Polizei beklagt Vertrauensverlust – Warum wohl?

von Anton Nymous

Das Vertrauen in die Polizei ist in den letzten Jahren stark gesunken und zunehmend klagen Beamte auch über Respektlosigkeit vor ihrem Amt. Doch während sich Polizei und Politik fragen, wie das nur geschehen konnte, liegen die Antworten längst auf dem Tisch. Rassismus, rechte Netzwerke und Korruption durchdringen den Beamtenapparat wie ein Krebsgeschwür.

Mit der folgenden Analyse wollen wir die Polizei nicht pauschal schlecht machen oder ihre Notwendigkeit infrage stellen. Selbstverständlich braucht es eine Behörde, die Verbrechen bekämpft und die öffentliche Ordnung aufrecht erhält. Wo kämen wir auch hin, wenn nicht mehr gegen Mörder und Vergewaltiger ermittelt würde, man dem organisierten Verbrechen freien Lauf und Verkehrssünder ungestraft davonkommen ließe? Allerdings gibt es teils erhebliche Probleme mit dem Personal, welche dringend behoben werden müssen.

Ein grundlegendes Problem ist der bereits erwähnte Rassismus. Im Polizeialltag ist es üblich, die eigene Anzeigenquote zu erhöhen, indem gezielt Racial Profiling betrieben wird. Einige Beamte gehen mit Vorliebe an Bahnhöfe und andere öffentliche Plätze, wo sie Zitat: „Bimbos jagen“ gehen. Wer nicht weiß ist, wird automatisch unter Generalverdacht gestellt. Dass gerade viele junge Menschen mit Migrationshintergrund keinen Respekt mehr vor der Polizei haben, sollte da nicht überraschen.

Auf vielen Polizeiwachen werden darüber hinaus intern rassistische Witze erzählt und Kollegen mit Migrationshintergrund gemobbt. Letztere werden bei Beförderungen oft kategorisch übergangen, egal wie gut ihre Leistungen sind, während Racial Profiling mit Belobigungen belohnt wird. Die gesamte Struktur innerhalb der Polizei lässt Rassismus prächtig gedeihen und die Rechten sitzen längst in führenden Positionen.

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Eine Studie über diese Zustände lehnt der Bundesinnenminister Horst Seehofer dennoch strikt ab. Trotz bedenklicher Aussagen von Whistleblowern sieht der CSU-Politiker offenbar keinen Handlungsbedarf. Vielleicht, weil seine Partei ebenfalls ein nachweisbares Rassismusproblem hat? Kritik kommt jedenfalls sogar vom Bund Deutscher Kriminalbeamter, der sich für eine solche Studie ausspricht.

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Diese wäre bitter nötig, denn viele Polizisten sind konservativ bis rechts und vor allem in den neuen Bundesländern steht ein nicht unerheblicher Teil der AfD nahe. Es ist u.a. schon vorgekommen, dass Beamte das rechte Verschwörungsblatt Compact von Jürgen Elsässer offen hinter der Windschutzscheibe ihres Dienstwagens platziert oder ihre Schlagstöcke mit expliziten Stickern verziert haben. Solch offene Parteinahme für Ideologien, die im Widerspruch zum Grundgesetz stehen, sind natürlich offiziell untersagt, haben allerdings selten Konsequenzen.

Wie staatsgefährdend diese Ausrichtung eines Teils des Beamtenapparats ist, haben unlängst rechtsextreme Netzwerke wie Nordkreuz und Uniter offenbart. Immer wieder werden Polizeiwaffen und Munition bei rechten Preppern gefunden und auch einige Polizisten horten für den „Tag X“ illegal Dienstausrüstung in ihren Privatwohnungen.

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Dieses Problem wurde nicht nur lange ignoriert, sondern gezielt toleriert, da für viele auch konservative Beamte der Feind immer links steht. Und da wären wir schon beim nächsten Problem. Für viele Linke ist die Polizei nicht ohne Grund ein Feindbild. Die Gewalt gegen Polizisten ist ein direktes Resultat von Polizeigewalt. Wenn friedlichen Demonstranten immer wieder Pfefferspray in die Augen gesprüht wird und sie nach allen Regeln der Grausamkeit krankenhausreif geschlagen werden, bleiben sie irgendwann nicht mehr friedlich.

In Teilen der linken Bewegung gibt es einen regelrechten Hass auf Polizisten, der vor diesem Erfahrungshintergrund durchaus nachvollziehbar ist. An das Märchen vom Freund und Helfer glauben dagegen immer weniger Menschen. So ist es durchaus üblich, dass jemand, der gerade von Neonazis attackiert wird und daraufhin die Polizei ruft, erst einmal nicht ernst genommen wird. Wenn die Polizei dann überhaupt mal ins Geschehen eingreift, werden nicht selten die Opfer von der Polizei festgesetzt. Zuweilen werden dabei auch noch die Personalien laut verlesen, während die rechtsextremen Täter unmittelbar daneben stehen und sich alles notieren.

Weiterhin gab es bereits Fälle, bei denen private Daten von linken Politikern und anderen Personen direkt von Polizisten weitergegeben worden sind. So geschehen im Fall der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz und der hessischen LINKE-Landtagsabgeordneten Janine Wissler, die beide Drohschreiben von Neonazis erhalten haben. Die dabei verwendeten persönlichen Daten der beiden Bedrohten wurden erst kurz zuvor von einem Rechner des Frankfurter Polizeireviers abgerufen. Möglicherweise handelt es sich bei dem verantwortlichen Beamten gar selbst um den Verfasser der rechtsextremen Drohungen.

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Im Wissen um solche Vorfälle verwundert es dann schon gar nicht mehr, wenn Ermittlungen gegen Rechtsextremisten immer wieder im Sande verlaufen. Manchmal greifen obendrein noch andere staatliche Behörden wie der Verfassungsschutz in die Ermittlungen ein und lenken diese in eine falsche Richtung. So nachweislich geschehen beim NSU. Der Schutz der eigenen V-Leute kann da schon mal zur Beihilfe zum Terrorismus führen. Und wenn dann doch mal Neonazis verhaftet werden, sorgt die rechtskonservative Justiz schon dafür, dass die Täter entweder freigesprochen oder zu lächerlichen Bewährungsstrafen verurteilt werden.

Dies alles trägt dazu bei, dass das Vertrauen in die Polizei nachhaltig geschädigt wird und Opfer von Verbrechen schon gar keine Anzeige mehr erstatten, weil sie sich nichts davon erhoffen. Insbesondere Linke müssen im Gegenteil sogar befürchten, dass letztendlich unter fadenscheinigen Vorwürfen gegen sie ermittelt wird. Sicherlich gibt es auch pflichtbewusste Beamte, die für Gerechtigkeit eintreten, doch das Problem ist längst ein strukturelles.

Ein weiteres Problem, welches immer größere Wellen schlägt, ist Korruption im Beamtenapparat. Nicht nur Linke und Menschen mit Migrationshintergrund haben allen Grund, an der Polizei zu zweifeln, sondern auch politisch unauffällige, weiße Durchschnittsdeutsche. Das fängt schon bei völlig banalen Dingen wie einem gestohlenen Fahrrad an. Dieses könnte längst von der Polizei konfisziert worden sein, doch wird es niemals seinen Weg zurück zum rechtmäßigen Besitzer finden, wenn die Polizei selbst mit gestohlenen Fahrrädern handelt.

Was wie ein schlechter Krimi klingt, hat sich tatsächlich in Leipzig ereignet. 12 Beamte war sogar dermaßen dreist, das Diebesgut aus der Asservatenkammer an die eigenen Beamtenkollegen zu verscherbeln. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen insgesamt 120 Beschuldigte der Hehlerei. Hinzu kommen Straftatbestände wie Bestechung, Unterschlagung, Strafvereitelung und mehr. Da der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) bereits seit Januar 2020 von den Ermittlungen wusste und diese absichtlich verschwieg, beschäftigt sich inzwischen auch der Landtag in Dresden mit dem „Fahrradgate“-Skandal.

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Wie es aussieht, erlebt der Sachsensumpf eine Neuauflage, obgleich er eigentlich nie trockengelegt war. Zum Glück geht es diesmal nur um gestohlene Fahrräder und nicht um minderjährige Zwangsprostituierte wie damals in den 1990ern. In Bayern gibt es derweil einen weitaus ekligeren Polizeiskandal, der schon eher in diese Richtung geht.

Im April 2020 wurden 67 bayrische Polizeibeamte suspendiert, denen u.a. Besitz von Drogen, Kinderpornografie und Zugehörigkeit zur Reichsbürgerbewegung vorgeworfen wird. Einigen droht sogar die Entlassung, was angesichts der Art der Vorwürfe eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Anklage wurde allerdings nur gegen 25 Beamte erhoben.

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Im Fazit lässt sich sagen, dass wir zwar eine Polizei brauchen, aber eine, die den Menschen hilft und Verbrechen aufklärt anstatt selbst welche zu begehen. In erster Linie müssen die Bundesländer die Polizei entnazifizieren. Wer nicht mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes steht, eignet sich nicht dazu, selbiges zu verteidigen. Wer Verbindungen zur rechtsextremen Szene hat und diese am Ende noch mit Waffen und Munition versorgt, dem muss fristlos gekündigt werden. Selbiges gilt für Beamte, die in kriminelle Machenschaften verstrickt sind.

Suicide Squad – Die Bösen werden die Guten sein

von Joe Doe

„Suicide Squad“ ist eine DC-Comicverfilmung, die das genaue Gegenteil der „Justice League“ repräsentiert. Im Zentrum der Handlung stehen einige der größten Superschurken, welche die Welt retten sollen. Dieser Plot ist nichts Geringeres als die Umkehr aller Werte. Böse ist das neue Gut, die Verbrecher werden als Helden glorifiziert. Das passt irgendwie zum aktuellen Rechtsruck, bei dem ein Psychopath wie Trump zum neuen Messias erklärt wird. Nicht zu vergessen, dass auch Hitler seinerzeit von seinen Anhängern für den Messias gehalten wurde.

Hitler und die DC-Bösewichte haben dabei noch etwas gemeinsam, sie alle saßen schon mal in Haft. So beginnt der Film in einem Gefängnis in Louisiana. An der Mauer prangt der Grim Reaper, der bereits andeutet, dass es um eine Selbstmordmission geht. Links von ihm befindet sich eine Schlange alias Luzifer und rechts eine Fleur de Lys. Gleich drei okkulte Symbole auf einmal und dabei hat der Film kaum angefangen.

Im Knast herrschen raue Sitten und ausgerechnet der schwarze Insasse Floyd (Will Smith) wird wegen einer verbalen Provokation von den Wachen misshandelt. Es ist schon mehr als erschreckend, dass hier ein Afroamerikaner namens Floyd von Polizisten gewürgt wird und das vier Jahre vor dem tatsächlichen Mord an George Floyd am 25. Mai 2020.

Eine weitere Insassin ist Harley Quinn (Margot Robbie), die erst einmal mit sexuellen Anspielungen gegenüber den Wachmännern kokettiert. Da es tatsächlich immer wieder zu Missbrauchsfällen in Gefängnissen kommt, ist diese Anspielung mehr als widerwärtig.

Folter und Zwangsmaßnahmen gelten offenbar auch für weibliche Häftlinge.

Nach diesem kurzen Intro folgt der knappe Vorspann, in welchem die Gründerin der Suicide Squad Amanda Waller (Viola Davis) vorgestellt wird. Passend dazu läuft „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones, denn immerhin geht es in diesem Film um Sympathie für teuflische Personen. Der personifizierte Teufel sind allerdings nicht die Schurken, sondern ihre Chefin Waller, wie sich noch herausstellen wird.

Sie stellt dem Militär nicht zum ersten Mal ihre Idee einer Gangsterkampftruppe vor. Als erstes kommt ihr dabei Floyd Lawton alias Deadshot in den Sinn.

Dieser ist ein Auftragskiller und geübter Scharfschütze, dessen Markenzeichen die Betonung des linken Horusauges ist. Seine Schwäche ist derweil seine kleine Tochter, wegen der er verhaftet wurde und letztendlich auch der Suicide Squad beitritt.

Die zweite Kandidatin ist Harley Quinn, die einst Psychiaterin des Jokers (Jared Leto) war, sich dann jedoch in diesen verliebte.

Offenbar leidet sie unter einem Stockholmsyndrom, denn sie hält zu ihm, obwohl er sie misshandelt und foltert. Dabei trägt er übrigens nur einen Handschuh an der rechten Hand, was ihn zu einem Anhänger des Pfades zu linken Hand macht.

Quinn hilft dem Joker bei dessen Flucht aus dem Gefängnis. Ebenfalls mit dabei sind die Ziege Baphomet und ein Panda.

Sein kriminelles Umfeld hat massive Bezüge zum Satanismus. Darunter ein Geschäftspartner, der ein drittes Auge auf der Stirn und eine Schlange auf der linken Schädelhälfte tätowiert hat.

Der abartigste Charakter ist aber immer noch der Joker selbst, der seine treuen Untergebenen einfach mal so über den Haufen schießt, wenn sie seine Freundin nur schief ansehen. Jared Letos Interpretation von Gothams Oberschurken ist die bisher grauenhafteste und die Pädophilievorwürfe, die vom Regisseur James Gunn gegen ihn erhoben wurden, machen die Sache nicht besser.

In diesem Film geht es jedoch um eine andere Art kranker Beziehung, die auf totaler Unterwerfung und Gewalt basiert.

Harley Quinn kann dieses Verhältnis wohl nur ertragen, weil sie selbst vollkommen durchgeknallt ist. Obendrein ist sie extrem symbolbeladen. Neben ihren blau-rot gefärbten Haaren trägt sie z.B. ein Kleid mit Schachbrettmuster.

Der dritte in der Selbstmordrunde ist der Australier Captain Boomerang (Jai Courtney).

Der Boomerang lässt sich hier als freimaurerischer Winkel lesen, zumal sich der Winkel samt einäugiger Pyramide auch in der Bank wiederfindet, die George Harkness ausraubt.

Der vierte Kandidat nennt sich El Diablo (Jay Hernández), womit wir wieder beim Teufel wären. Und bei den Straßengangs von Los Angeles.

Sein Zeichen, das er als Tattoo auf der Stirn trägt, ist die Sense des Grim Reapers.

Schädel sind ebenfalls sein Ding. Er trägt sie als Tattoo und auf seiner Jacke.

Unglückseligerweise hat er mit seinen pyrokinetischen Fähigkeiten aus Versehen seine eigene Familie abgefackelt und sich daraufhin der Polizei gestellt. Ausgerechnet der Teufel ist seither ein Büßer.

Neben dem Leibhaftigen darf natürlich ein Repiloid nicht fehlen. Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) ist die Nummer 6 im Team.

Um die Reptiloidenanspielung abzurunden, trägt der Croco-Man eine Jacke mit einem Drachenmotiv.

Die Siebte im Bunde hört auf den beknackten Namen Dr. June Moone (Cara Delevingne) und ist eigentlich keine Verbrecherin, sondern Archäologin. Auf einer Dschungelexpedition ist sie einst auf einen Tempel gestoßen, wo sie unabsichtlich ein dämonisches Wesen freigelassen hat.

Eigentlich ist es dieses Wesen, Enchantress, welches Waller ins Team holen will.

Der Zeigefinger vor dem Mund verrät bereits, dass dies keine gute Idee sein kann.

Es heißt, wer das Herz der Hexe besitzt, kann sie kontrollieren. Selbstverständlich trägt Waller dieses Herz am rechten Fleck, nämlich in einem gesicherten Koffer.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, wird dem Team zusätzlich Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) zugeteilt. Etwas Pathos mit US-Adler darf natürlich nicht fehlen.

Flags Vorteil ist, dass er bereits mit June Moone und deren okkultem Gedöns zu tun hatte. Der Nachteil auf der anderen Seite sind seine privaten Gefühle für sie.

Wo wir schon mal bei Pentagrammen sind, geht es auch gleich im Pentagon weiter.

Dort hat Amanda Waller einen Fürsprecher, der aus unerfindlichen Gründen auf Fluorid im Trinkwasser hinweist. Diese Bemerkung steht in keinerlei Zusammenhang zur Handlung, genauso wenig wie die schwarze Pyramide vor einem blau-roten Hintergrund. Der Film bombardiert den Zuschauer geradezu mit unterschwelligen Botschaften und Symbolen.

Um ihre hirnrissige Idee einer Schurkeneinheit zu verkaufen, lässt Waller ausgerechnet Enchantress im Pentagon auftreten.

Sie befiehlt ihr, Geheimdokumente aus dem Verteidigungsministerium von Teheran zu besorgen. Wenn das nicht mal wieder eine Anspielung auf den geplanten Irankrieg ist…

Nachdem Waller die Pentagon-Generäle mit dieser Nummer überzeugt hat, stellt sie umgehend ihr Team zusammen. Harley Quinn fragt ihrer bei der ersten Begegnung, ob sie der Teufel sei und Amanda antwortet: „Schon möglich.“ Mit anderen Worten ist sie Satan höchstpersönlich, denn wer sonst würde die Nationale Sicherheit Kriminellen anvertrauen? Passenderweise tritt sie bei ihrem Coming Out als Frau in Rot auf.

Dabei ist die Rolle des El Diablo doch eigentlich schon vergeben und der schmückt sich sogar mit flammender Krone.

June Moone residiert derweil in Washington, wo der Obelisk des gleichnamigen Monuments nicht weit ist.

Als sie sich in Enchantress verwandelt, macht diese einmal mehr die Verschwiegenheitsgeste.

Wie es sich für eine Hexe gehört, nutzt sie Spiegel als Dimensionsportale.

Auf einer Herrentoilette infiziert sie einen nichtsahnenden Mann mit dem Geist ihres Bruders. Dämonische Besessenheit passt irgendwie zum Grundthema dieses Films.

Nachdem Enchantress‘ Bruder in einer U-Bahnstation einen Amoklauf veranstaltet hat, wird die Suicide Squad aktiviert. Damit die Kriminellen nicht einfach abhauen, bekommt erst einmal jeder einen RFID-Chip mit Sprengkapsel eingepflanzt.

Der Reptilienmann wird dabei behandelt wie Hannibal Lecter.

Der Joker startet derweil einen Überfall auf ein Laboratorium von Wayne Enterprises, um an die Daten für Harleys Sprengkapselchip zu kommen. Wieder einmal mit Pandamobil und Pandabär.

Bevor die Party aber so richtig abgeht, wird Enchantress zunächst allein auf das neue Metawesen in der U-Bahnstation losgelassen, unwissend, dass dies ihr Bruder ist.

Die Katastrophe nimmt damit ihren Lauf und die Hexe bekommt ein neues Outfit voll okkulter Symbole. Neben der Mondsichel und einer Reihe allsehender Augen wird ihr Kopfputz u.a. von etwas geziert, was wie eine Mischung aus unikursalem Hexagramm und Zirkel & Winkelmaß aussieht.

Da sich der Einsatz von June Moone bereits als bescheuerte Idee herausgestellt hat, werden nun auch die anderen Schwerverbrecher endgültig entfesselt. Deadshot honoriert dies mit einer freimaurerischen Pyramidengeste.

Harley Quinn zeigt den Männern derweil, wo der Hammer hängt.

Bevor es losgehen kann, gibt es aber noch Einsatzorder von Amanda Waller, die als „Stimme Gottes“ angekündigt wird. Da bereits klar ist, dass sie der Teufel ist, wird hier die Umkehrung der Werte vollendet. Passend dazu gibt es wieder ein Dreieck vor blau-rotem Hintergrund. Bei genauerem Hinsehen ist links zudem ein schwarzer Kubus (Saturnsymbol) und rechts eine DNS-Doppelhelix (zwei Schlangen) zu sehen.

Nachdem sich Katana (Karen Fukuhara) zum Team gesellt hat, geht die Reise endlich los. Der Drehort ist offensichtlich Chicago und der aufsteigende Rauch über der Stadt könnte fast als Ankündigung eines zukünftigen Terroranschlags gewertet werden.

Weit kommt die Suicide Squad allerdings nicht. Schon kurz nach Erreichen der Stadtgrenze wird ihr Helikopter abgeschossen, was kurioserweise alle unverletzt überleben. Den Rest muss des Weges muss das Team jedenfalls zu Fuß gehen.

Boomerang und Slipknot (Adam Beach) nutzen den Spaziergang, um zu verduften. Während Ersterer von Katana aufgehalten wird, dient Slipknot dazu, die Sprengkapseln vorzuführen. Ein unbedeutender Nebencharakter stirbt einen sinnlosen Tod, denn immerhin wussten alle, dass jeder Fluchtversuch mit dem Tod geahndet wird. Ein paar von den 08/15-Soldaten sind die nächsten, die bei einer Schlacht gegen Teerzombies geopfert werden.

Die Toten können sich dabei noch glücklich schätzen, denn alle Gefangenen werden von Enchantress in weitere Legionen von Teerzombies verwandelt.

Das primäre Ziel der Suicide Squad stellt sich als Rettungsmission für Amanda Waller heraus. Wie teuflisch diese wirklich ist, beweist sie, als sie bei ihrer Rettung ihr gesamtes Überwachungsteam eigenhändig eliminiert, um ihr Versagen im Falle June Moone zu vertuschen.

Bei der Evakuierung der anderen läuft derweil etwas schief, denn der Hubschrauber wurde vom Joker gekapert. Er rettet Harley Quinn, doch kurz darauf wird auch dieser Helikopter im Auftrag Wallers abgeschossen. Harley übersteht den Sturz aus mindestens 20 Metern Höhe abermals unbeschadet und der Joker überlebt sogar den Absturz samt Explosion. Der Surrealismus wird damit ein wenig überstrapaziert und es ist kein Wunder, dass Waller die beiden für tot hält, wo sie es doch eigentlich sein müssten.

Die Teufelin besteigt kurz darauf selbst einen Helikopter, welcher die Nummer 23 trägt. Ja klar, eine Illuminatin ist sie selbstverständlich auch noch.

Die 23 steht in der okkulten Numerologie jedoch für Zerstörung und so kommt dieser Hubschrauber ebenfalls nicht weit. Der alten Höllenfürstin kann das jedoch nichts anhaben, ebenso wie die anderen Bösewichte bekommt sie nicht mal einen Kratzer. Merke: Abstürze aus großer Höhe sind nicht weiter der Rede wert. Zumindest wenn man sich gerade in einem DC-Film befindet.

Waller gerät allerdings in Gefangenschaft und Enchantress bekommt ihr Herz zurück.

Nun kann sie ihre Waffe vollenden, deren Teile momentan noch in einem Wirbel über der U-Bahnstation kreisen. Das ganze sieht ein wenig wie ein Höllentor aus und erinnert an Effekte aus Filmen wie „Ghostbusters“.

Die Suicide Squad hat unterdessen nichts Besseres zu tun, als einen saufen zu gehen. Okay, sie müssen sich für die finale Schlacht noch Mut ansaufen, aber damit können wir auch an die Alkohol-Agenda einen Haken machen.

Gegen Ende der Runde schenkt Flag dem Team ebenfalls sprichwörtlich reinen Wein ein und erklärt ihnen die Sachlage. Er zerstört die Kontrolle der Sprengkapseln, entlässt damit alle in die Freiheit und hofft darauf, dass sie ihm freiwillig helfen, Enchantress zu stoppen. Deadshot tut es für seine Tochter, El Diablo aus Reue und Harley Quinn, weil sie total verrückt ist. Welche Motive die Gangster auch haben mögen, am Ende sind alle bei der Selbstmordmission dabei.

Zunächst versucht Enchantress die Antihelden mit Illusionen ihrer größten Sehnsüchte zu bekehren. Insbesondere Harley Quinns Wunschtraum nach einer heilen Familie wirkt angesichts der Vorwürfe gegen den Joker-Darsteller äußerst heikel. Gute Eltern wären die beiden Psychopathen jedenfalls ganz bestimmt nicht.

Zwar gelingt das Täuschungsmanöver nicht, doch erweisen sich die Hexe und ihr Bruder dennoch als mächtige Gegner. Einige der Gangster sind allerdings ebenfalls nicht ohnmächtig. So verwandelt sich El Diablo in einen gigantischen Feuerteufel.

Schlussendlich unterliegt der Büßer jedoch und opfert sich, damit die anderen den Bruder sprengen können. Danach bleibt nur noch die Hexe, die nur durch Teamwork zu erledigen ist. Harley schneidet ihr das Herz heraus und Flag fällt die schwere Aufgabe zu, es zu zerquetschen. Doch welch Wunder, seine geliebte June überlebt den Tod von Enchantress.

Nachdem die Welt nun endlich gerettet ist, funkt dem übrigen Team Waller als Spielverderberin dazwischen. Sie besitzt eine zweite Sprengkapselkontrolle und lässt den Kriminellen daher die Wahl, zurück in den Knast zu wandern oder zu sterben. Warum Quinn vor ihr einknickt, bleibt dabei schleierhaft, da der Joker ihren Chip eigentlich abgeschaltet hatte.

Die Teufelin in den Venusfarben gewährt den Mitgliedern der Suicide Squad aber immerhin Hafterleichterung. So darf Deadshot seine Tochter besuchen, Killer Croc bekommt Pay-TV, welches er nutzt, um sich nackte Frauenhintern anzusehen und Harley erhält eine Espressomaschine.

Sie muss allerdings nicht lange ausharren, da der Joker sie in einer dramatischen Gewaltaktion aus dem Knast befreit. Wo so viel Tod und Zerstörung herrschen, darf natürlich die 23 nicht fehlen.

Im Abspann hagelt es dann noch einmal richtig okkulte Symbole. Angefangen bei Totenschädeln…

…über Reptilienaugen…

…ein Heptagramm mit Mondsicheln…

…bis hin zum allsehenden Auge.

In einer Zwischenszene übergibt Amanda Waller Batman eine Liste mit weiteren Metawesen. Dies ist die Ankündigung der „Justice League“, die das positive Gegenstück zur Suicide Squad darstellt. Obendrein ist auch der Film viel besser.

Fazit: Suicide Squad zelebriert die Umkehr der Werte mit einem Feuerwerk okkulter Symbolik. Die meisten Charaktere sind dabei so unsympathisch wie die Action unrealistisch ist. Den Vogel schießt der Joker ab , der hier zur peinlichen Randfigur verkommt, die außer ein paar WhatsApp-Nachrichten an Harley Quinn nichts zur Handlung beizutragen hat.

Harley zählt indessen neben Deadshot und El Diablo zu den wenigen Charakteren, die überhaupt im Gedächtnis bleiben. Immerhin hat sie dafür mit „Birds of Prey“ einen eigenen Film bekommen, in dem sie sich vom Joker emanzipieren kann. Dieser ist ungleich besser und hat im Gegensatz zu „Suicide Squad“ sowohl eine optimistische Botschaft als auch ein hohes Maß an Humor. Das Vorwissen um den vorliegenden Schrottstreifen braucht man dafür zum Glück nicht.

Braune Haut, braune Gesinnung

von Anton Nymous

In den 1990ern konnte man Rechtsextremisten noch sehr leicht an ihrem Äußeren erkennen. Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel oder altbacken in Anzug mit brauner Krawatte. Heute ist das viel schwieriger geworden. Es gibt Nazipunks mit bunten Haaren, Nazihipster, Nazihopper und sogar Nazihippies. Richtig krude wird es jedoch, wenn sich Menschen dunkler Hautfarbe mit offenkundig ausländischen Namen an die Spitze der rechten Bewegung setzen, um dort rassistische Hetze und reichsdeutsche Gesinnung zu verbreiten.

Was wie Satire oder ein extrem bescheuertes Selbstmordkommando klingt, ist längst traurige Realität und scheint obendrein noch zu funktionieren. Während andere Migranten von Nazis bedroht, angegriffen und ermordet werden, feiern dieselben Rassisten neuerdings Xavier Naidoo, Attila Hildmann und Homib Mebrahtu. Warum ein Inder, ein Türke und ein Eritreer so großen Anklang bei den Rechtsextremisten finden, ist dabei noch halbwegs nachvollziehbar, denn immerhin bestätigen sie deren rassistisches Weltbild. Warum sie selbst aber einer Ideologie frönen, welche Deutschland von ihresgleichen säubern möchte, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

Am prominentesten ist sicherlich Xavier Naidoo, also fangen wir gleich bei ihm an. Seine Eltern stammen aus Südafrika, allerdings hat seine Mutter irische und sein Vater indische Wurzeln. Nun könnte man meinen, dass sich bereits Mahatma Gandhi bei seinem Aufenthalt in Südafrika rassistisch geäußert hat, als er bei einer Zugfahrt ins Abteil der Schwarzen gesteckt wurde. Allerdings war Naidoo ursprünglich gar nicht so drauf. Im Gegenteil hatte er in seiner Schulzeit selbst Erfahrungen mit rassistischem Mobbing machen müssen und engagierte sich Anfang des Jahrtausends bei dem Musikerzusammenschluss Brothers Keepers gegen Rechtsextremismus. Davon hat er sich nunmehr distanziert und behauptet, es gäbe keine rechte Gewalt.

Was muss da schief gelaufen sein, dass jemand wie Naidoo die Seiten wechselt und genau bei denen landet, die ihn einst wegen seiner Hautfarbe schikaniert haben? Manche meinen, diese Entwicklung hätte 2012 mit einem Hidden Track des Albums „Gespaltene Persönlichkeit“ begonnen. In diesem singt der Rapper u.a. über rituellen Kindesmissbrauch. Tatsächlich gibt es solche Praktiken im Satanismus, weshalb die entsprechenden Songpassagen weniger problematisch sind als die offen homophoben Äußerungen, wobei Naidoo Homosexualität mit Kindesmissbrauch gleichsetzt.

Seine Homophobie sitzt schon lange sehr tief und dürfte das Resultat seiner streng katholischen Erziehung sein. Das erklärt auch, warum er sich nur auf den rituellen Kindesmissbrauch im Satanismus konzentriert und über die gleichermaßen widerlichen Vorgänge in der katholischen Kirche schweigt. Dass sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige viele Gesichter hat, ist ein Fakt. Doch statt Fakten kommen von Naidoo inzwischen nur noch Fake News über unterirdische Anlagen, in denen angeblich Kinder in Käfigen gehalten werden, um ihr Adrenochrom zu ernten. Diese Behauptungen kommen nicht von ungefähr, sondern von QAnon, zu dessen Anhängern der Sänger längst gehört.

Dieser Dammbruch nach rechts erfolgte spätestens 2015 mit Beginn der Flüchtlingskrise. Den Fokus legte Naidoo dabei nicht nur auf Flüchtlinge, sondern auch auf reichsdeutsche Verschwörungstheorien. So teilte er die Falschbehauptung, die BRD sei eine GmbH und das Deutsche Reich bestehe fort. Zudem begann er, Begriffe wie „Lügenpresse“ zu benutzen und das nicht etwa in Bezug auf die BILD, wo es durchaus den Tatsachen entsprechen würde.

Was nicht ganz ins Bild passt, sind seine Ansichten über Muslime, die laut ihm „den neuen Judenstern“ tragen würden. Es stimmt zwar, dass Muslime in Europa ausgegrenzt werden, allerdings genau von den Leuten, denen Xavier Naidoo sich inzwischen angeschlossen hat. Der Vergleich mit den Juden ist derweil eine Verharmlosung des Holocausts, was den Verdacht nahe legt, dass er lediglich den Antisemitismus manch muslimischer Extremisten wie der Hamas teilt.

Das passt wiederum sehr gut ins Bild, denn Naidoo ist ein christlicher Zionist. Das hat absolut nichts mit jüdischem Zionismus zu tun, sondern verkörpert den Alleinanspruch des Christentums auf das Heilige Land. Anspielungen auf den Berg Zion finden sich in so ziemlich allen Albentiteln der Söhne Mannheims.

Wie krass fundamentalistisch der Sänger denkt, äußert sich auch in seinem Glauben, dass wir aktuell in der Endzeit leben würden und die Apokalypse unmittelbar bevorstünde. Man könnte fast meinen, er sehne sich den Weltuntergang geradezu herbei. Allerdings steht er dabei mitnichten auf der Seite Gottes, denn sonst würde er nicht finstere Mächte wie Trump unterstützen. Ist Naidoo wirklich so dumm, den US-Autokraten für den Messias zu halten? Möglicherweise ja, denn immerhin glaubt er auch, die Erde sei flach und Außerirdische seien Dämonen aus dem Erdinneren. An den Klimawandel und das Coronavirus glaubt er derweil nicht, obwohl die Existenz des einen wie des anderen wissenschaftlich erwiesen ist.

Diesbezüglich ist er also schon mal auf einer Linie mit Trump und der AfD. Doch glaubt er allen Ernstes, Faschisten seien die Armee Gottes im Kampf gegen das Böse? Dazu sind ihre Verbrechen schlichtweg zu teuflisch. Dennoch positioniert er sich neuerdings ganz weit rechts, indem er jeden Tweet mit drei Herzen in Schwarz/Weiß/Rot abschließt. Eine Liebeserklärung an ein Deutsches Reich, welches Menschen wie ihn für minderwertig hält und verabscheut.

Eigentlich fehlt nur noch, dass er gegen die Rassenvermischung wettert und die Reinhaltung des deutschen Blutes fordert. Als Halbinder und Halbire, der nicht mal einen deutschen Namen hat, muss er diesbezüglich ja ein absoluter Experte sein! So viel Dummheit lässt sich nicht mal mehr mit einem rassistischen und christlich-fundamentalistischen Weltbild erklären, sondern nur noch mit fortgeschrittener Geisteskrankheit. Oder ist Xavier Naidoo am Ende vielleicht ein autorisierter Held der Pop-Okkultur, der wissentlich Bullshit im Rahmen einer faschistischen Agenda verbreitet?

In jedem Fall ist er Teil eines rechten Netzwerkes, dem auch der Deutschtürke Attila Hildmann angehört. Wie schon der Sänger begann auch dieser vegane Kochbuchautor während der Flüchtlingskrise 2015 mit seinen rassistischen Äußerungen. So sprach er in Bezug auf das Thema Integration von einer „Selbstverstümmelung deutscher Werte und Kultur“. Zumindest er ist ja bestens integriert, wenn auch nur in der rechtsextremen Szene.

Selbstverständlich gibt es ebenso türkische Nazis wie die Grauen Wölfe und Erdogan belegt zweifelsohne den ersten Platz beim Hitlerähnlichkeitswettbewerb. Allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass die deutschen Nazis plötzlich türkenfreundlich sind. Das passt ja nicht zu deren paranoiden Wahnvorstellungen vom „Bevölkerungsaustausch“. Wenn es nach den Faschisten ginge, hätten Osmanen nichts in Deutschland zu suchen. Attila sollte da keine Ausnahme bilden, denn seine Haut ist einfach nicht weiß genug für den „Arierpass“.

Dennoch gibt er sich größte Mühe, dazu zu gehören. So äußert er sich zunehmend antisemitisch, empfiehlt die Lektüre der gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ und behauptet, die Juden wollten „die deutsche Rasse auslöschen“. Mal davon abgesehen, dass der Rassebegriff völlig falsch ist, scheint er selbst kein Problem damit zu haben, sein eigenes undeutsches Blut einzubringen. Wenn Attila schon der kruden Rassenlehre anhängt, sollte er doch wenigstens konsequent sein.

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Ein weiterer Punkt, der ihn mit Hitler verbindet, ist seine fleischlose Ernährung. Im Gegensatz zur Menschheit liegen ihm Tiere offenbar am Herzen. Hildmann würde niemals ein Tier verspeisen. Einen Porsche mit Ledersitzen kaufen allerdings schon. Halten wir einmal mehr fest, dass der deutschtürkische Suppenkasper die Inkonsequenz in Person ist.

Anderseits muss Attila schon total durch den Wind sein, wenn er jede noch so hanebüchene Verschwörungstheorie aus dem Internet teilt. So behauptet er u.a., dass die Pfarrerstochter Angela Merkel eine Jüdin sei, die installiert wurde, um die Deutschen auszurotten. Ihm zufolge gehöre sie demselben Stamm an wie Soros, Zuckerberg, die Rothschilds, Warburgs und Helmut Kohl. Sowohl Kohl als auch Merkel gehören jedoch dem christlichen Glauben an und sind allemal deutscher als Hildmann es je sein wird.

Beweise hat er für seine Behauptungen selbstverständlich keine. QAnon oder das Compact-Magazin müssen als Quellenangabe reichen. Dort informiert er sich auch gleich über Corona und nutzt die Pandemie, um noch mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Allerdings sind die Teilnehmerzahlen seiner Kundgebungen rückläufig und mit Sicherheit will sich ein Teil seiner Follower auf Twitter eher über seine kognitiven Ausfälle amüsieren, als selbige ernst zu nehmen.

Erschreckend ist aber dennoch, dass überhaupt Menschen solchen Psychopathen zuhören, die Gift und Galle in die Welt spritzen. Ein weiterer rassistischer Hetzer, der auf immerhin 42.700 Youtube-Abonnenten kommt, ist Hyperion. Auf seinem Kanal erklärt er u.a. „Warum Vielfalt unsere Schwäche ist“. Auch sonst strotzen seine Videos nur so von ausländerfeindlicher Hetze, insbesondere gegen Flüchtlinge aus Afrika.

Doch nun kommt die Ironie: Hinter Hyperion verbirgt sich Homib Mebrahtu, der im Kindesalter mit seinen Eltern von Eritrea nach Deutschland geflüchtet ist. Dennoch fühlt er sich hierzulande von allen bedroht, die sein Schicksal teilen. Er selbst sieht sich als Deutscher, der seine Kultur vor Fremdeinflüssen bewahren will, weshalb er sogar der AfD beigetreten ist.

Wie erträgt sich so ein Mensch eigentlich selbst? Und warum bekommt er Beifall von deutschen Neonazis? Okay, er erzählt ihnen, was sie hören sollen. Aber sind die deshalb plötzlich alle farbenblind? Er selbst muss wohl daheim alle Spiegel verhüllt haben, dass ihm der offensichtliche Widerspruch seiner rassistischen Ideologie nicht auffällt.

Sein Hass auf Muslime könnte immerhin noch damit erklärt werden, dass er selbst Christ ist und es in afrikanischen Ländern immer wieder zu Konflikten zwischen den beiden Religionen kommt. Das ist zwar pauschalisierend, aber zumindest nachvollziehbar. Seine Hetze gegen Flüchtlinge kann derweil nur mit grenzenlosem Selbsthass oder mit massivem Geltungsbedürfnis erklärt werden. Es scheint fast so, als sei hier ein deutscher Faschist im falschen Körper reinkarniert.

Wirklich alle Aspekte des deutschen Faschismus lassen sich bei ihm wiederfinden. Seine Videos triefen nur so vor Antikommunismus und Hass auf die Antifa. Mebrahtu stellt sich damit gegen all jene Menschen, die ihn einst in Deutschland willkommen geheißen haben, um damit diejenigen zu beeindrucken, die seinesgleichen am liebsten sofort abschieben oder besser gleich erschießen würden.

Hyperion lässt wirklich keine Gelegenheit aus, Antifaschisten und Linke als gemeingefährliche Terroristen darzustellen. Natürlich sind die auch alle vom Staat bezahlt und bekommen für jede Demoteilnahme Honorar, wie sonst könnten sie sich Luxusvillen und Ferraris leisten. Wo wir schon mal dabei sind, der Staat schuldet uns noch eine Phantastilliarde Euro für unser antifaschistisches Engagement. Bisher haben wir noch keinen müden Cent gesehen! Oder sind die Behauptungen der Rechtspopulisten etwa alle frei erfunden?

Wenn dann tatsächlich mal ein Terroranschlag wie in Hanau mit rund einem Dutzend Toten stattfindet und – welch Überraschung – der Täter kein Antifa, sondern ein Neonazi war, kommen Volksverhetzer wie Mebrahtu in Erklärungsnot. Hinter solchen Taten können laut ihnen nur psychisch kranke Einzeltäter stecken. Der NSU bestand dann wohl auch nur aus geisteskranken Einzeltätern und davon gleich drei Stück auf einmal. Plus ein gut organisiertes Unterstützernetzwerk aus lauter Einzeltätern.

Eine Psychose äußert sich u.a. in Wahnvorstellungen. Das war bei Tobias Rathjen aus Hanau zweifelsohne der Fall, immerhin hat er die paranoiden Verschwörungstheorien von QAnon für voll genommen und sein gesamtes Weltbild darauf aufgebaut. Ein Weltbild, welches auch Hyperion in seinen Videos propagiert. Wie der Rest der AfD trägt er damit eine Mitverantwortung für solche rassistischen Massenmorde.

Dabei ist er nicht mal der einzige Schwarze in der AfD. Kamerad Achille Demagbo wetterte ebenfalls schon: „Wir dürfen Deutschland nicht mit Afrikanern überfluten!“. Sagt er! Als Afrikaner! Warum ist er dann noch hier? Hält der sich für witzig? Zumal er nicht wie andere vor Krieg oder Hunger fliehen musste, sondern ein reiner Wohlstandflüchtling ist. Was Mebrahtu und Demagbo mit ihrer rechten Hetze anrichten, werden sie wohl erst dann begreifen, wenn sie selbst Opfer eines rassistischen Übergriffs werden.

Quelle Originalzitat

Gleiches gilt für Xavier Naidoo und Attila Hildmann. Es kann einfach nicht funktionieren, dass ein Inder, ein Türke und ein Eritreer die White Power Bewegung anführen. Vielleicht spekulieren sie darauf, dass die deutschen Neonazis vor lauter brauner Gesinnung ihre braune Hautfarbe nicht mehr erkennen. Immerhin saß mit Safet Babic sogar schon ein vorbestrafter Bosnier für die NPD im Stadtrat von Trier, obwohl diese Partei doch eigentlich die Abschiebung krimineller Ausländer fordert.

Letztendlich werden sich Naidoo, Hildmann und Mebrahtu mit ihrer Ignoranz selbst schaden. Über die Ironie könnte man dabei fast lachen, wenn sie nicht auch unzähligen anderen schaden würden, die täglich Opfer von Rassismus und rechter Gewalt werden. Aus genau diesem Grund sollten alle drei wegen Volksverhetzung verknackt und von Twitter sowie Yuotube gesperrt werden!

Ausländerfeindliche Ausländer. Man fragt sich wirklich, was als Nächstes kommt? Juden und Muslime in der AfD? Ach stimmt, gibt es ja schon. Vielleicht verheiratete Homosexuelle mit Kindern, die einer Bundestagsfraktion vorsitzen, welche gegen die Homoehe klagt und auf dem traditionellen Familienbild besteht? Oh, richtig, Alice Weidel. Was die Rechten heutzutage auffahren, kann sich keine Satire-Show ausdenken!

Die USA versinken im Bürgerkrieg

von Anton Nymous

Am 25. Mai wurde in Minneapolis (Minnesota) der 46-Jährige Afroamerikaner George Floyd von Polizisten getötet. Angeblich soll er in einem Geschäft mit Falschgeld bezahlt haben. Doch selbst wenn das stimmen würde, wäre eine Hinrichtung unverhältnismäßig. Eine Straftat stellt ein Mord in jedem Fall dar und so wurden die verantwortlichen Polizisten suspendiert und inzwischen auch verhaftet. Doch leider ist dieses jüngste Ereignis kein Einzelfall.

In den USA sind rassistische Morde durch Polizisten trauriger Alltag. Das Zücken eines Handys kann da schon ausreichen. Joggen gehen kann für Afroamerikaner ebenfalls schnell tödlich enden, denn der rassistischen Logik mancher Polizisten zufolge muss jeder Schwarze, der rennt, ein flüchtiger Verbrecher sein. Der Klassiker ist aber das Anhalten von Autos mit schwarzen Fahrern und sobald diese die verlangten Fahrzeugpapiere aus dem Handschuhfach holen, wird sofort das Feuer eröffnet. Ganz egal, ob auch Kinder im Auto sitzen, welche dann ein Leben lang die traumatische Ermordung ihrer Eltern verarbeiten müssen.

Die Liste der Morde an Schwarzen durch die Polizei ist lang und kann hier nachgelesen werden. Es sollte angesichts dessen nicht verwundern, dass es infolge jedes weiteren Mordes zu Massenprotesten kommt. So auch aktuell in Minneapolis, wo gerade die schlimmsten Unruhen seit den 1960ern ausgebrochen sind. Die Heftigkeit mag dabei im Zusammenhang mit dem massiven gesellschaftlichen Rechtsruck unter einem rassistischen Präsidenten stehen.

Anfangs versprach Donald Trump noch Gerechtigkeit. Eine hohle Floskel, die vielseitig ausgelegt werden kann. Sie dient nicht dazu, die Gemüter zu besänftigen und das will Trump auch gar nicht. Die Unruhen kommen ihm mehr als gelegen. Er benutzt sie, um jedes antifaschistische Engagement als vermeintlichen Terrorismus zu verbieten und will als erster US-Präsident das Militär im Inland gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Wenn Antifaschismus zur Straftat erklärt wird, dann kann das eigentlich nur bedeuten, dass die USA längst im Faschismus angelangt sind.

Das Ganze wirkt dabei inszeniert und von langer Hand geplant. Tatsächlich ist längst aufgeflogen, dass sich Rechtsextremisten und sogar getarnte Polizisten unter die Demonstranten in Minneapolis gemischt und u.a. Geschäfte geplündert haben. Zwar ist die Wut der Bevölkerung groß und die Angriffe auf die Polizei sind teils eine direkte Folge des jüngsten Mordes. Doch warum sollten die Menschen unschuldige Ladenbesitzer ausrauben und unbeteiligte Passanten attackieren? Von dem Bild, welches hier erzeugt wird, profitieren einzig die Faschisten.

Nun ist es ja wirklich nichts Neues, dass Polizisten in Zivil und auch Neonazis als Agent Provokateure auftreten. Das kennen wir bereits vom G20-Gipfel in Hamburg. Zudem haben die Nazis Operationen unter falscher Flagge schon seit dem Reichstagsbrand und dem Überfall auf den Sender Gleiwitz drauf. Darin haben sie inzwischen so viel Übung, dass es für sie schon zur Routine geworden ist.

Im Zeitalter des Internets sind die Möglichkeiten dabei noch weitaus vielfältiger und die Methoden einfacher geworden. Da reicht es schon, wenn Rechtsextreme einen Twitter-Account unter dem Namen „Antifa USA“ anmelden und dort zu Gewalt aufrufen. Eine Steilvorlage für Trump, der nun gegen die Antifa vorgehen will, obwohl seine eigenen Anhänger dahinter stecken. Natürlich wird er sich vom Auffliegen dieser False Flag Operation nicht von seinem Vorhaben abbringen lassen.

Quelle

Im Gegenteil hat Trump noch einen oben drauf gesetzt und den roten Winkel zu einem Antifa-Symbol erklärt. Tatsächlich handelt es sich aber mitnichten um ein antifaschistisches Symbol, sondern um eine Kennzeichnung, mit der im 3. Reich politische KZ-Häftlinge markiert wurden. Verwendet wird der rote Winkel nur von einer antifaschistischen Organisation und zwar vom Verband der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten. Dabei handelt es sich aber um einen deutschen Verein, der 1947 von Holocaustüberlebenden und Widerstandskämpfern gegründet wurde. Die Verwendung des roten Winkels durch den VVN BdA geht auf die persönliche Vergangenheit der Vereinsgründer als Opfer der Nazis zurück, was durch die blau-weißen Häftlingsstreifen im Hintergrund unterstrichen wird.

Die USA hatten damals zusammen mit den Alliierten gegen die Nazis gekämpft und geholfen, die Konzentrationslager zu befreien. Es ist daher eine Schande, dass der heutige US-Präsident Nazisymbole verwendet, um damit erneut Antifaschisten zu markieren. Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass Trump nicht über die Geschichte des Holocausts im Bilde ist. Vielmehr scheinen er und seine Wahlkampfberater eine unmissverständliche Botschaft an die Antifaschisten schicken zu wollen. Er hätte genauso gut einen gelben Stern zum Symbol der Antirassisten erklären können. Kein Wunder, dass es sogar Mark Zuckerberg zu viel wurde und dieser Trumps Eintrag auf Facebook löschen ließ.

Der US-Präsident lebt längst in seiner eigenen Welt, in der seine Lügen zur alleingültigen Wahrheit werden. Dieses kranke Weltbild verbreitet er mit allen Mitteln, sei es mit seinem eigenen Twitter-Account oder über Fox News. Von wegen die Massenmedien wären alle gegen ihn. Einige ja und das auch aus gutem Grund. Aber Fox News als einer der wichtigsten Nachrichtensender der USA steht genauso hinter Trump, wie die BILD in Deutschland die WerteUnion und AfD nach besten Kräften unterstützt.

Hinzu kommen unzählige alternative Medien, die entweder schon immer rechts waren oder in den letzten Jahren einen massiven Rechtsruck hingelegt haben. Der Verdacht liegt nahe, dass diese Alternativmedien in Wirklichkeit Systemmedien des ultrarechten Flügels der herrschenden Elite sind. Wahrscheinlich steckt hinter QAnon wirklich ein Vertrauter des US-Präsidenten, wenn nicht sogar der Präsident höchstselbst. Dafür spricht, dass sowohl QAnon als auch Trump selbst sich als Opfer stilisiert und dabei seine Propaganda in die Köpfe seiner Anhänger hämmert.

Sein Opfermythos geht dabei so weit, dass er bei der letzten Präsidentschaftswahl Wahlfälschung witterte, obwohl er diese gewonnen hat. Das einzig Manipulative ist jedoch das Wahlmännersystem, bei dem es keine Rolle spielt, ob Clinton rund eine halbe Million Stimmen mehr hatte, wenn am Ende die Wahlmänner nach Bestechlichkeit entscheiden.

Für die nächste Wahl prognostiziert Trump schon im Voraus Fälschungsversuche, wobei er vor allem die Briefwahl in Misskredit zu bringen versucht. Schuld sollen natürlich wieder die Demokraten sein, die angeblich den Tiefenstaat kontrollieren. Dabei haben die Demokraten Trump das größte Geschenk gemacht, indem sie statt Bernie Sanders Joe Biden aufgestellt haben. Biden gilt als konservativ und zudem ist seine Demenzerkrankung kaum noch zu leugnen, weswegen sein Wahlsieg eher unwahrscheinlich ist. Falls Trump die Wahl gegen einen solch schwachen Kandidaten verlieren sollte, dann durch sein eigenes Verschulden, weil er sich aufführt, als sei er bereits Diktator auf Lebenszeit.

Des Weiteren stimmt es einfach nicht, dass die Demokraten den Staat und seine Behörden kontrollieren. Ja, es gibt neben Republikanern auch Demokraten in den Behörden. Und ja, manche Beamten bremsen Trump tatsächlich aus, wenn er etwas Illegales macht. Das nennt man Pflichtbewusstsein. Der Einzige, der jedoch versucht, den Staat zu seinen Gunsten umzubauen, ist Trump selbst! So hat er sich bereits eine republikanisch-konservative Mehrheit im Obersten Gerichtshof geschaffen, womit dieser seiner absoluten Machtergreifung nicht mehr im Weg steht.

Wie größenwahnsinnig Trump bereits ist, kann man aus seiner Ankündigung ablesen, das Wahlergebnis nur dann anzuerkennen, wenn es zu seinen Gunsten ausfällt. Ein seltsames Demokratieverständnis und spätestens nach seiner Wiederwahl wird er die Maske endgültig fallen lassen und die Begrenzung der Präsidentschaft auf zwei Amtsperioden aufheben. Vorausgesetzt natürlich er gewinnt die Wahl.

Sollte Trump die Wahl jedoch verlieren, hat er ebenfalls schon vorgesorgt. Seine Anhänger haben sich längst bis an die Zähne bewaffnet, in Bürgerwehren organisiert und drohen unverhohlen vor laufender Kamera, Trumps Präsidentschaft im Falle seiner Abwahl mit Gewalt durchzusetzen. Das Zusammenziehen des Militärs in Washington kann ebenfalls als Vorbereitung für einen Militärputsch interpretiert werden. Zwar sind 40% der Soldaten Nichtweiße und könnten daher den Gehorsam gegenüber einem Rassisten verweigern, aber der Rest zusammen mit den Bürgerwehren stellt eine reale Gefahr dar.

Die USA befinden sich aktuell am Rande eines Bürgerkrieges und sind nur noch eine Wahl von der Errichtung einer Militärdiktatur entfernt. Eine Demokratie sind die USA selbstverständlich schon lange nicht mehr. Längst haben die Wallstreet, der militärisch-industrielle Komplex und die Geheimdienste das Sagen. Der letzte Präsident, der sich dagegen gestellt hat, wurde 1963 in Dallas erschossen.

Dennoch hatten die USA bisher eine absolute Meinungsfreiheit und jeder Einwohner mit ausreichendem Einkommen konnte sein Leben einigermaßen frei gestalten. Damit könnte demnächst Schluss sein. Die USA werden schon bald den Faschismus in seiner vollendeten Form erleben. Trump könnte dabei die Rolle des 3. Antichristen zufallen, egal wie christlich er sich gibt. Er ist ein Blender, ein Täuscher, ein rassistischer und sexistischer Hetzer, ein notorischer Lügner, Narzisst und gefährlicher Psychopath. Wer ihm folgt, wird seine Hände früher oder später im Blut Millionen Unschuldiger baden.

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In Deutschland gilt gleiches für die Anhänger des Rechtspopulismus. Erst kürzlich ist durch geleakte Facebookchats bekanntgeworden, dass rechtsextreme Bundeswehrreservisten einen „Rassenkrieg“ vorbereiten. Der Gruppierung gehören mehrheitlich Mitglieder der Burschenschaft Germania Leipzig sowie ein Fraktionsmitarbeiter der sächsischen AfD an. Die zahlreichen Verbindungen zwischen Neonaziszene, AfD, Militär, Polizei, Geheimdiensten und Justiz (Stichworte: Uniter, Hannibal, Nordkreuz etc.), wären einem Putsch ebenfalls dienlich.

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Die öffentliche Meinung könnte von diesem rechten Netzwerk ebenfalls leicht nach US-Vorbild manipuliert werden. Ein paar über Fake-Accounts gestreute Hetzkommentare auf linken Webseiten oder Angriffe durch schwarz Vermummte und schon lassen sich die gewünschten Schlagzeilen erzeugen. Die Massenmedien, insbesondere die BILD, erweisen den Faschisten mit ihrer antilinken Hetze dabei einen großen Dienst, indem sie die Stimmung weiter zu ihren Gunsten kippen lassen. Möglicherweise steht uns ein globaler Bürgerkrieg bevor, der von Faschisten angeführt für ethnische und ideologische Säuberungen benutzt wird. Man kann nur hoffen, dass sich die breite Masse nicht auf dieses abartige Spiel einlassen wird.

Hass, Hetze und Verschwörungstheorien

Aktuell hört man in den Massenmedien wieder häufig das Wort „Verschwörungstheoretiker“. Oft werden dabei alle bunt in einen Topf geworfen, völlig egal ob sie zu recht das herrschende System kritisch hinterfragen, einfach nur kruden Mist verbreiten oder selbst Teil einer rechten Verschwörung sind. Leider machen es gerade die Rechtspopulisten und Nazis den Herrschenden leicht, neben ihren wirklich gefährlichen Wahnvorstellungen auch alle anderen Kritiker zu diffamieren.

Im Netz kursieren derzeit allerhand krude Verschwörungstheorien, angefangen bei Bill Gates‘ angeblichen Weltherrschaftsplänen bis hin zu QAnon. Allerdings hat das nicht erst mit Corona angefangen. Auch die Märchen von der „Umvolkung“ und der „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ sind nach wie vor Dauerbrenner. Reale Verschwörungen wie Korruption, neoliberale Netzwerke und Geheimgesellschaften oder rechtsextreme Netzwerke in Polizei und Militär gehen dabei entweder unter oder werden oft mit in die Lächerlichkeit gezogen.

Ob das ein gewollter Effekt ist, sei einmal dahingestellt. Hinter dem, was rechte Blogger, Youtuber und Twitterer verbreiten, steckt jedenfalls eine einheitliche Agenda. Alles, was diese so genannten „Alternativmedien“ den Massenmedien vorwerfen, trifft dabei auf sie selbst zu. Sie sind absolut gleichgeschaltet, wobei die meisten Fäden bei der AfD zusammenlaufen. Sie verbreiten Lügen und manipulieren ihr Publikum. Die Filterblasen, die sie erschaffen, wirken regelrecht wie eine Gehirnwäsche.

Solche Methoden kennt man auch von Sekten und tatsächlich verbirgt sich hinter dem Portal Klagemauer TV sowie der daran angegliederten AZK (Antizensurkoalition) eine Sekte namens Organische Christus Generation. Zudem hat die AZK auch schon $cientology eine Plattform gegeben, um ihre Propaganda zu verbreiten. Das ist natürlich ein Extrembeispiel. Bei den meisten anderen rechten Verschwörungsplattformen steckt keine religiöse Gruppierung dahinter, Anknüpfungspunkte zu brauner Esoterik, Okkultismus und dergleichen finden sich dennoch immer wieder.

In der folgenden Doku „Infokrieg – Wie die neuen Rechten die Medien hacken“, werden die Methoden der blau-braunen Internetfront sehr genau analysiert und ihre Netzwerke aufgedeckt. Während die Faschisten im Minutentakt wilde Behauptungen aufstellen oder diese unkontrolliert verbreiten, hat das Y-Kollektiv ein Jahr lang intensiv recherchiert. Die meisten rechten Blogger zeigten sich dabei wenig gesprächsbereit. Die Wenigen, die sich vor die Kamera getraut haben, geben derweil erschreckende Einblicke in die Szene. Gleiches gilt für die Aussteiger, die massiv diffamiert und bedroht werden.

Erneut rechtsextremer Terroranschlag in Hanau

Von Anton Nymous

In der Nacht des 19. Februar 2020 stürmte ein Rechtsextremist zwei Shisha-Bars und einen Kiosk in Hanau und erschoss insgesamt 10 Menschen mit Migrationshintergrund. Unter den Getöteten war eine zweifache Mutter, die mit einem dritten Kind schwanger war. Im Anschluss fuhr der 43-Jährige Tobias Rathjen nach Hause, erschoss dort erst seine eigene Mutter und anschließend sich selbst. Nach dem Mord an Walter Lübcke und dem Amoklauf in Halle ist dies der dritte rechtsextrem motivierte Anschlag binnen eines Jahres, womit die Opferzahl auf 14 + 1 Suizid steigt. Zudem wurde erneut eine faschistische Terrorzelle ausgehoben, die weitere Anschläge auf Moscheen geplant hatte, was zum Glück verhindert werden konnte.

Angesichts dessen ist es unerträglich, dass einige CDU-Politiker wie Burkard Dregger im Interview mit Berlin.TV weiterhin die Hufeisentheorie bedienen. Dabei werden rechtsextreme Mordanschläge mit Aktionen des zivilen Ungehorsams von links geleichgesetzt. Doch wie viele Menschen kamen im gleichen Zeitraum der aktuellen rechten Terrorwelle durch linke Gewalt ums Leben? Exakt 0! Seit dem Ende der RAF gab und gibt es keinen linken Terrorismus mehr, sondern lediglich Krawalle durch die autonome Szene, denen eine massive Polizeigewalt gegenübersteht.

Neben den Konservativen sind es vor allem die Rechtspopulisten, die dennoch gern ein anderes Bild zeichnen. Für die ist es schon „linker Terror“, wenn Kinder und Jugendliche jeden Freitag friedlich für mehr Klimaschutz demonstrieren. Wer gegen Atomkraft und Kohlestrom ist, wird da schnell als „Ökofaschist“ gebrandmarkt. Es ist schon geradezu aberwitzig, wenn rechtsextreme Menschenfeinde andere als „Faschisten“ bezeichnen, weil diese sich für Umweltschutz und Frieden einsetzen, während sie selbst sehr schnell beleidigt reagieren, sobald man sie „Nazis“ nennt, auch wenn sie ganz offen das 3. Reich verherrlichen.

Ebenso grotesk ist die Relativierung rechtsextrem motivierter Morde durch den Fingerzeig auf Linke und Flüchtlinge. Allen voran wird da immer wieder behauptet, die Medien würden nur bei deutschen Tätern die Nationalität nennen, was schlichtweg nicht stimmt. Der Grund, warum man viel weniger über Morde durch Migranten hört, ist die Tatsache, dass die Faschisten bei der Vernichtung menschlichen Lebens weitaus fleißiger sind. So gab es im vergangenen Jahr gerade mal einen Mord an einem Feuerwehrmann in Augsburg, der von einer Gruppe Migranten begangen wurde.

Dennoch werden die Rechtspopulisten nicht müde zu behaupten, dass die Morde aus rassistischen Motiven bedauerliche Einzelfälle seien, während hinter den Straftaten durch Migranten eine finstere Weltverschwörung zur Ausrottung der Deutschen stecke. Das genaue Gegenteil ist der Fall! Der Mord in Augsburg war ein Einzelfall, denn die Täter gehörten keiner Struktur und erst recht keiner Verschwörung an. Sie hatten ihre Tat auch nicht lange im Voraus geplant oder ein Manifest veröffentlicht, in dem sie gegen Deutsche oder Feuerwehrleute gehetzt haben. Die Tat war ohne Frage grausam und zu verurteilen, aber sie stand in keinem größeren Zusammenhang.

Ganz anders bei den Tätern von Halle, Hanau und auch Christchurch (Neuseeland), die allesamt schon länger in der rechtsextremen Szene, insbesondere im Internet, aktiv waren. Alle drei hatten vorab ein rassistisches Manifest veröffentlicht, waren im Umgang mit Schusswaffen geübt und hatten sich mit Waffen sowie Munition eingedeckt. Sie haben auch nicht im Affekt aus der Situation heraus Menschen getötet, sondern ihre Ziele mit Bedacht gewählt. Lediglich in Halle kam es dann doch zu zwei mehr oder weniger willkürlichen Morden, da Stephan Balliet sich keinen Zugang zur Synagoge verschaffen konnte.

Unmittelbar nach dem Amoklauf in Hanau kam es zudem zu Nachahmungstaten. Bereits am Freitag darauf wurde ein Brandanschlag auf eine Shisha-Bar in Döbeln (Sachsen) verübt und am Samstag wurden Schüsse auf eine Shisha-Bar in Stuttgart abgegeben. Es ist dem Zufall geschuldet, dass dabei niemand verletzt wurde. Die Täter wurden zwar noch nicht ermittelt, ihre Motive dürften jedoch klar sein. Es geht darum, ein Klima der Angst zu schaffen, in dem sich niemand mehr in eine Shisha-Bar traut. Dahinter steckt eindeutig ein System.

Hinzu kommt die Tatsache, dass immer mehr rechte Netzwerke auffliegen bzw. ausgehoben werden, die Todeslisten führen und Anschläge planen. Seit dem NSU waren das Nordkreuz, Hannibal, Uniter, Combat 18, die Atomwaffendivision und zuletzt eine Gruppe mit dem Namen „Der harte Kern“. Es besteht also sehr wohl ein größerer Zusammenhang, ja eine regelrechte Verschwörung mit konkreten Umsturzplänen. In diese sind auch immer wieder Bundeswehroffiziere, Verfassungsschützer und Polizisten involviert, wie erst kürzlich der Fall eines Verwaltungsbeamten der nordrhein-westfälischen Polizei belegt hat, der zum „harten Kern“ gehörte. Dennoch sind es ausgerechnet solche Verschwörer, die sich ein Weltbild aus kruden Verschwörungstheorien zusammenzimmern.

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Tobias Rathjen lebte in einer geradezu wahnhaften Phantasiewelt, die schon an krankhafte Paranoia grenzte. Zwar ist es Realität, das Geheimdienste wie die NSA die komplette Weltbevölkerung digital überwachen und man in Städten wie Berlin keinen Schritt mehr machen kann, ohne dabei gefilmt zu werden. Doch zu glauben, man werde schon ab der Geburt persönlich von Geheimdiensten verfolgt, ist definitiv schizophren. Eine solche Beobachtung ist sehr aufwendig und kostet einen Haufen Geld. Da muss man schon in irgendeiner Form auffällig gewesen sein, um das Interesse der Geheimdienste zu wecken.

Hinzu kommt, dass die meisten Geheimdienste Rechtsextremisten eher als V-Leute anwerben und großzügig finanzieren, statt ihnen das Leben schwer zu machen. Andernfalls hätten sie Rathjen gestoppt und seine Tat verhindert. Doch kaum war diese begangen, schon haben andere rechte Verschwörungstheoretiker damit begonnen, die Tat selbst als „Inszenierung“ hinzustellen. Doch wo läge da der tiefere Sinn?

Beim NSU ließ man die Morde wie Ausländerkriminalität aussehen und der Verfassungsschutz verhinderte über Jahre erfolgreich, dass in die rechtsextreme Richtung ermittelt wurde. Ebenso hat sich im Fall Franco A. ein rechtsextremer Bundeswehroffizier 2015 als syrischer Flüchtling ausgegeben und einen Anschlag unter falscher Flagge geplant. Das Ziel des Tiefenstaates scheint es also eher zu sein, den Rechtsruck durch vorgetäuschte Straftaten angeblicher Migranten anzufeuern. Dazu würde auch der Fall Anis Amri passen, der zwar tatsächlich ein Migrant war, aber unter ständiger Kontrolle durch V-Leute stand.

Der Versuch, die Welle rechten Terrors als Aktion unter falscher Flagge darzustellen, scheitert letztendlich auch daran, dass der Tiefenstaat selbst von Faschisten durchseucht ist. Das zeigt zum einen die Involvierung von Polizisten, Bundeswehroffizieren und Verfassungsschützern in rechtsextreme Netzwerke wie Nordkreuz und Uniter, zum anderen auch die ideologische Ausrichtung von Führungspersönlichkeiten wie Hans-Georg-Maaßen, der aktuell zusammen mit der WerteUnion eine Brücke zwischen CDU/CSU und AfD schlägt.

Nicht zuletzt wurden die deutschen Geheimdienste, allen voran der BND, von ehemaligen Gestapo-Leuten wie Reinhard Gehlen aufgebaut. Diesen Faschisten im Staatsdienst zu unterstellen, sie würden dem Aufstieg der AfD schaden wollen, ist schon grenzdebil! Zumal einige sogar selbst Mitglieder der AfD sind, darunter zwei Akteure der Gruppe Nordkreuz.

Was rechte Trolle in den sozialen Netzwerken absondern, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Ebenso dreist ist es, dass sich die AfD schon wieder als Opfer feierte, kaum dass die Tat begangen war. Die geheuchelte Betroffenheit können sich die Rechtspopulisten gleich ganz sparen, denn es ist ihre rechte Hetze, die ein gesellschaftliches Klima geschaffen hat, in dem der rechte Terror gedeiht.

Gerade labile Gemüter wie Tobias Rathjen fühlen sich durch den Aufstieg der AfD zu ihren blutigen Taten legitimiert. Die Rechtspopulisten schüren gezielt ihren Hass auf Ausländer, Muslime und andere Minderheiten und rufen zum Handeln auf. Ist es z.B. ein Zufall, dass Björn Höcke nur zwei Tage vor dem Massaker in Hanau bei einer Pegida-Kundgebung dazu aufgerufen hat, Zitat: „Die Herrschaft der verbrauchten Parteien und Eliten muss abgelöst werden und wir werden sie ablösen. (…) Wir werden diesen Kampf gemeinsam führen und gemeinsam gewinnen.“

Ein Aufruf zum Kampf also und nur kurz darauf wurde gekämpft. Natürlich weist die AfD trotzdem jede Mitschuld weit von sich. Der Massenmörder von Hanau sei gar nicht rechts gewesen, vielleicht war er ja sogar links. Und überhaupt würden die etablierte Politik und Systemmedien den Terroranschlag „politisch instrumentalisieren“. Dabei verkennt die AfD total, dass der Anschlag sehr wohl politisch motiviert war und dies schlichtweg wahrheitsgetreu wiedergegeben wird.

Das Weltbild des Täters war dabei von genau den Behauptungen und Fake News geprägt, welche die Rechtspopulisten seit Jahren verbreiten. Ebenso haben schon zahlreiche AfD-Politiker durchaus auch Gewalttaten legitimiert. Hier nur eine kleine Auswahl von Zitaten, die zum Verständnis der Ereignisse in Hanau und Halle sowie dem Mord an Walter Lübcke beitragen:

„Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!“ (Alice Weidel, AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag)

„Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet!“ (Markus Frohnmaier, AfD MdB)

„Bescheidenheit bei der Entsorgung (!) von Personen ist unangebracht.“ (Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD)

„Solche Menschen müssen wir selbstverständlich entsorgen!“ (Petr Bystron, AfD MdB)

„Das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt.“ (Bernd Höcke, AfD-Vorsitzender Thüringen)

„Wir sollten eine SA gründen und aufräumen!“ (Andreas Geithe, Bürgerdeputierter der AfD in Berlin)

„Wenn jemand kommt und den ganz großen Knüppel rausholt und das damit schafft, innerhalb von zwei Tagen zu beenden, bin ich sofort dabei!“ (Beatrix von Storch, stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag)

„Brennende Flüchtlingsheime sind kein Akt der Aggression.“ (Sandro Hersel, AfD MdL in Meck-Pomm)

„Das Pack erschießen oder zurück nach Afrika prügeln!“ (Dieter Görnert, AfD)

„Drecksack-Antifakinder bekiffter Eltern gehört eine verpasst und sie in den Dreck geworfen. Ihnen gehört gedroht, dass sie nächstes Mal unter der Erde liegen!“ (Egbert Ermer, ehemals AfD Sachsen, heute Mitglied in Poggenburgs „Aufbruch deutscher Patrioten“)

„Antifa? Ab ins KZ!“ (Mirko Welsch, Ex-AfD-Mitglied)

„Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust wieder lohnen würde.“ (Marcel Grauf, AfD-Mitarbeiter im Landtag BaWü)

„Ich wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg mit Millionen Tote. Frauen, Kinder, mir egal! Es wäre so schön. Ich will auf Leichen pissen und auf Gräbern tanzen. Sieg Heil!“ (Marcel Grauf, AfD-Mitarbeiter im Landtag BaWü)

„Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns ggf. anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren. Aber wenn wir endlich soweit sind, dann stellen wir sie alle an die Wand! (…) Grube ausheben, alle rein und Löschkalk oben rauf.“ (Holger Arppe, MdL in Meck-Pomm, ehemals AfD, inzwischen parteilos)

Nach so viel Aufrufen zu Gewalt und Bürgerkrieg, nach so viel Menschenverachtung gegenüber Flüchtlingen und politischen Gegnern, leugnet die AfD immer noch ihre Verantwortung, wenn Rechtsradikale ihre Ideen in die Tat umsetzen! Sie machen einen auf harmlos und nennen sich selbst „bürgerlich-konservativ“. Wahrscheinlich war Hitler in ihren Augen auch nur ein „bürgerlich-konservativer“ Politiker, der einfach missverstanden und völlig zu Unrecht mit Auschwitz und den Verbrechen des 2. Weltkrieges in Verbindung gebracht wird.

Missverstanden wurde laut Jens Maier auch der norwegische Rechtsterrorist Anders Behring Breivik, der laut dem AfD-Bundestagsabgeordneten „aus Verzweiflung heraus zum Mörder geworden“ sei. Also nicht aus Hass und rassistischer Überzeugung, nein, der Ärmste war lediglich verzweifelt. Verzweifeln könnte man eher an den Aussagen Maiers, der 2017 auf einer Veranstaltung des rechten „Compact“-Magazins im Gasthof Heidekrug in Cotta (Sachsen) zudem das Buch „Europa verteidigen“ des Bloggers „Fjordman“ als Anstoß seiner politischen Betätigung bezeichnete. Eben jenen Fjordman hatte auch Breivik in seinem Manifest zitiert. Der Kreis schließt sich.

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Die Verlogenheit der AfD ist ebenso offensichtlich wie ihre Mitverantwortung an den jüngsten Terrorattacken durch Rechtsextremisten. Die Frage ist nur, warum ihre Umfragewerte im Osten trotzdem weiter steigen. Entweder kommt ihre Radikalität gut an oder die ihre Wähler glauben ihr jeden Scheiß, selbst wenn sie behaupten würde, die Erde sei flach und innen hohl. Kein Mensch, der noch halbwegs bei Vernunft ist und noch einen Funken Anstand in sich trägt, kann diese Partei nach alledem weiter wählen! Zumindest im Bundestrend sinkt die AfD in der Wählergunst, was Anlass zur Hoffnung gibt.

Zum Schluss möchten wir aus gegebenem Anlass explizit darauf hinweisen, dass wir uns nur mit realen, nachweisbaren Verschwörungen beschäftigen, die wir stets mit Screenshots und Quellenlinks belegen. Damit unterscheiden wir uns von rechten Verschwörungsblogs, die krude Behauptungen aufstellen und mit gefakten Fotos oder Videos arbeiten. Wir billigen es auch nicht, dass diverse unseriöse Webseiten unsere Artikel ohne unser Einverständnis verbreiten und aus dem Zusammenhang reißen, um damit ihr rechtes Weltbild zu untermauern. Wir sind ausdrücklich gegen jede Form von Faschismus, Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und distanzieren uns von jeglichen Gewaltaufrufen! So etwas wie in Hanau darf niemals wieder geschehen!

Deutsche RECHTSsprechung

von Anton Nymous

Im April 2017 wurde in Cottbus eine ägyptische Studentin von einem Auto angefahren. Statt ihr zu helfen, hat der Fahrer die Angefahrene rassistisch beleidigt und sie dann zum Sterben zurückgelassen. Dem Verhalten nach zu urteilen war dies kein Unfall mit Fahrerflucht, sondern eiskalter Mord aus rassistischen Motiven.

Am 20. Januar 2020 wurde der inzwischen 22-jährige Täter nunmehr verurteilt. Allerdings nur zu einem Jahr auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. Die deutsche Justiz tut so, als sei alles doch nur ein zufälliger Unfall mit Fahrerflucht gewesen. Eine Frau ist tot, der Täter bleibt auf freiem Fuß und darf den nächsten „Unfall“ an Migranten, Linken oder wem auch immer begehen.

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Im Verhältnis dazu geht die deutsche Justiz rigoros mit Antifaschisten um. So wurde eine 73-Jährige Eisenacherin zu einer Geldstrafe von über 1.000 € verurteilt, weil sie rechtsextreme Schmierereien übermalt hat. Und das sogar mehrfach. Für die teils verfassungsfeindlichen Graffiti wurde natürlich bis heute niemand verurteilt, nur das Übermalen scheint strafbar zu sein.

Merke: Hakenkreuze an Wände schmieren ist okay. Menschen töten auch, sofern dazu ein Auto statt einer Schusswaffe verwendet wird. Aber friedlichen Widerstand gegen Faschismus leisten, da kennt die deutsche Justiz kein Pardon!

Wenigstens eine positive Nachricht wurde am 23. Januar 2020 überraschend vom Bundesinnenministerium verkündet. Das rechtsextreme Terrornetzwerk Combat 18 wurde endlich verboten. Nach sage und schreibe über 20 Jahren, die Combat 18 in Deutschland bereits aktiv war, politische Gegner bedroht und sogar Anschläge verübt hat. Obwohl es sich um den bewaffneten Arm des seit 2000 verbotenen Blood & Honor Netzwerkes handelte, überlebte Combat 18 das Ende der Überorganisation um zwei Jahrzehnte.

Man muss sich schon fragen, warum es so lange gedauert hat, eine Terrorgruppe zu verbieten, deren Mutterorganisation in Großbritannien bereits Menschen ermordet hat? Ist eigentlich Al Kaida in Deutschland schon verboten oder dauert das auch noch? Und warum zum Henker dürfen sich terroristische Vereinigungen in Deutschland überhaupt gründen? Sollten die nicht generell illegal sein? Oder lässt man jetzt die Atomwaffen-Division da weiter machen, wo Combat 18 aufgehört hat? Gemäß dem Paragraphen 129 a des StGB sollte es eigentlich rechtlich möglich sein, rechtsterroristische Vereinigungen schneller zu verbieten als es bislang der Fall war.

