Edge of Tomorrow – Und täglich grüßt die Alieninvasion

von Shinzon

Mit „Edge of Tomorrow“ kommt wieder einmal ein Invasionsstreifen mit Tom Cruise in die Kinos. Der $cientologe hatte bereits die Hauptrolle in „Krieg der Welten“ und „Oblivion“, wobei insbesondere Letzterer ein Feuerwerk freimaurerischer Symbolik war. Ganz ohne solche Andeutungen kommt „Edge of Tomorrow“ ebenfalls nicht aus, dennoch besticht der Film durch eine spannende Erzählweise.

Allerdings entwickelt sich die Spannung erst im Laufe des Films. Zunächst bekommt man erst einmal eine Nachrichtenrückblende serviert, in der erläutert wird, wie Europa von außerirdischen Wesen, im Film „Mimics“ genannt, eingenommen wurde. Im Anschluss stellt sich Major William Cage (Tom Cruise) bei seinem Vorgesetzten General Brigham (Brendan Gleeson) vor. Er gibt sich als Nachrichtenoffizier aus, der keinerlei Ambitionen zum Kämpfen hat. Sein Charakter ist wenig sympathisch und obendrein feige, sodass es kaum Mitleid erregt, als er an die Front abkommandiert wird.

In Handschellen wird Cage ins nächste Militärlager abgeführt, wo er sich nicht gerade beliebt macht und lediglich einen unzureichenden Crashkurs statt einer Ausbildung erhält. Schon am nächsten Tag geht es an die Front, wobei stark auf die Landung in der Normandie während des 2. Weltkriegs angespielt wird. Mit ähnlich fatalem Ergebnis, versteht sich.

Normandie

William Cage wird kurzerhand ins Kampfgeschehen abgeworfen, nachdem sein Flugtransporter abgeschossen wurde. Mit seinem Kampfanzug kann er mangels Erfahrung überhaupt nicht umgehen, was bei seinen Kameraden einigen Spott hervorruft. Kurz nach der Landung wird Cage von einem blauen Alpha-Alien attackiert und bekommt im Zweikampf dessen Blut ins Gesicht gespritzt. Die blaue Substanz ätzt ihm die Gesichtshaut weg und er stirbt einen äußerst hässlichen Tod.

Kurz darauf wacht er jedoch wieder am Tag vor der Invasion Frankreichs in Handschellen auf. Er befindet sich wieder im Militärlager jenseits des Ärmelkanals und alles beginnt von vorn. Sein Vorwissen nutzt ihm allerdings nicht viel und kaum hat er eine Katastrophe verhindert, wird er von der nächsten dahingerafft. Als er schließlich die Veteranin Rita Vrataski (Emily Blunt) rettet, sagt diese ihm, dass er sie nach dem Aufwachen aufsuchen soll. Die beiden sterben erneut, aber immerhin hat William in den nächsten Zeitschleifen eine Verbündete, die als „Engel von Verdun“ bekannt ist. Damit wäre dann auch der 1. Weltkrieg mit einer historischen Anspielung bedient.

Von Rita erfährt er, dass sie ebenfalls mit blauem Alienblut in Kontakt kam und einige Zeitschleifen durchlebte. Als sie ihre Vorgesetzen darauf aufmerksam machen wollte, wurde sie für verrückt erklärt und sogar medizinischen Experimenten unterzogen. Nachdem sie in einer Zeitschleife eine Bluttransfusion bekam, war die Wirkung des Alienblutes schließlich aufgehoben, sodass nur noch William die Fähigkeit besitzt, den letzten Tag zurück zu setzen.

In den folgenden Zeitschleifen wird er von Rita trainiert, sodass er den Kampfanzug beherrscht und die Schritte der Mimics voraussehen kann. All dies nützt jedoch nichts. Die Schlacht in der Normandie ist nicht zu gewinnen und wie Cage bei einer Desertion aus dem Militärlager erfahren muss, wird kurz darauf London von den Mimics überrannt. Die britische Hauptstadt ist inzwischen ein neues Lieblingsziel für Hollywoods Zerstörungsorgien, was auf eine Ankündigung schließen lässt.

London Headquarters

Mimic Attack London

Nachdem alle Versuche, den Schlachtverlauf zu ändern, gescheitert sind, wenden sich William und Rita an den Physiker Dr. Carter (Noah Taylor). Dieser erklärt Major Cage, dass die Mimics zentral von einem Omega-Alien gesteuert werden. Die Spezies hat also ein Schwarmbewusstsein und die Alpha-Aliens dienen dazu, sämtliche Schlachtverläufe zu speichern. Mit jedem Tod reisen sie in die Vergangenheit, wo sie ihr Wissen an das Omega-Alien übermitteln. Dieses kann so den Schlachtverlauf vorhersehen und entsprechend reagieren, bis der Planet komplett eingenommen ist.

Für die Menschen bedeutet dies, möglichst keine Alphas umzubringen, da dies dem Gegner einen Wissensvorsprung verschafft. Stattdessen müssen Rita und William das Omega ausfindig machen und töten. Dazu muss William auf eine Vision warten, die er nach einem weiteren Tod tatsächlich erhält. Offenbar hat sich das Omega-Alien in einem Staudamm in den Schweizer Alpen verschanzt und so werden die nächsten Zeitschleifen dafür genutzt, diesen ausfindig zu machen.

Wie immer läuft alles schief und letztendlich muss Cage seine Gefährtin opfern, um ans Ziel zu gelangen. Blöd nur, dass sich das Omega-Alien dort gar nicht aufhält. Die telepathische Vision war eine Falle und so beginnt die Suche von vorn. In einer weiteren Vision erfährt Cage schließlich, dass sich das Mutteralien in Paris aufhält, doch über die Normandie dorthin zu kommen, scheint unmöglich.

Zusammen mit Rita entschließt er sich, General Brigham aufzusuchen und ihn zu überzeugen, ein Kommando nach Paris zu schicken. Diese Szene erlebt William nicht zum ersten Mal, doch durch sein Vorwissen scheint er Brigham endlich überzeugen zu können, dass er durch die Zeit reisen kann. Nach den gescheiterten letzten Versuchen lässt Brigham ihn diesmal gehen, doch draußen warten wieder einmal die Soldaten, um ihn und Rita zu verhaften.

Beim nächsten Versuch fliehen die beiden mit einem Auto, landen nach einem Unfall jedoch im Krankenhaus. Dort bekommt Major Cage eine Bluttransfusion, was bedeutet, dass er beim nächsten Mal sterben nicht zurückkehren kann. Wenn er diesmal stirbt, dann bleibt er tot. Er muss also irgendwie nach Paris kommen, um das Omega-Alien zu töten.

Für diese Mission rekrutiert er seine Kameraden, die ihn natürlich nicht so gut kennen, wie er sie. Da sie auf ihn nicht hören würden, muss Rita sie überzeugen. Das gelingt recht schnell, da sie eine bekannte Veteranin ist, die als Heldin gefeiert wird und überall auf Propaganda-Plakaten zu sehen ist. Dieser „Join the Army“-Mist ist einer der großen Minuspunkte des Films.

Join the Army

Der nächste Minuspunkt erwartet die fahnenflüchtigen Helden im vom Krieg gezeichneten Paris. Bereits der Endgegner in „Oblivion“ war eine umgedrehte Pyramide mit Auge. Das Omega-Alien in „Edge of Tomorrow“ verbirgt sich indes unter der Glaspyramide des Louvre. Offensichtlicher geht es wohl nicht.

Louvre Landing

Natürlich wird der Transporter kurz nach Ankunft über Paris abgeschossen und einige Kameraden müssen sich opfern, um das Wrack näher an den Louvre zu befördern. Am Ende bleiben nur noch Rita und William übrig, um das Omega zu erledigen. Da dieses jedoch von einem Alpha bewacht wird, muss Rita für ein Ablenkungsmanöver sorgen, sodass William in Ruhe ins Wasser springen und zum Omega abtauchen kann. Dieses tötet er dann in Taliban-Manier mit einem Granatengürtel.

Nun wäre das sicherlich ein akzeptables Ende gewesen – der Held opfert sich, um die Menschheit zu retten. Doch wie in „Oblivion“ kehrt Tom Cruise auch diesmal zurück. In „Oblivion“ geschah dies in Form eines Klons, in „Edge of Tomorrow“ drückt man dagegen einfach den Reset-Knopf. Im Wasser befindet sich nämlich auch das Alpha-Alien, welches Major Cage einmal mehr mit seinem Blut infiziert. Dieser wacht dann einige Tage vor der Landung in der Normandie auf und erfährt in den Nachrichten, dass die Alieninvasion vorbei ist.

So ganz logisch ist das allerdings nicht. Warum verschwindet das Omega in der Vergangenheit, obwohl es in der Zukunft getötet wurde? Müsste es nicht noch vorhanden sein und das Wissen des getöteten Alphas aufsaugen? Es wäre wohl besser gewesen, den Film ein paar Minuten eher enden zu lassen. Nicht unbedingt besser für die gefallenen Soldaten, aber für die Logik des Films.

Der Abspann kann ebenfalls nicht wirklich überzeugen. In diesem bekommt man noch einmal die militärischen Kampfanzüge im Detail präsentiert, was den Eindruck eines Werbespots für einen Rüstungskonzern erweckt. Die Rüstungsindustrie arbeitet nämlich tatsächlich schon seit Jahren an Exoskeletten für Soldaten. Mit diesen sollen sich die Kämpfer der Zukunft schneller bewegen und größere Lasten tragen können. So weit hergeholt ist das zur Schau gestellte Kriegsgerät also keineswegs.

Totenkopfhelm

Fazit: Der Anfang und das Ende von „Edge of Tomorrow“ sind zwar etwas holprig, doch insgesamt ist die Handlung sehr spannend erzählt. Die Bilder sind natürlich bombastisch und die Action wird hier und da mit etwas Witz garniert. Abzüge gibt es hingegen vor allem in Sachen Kriegspropaganda und Blue Beam-Konditionierung.

Hinzu kommt, dass die Grundidee aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) geklaut ist. Ein Jahr zuvor gab es allerdings schon die Star Trek TNG Episode „Déjà vu“ (1992), womit das Thema ursprünglich aus der Science Fiction stammt. So verwundert es nicht, dass „Edge of Tomorrow“ trotz abgekupfertem Plot durchaus gut funktioniert und dem Thema einige neue Facetten abgewinnt.

Weiterhin zeigt der Film auch in Sachen Invasionsthema neue Facetten, da er endlich mal in Europa statt in den USA spielt. Und da dachte man schon, die Aliens seien gänzlich auf die Vereinigten Staaten fixiert. Wer Science Fiction mag und die ewigen Invasionsreißer noch nicht leid ist, wird „Edge of Tomorrow“ also durchaus unterhaltsam finden.

