Die größten Lügenmärchen über Flüchtlinge

Rechtsextreme Organisationen wie die NPD, Der III. Weg, die sogenannten Identitären und Pegida setzen derzeit alles daran, das Internet mit ihrer fremdenfeindlichen Propaganda zu überschütten. Es muss davon ausgegangen werden, dass sie mit ihrer Hetze sehr wohl wissentlich zum Prinzip „teile und herrsche“ beitragen. Als Chaosagenten bringen sie Europa Tod und Zerstörung, wie man insbesondere in der Ukraine sehen kann. Doch warum fallen so viele Menschen auf ihre Propaganda herein und glauben ihre Lügen? Hier hilft nur Aufklärung und daher wollen wir im Folgenden einige der größten Lügenmärchen entzaubern.

Lüge 1: „Über 90% der Flüchtlinge sind Wirtschaftsflüchtlinge“

Es gibt tatsächlich Wirtschaftsflüchtlinge, die nach Deutschland kommen, weil sie sich hier ein besseres Leben versprechen. Zum einen ist dies jedoch ein nachvollziehbarer Grund, insbesondere da das reiche Deutschland maßgeblich zur sozialen Schieflage in der Welt beiträgt. Zum anderen machen Wirtschaftsflüchtlinge nur einen geringen Prozentsatz aus. Es verhält sich eher so, dass über 90% der Flüchtlinge vor Krieg, Folter und politischer sowie ethnischer Verfolgung fliehen. Das zeigt bereits ein Blick auf die Herkunftsländer, unter denen Syrien der Spitzenreiter ist, gefolgt vom Irak, Afghanistan, Somalia, Nord- sowie Südsudan und Eritrea. Alles Länder, in denen entweder Kriege, Bürgerkriege oder grausame Diktaturen herrschen.

Verfolgung als Fluchtursache schließt aber auch vermeintlich sichere Herkunftsländer wie Ungarn, Rumänien oder die Balkanstaaten ein. Zwar können Normalbürger dort einigermaßen angstfrei leben, doch Minderheiten wie Roma sind nach wie vor Ziel von Diskriminierung und rassistischer Gewalt.

Lüge 2: „Fast alle Flüchtlinge kommen nach Deutschland“

Von 51 Millionen Flüchtlingen weltweit nimmt Deutschland lediglich 800.000 auf. Das sind gerade einmal lächerliche 1,5%. Die meisten Flüchtlinge, ca. 65%, sind Binnenflüchtlinge. Das heißt, sie verlassen ihre Heimatländer nicht. Syrien ist ein gutes Beispiel, wo Menschen aus dem umkämpften Norden in Richtung Damaskus oder in bereits befreite Städte fliehen.

Danach kommen erst einmal die unmittelbaren Nachbarländer, allen voran der Libanon. Während Deutschland durchschnittlich 2,5 Flüchtlinge pro 1.000 Einwohner aufnimmt, ist der Libanon mit 232 Asylsuchenden pro 1.000 Einwohner Spitzenreiter. Die Libanesen nehmen ihre knapp 1,4 Millionen Flüchtlinge dabei weitaus gelassener, obwohl der Libanon weitaus kleiner und ärmer als Deutschland ist und weit weniger Kapazitäten hat, die Geflüchteten menschenwürdig unterzubringen. Geradezu lächerlich scheint angesichts dessen, dass sich einige Eingeborene hierzulande schon bei einem Ausländeranteil von 1,8% (aktueller Stand in Thüringen) „überfremdet“ fühlen.

Lüge 3: „Flüchtlinge leben im Luxus, beinahe jeder hat ein Smartphone“

Wer es als Luxus erachtet, wenn sich ein Flüchtling sein Zimmer mit bis zu 8 wildfremden Leuten teilen muss oder gleich hunderte zusammen in einer Turnhalle oder in Zelten untergebracht werden, dem ist nicht mehr zu helfen. Ebenso ist es ein Mythos, dass ein Flüchtling mehr als ein deutscher Hartz-IV-Empfänger bekommt. In den ersten 15 Monaten erhalten Asylsuchende überwiegend Sachleistungen und dazu ein Taschengeld von monatlich 143 € für Alleinstehende und je 129 € für Verheiratete. Im Gegensatz zu Asylsuchenden leben eher deutsche Arbeitslose im Luxus. Die Betreffenden sollten ihren Sozialneid also lieber an Bankern und Spekulanten ablassen.

Die Sache mit den Smartphones, die unter Flüchtlingen tatsächlich weit verbreitet sind, hat indes vollkommen andere Hintergründe als Rechtspopulisten und Neonazis behaupten. Die Asylsuchenden kommen keineswegs hierher und kaufen sich erst mal das neuste Handymodell für 600 bis 800 Euro. Tatsächlich kommen sie bereits mit Smartphones hier an. Das hat, je nach Herkunftsland, zweierlei Hintergründe.

