Jupiter Ascending – Genetische Ausbeutung

von Shinzon

Im Bereich Science Fiction gehören die Filme der Wachowski-Geschwister zu den ungewöhnlichsten. So ist „Matrix“, trotz Freimaurersymbolik, geradezu legendär. „Cloud Atlas“ beschäftigte sich indes mit dem Thema der Reinkarnation auf mehreren Erzählebenen. Mit „Jupiter Ascending“ wagen sich Andy und Lana nun in den Weltraum und präsentieren eine Alienwelt, welche sich direkt am Entführungsphänomen orientiert.

Die Handlung dreht sich um Jupiter Jones (Mila Kunis), Tochter eines britischen Astrophysikers und einer russischen Mathematikerin aus St. Petersburg. Mit römischer Mythologie scheinen sich ihre Eltern allerdings nicht auszukennen, denn Jupiter ist eigentlich ein männlicher Name. Es handelt sich genau genommen um den römischen Hauptgott, welcher dem griechischen Zeus entspricht.

Ihren Vater Maximilian (James D’Arcy) lernt Jupiter nicht kennen, denn er wird vor ihrer Geburt bei einem Raubüberfall ermordet. An der Wand hängt in dieser Szene ein Plakat mit einem allsehenden Auge sowie den Zahlen 3 und 6. Die „3“ ist zwar eigentlich ein russisches „Z“, aber da es sich um einen amerikanischen Film handelt, könnte die Zahlensymbolik durchaus beabsichtigt sein. In jedem Falle wären da aber noch das Auge und die 6.

01 Kinoplakat

Die schwangere Mutter Aleksa (Maria Doyle Kennedy) flieht in die USA, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ganz so, als gäbe es dort kein Verbrechen. Die Überfahrt sowie Jupiters Geburt finden im Licht des Vollmondes statt. Geboren wird die Kleine im Tierkreiszeichen des Löwen, einem königlichen Tier, welches ihren späteren Herrschaftsanspruch unterstreicht. Um die Astrologie mit etwas Zahlenmystik abzurunden, steigt der Jupiter zudem bei 23° im Aszendenten auf.

02 Vollmondfahrt

Laut ihrer Tante ist Jupiter zu Großem bestimmt, aber Jahre später putzt sie zusammen mit ihr die Klos reicher Säcke. Wer Erfolg haben will, muss halt zum Club gehören. Dann kann man sich auch Schachbrettmuster auf dem Scheißhaus leisten.

03 Schachbrettscheißhaus

Ortwechsel. Auf einer hübschen Welt namens Salinta irgendwo in der Milchstraße wurde gerade eine komplette Spezies ausgelöscht. Einige Humanoide vom Herrschergeschlecht der Abrasax schreiten durch die leeren Straßen und bezeichnen den Vorgang als „Ernte“. Damit ist der blaue Sand gemeint, welcher die Überreste der Einwohner dieser Welt darstellt. Das Gespräch der dekadenten Invasoren nimmt einen unangenehmen Verlauf, denn der Erde, die sich im Besitz von Lord Balem (Eddie Redmayne) befindet, könnte bald ein ähnliches Schicksal blühen.

05 Salinta_3

06 Salinta_4

Zurück auf dem blauen Planeten beginnt für Jupiter ein neuer Arbeitstag. Sie erwacht unter dem Regenbogen eines Pink Floyd-Posters. Pink Floyd bieten sich immer an, wenn Regisseure eine Pyramide mit Regenbogen in eine Szene einbauen wollen.

07 Pink Floyd

Jupiter putzt weiter die Häuser von Millionären und betont jeden Tag aufs Neue, wie sehr sie ihr eintöniges Leben hasst. Doch das soll sich schon bald ändern. Die Aliens sind bereits in der Stadt und verfolgen einen der ihren. Die Truppe könnte direkt von einem Gothic-Festival kommen, wobei Cyberpunks und Cyborgs ohnehin zu cool sind, um von dieser Welt zu sein. Aber mal im Ernst, die Wachowskis bedienen sich schon stark bei der schwarzen Szene und bei Star Trek.

08 Cybergothgirl

09 Cyborg

Um die Erde entbrennt indes ein Interessenkonflikt zwischen den drei Geschwistern des Hauses Abrasax. Lord Balem reist daher unverzüglich zu seinem vorgelagerten Außenposten, welcher sich im roten Fleck des Jupiters verbirgt. Ein Sturm scheint zwar nicht der geeignete Ort für eine Basis zu sein, aber zumindest sind die Bilder beeindruckend.

10 Jupiterstation

Balems Adjutant Chicanery Night (Edward Hogg) ist eine Kreuzung zwischen Mensch und Ratte, was durchaus seinem Charakter gerecht wird. Die humanoiden Außerirdischen sind ausgezeichnete Genetiker, die so ziemlich alles mit allem kreuzen. Die meisten Aliens sind daher keine eigenständigen Spezies mit einer Heimatwelt, sondern künstlich gezüchteter Gensalat.

11 Rattenmann

12 Genexperiment

13 Schildkrötenmann

14 Elefantenmann

Dennoch ist die Galaxie auch mit anderen Spezies als den Humanoiden und ihren Schöpfungen bevölkert. Eine wichtige Rolle spielen u.a. die Reptiloiden, deren geflügelte Darstellung durchaus realistisch ist. Tatsächlich soll die Herrscherkaste der Draco Flügel besitzen und damit für die antiken Legenden über Drachen verantwortlich sein. Allerdings dürfte es den Tatsachen widersprechen, dass die Draco hier als Dienerrasse der Humanoiden auftreten.

15 Drei Alienrassen

17 Reptiloide_2

Eine weitere Spezies von zentraler Bedeutung sind die Grey. Bei einer Freundin wird Jupiter Zeugin, wie diese von kleinen Grauen paralysiert und untersucht wird. Die Wesen besitzen die Gabe, sich unsichtbar zu machen, was im Film als Tarntechnologie dargestellt wird. In der Realität wird dagegen oft ein mentaler Mimikry-Effekt beschrieben.

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Das ist jedoch keinesfalls die einzige Abweichung. Zum einen bemerken die Aliens Jupiters Anwesenheit erst, nachdem ihr Handy klingelt. Da diese Spezies in der Realität telepathisch ist, hätten sie jede andere Person sofort bemerkt und gleich mit paralysiert. Zum anderen weicht ihre Physiologie erheblich von den realen Vorbildern ab. Die schwarzen Augen sind zu klein, die Münder haben Hasenscharten und sind mit spitzen Zähnen gespickt und die doppelten Ohren sind ebenso Mumpitz wie die nach hinten geknickten Kniegelenke.

20 Grey Fiesling

21 Grey Fieslinge

Die Wachowski-Geschwister und ihre Designabteilung haben sich offensichtlich von realen Entführungsberichten inspirieren lassen und diese dann mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt. Die Glaubwürdigkeit scheint dabei keine Rolle zu spielen, denn während die Grey einerseits Jupiters Erinnerungen an das Ereignis löschen, vergessen sie andererseits das Handyfoto, welches sie gemacht hat. Wie können Wesen mit solch großen Köpfen nur so unverschämt blöde sein?

22 Handyfoto

In einer Klinik für Eispenden begegnet Jupiter den Grey unverhofft wieder, die ihr eine DNA-Probe entnehmen und sie daraufhin töten wollen. Welch ungeheurer Zufall, dass sie den Aliens gleich am nächsten Tag nichts ahnend ins Netz geht. Und warum zum Henker betreiben die Grey, welche sich hier eines weiteren Mimikry-Effekts bedienen, eigentlich eine gynäkologische Praxis? Etwa in der Hoffnung, dass von Milliarden Menschen auf diesem Planeten irgendwann einmal ausgerechnet Jupiter hineinspaziert?

