphyrie steht. Das in Knoblauch enthaltene Dialkylsufid verschlimmert nämlich die Symptome, sodass das Gewächs tatsächlich wie Gift auf Porphyrie-Kranke wirkt. Ähnlich wie bei Werwölfen die Hypertrichose scheint also im Falle der Vampire die Porphyrie die wahrscheinlichste Ursache des Mythos zu sein.

Bleibt aber noch die Frage nach dem Trinken von Blut. Tatsächlich erhalten Porphyrie-Patienten heutzutage Blutfarbstoffinjektionen, um die Krankheit zu lindern. Es wird vermutet, dass in früheren Jahrhunderten, als es diese Behandlungsmöglichkeit noch nicht gab, die Betroffenen Blut getrunken haben. Porphyrie ist zu allem Überfluss – dem Inzest sei dank – im deutschen und britischen Hochadel verbreitet. So soll der britische König George III. (1738-1820) unter der Krankheit gelitten haben und tatsächlich konnte anhand einer posthumen DNA-Analyse bei zwei seiner Nachfahren Porphyrie nachgewiesen werden. Bei einem weiteren Nachkommen von George III., der 1972 verstarb, wurde Porphyrie sogar noch zu Lebzeiten festgestellt.

Möglicherweise ist also tatsächlich etwas an dem Gerücht dran, demzufolge der europäische Hochadel Blut säuft. Allerdings scheint dies zumindest in einigen Fällen eher medizinische Hintergründe gehabt zu haben und ist leider kein Beweis dafür, dass das britische Königshaus aus Reptiloiden besteht. Ein Gegenbeweis für satanistische Menschenopfer ist der Verdacht auf Porphyrie jedoch ebenso wenig. Die Verstrickung der europäischen Königshäuser in okkulte Geheimgesellschaften und Kinderschänderskandale ist ein trauriger Fakt. Da das Trinken von menschlichem Blut in Satanismuskreisen durch dutzende unabhängige Zeugen bestätigt werden kann, sollte dieser Verdacht also keineswegs verworfen werden.

Zuweilen gehen Satanismus und Vampirismus sogar ganz offen Hand in Hand. Es gibt eine Reihe kruder Okkultisten, die schon in Freakshows im Fernsehen aufgetreten sind und dort behauptet haben, sich von Blut zu ernähren. Entgegen den Behauptungen wohl aber kaum von Blut allein, denn dafür ist das menschliche Verdauungssystem gar nicht ausgelegt. Die meisten dieser Freaks sind natürlich nur Hobbysatanisten und Gothic-Kids, deren romantische Vorstellung von Vampiren aus Hollywoodfilmen stammt. Es gibt allerdings auch wirklich gestörte Freaks und bekennende Satanisten, bei denen es kein reiner Spaß mehr ist.

Doch beschränkt sich der Blutkonsum allein auf menschliche Psychopathen? Glaubt man den Berichten über Reptiloidenbegegnungen, so trinken diese ebenfalls Menschenblut, essen allerdings auch Menschenfleisch. Zudem gibt es einige Hinweise darauf, dass zumindest ein Teil des Vampirmythos auf die Reptiloiden zurückgeht. Zum einen gibt es die bereits genannten Verbindungen von Drachenwesen zu Vlad III. und Elisabeth Báthory. Drachen gelten in Europa seit jeher als Menschenfresser, die in Sagen und Märchen Jungfrauen und kleine Kinder stehlen. Das lässt sich wiederum sehr gut mit den Kindstötungen und Jungfrauenopferungen im Satanismus zusammenfügen.

Weiterhin gibt es einige Vampirbeschreibungen, in denen die Blutsauger nicht mit spitzen Zähnen zubeißen, sondern das Blut mit spitzen Fingernägeln zapfen. Dies könnte eine Anspielung auf die Krallen der Reptiloiden sein. Zu guter letzt dürfte es wohl kaum ein Zufall sein, dass Vampire in der modernen Pop-Okkultur immer wieder als reptilienhafte Gestalten dargestellt werden.

Repto Butchers

Neben den Reptiloiden haben auch die Grey einen schlechten Ruf und einige menschliche Entführungsopfer berichten sogar, beide Spezies in Interaktion gesehen zu haben. Die Grey scheinen dabei eine untergeordnete Spezies zu sein, die die Drecksarbeit erledigt. Dazu gehören unter anderem die mysteriösen Viehverstümmelungen, die es rund um den Globus gibt. Neben Geschlechtsteilen und inneren Organen wird den Tieren oftmals auch sämtliches Blut abgezapft.

Eine Theorie besagt, dass die Viehverstümmelungen Teil von genetischen Experimenten sind. Einige andere Zeugen wollen jedoch beobachtet haben, wie die Grey in Tanks mit einer organischen Flüssigkeit steigen. Angeblich sollen sie sich über die Haut ernähren und aus diesem Grund ein regelmäßiges Blutbad nehmen. Báthory in Space.

Eine weitere Verschwörungstheorie besagt, dass die Reptiloiden und Grey Energievampire seien, die sich von der Angst ihrer Opfer ernähren. Das mag auf den ersten Blick unsinnig erscheinen und was die esoterischen Behauptungen von David Icke betrifft, handelt es sich auch um Unsinn. Im übertragenen Sinne sieht die Sache allerdings schon anders aus, denn emotionalen Vampirismus gibt es tatsächlich und das sogar unter Menschen.