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Nix wie weg vom Planeten Erde – Denn die Menschen sind böse

von Shinzon

Nachdem bereits in „Planet 51“ das klassische Invasionsthema umgedreht wurde und die Menschen die Eindringlinge waren, zeigt „Nix wie weg vom Planeten Erde“ nun, was mit friedlichen Außerirdischen geschieht, die sich auf die Erde verirren. Der Film ist also nicht nur etwas für Kinder, sondern auch für alle, die von bösen Alieninvasoren die Nase voll haben.

Im Zentrum der Handlung stehen die beiden Brüder Gary und Scorch Supernova, die dem blauen Volk angehören. „Megamind“ und „Avatar“ lassen grüßen.

Baabtisten

Das blaue Volk lebt auf dem Planeten Baab und hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Not geratenen Aliens zu helfen. Gleich zu Beginn sind Gary und Scorch auf einer Rettungsmission, um eine Handvoll Babys aus einem abgestürzten Raumschiff zu bergen. Scorch tritt dabei als heldenhafter Muskelprotz auf, während sein wesentlich intelligenterer Bruder die Mission vom Raumschiff aus koordiniert. Den Ruhm erntet allerdings nur der strahlende Held. An der Uniform des Veteranen fällt übrigens ein Hexenknoten unangenehm auf.

Scorch Hexenknoten

In der Mission Control der BASA (in Ahnlehnung an die NASA) gibt es gleich noch einen Doppelblitz obendrauf. Ein erster kleiner Hinweis darauf, dass die herrschende Elite von Baab einen guten Draht zur Erde hat. Doch dazu später mehr.

Scorch Doppelblitz

Die Erde ist im Rest der Galaxis nur als „der dunkle Planet“ bekannt, da bisher noch niemand von ihr zurückgekehrt ist. Als Scorch einen Notruf von der Erde erhält, macht er sich sofort auf den Weg und wird nach der Landung in Nevada prompt vom US-Militär verhaftet.

Als der Kontakt zu Scorch abbricht, startet Gary wiederum zu einer Rettungsmission für seinen Bruder. Er bekommt die Landung nicht ganz so gut hin und kann sich nur knapp vor der Selbstzerstörung seines Gefährts retten. Offenbar wurde seine Rettungskapsel sabotiert. Immerhin ist aber Garys Empfang durch zwei UFO-Nerds etwas freundlicher, die ihm einen blauen Softdrink anbieten. Kurz darauf wird jedoch auch er vom Militär festgesetzt und in die Area 51 gebracht.

Area 51

Dort trifft er auf einige andere Aliens, die von den Menschen gefangen genommen und versklavt wurden. Gegen das Versprechen der Freiheit bauen sie dem machthungrigen General Shanker eine Superwaffe. Die Energiekanone ruht natürlich auf einem großen Dreieck, in dessen Zentrum sich ein freimaurerisches Hexagon befindet.

(Bild folgt)

Um den ganzen Irrsinn zu finanzieren, fallen nebenbei aber auch Produkte wie Smartphones und Suchmaschinen ab. Eine kleine Anspielung auf das Reverse Engineering, welches laut Robert Lazar tatsächlich in Area 51 betrieben wird.

Reverse Engineering

Neben den versklavten Aliens arbeiten in der Basis einige Grey, die freiwillig mit dem Militär kooperieren. Zwar wird an späterer Stelle kindgerecht erklärt, dass sie damit eine alte Schuld begleichen, weil ihr Raumschiff beim Absturz 1947 General Shankers Vater erschlagen hat. Dennoch ist dies als ein Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen, dass der militärisch-industrielle Komplex der USA einen Pakt mit dieser Spezies hat. Zumal diese abscheulichen Wesen umgedrehte Pyramiden auf ihrer Kleidung tragen.

Grey Demons

Der Wendepunkt in Shankers Leben ist indes mit einem Schachbrettmuster gekennzeichnet. Kurz vor dem Ableben seines Vaters beobachten die beiden zusammen den Sternenhimmel und tragen dabei recht auffällige Pullover.

Schachbrettkleidung

Nach der Katastrophe entwickelte Shanker einen Hass auf alle Außerirdischen. Dabei hat er inzwischen gelernt, sie für sich arbeiten zu lassen. Mit der BASA-Chefin Lena Thackleman vom Planeten Baab unterhält er sogar eine heimliche Onlinebeziehung. Sie war es auch, die Scorch zur Erde gelockt und ihm heimlich eine blaue Energiequelle untergeschoben hat. Diese sollte nämlich Shanker zugespielt werden, der sie für seine Superwaffe braucht.

Während Lena sich mit weiteren Energiezellen auf den Weg zur Erde macht, dabei jedoch von Garys Ehefrau Kira aufgehalten wird, entdeckt Gary in der Area 51, welchem Zweck die Superwaffe wirklich dient. Während Scorch brav mit dem Militär kooperiert, fasst diesmal Gary seinen ganzen Heldenmut zusammen und zerstört die Energiezelle.

Zur Strafe werden er und sein Bruder abgeführt und in Kälteschlaftanks gesteckt. In der betreffenden Kammer müssen die beiden erkennen, dass Shanker niemals auch nur einen der Aliens am Ende der Kooperation freigelassen hat. Der General will die Waffe auch gar nicht gegen andere Staaten auf der Erde einsetzen, sondern das Universum von sämtlichen anderen Spezies säubern, bis nur noch die Menschheit übrig bleibt. Nach einem Testschuss auf den Halleyschen Kometen soll Baab dabei der erste Planet sein, der aus der Galaxis gefegt wird.

Zum Schein erklärt sich Gary dazu bereit, die Waffe wieder instand zu setzen, baut jedoch eine kleine Sabotagemechanik ein. Die Waffe geht nach hinten los, die gefangenen Aliens können befreit werden und zusammen können eine Handvoll von ihnen mit Scorchs Raumschiff fliehen. General Shanker lässt sie jedoch nicht einfach entkommen, sondern fliegt ihnen im erbeuteten Anzug von Scorch nach und hält das Raumschiff mit einem Traktorstrahl fest.

Wieder einmal ist es Gary, der den Helden spielt und mit dem General in die Tiefe stürzt. Vor dem sicheren Tod werden sie jedoch in letzter Sekunde von den Grey gerettet, welche telekinetische Fähigkeiten besitzen. Shankers Karriere ist natürlich beendet, aber die von Gary beginnt gerade erst. Er, seine Frau Kira und sein Bruder Scorch werden auf Baab als Helden empfangen.

Während nun Gary in Sachen Heldenmut mit seinem Bruder gleichgezogen hat, holt dieser in Sachen Familie zu Gary auf und heiratet eine in ihn vernarrte Nachrichtensprecherin. „Nix wie weg vom Planeten Erde“ ist nicht der erste Science Fiction Film, der mit einer Hochzeit endet.

Fazit: Wie die meisten Animationsfilme besticht auch „Nix wie weg vom Planeten Erde“ durch phantasievolle Umgebungen, viel Witz und einige Insidergags. Dabei kommen nicht nur Kinder auf ihre Kosten. Dem hohen Unterhaltungswert stehen jedoch die üblichen Symbole und sogar eine intergalaktische Verschwörung gegenüber. Insbesondere der Zusammenhang zwischen den Grey und Area 51 lässt tief blicken. Ebenso wie das Logo der Effekteschmiede Rain Man … ups … Rainmaker.

Rainmaker

Positiv fällt dagegen auf, dass hier mal nicht die Aliens die Bösewichte sind. Die Menschheit zählt in der Tat zu den verkommensten Spezies des Universums. Schon allein dafür, was die Menschheit sich selbst und dem Planeten Erde antut, verdient die Mehrheit diese negative Selbstdarstellung. Die Gerüchte über die Gefangennahme friedlicher Besucher durch das US-Militär könnten dem Film darüber hinaus Recht geben, sofern sie der Wahrheit entsprechen. Allerdings gilt nicht nur für die betroffenen Aliens, sondern auch für einige vernunftbegabte Erdlinge der Titel „Nix wie weg vom Planeten Erde“!

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Terminator vs. Mutanten

von Shinzon

Die „X-Men“-Filme zählen zu den besten Comicverfilmungen, da sie nicht auf reine Action angelegt sind, sondern auch gesellschaftskritische Fragen aufwerfen. Die Mutanten stehen dabei stellvertretend für ethnische und andere Minderheiten. Der Konflikt zwischen „normalen“ Menschen und Mutanten ist folgerichtig eine Parabel auf Fremdenfeindlichkeit und die Angst vor dem Unbekannten.

Unter den Mutanten gibt es zwei Lager, die unterschiedlich mit diesem wachsenden Konflikt umgehen. Die eine Gruppe um Prof. Charles Xavier (Patrick Stewart) setzt auf eine friedliche Lösung, während sich die Gruppe um Xaviers ehemaligen Freund und Kollegen Erik Lehnsherr alias Magneto (Ian McKellen) auf einen Krieg gegen die Menschheit vorbereitet. Man kann Magneto seine Einstellung nicht einmal übel nehmen, stammt er doch aus einer jüdischen Familie, die von den Nazis ermordet wurde. Inzwischen werden er und seinesgleichen nicht mehr wegen der Religion verfolgt, sondern wegen ihrer Gene.

Im fünften Teil der „X-Men“-Saga (die beiden Wolverine-Filme nicht mitgezählt) scheint Magneto letztendlich recht zu behalten. Der Film beginnt in einer nahen Zukunft, in der allerdings kein Krieg zwischen Menschen und Mutanten tobt, sondern nahezu unbesiegbare Roboter Jagd auf die Mutanten machen. Letztendlich töten die so genannten Sentinels sogar normale Menschen, deren Kinder möglicherweise Mutanten werden könnten. Es ist ein entsetzliches Massaker, in dessen Folge gigantische Leichenberge in Massengräbern verscharrt werden.

(Bild folgt)

Diese finstere neue Weltordnung steht in der Tradition von freimaurerischen Säuberungsphantasien wie man sie u.a. auf einem Gemälde des Denver Flughafens findet. Für die anfallenden Leichenberge sollen in den USA bereits an einigen Orten große Felder mit Massensärgen bereitstehen. Die Parallelen zwischen Film und Realität werfen einmal mehr die Frage auf, wofür die Mutanten sinnbildlich stehen? Tauschen wir einfach mal die genetische Evolution mit der Bewusstseinsevolution aus und schon stellen wir fest, dass alle kritisch denkenden Menschen gemeint sind, die das Spiel der Herrschenden durchschauen.

Die normalen Menschen in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ werden indes von den Maschinen versklavt. Statt der unscheinbaren RFID-Chips tragen die Sklaven auffällige Kontrollchips im Genick, damit auch jeder Kinobesucher kapiert, was da läuft.