23 Doctor Grey

Im letzten Moment wird selbige von einem anderen Außerirdischen gerettet, der sich zuvor schon eine Schlacht mit den Cyberpunks geliefert hat. Caine (Channing Tatum) ist nicht etwa ein Vulkanier, wie die spitzen Ohren vermuten lassen, sondern eine Lykantant. Seine Gene wurden mit denen eines Wolfs gespliced, was ihn zu einer Art Werwolf aus dem Reagenzglas macht.

24 Werwolfspock

Caine erklärt Jupiter, dass die Menschen nicht allein im Universum sind und sie mit ihm mitgehen muss, da die anderen Aliens sie töten wollen. Als die beiden gerade in sein Raumschiff schweben, wird dieses auch schon angegriffen und zerstört. Solche UFO-Sichtungen sind nebenbei bemerkt bereits seit dem Mittelalter bekannt.

25 Gar nicht auffällig

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gibt es erst einmal etwas Schleichwerbung.

26 Schleichwerbung

Außerdem wird bei der Schießerei halb Chicago in Schutt und Asche gelegt. Interessanterweise war Chicago bereits in den „Transformers“-Filmen Angriffsziel von Außerirdischen. Wird hier wieder einmal Predictive Programming betrieben?

27 Chicago Ritual

Alien Hotline

Im Gegensatz zu „Transformers 4“ wird sich in „Jupiter Ascending“ allerdings niemand mehr an das Ereignis erinnern. Die Stadt wird innerhalb nur weniger Stunden wieder aufgebaut und das Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Typische „Men in Black“-Methode, aber in diesem Fall ist das wenig glaubwürdig. Zum einen muss es hunderte Tote und tausende Zeugen gegeben haben. So etwas lässt sich schlecht wegdiskutieren. Selbst mit gelöschtem Gedächtnis würde jemand die Opfer vermissen und selbst wenn alle Überwachungsvideos und Satellitenaufzeichnungen gelöscht wären, so würde doch genau dieser Blackout auffallen.

Überhaupt wird hier so getan, als ließen die Außerirdischen die Menschheit in absoluter Unwissenheit. Das stimmt so nicht. Einerseits gab es in der Realität schon genügend Massensichtungen von UFOs und andererseits werden hier die Kontakte der Grey und Co. zum militärisch-industriellen Komplex der USA völlig außer Acht gelassen.

Doch zurück zur Handlung. Caine flieht per Auto mit Jupiter raus aufs Land. Unterwegs eröffnet er ihr, dass er von Titus Abrasax (Douglas Booth) geschickt wurde, doch er gedenkt nicht, Jupiter an ihn auszuliefern. Stattdessen fährt er zu seinem alten Weggefährten Stinger (Sean Bean), dessen Haus ein verdammter freimaurerischer Bienenstock ist.

28 Bienenbude

Jupiter erkennt, dass sie die Bienen kontrollieren kann, woraufhin sie alle nur noch mit „Eure Majestät“ anreden. Und plötzlich ist sie Beeouncy.

29 Bienenkönigin

Über Caine und Stinger gibt es ebenfalls noch einige Details zu erfahren. Beide waren Skyjacker beim Militär und hatten einst Flügel, die man ihnen gestutzt hat. Offensichtlicher hätte man nun wirklich nicht darstellen können, dass es sich bei diesen Außerirdischen um gefallene Engel handelt. Nun ergibt plötzlich auch der Name Caine einen Sinn, handelt es sich doch um eine Abwandlung des biblischen Kain. Dieser war zwar kein Engel, sondern Adams Sohn, aber zweifellos handelte es sich um einen Sünder. Und wie Kain hat auch Caine jemanden umgebracht. Die Narben auf seinem Rücken stellen damit eine Art Kainsmal dar.

30 Gestutzte Flügel

Die beiden Gefallenen stehen selbstverständlich im Dienste der Pyramide.

31 Orange Pyramide

Während sie über Jupiters königliches Blut philosophieren, bekommt diese einen Anruf von ihrem stumpfsinnigen Cousin Vladie (Kick Gurry). Der hat ihren Verdienst für einen HD-TV ausgegeben und wollte nur ein wenig prahlen. Obwohl sie allein königliches Blut hat, trägt im Hause Jones Vladie die Krone. Allerdings nicht auf dem Kopf, sondern an den Fußsohlen. Möglicherweise ist diese Ironie absichtlich, denn immerhin trampelt er auf ihrer Hoheit herum.

32 Fußkrone

Nach dieser Unterbrechung klärt Stinger Jupiter über die wahre Geschichte der Menschheit auf. Diese stammt nicht etwa von der Erde, sondern von einem weit entfernten System. Die Urmenschheit entdeckte die Erde vor etwa einer Milliarde Jahre während der großen Expansion. Das wäre also noch vor dem Kambrium, in dem sich die ersten komplexeren Lebensformen entwickelten. Im Ediacarium fand gerade einmal der Sprung von den Einzellern zu den ersten Mehrzellern statt, womit der Film impliziert, dass das gesamte irdische Leben gentechnisch erschaffen wurde. Das treibt die Panspermie-Theorie etwas zu arg auf die Spitze.

Es wird aber noch abstruser, denn die Erde, die vor einer Milliarde Jahre noch keine für Menschen atembare Atmosphäre hatte, soll damals von einer Spezies namens Saurosapiens bewohnt worden sein. Intelligente Saurier hin oder her, deren Ära begann erst rund 750 Millionen Jahre später. „Jupiter Ascending“ schießt hier weit übers Ziel hinaus und gleitet ins Absurde ab.

Stinger erklärt weiter, dass die Erde seit 100.000 Jahren von Abrasax Industries zur Aussaat benutzt wird. Hier wird der Versuch unternommen, den genetischen Flaschenhals zu erklären, der jedoch in die Zeit vor rund 200.000 Jahren fällt. Im Vergleich liegt „Battlestar Galactica“ hier weitaus näher an der Wahrheit und nur um knapp 50.000 Jahre daneben.

Das Ziel hinter der Aussaat ist gruselig, denn es soll eine möglichst große Population herangezüchtet werden. Sobald diese die Tragfähigkeiten des Planeten übersteigt, wird die Menschheit abgeerntet wie Getreide. Wenn es aber darum geht, möglichst viel genetisches Material zu sammeln, machen all die Kriege und Umweltgifte überhaupt keinen Sinn. Oder soll hier unterstellt werden, dass uns die Elite mit ihrer Menschenschlächterei vor der Ausrottung bewahren will? Dient unsere Vergiftung unserem Schutz? Da könnten die Wachowskis der Menschheit auch gleich Zyanid als Krebsheilmittel anpreisen!

Bevor Stinger mit seinen Ausführungen fortfahren kann, wird der Bienenstock attackiert. Die Angreifer kommen aus dem Maisfeld und Locutus von Borg demonstriert sogleich, wie man einen Kornkreis ins Feld ballert.

33 Kornkreiskanone

Auch das startende Raumschiff der Cyberpunkerin hinterlässt einen Abdruck im Feld. Ein echter Klassiker!

34 Kornkreise

Während Jupiter entführt wird, plant Balem auf dem Planeten Jupiter eine frühzeitige Ernte, um etwaigen Ansprüchen seiner Verwandtschaft zuvor zu kommen. Dafür lässt er schon mal ein paar Stichproben nehmen, womit hier wieder mal das Entführungsthema aufgegriffen wird.

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Jupiter wird indes nach Naboo gebracht. Zumindest sieht die Architektur ganz nach „Star Wars“ aus. Wie Caine die Reise durch den Weltraum an der Außenseite des Schiffes überlebt hat, bleibt indes erklärungsbedürftig.