Es handelt sich dabei natürlich nicht um eine Form der Ernährung, sondern um emotionale Ausbeutung. Psychotische Personen wie Adolf Hitler laden sich zum Beispiel am Jubel der Massen auf. Im Verlauf des 2. Weltkrieges, als es keine großen Parteitage mehr gab, baute Hitler in der Folge geistig stark ab. Es kann davon ausgegangen werden, dass er gegen Ende unter Depressionen litt, was schließlich in seinem Suizid gipfelte. Eine andere Form von emotionalem Vampirismus ist der Sadismus, bei dem sich die Täter am Leid ihrer Opfer ergötzen. Dies kann in den krassesten Fällen sogar sexuelle Ekstase beinhalten, wie am Beispiel von Sexualstraftätern, Frauenmördern und Kinderschändern gut nachvollzogen werden kann.

Der Begriff des Vampirismus kann sich also sowohl auf eine Affinität zu Blut, als auch auf Energievampirismus beziehen. Hinzu kommt der politische Vampirismus, der u.a. auf das Ausbluten besetzter Staaten während der Kolonialzeit sowie auf den Neokolonialismus angewandt werden kann. Mit Vampiren im klassischen Sinne hat das natürlich nichts mehr zu tun.

Kommen wir aber abschließend noch einmal auf die klassischen Vampire zurück und widmen uns der Frage, wie diese abgewehrt oder getötet werden können. Sonnenlicht und Knoblauch dürften wohl lediglich gegen Porphyrie-Kranke helfen. Da diese aber keine Gefahr sind, wäre ein solches Vorgehen ziemlich mies. Kruzifixe und Weihwasser dürften indes völlig nutzlos sein. Derartiger Aberglaube beruht sehr wahrscheinlich darauf, dass Vampire in früheren Jahrhunderten als dämonische Wesen galten, die in Opposition zu Gott stehen. Solche Waffen funktionieren also nur in Filmen und Romanen.

Die klassischste Variante, einen Vampir zu töten, ist das Treiben eines Pfahls durch das Herz. Diese Methode rührt von den Leichenschändungen her, mit denen die abergläubigen Osteuropäer bis ins frühe 18. Jahrhundert hinein vermeintlichen Wiedergängern das Handwerk legen wollten. Neben dem Köpfen lag die Pfählung der Toten damals stark im Trend. Selbstverständlich würden Enthauptungen und Pflöcke ins Herz so ziemlich alles umbringen – ob nun Menschen, Vampire, Fledermäuse oder Reptiloide. Es handelt sich also um bewehrte Methoden.

Neben den klassischen Mitteln gegen Vampire werden in der Pop-Okkultur auch immer wieder neue Methoden hinzugedichtet, mit denen den Blutsaugern das Handwerk gelegt werden kann. So greifen einige Autoren auf Silber zurück, welches eigentlich Werwölfen vorbehalten ist. In der Realität hat sich jedoch ausschließlich Quecksilber als giftig erwiesen. Ansonsten liegt noch Verbrennen hoch im Kurs, wobei sich Vampire bei Kontakt mit Sonnenlicht zuweilen spontan von selbst entzünden.

"Nosferatu" (1922)

„Nosferatu“ (1922)

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Vampirmythos mehrere Wurzeln hat und im Laufe der Jahrhunderte um immer neue Aspekte ergänzt wurde. Eigenschaften sowie Reaktionen auf bestimmte Abwehrmaßnahmen können dabei zum Teil wissenschaftlich erklärt werden. Darüber hinaus ist für einige Menschen aus dem Mythos inzwischen ein Lifestyle geworden – zuweilen in romantisierender Weise, im Satanismus jedoch auch mit kannibalistischem Hintergrund.

Videoanalyse: Michael Jacksons Thriller

1982 erschien Michael Jacksons Album „Thriller”. Für die gleichnamige Single wurde ein aufwendiges Horrorvideo produziert, in welchem sich der Sänger in einen Werwolf verwandelt. Trotz des hochgradig okkulten Themas betonte Michael Jackson (1958-2009) gleich vorweg, dass er aufgrund seiner persönlichen Überzeugungen mit diesem Film nicht für den Glauben an das Okkulte werben wollte.

01 Hinweis

Das ist ein wenig ironisch, denn zu diesem Zeitpunkt war er bereits komplett von okkulten Symbolen umgeben. Der Hinweis ergibt aber dennoch Sinn, da Michael Jackson wohl tatsächlich nur ein Spielball der okkulten Musikmafia war. Er konnte sich ohnehin nie so ganz mit der satanistischen Elite anfreunden, die im Kern stark rassistisch ist und ihn als Afroamerikaner stets nur ausbeutete. Zwar wurde Jackson ab Mitte der 1980er durch die Hautkrankheit Vitiligo selbst zu einem Weißen, was er jedoch offen bedauerte. Er stand zu dem, was er war und kehrte Sony nach 2000 den Rücken zu.

Ab 2001 sprach er dann mehrfach sehr direkt von einer Verschwörung innerhalb der Musikindustrie, welche sein letztes Album in zahlreichen Negativkritiken verrissen hatte. Bei einem Auftritt am 15. Juni 2002 in London nannte er den damaligen Sony-Chef Tommy Mottola sogar den Teufel. 2009 wurde Jackson schließlich kurz vor dem Beginn seiner finalen Tournee mit dem Titel „This is it“ ermordet.