(Bild folgt)

Wirklich kreativ ist dieser Grundplot allerdings nicht. Weder in Hinblick auf die Realität noch auf die Filmindustrie. Maschinen, die in einer düsteren Zukunft einen Großteil der Menschheit auslöschen und die wenigen Überlebenden versklaven, gab es schon in der „Terminator“-Reihe. Bisher hatten die „X-Men“-Filme derartiges Abgekupfere nicht nötig, was schon mal ein Minuspunkt für den neusten Teil der Reihe ist.

Wie in den ersten drei „Terminator“-Filmen wird auch in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ jemand in der Zeit zurück geschickt, um die Maschinen aufzuhalten. Prof. Xavier und Magneto haben sich notgedrungen wieder einmal verbündet und können sich ein ums andere Mal vor den Kampfrobotern retten, indem sie Shadowcats Fähigkeit nutzen, den Verstand eines anderen Menschen einen Tag in die Vergangenheit zu schicken. Zumindest als Fähigkeit ist das neu, denn früher konnte Kitty Pryde (Ellen Page) nur durch Wände gehen.

Das erste Mal wird diese Fähigkeit in Moskau gezeigt. Das Bild der zerstörten russischen Hauptstadt ist angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage von besonderer Signalwirkung. Es könnte als unverhohlene Kriegsandrohung verstanden werden.

Moskau Attacke

Nachdem das vorletzte Versteck der Mutanten in Moskau ausgehoben wurde, bleibt den Mutanten nur noch ein weiterer Unterschlupf in China. Das soll dann wohl das nächste Angriffsziel nach dem Überfall des Westens auf Russland sein. Für die Mutanten ist es auf jeden Fall das Ende der Fahnenstange. Es würde ihnen nichts nutzen, einen Tag in die Vergangenheit zu reisen, um sich selbst vor der kommenden Invasion zu warnen.

China Attacke

Es bleibt nichts anderes übrig, als jemanden viel weiter in die Vergangenheit zu schicken, um die Erschaffung der Sentinels im Vorfeld zu verhindern. Dies ist jedoch nicht ohne Risiko, da der Verstand des Betreffenden umso mehr Schaden nimmt, je weiter die Reise geht. Daher entschließt sich Logan alias Wolverine (Hugh Jackman), die Reise anzutreten, da seine Mutation alle körperlichen Wunden heilen lässt. Doch halt: war da nicht von geistigen Schäden die Rede? Demnach hätte nicht der Mutant mit den stärksten regenerativen Fähigkeiten gehen müssen, sondern der mit dem stärksten Verstand.

Natürlich würde der Film völlig anders verlaufen, wenn Prof. Xavier die Zeitreise antreten würde und aus dramaturgischen Gründen schickt man dann doch lieber den Publikumsliebling. Wolverine erwacht in seinem eigenen Körper im Jahr 1973. Sofort macht er sich auf den Weg zum jungen Prof. Xavier (James McAvoy), der seine Schule für Hochbegabte zu dieser Zeit geschlossen hat und sich in seinem eigenen Elend suhlt.

Seine telepathischen Fähigkeiten hat Xavier mit einem Serum unterdrückt, welches es ihm gleichzeitig erlaubt, wieder laufen zu können. Wirklich Sinn macht das nicht, denn entweder gibt es eine Heilung für Querschnittslähmung oder nicht. Auf solche halben Sachen hätte man problemlos verzichten können, doch offensichtlich hatte der Schauspieler McAvoy einfach keinen Bock, den ganzen Film über im Rollstuhl zu sitzen. Sein Schauspielkollege Nicholas Hoult hatte indes wohl keinen Nerv, ständig das aufwendige Makeup von Beast zu tragen, sodass dieser sich nunmehr auf Wunsch zurückverwandeln kann.

Charles Xavier von der Zeitreisegeschichte zu überzeugen, ist anfangs recht schwierig, zumal dieser Wolverine in recht negativer Erinnerung hat. In „X-Men: erste Entscheidung“ lehnte Logan nämlich jede Zusammenarbeit ab. Erst viel später stieß er zu den X-Men dazu und kann das frühere Ich von Charles erst überzeugen, sich seiner Mission anzuschließen, nachdem er ihm von Dingen erzählt, die er unmöglich wissen kann. Nachprüfen kann Xavier die Geschichte erst, nachdem er sein Medikament abgesetzt hat und seine telepathischen Fähigkeiten schrittweise zurückkehren.

Prof X

Die Mission, zu der Wolverine, Charles und Beast aufbrechen, besteht darin, dem Erfinder der Kampfroboter das Leben zu retten. Klingt grotesk, ist aber so. Denn der Mord, den die Gestaltwandlerin Mystique (Jennifer Lawrence) an Bolivar Trask zu begehen beabsichtigt, wird die Politiker von der Notwendigkeit seiner Erfindung überzeugen. Zudem wird die Gestaltwandlerin in der Folge dem Militär in die Hände fallen und Trask wird es gelingen, seine Sentinels mit ihrer DNS zu perfektionieren.

Wolverine und seine Gefährten müssen Mystique also aufhalten, wozu sie die Hilfe des jungen Magneto (Michael Fassbender) benötigen. Dumm nur, dass dieser in einer ausbruchsicheren Zelle unter dem Pentagon schmort. Bei seiner Befreiung erhalten sie jedoch die Hilfe des flinken Quicksilver (Evan Peters), der sich so rasant bewegen kann, dass die Wachen gar nicht bemerken, wie ihnen geschieht.

Pentagonfenster

Die Reise geht für die Fünf weiter nach Frankreich, wo gerade der Friedensschluss zwischen den USA und Vietnam stattfindet. Mystique nimmt die Gestalt eines vietnamesischen Offiziers an, um Trask am Verhandlungstisch zu töten. Gerade im letzten Moment gelingt es den anderen Mutanten, sie aufzuhalten. Dabei schlägt Magneto wieder einmal über die Stränge und verpasst Mystique eine Kugel. Doch damit liefert er Trask genau die DNS, welche dieser braucht, und verursacht obendrein ein großes, öffentliches Aufsehen.

Mystique Paris

Wolverine hat indessen ganz andere Probleme. Durch eine Begegnung mit Major Stryker, der später noch schlimme Experimente mit ihm anstellen und sein Skelett mit Adamantium beschichten wird, gerät Logan in Aufregung. Dadurch reißt der Kontakt in die Vergangenheit ab. Sein früheres Ich weiß plötzlich nicht, wie es nach Frankreich gekommen ist, während sein zukünftiges Ich in Panik um sich schlägt und dabei Shadowcat verletzt. Die Zeit wird dadurch noch knapper und es gelingt Kitty nur mit Mühe, ihn wieder in die Vergangenheit zurück zu bringen.

Wieder zurück in den Vereinigten Staaten des Jahres 1973 schmieden Magneto und Mystique neue Pläne, das Sentinelprogramm zu stoppen. Erik verdrahtet die Prototypen der Kunststoffroboter mit Schienensträngen, um sie auf die Menschen loszulassen und Raven schlüpft einmal mehr in eine andere Gestalt, um Trask auf der öffentlichen Vorstellung der Sentinels zu erschießen. Allerdings haben sich die beiden nicht abgesprochen und natürlich fahren ihnen auch die Mutanten um Professor X wieder in die Parade.

Magneto fährt allerdings noch größere Geschütze auf und lässt ein ganzes Sportstadion davon schweben. Dieses lässt er dann um das Weiße Haus herabfallen, um seine Opfer einzuschließen. Deren Flucht in einen unterirdischen Bunker nutzt herzlich wenig, denn dieser ist aus Metall und stellt für Erik kein Hindernis dar. Interessant an dieser Szene ist, dass der Showdown in einem Stadion stattfindet. Anspielungen auf ein Megaritual in einem Stadion gibt es in letzter Zeit sehr häufig, darunter auch in „Batman – The Dark Knight Rises“. Das Weiße Haus taucht ebenfalls immer wieder als Angriffsziel auf und im neusten „X-Men“-Film werden beide Ziele sogar kombiniert.

Stadioncrasher_2

Washington Attacke

Die finale Schlacht droht, einen üblen Ausgang zu nehmen. Wolverine wird von Magneto in den nächst besten Fluss entsorgt und Mystique steht mit einer Waffe vor Bolivar Trask. Letztendlich gelingt es Charles jedoch, seine einstige Freundin zu überzeugen, einen anderen Weg einzuschlagen. Da die Kampfroboter zum Werkzeug eines Mutanten geworden sind, während andere Mutanten die politische Elite um Präsident Nixon (Mark Camacho) gerettet haben, wird das Sentinelprogramm eingestellt.

Die Zukunft, in der die letzten überlebenden Mutanten gerade noch von den Sentinels niedergemetzelt wurden, ist nicht die Zukunft, in die Wolverine zurückkehrt. Er erwacht zwar wieder im Jahr 2023, allerdings in Prof. Xaviers Schule für Hochbegabte. Der Lauf der Geschichte wurde zum Besseren gewendet und alles ist wieder Friede, Freude, Eierkuchen.

Selbstverständlich lohnt es sich, wie bei allen „X-Men“-Filmen, den Abspann abzuwarten, denn danach gibt es noch eine kleine Zugabe. Diesmal wird ein Mutant präsentiert, der Comiclesern als „Apocalypse“ bekannt sein dürfte. Passend zu seinem Namen stehen im Hintergrund die vier Reiter der Apokalypse.

Apocalypse Horsemen

Man wird Zeuge, wie dieser Mutant im antiken Ägypten die Pyramiden von Gizeh per Gedankenkraft zusammenfügt und als Gottkönig verehrt wird. Hier wird ganz massiv die Prä-Astronautik bedient.

Es würde nicht weiter verwundern, wenn im nächsten Teil mit dem bezeichnenden Titel „X-Men: Apokalypse“ Aliens die große Rolle spielen werden und herauskommt, dass die Mutationen das Ergebnis der Auskreuzung von Menschen und Außerirdischen sind. Eine Anspielung darauf bietet bereits der Name der Mutantin Jean Grey, welche durch die Veränderung der Zeitlinie wieder unter den Lebenden weilt. Jean klingt nämlich dem englischen Gene sehr ähnlich und dreht man den Namen um, erhält man Grey Gene. Die Grey greifen bekanntlich schon seit zehntausenden von Jahren in die menschliche Evolution ein und da wären wir wieder bei den ägyptischen Pyramiden. Man darf also gespannt sein, was uns Regisseur Bryan Singer im sechsten Teil der „X-Men“-Reihe auftischt.

