R.I.P.D. – Tote Cops versus Dämonen

von Shinzon

Wenn verstorbene Cops auf Dämonenjagd geschickt werden, so kann das eigentlich nur in okkultem Klamauk ausarten. Und genau darum geht es in „R.I.P.D“, was für „Rest in Peace Department“ steht.

Zu Beginn ist Nick Walker (Ryan Reynolds) allerdings noch beim Bostoner Police Department beschäftigt. Er hat alles, was man zum Glücklichsein braucht: Einen Orangenbaum im Garten, darunter einen Goldschatz, der später noch von Bedeutung sein wird, und eine hübsche Frau (Stephanie Szostak). Als Letztere joggen geht, rückt auch schon der erste Obelisk ins Bild.

Erster Obelisk

So wirklich perfekt ist Nicks Glück natürlich nicht, denn das Gold in seinem Garten ist eigentlich Beweismaterial. Er bekommt ein schlechtes Gewissen und überlegt, die Artefakte abzugeben. Dies teilt er dummerweise seinem Kollegen Bobby Hayes (Kevin Bacon) mit, welcher ebenfalls einige Goldbrocken mitgehen lassen hat. Dummerweise deshalb, weil der nix von dem Plan hält und seinen Kameraden bei einer Drogenrazzia kurzerhand über den Haufen schießt.

Damit wäre also geklärt, wie und warum Nick Walker ins R.I.P.D. versetzt wird. Als er feststellt, dass er nicht mehr ganz so lebendig ist, geht es ab nach oben. Das Ende des Tunnels ist dabei recht eigenartig und widerspricht den Nahtoderlebnissen der meisten Menschen. Licht gibt es dort zwar, aber dieses ist blau und hat die Form eines abstrahierten Hexagramms.

Hexagontunnel

Auf der anderen Seite wartet auch nicht etwa Gott oder die verstorbene Verwandtschaft, sondern die Polizeibeamtin Proctor (Marie-Luise Parker). Diese klärt Nick erst einmal über seine Situation auf (100 Jahre R.I.P.D. oder Jüngstes Gericht) und brennt ihm anschließend seine neue Marke in den Astralleib. Ein wenig fraglich an dieser Szene ist das Product Placement. Seit wann gibt’s im Jenseits Geld?

Brausewerbung

Als nächstes lernt Nick seinen neuen Partner Roy Pulsipher (Jeff Bridges) kennen, welcher gar nicht vom neuen Teamwork begeistert ist. Nick ist indessen wenig begeistert, dass er durch ein Klo zurück auf die Erde gespült wird und wir sind wenig begeistert, dass es dort erst einmal Pentagramme hagelt. Darunter auch auf dem gelben Sonnenwagen der beiden.

Pentagramme_1

Pentagramme_2

Das Symbolspiel geht auf Nicks Beerdigung noch etwas weiter. Auf dem Friedhof steht er zwischen zwei Säulen (Jachin & Boas), durch welche die Sonne hindurch scheint.

Zwischen Jachin & Boas

Eine Reihe Obelisken in unmittelbarer Nähe des Grabes dürfen natürlich genauso wenig fehlen. Wie wir später erfahren werden, dienen Obelisken als Blitzableiter für Jenseitsenergie.

Obelsiken am Grab_2

Als Zugabe gibt es noch etwas Fremdschämen, als Nick zu Julia rennt und sie anspricht, als würde er noch leben. Peinlich ist das deshalb, weil er für die Sterblichen nun aussieht, wie ein alter, verwirrter Chinese. Sein Partner Roy hat da schon mehr Glück, denn der erscheint den Lebenden als heiße Blondine. Zusammen geben die beiden ein recht ungewöhnliches Paar ab.

Nach dem Abstecher auf den Friedhof gibt es die erste Lektion im Festnehmen von verkommenen Seelen. Diese verbreiten schlechtes Karma, was Pflanzen verwelken und Technik kaputtgehen lässt. Hinter all den Defekten stecken also doch keine Gremlins, sondern fiese Verstorbene. Ebenfalls ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Toten in Gestalt von Lebenden für selbige sichtbar auftreten. Unsichtbaren Geisterspuk gibt es in diesem Film nicht.