Gehen wir also davon aus, dass die okkulte Symbolik nicht auf Michael Jacksons eigenem Mist gewachsen ist. Dennoch ist sie in „Thriller“ für jedermann gut sichtbar.

02 Thriller

Das Video beginnt mit einem harmlosen Nachtspaziergang, bei dem Michael seiner Angebeteten einen Verlobungsring überreicht. Er teilt ihr außerdem mit, dass er nicht so wie die anderen Jungs ist. Was er damit meint, zeigt sich kurz darauf, als gegen Mitternacht der Vollmond sichtbar wird.

03 Vollmond

Als die Verwandlung zum Werwolf einsetzt, bekommt Michael nicht etwa Wolfsaugen, sondern Reptilienaugen.

04 Reptojacko

Nun, vielleicht ist er ja auch ein Werkater. So genau kann man das nicht einordnen, aber zumindest würde das seine geschlitzten Pupillen erklären.

05 Verwandlung_1

06 Verwandlung_2

Die nächste Minute hetzt Jacko seine Freundin durch den Wald. Wie sich jedoch herausstellt, ist alles nur ein Film, den er sich mit einer anderen Freundin ansieht. Deren Jacke hat ein blaues Leopardenfellmuster, was sie dezent zu seinem Sexkätzchen degradiert.

07 Sexkitten_1

08 Sexkitten_2

Michaels Freundin rennt aus dem Kino, wo es rechts neben dem Filmtitel gleich mal etwas Schleichwerbung für das verantwortliche Label Sony gibt.

09 Product Placement

Jacko folgt seiner Angebeteten und tänzelt zunächst einmal um sie herum. Auffällig ist, dass Sie eine Blau/Rot-Kombination trägt, während Michael komplett in satanisches Rot gekleidet ist.

10 BlauRot

Seine Worte sind ebenso wenig beruhigend:

„“It’s close to midnight
And something evil’s lurking in the dark
Under the moonlight
You see a sight that almost stops your heart”

“Es ist kurz vor Mitternacht
Und etwas Böses lauert im Dunkeln
Unter dem Mondlicht
Siehst du einen Anblick, der fast dein Herz anhält”

Passend dazu kommen die beiden an einem Friedhof vorbei, auf dem sich alsbald die Zombies aus ihren Gräbern erheben. Eine Stimme verkündet, dass es Mitternacht ist und die betreffenden Kreaturen auf der Suche nach Blut sind.

11 Friedhof

Es folgt der erste Zombiewalk in einem Musikvideo…

12 Zombiewalk

Als das Teeniepärchen von den Zombies umzingelt wird, verwandelt sich Michael plötzlich selbst in einen. Das ist nicht wirklich besser als die Verwandlung in einen Werwolf, ein paar Minuten zuvor. Offensichtlich ist Jacko der Anführer der Untoten und sie tanzen im wahrsten Sinne des Wortes nach seiner Pfeife.

„Cause this is Thriller, Thriller night
And no one’s gonna save you”

“Denn das ist Thriller, Thriller-Nacht
Und niemand wird dich retten“

13 Oberzombie

Seine Freundin flieht indes in eine verlassene Bruchbude, wo sie letztendlich in der Falle sitzt. Passend dazu heißt es im Text:

„You hear a door slam
And realize there’s nowhere left to run
You feel the cold hand
And wonder if you’ll ever see the sun
You close your eyes
And hope that this is just imagination”

“Du hörst die Türe zuknallen
Und realisiert, du kannst nirgendwo hin entkommen
Du fühlst eine kalte Hand
Und würdest dich wundern, wenn du jemals wieder die Sonne siehst
Du schließt deine Augen
Und hoffst, dass alles nur Einbildung ist“

Und tatsächlich: Als Michael nach ihr greift, wacht sie auf. Scheinbar war alles nur ein Traum. Oder doch nicht? In der letzten Einstellung blickt Michael Jackson noch einmal zurück und hat erneut Reptilienaugen. Rechts neben ihm steht ein weißer Obelisk, der den freimaurerisch-okkulten Charakter dieses Musikvideos noch einmal unterstreicht.

14 Reptoobelisk

Okkult ist auch die folgende Textpassage:

„They’re out to get you
There’s demons closing in on every side
They will possess you”

“Sie wollen dich bekommen,
Da sind Dämonen, die von allen Seiten kommen
Sie werden dich besetzen“

Das Lied ist voll von solch dämonischen Szenarios und dreht sich ausschließlich darum, Menschen zu schockieren und zu ängstigen. Selbstverständlich steht dies im Widerspruch zum Hinweis am Beginn des Videos, aber wie gesagt spiegelt dieser nur Michael Jacksons persönliche Meinung wieder und nicht die der Produzenten dieses okkulten Gruseltheaters.

The Cabin in the Woods – Rituelle Menschenopfer

von Joe Doe

Für Dana (Kristen Connolly) und ihre Freunde Jules (Anna Hutchison), Curt (Chris Hemsworth), Holden (Jesse Williams) und den stets kiffenden Marty (Fran Kranz) sollte es einfach nur ein entspannter Urlaub werden. Doch ihr Ziel, eine Hütte im Wald (engl. „Cabin in the Woods“), stellt sich als präparierte Freakshow heraus.