Fazit: „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ ist der bisher schwächste Teil der Reihe, da zu sehr bei Filmen wie „Terminator“ geklaut und die Story nach belieben zurecht konstruiert wurde. Zudem ist die Action arg übertrieben. Konnte man die Mutantenstory in „X-Men: Erste Entscheidung“ noch gut mit der Kubakrise verknüpfen, werden die historischen Ereignisse nun ganz öffentlich umdefiniert, sodass sie sich nicht mehr mit der Realität zusammenführen lassen. Immerhin hat man für die jüngeren Versionen der Mutanten wieder dieselben Schauspieler verpflichtet wie im Vorgängerfilm, sodass wenigstens noch etwas Kontinuität übrig bleibt.

Vollkommen schlecht ist der Film zwar nicht. Die Handlung ist trotz alledem unterhaltsam und für gutes Popkornkino reicht es. Das Niveau der ersten drei Teile wird jedoch nicht erreicht.

Der neue Godzilla – Zurück zu den Wurzeln

von Shinzon

Der Godzilla-Mythos wurde 1954 geboren und kann als Metapher auf die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki gesehen werden. Diese durften damals im japanischen Film nicht direkt thematisiert werden. Zudem wurde am 1. März 1954 die Besatzung des japanischen Fischerbootes Glücklicher Drache V verstrahlt, als dieses in den Wirkungsbereich eines US-amerikanischen Nuklearwaffentests auf dem Bikini-Atoll geriet. In jedem Falle wurde das radioaktive Monster von Atomwaffeneinsätzen inspiriert und kann daher als Aufarbeitung eines nationalen Traumas gesehen werden.

Der Name Gojira ist ein Kunstwort, welches sich aus Gorira (deutsch: Gorilla) und Kujira (deutsch: Wal) zusammensetzt. Im Englischen wurde daraus schließlich Godzilla. Das Monster, welches sogar einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame hat, startete als kleine Miniaturpuppe. Am Ende starb dieses Gummimonster zwar, kehrte jedoch in 28 japanischen Filmen zurück.

Das Design schwankte dabei stets ein wenig. Mal war Godzilla ein gemeines Monster, dann durfte er wiederum die Menschheit vor anderen Monstern retten und bekam ein dementsprechend freundlicheres Gesicht. In den meisten Filmen wurde Godzilla von einem Mann in einem Gummianzug gespielt, der durch Miniaturstädte trampelt. Dem setzte erst Roland Emmerich mit der ersten amerikanischen Verfilmung ein Ende.

Emmerichs Godzilla enttäuschte jedoch auf ganzer Linie. Insbesondere die Japaner erkannten ihren Godzilla nicht wieder, der ausschließlich in New York sein Unwesen trieb. Japanische Schauspieler suchte man vergeblich, dafür wurde ein dümmlicher Plot um eine Handvoll französischer Geheimagenten eingeflochten, welche das erledigen mussten, wozu die US-Armee offensichtlich nicht imstande war. Ohnehin enttäuschten die oberflächlichen Charaktere, die angesichts der Katastrophe lieber Beziehungsprobleme diskutierten. Zum Glück starb auch dieser Godzilla am Ende des Films, womit sich eine Fortsetzung erübrigte.

Nun gibt es eine neue amerikanische Godzilla-Verfilmung, welche strenge Auflagen aus Japan bekam. So musste z.B. ein Teil der Handlung in Japan spielen. Dort leben Joe Brody (Bryan Cranston) und seine Frau Sandra (Juliette Binoche) zusammen mit ihrem Sohn Ford. Joe ist für die Erdbebensicherheit eines Kernkraftwerkes zuständig und wie es das Schicksal will, kommt es ausgerechnet an seinem Geburtstag zur Katastrophe, bei der seine Frau stirbt.

15 Jahre später muss ihn sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) aus einem japanischen Gefängnis abholen, da er wieder einmal in die Quarantänezone um die Kraftwerksruine eingedrungen ist. Joe vermutet schon seit Anfang an, dass die Katastrophe von damals kein Erdbeben als Ursache hatte, sondern etwas Merkwürdiges am Unglücksort geschieht. Vielleicht eine Anspielung darauf, dass Fukushima keiner Naturkatastrophe zum Opfer gefallen ist?

Jedenfalls kann Joe seinen Sohn überzeugen, noch einmal mit ihm in ihr ehemaliges Zuhause zurückzukehren, wo sie feststellen, dass es gar keine Verstrahlung gibt. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Quarantänezone werden die beiden einmal mehr verhaftet. Zumindest erfahren sie aber, was genau in der Kraftwerksruine vor sich geht.

Dort wächst ein insektoides Riesenmonster heran, welches sich von Radioaktivität ernährt. Dieses war vor 15 Jahren auf den Philippinen geschlüpft, wo der Konzern Monarch bei Minenarbeiten auf das Skelett eines urzeitlichen Riesenprädators gestoßen war. Dieser wurde offensichtlich von den parasitären Insekten dahingerafft. Natürlich hat der Konzern diese Entdeckung, ebenso wie die wahren Gründe der Reaktorkatastrophe, verschwiegen.

Der Name des Konzerns ist bei alledem etwas befremdlich. Immerhin war Monarch ein Hirnwäscheprogramm der CIA. Im Film geht es jedoch nicht um Gedankenkontrolle, sondern um radioaktive Urzeitmonster. Eine Verballhornung von Tepco wäre in diesem Falle wesentlich nahe liegender gewesen.

Godzilla Monarch

Gelungener ist da schon die Bezeichnung Muto für die insektoiden Wesen. Das klingt wie eines der zahlreichen Monster aus den japanischen Godzilla-Filmen, doch dahinter verbirgt sich eine Abkürzung, die für „Massiver Unidentifizierter Terrestrischer Organismus“ steht. Kreativ war man auch beim Design und bei der Hintergrundgeschichte. In den alten Filmen waren Godzilla und seine Gegner wahlweise das Ergebnis von Atomwaffen, mythologische Figuren oder gar außerirdischer Herkunft. Regisseur Gareth Edwards versucht es dagegen mit einer paläontologischen Erklärung.

Dieser zufolge stammen Godzilla und die Mutos aus einer Zeit, in der die Erde noch wesentlich radioaktiver war und dementsprechend ernähren sich diese Wesen auch von Kernenergie. Ein wenig aberwitzig ist das schon, doch wer es naturwissenschaftlich ganz korrekt will, sollte Monsterfilme meiden. Dem Film an sich schadet diese Erklärung jedenfalls nicht.

Im Gegenteil, die historisch inkorrekten Ausschmückungen sind sogar ziemlich amüsant. So erläutert Dr. Serizawa (Ken Watanabe), dass sämtliche Atomwaffentests im Pazifik in Wirklichkeit gar keine Tests waren, sondern die Amerikaner versucht haben, Godzilla damit zu erledigen. Natürlich sind diese Versuche fehlgeschlagen und bedeuteten für den Urgiganten eher Fütterungszeiten. Allerdings ist das ganz gut so, denn Godzilla wird noch gebraucht.

In der japanischen Reaktorruine ist nämlich längst der erste Muto geschlüpft und hat dabei Joe Brody getötet. Der nunmehr Vollwaise Ford wird indes herangezogen, da er nach seinem Vater am meisten über den Muto weiß. Dieser kommuniziert im Ultraschallbereich, jedoch nicht mit Godzilla, sondern mit dem noch wesentlich größeren Weibchen. Dieses schlüpft kurz darauf in einem Atommülllager in der Wüste von Nevada und trampelt erst einmal Las Vegas nieder. Dort erwischt es neben dem Eifelturm auch die Nachbildung der Freiheitsstatue.

Statue of Destruction

Kurz zuvor kloppt sich Godzilla schon einmal mit dem Männchen auf Hawaii. Dieser Schauplatz ist wohl nicht zufällig gewählt worden, denn Japan und die USA verbindet eine gemeinsame Geschichte um diese Inselgruppe. Diesmal stehen jedoch beide Länder auf derselben Seite und so dient Hawaii der Weitergabe des Staffelstabes, denn die Handlung wechselt nun von Japan zur Westküste der USA.

Ob nun der von Godzilla ausgelöste Tsunami auf Hawaii oder die finale Schlacht in San Francisco – die Monsterkämpfe wirken diesmal bedrückend real. Hier trampeln weder Typen im Gummikostüm durch Miniaturstädte, noch verschonen halbfertige CGI-Monster verschreckte Kameramänner zwischen ihren Zehen. In dieser Verfilmung geht es wirklich ans Eingemachte und das bedeutet tausende Todesopfer. Der dargebotene Realismus erinnert dabei mehr an einen Katastrophenfilm als an einen Monsterschinken.

Ford überlebt die Attacke auf den Flughafen von Hawaii nur knapp, wo er in einer Einschienenbahn feststeckt. Die Mutos können nämlich zur Verteidigung elektromagnetische Impulse (EMPs) ausstoßen, die sämtliche Technik vorübergehend lahm legen. Das Militär ist damit so ziemlich machtlos.

Ford Brody, der in den US-Streitkräften als Bombenentschärfer dient, wird daher zur Westküste der USA abkommandiert und baut dort einen mechanischen Zünder in eine Atombombe ein, mit der man alle drei Urzeitmonster mit einem Streich erledigen will. Vorzugsweise auf dem offenen Ozean, aber blöderweise treffen die Viecher etwas eher in San Francisco ein. Dort crasht Godzilla erst einmal das Wahrzeichen der Stadt – die Golden Gate Brücke.

Godzilla Gate Bridge

Da die Stadt noch nicht vollkommen evakuiert ist, schickt man Ford mit einem Stoßtrupp per Fallschirm in die Kampfzone, um die Atombombe wieder zu entschärfen. Es wirkt geradezu gespenstisch, wenn die Soldaten wie gefallene Engel in die apokalyptische Szenerie eintauchen.

Fallen Soldiers

Alternativ soll die Bombe so weit wie möglich aufs Meer gebracht werden. Als sich das Gehäuse des Sprengkopfs tatsächlich nicht öffnen lässt, schnappen sich die Soldaten daher die Atombombe und bringen sie zum Hafen. Die Mutomama ist davon wenig erfreut, hat sie den Nuklearsprengkopf doch gerade erst als Hochzeitsgeschenk vom Mutomännchen überreicht bekommen. Noch weniger begeistert ist das Weibchen jedoch von der Tatsache, dass Ford ihre Brut mit der konventionellen Explosion eines Tanklasters auslöscht. Für den Stoßtrupp scheint das letzte Stündlein geschlagen zu haben.