Dafür aber übel verrottete Seelen, die in verschimmelten Absteigen leben und zu hässlichen Dämonen mutieren, wenn man ihnen indisches Essen unter die Nase reibt. Der erste stinkende Mistsack ist gleich ein Volltreffer, denn er kotzt Goldbrocken, nachdem Nick den Kerl mit dessen eigenen Arm verprügelt hat. Die Goldklumpen passen, wie es der Zufall so will, zu den Artefakten, die Nick in seinem Garten vergraben hat. Sie landen also erst einmal als Beweisstücke in der Asservatenkammer, welche ein recht merkwürdiges Zahlensystem hat. Die Kamera schwenkt dabei auf die 999 in weiß und schwarz.

999 Code

Als nächstes besuchen Nick und Roy einen Informanten im Baseballstadion, wo es die 66 gleich noch richtig herum gibt.

66 Stadion_1

Die 23 ist ebenfalls nicht weit.

23 Stadion

Abgesehen von etwas Numerologie ist aus dem Informanten aber nichts herauszubekommen. Dennoch scheint er etwas zu wissen, weshalb die beiden Jenseitscops ihm eines der Beweisstücke überlassen und sich an seine Fersen heften. Zu Nicks Überraschung trifft sich der nutzlose Informant mit seinem Expartner Bobby Hayes und übergibt diesem den Goldklumpen. Hayes führt die beiden wiederum zu Nicks Haus, wo er die heimlich vergrabenen Goldstücke seines toten Exkollegen einsammelt und obendrein dessen Frau anbaggert.

Mit dem Goldkoffer geht es weiter zu einem Hehler, der sich als wirklich fieser Fettsack herausstellt. Die Festnahme endet natürlich wieder in einem Fiasko und die beiden Cops müssen ihn verfolgen. Als erstes latscht der Fettsack vor einen auffälligen LKW mit der Aufschrift „Who but W.B. Mason“. Wer steckt wohl dahinter, wenn nicht die Freimaurer.

Mason Truck

Es folgt ein wenig Klamauk, wobei es schon stark übertrieben ist, wenn ein alter Chinese von einem Auto erschlagen wird, unbeschadet wieder aufsteht und mit einer Banane auf eine widerwärtige Kreatur zielt. Sein Kollege, der ja als Blondine wahrgenommen wird, hängt indessen mit einer Fönharpune am Fettsack, der wie Spiderman die Gebäude hochklettert. Das schlimmste an dem Drama ist jedoch, dass der Hehler den beiden entkommt.

Selbstverständlich gibt das erst mal ziemlichen Ärger, doch von oben naht Rettung in Form einer Nachricht. Dieser zufolge sind die Goldartefakte Teile eines Obelisken, der als Stab von Jericho bekannt ist.

Info Artefakt

Dieser wurde nicht grundlos zerbrochen und in alle Winde zerstreut, da er sonst die Toten auf die Erde regnen lassen würde. Mit anderen Worten handelt es sich um den Schlüssel zu einem Höllentor.

Info Hellgate

Leider werden Roy und Nick von dem Fall abgezogen und suspendiert. Die Auszeit nutzt Nick, um erneut seine Frau aufzusuchen, die sich jedoch von ihm abwendet. Es folgt ein kleines Wortduell mit Roy, in dessen Verlauf die beiden auf die Idee, kommen, dass Nicks Exkollege Bobby Hayes ein Dämon sein könnte.

Der trifft sich gerade mit einem anderen Fiesewicht und bekommt von ihm ein weiteres Artefakt überreicht. Seine Kontaktperson hat eine weitere 66 auf dem Trikot.

66 Trikot

Das Artefakt parkt Bobby in einem Behälter mit altsumerischen Keilschriftzeichen.

Keilschriftbox

Bevor Nick und Roy Bobby ergreifen, wird dieser von Julia über den kleinen Chinesen informiert, womit er natürlich vorgewarnt ist. Die nächste Szene ist daher wenig überraschend, wird aber zumindest mit einem ironischen Spruch im Hintergrund aufgeheitert. Das Plakat ist in der freimaurerischen Blau/Rot-Symbolik gehalten.

Dead Broke

Bei der Verhaftung stellt sich heraus, dass Bobby ein ganz übler Dämon ist, der sogar ein ganzes Haus zum Zerfall bringt. Er lässt sich allerdings ohne Widerstand abführen, weil er nur so zu den fehlenden Artefakten in der himmlischen Asservatenkammer gelangt. Dort stellt sich ein kugelförmiges Artefakt als Spezialbombe heraus, welche das R.I.P.D. lahm legt, und schon können er und seine Leute den Laden leer räumen. Eine von Bobbys Kumpanen hat übrigens ein ziemlich ausgebranntes Horusauge.