Der Film beginnt jedoch nicht mit den Jugendlichen. Stattdessen werden gleich zu Beginn die Experimentatoren vorgestellt, womit der Spannungsaufbau futsch ist. Die Zuschauer wissen bereits, mit wem es die Teenies zu tun bekommen werden.

Die Experimentatoren wirken zunächst wie CIA-Wissenschaftler, die eine psychologische Studie durchführen. Dazu würde passen, dass sie ihre Opfer bereits im Vorfeld mit Geheimdienstmethoden ausspähen und gezielt in die Falle locken.

Diese besteht nicht nur aus der Hütte, sondern aus einem ganzen Waldareal, welches durch ein Kraftfeld abgesichert ist. Dieses Kraftfeld besteht aus Hexagonen, deren okkulte Bedeutung später noch offensichtlich wird.

Hexagonnetz

Sowohl in der Hütte als auch im Wald wimmelt es von versteckten Kameras und technischen Spielereien, mit denen die Situation unter Hinzugabe von Pheromonen und dergleichen in bestimmte Richtungen gesteuert werden kann. Bis hier hin wirkt alles noch wie ein Psychospiel und es kommen einem sogleich Filme wie „Experiment Killing Room“ in den Sinn. Doch „The Cabin in the Woods“ geht eigene Wege.

Big Brother Show

Nachdem bereits einige Anspielungen auf einen religiösen Hintergrund der Freakshow gefallen sind, werden die Jugendlichen von den Experimentatoren in den Keller gelockt. In diesem entdecken sie diverse Artefakte, mit denen sich spezifische Gegner aktivieren lassen. Die Wahl treffen dabei die ahnungslosen Teenies, während tief unter der Erde die Experimentatoren Wetten darauf abschließen, auf welche Gegner die zufällige Wahl fallen wird. Hier beginnt die Story allmählich richtig krank zu werden, denn derartiges Verhalten lässt jegliche Professionalität vermissen.

Wette

Als Dana eine Beschwörungsformel aus einem ziemlich abartigen Tagebuch vorliest, werden Zombies entfesselt, die Jagd auf die Jugendlichen machen. Aus dem Psychofilm wird vorübergehend ein Teenie-Slasher vom Kaliber des „Texas Chainsaw Massacre“ oder „Freitag der 13.“. Dabei werden auch noch sämtliche Klischees dieses Genres erfüllt. Regel Nr. 1: Wer Sex hat, stirbt. So erwischt es Jules gleich als erstes.

Opferhure

Kurz nach ihrem Ableben nimmt der Film die nächste Wendung, denn Jules’ Blut wird aufgefangen und einem Wandrelief zugeführt. Selbiges geschieht auch mit dem Blut der anderen Opfer und es wird immer wieder von einem Ritual gefaselt.

Blut muss fließen_1

Blut muss fließen_2

Es geht also gar nicht um ein psychologisches Experiment, sondern um ein satanistisches Menschenopfer. In diesem Kontext ergeben die blutrünstigen Ritualdarstellungen im Vorspann plötzlich einen Sinn.

Vorspann_1

Vorspann_2

Die finsteren Logenbrüder treten jedoch keineswegs wie ihre historischen Vorbilder als Kuttenträger mit schwarzen Kerzen auf, sondern ganz trocken als Laborpersonal. Geisteskrank sind sie trotzdem, denn als es der letzten Überlebenden an den Kragen geht, lassen sie bereits die Korken knallen und feiern den Erfolg ihres abscheulichen Treibens.

Party

Doch kaum ist man über diesen Abgrund hinweg, öffnen sich bereits die nächsten Abgründe. Denn derartige Rituale werden weltweit abgehalten. Über Monitore erfährt man u.a. von einem Ritual in Japan, bei dem eine Klasse von neunjährigen Mädchen einem Dämon geopfert werden soll. Zwar schlägt dieses fehl, wobei sich einer der Experimentatoren höllisch aufregt, wie schwer es sein könne, eine Neunjährige zu töten. Dennoch kommen einem Kenner der dunklen Schattenwelt sofort Fälle von rituellen Kindstötungen in satanistischen Kreisen in den Sinn. Diese gibt es in der Realität ebenfalls weltweit und man fragt sich, was der Film hier eigentlich aussagen möchte?

Kyoto-Ritual

Um bloße Unterhaltung scheint es hier jedenfalls nicht zu gehen. Denn zum einen ist der Film einfach zu blutrünstig, als dass sich ein geistig gesunder Mensch daran erfreuen könnte. Zum anderen gibt es noch mehr erschreckende Parallelen zwischen der Filmhandlung und der realen Welt des Okkultismus.

Die müssen auch Dana und Marty erfahren, die wie durch ein Wunder überlebt haben. Sie schaffen es, durch das Grab der Zombiefamilie in die unterirdische Anlage einzudringen und landen zunächst in einem Lift. Mit diesem fahren sie an weiteren Monstern vorbei, deren Zweck inzwischen klar sein dürfte. Die Anordnung der kubischen Container erinnert übrigens sehr stark an die „Cube“-Trilogie, in der ebenfalls Menschen aus ihrem Alltag entführt und in einer mit Fallen gespickten Anlage abgemetzelt werden.