Erst in letzter Sekunde kommt die Rettung in Form von Godzilla daher, der erst noch mit dem Mutomännchen zu kämpfen hatte. Während die Riesenechse der Mutomama sein radioaktives Plasma in den Rachen speit und ihr anschließend den Kopf abreißt, gelingt es Ford zwar nicht, die Atombombe zu entschärfen, aber zumindest bringt er sie raus aufs Meer. Okay, eigentlich würden auch aus dieser Entfernung die meisten Menschen in San Francisco innerhalb kürzester Zeit an der Strahlenkrankheit sterben und an die armen Fische denkt ebenfalls keiner. Denselben Filmfehler kennen wir aber bereits aus „Batman – The Dark Knight rises“. Da kann man nur froh sein, dass Ford bereits einen Sohn hat, denn mit weiteren Kindern wird es wohl eher nix.

Nach dem Sieg über die Mutos liegt der Retter Godzilla wie tot in den Trümmern von San Francisco, was fast schon traurig ist. Doch manchmal leben Todgeglaubte bekanntermaßen länger…

Fazit: Der neue „Godzilla“ ist mit Abstand der beste Film der Reihe. Dabei haben sich die Macher wirklich Mühe gegeben, eine Brücke vom klassischen japanischen Monsterkino zum modernen Katastrophenfilm zu ziehen. Der Streifen ist nicht gar zu abgefahren, die Bilder sind größtenteils sogar erschreckend realistisch, aber dennoch wird der Film dem Original gerecht.

Dies liegt vor allem an der Darstellung des Hauptcharakters. Schien Roland Emmerichs Godzilla eher aus dem „Jurassic Park“ ausgebrochen zu sein, hält sich Gareth Edwards Version optisch sehr nah am Original. Allerdings ist sein Godzilla mit rund 108 Metern Höhe mehr als doppelt so groß wie der erste Godzilla von 1954, der lediglich auf 50,5 Meter kam. Das Speien von blauen Nuklearstrahlen mag indes etwas unrealistisch wirken, aber auch dies ist eine Hommage an das Original. Die Fans und insbesondere die japanischen Zuschauer werden es zu schätzen wissen.

Nun hält sich Godzilla aber nicht nur optisch, sondern auch charakterlich sehr nah an einige seiner Vorgänger. Er ist alles andere als ein hirnloser Menschenfresser, sondern rettet die Menschheit letztendlich sogar. Aus diesem Grund darf er auch am Leben bleiben und sich friedlich ins Meer zurückziehen. Damit dürfte dann wohl auch möglichen Fortsetzungen der Weg geebnet sein.

Grund zur Vorfreude gibt der aktuelle „Godzilla“ auf alle Fälle. Wirklich negativ fällt eigentlich nur die enge Zusammenarbeit mit dem US-Militär auf, welchem im Abspann wieder einmal ausgiebig gedankt wird. Dabei kommen die Streitkräfte gar nicht mal gut weg, sondern wirken ziemlich machtlos. Die Charaktere sind indes zwar nicht wirklich tiefgründig, reagieren im Gegensatz zu denen aus Emmerichs Kassenflop aber zumindest natürlich und handeln aus nachvollziehbaren Motiven.

Alles in allem können sowohl die treuen Fans der alten „Godzilla“-Filme als auch das frische Publikum sehr zufrieden mit diesem Film sein. Für all die Spannung, Unterhaltung und Bildgewalt lohnt sich der Ticketkauf an der Kinokasse auf jeden Fall.

Nelson Mandela – Der lange Weg zur Freiheit

von Shinzon

Noch vor Nelson Mandelas Tod am 5. Dezember 2013 feierte am 7. September desselben Jahres die Verfilmung seiner Autobiografie Weltpremiere. Über kaum einen Politiker gibt es so viele Filme wie über den südafrikanischen Ex-Präsidenten. Darunter „Mandela“ (1996), „Endgame – Die Mandela-Verschwörung“ (2009) und „Invictus – Unbezwungen“ (2009). „Nelson Mandela – der lange Weg zur Freiheit“ ist jedoch mit Abstand die beste Verfilmung seines Lebens.

Der Film beginnt mit einem indigenen Ritual, mit welchem der am 18. Juli 1918 geborene Mandela in die Welt der Erwachsenen aufgenommen wurde. Sein Geburtsname lautete Rolihlahla, was mit „Unruhestifter“ übersetzt werden kann. Sein Vater ahnte wohl kaum, als wie treffend sich dieser Name später noch herausstellen sollte. Den britischen Namen Nelson erhielt Mandela hingegen erst mit seiner Schuleinführung.

Die Zugehörigkeit zum Königshaus der Thembu vom Volk der Xhosa bedeutete für Rolihlahla kaum Privilegien, da sein Vater Gadla Henry Mandela von der weißen Provinzregierung seines Amtes und Vermögens beraubt wurde. Dennoch begann er ein Jurastudium, welches er aufgrund seiner politischen Aktivität und späteren Haft erst 1989 erfolgreich abschließen konnte. Mit seiner Anwaltstätigkeit fährt auch der Film fort.

Ein wichtiges Kapitel ist dabei Mandelas Beitritt in den ANC (African National Congress), welcher 1912 von Vertretern der afrikanischen Mittelschicht gegründet wurde. Im selben Jahr seines Beitritts gründete Nelson Mandela (gespielt von Idris Elba) zusammen mit Walter Sisulu und Oliver Tambo die ANC-Jugendliga, da der ANC politisch nicht sehr wirkungsvoll war und zudem Misstrauen gegenüber dessen Zusammenarbeit mit der Kommunistischen Partei Südafrikas herrschte. Erst nach der Einführung der Apartheid 1948 öffnete sich Mandela in den 1950ern dem Marxismus, da dieser nicht zwischen Hautfarben unterschied.

1951 wurde Nelson Mandela zum Präsidenten der ANC Youth League gewählt und startete 1952 eine Missachtungskampagne gegen die ungerechte und rassistische Gesetzgebung, welche auf den gewaltlosen Widerstand nach dem Vorbild Ghandis setzte. Am 30. Juli desselben Jahres wurde er unter dem „Gesetz zur Unterdrückung des Kommunismus“ erstmals verhaftet und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Während die Kampagne im Film näher thematisiert wird, spielt Mandelas erste Verhaftung kaum eine Rolle, was aufgrund der Länge seines Lebens allerdings nicht weiter verwundert.

Dafür wird Nelsons Privatleben näher beleuchtet. Die Ehe mit seiner ersten streng christlichen Frau Evelyn Ntoko Mase verlief nicht sehr glücklich. Er betrog sie mit mehreren Geliebten, woraufhin Evelyn sich 1958 von ihm trennte und seine ersten zwei Söhne und zwei Töchter mitnahm. Noch im selben Jahr heiratete er Winnie Madikizela (Naomi Harris), eine Sozialarbeiterin, die seinen politischen Kurs stark unterstützte. Die Ehe mit Winnie war anfangs sehr glücklich und ihr blieb Mandela am längsten treu.

Politisch wurde Mandela 1961 vom Apartheidsregime ebenfalls zu einem Kurswechsel gezwungen. Zunächst hatte er sich auf Demonstrationen, Streiks, Boykotte und zivilen Ungehorsam beschränkt. Dieser friedliche Widerstand scheiterte jedoch und wurde von Seiten des Staates mit nackter Gewalt beantwortet. Das wird häufig von libertären sowie rechtsgerichteten Geschichtsrevisionisten vergessen, wenn diese Nelson Mandela zum Terroristen abzustempeln versuchen.

Tatsächlich stieg Mandela zum Anführer des bewaffneten Arms der ANC auf und ordnete einige Sabotageakte an, was der Film keineswegs verschweigt oder beschönigt. Ebenso zeigt die Biografie, dass von anderen ANC-Mitgliedern Anschläge auf Weiße verübt wurden. Dennoch handelte es sich um einen verzweifelten Befreiungskampf gegen ein rassistisches Terrorregime. Ebenso muss berücksichtigt werden, dass im Falle Südafrikas die Europäer die Afrikaner auf ihrem eigenen Kontinent unterdrückt haben.

Mandelas Leben im Untergrund wird im Film aus Zeitgründen nur kurz angerissen. Neben seinem Aufenthalt im Haus des Kommunisten Arthur Goldreich wird auf die Besuche in Ländern wie Großbritannien, Tansania, Ägypten, Tunesien und Marokko verzichtet. Das alles ist durchaus nachvollziehbar, da er Film bereits eine Überlänge von 140 Minuten hat. Die Rolle der CIA bei seiner Verhaftung am August 1962 wäre allerdings schon eine Erwähnung wert gewesen. Stattdessen beschränkt sich Hollywood darauf, seine unglückselige Autofahrt mit dem Kommunisten Cecil Williams zu zeigen, bei der die beiden von der Polizei gestoppt wurden.

Ab dem 7. Oktober 1963 stand Mandela zusammen mit 10 weiteren Mitangeklagten in Pretoria vor Gericht. Seine Rede vom 20. April 1964, einen Tag vor Urteilsverkündung, ist selbstverständlich im Film enthalten. Es sollte seine letzte öffentliche Rede bis 1990 bleiben. Allerdings erregte sie weltweites Interesse, sodass der Richter nicht umhin kam, die Todesstrafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe umzuwandeln. Das Apartheidsregime wollte aus Nelson Mandela schließlich keinen Märtyrer machen.

Die ersten 18 Jahre seiner Haftstrafe verbrachte der Freiheitskämpfer mit seinen Gefährten auf Robben Island vor der Küste von Kapstadt. Dort erhielt er die Gefangenennummer 46664. Dies entkräftet alle aktuell kursierenden Internetmeme, die behaupten, Nelson Mandela sei ein Satanist gewesen. Passend dazu tauchen immer wieder Fotos von Mandela auf, auf denen er mit der 46664 zu sehen ist. Zwar sind diese Fotos echt, doch werden sie immer wieder aus dem Zusammenhang gerissen. Immerhin hat sich Mandela diese Nummer nicht selbst ausgesucht. Wenn in diesem Zusammenhang überhaupt Satanisten am Werk waren, so könnten dies nur Verantwortliche des Apartheidsregimes gewesen sein.

Nelson 46664 Mandela

Die Gefängnisaufenthalte machen einen Großteil des Filmes aus und zeigen sehr eindringlich die Demütigungen, die Mandela ertragen musste, aber auch seinen Kampf gegen die miserablen Haftbedingungen. Insbesondere Robben Island war sehr hart. Nicht nur wegen den rassistischen Wärtern, sondern auch aus familiärer Sicht. Zunächst musste Mandela 1969 die Meldung verkraften, dass sein Sohn Madiba aus erster Ehe bei einem Autounfall in Johannesburg gestorben war. Seine zweite Frau Winnie geriet indes immer mehr ins Fadenkreuz der Polizei. Sie wurde immer wieder schikaniert, verhaftet und gefoltert, ohne, dass ihr Mann ihr zur Seite stehen konnte. Die zwei gemeinsamen Töchter konnte er erst sehen, als diese das jeweils 16. Lebensjahr erreichten, da Kindern der Besuch auf Robben Island nicht gestattet war.