Was Syrien angeht, hatte dieses Land vor dem Bürgerkrieg einen westlichen Lebensstandard und viele Flüchtlinge gehörten einst zur Mittelschicht. In der Regel haben diese Menschen alles verloren, bis auf das wenige, was sie am Körper mit sich führen konnten. Warum das Handy zu den wichtigsten Gegenständen gehört, die man bei einer Flucht mitnehmen sollte, liegt auf der Hand. Es ist nämlich die einzige Möglichkeit, mit Verwandten und Freunden in Kontakt zu bleiben.

In Afrika ist die Situation ein wenig anders. Länder wie Somalia, Eritrea oder der inzwischen geteilte Sudan waren schon immer arm. Woher haben die Flüchtlinge von dort nun ihre vermeintlich teuren Handys? Die Antwort ist dermaßen banal, wie die Nazipropaganda vom „reichen afrikanischen Asylanten“ bescheuert ist. Bei den Smartphones handelt es sich um abgespeckte Modelle aus China, die in Afrika kostengünstig auf den Markt geworfen werden. Die Smartphones sind also verhältnismäßig billig und ersetzen sowohl das Festnetznetztelefon, was aufgrund mangelnder Telefonleitungen meist eh nutzlos wäre, als auch den Computer, den sich die meisten Afrikaner nicht leisten können.

Auch die Asylsuchenden aus Eritrea und Somalia führen das Handy mit sich, um mit ihren Angehörigen in Kontakt bleiben zu können. Dabei ist die Kommunikation per Flatrate über das Internet weitaus günstiger als teure Auslandsgespräche am Telefon. Den Asylsuchenden vorzuwerfen, der Kontakt zu ihren Familien sei Luxus, während jeder noch so arme Deutsche mit einem PC am Internet hängt, ist einfach nur unmenschlich.

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Lüge 4: „Die Massenmedien betreiben Propaganda für Asylanten“

Bei Facebook und anderen Plattformen kursieren seit einigen Monaten vermehrt angebliche Zeitungsartikel, die von Flüchtlingen berichten, die Gutes tun. Sie schenken deutschen Obdachlosen Gutscheine, finden Geldbörsen und geben diese pflichtbewusst in Fundbüros ab. Das klingt wie im Märchen und genau das ist es auch. Allerdings werden diese Märchen nicht von den verhassten Mainstream-Medien verbreitet, sondern von den rechtsextremen Propagandisten selbst.

Sie kopieren dreist Fotos aus der Presse, reißen sie aus dem Zusammenhang und versehen sie mit neuen Texten. Ziel ist die Diskreditierung der Massenmedien als Lügenpresse, denn es kann ja einfach nicht sein, dass Flüchtlinge ständig Brieftaschen finden und zurückgeben. Eine typische Operation unter falscher Flagge, aber das kennen wir ja bereits seit dem Reichstagsbrand und dem gefakten Überfall auf den Sender Gleiwitz. Dazu fällt uns nur eines ein: Lügennazi, halt die Fresse!

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Lüge 5: „Die Regierung holt immer mehr Flüchtlinge ins Land“

Es ist nun wirklich nichts Neues, dass die Bundesregierung viel Mist baut. Doch die Unterstellung, sie würde Flüchtlinge ins Land holen, ist völlig absurd. Das klingt beinahe so, als würde sie tausende Busse bereitstellen, die die Asylsuchenden direkt daheim abholen. Was für eine abenteuerliche Vorstellung!

Die Flüchtlinge kommen von ganz alleine, weil sie vor bestialischen Diktaturen oder den Säbeln des IS fliehen. Dafür ist die Bundesregierung zwar tatsächlich mitverantwortlich, jedoch nicht zum Zwecke der angeblichen „Überfremdung des eigenen Volkes“. Die wahren Gründe sind die Profitinteressen der Rüstungsindustrie, die Klötenküsserei gegenüber dem türkischen Machthaber Erdogan sowie die Zusammenarbeit mit grausamen Regimen wie in Eritrea. Darauf gehen aber weder die Rechtspopulisten von Pegida noch die Neonazis ein. In ihren Augen geht es der Regierung um einen „Austausch der Völker“.