Kubenkeller

Die kuriosen Züchtungen, die in einer unterirdischen Anlage gehalten werden, erinnern indessen an Gerüchte über reale Untergrundbasen, in denen angeblich genetische Experimente durchgeführt werden. Namentlich wären hier Montauk (Long Island, USA) und Dulce (New Mexico, USA) zu nennen. In der Umgebung von Dulce kommt es dabei regelmäßig zu Viehverstümmelungen, genetischen Missbildungen und UFO-Sichtungen, während an Stränden von Long Island immer wieder undefinierbare Kadaver angeschwemmt werden.

Die Parallelen können kaum ein Zufall sein, zumal diese sich weiter fortsetzen. Allerdings scheinen die Filmmonster im Gegensatz zur Realität nicht nur einfach Genexperimente zu sein. Einerseits wird dies durch einen Kommentar impliziert, demnach die Kreaturen aus der alten Welt (möglicherweise Atlantis?) stammen. Zudem finden sich unter ihnen auch Geisterwesen und ausnahmslos alle werden von Blutdurst getrieben. Es handelt sich bei den Monstern viel eher um Dämonen und wo wir schon mal bei denen sind, dürfen natürlich Clowns sowie anderes Getier nicht fehlen.

Killerclown

Killerclown

Geist

Geist

Pinhead-Abklatsch mit Kugel statt Kubus

Pinhead-Abklatsch mit Kugel statt Kubus

Schlange

Schlange

Batman

Batman

Zombies

Zombies

Dana und Marty gelingt es, in einen Kontrollraum vorzudringen und bevor sie von Soldaten eingekreist werden, lassen sie die Kreaturen los. Diese richten sogleich ein Blutbad an, womit das Opferritual ein etwas größeres Ausmaß annimmt als ursprünglich geplant. Vor allem hatten die Laborkittel wohl kaum im Sinn, ihrem kranken Treiben selbst zum Opfer zu fallen.

Blutbad_1

Blutbad_2

Blutbad_3

Blutbad_4

Die beiden überlebenden Teenies nutzen das Chaos, um sich davon zu schleichen. Doch der einzige Fluchtweg führt noch tiefer in die Untergrundbasis. Ihre Reise endet in einem Zeremoniensaal, in dem das Blut ihrer Freunde aufgefangen wurde. Auf dem Boden befindet sich ein schwarzes Pentagon, wobei man sich inzwischen fragt, warum sich die Setdesigner nicht gleich für ein Pentagramm mit schwarzen Kerzen entschieden haben?

Pentagrammraum

Im Ritualraum gibt sich schließlich die Direktorin der Anlage zu erkennen. Es spricht dabei schon Bände, dass man für diese Rolle ausgerechnet Sigourney Weaver wählte, die bereits in zwei „Ghostbusters“-Filmen Erfahrungen mit dämonischen Geistern und okkulten Ritualen machen durfte.

Ripley

Den zwei Überlebenden schildert sie die angebliche Notwendigkeit der Opferrituale, womit Hollywood die finale Bombe platzen lässt. Denn die Menschenopfer dienen dazu, dämonische Wesen in der Tiefe der Erde zu besänftigen. Die Direktorin nennt sie „die Götter, die einst die Welt beherrschten“, was man als Anspielung auf die Anunna oder sonstige Wesen aus der Prä-Astronatuik verstehen könnte.

Diese würden ohne die regelmäßigen Opfer auf die gesamte Menschheit losgehen und alle töten. Der Pakt, den die satanistische Elite mit diesen Wesen geschlossen hat, soll garantieren, dass die Menschheit in ihrer Gesamtheit in Ruhe gelassen wird.

Riesenhand

Wesen in der Tiefe? Ein geheimer Pakt der Schattenregierung? Menschenopfer und Untergrundbasen? Da schrillen einem doch die Alarmglocken! Offensichtlich sind hier die Grey und Reptiloiden gemeint, die nach Aussagen von diversen Whistleblowern und Entführungsopfern Untergrundbasen betreiben.

Die Schattenregierung soll dabei einen Pakt mit den Grey eingegangen sein, der es den Aliens erlaubt, im Gegenzug für ihre Technologie, Menschen zu entführen und Vieh zu verstümmeln. Ob es auch wieder nur ein Zufall ist, dass Sigourney Weaver bereits eine Area 51-Direktorin in „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ spielte? Hinzu kommen ihre E.T.-Erfahrungen aus vier Teilen der „Alien“-Reihe.

Es fragt sich allerdings, ob es hier nur um die Grey geht oder nicht viel eher um deren reptiloide Overlords. Mit den Reptos sollen die Spitzen der Geheimbünde schon seit Jahrtausenden paktieren, was sich im Film widerspiegelt. Macht und Reichtum für frisches Menschenfleisch und Blut. Da schließt sich der Kreis zu den Menschenopfern, die sich bei weitem nicht auf den Satanismus beschränken. Man denke nur an die blutrünstigen Opferrituale der Maya und Azteken zu Ehren der gefiederten Himmelsschlange (Kukulkan).

Fazit: Ob man nun die Prä-Astronautik oder okkulte Bruderschaften bemüht – es sind einfach zu viele offensichtliche Parallelen, als das man „The Cabin in the Woods“ als reine Fantasy-Unterhaltung abtun könnte. Obgleich die Story Fantasy-Elemente enthält, ist bei all der Symbolik klar, worauf sie abzielt.