1982 wurde Mandela in das Pollsmoor-Gefängnis in Kapstadt verlegt, wo die Haftbedingungen etwas besser waren, aber dafür im Gegenzug die Überwachung durch den Staat massiver war. Vertreter des Apartheidsregimes suchten zunehmend den Kontakt mit Rolihlahla und boten ihm sogar eine Freilassung an. Natürlich nur unter der Bedingung, dass der ANC seinen bewaffneten Kampf aufgibt. Auf diesen Deal mit dem Teufel ließ sich Mandela jedoch nicht ein und so blieb er noch bis Ende 1988 in Pollsmoor. Seine Tochter Zindziswa „Zindzi“ Mandela hielt 1985 eine Rede, in der sie die Ablehnung ihres Vaters zu diesem Angebot der Regierung öffentlich vortrug.

In der Zwischenzeit wuchs zudem eine weltweite Bewegung zur Freilassung von Nelson Mandela heran. Während Ronald Reagan den Südafrikaner als Terrorist auf die Watch-List setzen ließ und auch die britische Premierministerin Margaret Thatcher ihn als „Terroristen“ bezeichnete, fand am 11. Juli 1988 anlässlich des bevorstehenden 70. Geburtstages von Mandela im Londoner Wembley-Stadion ein Solidaritätskonzert statt, welches weltweit für Schlagzeilen sorgte. Im Film ist eine kurze Originalsequenz zu sehen, womit der Bezug zu den realen Ereignissen von damals verstärkt wird.

Die letzten Jahre seiner Haft verbrachte Nelson schließlich in einem vergleichsweise luxuriösen Einfamilienhaus. Zwar konnte er dort jederzeit seine Familie empfangen, doch es war trotzdem noch ein Gefängnis, in dem jeder Raum abgehört und videoüberwacht wurde. Nachdem 1989 Frederik de Klerk (gespielt von Gys de Villiers) zum Präsidenten gewählt wurde, bahnte sich das Ende der Apartheid an. De Klerk glaubte damals, den göttlichen Auftrag zur Veränderung des Landes zu haben und so hob er das Verbot des ANC und PAC auf. Am 11. Februar 1990 entließ er schließlich auch Nelson Mandela aus der Haft. 1993 erhielten Mandela und de Klerk gemeinsam den Friedensnobelpreis.

Während Mandelas politische Karriere nach seiner Haftentlassung steil bergauf ging, ging seine Ehe mit Winnie den Bach runter. Grund waren die unterschiedlichen Ansichten über den Fortlauf des Antiapartheidskampfes der beiden. Während Winnie weiterhin für den bewaffneten Kampf eintrat, setzte Nelson auf die Aussöhnung mit den weißen Südafrikanern. Damit wollte er den Teufelskreis der Rache brechen und eine gleichberechtigte Zukunft für alle erreichen.

1991 wurde Mandela zum Präsidenten des ANC gewählt und leitete die Verhandlungen mit der Regierung über die Beseitigung der Apartheid sowie eine neue Verfassung. 1993 einigte man sich auf freie Wahlen und eine Übergangsregierung. 1994 gewann der ANC die Wahlen mit rund 63 % der Wählerstimmen und Nelson Mandela wurde vom Parlament zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Damit endet der Film, aber nicht die Geschichtsschreibung.

Unter Nelson Mandela erlebte das Land eine kurze Blütezeit. Die Apartheid war zu Ende und ihre Verbrechen wurden von der neu geschaffenen Wahrheits- und Versöhnungskommission aufgearbeitet. Kinder unter 6 Jahren sowie Mütter und Schwangere erhielten eine kostenlose Gesundheitsfürsorge, 2 Millionen Menschen wurden ans Stromnetz angeschlossen und 3 Millionen erhielten einen Wasseranschluss. Es wurden 750.000 neue Häuser gebaut und Schritte zu einer Landreform unternommen.

Mandelas Nachfolger im Präsidentenamt wurde Thabo Mbeki, welcher die Wahlen von 1999 und 2004 gewann. 2008 musste Mbeki jedoch zurücktreten, nachdem er mit Korruptionsvorwürfen gegen Jacob Zuma gescheitert war. Zuma ist seit dem 9. Mai 2009 das Staatsoberhaupt von Südafrika, nachdem er bereits von 1999-2005 Vizepräsident war. Zudem ist er seit 2007 Vorsitzender des ANC. Die Korruptionsvorwürfe gegen ihn sind allerdings keineswegs inhaltslos und 2005 gesellte sich noch eine Anschuldigung wegen Vergewaltigung der Tochter eines früheren Genossen hinzu.

Der ANC, welcher Mitglied der sozialistischen Internationale ist, hat den Kurs Nelson Mandelas schon seit langem verlassen. Südafrika versinkt zunehmend in Korruption und Anarchie. Die Kriminalitätsrate ist extrem hoch, wobei insbesondere sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen erschreckend oft vorkommt. Letzteres ist zudem Ausdruck von Aberglauben sowie eines niedrigen Bildungsgrades, da die Vergewaltiger glauben, Sex mit einer Jungfrau würde sie immun gegen den HI-Virus machen, bzw. von selbigem heilen. Dies hat jedoch die gegenteilige Folge, dass sich HIV-Infektionen rapide ausbreiten.

Obgleich sein Lebenswerk der Korruption anheim fiel, blieb Nelson Mandela dennoch bis zu seinem Tod ein unverbesserlicher Optimist, der sein Lächeln nie verlor. Ebenso gab er es trotz der weltpolitischen Lage nie auf, sich für den Frieden zu engagieren. Insbesondere setzte er sich gegen den Irakkrieg von George W. Bush ein. Nachdem er 2011 in sein Heimatdorf Qunu zurückgekehrt war, musste Rolihlahla mehrfach stationär behandelt werden. Am 5. Dezember 2013 erlag er schließlich einer Lungenentzündung. Er hinterließ seine dritte Ehefrau Graça Machel, welche er an seinem 80. Geburtstag, dem 18. Juli 1998, geheiratet hatte.

Die Gedenkzeremonie am 10. Dezember 2013 zog Staatsoberhäupter und Prominenz aus aller Welt an. Darunter auch den kubanischen Präsident Raúl Castro, dessen Bruder Fidel Mandela stets als „Kampfgenossen“ bezeichnete. Für Staunen sorgte der Handschlag zwischen Raúl Castro und dem US-Präsidenten Barack Obama, da Kuba und die USA nach wie vor verfeindet sind.

Ohnehin wirkte Obama auf der Trauerfeier reichlich deplatziert. Zwar kann er nichts für die US-Unterstützung des Apartheidsregimes in den 1980ern, was maßgeblich die Schuld des konservativen Hardliners Ronald Reagans war. Dennoch hat auch Barack Obama einige Kriegseinsätze zu verantworten, die Nelson Mandela Zeit seines Lebens stets ablehnte. Dazu zählt auch der Sturz Muammar al-Gaddafis, um die libyschen Ölquellen unter US-Kontrolle zu bringen. Mandela fand wohl kaum Gefallen an der Ermordung seines erklärten Kampfgenossen Gaddafi sowie dem Massaker an über 50.000 unschuldigen Libyern.

Man kann wohl mit Recht behaupten, dass selten so viel geheuchelt wurde, wie auf Mandelas Trauerfeier. Zumindest Jacob Zuma erhielt dafür auch einige Buh-Rufe. Zu allem Überfluss kam es dann auch noch zu einer weiteren Panne, da der vermeintliche Gebärdendolmetscher keinerlei Ahnung von seinem Fach hatte und fortlaufend nur sinnlos vor sich hingestikulierte. Später kam heraus, dass Thamsanqa Jantjie ein Schizophreniepatient ist, der bereits wegen Mordes und anderer schwerer Verbrechen angeklagt war. Er selbst behauptete, dass er sehr wohl Gebärdendolmetscher sei, allerdings auf der Trauerfeier unter dem Einfluss von Dämonen gestanden hätte. In der Tat zeigte er auf der Bühne mehrfach den Baphomet, was die Frage aufwirft, ob sein Auftritt vielleicht doch kein unglücklicher Zufall, sondern Absicht war?

Immerhin war dieser Auftritt nicht die einzige Merkwürdigkeit auf der Trauerfeier. So sagte Mandelas Enkelin Phumla in ihrer Rede: „Du ragst über die Welt hinaus wie ein Komet, dem ein leuchtender Schweif folgt.“

Die Worte allein scheinen in keinem größeren Zusammenhang zu stehen. Dieser ergibt sich erst, wenn man den Kometen ISON in die Betrachtung einbezieht, welcher wenige Tage vor Mandelas Tod, am 28. November 2013, seinen sonnenächsten Punkt erreichte und dabei zerbrach. Nun kursieren allerhand krude Verschwörungstheorien über ISON, von denen einige behaupten, es habe sich um ein außerirdisches Raumschiff gehandelt. Solche Behauptungen sind absoluter Unfug. Bei ISON, welcher 21. September 2012 mit dem Teleskop des International Scientific Optical Network (daher der Name ISON) entdeckt wurde, handelte es sich um einen vollkommen normalen Kometen.

Allerdings gelten Kometen seit dem Altertum als Unglücksboten. Warum also brachte Phulma Mandela ihren Großvater mit einem schlechten Omen in Verbindung, zumal erst kurz zuvor ISON durch das Sonnensystem streifte? Noch seltsamer wird die Überlegung, wenn man sich das Logo der Produktions- und Filmvertriebsfirma Videovision Entertainment betrachtet, welches im englischen Originaltrailer zu „Mandela: Long walk to Freedom“ zu sehen ist. Handelt es sich hier um gleich drei Zufälle auf einem Schlag? Und wenn nicht, warum wird gleich mehrfach ein Bezug zwischen Nelson Mandela und einem Kometen hergestellt?

Videovision Komet

Fazit: Nelson Mandela war trotz aller Unkenrufe ein bedeutender Freiheitskämpfer, der maßgeblich für das Ende der Apartheid in Südafrika verantwortlich war. Obgleich seine Nachfolger viel von seinem Lebenswerk zerstört haben, hat Mandela viel Gutes bewirkt. Er war genauso wenig ein Terrorist wie Ernesto Che Guevara ein Mörder war. Diese Argumentationen stammen von Ultrakonservativen und Nazis, welche der Apartheid in Südafrika sowie dem Batista-Regime in Kuba nachtrauern.