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Das ist jedoch mitnichten so. Denn während Bundeskanzlerin Merkel in Heidenau Betroffenheit heuchelte, plant ihr Innenminister de Maizière eine erneute Verschärfung des Asylrechts. Angesichts dessen ist es geradezu grotesk, dass der braune Pöbel Merkel in Heidenau ausbuhte und mit Eiern bewarf. Die Bundesregierung ist in der Tat der beste Verbündete des rechten Mobs. Hier eine kleine Auswahl der flüchtlingsfeindlichen Maßnahmen aus Berlin:

● Weniger Asylanträge
● Verlängerung von Aufenthalten Geflüchteter in Lagern
● Verschärfung der Residenzpflicht und damit Einschränkung der Bewegungsfreiheit
● Sachleistungen statt Geld
● Einstufung mehrer Länder als sichere Herkunftsländer
● Zunehmende Abschottung Europas nach außen

Unglaublich, wie „gastfreundlich“ die Bundesregierung gegenüber Flüchtlingen ist. Angesichts dessen verwundert es schon sehr, wie unfreundlich Merkel in Heidenau empfangen wurde. Ihre warmen Worte waren ja offensichtlich nur für die fromme Wählerschaft gedacht, denn mit den Stimmen der Pegida allein reicht es nicht zum Regieren.

Die einzige Landesregierung, die sich tatsächlich für Flüchtlinge einsetzt, ist Rot-Rosa-Grün in Thüringen. Und das macht sie sympathisch, weil sie damit zu ihren Werten wie Mitgefühl, Solidarität und Menschlichkeit steht. Es ist gut, dass die Thüringer Regierung unter Bodo Ramelow den menschenfeindlichen Forderungen faschistischer Verbrecher nicht nachgibt. Direkt ekelhaft ist es dagegen, wie sich der Erfurter OB Andreas Bausewein (SPD) um die Zustimmung von Rassisten bemüht, indem er fordert, dass für Flüchtlingskinder die Schulpflicht entfallen sollte. Laut UN-Kinderrechtscharta hat jedoch jedes Kind ein recht auf Bildung, zumal die Schulpflicht die Integration fördert.

Lüge 6: „Asylanten nehmen uns die Arbeitsplätze weg“

Diese Behauptung entpuppt sich ebenfalls schnell als grober Unfug. In den ersten drei Monaten dürfen Asylbewerber überhaupt nicht arbeiten, was auch gleichzeitig die Unterstellung entkräftet, sie würden sich freiwillig in eine „soziale Hängematte“ legen. Später müssen sie sich dann erst einmal eine Arbeitserlaubnis besorgen und werden dabei einer Vorrangprüfung unterzogen. Zuerst müssen nämlich deutsche Bewerber bevorzugt werden und nach denen kommen noch die EU-Ausländer. Die NPD-Forderung „Arbeit zuerst für Deutsche“ ist also längst obsolet, weil sie bereits Gesetz ist. Welch verlogenes Pack!

Schlusswort

Abschließend liegt es uns sehr am Herzen, dass sich unsere Leser nicht von fremdenfeindlichen Parolen und Lügen aufhetzen lassen. Das Problem sind nicht die Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen. Sie sind nur das Symptom einer ungerechten Weltwirtschaft, die Kriege um Ressourcen führt, Waffen in Krisengebiete verschachert und Geschäfte mit totalitären Regimen macht. Egal ob Kurden, Syrer, Griechen, Spanier oder Deutsche – wir sind alle Opfer einer globalen Banken- und Konzernmafia.

Wer gegen Schwächere hetzt und Asylheime anzündet, dient damit dem Kapital. Wer dagegen noch einen Funken Vernunft und Menschlichkeit besitzt, hat die verdammte Pflicht, Solidarität zu üben. Unser Motto muss wieder lauten: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ Das ist nicht nur irgendeine Parole, sondern der einzige Weg, wie wir den von Kapitalisten ausgerufenen Klassenkrieg gewinnen sowie Freiheit und Wohlstand für alle Menschen sichern können.

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In Deutschland brennen wieder Asylheime

Die Anschläge auf die Asylheime in Rostock und Hoyerswerda kurz nach dem Mauerfall sind bis heute Synonym für Fremdenfeindlichkeit und prägten das Bild Ostdeutschlands als brauner Sumpf. Wirklich überwunden war der rechtsextreme Terror insbesondere in den neuen Bundesländern nie, wie spätestens nach dem Auffliegen des NSU-Terrornetzwerks jedem klar sein sollte. Gleiches gilt für fremdenfeindliche Ressentiments, die in Umfragen immer wieder Rekordwerte erreichen.

2014 konnte sich schließlich die AfD als rechtspopulistische Partei in vielen Landesparlamenten etablieren und gegen Ende des Jahres eroberte mit Pegida eine neurechte Massenbewegung die Straßen. Obwohl die größten Erfolge von AfD und Pegida im Osten der Bundesrepublik zu verzeichnen waren, zeichnete sich diesmal ein bundesweiter Trend ab.