Horuslady

Die Bande entkommt und in den Straßen von Boston werden bei der anschließenden Schießerei einige tote Cops getötet. Ja, auch Tote können sterben. Doch die Zeit für Action ist sehr knapp, also geht es per Verfolgungsjagd weiter. Auf dem Weg zum Commonwealth Building gibt es noch eine 33…

33 Boston

…und auf dem Dach des Zielortes die dazugehörigen Farben der Freimaurergrade.

Boston Blau Rot

Der Obelisk nimmt dort langsam Gestalt an…

Goldständer

…und sein Kernstück ist ein X.

X-Stein

Aber eine Zutat fehlt noch. Um das Höllentor zu aktivieren braucht es das Blut einer Jungfrau. Nicks Freundin Julia ist das perfekte Menschenopfer.

Blutopfer

Als sich das Hellgate komplett öffnet, macht Bobby die passende Geste, um die Toten zu begrüßen.

Bobby Baphomet

So viel Zum Thema, dass Obelisken Energieleiter sind…

Obeliskenblitz_1

Obeliskenblitz_2

Selbstverständlich gelingt es Roy, den Obelisk zu zerstören. Nick befördert indes Bobby ins Jenseits vom Jenseits. Als Belohnung bekommt er einen Moment mit Julia, die ihn während einer Nahtoderfahrung so sehen kann, wie er einst war. Roy bekommt hingegen nur einen neuen Hut. Aber immerhin darf er sein Blondinen-Outfit behalten, während Nick eine neue Identität als Mädchen mit Zahnspange bekommt. Und wo sie schon gestorben sind, da sterben sie noch heute.

Fazit: R.I.P.D. ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Lachnummer. Und das ist schon die positive Seite. Denn neben einigen guten Gags bietet der Film sonst nur Okkultismus pur. Obelisken, die Türen zur Totenwelt öffnen und Untote, die sich in Dämonen verwandeln – das ist die Kernaussage des Films.

28_Boston Hellgates

Musikalische Saturnköpfe

Während die traditionelle Krone zuweilen als Saturnringe fehl interpretiert wird, gibt es in der Moderne sehr wohl Kopfschmuck, der die Ringe des Saturns darstellen soll. Die Ringe sind dabei in der Kopfmitte angebracht, sodass der Schädel den Planeten symbolisiert.

Michael Xaturn

Diese Darstellung von Michael Jackson erinnert sehr stark an jene von Peter Garbiel im Video zu „Sledgehammer“.

2 Saturnkopf

Videoanalyse: Peter Gabriel – Sledgehammer

Peter Gabriel ist einigen wohl noch als Frontmann der Band Genesis bekannt. Allerdings veröffentlichte er auch einige Soloplatten, darunter die „So“ von 1986. Die bekannteste Single aus diesem Album dürfte „Sledgehammer“ sein, für die Gabriel 1987 den MTV Video Award erhielt. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn was die tumben Massen nur als bunte Abfolge surrealistischer Bilder wahrnehmen, ist die die Geschichte vom freimaurerischen Aufstieg des Stars.

Das Video beginnt mit der Zeugung und Geburt des Menschen Peter Gabriel. Das Erste, was man vom fertigen Produkt zu sehen bekommt, ist natürlich das allsehende Auge.

1 Augenbetonung

Nach ein paar spastischen Zuckungen wird Gabriel in den Sternenhimmel versetzt, wo er symbolisch die Rolle des Saturns einnimmt. Auf seinen Schienenringen fährt eine Lokomotive, die gleich die zweite Augenbetonung ermöglicht.

2 Saturnkopf

Danach verwandelt er sich in einen schlecht geschminkten Schlumpf. Für den gut sichtbaren Übergang am Hals hätte er seinen Maskenbildner mal lieber feuern sollen, denn so reicht es leider nicht für eine Ehrenmitgliedschaft in der Blue Men Group.

3 Schlumpf

Seinen Friseur kann Peter bei der Gelegenheit gleich mit vor die Tür setzen. Das Einzige, was noch beknackter aussieht als seine Perücke aus Zuckerwatte, sind die beiden Autoscooter. Diese sind wie selbstverständlich in den Farben Blau und Rot gehalten.

4 Perücke

Den Part, in dem sich Peters Gesicht in Obstsalat verwandelt, sparen wir uns einfach mal. Kommen wir lieber gleich zum interessanten Teil, wo sich seine Hände in Vorschlaghämmer verwandeln, mit denen er sich selbst die Kuchenbude einschlägt. Das mit dem Behauen des rauen Steins nimmt er da vielleicht doch etwas zu wörtlich.