Oft verbergen sich diese Antikommunisten und Rassisten hinter der Maske des Libertarismus. Darunter die Desinformanten von „FreiwilligFrei“, welche auf Youtube ein Video von Stefan Molyneux hochgeladen haben, in dem dieser Mandela als Terroristen verunglimpft. Molyneux’ Ansichten sollten nicht verwundern, gehört er doch zum Umfeld der rechtskonservativen Infokriegerszene und war schon des Öfteren bei dem Freimaurer Alex Jones zu Gast.

Bei seiner Hetzkampagne gegen Mandela unterschlägt Molyneux folgerichtig sowohl die Brutalität des Apartheidsregimes als auch Mandelas Politik der Versöhnung. Es ist zwar richtig, dass Mandela zwischenzeitlich für den bewaffneten Kampf eintrat, doch erst nachdem sein friedlicher Widerstand gescheitert war. Zudem war er der Erste, der den bewaffneten Kampf wieder aufgab.

Wenn Mandela seinen Peinigern vergeben konnte, so sollten auch wir Mandela vergeben. Am Ende bleibt für uns lediglich die Frage, in wie weit Mandela in die Freimaurerei involviert war? Immerhin hatte er einflussreiche Freunde, die eine weltweite Kampagne für seine Freilassung gestartet haben. Zudem waren einige seiner politischen Freunde, wie z.B. Muammar al-Gaddafi, nachweislich Freimaurer.

Obwohl eine Mitgliedschaft Mandelas bei den Freimaurern nahe liegt, konnten wir leider keinen stichhaltigen Nachweis finden. Einzig eine Mitgliedschaft im Orden des St. John kann belegt werden. Bei diesem christlichen Ambulanzorden, der mit den deutschen Johannitern vergleichbar ist, hatte Mandela den Titel eines „Ritters der Gnade“ inne. Es gibt eine Briefmarke, die ihn im Ordensgewand zeigt, wobei das entsprechende Bild in der Truther-Szene immer wieder falsch ausgelegt wird und als angeblicher Beweis für eine Mitgliedschaft Mandelas bei den Tempelrittern herhalten muss.

Mandela Order of St John

Obwohl bei einer kirchlichen Organisation wie den Johannitern ein natürlicher Zusammenhang zu den Tempelrittern besteht und der Orden des St. John auch von Freimaurern unterstützt wird, sollte an dieser Stelle nicht vorschnell geurteilt werden. Selbst ein entsprechender Eintrag in der Freimaurerwiki macht Nelson Mandela noch lange nicht zu einem schlechten Menschen. Erst recht war er kein Satanist und die missbräuchliche Auslegung seiner Häftlingsnummer in Robben Island ist geradezu widerwärtig. Die Wahrheitsbewegung sollte an dieser Stelle bei der Wahrheit bleiben und derartige Internetmeme bekämpfen. Insbesondere wenn sie der Rechtfertigung von jahrzehntelanger rassistischer Unterdrückung dienen.

Die WM 2014, Freimaurermusik und Coke

Nachdem wir bereits die Symbole der FIFA-WM in Brasilien auseinander genommen haben, lohnt sie ein weiterer Blick auf den dazugehörigen Soundtrack sowie die Coca Cola Werbung. Der US-imperialistische Konzern gehört immerhin zu den Hauptsponsoren der Fußballweltmeisterschaften.

Die Spots sind von vermeintlich „wahren Helden“ inspiriert und enden mit der Zeile „The World is ours“. Dieser Satz stammt aus dem Soundtrack zur Fußball-WM 2014 und erinnert stark an den Slogan „The World is yours“ aus dem Film „Scarface“. Nun, wir wussten ja bereits, dass die Freimaurer und die Mafia die Welt beherrschen. Dennoch ist es etwas dreist von Coca Cola, diese von Größenwahn kündende Zeile zu verwenden und damit auf die eigene globale Herrschaft über den Getränkemarkt hinzuweisen.

The World is yours

In einem portugiesischen Werbespot werden indes sogar Pyramiden versteckt.

Die Freimaurer-WM – Tod und Spiele für die Welt

von Shinzon

Die alle vier Jahre stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft ist das größte Sportereignis nach den Olympischen Spielen. Damit wird alle zwei Jahre die altrömische Strategie „Brot und Spiele“ in globalem Ausmaß betrieben. Und wie schon damals dienen solche Events auch heutzutage vor allem der Ablenkung. Selten werden so viele Steuern erhöht, Gesetze geändert und zweifelhafte Abkommen geschlossen, wie zu Zeiten großer Sportveranstaltungen. Der Verstand des Volkes schaltet sich indes fast vollkommen ab und die Menschen schwelgen in hirnlosem Partypatriotismus.

Die Gastgeberländer profitieren ebenfalls nur selten von den Ereignissen. Die Fußball-Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien haben diesen Staaten so ziemlich nichts eingebracht außer Prestige. Die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren dagegen nur vorübergehend für die Dauer der Bauarbeiten und die Saison selbst. Ganz zu schweigen davon, dass einzig die Fußballer wirklich gut entlohnt werden. Deren Bezahlung grenzt teilweise schon ans Absurde.

Auf der anderen Seite haben die Stadien sowie der Pomp rund um die WM Milliarden Dollar an Steuergeldern der Südafrikaner und Brasilianer verschlungen. Geld, was man besser in die Bildung und Sozialsysteme hätte stecken sollen. Doch der Neokolonialismus macht auch vor dem Sport nicht halt. Dieser Neokolonialismus äußert sich dabei sogar in Abscheulichkeiten wie hunderttausenden Zwangsumsiedlungen sowie Lagerhaft für unzählige Straßenkinder. Für die WM werden also massiv Menschenrechte verletzt, was sich 2022 in Katar nahtlos fortsetzen wird.

Einziger Profiteur ist dagegen die FIFA (Fédération Internationale de Football Association), welche satte Gewinne in Milliardenhöhe einfährt. Diese sind obendrein steuerfrei, da die FIFA in der Schweiz als gemeinnütziger Verein eingetragen ist, obwohl sie eigentlich als Konzern behandelt werden müsste.

Quelle

Neben dieser kapitalistischen Komponente gibt es allerdings noch einen ritualistischen Hintergrund der Fußballspiele. Dabei spielen die künstlichen Gefühle der Fans die Hauptrolle. Diese fiebern, feiern und leiden mit ihren Idolen mit, als ginge es um ihr Leben. Wenn ihre Mannschaft verliert – und bei nur einem Gewinner ist die Mehrheit zwangsläufig zum Scheitern verurteilt – empfinden die Fans echte Verzweiflung, obwohl es sich nur um ein Spiel handelt.

An kaum einem anderen Ort wird so viel kollektive emotionale Energie frei wie in einem Sportstadion. Vornehmlich negative Energie, von der die Okkultisten glauben, dass sie damit arbeiten können. Auf eine banale, materielle Weise stimmt dies sogar, wenn man sich betrachtet, wie hier die Geldbörsen der Fans gemolken werden. Im schlimmsten Fall kommt es obendrein zu Gewaltausbrüchen, wenn verfeindete Hooligan-Gruppen wie Höhlenmenschen aufeinander einprügeln. Dabei ist ihr einziger Anlass die Zugehörigkeit zu verschiedenen Fußballclubs. Wie schön sich hier das Prinzip „teile und herrsche“ beobachten lässt…

Die Spieler vollführen indessen den Tanz ums goldene Kalb, welches in Form des Pokals daher kommt. Es geht nicht um den Sport und auch nicht um den Spaß am Spielen, es geht einzig allein um den Sieg.

Tanz ums goldene Fußballkalb

Wie sehr die Spiele von Okkultisten gelenkt werden, erkennt man wie immer an den Symbolen. Zur Fußball-WM 2010 in Südafrika erkannten bereits einige Wahrheitssuchende den Horuskopf im Logo.

WM 2010 Horus

WM Horus

2014 setzte die FIFA noch einen oben drauf und präsentierte uns einen Horus nebst Logo, obgleich dieser etwas entfremdet als Papagei daher kommt. Okay, es gibt Papageien in Brasilien, doch der Horus steckt immer noch im Logo. Der Papagei enthält indes die Nationalfarben Grün, Geld und Blau. Das Grün steht nicht nur für den Regenwald, sondern auch für das portugiesische Adelshaus Braganza, während das Gelb für die Dynastie der Habsburger steht.

Quelle

FIFA Brasilien Horus

Der blaue Kreis mit den Sternen stellt zu guter Letzt den Nachthimmel über Brasilien am 15. November 1889, 8:30 Uhr, dar – der Zeitpunkt, an dem die Republik proklamiert wurde. Wahrhaftig astrologischer Aberglaube, wohin das Horusauge reicht.

Brasilien Sterne

Die FIFA, welche diesen Horus-Pokus veranstaltet, wurde übrigens 1904 in Paris (Frankreich) gegründet. Zu ihren Gründungsvätern zählt der niederländische Bankier Carl Anton Wilhelm Hirschmann (1877–1951), womit schon einmal die Brücke zur Hochfinanz gestrickt wäre. In den 1930ern zeigten einige Funktionäre der FIFA zudem große Sympathien für den Faschismus. 1934 kooperierte die FIFA sogar mit dem Mussolini-Regime und zelebrierte die WM im faschistischen Italien. FIFA könnte also genauso gut für FInanzmafia & FAschismus stehen.

Da fehlen eigentlich nur noch die Freimaurer. Wer unter den FIFA-Funktionären alles Freimaurer ist bzw. war, ist nicht bekannt, aber es ist doch angesichts der Symbolik sowie der finanziellen Dimension sehr wahrscheinlich, dass die Anzahl der Logenbrüder in der FIFA-Chefetage recht hoch ist. Gleiches gilt auch für die 1954 in Basel (Schweiz) gegründete UEFA (Union des Associations Européennes de Football), welche zur FIFA gehört. Das Logo der UEFA ist in den Farben der Freimaurer gehalten.

UEFA Logo

Ähnlich freimaurerische Symbolik findet sich bei fast allen Fußballorganisationen. Die Kombination von Blau und Rot trägt z.B. auch der bedeutende deutsche Fußballclub „FC Bayern“.

FC Blau Rot

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), welcher 1900 gegründet wurde, trägt zwar andere Farben, hat dafür aber einen Pyramidenknoten im Logo.

DFB-Logo

Diese Beispielkette ließe sich noch beliebig fortsetzen, doch die wichtigsten Organisationen sollen an dieser Stelle reichen. Kommen wir zum Fußball an sich und da lohnt sich zunächst ein Blick auf die Entstehungsgeschichte.