Wirklich übel muss man den verantwortlichen Filmemachern dabei nehmen, dass sie den Satanismus nach allen Regeln der Kunst verharmlosen. Bestialische Menschenopfer werden als Notwendigkeit hingestellt, da die heimlichen Herrscher der Welt sonst an die Oberfläche kommen und alles zerstören. Wenn sie aber alle Menschen ausrotten würden, würden sie sich damit ihrer eigenen Nahrungsgrundlage berauben. Zudem könnten die Reptos genauso gut Tierblut saufen.

Die Menschenopfer, die in verschiedenen Kulturen sowie im Satanismus zelebriert wurden und werden, sind einfach durch nichts zu rechtfertigen. Ebenso können die verantwortlichen Menschen nicht in Schutz genommen werden. Es handelt sich um psychisch sehr kranke Leute, die eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Es darf überdies nicht vergessen werden, dass die meisten ihrer Opfer keineswegs an Satan, Kukulkan oder sonstige übernatürliche Wesen gehen, auch wenn die Verantwortlichen das vielleicht glauben. Vielmehr handelt es sich um die Auslebung ihrer eigenen sadistischen Triebe.

Was soll man also von einem Film wie „The Cabin in the Woods“ halten? Zum einen ist er Bestätigung für all jene, die schon längst von selbst hinter die okkulte Verschwörung gekommen sind. Für die Massen dürfte der Streifen jedoch ebenfalls keine angenehme Unterhaltung sein, da er schlichtweg zu verstörend und grausam ist. Einen Volltreffer dürfte Hollywood also vor allem bei jenen landen, die bereits genügend abgestumpft sind, sich an einem gespielten Opferritual zu ergötzen.

World War Z – Bevölkerungsreduktion leicht gemacht

von Joe Doe

In „World War Z“ kommt der 3. Weltkrieg als Zombieapokalypse daher. Von dieser wird der ehemalige UN-Mitarbeiter Garry Lane (Brad Pitt) samt seiner Familie mitten in einem Stau überrascht. Es beginnt eine wilde Flucht, doch dank der hochrangigen Beziehungen von Garry wird die Familie vom Militär auf einen sicheren Flugzeugträger im Atlantik ausgeflogen.

In der dortigen Zentrale wird Garry das gesamte Ausmaß der Zombieapokalypse bewusst. Die Bevölkerungsreduktion beläuft sich innerhalb kürzester Zeit auf mehrere Milliarden, was bereits im Filmtrailer sehr dramatisch dargestellt wird. Man kommt geradezu zwangsläufig zu der Vermutung, es mit einer biologischen Waffe zu tun zu haben, die genau zu diesem Zweck geschaffen wurde.

World War Z Bevölkerungsreduktion_1

World War Z Bevölkerungsreduktion_2

Den wahren Ursprung des Virus wird Garry jedoch nie herausfinden. Dafür erfährt er am eigenen Leib, wie es in der hastig etablierten Militärdiktatur zugeht. Wer nicht von Nutzen ist, wird in ein Flüchtlingslager zurück aufs Festland deportiert, wo die Zombieseuche wütet. Um seine Familie zu retten, wird er gezwungen, sich auf eine Mission zu begeben. Diese führt ihn zunächst nach Südkorea, wo der Ursprung der Seuche vermutet wird.

Natürlich verläuft dort alles nach Murphys Gesetz und sein Team bekommt es gleich nach der Landung mit Zombies zu tun. Diese sind keineswegs lahm, wie es sich für Zombies gehört, sondern blitzschnell und auch die Inkubationszeit beträgt weniger als 20 Sekunden. Das erinnert ein klein wenig an „28 Day Later“, mit dem „World War Z“ überdies die negative Grundstimmung teilt.

An Sinnlosigkeit mangelt es ebenfalls nicht. Der junge Arzt, der erst als Hoffnung der Menschheit zunächst gefeiert wird, stirbt gleich nach der Ankunft in Südkorea. Allerdings nicht durch die Zombieattacke, sondern weil er stolpert und sich beim Sturz das Genick bricht. Beim Abflug sterben dann abermals einige Überlebende des südkoreanischen US-Stützpunktes. Denn die Zombies reagieren auf Lärm und natürlich muss da irgendwer Krach machen.

Ähnlich geht es dann in Israel weiter, wohin Garry aufgrund eines Tipps reist. Israel wusste bereits vor Ausbruch der Seuche bescheid und hat alle Mauern geschlossen. Man bekommt zunächst den Verdacht, dass Israel das Virus auf die Menschheit losgelassen haben könnte, zumal es dort in der realen Welt tatsächlich rassistische Extremisten gibt, die das mit dem „auserwählten Volk“ recht neonazistisch sehen.

Es stellt sich jedoch heraus, dass der findige Mossad-Agent Jürgen Warmbrunn (Ludi Boeken) als „zehnter Mann“ die Gegenmeinung vertreten musste und daher die Aussagen über Zombies in Indien ernst nahm. Israel lässt indessen alle Überlebenden in sein hermetisch abgesichertes Staatsterritorium und avanciert so zum Retter der Menschheit. Sogar Palästinenser finden dort Zuflucht.