Gleiches gilt für die aktuelle Serie von Brandanschlägen auf Asylheime. Auch wenn die AfD und Pegida hier nicht direkt die Feuer legen, fungieren sie doch als geistige Brandstifter. Sie schaffen ein gesellschaftliches Umfeld, in denen sich rechtsextreme Pyromanen durch eine breite Masse ermutigt und bestätigt fühlen. Zudem liefern sie den Nazis mit ihren Scheinargumenten die nötige Rechtfertigung.

Die Liste der Brandanschläge und Angriffe auf Asylunterkünfte wird inzwischen fast stündlich länger. Dabei ist ebenfalls ein bundesweiter Trend zu verzeichnen. Das Epizentrum scheint allerdings in Sachsen zu liegen, eben da, wo auch Pegida am erfolgreichsten ist. Es folgt eine unvollständige Liste, die wir nach besten Kräften zu aktualisieren versuchen. Angriffe auf einzelne Flüchtlinge sowie Anschläge auf Asylheime in der Schweiz und Österreich sind aus Platzgründen nicht aufgelistet.

01. 01. 2014 – Köln-Mülheim (NRW) – Brandanschlag
01. 01. 2015 – Brand-Erbisdorf (Sachsen) – Attacke mit Böllern
06. 03. 2015 – Hoyerswerda (Sachsen) – Vandalismus und Schmierereien
08. 03. 2015 – Hof (Bayern) – Hakenkreuzschmierereien
08. 03. 2015 – Malterdingen (Ba-Wü) – Steinwürfe
31. 03. 2015 – Reutlingen (Ba-Wü) – Brandanschlag
03. 04. 2015 – Tröglitz (Sachsen-Anhalt) – Brandanschlag
10. 04. 2015 – Hofheim (Hessen) – Sachbeschädigung
14. 04. 2015 – Hamburg – Brandanschlag
16. 04. 2015 – Hepberg (Bayern) – Brandanschlag
20. 04. 2015 – Berlin-Buch – Angriff auf Wachleute einer Asylunterkunft
25. 04. 2015 – Hofheim (Hessen) – Attacke mit Böllern
16. 05. 2015 – Zossen (Brandenburg) – Brandanschlag
03. 06. 2015 – Hoyerswerda (Sachsen) – Brandanschlag
13. 06. 2015 – Dresden (Sachen) – Brandanschlag
27. 06. 2015 – Berlin – Hakenkreuzschmierereien
28. 06. 2015 – Meißen (Sachen) – Brandanschlag
29. 06. 2015 – Lübeck (Schleswig-Holstein) – Brandanschlag
11. 07. 2015 – Böhlen (Sachen) – Schüsse
16. 07. 2015 – Reichertshofen (Bayern) – Brandanschlag
18. 07. 2015 – Aschaffenburg (Bayern) – Brandanschlag
18. 07. 2015 – Remchingen (Ba-Wü) – Brandanschlag
27. 07. 2015 – Freital (Sachsen) – Bombenanschlag auf das Auto eines LINKE-Politikers
31. 07. 2015 – Lunzenau (Sachsen) – Brandanschlag
14. 08. 2015 – Meißen (Sachsen) – Einbruch und Wasserschaden
15. 08. 2015 – Bockau (Sachsen) – Steinwurf
17. 08. 2015 – Torgelow (Meck-Pomm) – Beschuss mit Feuerwerkskörpern
20. 08. 2015 – Berlin-Mahrzahn – Brandanschlag
21. 08. 2015 – Neustadt (Bayern) – Brandanschlag
ab 21. 08. 2015 – Heidenau (Sachen) – andauernde Krawalle und Proteste
23. 08. 2015 – Weissach (Ba-Wü) – Brandanschlag
24./25. 08. 2015 – Nauen (Brandenburg) – Proteste und Brandanschlag
25. 08. 2015 – Parchim (Meck-Pomm) – bewaffneter Überfall
25. 08. 2015 – Döbeln (Sachsen) – Brandanschlag
25. 08. 2015 – Berlin – Bombendrohung gegen Willy-Brandt-Haus (SPD-Bundeszentrale)
26. 08. 2015 – Leipzig (Sachsen) – Brandanschlag
26. 08. 2015 – Bochum (NRW) – Schüsse
26. 08. 2015 – Berlin-Reinickendorf – Brandanschlag
27. 08. 2015 – Oschersleben (Sachsen-Anhalt) – Brandanschlag
27. 08. 2015 – Salzhemmendorf (Niedersachsen) – Brandanschlag
28. 08. 2015 – Aue (Sachsen) – Brandanschlag
03. 09. 2015 – Witten (NRW) – Brandanschlag
06. 09. 2015 – Rottenburg (Ba_Wü) – Brandanschlag
07. 09. 2015 – Rockensußra (Thüringen) – Brandanschlag
03. 10. 2015 – Bischhagen (Thüringen) – Brandanschlag
04. 10. 2015 – Friemar (Thüringen) – Brandanschlag