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Die Kidnapper werden indes von Kalique Abrasax’ Adjutanten Malidictes begrüßt, der eine Kreuzung aus Eule und Mensch darstellt. Irrwitzigerweise gibt es in Großbritannien den Mythos des Eulenmannes, welcher dem amerikanischen Mottenmann entspricht. Ob die Wachowskis sich diesen Mythos zum Vorbild genommen haben oder einfach nur den Illuminaten ihre Aufwartung machen wollten, ist unbekannt.

41 Eulenmann

Jupiter wird überraschenderweise als Gast behandelt. Am Abend holt Kalique (Tuppence Middleton) sie ab und offenbart ihr, dass Jupiter die Reinkarnation ihrer Mutter ist. Warum die Reinkarnation nur in einen Körper mit identischen Genen erfolgen kann, bleibt ebenso erklärungsbedürftig, wie die Frage, warum Jupiter gerade diese Gene aufweist? Auf jeden Fall bringt sie das Mächteverhältnis durch ihr Auftauchen ins Wanken und das wissen die drei Geschwister für sich zu nutzen.

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Denen geht es nämlich nicht zufällig um die Ressource Mensch. Sie konsumieren menschliche Gene, womit sie annähernde Unsterblichkeit erreichen. Alle Familienmitglieder sind zehntausende von Jahren alt. Jupiter fragt völlig zu recht, ob sie eine Art Vampirrasse sind. Ja, es geht hier um Vampirismus im großen Stil. Kalique gibt sogar zu, dass ihr Geschlecht der Ursprung solcher Mythen ist. Um dies zu verdeutlichen, steigt Kalique in ein Becken, aus dem sie erheblich verjüngt wieder heraus kommt. Wenn man weiß, dass für dieses Bad Menschen gestorben sind, entpuppt sich dies als direkte Anspielung auf die Blutbäder der Gräfin Bathory.

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Spätestens an dieser Stelle dürfte Jupiter dämmern, wozu die Menschheit auf der Erde bestimmt ist. Zumal Kalique ihr sagt, dass die Erde nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Industrie ist. Damit wären also alle selbstherrlichen Phantastereien der Erdlinge vom Tisch, von wegen Krone der Schöpfung und Mittelpunkt des Universums. Aber wer das im 21. Jahrhundert noch glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nachdem Kalique die Reinkarnation ihrer Mutter mit diesen Fakten vertraut gemacht hat, kommt sie gleich zum Geschäft. Ihre Mutter hat nämlich, neben ihrem ältesten Sohn Balem, sich selbst ins Testament gesetzt. Im Klartext heißt das, dass Jupiter Anspruch auf die Erde erheben kann, was erklärt, warum Balem sie tot sehen will, während Kalique sie entführen lassen hat, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Bevor das Geschäft in Sack und Tüten ist, taucht die Aegis auf, eine Art intergalaktische Polizei, welche Caine alarmiert hat. Mit dem Aegis-Schiff geht es zur Halle der Titel, was Kalique nur Recht sein kann. Dort bekommt Jupiter nämlich ihren Erbtitel und damit den Anspruch auf die Erde. Die Flugzeit vertreibt sich die Neureiche mit einem kleinen Flirt, doch Caine erachtet sich selbst als ihrer unwürdig. Dabei liebt sie doch Hunde…

Die Halle der Titel liegt auf einer Raumstation, welche einen gesamten Planeten umspannt. Selbst Kuat hat nur eine solche Ringstation, womit hier mal wieder absolut übertrieben wird.

47 Kuat x 2

Übrigens gibt es in dieser Szene einen kleinen Insider-Gag. Hinter dem Kern der Halle der Titel ist auf der rechten Seite die Ringstation aus „2001: Odyssey im Weltraum“ zu sehen. Das passt insofern, da die Verfilmung von „2001“ ebenfalls im Umfeld des Planeten Jupiter spielt.

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Innen sieht die Station weit weniger beeindruckend aus, sondern wie ein überfülltes Amt auf der Erde. Es gibt in dieser modernen Welt sogar noch stapelweise Papierakten. Obendrein sind die Antragsverfahren hoch kompliziert und so wird Jupiter von einer Stelle zur anderen geschickt. Genau wie auf der Erde. Sogar Bestechungen sind normal.

49 Amt

Modern sind hier nur die Beamten, die eine Art cybernetischen Android darstellen sollen.

50 Android

Da Jupiter bald zu den mächtigsten Personen in der Galaxie gehört, ist hier schon mal die 33 zu sehen.
51 Sub 33

Ihre ID bekommt Jupiter schließlich in einem heruntergekommen Büro direkt in die Haut geprägt. Das ist fast noch moderner als ein RFID-Chip. Ihr Fazit nach dem ganzen Theater: Sie beschwert sich nie wieder über die Zulassungsstelle.

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Nachdem Caine Jupiter offenbart hat, dass er und Stinger ihr helfen, um wieder zurück in die Legion zu kommen, offenbart ihm sein Partner, dass er immer noch für Titus arbeitet. Titus ist der dritte Abrasax, der Interesse an der Erde hat und er lässt Jupiter entführen, um sich die Erde per Ehevertrag anzueignen. Das klingt zunächst nach einem Leben voller Prunk, denn sein Raumschiff stellt mit all den überlebensgroßen Statuen und Kronleuchtern den Gipfel der Dekadenz dar.

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Während Caine ins Verließ gesteckt wird, klärt Titus Jupiter noch einmal über die Ernte auf. Er redet dabei Klartext und gibt an, dass jede Einheit des Jungbrunnenmittels aus 100 Menschen gewonnen wird. In der Frachtkammer lagern demnach Millionen ermordeter Menschen. Die Erde bezeichnet er als eine Farm von tausenden. Erst jetzt kapiert Jupiter das gesamte Ausmaß der intergalaktischen Beauty-Industrie und ihr wird klar, in welcher Gefahr sich die Erde befindet.

57 Leichenlager

Titus eröffnet ihr, dass seine Mutter zum Ende ihres Lebens dieselben ethischen Einwände entwickelte und selbstverständlich war das der Grund für ihre Ermordung. Er heuchelt Jupiter vor, dass er das Lebenswerk seiner Mutter fortsetzen will. Es dürfte wohl klar sein, dass dies nicht der wahre Grund ist, warum er Jupiter einen Heiratsantrag macht, was streng genommen auf Inzest hinausläuft.

Welch ein Lügner er ist, erzählt er lediglich Caine, bevor er diesen aus der nächsten Luftschleuse schmeißt. Wieder einmal ist es erstaunlich, wie lange der Lykaner das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraums überlebt, bevor er sich in einen Schutzanzug retten kann. Der Raumanzug ist im Übrigen mit zahlreichen Hexagonen geschmückt.

58 Ausgesetzt

Auf der Erde bekommt Jupiters Familie unterdessen unverhofften Reptiloidenbesuch. Das ist wohl der Alptraum schlechthin, hat in dem Fall aber einen gezielten Hintergrund. Die Familie wird als Druckmittel in Geiselhaft genommen.

59 Repto Attack

Caine wird inzwischen von der Aegis gerettet und zusammen mit Stinger verhindert er die Inzesthochzeit des Motherfuckers Titus. Diese findet in einer kolossalen Kapelle in den Farben der Venus statt. Fast alles erstrahlt in hellem weiß, nur Titus selbst trägt die Farbe des Teufels. Statt der Lady in Rot gibt es hier mal einen „Homme Fatale“. Schade, dass Jupiter Caines Angebot ablehnt, den Bastard zu erschießen.

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Wieder zurück trifft ihre königliche Hoheit nicht etwa auf ihre Familie, sondern auf Mr. Night und Mr. Repto. Night bietet ihr ihre Familie im Austausch gegen die Erde an, was ein ziemlich mieser Deal ist. Dennoch willigt sie ein, sich mit Balem persönlich auf Jupiter zu treffen. Wie zu erwarten schnappt dort die Falle zu und Balem lässt den Energiefeldtunnel schließen, bevor der Aegis-Kreuzer die sichere Basis erreicht. Nur mit Not gelingt es der Besatzung, das Schiff aus dem Sturm des Jupiter zu retten.