World War Z Fall of Jerusalem

Jedoch löst eine Gruppe von Flüchtlingen mit ihrem lauten Lobgesang einen Zombieansturm aus und es endet wieder einmal alles in einem Blutbad. Die Zombies erklimmen die Mauer von Jerusalem und strömen in die Stadt. Offenbar hat niemand daran gedacht, die Mauer oben herum mit Stacheldraht abzusichern. Irgendwann fängt Murphys Gesetz an zu nerven.

World War Z Zombiepyramide

Immerhin gelingt es Garry, die israelische Soldatin Segen (Daniella Kertesz) nach einem Biss zu retten, indem er ihr die linke Hand abhackt. Zusammen mit ihr schafft er es in ein startendes Flugzeug und entkommt der Zombiemeute. Doch man ahnt es schon, Murphys Gesetz schlägt bald wieder zu. Aus unerfindlichen Gründen hat es ein Zombie an Bord geschafft und infiziert in kürzester Zeit fast alle Passagiere.

Das Flugzeug stürzt irgendwo in Wales ab, wobei nur Garry und Segen überleben. Immerhin war das Abhacken ihrer Hand damit nicht umsonst. Dennoch ist das nur ein schwacher Trost, zumal Garry beim Absturz von einer Metallstange durchbohrt worden ist und kurz darauf seine Familie ans Festland deportiert wird, da er sich über längere Zeit nicht meldet und daher für tot erklärt wird.

Zusammen mit Segen schafft Garry es zum WHO-Zentrum, wo er nach einer Notoperation drei Tage später wieder aufwacht. Bereits im Flugzeug begann er zu begreifen, dass todkranke Menschen von den Zombies verschont werden und nun will er überprüfen, ob die Infektion mit einem anderen Virus die Rettung vor der Zombieseuche sein könnte.

So ganz logisch ist das aber nicht. Zwar stimmt es, dass einige Raubtiere einen Bogen um kranke Beute machen, aber Menschen, die mit dem Zombievirus infiziert wurden, dürften wohl kaum noch die kognitive Fähigkeit besitzen, kranke und gesunde Personen zu unterscheiden. Zudem tragen Menschen alle möglichen Krankheitskeime in sich, die meistens nicht zum Ausbruch kommen. Wenn das Vorhandensein von anderen Viren, wie z.B. Grippe, vor dem Zombievirus schützt, dann hätte sich die Seuche gar nicht erst so weit ausbreiten können.

Es ist einfach nicht glaubwürdig, dass das Zombievirus da große Unterschiede macht, ob jemand nur krank oder todkrank ist und ausschließlich letztere Fälle meidet. Weiterhin dürfte es die Menschheit wohl kaum retten, wenn sich alle mit Ebola und Pocken infizieren, um von den Zombies verschont zu werden. Über Logik und Realismus darf man sich da also keine Gedanken machen. Zombies sind hirntot und gleiches gilt für manche Drehbuchautoren.

Von daher ist es halt einfach so, dass die WHO auf Basis einer beliebigen Seuche einen Impfstoff entwickelt und damit die Menschheit rettet. Allerdings nur die Nichtinfizierten. Die Zombies werden hingegen eiskalt niedergemäht. Vielleicht hätte man sie ja ebenfalls heilen können, wie im wesentlich positiveren Film „Warm Bodies“. Doch stattdessen lockt man sie zu Hunderttausenden in ein Stadion und haut eine Bombe drauf. Menschenverachtung pur!

Fazit: „World War Z“ ist einer der am wenigsten glaubwürdigen Zombiefilme. Die Zombies haben übermenschliche Kräfte, obwohl sie doch verfaulende Untote sein sollten. Die Inkubationszeit ist ebenfalls irrsinnig schnell. Und als wäre die Zombieapokalypse noch nicht schlimm genug, geht auch sonst alles schief, was schief gehen kann. Ein Wunder, dass es am Ende überhaupt noch Hoffnung gibt.

Der Film ist definitiv zu negativ, teilweise sogar menschenverachtend und das zentrale Thema heißt Bevölkerungsreduktion. Wie das Militär mit den Überlebenden umgeht, ist indes schlichtweg grauenhaft und die größten Überlebenschancen haben ausgerechnet die Nordkoreaner, da der kompletten Bevölkerung die Zähne gezogen wurden. Auf der einen Seite bleibt also das Militär und auf der anderen eine stalinistische Diktatur. Die Welt nach der Zombieapokalypse dürfte nicht gerade lebenswert und schon gar nicht demokratisch aussehen.

Warm Bodies – Intelligente Zombies

von Joe Doe

Im Gegensatz zu anderen Zombiefilmen, in denen die Untoten nur als seelenlose Horde auftreten, nimmt in „Warm Bodies“ der Zombie R (Nicholas Hoult) die Hauptrolle ein. Der Film beginnt in der Ich-Erzähler-Perspektive und schnell wird klar, dass R keineswegs so hirntot ist wie die meisten anderen Zombies.

R hat sich in einem verlassenen Flugzeug eingerichtet und sammelt verschiedene Dinge. Als musikalischer Zombie hat er u.a. eine ausgewogene Schallplattensammlung. Sein bester Freund ist der Untote Marcus (Rob Corddry), mit dem er sogar ab und zu ein paar Worte wechselt.