Die vermehrten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte scheinen in direktem Zusammenhang mit einer Google-Karte zu stehen, welche die rechtsextreme Kleinpartei Der III. Weg ins Netz gestellt hatte. Der III. Weg ist jedoch weniger eine Partei als viel mehr ein Terrornetzwerk, welches in Südthüringen seinen Anfang nahm. Seit einigen Monaten überzieht die gewaltbereite Nazigruppierung Thüringen mit Aufmärschen, bei denen stets Fahnen mit Kruckenkreuzen in den Farben der Ukraine mitgeführt werden. Offensichtlich streben die Verantwortlichen einen ähnlichen Bürgerkrieg wie in der Ukraine an, wobei es am 1. Mai 2015 bereits zu einem schweren Übergriff mit 3. Verletzten in Saalfeld kam.

Besonders gefährlich ist die Tatsache, dass es für derartigen Naziterror eine wachsende Zustimmung in der Bevölkerung gibt. Mittels perfider Propaganda wird den Massen vermitteln, die Flüchtlinge kämen wie eine Heuschreckenplage über uns, und würden Deutschland in den Ruin treiben wollen. Die dummen Mitläufer übernehmen diese Hetze vollkommen unkritisch, womit die Flüchtlinge im Massenbewusstsein zum Hauptkostenfaktor gemacht werden und nicht etwa die Banken, deren Rettung hunderte Milliarden Euro mehr gekostet hat. Statt Protesten gegen die Finanzmafia und Freihandelsabkommen gibt es nun brennende Asylheime und niemand hinterfragt diese Zustände. Ebenso fragt niemand danach, was dem Steuerzahler die Brandanschläge der Nazis kosten.

Die Fluchtursachen werden ebenfalls nicht hinterfragt. Zwar hat Angela Merkel die Buh-Rufe und Eierwürfe bei ihrem Besuch in Heidenau durchaus verdient, allerdings nicht, weil Deutschland Menschen in Not humanitäre Hilfe leistet. Die Buh-Rufe hätten eigentlich der Zustimmung zu Waffenexporten sowie der Unterstützung von Erdogans Vorgehen gegen die Kurden und den guten Beziehungen zur menschenverachtenden Diktatur in Eritrea gelten sollen. Doch kann man überhaupt noch so viel Verstand vom Durchschnittsdeutschen erwarten?

Leider scheint es so, dass einfache Feindbilder wieder Hochkonjunktur haben. An die wahren Schuldigen für soziale Missstände, Arbeitslosigkeit und Lohndumping traut sich keiner ran, also wird auf den nächst Schwächeren eingetreten. Armes Deutschland! Diese verkürzte Denkweise gibt zwangläufig Faschisten Auftrieb und könnte im schlimmsten Fall zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen, welche die Nazis dann für ideologische Säuberungen nutzen würden. Wer eine Entwicklung wie in der Ukraine unterstützt, ist ein Narr, dem offensichtlich weder etwas an einer lebenswerten Zukunft noch am eigenen Leben liegt.

Erst recht liegt dem braunen Mob nichts an Deutschlands Ruf in der Welt. Es ist den Verantwortlichen völlig egal, ob wir Deutschen wieder als wilde Barbaren ohne einen Funken Menschlichkeit wahrgenommen werden. Dank der brennenden Flüchtlingsheime müssen wir uns alle nun wieder für Deutschland schämen, zumal wir uns nach der Befreiung 1945 geschworen hatten, nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus zu dulden. Allerdings müssen wir uns nicht allein für die Zustände in unserem Land schämen, denn leider rückt ganz Europa nach Rechts. Zu ähnlichen Übergriffe kam es bereits in Österreich, der Schweiz, Italien und Griechenland.

Der folgende Bericht ist übrigens schon von 2013, aber im wahrsten Sinne des Wortes „brandaktuell“.

CDU stimmte in Eisenach NPD-Antrag zu

Bereits Mitte Juni 2015 bildete sich im thüringischen Eisenach eine schwarz-braune Allianz. Die NPD hatte einen Antrag zur Abwahl von Eisenachs Bürgermeisterin Katja Wolf (DIE LINKE) eingereicht, dem offenbar alle Mitglieder der Unionsfraktion zustimmten. Einen triftigen Grund für die beantragte Abwahl gab es nicht, es reichte den Nazis und Schwarzkitteln offenbar aus, dass Katja Wolf der Linkspartei angehört.