Der Vortexgenerator erinnert übrigens an das Himmelstor in „R.I.P.D.“. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Hexagramm.

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Hexagontunnel

Balem hat Jupiter nichts wirklich Neues zu erzählen. Er bringt ihr und den Menschen auf der Erde nichts als Verachtung entgegen. Er bezeichnet die Menschheit als Rohstoff, der nur darauf wartet, in Gewinn verwandelt zu werden. Letztendlich geht es ausschließlich um Profit. Die Gesellschaft sieht er als Pyramide, in der manche Leben bedeutender sind als andere. Er ist also nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Freimaurer.

Balem ist der skrupelloseste und widerwärtigste der drei Abrasax-Geschwister. Er versteckt sich nicht erst hinter schönen Worten, sondern kommt gleich zur Sache. Entweder tritt Jupiter ihren Anspruch auf die Erde an ihn ab, oder er schlachtet ihre Familie vor ihren Augen. Die Erbin steht kurz davor, vor ihm einzuknicken, bricht die Transaktion jedoch im letzten Moment ab.

Caine stürzt sich indes mit einem wagemutigen Manöver auf den Jupiter zurück und durchbricht die Kuppel der Basis. Das hat zur Folge, dass der ganze Laden zum Teufel geht. Mitten im Inferno muss sich Jupiter allerdings noch mit Balem herumschlagen und kann erst mal nicht mit Caines Hilfe rechnen. Der hat nämlich eine Prügelei mit dem Reptoboss am laufen.

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Nachdem die Echse erledigt ist, bringt Caine erst mal Jupiters Familie in Sicherheit, bis er schließlich sie in letzter Sekunde rettet. Jupiter hat zwischenzeitlich mit Balem zu tun gehabt, bis dieser in die Tiefe gestürzt ist. Wäre der Muttermörder auch nur halbwegs vernünftig gewesen, hätte er seine Haut gerettet, statt sein Leben für einen missglückten Mord zu riskieren. Aber so funktioniert Dramatik.

Diese wird bis zum bitteren Ende ausgereizt, denn Caine und Jupiter erreichen das Aegis-Schiff in allerletzter Mikrosekunde und werden vom Hyperraumsprung mitgerissen. Im Erdorbit dürfen sie dann noch ein wenig Händchen halten, bevor sie an Bord geholt werden.

67 Romantischer Ausblick

Das Ende ist schließlich vollends beknackt. Von allen Optionen, die Jupiter nun offen stehen, entscheidet sie sich dafür, weiterhin zusammen mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Ihr gehört der ganze verdammte Planet und sie putzt weiter Klos von reichen Säcken! Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar.

68 Echt jetzt

Okay, sie ist nicht der egozentrische Typ, der über alles herrschen will. Es ist durchaus zu begrüßen, dass sie Rücksicht auf die Menschheit nimmt und sich nicht zur Königin der Welt erklärt. Sie hat halt einen guten Charakter. Aber wieso erlaubt sie es anderen egozentrischen Unmenschen, über ihren Planeten zu herrschen und die Erde weiterhin mit Krieg, Terror, Ausbeutung und Umweltgiften zu überziehen? Es wäre doch das Mindeste gewesen, der Menschheit über die Wahrheit des Universums aufzuklären und ihr eine Alternative zum Kapitalismus anzubieten, dem die Menschheit sonst zwangsläufig auf die eine oder andere Weise zum Opfer fallen wird. Entweder indem sie von Aliens abgeerntet wird oder sich selbst für den größtmöglichen Profit vernichtet.

Das Einzige, was sie jedoch von ihrem Ausflug mitnimmt, ist eine Liebesbeziehung zu einem Werwolf und ein paar Antigravitationsstiefel. Caine hat indes seine Flügel zurückbekommen. Jedoch handelt es sich nicht um weiße Engelsschwingen, sondern um die schwarzen Federn eines gefallenen Engels.

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Fazit: „Jupiter Ascending“ ist in erster Linie optisch eindrucksvoll. Der Film hat einige wirklich herausragende Bilder. Die Handlung ist jedoch sehr konstruiert und voller Logiklücken. Die übertriebene Action mit all den physikalischen Unmöglichkeiten setzt dem ganzen die Krone auf.

Zumindest einige Aspekte der außerirdischen Agenda sind allerdings durchaus interessant. Die Beziehung der Grey, Reptos und Humanoiden untereinander mag zwar nicht ganz der Realität entsprechen, aber immerhin werden sie überhaupt thematisiert. Die Verstrickung der Grey in die Manipulation der menschlichen Genetik kommt der Wahrheit dabei durchaus nahe, obgleich die Motive in der realen Welt andere sein dürften. Eingeweihte sowie Betroffene des Entführungsphänomens können mit den Andeutungen sicherlich etwas anfangen, aber für die breite Masse kommt „Jupiter Ascending“ eher Desinformation gleich. Wie heißt es so schön: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“

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Illuminati Naschwerk

Ein Weihnachten ohne Schokolade wäre kaum denkbar. Der Klassiker schlechthin sind Schokoladenweihnachtsmänner, gefolgt von Kugeln und Zapfen. Völlig aus dem Rahmen fällt dagegen die Eulenkollektion, welche Lindt 2015 auf den Markt gebracht hat. Die Eule der Minerva hat mit Weihnachten in etwa so viel zu tun wie Adam Weishaupt mit Ostern. Der Zeitpunkt ist ebenfalls ungewöhnlich. Ist dies das letzte Weihnachten vor dem Anbruch der neuen Weltordnung?

Eulen Lindt

Vielleicht wären die Weihnachtseulen nicht so verdächtig, wenn Lindt mit diesem Trend allein wäre. Doch es gibt schon seit einigen Jahren einen regelrechten Eulen-Hype. Während Lindt den Bereich Schokolade abdeckt, liefert Haribo die passenden Eulengummitierchen.

Eulen Haribo

Wer die langen Winterabende mit einem guten Film verbringt, greift gerne mal zur Knabberbox. Doch was ist das? Einige Hersteller der beliebten Knabberboxen haben die Schnecken vor einigen Jahren durch Eulen ausgetauscht.

Eulencracker

Sogar Alnatura ist auf den Illumiantenzug aufgesprungen. Knabbereulen aus artgerechter Haltung.

Eulen Alnatura

Fehlt nur noch das passende Getränk dazu. Wie wäre es mit einem Eulenkaffee?

Eulenkaffee

Blaue Strahlen greifen an!

Die Liste der Invasionsfilme und -serien ist lang und kann hier nachgelesen werden. In einigen Filmen gibt es dabei direkte Anspielungen auf das Blue Beam Project. Bei den folgenden Beispielen stehen immer wieder blaue Strahlen im Vordergrund.

Das beste Beispiel ist „Titan A.E.“ aus dem Jahr 2000, in dem die Menschheit nahezu von Drej ausgerottet wird – einer Spezies, die aus blauer Energie besteht.

Titan AE Drej

In „Skyline“ aus dem Jahr 2010 locken blaue Strahlen die Menschen an, wie Licht die Motten. Gemäß den angeblichen Plänen des Blue Beam Projects werden die Opfer einer intensiven Gedankenkontrolle ausgesetzt. Das Stehlen von Gehirnen kann da schon als bitterböser Hohn verstanden werden.

Skyline

Skyline Blue Beam Control

In „Cowboys & Aliens“ von 2011 blitzt und blinkt es ebenfalls blau.

Cowboys & Aiens quer

In „Seelen“ von 2013 reisen die parasitären Invasoren auf blauen Strahlen zur Erde.

Seelen Spaceport_1

In „Man of Steel“ aus demselben Jahr wird mit blauen Strahlen Terraforming bzw. Kryptonforming betrieben.

Angriff auf NY

Bei der Illuminateneule Echo ist auch alles im blauen Bereich.

Earth to Echo

Dark Shadows – Mind Control für Vampire

von Shinzon

Ursprünglich war “Dark Shadows” eine Vampirserie, die von 1966 bis 1971 lief. 1991 folgte eine Neuauflage und 2012 schließlich der Kinofilm von Tim Burton. Den ersten Barnabas Collins spielte Jonathan Frid (1924-2012), welcher noch kurz vor seinem dahinscheiden einen kleinen Cameo-Auftritt in Burtons Remake hatte. Seine einstige Rolle wurde indes von Johnny Depp verkörpert, was nicht passender hätte sein können, da es in diesem Film doch weniger um Vampire als vielmehr um Mind Control geht.

Zudem strotzt der Film nur so vor Freimaurersymbolik. Noch bevor es richtig losgeht, sieht man bereits eine Galionsfigur an einem Schiff, welche einen Sonnenkranz über dem Kopf trägt und die typische M-Handgeste macht.

01 Galionsfigur

Diese Szene spielt im Jahr 1760 und handelt von Barnabas’ Reise nach Amerika, wo seine Eltern ein Fischereiunternehmen aufbauen. Sogar das Fischerdorf, in dem er aufwächst, ist nach seiner Familiendynastie benannt. Unweit von Collinsport liegt das private Anwesen namens Collinwood, welches ziemlich düster erscheint.

Gruselbude

Die wahre Finsternis tritt jedoch 15 Jahre später in Form der Hexe Angelique Bouchard (Eva Green) in Barnabas’ Leben. Sie liebt ihn, doch als er sie zurückweist, tötet sie seine Eltern durch einen Fluch. Es kommt also schon früh schwarze Magie ins Spiel, die stark an Voodoo erinnert.

03 Voodoo

Barnabas studiert daraufhin selbst okkulte Bücher. Darin findet er den wahren Namen Satans: Mephistopheles. Das goldene „M“ auf rotem Grund erinnert dabei stark an das McDonalds-Logo. Eine groteske Schleichwerbung für teuflisch schlechten Fraß.

04 McPhisto

Nach Barnabas’ Eltern muss auch seine Geliebte Josette (Bella Heathcote) dran glauben. Diese wandelt unter dem Einfluss der Hexe zum Widow’s Hill und stürzt sich in den Tod. Josette ist dabei nicht sie selbst sondern steht unter einer Art okkulter Gedankenkontrolle. Sie reagiert wie ferngesteuert, was im späteren Verlauf des Films noch interessant wird.

05 Manchurian Josette

Als Barnabas seiner Geliebten in den Tod folgen will, überlebt er den Sturz in die Tiefe. Angelique hat ihn dazu verdammt, ein Vampir zu sein.

06 Vampirisiert

Anschließend hetzt die Hexe den Pöbel gegen ihn auf und lässt ihn lebendig begraben. Wenn sie ihn nicht haben kann, soll ihn keine haben und sein Leiden soll bis in alle Ewigkeit andauern. Die Szene könnte natürlich auch im Bohemian Grove spielen.

07 Lebendig begraben

Weiter geht es im Jahr 1972, also in der Zeit, in der die Originalserie gerade abgesetzt worden war. Zu den Klängen der wundervollen Ballade „Nights in White Satin“ von The Moody Blues sitzt Victoria Winters (ebenfalls Bella Heathcote) im Zug und starrt Löcher in die Luft. Man merkt auf den ersten Blick, dass die Reinkarnation von Josette ebenfalls unter Mind Control steht. Als sie für ihr Vorstellungsgespräch als Gouvernante probt, gibt sie sich zudem zwei verschiedene Namen, was ein deutlicher Hinweis auf eine multiple Persönlichkeitsspaltung ist.

08 Mind Control Vicky

Weiterhin trägt sie, ebenso wie Josette, blaue Kleidung, diesmal mit roten Knöpfen und weißer Bluse darunter. Kurzum die Farben der Freimaurer.

09 Blau-Weiß-Rot

In Collinsport angekommen, gibt es erst einmal Schleichwerbung für Shell.

10 Shell Schleichwerbung

Nachdem Victoria von ein paar Hippies mitgenommen und am Anwesen abgesetzt wurde, wird sie vom verzottelten Hausmeister Willie (Jackie Earle Haley) in der heruntergekommenen Collinsbude begrüßt. Immerhin gibt es hier noch keine Schachbrettböden und dergleichen. Die gesamte Deko hat mit maritimen Dingen wie Wasser, Fischen und Seepferdchen zu tun. Das sollte nicht weiter verwundern, da die Collins bekanntlich im Fischereigewerbe tätig waren.

Das Vorstellungsgespräch führt die Tante des kleinen David, für den Victoria die Nanny spielen soll. Elizabeth Collins Stoddard (Michelle Pfeiffer) stellt die Bewerberin sofort ein, nachdem diese sich gegen Frauenrechte ausgesprochen hat. Als erstes suchen die beiden Elizabeths Tochter Carolyn (Chloë Grace Moretz) auf. Für eine Fünfzehnjährige ist deren Auftreten stark übersexualisiert und später werden bei Tisch noch einige anrüchige Masturbationsanspielungen über sie gemacht.

11 Carolsin

Beim Essen lernt Victoria Elizabeths Bruder Roger Collins (Jonny Lee Miller) und Dr. Julia Hoffman (Helena Bonham Carter) kennen. Der gestörte Sohn David (Gulliver McGrath) taucht zunächst als Gespenst zum Essen auf. Darunter trägt er einen gestreiften Pyjama, der an Häftlingskleidung erinnert. Doch wer hält ihn gefangen? Die CIA im Rahmen von MK Ultra?

12 David Pyjama

Gleich in der ersten Nacht begegnet Victoria dem Geist von Josette, die ihr die Ankunft von Barnabas ankündigt. Aber Moment mal, sollte sie nicht eigentlich deren Reinkarnation sein? Immerhin handelt es sich ja um dieselbe Schauspielerin.

13 Josettes Geist

Josettes Geist behält jedenfalls Recht, denn in derselben Nacht stoßen Bauarbeiter auf den Sarg des Vampirs. Dieser erweist sich für seine Befreiung als ziemlich undankbar und saugt erst einmal alle Anwesenden aus. Wie später zu hören ist, handelt es sich um insgesamt 11 Opfer, was auf die freimaurerische Dualität anspielt. 11 müssen sterben, damit einer leben kann.

Kurz nach der Mahlszeit wird Barnabas von einem hellen Schein erfasst. Es handelt sich um eine Leuchtreklame von McDonalds, die er sofort mit Mephistopheles in Verbindung bringt. Dann war die Initiale in dem alten Schmöker also tatsächlich Schleichwerbung und obendrein steht die Burgerbude mit dem Teufel im Bunde.

14 Blutsauger

15 McDonalds

Kurz darauf wird Barnabas fast von einem Auto angefahren. Selbstverständlich kennt er weder Autos noch Asphaltstraßen und auch Collinsport kommt ihm seltsam fremd vor. So ist das wohl, wenn man fast 200 Jahre verpennt hat. Als er endlich auf seinem alten Anwesen ankommt, trifft er ausgerechnet auf Willie, den er sogleich hypnotisiert, um Antworten zu erhalten. Die hätte er aber wohl auch ohne den Jedi-Trick bekommen.

16 Hypnose

Immerhin hat Willie gute Nachrichten für ihn. 4 Mitglieder seiner Familie leben noch. Doch halt! Barnabas hatte keine Kinder und auch keine Geschwister, wie kann er also Nachkommen haben? Der erste große Filmfehler. Kein Fehler ist es dagegen wohl, dass der Vampir bei Betreten seines Hauses zuerst die Statue von Poseidon befummelt – ausgerechnet der Gott mit dem Dreizack, welcher auch in Mephistos Händen zu finden ist.

17 Dreizack

Der jüngste Spross der Collins spielt derweil mit Dinosaurierfiguren. Nach einer Schallplatte von T.Rex schon die zweite Anspielung auf Reptiloide.

18 Dinos

Barnabas schreitet zunächst an David und Carolyn vorbei und befummelt die Marmorfiguren am Kamin. Das Auge des Seepferdchens stellt bei genauerer Betrachtung einen Stern der Ištar dar.

19 Ischtar-Auge

Als Barnabas endlich seinen jüngsten Erben entdeckt, bleibt ihm nicht viel Zeit, sich mit ihm bekannt zu machen. Elizabeth unterbricht die Szene und glaubt zunächst an einen üblen Scherz. Während des folgenden Wortgefechts gibt es nebenher wieder etwas Blau/Rot-Symbolik.

20 Blau-Rot-Roboter

Als Beweis für seine Identität offenbart Barnabas der Dame des Hauses einige Geheimtüren und -mechanismen des Anwesens. Dabei stellt sich heraus, wo Vampire wandeln, sind Wölfe nicht weit.

26 Wölfe

Am überzeugendsten ist für sie jedoch, dass Barnabas kein Spiegelbild hat, was sie bei einem Abstecher in einen Geheimgang bemerkt.

22 Kein Spiegelbild

Nachdem sie von dem Vermögen weiß, welches unter dem Haus schlummert, geht Elizabeth einen Pakt mit ihrem Ahnen ein. Dieser soll seine Identität gegenüber den anderen geheim halten, was sich aufgrund seiner ständigen altertümlichen Äußerungen als schwierig erweist. Geheimnisse sind wohl eher Elizabeths Ding, was sich u.a. in ihren Eulen-Ohrringen äußert, die als Anspielung auf die Illuminaten gewertet werden können.

23 Eulenohrringe

In Konkurrenz zum Fischereibetrieb der Collins steht die Firma Angelbay, welche der erblondeten Angelique gehört. Deren Auto ist natürlich rot, während ihre Mitarbeiter die Farben der Freimaurer tragen. Mit anderen Worten steht sie an der Spitze der Machtpyramide.

24 Rotes Auto

Als Angelique von den 11 Toten erfährt, ahnt sie von Barnabas’ Rückkehr und sucht ihn in seinem Haus auf. Dieser ist wenig angetan von dieser Begegnung, denn die Hexe hat ihm alles genommen. Sogar seiner Familie hat sie mit ihrem Konkurrenzkonzern das Geschäft ruiniert und sie ist mit ihren Demütigungen noch nicht am Ende. Allerdings schmeißt sie sich ihm andererseits auch gleich wieder an den Hals, denn sie begehrt ihn nach wie vor.

Durch geschickte Manipulation gelingt es Elizabeth schließlich, Barnabas zu ermutigen, den Kampf gegen die Hexe aufzunehmen. Er lässt daraufhin das Anwesen renovieren und baut das Familienunternehmen wieder auf. Er schafft, was Elizabeth jahrzehntelang vergeblich versucht hat.

25 Schwarzer Schirm

Um Fische zu verarbeiten, brauchen die Collins natürlich noch einen Kapitän mit einem Fangschiff. Diesen finden sie in Silas Clarney. Gespielt wird dieser von keinem geringeren als Christopher Lee, was ein kleiner Insider-Gag ist, denn Barnabas erhält hier Hilfe von dem Dracula-Darsteller schlechthin. Kapitän Clarney muss allerdings erst noch überzeugt werden, was Barnabas abermals mit dem Jedi-Trick gelingt. Auch das ist ein Insider, denn Christopher Lee spielte ebenfalls den abtrünnigen Jedi Count Dooku, der zu dunklen Seite überlief.

26 Christopher Lee

Im Hause Collins offenbaren sich derweil einige Geheimnisse. Elizabeths Bruder Roger beobachtet, wie Barnabas aus dem Geheimversteck unter dem Kamin steigt und die Familienpsychologin Dr. Hoffman findet während einer Hypnosesitzung heraus, dass Barnabas ein Vampir ist. Der alte Blutsauger selbst interessiert sich indes für Flirttipps, mit denen er das Herz von Victoria erobern kann. Dafür konsultiert er ausgerechnet Carolyn, der er zu einer baldigen Nutzung ihres gebärfähigen Beckens rät. Direkt neben der damals noch minderjährigen Schauspielerin findet sich in dieser Szene ein Schmetterling, der zusammen mit den sexuellen Anspielungen kein gutes Zeichen ist. Aber zum Projekt Monarch kommen wir später noch.

27 Schmetterling

Neben Barnabas findet sich in derselben Szene ein geflügeltes allsehendes Auge. Das Plakat ist zudem in Blau/Rot gehalten und direkt daneben findet sich noch ein kleines blaues Bild von einem Gesicht, dessen linkes Auge ebenfalls hervorgehoben ist.

28 Geflügeltes Auge

In der darauf folgenden Nacht metzelt der alte Collins eine Gruppe unschuldiger Hippies dahin. Zwar bedauert er seinen Durst, dennoch zeigt sich einmal mehr, welch abartige Kreatur er ist. Er hätte zumindest Jagd auf Verbrecher machen können, statt auf friedliche Blumenkinder. Obendrein wird hier die Chance auf einen Gag verpasst, denn er wird von dem Hippieblut nicht mal high. Im Kern ist diese Szene daher eher als Ablehnung des Pazifismus zu verstehen, denn Satanisten lieben den Krieg.

Wo es Barnabas nun nach Blut und Liebe dürstet, verlangt es Angelique einzig nach Kontrolle. Es stinkt sie an, dass die Geschäfte der Collins wieder laufen und ihren eigenen Profiten tatsächlich abträglich werden. In ihrem Konferenzzimmer findet sich übrigens die freimaurerische Galionsfigur vom Beginn des Films.

29 Angeliques Mettingroom

Zunächst bietet sie ihrem einstigen Angebeteten einen Deal an. Sie wünscht sein Familienunternehmen aufzukaufen und auch privat mit ihm zu fusionieren. Ihre Flirttechniken lassen natürlich sehr zu wünschen übrig, denn während sie ihn verbal verführt, legt sie ihm die Hand an den Hals. Normalerweise macht ein Freimaurer diese Geste nur bei sich selbst und nicht als Drohung gegen andere.

30 Angeliques Hand am Hals

Beim folgenden Liebesakt entpuppt sich Angelique als nicht ganz menschlich. Zunächst wächst ihr spontan ein zweites Paar Arme. Außerdem zerkratzt sie mit ihren langen Fingernägeln die gesamte Einrichtung.

31 Vier Arme

Ihrer gespaltenen Zunge nach zu urteilen ist sie ein getarnter Reptiloid, was dann auch gleich ihr hohes Alter von über 200 Jahren erklären würde.

32 Reptozunge

Barnabas hat allen Grund dazu, die letzte Stunde zu bereuen. Ebenso seine offenen Worte, denn nach diesen entlässt Angelique ihn mit der Drohung, ihn zu zerstören, wenn er sich ihr nicht hingibt. Das hat er jedoch keineswegs vor. Im Gegenteil will er einen Ballabend veranstalten, um die Beliebtheit seiner Familie im Kaff wiederherzustellen. Tipps erhält der antike Vampir dabei von Carolyn, die Alice Cooper auf der Party sehen will. Der ist natürlich als Schlangenträger auf einem Magazin abgebildet.

33 Alice Schlangenträger

Die Party erfüllt tatsächlich Carolyns Erwartungen. Barnabas hat die Bude wahrlich wieder zum Glänzen gebracht und alles, inklusive der Diskokugel, besorgt. Am Eingang begrüßen die Lavalampen Jachin und Boas die Besucher.

34 Jachin und Lava

Sogar an zwei Tänzerinnen in Käfigen hat der alte Lustknabe gedacht.

35 Frauen in Käfigen

Alice Cooper spielt sich in dieser Szene übrigens selbst. Da er schon immer so abgehalftert aussah, fällt es kaum auf, dass er 40 Jahre jünger sein müsste. Barnabas fällt zu diesem Anblick nur ein, dass Alice das „hässlichste Frauenzimmer“ ist, welches er je gesehen hat.

36 Hässliches Frauenzimmer

Übrigens ist der Auftritt Coopers in einer Zwangsjacke wieder einmal eine Anspielung auf den Missbrauch von Psychiatriepatienten für Gedankenkontrollexperimente. Direkt im Anschluss offenbart Victoria dem Hausherren nämlich ihre Kindheitsgeschichte. Da sie schon früh Geister sehen und mit ihnen kommunizieren konnte, wurde die Kleine von ihren Eltern in eine Nervenklinik eingewiesen.

37 MK-Ultra-Opfer_1

38 MK-Ultra-Opfer_2

Victoria, die eigentlich Maggie Evans heißt, wurde einer Elektroschocktherapie unterzogen. Das ist eine direkte Bezugnahme auf das Projekt Monarch der CIA, bei welchem ebenfalls Elektroschocks angewandt wurden, um Patienten zu traumatisieren und ihr Bewusstsein zu manipulieren.

39 Monarch-Programm

Das erklärt nicht nur die ganzen Schmetterlinge, sondern auch Victorias starren Blick in der ersten Szene. Ihr Ausbruch aus der Klinik, in der sie fast ihr gesamtes Leben verbracht hat, liegt nämlich erst wenige Tage zurück. Der Geist von Josette hat sie schließlich auf die Stelle im Haus der Collins aufmerksam gemacht.

40 Stellenanzeige

Während Barnabas ihrer Lebensgeschichte lauscht, trifft vor dem Haus bereits die Konkurrenz ein. Es war ja klar, dass Angelique als Lady in Rot zur Party kommt, immerhin müsste inzwischen jeder kapiert haben, dass sie ein Teufel ist.

41 Angelique in Rot

Fatal ist hier jedoch nicht nur die Femme, sondern vor allem, dass sie ihren Angebeteten mit Victoria herumknutschen sieht. Da bekommt sie gleich Risse im Gesicht, die ihr linkes Auge betonen. Fast so wie der Blitz in den Gesichtern von David Bowie und Lady Gaga.

42 Augennarbe

Auch der Vampirfürst muss am Tag darauf eine für ihn abscheuliche Entdeckung machen. Dr. Hoffman hat ihm nicht etwa Blut abgezapft, um eine Heilung für ihn zu finden. Im Gegenteil benutzt sie sein Blut, um selbst wie er zu werden. Das hat etwas von Gräfin Bathory, die in Jungfrauenblut badete, um nicht zu altern. Mit dem einzigen Unterschied, dass Julia nicht in Barnabas’ Blut badet, sondern es sich als Transfusion injiziert. Die Strafe darauf lautet Tod und ihre Leiche verklappt der Hausherr zusammen mit Willie des Nachts im Meer.

43 Doctor Bathory

Am nächsten Tag erwischt Barnabas seinen Nachfahren Roger beim Versuch, das Familienerbe zu plündern. Er stellt ihn vor die Wahl, ein vorbildlicher Vater für David zu werden oder das Anwesen zu verlassen. Tatsächlich entschließt sich der Arsch, abzureisen und seinen Sohn im Stich zu lassen. David, der im Film eine absolute Nebenrolle spielt, wird kurz darauf fast von der herabstürzenden Diskokugel erschlagen. Bei seiner Rettung outet sich das Familienoberhaupt als Vampir und fängt kurz darauf im Tageslicht Feuer. Keine gute Wendung, denn nun haben David und Victoria Angst vor ihm.

44 Sonnenlicht

Für den alten Collins ist das Maß damit voll. Wutentbrannt stapft er in Angeliques Büro und fordert sie auf, den Fluch von ihm zu nehmen. Die lässt sich jedoch keineswegs einschüchtern, droht ihm stattdessen, Victoria wie einst Josette von der Klippe springen zu lassen. Sie stellt ihn ein letztes Mal vor die Wahl, an ihrer Seite zu herrschen oder abermals für einige Jahrhunderte in einem Sarg zu schmoren. Er trifft die moralisch richtige Entscheidung, welche ihn allerdings ratzfatz in einen Sarg befördert.

Bevor sie seinen Sarg in die Familiengruft bringt, fackelt Angelique noch die Fischfabrik der Collins ab. Es bleibt kein Zweifel am Zorn dieser garstigen Hexe. In der Familiengruft der Collins wird übrigens ein Steinaltar von einem Freimaurerhandschlag geziert.

45 Freimaurerhandschlag

Als nächstes führt die Hexe die Polizei samt einem wütenden Mob zum Anwesen der Collins. Dort stellt sich Barnabas, den der kleine David inzwischen wieder befreit hat, freiwillig unter der Bedingung, dass auch Angelique verhaftet wird. In dieser Szene gibt es wieder ein interessantes Detail über die Collins. Nachdem sie nun schon als Freimaurer geoutet sind, offenbaren die Türgriffe des Eingangsportals ihre religiöse Gesinnung. Sie bilden ein umgedrehtes Satanskreuz.

46 Satanskreuz

Vor den Augen des Mobs entlarvt Barnabas Angelique als Hexe, indem er sie beißt und sie daraufhin Risse bekommt. Sie hat allerdings auch ein paar coole Tricks drauf und kotzt ihn mit Reptiloidengift voll. Woher kommt einem das nur bekannt vor? Ach ja: „Mortal Combat“!

47 Reptokotze

Um dem Fass die Krone aufzuschlagen, entpuppt sich Carolyn kurz darauf als Werwölfin. Was das jetzt zur Handlung beitragen soll, bleibt fraglich.

48 Wolfgirl

Bei dem folgenden Show Down wird das Anwesen der Collins so ziemlich komplett zerstört. Die Polizei und der wütende Mob sind indes ohne ersichtlichen Grund verschwunden. Dafür taucht der Geist von Davids ermordeter Mutter auf und hängt die Hexe in den Kronleuchter. Und wozu die ganze Effektschlacht? Am Ende schenkt Angelique Barnabas ihr Herz und stirbt! Wenn das so ist, das hätte sie auch gleich tun können.

49 Herzilein

Zum Schluss muss Barnabas nur noch seine geliebte Victoria vor dem Sturz vom Widow’s Hill retten. Da er sie nicht aufhalten kann, beißt er sie im Fall und verwandelt sie damit in einen Vampir. Ein Happy End sieht anders aus, denn statt den Fluch zu beenden, hat er ihn ausgeweitet und nun gibt es schon zwei Blutsauger. Nein halt, sogar drei, denn Julia Hoffman ist am Meeresgrund zu neuem Leben erwacht.

51 Vicky Vampire

Fazit: „Dark Shadows“ ist mehr als nur ein Vampirfilm und Remake der alten Serie. Zwar gibt es hier und da einige witzige Szenen, z.B. wenn Barnabas eine Lavalampe erforscht oder nach der Frau im Fernseher sucht. Aber auch das Label Komödie wäre hier deplaziert. Im Kern handelt es sich um ein Drama über Gehirnwäsche und Manipulation. Ob nun die Hexenflüche, denen Josette zum Opfer fällt, die Folter durch Elektroschocks, die Victoria erleiden musste, oder die ständigen Hypnoseangriffe, mit denen Barnabas seine Mitmenschen unter Kontrolle bringt.