Den Mitgliedern von Combat 18 hat man zu allem Unbehagen obendrein noch ausreichend Zeit gelassen, um belastendes Material rechtzeitig vor den Razzien verschwinden zu lassen. Die Razzien wurden zudem nicht zeitgleich bei allen Mitgliedern durchgeführt, sodass die restlichen Terroristen ihre Waffen und Propagandamaterialien zwischenzeitlich auslagern konnten. Damit dürfte das Verbot der Organisation keinerlei rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen haben. Also wieder mal alles nur Symbolpolitik.

Wie funktioniert rechte Propaganda?

Im folgenden Interview von Jung und Naiv geht es um die Wirkmechanismen rechtspopulistischer und rechtsextremer Ideologie. Rassisten und Sozialdarwinisten finden sich dabei nicht nur in der AfD, sondern auch in der SPD. Im Interview geht A. Kemper insbesondere auf Thilo Sarrazin und Landolf Ladig sein.

Interessanterweise begeistern solche rechten Hetzer vor allem die soziale Unterschicht, für die sie selbst absolut nichts übrig haben. Weder Sarrazin als ehemaliger Bundesbanker noch AfD-Spitzenpolitiker, die wie Alice Weidel der Hochfinanz oder Beatrix von Storch dem Hochadel angehören. Die faschistische Revolution, wie sie Landolf Ladig herbeiredet, dient am Ende auch nur den Interessen der Kapitalisten, denn sie ist die Durchsetzung des Prinzips „teile und herrsche“. Die Elite lässt den Pöbel auf die Linken, Migranten und Minderheiten einhauen, während sie sich selbst ungestört die Taschen vollhauen. Hat ja schon einmal wunderbar funktioniert.

Dunkeldeutschlands Niedergang

Von Anton Nymous

Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hat sich der Rechtsruck der letzten Europawahl ungebremst fortgesetzt. Doch bevor wir mit dem Finger auf die AfD zeigen und ihren Erfolgskurs hinterfragen, kommen wir erst einmal zu den Fehlern der anderen Parteien. Diese sind nämlich maßgeblich mitverantwortlich für die neusten Wahlergebnisse.

Dies gilt insbesondere für Brandenburg, welches bisher eine rosa-rote Regierungskoalition hatte. Diese hat u.a. auf Braunkohle gesetzt und Umweltaktivisten mit aller Härte bekämpft. Mit Sicherheit ein Grund dafür, warum die Grünen stark zugelegt und mit 10,8% DIE LINKE knapp überholt haben. Nur was nützt das schon, wenn es unter Rosa-Grün-Rot so weiter geht? Oder gar unter Rosa-Schwarz-Grün, wenn die CDU trotz erheblicher Verluste mit ihren 15,6% in eine SPD-geführte Regierung einsteigt. Auf jeden Fall würden sich die Grünen mit Verlierern abgeben müssen.

Die SPD ist dabei nur deshalb mit 26,2% stärkste Kraft vor der AfD geblieben, weil sie den Ministerpräsidentenbonus hat. Bei einem Verlust von 5,7% ist das allerdings kein Grund zum Feiern. DIE LINKE, die noch zu PDS-Zeiten in Brandenburg auf 28% kam und damit ähnlich stark wie in Thüringen war, ist gar auf 10,7% eingebrochen, zuletzt mit einem Minus von 7,9%. Ihr Niedergang hat also schon eher begonnen, dennoch hat sie sich in der letzten Legislaturperiode einige unverzeihliche Patzer geleistet.

Der scheidende LINKE-Justizminister Stefan Ludwig hat u.a. Ende 2018 das Potsdamer Landgericht in Schutz genommen, nachdem dieses einen verurteilten Mörder auf freien Fuß gesetzt hatte. So trägt man sicherlich nicht zum Sicherheitsempfinden der Bürger bei. Statt die richtigen Konsequenzen aus diesem Vorfall zu ziehen, hat die rosa-rote Regierung ein Polizeiaufgabengesetz nach bayrischem Vorbild nachgelegt. Als würde totalitäre Polizeistaatspolitik irgendetwas besser machen. Im Gegenteil hat man einer möglichen Nachfolgeregierung mit AfD-Beteiligung gleich passende Mittel des staatlichen Terrors in die Hand gegeben.

Offenbar hatte insbesondere die Linksfraktion dabei gar nicht auf dem Schirm, dass sie wegen solcher Ungeheuerlichkeiten abgewählt werden könnte. Immerhin haben die Genossen in Bayern und NRW den Protest gegen ähnliche Polizeiaufgabengesetze angeführt und in Thüringen hat DIE LINKE in ihrem Wahlprogramm verankert, dass es mit ihr unter keinen Umständen ein solches Gesetz geben wird. Die Wähler in Brandenburg hatten daher völlig zu Recht das Gefühl, im falschen Film zu sein.

Zwar hat die Linksfraktion einige Abschwächungen des Polizeiaufgabengesetzes ausgehandelt, aber das Endergebnis hätte immer noch entschieden abgelehnt werden müssen. Dies haben jedoch nur zwei LINKE-Abgeordnete getan. Gegen den Rest haben Genossen aus NRW ein Parteiausschlussverfahren beantragt. Dieses hätte eigentlich Früchte tragen müssen, denn das Wahlergebnis belegt mehr als deutlich, dass ein Fall von parteischädigendem Verhalten vorliegt.

Während DIE LINKE vor allem im Westen immer noch eine Protestpartei gegen das herrschende System ist, hat sich die Parteispitze im Osten stark dem neoliberalen Establishment angepasst. Kein Wunder also, dass die Protestwähler zur AfD abgewandert sind, welche in Brandenburg brandgefährliche 23,5% erreichte. Die Mehrheit von 53% der brandenburgischen AfD-Wähler hat die Rechtsextremisten nämlich nicht wegen deren rassistischer Inhalte gewählt, sondern um den Etablierten einen Denkzettel zu verpassen. Es besteht also noch Hoffnung.

Allerdings müssten die AfD-Wähler dafür erkennen, dass sie sich vor allem selbst einen Denkzettel verpasst haben. Die AfD wird sich nämlich keineswegs um ihre Probleme kümmern, sondern das Parlament in einen tiefbrauen Zirkus verwandeln. Der Fraktionsvorsitzende Andreas Kalbitz gehört nämlich zum stramm rechten Flügel um Höcke. Natürlich verbittet er es sich, als Nazi bezeichnet zu werden, auch wenn seine Taten dies nahe legen.

Kalbitz nahm bereits als 20-Jähriger 1993 an einem Sommerlager der ultrarechten Heimattreuen Deutschen Jugend teil, angeblich nur interessehalber, ohne deren politische Ausrichtung bemerkt zu haben. 2007 reiste er mit 13 Neonazis, darunter der damalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, nach Athen, wo er an einem Aufmarsch der rechtsextremen griechischen Partei Goldene Morgenröte teilnahm. Wahrscheinlich ist er aber nur auf der Webseite eines Reiseveranstalters mausgerutscht, landete rein zufällig im selben Hotel wie die NPD, welche dort eine Hakenkreuzflagge hisste, und den Naziaufmarsch hatte Kalbitz gewiss für eine Stadtführung ohne politischen Hintergrund gehalten.

Es sollte offensichtlich sein, dass der brandenburgische AfD-Spitzenkandidat die Bevölkerung bewusst nach Strich und Faden verarscht. Niemand mit einem Rest von Hirn fällt auf solche dummdreisten Ausreden herein. Da könnte er auch gleich behaupten, noch nie davon gehört zu haben, dass Adolf Hitler ein Nazi und Diktator war, sondern er ihn immer für einen harmlosen Postkartenmaler gehalten habe. So viel zum „Mut zur Wahrheit“! Die Frage ist nur, warum sich so viele Wähler zum Narren halten lassen?

Auf Facebook kursierendes Mem.

In Sachsen ist die Lage allerdings noch fataler. Dort haben nur 28% der AfD-Wähler den Etablierten einen Denkzettel verpassen wollen. 70% haben die AfD gerade wegen ihrem faschistischen Auftreten und ihrer rassistischen Inhalte gewählt. Unter dieser bedenklichen Prämisse hat sie mit 27,5% ihr bestes Landtagswahlergebnis überhaupt erzielt. Pegida hat offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen und in einem Bundesland, wo Menschen vor laufender Kamera den Mord an Walter Lübcke verteidigen, sollte einen nichts mehr schocken. Auch nicht, dass die CDU trotz Sachsensumpf mit 32,1% immer noch stärkste Kraft ist. Mit 7,3% Verlust zwar, aber offenbar hatte auch sie den Ministerpräsidentenbonus.

Außerdem sorgte Hans-Georg Maaßen mit seiner Unterstützung dafür, dass nicht alle CDU-Wähler nach noch weiter rechts abwanderten. Tatsächlich ist Maaßen bei den sächsischen Pegidioten äußerst beliebt, obwohl er in Berlin den schlimmsten islamistischen Terroranschlag auf deutschem Boden zu verantworten und dabei auch noch das Bundesparlament belogen hat. Okay, halten wir kurz fest, dass diejenigen, die Angst vorm Islam haben, jemanden toll finden, der Anis Amri durch einen V-Mann radikalisieren lassen hat. Findet den Fehler!

Die Frage ist nun, wie es in Sachsen weiter geht. Einer Koalition mit der AfD hat die CDU-Bundesvorsitzende AKK47 eine Absage erteilt, was aber nichts heißen muss. Am wahrscheinlichsten ist dennoch eine Regierung aus Union, SPD und Grünen, wobei die Grünen mit einem leichten Plus sogar noch vor der SPD landeten. Die Sozen sind zu recht auf 7,7% abgestürzt, was einen Verlust von 4,7% bedeutet. Bei der nächsten Wahl werden sie wohl ganz aus dem sächsischen Landtag verschwinden.

Die Grünen könnten allerdings ihre Zugewinne, die ihnen ein Ergebnis von 8,6% beschert haben, auch umgehend wieder verlieren. Sie wurden nämlich vor allem von jungen Menschen gewählt, die Rezos Video von der Zerstörung der CDU gesehen haben und endlich Fortschritte in Sachsen Umwelt- und Klimaschutz sehen wollen. Wenn die Grünen nun mit der verhassten CDU zusammengehen und damit alles beim Alten bleibt, werden ihre Jungwähler schnell die Geduld verlieren.

Bliebe also nur noch ein Bündnis aus CDU, SPD und Linkspartei. Klingt absurd? Ist es aber leider nicht, da in Sachsen der neoliberale LINKE-Flügel FDS besonders stark ausgeprägt ist. Der zutiefst unsympathische Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt rühmte sich erst Anfang 2019 damit, auf dem Bundesparteitag zwei Anträge zur Solidarität mit Venezuela und zur Aussöhnung mit Russland verhindert zu haben. Wie glaubwürdig ist ein LINKE-Politiker, der Sanktionen gegen ein sozialistisches Land unterstützt, aufgrund derer dort zehntausende Menschen wegen Unterversorgung verrecken? Und mehr noch, er würde sogar einen US-geführten Angriffskrieg befürworten, steht also auf der Seite eines faschistoiden und korrupten Verbrechers wie Trump.

Was die Normalisierung des Verhältnisses zu Russland angeht, welche sich insbesondere in Ostdeutschland die große Bevölkerungsmehrheit wünscht, hat die sächsische LINKE das Feld völlig der CDU und AfD überlassen. Ja, sogar der Ministerpräsident Kretschmar ist für gute Beziehungen zu Russland, weshalb man sich fragen muss, bei wem sich Gebhardt eigentlich anbiedern wollte? Bei der Atlantik-Brücke? Oder gleich direkt bei der CIA? Kein Wunder, dass DIE LINKE in Sachsen um satte 8,5% auf 10,4% eingebrochen ist.

Bei der Linkspartei in Sachsen und auch in Brandenburg müssen endlich Köpfe rollen! Vorzugsweise noch vor der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober. Dort hat sich DIE LINKE zwar auch einiges geleistet, aber mindestens ebenso viel Gutes bewirkt. Darunter die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, zwei kostenfreie KITA-Jahre und die Einstellung von 3.500 neuen Lehrkräften. Thüringen hat viel zu verlieren und DIE LINKE kann nicht allein auf den Ministerpräsidentenbonus setzen, dank dem sie momentan stärkste Kraft in den Umfragen ist.