5 Der behaune Stein

Aus unerfindlichen Gründen schlüpft durch die unsanfte Gesichtsmassage ein kleiner Peter aus dem Gesicht des großen Peters. Das sieht nicht nur eklig aus, sondern verschafft uns gleich die nächste Augenbetonung. Die Augen des siamesischen Gesichtszwillings sind dagegen vollkommen weiß, als wäre die Kreatur eine Art innerer Dämon. Irgendwie erinnert das Ganze auch an Evil Ash aus „Armee der Finsternis“, der allerdings erst 6 Jahre später ins Kino kam.

Das Genital dieses Wesen ist schlussendlich genau da, wo Peters Mund ist, womit hier ein Blow Job angedeutet wird. Immerhin wurde derartiges in den 1980ern noch durch ein Feigenblatt abgedeckt, die Spermien im Hintergrund machen das aber wieder wett.

6 Blow Job

Zusätzlich gibt es noch etwas Schwarz/Weiß-Symbolik, wobei angesichts des Samenergusses an der Tapete hier wohl auf die Vereinigung des Männlichen und Weiblichen angespielt wird.

7 Schwarz-Weiß

Als nächstes kriechen zwei Dämonen in Peter Gabriels Kopf.

8 Dämonen im Kopf

Der bekommt sogleich einen Hammer gereicht und zaubert mit diesem ein Ei herbei. Wenn man die bisherige Symbolik des Videos Revue passieren lässt, hat man es hier mit einem weiteren Fruchtbarkeitssymbol zu tun.

9 Hammer Ei

Den ganzen Eiertanz mit den Broilern und den anderen Chicks sparen wir uns ebenfalls. Am Ende legt sich Gabriel erschöpft in einen Sessel und legt dabei die Hand aufs Herz. Wenn er sich bis dahin noch nicht als Freimaurer geoutet hat, wäre dieser Punkt spätestens damit abgehakt.

10 Hand aufs Herz

Als Peter wieder aufwacht, hat er sich in ein Sternbild verwandelt und hämmert am Nachthimmel unermüdlich weiter. Da antike Kulturen ihre Götterwelt auf den Sternenhimmel übertragen haben, kann dies eigentlich nur auf die Gottwerdung des Menschen anspielen. Das würde auch zum Rest des Videos passen, welches mit der Befruchtung einer Eizelle anfängt. Es folgt die Geburt, das behauen den rauen Steins und am Ende der Aufstieg in himmlische Sphären.

11 Augestiegener Meister

Hammermäßiges aus Hellywood

In den 1980ern beglückte uns Hollywood mit der Krimiserie „Sledge Hammer“ (zu Deutsch „Vorschlaghammer“). Die DVD-Box kommt in den Farben der Freimaurer daher.

Sledge Hammer

Filme und Serien, in denen es um Handwerker geht (z.B. „Hör mal wer da hämmert“) oder in denen Thor die Hauptrolle spielt, werden von uns nicht berücksichtigt, da der Hammer in diesen Fällen in keinem Zusammenhang mit der Freimaurerei steht.

Behämmerte Literatur

1977 erschien ein Roman mit dem viel sagenden Titel „Luzifer’s Hammer“. Jerry Pournelle und Larry Niven beschreiben darin, wie sich die menschliche Zivilisation nach einem Kometeneinschlag von neuem entwickeln muss. Es geht mit anderen Worten darum, das Alte zu zerstören, um eine neue Weltordnung aufzubauen. Da Luzifer als Person in dem Roman gar nicht vorkommt, kann also nur das luziferische Prinzip gemeint sein.

Das Cover des Hörbuches ist übrigens weitaus interessanter als die diversen Romancover, da es in typischer Blau/Rot-Symbolik gehalten ist. Die Farbe der niedrigen Freimaurergrade findet sich dabei unten auf der Erde und das Rot der hohen Grade hoch oben im Himmel.

Luzifers Hammer

Der Hammer – Zeichen der Würde und Gewalt

von Shinzon

Der Hammer gehört zu den ältesten Erfindungen der Menschheit und diente in verschiedenen Kulturen sowohl als Werkzeug als auch als Waffe. Entsprechend seiner Anwendungsmöglichkeiten steht er für Kraft und Macht. Das bekannteste Beispiel dürfte dabei Thors Hammer (Mjölnir) aus der nordischen Mythologie sein, welcher in seiner Form einmalig ist.