Während die Zombies nun am Flughafen im wahrsten Sinne des Wortes rumgammeln, haben sich die überlebenden Menschen im Stadtzentrum hinter einer gigantischen Mauer verbarrikadiert. Das erinnert zwar ein wenig an „Land of the Dead“, aber „Warm Bodies“ geht hier eigene Wege – ohne größere Seitenhiebe auf die Klassengesellschaft.

Als Julie (Teresa Palmer), die Tochter des kommandierenden Colonels (John Malkovich), mit ein paar Freunden in den Außenbezirken nach Vorräten sucht, werden sie von Zombies überrascht. Darunter auch R, der Julies Freund killt und dessen Hirn verputzt. Mit der Aufnahme von Hirngewebe teilt er die Erinnerungen seiner Opfer. Der Genuss fremder Erinnerungen ist für R eine Art Ersatz fürs Träumen, denn Zombies schlafen nicht.

Dummerweise teilt er nach diesem zweifelhaften Vergnügen jedoch nicht nur die Gedanken, sondern auch die Gefühle von Julies Ex. Er entschließt sich, sie zu beschützen und zu sich nach Hause mitzunehmen. Langsam entwickelt sich ein Vertrauensverhältnis zwischen den beiden und schließlich hilft sogar Marcus den beiden bei der Flucht vor den Knochenmenschen. Die Skelette sind die finale Verwesungsstufe der Zombies und haben im Gegensatz zu den Leichen keinen Funken Menschlichkeit mehr in sich.

Die aufkeimende Beziehung zwischen R und Julie bringt schließlich einiges durcheinander und entfacht einen Lebensfunken in den Zombies. Damit entbrennt auch ein Konflikt zwischen Leichen und Skeletten. Währenddessen kommt es auch zwischen dem flüchtigen R und Julie zu einem Disput, als dieser ihr offenbart, ihren Ex gefressen zu haben. Daraufhin kehrt sie zurück in den Stadtteil der Lebenden, während R zum ersten Mal seit Jahren schläft und sogar träumt.

Die Toten werden immer lebendiger und nachdem R von der Bedrohung durch die Skelette erfährt, entschließt er sich, Julies Vater zu überzeugen, dass nicht alle Zombies gleich sind. Er schleicht sich heimlich in die Stadt der Lebenden und besucht Julie in ihrem luxuriösen Zuhause. Hier finden sich dann leider ein paar ziemlich offensichtliche Freimaurersymbole in Form einer übergroßen Fleur de Lys und Akazienzweigen an Fassadensäulen.

Zuvor fallen bereits einige großflächige Pyramidengraffitis mit königlicher Krone im zerstörten Stadtteil unangenehm auf und da es sich um Drehsets handelt, muss man hier von Absicht ausgehen.

Warm Bodies Pyramide_1

Warm Bodies Pyramide_2

Trotz dieser unterschwelligen Symbolik nimmt der Film schließlich doch noch ein positives Ende. Nach dem Eklat bei R’s erster Begegnung mit Julies Vater muss R aus dem Viertel der Lebenden flüchten. Derweil bereiten die Skelette einen Großangriff vor und als die lebenden Leichen den Menschen helfen, muss schlussendlich auch der Colonel anerkennen, dass sich die Lage geändert hat. Als er R anschießt und dieser blutet – was Tote eigentlich nicht machen – erkennt er, dass die Zombies sich zurück verwandelt haben.

Fazit: Zombiefilme mit einem Happy End sind selten. Zombiefilme, in denen Zombies sich selbst heilen und wieder zu Menschen werden, sind einzigartig. Wenn man berücksichtigt, dass Zombies eine Parabel auf die seelenlose Konsumgesellschaft sind, wird hier wohl darauf angespielt, dass es in unserer eigenen Macht liegt, aufzuwachen und wieder ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Eine derart positive Botschaft in einem eher pessimistischen Genre ist wirklich eine Innovation. Ebenso der Symbolcharakter des Niederreißens von Mauern, was wohl als Kritik auf eine Welt gemeint ist, in der immer mehr Mauern zwischen arm und reich errichtet werden. Mit den unterschwelligen Pyramiden passt das alles aber nicht so recht zusammen. Denn Konsumzombies, die aus ihrem Dämmerzustand aufwachen und sich mit anderen Menschen verbünden, sind sicherlich das Letzte, was sich die Elite wünscht.

Abgerundet wird das Ganze durch eine gehörige Portion Witz und Ironie. „Warm Bodies“ ist mit Abstand der kreativste und unterhaltsamste Zombiefilm seit „Fido“. Ignoriert man einmal einige unterschwellige Symbole, ist „Warm Bodies“ eine erfrischende Romanverfilmung, welche das Zombiegenre wahrhaftig neu belebt.

Wenn Tempelritter Zombies züchten – Der Umbrella Konzern

Sowohl die Spiele- als auch die Filmreihe „Resident Evil“ drehen sich um die Umbrella Corporation, die den T-Virus als biologische Waffe entwickelt und so für eine Zombieapokalypse sorgt. Bereits der Name Umbrella (zu deutsch: „Regenschirm“) ist auffällig, denn es handelt sich mitnichten um einen Hersteller von Regenschirmen. Hier ist viel mehr der Schirm als Symbol der Freimaurer gemeint.

Folgerichtig ist das Logo der Umbrella Corporation einem weiteren Geheimbund entlehnt, der gemeinhin als Vorbild der Freimaurer gilt. Die Rede ist von den Tempelrittern, deren Symbol ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist.