Die dunkle Seite der Ancient Aliens

Die Serie „Ancient Aliens“ vom History-Channel ist längst als Massenkonditionierung aufgeflogen. Zwar gibt es durchaus einige Episoden, in denen interessante Denkansätze geboten werden und es darf nicht vergessen werden, dass nicht alle Interviewpartner Teil einer finsteren Verschwörung sind. Leider werden aber auch immer wieder dubiose Esoteriker und Channelmedien wie David Wilcock interviewt. Im besten Falle werden hier also Halbwahrheiten, gewürzt mit viel Spekulationen und jeder Menge Esoterikmumpitz serviert. Das ist bedauerlich, da die Prä-Astronautik an sich hoch interessant ist.

Eine der letzten Episoden mit dem Titel „Saat des Bösen“ schießt den Vogel nun endgültig ab. Oder viel mehr den gefallenen Engel, denn es geht um Luzifer und Satan. An und für sich lohnt sich eine prä-astronautische Betrachtung dieser Charaktere durchaus und nichts anderes haben auch wir hier auf unserem Blog gemacht. Was „Ancient Aliens“ jedoch macht, geht weit darüber hinaus.

Zwar wird der Satanismus in der Sendung angesprochen, ebenso die Besessenheit durch dämonische Extradimensionale. Doch auf der anderen Seite wird Luzifer immer wieder als missverstandener Charakter dargestellt, welcher der Menschheit doch eigentlich das Wissen gebracht hätte. Dabei werden Parallelen zu Prometheus gezogen, die zwar durchaus vorhanden sind, aber die Unterschiede werden ignoriert. Es kommt zu einer regelrechten Gleichsetzung der beiden, welche mit einer Glorifizierung einhergeht. Aber vielleicht sollte das nicht weiter verwundern, denn die Produktionsfirma der Serie heißt Prometheus Entertainment und trägt die Fackel im Logo

Prometheus Entertainment

Die Episode „Saat des Bösen“ verkommt endgültig zur Desinformation, indem sie weder auf Reptiloide (Luzifer ► Schlange) noch auf Santiner (Satan ► Ziege von Mendes) eingeht. Stattdessen wird wieder der Sitchin-Quatsch von den Annunaki nachgeplappert, der nur so vor Falschübersetzungen, Fehlinterpretationen und Verwechslungen strotzt. Im abschließenden Fazit lässt man dann noch einmal alle Optionen offen, was eine positive Darstellung Luzifers einschließt.

Die Ostsee-Anomalie

In den Tiefen der Ostsee wurde vor einigen Jahren eine runde Formation entdeckt. Natürliche Erklärungen scheiden weitgehend aus, das Objekt kann aufgrund seiner präzisen Form nur künstlichen Ursprungs sein. Zumindest die Oberfläche besteht aus einer Gesteinsschicht, womit ein vorsintflutliches Bauwerk als Erklärung möglich wäre. Inzwischen gibt es jedoch neue Hinweise, dass es sich um eine Absturzstelle handeln muss. Haben wir es also mit einem abgestürzten UFO zu tun? In jedem Fall wird die offizielle Geschichtsschreibung korrigiert werden müssen.

Interessant ist, dass sich die schwedische Marine für die Forschungsarbeiten interessiert. Die Massenmedien versuchten indes, die Anomalie ohne Beweise als Gesteinsformation wegzuerklären. Letztendlich erhielten die Schatzsucher, die sich mit dem Fall beschäftigten, sogar anonyme Morddrohungen. Weitere Belege dafür, wie brisant dieses Thema ist.

Die Entrückung – Zeit zu packen

von Shinzon

Der Begriff Entrückung beschreibt die Mitnahme von Menschen in himmlische Sphären durch Götter, Engel und nach prä-astronautischer Lesart durch Außerirdische. Entrückungen können sowohl im wachen Zustand in der physischen Welt geschehen als auch auf der astralen Ebene im Traum oder während einer Meditation.

Die Geschichte ist voll von Beispielen, in denen Menschen in den Himmel oder an fremde Orte entrückt wurden. Am bekanntesten sind die Entrückungen von Henoch (1 Mos, 5,24), Elija (2 Kön, 2,11) und Hesekiel (Ezechiel 1,4) im Alten Testament der Bibel. Bei Henoch braucht man wahrlich nicht viel Phantasie, um zu begreifen, wohin er entrückt wurde und von wem. Über die Wesen, die ihn mitnahmen heißt es (16-19):

„1 Sie nahmen mich fort und versetzen mich an einen Ort, wo die dort befindlichen Dinge wie flammendes Feuer sind, und wenn sie wollen, erscheinen sie wie Menschen.“ Es handelte sich also entweder um Humanoide oder um Gestaltwandler. Woher diese Wesen gekommen sein könnten, beschreiben folgende Zeilen (18):

„12 Hinter diesem Abgrund sah ich einen Ort, wo weder die Himmelsfeste darüber, noch die festgefügte Erde darunter, noch Wasser unter ihm war, noch [gab es dort] Vögel. Sondern ein Ort war es, wüste und grausig. 13 Ich sah dort sieben Sterne wie große brennende Berge.“ Henoch sah weder die Erde noch Wasser unter sich und keinen Himmel über sich, befand sich zum besagten Zeitpunkt also nicht länger auf dem Planeten. Der Ort war wüste, also leer wie der Weltraum. Bei den sieben Sternen kann es sich indes nur um die Plejaden gehandelt haben, die schon seit der Antike als Siebengestirn bekannt waren. Die Beschreibung als „große brennende Berge“ kommt zudem der Realität ziemlich nahe.

In Henochs zweitem Reisebericht finden sich ähnliche Schilderungen: „1 Ich wanderte ringsherum, bis [ich] an einen Ort [kam], wo kein Ding war. 2 Dort sah ich etwas Fürchterliches: ich sah keinen Himmel oben und kein festgegründetes Land [unten], sondern einen öden und grausigen Ort. 3 Dort sah ich sieben Sterne des Himmels gefesselt und in ihn hineingestoßen, wie große Berge, und brennend im Feuer.“

Bei den anderen Entrückten ergeben sich ähnlich faszinierende Einblicke, obgleich alles aus der primitiven Sicht von Menschen geschrieben ist, die keinerlei Wissen über Technologie und Astronomie hatten. Hesekiel erhielt dank Erich von Dänikens Interpretation einen besonderen Stellenwert, da die Beschreibungen von der „Herrlichkeit des Herrn“ tatsächlich an moderne UFO-Sichtungen erinnern. Zudem haben sich tatsächlich NASA-Ingenieure mit dem Vehikel beschäftigt.

Hesekiel modern

„4 Ich sah: Ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke mit flackerndem Feuer, umgeben von einem hellen Schein. Aus dem Feuer strahlte es wie glänzendes Gold. 5 Mitten darin erschien etwas wie vier Lebewesen. Und das war ihre Gestalt: Sie sahen aus wie Menschen. […] 15 Ich schaute auf die Lebewesen: Neben jedem der vier sah ich ein Rad auf dem Boden. 16 Die Räder sahen aus, als seien sie aus Chrysolith gemacht. Alle vier Räder hatten die gleiche Gestalt. Sie waren so gemacht, dass es aussah, als laufe ein Rad mitten im andern. 17 Sie konnten nach allen vier Seiten laufen und änderten beim Laufen ihre Richtung nicht. 18 Ihre Felgen waren so hoch, dass ich erschrak; sie waren voll Augen, ringsum bei allen vier Rädern. […] 22 Über den Köpfen der Lebewesen war etwas wie eine gehämmerte Platte befestigt, furchtbar anzusehen, wie ein strahlender Kristall, oben über ihren Köpfen. […] 26 Oberhalb der Platte über ihren Köpfen war etwas, das wie Saphir aussah und einem Thron glich. Auf dem, was einem Thron glich, saß eine Gestalt, die wie ein Mensch aussah. […]“

Illustration nach Matthäus Merian (17. Jh.)

Illustration nach Matthäus Merian (17. Jh.)

Man beachte, dass die Wesen, die Hesekiel beschreibt, abermals wie Menschen aussehen. Sichtungen von Humanoiden sind in der modernen UFOlogie keineswegs eine Seltenheit. Besagte Wesen nahmen Hesekiel schließlich bei einer zweiten Begegnung mit auf einen Berg, auf dem er angewiesen wurde, die Maße eines Gebäudes zu erfassen, welches im Christentum als Tempel interpretiert wird.

Die Erzählungen von Entrückungen beschränken sich allerdings nicht auf das Juden- und Christentum. Der Prophet Mohammed (ca. 573-632) soll im Alter von 40 Jahren dem Erzengel Gabriel begegnet sein, während er in einer Höhle des Berges Hira meditierte. In späteren Versionen der Erzählung hieß es dann, dass Mohammed schon als Kind von drei Engeln auf einen Berg entrückt worden sei, wo sein Leib geöffnet und seine Organe mit Schnee gewaschen worden sein sollen. Im Gegensatz zur ursprünglichen Version klingt diese Geschichte eher nach einer unangenehmen Begegnung mit den Grey.

Kommen wir nun zu einer erfreulicheren Begegnung, die sich in Indien abgespielt hat. Die Geschichte der Erleuchtung von Siddhartha Gautama (ca. 563-483 v.Z.) ist in Hinblick auf Entrückungen ebenfalls sehr interessant. Bereits Siddharthas Mutter Maya träumte in einer Vollmondnacht, dass sie von himmlischen Geistern (Devas) zu einem See in den Bergen des Himalaya entführt worden sei. Ihr wurde prophezeit, dass ein höheres Wesen auf der Erde wiedergeboren werde und 10 Monate später wurde Siddhartha geboren. Das wirft natürlich die Frage auf, ob König Śuddhodana tatsächlich Siddharthas Vater war, oder der spätere Buddha von Geburt an ein Hybrid war und deshalb auserwählt wurde?

Während Maya nach der Geburt verstarb, hielt Śuddhodana seinen Sohn von allem religiösen fern, um ihn zu einem weltlichen Herrscher zu erziehen. Als Siddhartha bei einem Ausflug außerhalb des Palastes mit der Realität von Elend, Krankheit und Tod konfrontiert wurde, ließ er jedoch all seinen Luxus sowie seine Familie hinter sich und wurde ein Asket. Im Alter von 35 saß der ehemalige Prinz ebenfalls in einer Vollmondnacht unter einer Pappelfeige und versank in einer tiefen Meditation, in der er Hass, Begierde und Unwissenheit ablegte. Durch die Erleuchtung wurde er zum Buddha, was frei übersetzt „der Erwachte“ bedeutet. Die Pappelfeige wird in Erinnerung an dieses Ereignis auch Bodhi-Baum genannt.

Bevor Siddhartha die Erleuchtung kam, geschahen jedoch noch eine Reihe merkwürdiger Dinge. So wurde er mentalen Angriffen und Verführungen des Dämonenkönigs Mara ausgesetzt. War dies der Versuch dunkler Mächte, ihn an der Erleuchtung zu hindern? Oder handelte es sich um eine Prüfung? Nachdem Siddhartha den Angriffen und Versuchungen widerstand und Erleuchtung fand, soll er noch 7 Tage in tiefer Meditation unter dem Bodhi-Baum gesessen haben. Eine zu lange Zeit, um ohne Essen und Trinken auszukommen.

Was geschah also wirklich mit Buddha? Begegnete er in dieser Zeit seinen Erzeugern? Untermauert wird die prä-astronautische Interpretation jedenfalls dadurch, dass bereits der Hinduismus in den Göttern sterbliche Wesen sieht, obgleich sie um ein millionenfaches länger leben, als wir Menschen. Nun, Götter sterben nicht, aber Außerirdische durchaus.

Ein weiterer Punkt, der die Prä-Astronautik untermauert, ist die Tatsache, dass Entrückungen auch außerhalb der großen Weltreligionen zu finden sind. Unter anderem in der germanischen Mythologie, in welcher insbesondere Bergentrückungen verbreitet sind. Das erinnert ein wenig an Hesekiel und belegt einmal mehr, dass Entrückungen keinesfalls auf das Himmelreich beschränkt sein müssen. Dies trifft auch auf die Siebenschläferlegende zu, welche im Christentum und Islam von Bedeutung ist. Der Legende zufolge sind sieben junge Männer, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt wurden, in eine Höhle entrückt worden. Dort sollen sie, von Gott behütet, mehrere Jahrhunderte schlafen.

Bei den Siebenschläfern handelt es sich selbstverständlich nur um eine Sage. Eine weitere historisch nicht belegte Entrückung mit noch ausstehender Wiederkehr betrifft indes den römischen Kaiser Nero (37-68). Dieser soll angeblich eines fernen Tages als Antichrist wiederkehren, was in Anbetracht seiner historisch zweifelsfrei belegten Einäscherung und anschließenden Beisetzung wohl kaum der Fall sein dürfte. Der Fall Nero zeigt, dass nicht jede Legende einer Entrückung auch einen wahren Kern haben muss. Zuweilen handelt es sich auch um religiös gefärbte Ausschmückungen.

Die Religionen und insbesondere das Christentum waren auf der anderen Seite aber auch nicht gerade zimperlich, wenn ihnen Entrückungen nicht in den Kram passten. Der italienische Priester Giordano Bruno (1548-1600) landete seinerzeit auf dem Scheiterhaufen und das nicht nur, weil er anhand mathematischer Berechnungen nachweisen konnte, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Er wusste darüber hinaus, dass Sterne ferne Sonnen sind, um die Planeten wie die Erde kreisen und behauptete sogar, dass einige bewohnt seien.

Für ein reines Gedankenexperiment waren seine Ausführungen zu präzise und zutreffend. Woher also konnte Bruno damals derartiges wissen? Der erste extrasolare Planet wurde erst 1996 entdeckt und noch ein Jahrhundert zuvor dachte niemand ernsthaft über Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems nach. Leben vermutete man zwar schon relativ früh auf dem Mars und der Venus, aber an Besucher aus anderen Sonnensystemen gewöhnte man sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts. Wer aber konnte Ende des 16. Jahrhunderts von bewohnten Welten um ferne Sonnen wissen, außer deren Bewohner selbst?

So viel zu den historischen Beispielen. Wesentlich greifbarer sind die modernen Entführungsgeschichten im Bereich der UFOlogie. Zu den am besten dokumentierten Fällen gehört dabei die Geschichte von Betty (1919-2004) und Barney Hill (1922-1969), welche sich in der Nacht vom 19. zum 20. September 1961 in der nähe der White Mountains (New Hampshire, USA) zugetragen hat. Zunächst erblickte das Ehepaar ein UFO, in welchem Barney Insassen ausmachen konnte. Als sie vor dem Objekt fliehen wollten folgte ein Blackout. Die beiden wurden bewusstlos und als sie wieder zu sich kamen, befanden sie sich plötzlich auf dem Heimweg, als wäre nichts geschehen.

In der Folgezeit wurden Betty und Barney von Alpträumen geplagt. Erst Jahre später traten die Ereignisse der fraglichen Nacht während einer Hypnosesitzung bei einem Psychiater an die Oberfläche. Sie wurden von kleinen, grauen Wesen entführt und medizinisch untersucht. Zum Ende der Entführung wurde Betty Hill von den Grey eine Sternenkarte gezeigt, die sie unter Hypnose aufzeichnete. Die Karte passte zu keiner bekannten Sternenkonstellation. Jahrzehnte später konnte jedoch mit Computerprogrammen berechnet werden, dass die Sternkonstellationen durchaus korrekt sind, wenn man sie vom Zeta Reticuli-System aus betrachtet.

Ein weiterer Bekannter Fall ist die Entführung von Travis Walton, welche am 5. November 1975 begann. Während seiner mehrtägigen Abwesenheit wurden seine Arbeitskollegen gar des Mordes verdächtigt, da niemand ihnen die Begegnung mit einem UFO glaubte. Nach Waltons Rückkehr wurden alle einem Lügendetektortest unterzogen, den sowohl der Entführte als auch die Zeugen bestanden. Der Fall Walton erlangte weltweite Bekanntheit und wurde, ebenso wie die Entführung von Betty und Barney Hill, verfilmt. Allerdings weicht der Film „Feuer am Himmel“ erheblich von den Beschreibungen Waltons ab.

Die beiden genannten Entführungen sind keineswegs Einzelfälle. Sie stehen nur exemplarisch für ein weltweites Phänomen mit Millionen Betroffenen. Wie es scheint, ziehen sich die Entrückungen durch die gesamte Menschheitsgeschichte und sind Teil eines groß angelegten Programms. Dabei können zwei grundsätzliche Arten von Entrückungen unterschieden werden.

Die unangenehme Variante beinhaltet medizinische Untersuchungen und künstliche Befruchtungen, die laut Opferberichten einem Hybridenprogramm dienen. Nach Abschluss der Prozeduren werden alle Erinnerungen an die Ereignisse unterdrückt, können jedoch in Form von Flashbacks sowie unter Hypnose ins Bewusstsein zurückkommen. Verantwortlich für diese Entführungen sind in der Regel kleine und große graue Wesen, die entsprechend ihrer Hautfarbe Grey genannt werden. Von den halbmenschlichen Hybriden wird ebenfalls immer wieder berichtet. Hinzu kommen Aussagen über Reptiloide und Insektoide, die zuweilen zusammen mit den Grey gesichtet werden, und zunehmend tauchen auch Berichte über irdisches Militärpersonal auf, welches sich an den Entführungen beteiligt.

Die zweite Art der Entrückung ist wesentlich angenehmer und findet bei vollem Bewusstsein der Betroffenen statt. In den entsprechenden Fällen kann eigentlich nicht von Entführungen gesprochen werden, sondern eher von Einladungen. Diese ergehen aber nur an wenige ausgewählte Menschen und erscheinen zuweilen willkürlich. Bei Personen wie Siddhartha Gautama spielt allerdings auch die Herkunft eine Rolle, welche bereits in den Sternen liegt. Verantwortlich für die positiven Entrückungserlebnisse sind in der Regel humanoide Spezies.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Chancen weitaus größer sind, von den Grey entrückt und gemartert zu werden, als eine positive Entrückung durch freundliche Wesen zu erleben. Es kann eigentlich von Glück geredet werden, dass die Mehrheit der Betroffenen sich nicht an die entwürdigenden, schmerzvollen Ereignisse erinnern kann.

Zum Schluss bleibt noch ein Blick in die Zukunft. Während es in der Bibel von einzelnen Entrückungen in der Vergangenheit geradezu wimmelt, gibt es darüber hinaus in der christlichen Lehre ein großes Entrückungsszenario in der Endzeitprophetie. Zwar wird in der Offenbarung des Johannes keinerlei Entrückung erwähnt, doch gibt es in der Apostelgeschichte des Lukas dahingehende Andeutungen. Darauf basierend entwickelte sich die byzantinische apokalyptische Tradition.

In dieser Tradition sah sich auch Pseudo-Ephraem, der im 4. Jahrhundert das Konzept vertrat, dass die christliche Gemeinde dreieinhalb Jahre vor der Wiederkunft Christi entrückt werde. Er ging davon aus, dass die Zeit der Trübsal nur so kurz andauern werde. Pseudo-Ephraems Modell überdauerte die Jahrhunderte und wurde 1788 in einem Buch des Baptisten Morgan vertreten. Zwischenzeitlich gab es bereits leicht abgewandelte Varianten. Darunter jene von Fra Dolcino († 1307), der behauptete, nur die von der katholischen Kirche bekämpfte Sekte der Apostelbrüder würde entrückt werden.

Im 19. Jahrhundert wurde das alte Modell schließlich im Zuge des Dispensationalismus überarbeitet. Diese Form der Bibelauslegung orientiert sich sehr stark an der Endzeit sowie der damit verbundenen Heilslehre und machte die große Entrückung überhaupt erst populär. Die Zeit der Trübsal, in der der Antichrist über die Erde herrschen soll, wurde dabei auf 7 Jahre ausgedehnt. Immerhin sind es 7 Engel, die in ihre Posaunen blasen und damit die 7 Plagen der Endzeit entfesseln sollen. Genau genommen dauert die Trübsal allerdings schon mehrere Jahrhunderte an, wobei die katholische Kirche einen großen Anteil daran hatte.

Während die Trübsal nun zur Freude aller ausgeweitet wurde, konnte man sich jedoch nicht so richtig auf einen Zeitpunkt für die Entrückung einigen. Manche meinen, die Christen würden vor der großen Trübsal entrückt und blieben somit verschont. Andere gönnen ihrer Glaubensgemeinschaft noch das Halbfinale der Endzeit und bleiben bei den traditionell veranschlagten dreieinhalb Jahren. Zu guter letzt gibt es noch einige Stimmen, die meinen, die Entrückung fände vor dem Bruch des siebten Siegels statt. Laut der gängigen theologischen Lehrmeinung kann und darf der genaue Zeitpunkt allerdings gar nicht berechnet werden.

Überhaupt hat das ganze Entrückungsszenario etwas von Wunschdenken. Die Christen ergeben sich der Hoffnung, dass sie um die schlimmste aller Zeiten herumkommen und erst zusammen mit Jesus auf die Erde zurückkehren werden, wenn das tausendjährige Reich des himmlischen Friedens anbrechen soll. Es verwundert nicht, dass ähnlicher Firlefanz auch in der Esoterik zu finden ist. In diesem Teilbereich des Okkultismus stützen sich diverse Channelmedien und Wahrsager auf die Versprechen von aufgestiegenen Meistern, aber im Prinzip haben sie bei den Christen abgeschrieben. Sogar das 1.000 Jahre andauernde goldene Zeitalter spielt auf das Reich des wiedergekehrten Jesus an.

Zwischen Christenlehre und Esoterik gibt es eigentlich nur einen gravierenden Unterschied. Die Entrückung soll laut Esoterikern nicht wie durch ein Wunder geschehen, sondern von wohlwollenden Außerirdischen organisiert werden. Im Bereich der UFO-Sekten übernimmt selbstverständlich Ashtar von der galaktischen Föderation des Lichts diesen Part. Um von den Lichtschiffen errettet zu werden, muss man nicht einmal Christ sein, sondern lediglich in die 5. Dimension aufsteigen. Na wenn’s weiter nichts ist…

Die bisherigen Einzelentrückungen haben weder mit der christlichen noch mit der esoterischen Heilslehre sonderlich viel zu tun. Wenn sich überhaupt eine außerirdische Macht dazu genötigt fühlen sollte, Menschen vor der kommenden Katastrophe zu bewahren, dann werden das gewiss keine leichtgläubigen Narren sein, die nichts unternommen haben, um das Unheil zu verhindern. Sich einfach auf höhere Mächte zu verlassen ist sowohl naiv als auch ein Zeichen von Faulheit. Beides keine Eigenschaften, deren Erhaltung sich lohnen würde.