Thors Hammer

Heutzutage ist der Hammer als Waffe aus der Mode gekommen und findet sich nur noch in Baumärkten sowie Freimaurerlogen wieder. Die Freimaurer haben den Hammer, ebenso wie den Zirkel und das Winkelmaß, aus der Tradition der Dombauhütten entlehnt. Die Form des Hammers ist dabei nicht gleichgültig. Der vorsitzende Meister und die beiden Aufseher führen als Zeichen ihrer Würde wahlweise einen Steinmetzschlägel oder Doppelkopfhammer.

Logenhammer

Der Meister vom Stuhl besitzt die so genannte „Hammergewalt“. Er eröffnet und schließt die Tempelarbeit mit einem Hammerschlag. Außerdem erteilt er die Weihen in höhere Grade mit dem Hammer. Der Dreiklang der Hämmer des Meisters und der beiden Aufseher regelt indes die Arbeit jeder Freimaurerloge.

An dieser Stelle wird bereits offensichtlich, wie sehr die Freimaurerei die moderne Justiz geprägt hat. Denn auch Richter schlagen zur Eröffnung und Schließung jeder Gerichtsverhandlung sowie zur Urteilsverkündung für gewöhnlich einen Doppelkopfhammer.

Hammer des Gesetzes

Ähnlich verhält es sich bei Auktionshäusern. Sogar das Sprichwort, dass etwas „unter den Hammer“ kommt, stammt ursprünglich aus der Freimaurerei und gilt dort für die Beratungsgegenstände einer Tagung. Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten … verkauft!

Auktionshammer Logos

Der älteste Hammer, der bis heute in einer Freimaurerloge verwendet wird, ist übrigens kein Doppelkopfhammer, sondern ein Steinmetzschlägel aus einem ägyptischen Königsgrab der XVIII. Dynastie. Er ist ca. 3700 Jahre alt und wurde 1928 dem Londoner Großlogenmuseum vom Provinzial-Großmeister von Ägypten, General Wilson, überreicht.

Steinmetzschlägel

Der handelsübliche Spitzhammer ist indessen nur als Abzeichen des Lehrlings gebräuchlich. Mit ihm wird symbolisch der raue Stein behauen. Der raue Stein steht selbstverständlich für den Lehrling, der auf dem Weg zum behauenen Stein im wahrsten Sinne des Wortes zunehmend bekloppt wird.

Spitzhammer & rauer Stein

Der Spitzhammer findet sich auf diversen Zunftwappen wieder, darunter dem der Dachdecker. Dies ist durchaus dem Einfluss der Freimaurer auf die Zünfte geschuldet, jedoch werden die Wappen heute zumeist ohne solche Hintergedanken verwendet. Der Hammer kann in den meisten Fällen als reines Handwerkersymbol gesehen werden.

Hammer & Zirkel Zunftlogo

Da der Hammer in zahlreichen Berufen ein unerlässliches Werkzeug ist, gilt er gemeinhin auch als Symbol der Arbeiterklasse. Dies ist wohl der hauptsächliche Grund, warum sich der Hammer auf den Flaggen der Sowjetunion und der DDR wieder findet. In der Sowjetunion wurde er um die Sichel als Symbol der Bauern ergänzt und in der DDR um den Zirkel der Architekten.

Verschwörungstheorien unterstellen, dass die Verwendung des Hammers im Ostblocksozialismus für den Einfluss der Freimaurer steht. Dieser lässt sich gewiss nicht leugnen, da viele führende Köpfe des Ostens nachweislich Freimaurer waren. Jedoch sollte beachtet werden, dass es sich in beiden Fällen nicht um den Doppelkopfhammer handelt, welcher in den Logen gebräuchlich ist. Des Weiteren ist die Überkreuzung von Hammer und Sichel in der Freimaurerei nicht üblich. Die Zusammenführung von Hammer und Zirkel dagegen schon. Die DDR kam der typischen Freimaurersymbolik damit letztendlich näher, während sich Hammer und Sichel im allgemeinen Verständnis als Arbeiter- und Bauernsymbole etabliert haben.

SU & DDR

Auf wessen Seite stehen welle:erdball?

Wir müssen zugeben, dass wir selbst totale welle:erdball-Fans sind. Sowohl musikalisch als auch inhaltlich hat diese Band, welche 1990 noch unter anderem Namen gegründet wurde, einiges zu bieten. Titel wie „Die falsche Front“, „Mensch aus Glas“ und „Amerika“ enthalten viel Gesellschaftskritik und regen zum Nachdenken an. Ein Großteil der Werke beschäftigt sich indes mit Technik, zuweilen liebevoll („VW-Käfer“), aber manchmal auch kritisch („Elektrosmog“).