Ballspiele sind aus vielen antiken Kulturen bekannt. Im antiken China gab es bereits ca. 2.000 v.Z. ein fußballähnliches Spiel namens Ts’uh-chüh, welches zunächst dem militärischen Training diente und später auch im Volk populär wurde. Die Spartaner und Römer kannten ebenfalls Ballspiele, die vor allem im Militär verbreitet waren. Zu guter Letzt zelebrierten die Maya ein Ballspiel, bei dem eine Kautschukkugel in einen Steinring befördert werden musste. Das Maya-Spiel hatte einen astrologischen Hintergrund und zog stets die rituelle Opferung einer der Mannschaften nach sich. Es ist noch immer unklar, ob dieses gewaltsame Ende die Verlierer oder Gewinner ereilte und die Opferung eine Strafe oder Ehre war.

Der moderne Fußball hat seine Wurzeln in England, wo im frühen Mittelalter die Bewohner zweier Dörfer versuchten, einen Ball durch das gegnerische Stadttor zu befördern. Das Spielfeld konnte dabei mehrere Quadratkilometer betragen. In anderen Ländern wie Frankreich und Italien gab es ebenfalls Formen von Treibballspielen. Das Calcio Storico, welches seit dem 15. Jahrhundert in Florenz gespielt wurde, schien dabei eher dem American Football zu ähneln, da es bei diesem Spiel vergleichbar rüde zugegangen sein muss.

So weit war der Ballsport noch nicht das okkulte Szenario, welches er heute ist. Der Fußball, wie wir ihn heute kennen, entstand im 19 Jahrhundert in England. 1848 wurden die ersten Fußballregeln von Studenten der Universität Cambridge verfasst und 1857 folgte die Gründung des weltweit ersten Fußballvereins FC Sheffield. 1863 wurde schließlich in London der erste Fußballverband namens Football Association gegründet, welcher ein umfassendes Regelwerk veröffentlichte.

Bereits die Beteiligung von Studenten und Cricketspielern an der Entstehung des modernen Fußballs belegt, dass dieser Sport ein Werk der gehobenen Gesellschaftsschichten ist. Und für diese gehörte es im 19. Jahrhundert zum guten Ton, einer Freimaurerloge anzugehören. Es sollte daher nicht verwundern, dass die Symbole der Freimaurer überall im Fußball zu finden sind.

Beginnen wir mit dem klassischen Ball. Dieser besteht aus 12 schwarzen Pentagonen und 20 weißen Hexagonen. In diesem Ikosaeder sind also sowohl das Pentagramm und Hexagramm sowie die Farbgebung des freimaurerischen Schachbrettbodens vereinigt. Eingeführt wurde der weltweit verbreitete Klassiker 1970 bei der Fußball-WM in Mexiko. Die nach dem Satelliten Telstar benannte Bolzkugel war der erste offizielle Ball einer Fußball-WM.

Freimaurerball

Ebenso auffällig ist die Zahlensymbolik. Jede Mannschaft hat 11 Spieler – die Freimaurerzahl schlechthin, welche für den Dualitätsglauben steht. Einige mögen nun argumentieren, dass jeder Spieler seine Funktion hat. Doch die 11 findet sich noch einmal beim Elfmeterschießen wieder und spätestens hier muss wirklich jeder ins Grübeln kommen, welchen anderen Sinn diese Zahl haben könnte, als einen freimaurerischen? Hinzu kommt, dass mit beiden Mannschaften zusammen 22 Spieler auf dem Feld sind und mit dem Schiedsrichter macht das 23 Personen.

Die Rituale der Fußball-WM werden in ganz ähnliche Zahlenmystik eingefasst. So begann die WM 2010 am 11. Juni und endete am 11. Juli. 11 und 11, wie zwei Fußball-Mannschaften. Zudem ergibt die Quersumme des 11. 06. 2010 ebenfalls die 11. Die Quersumme des 11. 07. 2010 ist indes die 12 und am 12. Juni 2014 begann wiederum die diesjährige WM. Doch genug der Zahlenspielereien.

Zum Schluss wären da noch die Spieler mit ihren teils fürstlichen Gehältern in Millionenhöhe, welche in keinerlei Relation zur erbrachten Leistung stehen. Wie kann denn noch jemand ernsthaft daran glauben, einer dieser Profisportler könne derart absahnen, ohne zum Club zu gehören? Es ist dasselbe Spiel wie bei den Stars aus der Musik- und Filmindustrie.

Thiago Alcántara zeigt die Pyramide

Thiago Alcántara zeigt die Pyramide

David Alaba mit 666-Geste

David Alaba mit 666-Geste

Ronaldinho macht den Baphomet

Ronaldinho macht den Baphomet

Ronaldinho mit "Shaka"-Geste

Ronaldinho mit „Shaka“-Geste

Nach diesem Artikel werden einige Fußballfans wirklich wütend auf uns sein und versuchen, die unwiderlegbaren Fakten abzustreiten. Dies wäre jedoch ein weiterer Beleg dafür, wie wirksam die Hirnwäschemethoden der okkulten Elite sind. Der Fußballsport trägt schon regelrecht religiöse Züge und wie bei jeder Religion gibt es auch in dieser Fanatiker.

Es sei hier dennoch versichert, dass wir mit diesem Artikel niemanden persönlich angreifen und beleidigen wollen. Wir präsentieren lediglich Fakten. Wer den Sport wirklich liebt, sollte indessen selbst auf den Rasen gehen und etwas für seine Fitness tun, statt weiterhin Götzendienste zu leisten und sich von wirklich Wichtigem ablenken zu lassen. Zudem sollte niemand wegen einem albernen Spiel graue Haare oder gar einen Nervenzusammenbruch bekommen. Nicht Deutschland wird Weltmeister oder verliert, sondern die deutsche Mannschaft. Und die wird so unverschämt gut bezahlt, dass den Spielern das Ergebnis egal sein kann.

Der Freimaurerschurz – Überbleibsel der Steinmetztradition

von Shinzon

Der Freimaurerschurz (zuweilen auch Freimaurerschürze) stammt ursprünglich aus der Steinmetztradition und ist ein Symbol für die Arbeit. Bei dieser trugen die mittelalterlichen Steinmetze zum Schutz Schürzen aus Leder, die bis zu den Knöcheln reichten und eine Klappe mit Knopfloch zur Befestigung hatten. Die heutigen Freimaurerschurze sind zumeist aus Leinenstoff und reichen nicht einmal bis zum Knie.

Die Klappe wurde allerdings beibehalten, wobei ihre Stellung zuweilen als Gradabzeichen verwendet wird. Sie kann verschiedene Formen aufweisen, wobei runde Klappen eher selten sind. Meist sind die Klappen dreieckig, womit gleichzeitig eine Pyramide mit der Spitze nach unten dargestellt wird. Zuweilen wird sogar ein allsehendes Auge in diese Pyramidenform eingefügt.

Schurz Pyramide mit Auge

Die meisten Freimaurerschurze sind weiß oder haben zumindest eine weiße Grundfarbe, welche für die angeblichen ethischen Grundsätze der Freimaurerei steht. Bei den Johanneslogen kommen blaue Einfassungen hinzu, im schottischen Ritus rote Einrahmungen. Doch Vorsicht, eine rote Umrandung kann auch für den Meistergrad in einer Johannesloge stehen. Andere Farben sind eher selten und hängen von den jeweiligen Logen ab.

Schürzendreieck

Schürzen für Lehrling, Geselle & Meister

Schürzen für Lehrling, Geselle & Meister

Hinzu kommen verschiedene Verzierungen aus dem reichen Fundus der Freimaurersymbole. Darunter Winkel, Taus, Hexagramme und vieles mehr. Bei den Johanneslogen sind zudem bis zu drei Bandrosen üblich, welche die Grade Lehrling, Geselle und Meister anzeigen.

Freimaurerschürze mit Taus

Freimaurerschürze mit Taus

Mit zunehmender Dekadenz, vor allem in der Hochgradfreimaurerei, nehmen auch die Verzierungen zu. Teilweise sind die Schurze derart mit goldenen Symbolen oder aufwendigen Motiven überladen, dass sie schon albern wirken.

Freimaurerschürze

Zu guter Letzt kommen bei einigen Hochgradlogen auch satanistisch-okkulte Symbole wie das umgedrehte Pentagramm vor.

Freimaurerschürze Jachin & Boas

Quelle 1

Quelle 2

Zauberer im Freimaurerdress

Von Zauberern gibt es zwei unterschiedliche Darstellungen. Die klassische Darstellung zeigt einen älteren Herrn mit spitzem Hut, langem Mantel und langem Stab. Mit anderen Worten der Gandalf-Typ.

Gandalf

Im völligen Gegensatz dazu steht der moderne Zauberer. Dessen typische Kleidung ist mehr als offensichtlich aus der Freimaurerei entlehnt. Dazu zählen ein schwarzer Anzug, weißes Hemd, weiße Handschuhe sowie der schwarze Zylinder, aus dem meist ein weißes Kaninchen (in Anlehnung an „Alice im Wunderland“) gezogen wird. Sogar der erheblich verkleinerte Zauberstab ist in den Farben Schwarz und Weiß gehalten.

Damit wollen wir nicht behaupten, dass alle Zauberkünstler Freimaurer sind. Ihre Mode ist allerdings sehr wohl von der Freimaurerei beeinflusst.

Zauberer

Freimaurerhandschuhe – Keine Fingerabdrücke in der Loge

von Shinzon

Zur freimaurerischen Tracht gehören ein Paar weiße Handschuhe. Diese werden dem Lehrling bei der Aufnahme überreicht, zusammen mit einem zweiten Paar für die Frau seines Herzens. Es ist bekannt, dass Johann Wolfgang von Goethe sein zweites Paar Freimaurerhandschuhe seiner heimlichen Geliebten Charlotte von Stein übergab.

Der Brauch des Überreichens der Handschuhe existiert seit mindestens 1686, wobei aber ursprünglich der Neuaufgenommene die Handschuhe dem Meister überreichte. Erst später wurde der Lehrling von der Loge gekleidet. In der böhmischen Loge „Sincérite“ werden dabei sogar drei Paar Handschuhe vergeben – eines zum Zeichen der Aufnahme, ein weiteres zum ständigen Gebrauch und das dritte Paar für die Frau des Herzens.

Symbolisch stehen die Freimaurerhandschuhe für das reine Fühlen und Handeln. Es ergibt durchaus Sinn, dass die Hände des Lehrlings bei der Arbeit rein bleiben sollen. Dafür gibt es allerdings auch Arbeitshandschuhe. Diese sind wiederum für Dreckarbeit gedacht, was mit reinem Handeln wenig zu tun hat – ob nun auf der Baustelle, im Garten oder bei einem Verbrechen. Ob sich ein Freimaurer tatsächlich je die weißen Baumwollhandschuhe schmutzig gemacht hat, ist jedenfalls nicht überliefert. Mit der Arbeit ist hier wohl ausschließlich die Tempelarbeit gemeint.

Quelle

FM Handschuhe