Hinzu kommt, dass viele Christen davon ausgehen, dass sie sich nur zu Jesus bekennen müssten und ihnen sogleich jegliche Schandtaten verziehen würden. Die Esoteriker bemühen sich indes durchaus um positives Karma, ergeben sich aber ebenso in Passivität. Statt die Welt aktiv zum Positiven zu gestalten, verlassen sie sich darauf, dass E.T. sie retten wird, wenn sie alles vermasselt haben. Einige betreiben zwar irgendwelche dubiose Lichtarbeit, doch das ist nur ein weiteres Wort für Trägheit. Es wird sich gewiss schon bald zeigen, welchen Lohn Falschheit und Faulheit tatsächlich nach sich ziehen. Die Überraschung wird auf allen Seiten groß sein.

Das beste Vorbild ist bei alledem Siddhartha Gautama, der Extreme ablehnte und seit seiner Erleuchtung stets den Mittelweg suchte. Er lehrte, dass wir alle unser Schicksal aktiv beeinflussen können und keine höhere Macht uns die Arbeit abnehmen werde. Die Erde müsste schon unbewohnbar werden, bevor uns wohl gesonnene Außerirdische eine Evakuierung einleiten würden. Und in diesem Falle würden mit Sicherheit nur diejenigen einen Platz im Rettungsboot erhalten, die es aufgrund ihrer Ehrlichkeit, Güte und Liebe wert sind. Eine Garantie gibt es aber nicht einmal für diejenigen.

Jene, die durch Egoismus, Falschheit, Skrupellosigkeit, aber auch durch Dummheit und Trägheit glänzen, sollten daher erst recht nicht auf eine Entrückung hoffen. Es sei denn sie gehören zur Spitze der Machtpyramide, dann können sie ja die Reptos fragen. Normalbürger sollten deren Raumschiffe jedoch meiden, denn die Unterbringung könnte sonst im Bordrestaurant erfolgen. Okay, das war jetzt etwas hämisch, aber tatsächlich rechnen wir in den nächsten Jahren mit keiner Entrückung. Abgesehen natürlich von den üblichen Begegnungen der 4. Art, die jedoch nichts mit irgendwelchen Endzeitszenarien zu tun haben.

Seriöse Prä-Astronautik versus Ancient Aliens

In der Doku-Serie „Ancient Aliens“ des amerikanischen History Channels gibt es durchaus gute Ansätze, aber auch viel Schund. Was seriös und was Bullshit ist, hängt vor allem von den interviewten Personen ab. Channelmedien wie David Wilcock sind dabei gewiss keine Bereicherung. Der Schriftsteller Giorgio A. Tsoukalos gehört indes zu den Top-Autoren des Prä-Astronautik-Genres. In einem seiner letzten Vorträge kritisierte er die Serie scharf, in der er selbst so oft zu sehen war.

Die Lösung des Dropa-Rätsels – Alles Schwindel!

In einem Gebirgszug in Zentralchina soll vor 12.000 Jahren ein UFO abgestürzt sein, dessen Insassen die Kultur der Dropa begründet haben sollen. Zu ihren Hinterlassenschaften zählen angeblich Steinscheiben, die wie antike Schallplatten funktionieren und einen sagenhaften Informationsschatz enthalten sollen. Zudem haben sich die Dropa angeblich mit Menschen vermischt haben, deren Nachfahren noch heute unter uns wandeln sollen.

Blöd nur, dass die gesamte Dropa-Story komplett erfunden ist. Sie erschien 1962 als Kurzgeschichte in der Zeitschrift „Vegetarisches Universum“. Der Schriftsteller David Agamon weitete diese Geschichte später zu einem Roman mit dem Titel „Sungods in Exile“ aus, welches 1979 erschien. In diesem Buch finden sich sämtliche Details der Dropa-Geschichte, inklusive der Namen aller Beteiligten an der vermeintlich wahren Story. Zum Selbstläufer entwickelte sich das Ganze, als die russische Zeitschrift „Sputnik“ die Geschichte ungeprüft aus dem „Vegetarischen Universum“ übernahm. Von der Sputnik kopierten sie wiederum zahlreiche UFO-Magazine, in der Annahme, es handele sich um einen Tatsachenbericht.

Erich von Däniken – Wurden unsere Ahnen von Aliens besucht?

von Shinzon

Erich von Däniken ist auch außerhalb der UFO-Szene vielen Menschen ein Begriff. Die Bücher des schweizerischen Schriftstellers gehören zu den Top-Bestsellern des Prä-Astronautik-Genres und werden oft zitiert, wenn es um Beweise für antike Kontakte der Menschheit mit Außerirdischen geht. Doch wie vertrauenswürdig ist von Däniken?

Blicken wir zunächst kurz auf seinen Lebenslauf. Erich von Däniken wurde am 14. April 1935 in Zofingen (Schweiz) geboren. Nach seinem Besuch der Volksschule in Schaffhausen wechselte er auf das Jesuiten-Internat Collège St. Michel in Freiburg, wo er sich nach eigenen Angaben mit Theologie und Archäologie zu beschäftigen begann. Welche Rolle die Jesuiten dabei spielten, ist nicht bekannt. Der Vatikan begann jedenfalls erst rund 50 Jahre später, sich offiziell mit der UFO-Thematik zu beschäftigen, obgleich den Kirchenvätern die Wahrheit wohl schon weitaus länger bewusst sein dürfte.

Nach der Schule machte von Däniken zunächst eine Ausbildung zur Hotelfachkraft und arbeitete anschließend in verschiedenen Hotels sowie der Suppenfabrik Knorr. In dieser Phase lernte er im Züricher Hotel Ascot seine Frau Elisabeth Skaja kennen, die er 1960 heiratete. Dem jungen Paar ging es nicht schlecht, da von Dänikens Karriere steil bergauf ging. Erst wurde er zum Geschäftsführer des Restaurants Mirabeau in Bern, 1964 übernahm er dann das Hotel Rosenhügel in Davos.

Sein Hobby der Prä-Astronautik verfolgte er in seiner Freizeit konsequent weiter und nach anfänglichen Ablehnungen erschien 1968 sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ im Econ Verlag. Innerhalb kürzester Zeit wurde von Däniken zum Auflagenmillionär, doch mit dem Erfolg begann gleichzeitig der Ärger. Ihm wurde vorgeworfen, sein Buch sei ein Plagiat, da er sich der Ideen anderer Autoren bedient und teilweise sogar ganze Passagen abgeschrieben hätte. Zudem waren seine Interpretationen wissenschaftlicher Quellen manipuliert und wurden durch verfälschte Abbildungen untermauert.

Ende 1968 wurde Erich von Däniken schließlich festgenommen und am 13. Februar 1970 wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Seinem Ansehen schadete dieser Prozess jedoch nicht. Im Gegenteil wurde sein Bestseller während seiner Inhaftierung von Harald Reinl (1908-1986) verfilmt. Der Film erhielt eine Oscarnominierung, womit von Däniken regelrecht geadelt wurde. Ein zweiter Film folgte 1976.

Nach seiner Haftentlassung gab von Däniken das Hotelgeschäft auf und widmete sich ganz und gar der lukrativen Prä-Astronautik. Er verfasste über 20 weitere Bücher und hielt gut besuchte Vorträge in aller Welt. 1973 gründete er zudem die „Ancient Astronaut Society“, welche 1998 als „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“ in Form einer GmbH neu formiert wurde.

Die 1990er Jahre waren für von Däniken das wohl erfolgreichste Jahrzehnt. In dieser Zeit produzierte er mehrere populäre Dokumentationen für die Privatsender Sat.1 und RTL sowie für die American Broadcasting Company. Bei seinen anschließenden Vortragsreisen verwendete er oft Ausschnitte aus diesen Dokus. Darüber hinaus wurde ihm zu Ehren 1996 eine Erich-von-Däniken-Stiftung ins Leben gerufen.

Der Gipfel der Vermarktung wurde schließlich 2003 mit der Eröffnung des Mystery Parks in Interlaken erreicht. Trotz rund einer Million Besuchern innerhalb von drei Jahren musste der Park 2006 aufgrund finanzieller Probleme schließen. 2009 wurde der Mystery Park noch einmal für eine Sommersaison geöffnet, bevor er von den neuen Besitzern endgültig umgestaltet wurde.

2008 kehrte von Däniken als Gast ins Privatfernsehen zurück und trat in der Pro7-Show „Uri Geller Live: Ufos und Aliens – Das unglaubliche TV-Experiment“ auf. Der Kontakt mit dem israelischen Hochstapler Geller tat seinem Ruf jedoch keineswegs gut und so distanzierte sich von Däniken im Namen seiner Forschungsgesellschaft schnell wieder von der Show. Offensichtlich war ihm der esoterische Hokuspokus im Nachhinein sehr unangenehm und er versuchte fortan, sich um ein bodenständiges Image zumindest zu bemühen.

Selbstverständlich hielt ihn das nicht davon ab, den 2012-Mythos mit einem Buch auszubeuten. Im Gegensatz zu anderen Mystery-Autoren verwies er aber immerhin darauf, dass die Welt 2012 nicht untergehen werde, da der Maya-Kalender einfach von vorn beginnt. Für den neuen Zyklus sagte von Däniken dennoch die Rückkehr der Maya-Götter voraus, wollte sich allerdings dabei nicht auf 2012 festlegen. Wie man sieht, lernt auch er dazu.

von Däniken

Seinem Kernthema der Prä-Astronautik blieb Erich von Däniken über all die Jahre treu, denn immerhin verdiente er damit Millionen. Außerdem ist dieses Thema hochinteressant und keineswegs so absurd, wie es scheint. Warum sollten uns weitaus ältere Zivilisationen erst in der Zukunft besuchen und nicht schon von Beginn an studiert haben? Die Grundprämisse der Prä-Astronautik ist weder lächerlich noch falsch, nur weil skrupellose Geschäftemacher das Thema ausschlachten.

Natürlich sind von Dänikens Theorien dennoch mit Vorsicht zu genießen, denn es ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Betrachten wir einige seiner Aussagen daher etwas genauer. Eines der bekanntesten Beispiele sind die in den 1920ern wieder entdeckten Steinbilder von Nazca in Peru, die von der Nazca-Kultur zwischen 800 v. Z. Bis 600 n. Z. in den Boden gescharrt wurden. Dies geschah zwar auf äußerst präzise Weise, war jedoch mit den damaligen Möglichkeiten durchaus zu bewerkstelligen.

Von Däniken behauptet nun, diese Bildnisse wären an die Astronautengötter gerichtet und dienten diesen als Landeplätze. Das klingt erst einmal einleuchtend, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung jedoch als Unsinn. Zum einen sind die Bilder nur oberflächlich in den Boden gescharrt und blieben nur deshalb so lange erhalten, weil die Luft in der Region besonders trocken ist, es kaum regnet und so eine Erosion verhindert wird. Es ist undenkbar, dass außerirdische Raumschiffe dort gelandet sein sollen, da die Bilder damit unweigerlich zerstört worden wären. Zudem brauchen UFO’s für eine Landung keine Muster, die Affen, Kolibris oder Spinnen darstellen.

Der Zweck der Nazca-Bilder ist viel eher astrologischer Natur, da die Formationen Sternbilder wiederzuspiegeln scheinen. Sie könnten dabei durchaus als Hilferuf an die Götter zu verstehen gewesen sein, denn sie entstanden in einer Zeit, in der die Region zunehmend austrocknete. Die Nazca könnten die Linien rituell genutzt haben, um Regen zu erbitten, damit ihr Land wieder fruchtbar werden möge. Eine kalendarische Bedeutung ist dabei ebenfalls nicht auszuschließen.

Kein Indiz gibt es dagegen für einen Kontakt der Nazca-Kultur mit Außerirdischen. Zwar wären solche Begegnungen nicht völlig undenkbar, aber offensichtlich wären die Außerirdischen in einem solchen Fall keine große Hilfe gewesen. Die Bitten der Nazca um Regen blieben nämlich ungehört, was zum Verschwinden ihrer Kultur ca. 600 n. Z. führte. Alles, was sie hinterließen, war eine ausgetrocknete Landschaft mit einmaligen Kunstwerken.

Ebenso spekulativ wie die Kontakte der Nazca mit Aliens sind von Dänikens Behauptungen über diverse Bibeltexte. Moses hatte die 10 Gebote nicht von Gott, sondern von Göttern? Möglich, ja – bewiesen, nein. Zumindest behauptet Erich von Däniken aber, dass Moses über die sagenumwobene Bundeslade mit den Astronautengöttern kommunizieren konnte. Die Beschreibung liest sich laut ihm wie die Bauanleitung für ein antikes Handy. Das hört sich nicht nur absurd an, es ist auch absurd. Wenn die Götter ihm ein Kommunikationsgerät gegeben hätten, so wäre dieses sicherlich nicht größer als ein heutiges Handy gewesen. Dass eine uns weit überlegene Kultur für ein einfaches Telefonat einen solch großen Kasten aus Akazienholz braucht, ist purer Stumpfsinn.

Zudem war die Lade mit Gold überzogen, was nicht unbedingt die beste Tarnung gewesen wäre. Im Gegenteil lud das eher zum Diebstahl ein. Doch dagegen war die Bundeslade laut von Däniken angeblich mit einer elektrischen Selbstverteidigungsfunktion geschützt. Bei wissenschaftlichen Versuchen mit einem originalgetreuen Nachbau fanden Forscher zwar heraus, dass die in der Bibel erwähnten Todesfälle im Zusammenhang mit der Bundeslade wohl tatsächlich durch elektrische Schläge verursacht wurden, jedoch war die Erklärung eine viel banalere. Da die Lade komplett mit Gold überzogen war, konnte sie durch Reibung elektrisch aufgeladen werden und diese Ladung bei Berührung in einem tödlichen Schlag abgeben. Das hat mehr mit einfacher Physik zu tun, als mit außerirdischer Technologie.

Interessanter ist da schon das erste Kapitel des Buches Ezechiel. In diesem Fall braucht es wahrlich nicht viel Phantasie, um darin die Landung eines hoch entwickelten Fluggeräts sowie die anschließende Entführung Ezechiels zu sehen. Das beschriebene Gefährt wurde sogar von NASA-Mitarbeiter als Modell nachgebaut und für realistisch befunden. In der Tat ist dies die glaubwürdigste aller Behauptungen, die Erich von Däniken im Laufe seiner Karriere aufgestellt hat. Doch wie sagt man so schön: Auch eine blinde Katze findet mal eine tote Ratte.

Daneben liegt von Däniken dann wieder mit seiner Behauptung, Sodom und Gomorrha wären von den Astronautengöttern mit einer Atombombe zerstört worden, weil die Einwohner der beiden Städte so sündhaft gelebt hatten. Den außerirdischen Besuchern dürfte es wohl ziemlich egal gewesen sein, wie die Menschen damals lebten, sonst hätten sie unzählige Städte in allen Epochen vernichten müssen. Ein Atomschlag gegen eine unterentwickelte Kultur wäre zudem drastisch übertrieben und hätte den Besuchern keinerlei Vorteile gebracht. Außerdem wäre der flüchtige Lot mit seiner Familie auch außerhalb der Städte niemals der tödlichen Strahlung entkommen und seine Frau konnte auch nicht zu einer Salzsäule erstarren, weil sie in einen Atomblitz gesehen hat. Menschen verwandeln sich nämlich nicht in Salz, wenn sie einen Atomblitz sehen.

Und was sagt die Wissenschaft dazu? Sodom und Gomorrha lagen am Toten Meer, wo sich keinerlei Spuren einer Atomexplosion finden lassen. Allerdings kann es dort durch Unterspülung zu Bodenverflüssigungen kommen. Geschieht dies, können ganze Areale samt Häusern und Menschen ins Tote Meer abrutschen. Dieses Szenario wurde bereits im Labor nachgestellt und bietet bis heute die wahrscheinlichste Erklärung für den Untergang der beiden antiken Metropolen. Bleibt also nur noch die Frage nach Lots versteinerter Frau. Die Antwort darauf ist wieder einmal sehr banal. Am Toten Meer gibt es jede Menge Salzsäulen. Lots Frau könnte von dem Erdrutsch erfasst worden sein und als Lot zurück blickte, sah er eine dieser Salzsäulen und dachte, seine Gemahlin wäre zu dieser erstarrt. So entstehen Legenden.

Von Dänikens Behauptungen beweisen nur eines, nämlich, dass er absolut unwissenschaftlich vorgeht und anstatt intensiv zu recherchieren, lieber seiner Phantasie freien Lauf lässt. Wie weit diese Phantasie geht, zeigen seine Schilderungen über ein Tunnelsystem unter Lateinamerika, in dem er neben unglaublichen Goldschätzen auch eine antike Bibliothek entdeckt haben will. In dieser sollen Metallplatten lagern, die mit antiken Computern gelesen worden sein sollen. Eine unglaubliche Geschichte über eine untergegangene Hochkultur, die Technologie besessen haben soll und natürlich von den Sternen kam.

Aber warum hat von Däniken keine Beweise mitgebracht? Weil die Höhlen angeblich von einem alten indigenen Stamm bewacht werden, der alle Eindringlinge gnadenlos tötet und deshalb sollte natürlich jeder interessierte Archäologe die Höhleneingänge in Ecuador tunlichst meiden. Von Däniken, der aus unerfindlichen Gründen verschont wurde, wagte es nicht einmal, die beschriebenen Gegenstände zu fotografieren, obwohl er eine Kamera dabei hatte und speiste seine Leser stattdessen mit Bildern muffiger Grotten ab. Das klingt alles ein wenig nach Indiana Jones und wahrscheinlich ist es auch genau das.

Den beschriebenen indigenen Stamm gibt es nachweislich nicht. In Lateinamerika sind zwar einige unterirdische Höhlensysteme bekannt, die jedoch alle natürlichen Ursprungs sind und auch kein Eldorado an Gold oder Information beherbergen. Die komplette Geschichte ist frei erfunden und Erich von Däniken hat nie eine der Höhlen betreten, wie sein damaliger Weggefährte Juan Moricz 1973 in einem Spiegelinterview bekannt gab. Es folgte eine heftige juristische Auseinandersetzung zwischen den beiden und von Däniken musste letztendlich einräumen, in vielen Punkten übertrieben und Bilder für seine Bücher manipuliert zu haben. Dennoch bleibt er bei seinen sagenhaften Behauptungen, egal wie wenig Glaubwürdigkeit sie nach seinen Zugeständnissen noch haben.

Dies ist beileibe nicht die einzige Betrügerei, bei der von Däniken erwischt wurde. Schon 1961 machte er sich eines Versicherungsbetrugs schuldig und sogar über den Tod seines Sohnes machte er falsche Angaben. Offensichtlich haben wir es bei Erich von Däniken mit einem notorischen Lügner und Märchenonkel zu tun. Der größte Knaller sind dabei aber nicht seine Beiträge zur Prä-Astronautik, sondern seine angebliche Begegnung mit einem leibhaftigen Alien.

Dieser Kontakt soll sich 1987 in der Wüste von Pakistan ereignet haben. Sein einziger Begleiter wurde auf der Reise praktischerweise plötzlich krank und lag im Delirium. Von Däniken selbst übernachtete im Freien und gibt an, im Morgengrauen von einem Knall geweckt worden zu sein. Es folgten weitere Knallgeräusche und schließlich bemerkte er, dass die Heckscheibe seines Wagens sowie einige Wasserflaschen zu Bruch gegangen waren. Das Wasser soll anschließend einen Wirbel gebildet haben, aus dem sich ein Wesen bildete, welches schnell heranwuchs und Erich von Dänikens Aussehen annahm.

Das ist nun schon sagenhaft selbstherrlich, dass ein fremdes Wesen ausgerechnet seine Form angenommen haben soll. Allerdings nicht seinen Namen, denn es soll sich ihm als „Tomy“ von der Wega vorgestellt haben. Tomy soll Erich einige Details über seine Heimat erzählt haben, offenbarte ihm dann aber, dass er eigentlich hier sei, um etwas über die Erde zu lernen. Gesagt, getan, hat Erich ihn nach eigenen Angaben in die Schweiz ins Hotel Krone eingeladen, wo er sein jüngeres Ich seiner Frau vorgestellt haben will.

An die Öffentlich ging von Däniken mit dieser Story erst knapp 25 Jahre nach den angeblichen Ereignissen. Er begründete die Verzögerung damit, dass er Ende der 1980er seinen Ruf als Sachbuchautor nicht aufs Spiel setzen wollte. Heute ist ihm sein Leumund inzwischen egal. Weiterhin behauptet von Däniken, er hätte Fotos von der Begegnung. Diese wolle er aber nicht veröffentlichen, da er sich Sorgen mache, nicht für voll genommen zu werden. Das ist nicht besonders überzeugend, denn gerade das Unterschlagen von vermeintlichen Beweisen macht seine Story tatsächlich unglaubwürdig.

Hinzu kommt, dass er nicht etwa ein Sachbuch über seinen Kontakt mit Tomy geschrieben hat, sondern einen Roman. Dieser soll zwar auf Tatsachen beruhen, aber von Däniken gibt ganz offen zu, dass er Details hinzugedichtet hat. Was nun wahr und was fiktiv ist, müssen die Leser also selbst entscheiden. Eine Entscheidung, die ihnen selbstverständlich nicht zusteht und so erhärtet sich der Verdacht, dass man es hier mit einer reinen Lügengeschichte zu tun hat. Ironischerweise heißt das Buch auch noch „Tomy und der Planet der Lüge“.

Der Erste, der auf diese hanebüchene Geschichte hereinfiel, ist Robert Fleischer von der Deutschen Initiative für Exopolitik. Immerhin ist Erich von Däniken eine weltbekannte Ikone und Storys mit ihm lassen sich gut verkaufen, egal wie krude sie sind. Stolze 9,90 € kostet die DVD mit dem kompletten Interview.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass von Dänikens Bücher auf den ersten Blick sehr interessant erscheinen, allerdings als Science Fiction gelesen werden sollten. Ihr Geld sind sie gewiss nicht wert und wer hofft, in diesen Werken Antworten zu finden, wird wohl bitter enttäuscht werden oder Illusionen erliegen. Mit seinen Halbwahrheiten und Phantastereien hat Erich von Däniken längst ein Vermögen verdient und genau das war wohl auch sein Antrieb.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die Erde noch nie Besuch von Außerirdischen hatte und diese von unseren Ahnen nicht als Götter verehrt wurden. Dafür gibt es genügend Indizien und vielleicht ist von Däniken hier und da durch Zufall doch auf etwas gestoßen. Aber im Bereich Prä-Astronautik gibt es wesentlich bessere Bücher und Artikel, die auf gründlichen Recherchen basieren und die auch keine Antworten geben, sondern Fragen aufwerfen. Das ist der wichtigste Unterschied zu Phantasten wie von Däniken, die mit wenig stichhaltigen Belegen bereits ein gesamtes Weltbild präsentieren.

Quelle

Empfohlene Literatur:
Helmut Höfling „Ufos Urwelt Ungeheuer“
ISBN 3-404-60345-1