Dieses Bündnis gegen Demokratie ist nicht wirklich überraschend, denn einige Jahre zuvor stimmte bereits die CDU-Stadtratsfraktion in Gotha indirekt für einen Antrag der NPD. Damals wurde dieser zunächst noch öffentlich abgelehnt, aber dann mit gleichem Wortlauf von der Union erneut eingebracht. Die CDU war also schon immer schwarz-braun wie die Haselnuss.

Dennoch hat das Abstimmungsverhalten in Eisenach eine neue Dimension erreicht und das nicht nur, weil diesmal dem NPD-Antrag direkt zugestimmt wurde. Eingereicht wurde er zudem von Patrick Wieschke, einem rechtskräftig verurteilten Schläger, Bombenleger und Kinderschänder. Dass sich die CDU inzwischen ohne Gewissensbisse hinter einen pädophilen Straftäter und Terroristen stellt, ist schon ultrahart! Das war wohl auch der Grund, warum sich sogar der Thüringer CDU-Landeschef Mike Mohring von den Genossen in Eisenach distanzierte, obwohl dieser sonst jeden Angriff auf DIE LINKE begrüßt.

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Bombenleger und Kinderschänder Patrick Wieschke

Bombenleger und Kinderschänder Patrick Wieschke

Jean Pütz vergleicht Alexis Tsipras mit Adolf Hitler

Der aus Luxemburg stammende Physiker und Mathematiker Jean Pütz dürfte den meisten als Wissenschaftsjournalist und Moderator der Hobbythek bekannt sein. In seinen Sendungen schafft er es stets, physikalische Gesetze einfach und massentauglich zu erklären, wofür ihm durchaus Dank gebührt. Am 22. August 2015 trat er auf der Thüringer Landesgartenschau in Schmalkalden auf und präsentierte einige seiner Experimente. So weit so gut.

Als Pütz in einem Experiment das fatale Ergebnis der Massenpanik von der Love Parade in Duisburg 2010 anschaulich erklärte, ging er auch auf das Thema Massenpychologie ein. Da er während seiner Studienzeit nebenbei das Fach Soziologie belegte, spann er den Bogen zur Politik. Gerade in Krisenzeiten fiele es Personen wie Adolf Hitler leicht, die Massen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Bis dahin war seine Analyse durchaus noch richtig.

Pütz

Von Adolf Hitler ging er dann jedoch gleich zur aktuellen griechischen Regierung über, wobei er von den „Kommunisten“ sprach. Zum einen beweist diese Aussage, dass er absolut keine Ahnung von Politik hat. Die kommunistische Partei Griechenlands erhielt bei der letzten Wahl gerade einmal 5,47% und befindet sich in der Opposition. Die SYRIZA, die er offensichtlich meinte, ist zwar ebenfalls ein Linksbündnis, aber nicht primär kommunistisch. Zudem hat sie die Wahlen nicht mit Populismus gewonnen, sondern weil sie sich dem Diktat der Finanzmafia widersetzt.

Jean Pütz verkennt total die Ausgangslage in Griechenland, die etwas mit der Erpressungspolitik des IWF, der EZB und der Regierung Merkel zu tun hat. Dies sollte jedoch nicht weiter verwundern, da Pütz zur Bundestagswahl 2009 für das Modell Schwarz/Geld warb und die Forderung nach der Zweitstimme für die FDP unterstützte. So genial er als Physiker sein mag, so inkompetent ist er als Politiker.

Der Vergleich von Alexis Tsipras mit Adolf Hitler ist indes einfach nur ungeheuerlich und unterbietet sogar noch das nicht vorhandene Niveau eines Andreas Scheuer (CSU). Während Hitler die Demokratie mit dem Ermächtigungsgesetz sowie dem Verbot aller Konkurrenzparteien und Gewerkschaften zerschmetterte, versuchte Tsirpras mit einem Volksentscheid über weitere Spardiktate die Demokratie wiederherzustellen. Es ist darüber hinaus äußerst unwahrscheinlich, dass seine Regierung das Parlament anzünden, Polen überfallen oder Auschwitz wiedereröffnen wird. Der Vergleich von Jean Pütz ist nicht nur unangemessen, sondern gefährlicher Populismus.