Leider sind uns auf den Konzerten und auch in den Musikvideos von welle:erdball zunehmend Freimaurersymbole aufgefallen. Die Pyramide mit Auge könnte dabei noch mit einem Augenzwinkern abgetan werden, da sich Titel wie „23“ direkt mit den Illuminaten beschäftigen. Wirklich auffallend sind jedoch die zahlreichen Schachbrettmuster, wie z.B. auf der Cover der Single „Computerklang“.

Computerklang Cover

Im dazugehörigen Videoclip hagelt es ebenfalls Schachbretter.

Schachbrettkombi

Schachbrettdiskette

Und Honey posiert davor mit der Geste „Wie im Himmel so auf Erden“.

Wie oben so unten

Fräulein Venus (!) und Lady Lila stehen des Öfteren in Schachbrettkleidern auf der Bühne.

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Die Kombination von Schachbrettboden und freimaurerischer Blau/Rot-Symbolik findet sich indes bei der „Tanzmusik für Roboter“.

Tanzmusik für Toaster

Auf dem dazugehörigen Tourplakat tragen die beiden Sängerinnen Lady Lila und Fräulein Venus (!) die Farben der Freimaurergrade und posieren mit Honey und A.L.F. vor einem Schachbrettmuster.

welle erdball Schachbrett blaurot

Der Zufall scheidet bei welle:erdball aus, denn in ihrem neusten Video „Spiel mit der Welt“ zeigen sie recht deutlich, dass sie die Symbole der herrschenden Elite kennen und zu deuten wissen.

Karten_1

Karten_2

Der Text zeugt ebenfalls davon, dass die Band weiß, was auf der Erde gespielt wird. Die Frage ist nun, ob das Musikvideo als Weckruf gedacht ist oder die tumben Massen verhöhnen soll, die es sehen und doch nicht begreifen. Insbesondere die Zeile: „Der Mensch ist dumm und er vergisst, solange Unwissenheit ein Segen ist.“, kann durchaus zweideutig verstanden werden. Sind welle:erdball also für oder gegen die Pyramide?

Pyramide_1

Pyramide_2

Pyramide Dollar

Das „World Game“, welches am Ende des Videos vorgestellt wird, gab es übrigens unter dem Titel „Illuminati – New World Order“ tatsächlich.

Combichrist – Satanismus mit faschistischer Ästhetik

Combichrist ist eine norwegische Aggrotech-Band, die 2003 von Andy LaPlegua gegründet wurde. Zugegeben sind einige der älteren Stücke musikalisch interessant, doch die Symbolik geht in eine immer okkultere Richtung und teils auch in eine historisch unverantwortliche.

Schon früh posierte LaPlegua in fragwürdigem Nazilook, wobei das Bandlogo – ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen – zusätzlich auf Fahnen des 3. Reichs zu sehen war. Der Titel der betreffenden Single lautet „Blut Royale“, was offenbar auf überlegenes Blut anspielt. Im Video fallen jedoch nicht nur die Nazisymbole unangenehm auf, sondern auch der Fingerzeig aufs linke Auge.

Blut Royale Fingerzeig

Die NS-Symbolik scheint LaPlegua auch weiterhin zu reizen.

LaPlegulag

Noch auffälliger ist allerdings sein Umgang mit satanistischen Symbolen. Der Totenkopf mit gekreuzten Knochen kommt dabei ebenso häufig vor, wie die 666. Auf folgendem Bild sind die beiden Symbole auf dem T-Shirt kombiniert. Eine weitere 666 findet sich auf den am Arm tätowierten Würfeln.

LaPlegua Totenkopf 666

666 Cheerleader

Albentitel wie „Tonight we are all Demons“ („Heute Nacht sind wir alle Dämonen“) und „Making Monsters“ bedürfen da schon keiner weiteren Erklärung mehr. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, nannten Combichrist ihre Tournee von 2009 „Demons on Tour“. Angesichts des folgenden Bildes eine äußerst treffende Überschrift.

Tonight we are all posessed

Ebenso passend ist die musikalische Unterstützung für das Videospiel „Devil May Cry“ von 2013. Die überaus sexualisierten gefallenen Engel auf dem Cover landen LaPlegua direkt zu Füßen.

Devil may cry Soundtrack