Auf dem zweiten Platz folgt allerdings schon die AfD, die nur noch einen Übergriff durch einen Flüchtling oder eine gut platzierte Fake News davon entfernt ist, erstmalig in einem Bundesland den ersten Platz zu belegen. Damit würde das links geprägte Thüringen ein Teil von Dunkeldeutschland werden und auch bleiben, da alle vernunftbegabten Menschen vor einem Ministerpräsidenten bzw. Gauleiter Höcke flüchten und Asyl in Westdeutschland beantragen müssten. So weit darf es nicht kommen!

Die Menschen in Thüringen haben gar keine andere Wahl, als ihr Kreuz bei der LINKEN zu machen. Immerhin hat DIE LINKE bereits angekündigt, in der nächsten Legislaturperiode die Kindergärten vollends kostenfrei zu machen und ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Da sie in den letzten 5 Jahren schon einige ihrer Wahlversprechen eingelöst hat, sollte man sie zumindest in Thüringen beim Wort nehmen. In Brandenburg und Sachsen sollte sich DIE LINKE dagegen von ihren gesamten FDS-verseuchten Landesspitzen trennen, wenn sie dort die nächsten 5 Jahre überleben will.

Der Rechtsruck muss endlich ernst genommen werden, ebenso die Alltagssorgen der Menschen. Und das sind eben nicht allein Ängste vor Flüchtlingen und Muslimen, sondern konkrete Probleme wie stagnierende Löhne, steigende Mieten, Ärztemangel, fehlende ÖPNV-Verbindungen in ländlichen Regionen und dergleichen mehr. Wenn diese Probleme endlich in Angriff genommen und gelöst werden, könnte die AfD, welche sich einen Scheißdreck um solche Nöte kümmert, schnell wieder in der Versenkung verschwinden.

Okay, außer in Sachsen. Sachsen galt schon zu DDR-Zeiten als Tal der Ahnungslosen und wenn die Dunkeldeutschen nun eine Partei wählen, die eine Mauer um Deutschland bauen möchte, sollte man ihnen diesen Wunsch erfüllen. Nur sollte die Mauer aus Kostengründen nicht um die gesamte BRD gebaut werden, sondern lediglich um Sachsen herum. Die Grenze zu Polen kann ja ruhig offen bleiben. Dort regiert immerhin die PIS und außerdem müssen die Asozialen weiter mit Meth versorgt werden. Die wenigen vernünftigen Menschen können ja vorab evakuiert werden und im Austausch werden dafür die Nazis aus dem Rest der Republik nach Dunkeldeutschland umgevolkt. (Ironie aus!)

Die Anastasia-Bewegung – Esoterische Hippies unterm Hakenkreuz

von Anton Nymous

In der heutigen hochtechnisierten, kapitalistischen Gesellschaft, die zunehmend unseren Planeten zerstört, streben immer mehr Menschen nach einem einfacheren Leben im Einklang mit der Natur. Bio-Obst statt Pestizide, Wiesen und Wälder statt Beton, gemeinschaftliches Erleben statt alleine vorm Fernseher „Dschungelcamp“ zu gaffen. Das ist an sich nicht verkehrt, wenn es denn nicht unter dem Hakenkreuz stattfinden würde. Statt einem ganzheitlichen Denken findet man bei den neuen rechten Siedlungsbewegungen eher Rassismus, Antisemitismus und krude Esoterik.

Ganz neu ist das Konzept nicht, gab es doch bereits vor und während des 3. Reichs den Armanen-Orden. Dort trafen esoterisches Heidentum und Ariosophie auf das vermeintlich idyllische Landleben. Den Armanen-Orden gibt es bis heute, aber neben ihm existieren inzwischen jede Menge andere rechte Siedlungsbewegungen. Zuweilen sind sie eng mit rechtsextremen Parteien und Organisationen wie der NPD oder dem III. Weg verbunden, die durch gezielte Käufe von Bauernhöfen und Dorfgrundstücken den ländlichen Raum okkupieren wollen. Auf der anderen Seite wären dann aber noch unabhängige Kulte wie die Anastasia-Bewegung, die sich einen unpolitischen Anstrich geben.

Doch schaut man genauer hin, woher der Wind weht, ist der Lack schnell ab. Benannt hat sich die 1997 in Russland gegründete Bewegung nämlich nach den Werken des antisemitischen New Agers Wladimir Megre, in denen er von seinen Begegnungen mit einem angeblich allwissenden Wesen namens Anastasia berichtet. Die moderne Gesellschaft wird darin komplett abgelehnt, selbst ihre positiven Seiten. Gewürzt ist das Ganze mit Rassismus, Judenfeindlichkeit und einer Prise völkischem Denken.

Insbesondere antisemitische Verschwörungstheorien, wie die angebliche Kontrolle der Medien und des Finanzsystems durch Juden, können in den Anastasia-Bänden nachgelesen werden. Vor versteckter Kamera schwafelte zudem einer ihrer deutschen Vertreter, Markus Krause, über „jüdische Eliten“, die angeblich alles kontrollieren und Chaos verbreiten. Nach außen hin will die Bewegung allerdings nichts davon wissen und auch nicht öffentlich damit konfrontiert werden. Die Siedler geben sich unschuldig und volksnah.

Betroffen ist u.a. die Gemeinde Grabow im Norden Brandenburgs, welche die vermeintlichen Ökobauern aufgrund massiver Abwanderungsprobleme willkommen heißt. Die Anastasier setzen dort alles daran, mit Dorffesten und volkssportlichen Wettkämpfen einen harmlosen Eindruck zu erwecken. Gegenüber den Medien geben sich die Siedler hingegen weit weniger Mühe und pöbeln herum, wie man es von Rechtsextremen kennt.

In ihren Werbevideos, die sie im Internet verbreiten, reden sie schließlich ganz offen und strafen damit ihre Aussagen vor Fernsehkameras Lügen. So fordert z.B. Iris Krause, die Frau des oben erwähnten Vertreters, dass ihr Dorf frei bleiben soll von illegalen Einwanderern, die angeblich das Land „überfluten“. Dabei sind sie und die anderen Rechtsextremisten die Einzigen, die Grabow momentan tatsächlich überfluten. Darunter auch der Jugendbund Sturmvogel, eine Abspaltung der 1994 verbotenen Wiking Jugend, der auf dem Gelände der Anastasier Ferienlager abhält.

Die Sturmvögel sind stramme Neonazis, die Kinder bis zum Umfallen militärisch drillen. Was es sonst noch für Übergriffe auf die Kleinen geben mag, möchte man sich gar nicht vorstellen. Die heimlich gefilmten Aufnahmen, welche zeigen, wie kollabierte Jungen davongetragen werden, sind schlimm genug. In jedem Fall ist das absolut nicht spirituell und naturverbunden, was da abgeht. Ebenso wenig spirituell wie der Vorschlag der Krauses, eine Dorfwehr zu bilden. Da können die beiden noch so viele Bioprodukte verkaufen und Yoga machen, mit Hass im Herzen kann nichts Positives gedeihen.

Ein weiterer führender Kopf der Bewegung ist Frank Ludwig, der die Anastasier nach außen nur durch Musik und Volkstanz präsentiert sehen möchte. Unter dem Namen „Urahnenerbe Germania“ hält er dazu Vorträge, doch schon das Label ist entlarvend. „Urahnenerbe“, da war doch irgendwas… Ja richtig, Ahnenerbe war eine Forschungsgemeinschaft der SS, die 1935 von Heinrich Himmler höchstpersönlich gegründet wurde.

Dazu passt auch, dass Ludwig auf Facebook-Fotos mit Hitlergruß posiert und Hakenkreuzbilder teilt. In seinen Augen natürlich einfach nur Glückssymbole, doch da er weder Hindu noch Buddhist ist, wirkt diese Ausrede wenig glaubwürdig. Erst recht nicht, wenn er bei seinen Siedlertreffen so richtig vom Leder zieht und klare Bezüge zur NS-Zeit zieht. In diesem Sinne ist er sowohl der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole als auch der NS-Verherrlichung schuldig.

In der Öffentlichkeit fabuliert Ludwig zwar darüber, wie man sich möglichst harmlos präsentiert, damit einen Staat und Medien in Ruhe lassen. Unter seinesgleichen redet er allerdings Tacheles, was verdeckt gemachte Aufnahmen belegen. Darunter auch von einem Treffen im Haus eines bekannten Reichsbürgers im bayrischen Ebern. Auf die dort getätigten Aussagen gegen Homosexuelle angesprochen, reagierten er und seine ach so friedlichen Siedler dann nur noch handgreiflich.

Weitere heimlich gedrehte Aufnahmen stammen aus dem sachsen-anhaltischen Wienrode, wo das Ehepaar Schulz die Dorfschenke gekauft und in ein rechtsextremes Kulturzentrum umgewandelt hat. Dort stand u.a. schon das Thema Telegonie auf der Tagesordnung, eine pseudowissenschaftliche Rassenlehre, die auch von den Nazis verbreitet wurde. Maik Schulz bekennt sich darüber hinaus offen zu seinen Kontakten in die Identitäre Bewegung und auch seine Verbindungen zur NPD sowie der Wiking Jugend sind bereits dokumentiert worden.

Insgesamt gibt es 17 Landsitze der Anastasia-Bewegung in ganz Deutschland. Das ist zwar noch nichts im Vergleich zu den hunderten Niederlassungen in Russland, darf aber dennoch nicht unterschätzt werden. Immerhin bereitet man sich intern auf den erhofften Zusammenbruch der BRD vor, was in eine stark reichsdeutsche Richtung geht.

Leider konnten sich die Anastasier in den meisten Dörfern bislang gut integrieren. Die Einwohner bis hin zu den Ortsvorstehern sehen nur das friedliche Auftreten nach außen und die Hilfe bei Dorffesten. Ob die Betreffenden auf dem rechten Auge blind oder einfach nur naiv sind, sei einmal dahingestellt. Immerhin haben die Anhänger der Bewegung das Kreidefressen perfektioniert.

Es verwundert daher nicht, dass auch Interessierte ohne rechtsextremen Hintergrund zu den Veranstaltungen der Anastasier kommen. Sie stoßen nicht immer durch die volksverhetzenden Videos einzelner Mitglieder zur Bewegung, sondern viel häufiger über Portale wie Quer-Denken TV oder Lebens-Forum-Wohlstand aus Erfurt, die sich ebenfalls nach außen spirituell geben, aber immer wieder die Brücke zu brauner Esoterik schlagen. Besonders bedenklich ist die Ausstrahlung der Lebens-Forum-Wohlstand-Sendungen auf dem Lokalsender Salve-TV, wo auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (DIE LINKE) eine Sendung hatte. Andere Anastasier durften derweil schon in Gartensendungen des MDR auftreten.

Wer auf diese geschickte Propaganda hereinfällt, wird schnell in einen Strudel aus antisemitischen und rassistischen Verschwörungstheorien hineingezogen. Um zukünftig schon Kinder von klein auf zu indoktrinieren, wollen die Anastasier in Grabow eine eigene Schule aufbauen. Was dort gelehrt werden soll, offenbarte ein Berufsschullehrer vor verdeckter Kamera. Jungen sollen wieder zu Männern und Mädchen zu Frauen erzogen werden. Mit anderen Worten ein Rückfall in die alten Rollenklischees, in denen der Mann das Sagen hat und die Frauen nichts als entrechtete Gebärmaschinen sind. Individualismus Fehlanzeige!

Am schlimmsten ist jedoch das Geschichtsverständnis, demnach alles an staatlichen Schulen gelehrte eine Lüge sei. Holocaustleugnung und Opfermythos scheinen da vorprogrammiert zu sein. Den Ortsvorsteher freut es dennoch, da sein Kaff endlich wieder eine Schule hat. Die brandenburgische Landesregierung hat hier offenbar am falschen Ende gespart, mit möglicherweise fatalen Folgen.

Widerstand gegen diese sektenartige Bewegung ist dringend nötig und tatsächlich gibt es andernorts im brandenburgischen Lychen schon massiven Gegenwind. Dieser hatte nicht nur eine Isolation des dortigen Anführers André Brötel zur Folge, sondern ermutigte auch skeptische Siedler zum Ausstieg. Einige haben inzwischen gemerkt, dass es eben nicht um Bio-Anbau geht, sondern um rechte Verschwörungstheorien. Eine Aussteigerin berichtete sogar, dass von Anastasiern ein Reichsbürgeramt gegründet wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Anastasia-Bewegung unter dem Deckmantel spiritueller Naturnähe rechtsextreme Ideologie verbreitet. Es werden gezielt rassistische Überfremdungsängste geschürt und antisemitische Weltverschwörungsphantasien verbreitet. Die Nähe zu Neonaziorganisationen und Reichsbürgerbewegung ist offenkundig. Hinzu kommt, dass Siedler, die nicht ins Schema passen, weil sie z.B. einen Migrationshintergrund haben oder homosexuell sind, eiskalt abgewiesen werden. Da können sich die führenden Köpfe noch so unschuldig geben oder vor der Fernsehkamera unwissend stellen, ihre Taten sprechen für sich!