Von einem intelligenten Menschen sollte man so derartiges nicht erwarten. Doch scheinbar beschränkt sich Pütz’ Intelligenz auf die Physik. Anders ist es nicht zu erklären, dass er zwar für regenerative Energien eintritt, aber dann Wahlkampf für die Union und FDP macht, welche die Energiewende nicht nur torpedieren, sondern die Interessen der Atomlobby und Ölkonzerne vertreten. Doch am Ende zählt auch für Jean Pütz nur die Kohle, wie seine Werbeauftritte für Müller Milchreis belegen.

Übrigens haben wir auf der Landesgartenschau noch etwas Interessantes entdeckt. Mehrere kleine Schaugärten auf dem Gelände sind in Form von Pentagonen angeordnet. Es dürfte klar sein, woher da der Wind weht, wobei es äußerst bedauerlich ist, wie hier die Natur in okkulte Formen gepresst wird.

Gregor Gysi über Krieg, Flüchtlinge und Griechenland

In seiner neusten Bundestagsrede kritisierte Gregor Gysi u.a. das Verhalten der Bundesregierung gegenüber der Plattform Netzpolitik, was sofort wütende Aufschreie verursachte. Betroffene Hunde bellen…

Weiterhin verurteilte er das Vorgehen des türkischen Machthabers Erdogans gegen die PKK bei gleichzeitiger Unterstützung des IS und stellte die Frage, wer denn nun eigentlich die Terroristen sind. In diesem Zusammenhang ging er außerdem auf das Flüchtlingsthema ein und forderte eine solidarische Verteilung der Kosten in Europa sowie eine Bekämpfung der Fluchtursachen.

Das zentrale Thema war jedoch erneut Griechenland. Das neue Milliardenpaket ist einmal mehr an verachtenswerte Bedingungen geknüpft, die Griechenland noch weiter in die Krise treiben werden. So soll Griechenland komplett privatisiert werden, aber die Preise bestimmen die Käufer, sodass das Geld nicht mal ansatzweise für die Schuldentilgung reichen wird. Dabei werden auch noch deutsche Wirtschaftssinteressen bedient, denn u.a. sollen die griechischen Flughäfen an Fraport gehen.

Weiterhin soll Griechenlands Souveränität nachhaltig zerschlagen werden. Der Staat soll keinerlei Kontrolle über die Banken haben und selbst die bloße Diskussion von Gesetzesvorhaben soll der Zustimmung der Troika unterliegen. Das entbehrt nicht eines gewissen Symbolwertes, denn mit dieser Forderung wird die einstige Wiege der Demokratie nunmehr zu dem ort, an dem die Demokratie beerdigt wird.

Zumindest scheinen die meisten Deutschen, mit Ausnahme der BILD-Leser, inzwischen geschnallt zu haben, dass die Griechen nichts von dem Geld haben werden. Ein Großteil fließt einmal mehr in die Schuldentilgung und in den Bankensektor. Das Perverse daran ist, dass hier Schulden mit neuen Schulden getilgt werden. Die Logik dahinter beschrieb Sahra Wagenknecht bereits vor Jahren in ihrem Buch „Freiheit statt Kapitalismus“. Getilgt werden nämlich nur die Schulden bei den privaten Gläubigern, während für die neuen Schulden die europäischen Steuerzahler haften. Bei einem Schuldenschnitt, der unweigerlich kommen wird, sind die privaten Gläubiger dann fein raus, während die Völker Europas bluten müssen. Allein Deutschland haftet mit 27%.

Hier noch von einem „Rettungsschirm“ zu reden, ist absolut zynisch. Wobei: Regenschirme schützen vor Regen, Sonnenschirme schützen vor Sonne also wovor schützen folgerichtig Rettungsschirme? In jedem Falle werden wir von Schäuble und Co. verraten und verkauft.

Terrorfürst Erdogan ebnet dem IS den Weg

Allein für diese Überschrift wären wir in der Türkei bereits verhaftet oder gleich auf offener Straße erschossen worden. Die Wahrheit ist unter dem Regime der AKP nämlich strengstens verboten. Diese verlor bei der letzten Wahl ihre absolute Mehrheit, u.a. aufgrund der kurdischen Linkspartei HDP. Letztere gewann mit 13,1% 80 Sitze im türkischen Parlament. Von der Demokratie angepisst sucht die AKP nun andere Wege, ihre Macht zu erhalten.

Doch wie geht man gegen eine demokratisch gewählte Partei vor? Dazu braucht man erst einmal einen Terroranschlag. Das hat seit dem Reichstagsbrand Tradition und zieht heutzutage auch international. Entweder inszeniert man diesen selbst oder lässt den IS die Drecksarbeit machen. Wie auch immer, die Schuld dafür schiebt man der PKK in Schuhe, mit der man eben noch Friedensverhandlungen geführt hat. Die HDP braucht man dann nur noch in die Nähe der PKK rücken und schon hat man eine Handhabe. Kurden sind ja eh alle gleich, das ist wie mit den Juden im 3 Reich.

Das Ergebnis besteht nun darin, dass reihenweise demokratisch gewählte HDP-Politiker verhaftet werden und die PKK im Norden von Syrien bombardiert wird. Ersteres ist einfach nur eklatant antidemokratisch, während Letzteres dem IS in die Hände spielt. Das AKP-Regime hatte schon in den vergangenen Jahren die Grenzen gen Syrien für islamistische Terrorkämpfer geöffnet und der Al Nusra geholfen, wo es nur geht. Nun ebnet die Türkei dem IS direkt den Weg und kämpft an seiner Seite.

Die NATO, die gerade Krieg gegen den IS führt und der die Türkei angehört, lässt Erdogan stillschweigend gewähren. Die deutsche Bundesregierung unterstützt das AKP-Regime ebenfalls ungebremst weiter und weigert sich gleichzeitig, die PKK von der Terrorliste zu streichen. Es ist dabei völlig egal, dass die PKK als einzige Fraktion ernsthaft gegen den IS kämpft, was ja die eigentlichen Terroristen sind. Würden die NATO und Deutschland tatsächlich gegen den islamistischen Terror kämpfen, müssten sie die PKK unterstützen und die Türkei aus der NATO rauswerfen.

Dummerweise ist der IS gewollt und war von Anfang an ein Konstrukt der NATO in Kooperation mit Saudi Arabien und Katar. Damals wollte man Assad loswerden, falls sich noch irgendwer daran erinnert. Die PKK ist indes zu links, während Erdogan genau nach dem Geschmack der internationalen Kriegstreiber ist. Also unterstützt der Westen weiterhin das Regime des Terrorfürsten und lässt ihm seine Endlösung der Kurdenfrage kommentarlos durchgehend. Diese Politik wird zwangsläufig in einen Bürgerkrieg münden, der möglicherweise zugunsten von Erdogan mit NATO-Hilfe geführt werden wird. Der Bürgerkrieg in der Ukraine, bei dem die NATO auch Nazis unterstützt, reicht einigen offensichtlich noch nicht. Manche Menschen wollen die Welt einfach brennen sehen.

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die PKK mit diesem Artikel in keiner Weise bewerben möchten. Es geht uns ausschließlich um die Fakten im Konflikt um Syrien, den Irak und die Türkei.

Griechenlandpaket ohne Rettung

Inzwischen ist das neue Griechenlandpaket im Bundestag beschlossen worden. Wir nennen es bewusst nicht „Rettungspaket“, denn mit dem Geld wird lediglich der IWF bedient. Die griechische Regierung wird indes erpresst, nun doch die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel zu erhöhen und gleichzeitig die Löhne und Renten zu kürzen. Dies kann nur in einer Hungerkatastrophe enden!

DIE LINKE stimmte augrund der Erpressungspolitik geschlossen gegen das Griechenlandpaket. Sahra Wagenknecht fand für den Kurs der Eisernen Kanzlerin deutliche Worte.

Auch Gregor Gysi bezog Stellung gegen die ruinöse Euro- und Europapolitik der Bundesregierung. Insbesondere ging er auf die Entdemokratisierung Griechenlands durch die Troika sowie die Zerstörung von Deutschlands Ruf in der Welt durch die Bundesregierung ein.

Die Welt im Würgegriff des IWF

Derzeit muss Griechenland Kredite an den IWF zurückzahlen. Doch was ist dieser Weltwährungsfond eigentlich und wem dient er? Kurz gesagt ist der IWF ein Kreditgeber, der auch bei instabilen Staaten einspringt, denen keine Bank einen Kredit geben würde. Die Hilfe des IWF hat natürlich ihren Preis. Im Gegenzug müssen die Staaten alles privatisieren sowie Gesetze zugunsten amerikanischer Großkonzerne erlassen. Weiterhin dürfen die Vermögenden nicht angetastet werden. Für die Rückzahlung der Kredite müssen die einfachen Arbeiter und Obdachlosen aufkommen.

Der Journalist Ernst Wolff hat ein Buch über den IWF geschrieben, dessen Inhalt er bei KenFM detailliert erläutert. Besonders bitter ist dabei, dass sich auch Nelson Mandela auf einen Pakt mit dem IWF eingelassen hat. Es gibt viele unberechtigte Vorwürfe gegen Mandela, die wir allesamt widerlegen konnten. Doch dieser eine wahre Vorwurf findet in den alternativen Medien leider kaum Beachtung. Der lange Weg zur Freiheit führte letztendlich in die Sklaverei des IWF.