Das Thema Gedankenkontrolle ist allgegenwärtig und spiegelt sich sogar in Johnny Depps Sonnenbrille wieder, die bei genaurer Betrachtung blaue Gläser hat. Der Schauspieler ist fast immer mit blauen Sonnenbrillen oder anderen blauen Farbtriggern zu sehen. Angeblich trägt er die blauen Brillen, weil er fast blind ist. Doch wie sollen blaue Brillengläser dagegen helfen? Und warum trägt er meist irgendeinen anderen blauen Gegenstand, wenn er mal keine Brille auf hat?

Johnny Depp Farbtrigger

Stichwort „Project Bluebird“. Dieses Mind Control Programm der CIA lief von 1949 bis 1950 und war ein Vorläufer von MK Ultra. Zu den Methoden des Project Bluebird gehörte u.a. Hypnose, wovon es in „Dar Shadows“ mehr als reichlich gibt. Schlussendlich finden wir den blauen Vogel sogar als Tattoo auf Johnny Depps rechtem Unterarm.

Johnny Depp Bluebird

Mushroom Men im okkulten Streichelzoo

Geradezu alptraumhaft kommt das Videospiel „Mushroom Men“ daher. Bei diesem zweifelhaften Vergnügen finden wir auch wieder ein Kaninchen sowie einen ganzen Zoo okkulter Tiere, darunter die Eule der Minerva.

Mushroom Men

Bei der Fortsetzung „Sporenkriege“ schlängelt sich Luzifer durchs Bild. Die Schlange formt ein „S“ und man könnte darüber spekulieren, ob dieses für „Satan“ stehen soll…

Mushroom Men Sporenkriege

NRO schickt Datenkrake in den Orbit

Das National Reconnaissance Office (NRO) wurde 1960/61 als militärischer Nachrichtendienst der USA gegründet und ist für den Betrieb zahlreicher Spionagesatelliten verantwortlich. Die bloße Existenz des Nationalen Aufklärungsamtes, welches je zur Hälfte vom Verteidigungsministerium und der CIA finanziert wird, war bis in die 1990er Jahre streng geheim. Bis zur öffentlichen Aufdeckung wurde das NRO als „schwarze“ Organisation geführt, deren Budget heimlich von anderen Organisationen wie der Air Intelligence Agency abgezweigt wurde. Dank Edward Snowden gelangte der Finanzbedarf von 10,3 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2013 an die Öffentlichkeit.

NRO Logo

Am 5. Dezember 2013 startete das NRO eine Atlas-V-Rakete von einem Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien. Neben 12 gewöhnlichen Minisatelliten gehörte auch eine geheime Ladung zur Fracht. Die Vermutung, dass es sich um einen neuen Spionagesatelliten handeln muss, dürfte wohl ins Schwarze treffen.

NRO Rakete

Unterstrichen wird dieser Verdacht durch das Missionspatch, auf welchem der Slogan „Nothing is beyond our reach“ geschrieben steht. Frei übersetzt heißt das „Nichts ist außerhalb unserer Reichweite“. Damit dürfte wohl in erster Linie Moskau gemeint sein, denn das Patch zeigt eine Datenkrake, welche die Welt umschlingt und dabei mit einem Arm auf Russland zeigt. Bei solch offensichtlicher Symbolik hätte man Putin auch gleich einen persönlichen Brief schreiben können.

NROL-39 Krake

Geradezu lächerlich ist die offizielle Erklärung, der Krake solle symbolisch für die Fähigkeit stehen, Probleme zu überwinden und aus jeder Situation einen Ausweg finden zu können. Diese Behauptung wird zudem von einem Manager der Mission ad absurdum geführt, welcher in einem für den internen Gebrauch vorgesehenen Artikel wie folgt zitiert wird: „Der Oktopus steht für die Idee. […] Wir haben unsere Finger überall, zu jeder Zeit.“ Hinzu kommt, dass das Logo von insgesamt sieben Abteilungen genehmigt werden musste, womit Zufälle ausgeschlossen sein dürften. Unter der letzten Unterschrift soll gar die Bemerkung „A little sinister!“/“Ein kleinen Wenig bedrohlich!“ stehen.

Das „L“ hinter NROL steht übrigens für „Launch“, womit L-39 bedeutet, dass es der 39. Raketenstart der NRO ist. Da bei jedem Start mehrere Satelliten in den Orbit geschossen werden können, kann man sich die Größe des NRO-Spionagenetzes gut ausmalen. Hilfreich sind dabei außerdem die Missionspatches, welche nur so vor okkulten Symbolen strotzen.

Nehmen wir z.B. das der Vorgängermission NROL-38. Dieses zeigt einen sehr aggressiv wirkenden Anubis – den ägyptischen Totengott. Wurden da vielleicht orbitale Waffensysteme installiert, welche den Tod bringen sollen? Die Rakete steigt übrigens genau an dem Punkt auf, wo hinter der Erde das Gemächt von Anubis anzutreffen wäre. Eine kaum verhüllte Phallussymbolik?

NROL-38 Anubis

Wo wir schon mal in Ägypten sind, das Patch der 25. Mission zeigt einen Apis-Stier.

NROL-25 Apis

Auf dem Patch der NROL-27 stehen sich ein roter Drache und ein Greif gegenüber.

NROL-27 Drache

Die Eule der Minerva findet sich auf einem Missionspatch aus dem Jahr 2000. Darunter steht der Slogan „We own the Night“/“Uns gehört die Nacht“, was wohl andeuten soll, dass es bei der Mission um nächtliche Aufklärung (Infrarot) geht.

NROwl

Die Pyramide mit Auge finden wir schließlich auf dem Patch der NROL-32. Angesichts dieser Freimaurersymbolik hätte man allerdings vielleicht den Launch 33 abwarten sollen.

NROL-32 Pyramide_1

NROL-32 Pyramide_2

Pentragramme dürfen natürlich auch nicht fehlen. Auf dem Patch der Nemesis-Mission gibt es gleich 16 Stück davon, wobei die zwei größten je mit der Spitze nach oben und unten zeigen. Ob die NRO mit „Nemesis“ sich selbst meint?

NRO Nemesis

Katy Perry möchte (nicht wirklich) den Illuminaten beitreten

In einem Interview mit dem Rolling Stone Magazine vom August 2014 gab Katy Perry bekannt, dass sie gern den Illuminati beitreten würde. Zitat: „Listen, if the Illuminati exist, I would like to be invited! I see all that shit, and I’m like, ‚Come on, let me in! I want to be in the club!’“ / „Hört zu, wenn die Illuminati existieren, würde ich gern eingeladen werden. Ich sehe all den Scheiß und denke: ‚Kommt schon, lasst mich rein! Ich will zum Klub gehören!’“

Selbstverständlich bemerken die wenigsten Verschwörungstheoretiker die Ironie in diesen Worten. Katy Perry reagierte damit nämlich auf die Vorwürfe von Infowars, dass ihr Auftritt bei den Grammy Awards eine Inszenierung der Illuminaten gewesen sei. Das passiert, wenn man Freimaurersymbolik und Okkultismus blindlings den Illuminaten zuschreibt – man erntet Spott!

Auf der anderen Seite nutzen die Freimaurer die Situation gezielt, um alle Kritiker lächerlich zu machen. Denn in einem Punkt haben alle Verschwörungsportale recht: Katys Auftritt war ein okkultes Ritual. Nur outet sie das eben nicht als Hohepriesterin der Illuminaten. Zumindest nicht der betreffende Auftritt. Offenbar ist Infowars das folgende Bild von Katy entgangen, auf dem sie tatsächlich mit dem Symbol der Illuminaten posiert.

Eulenkaty

Angesichts dessen ist es fraglich, ob ihr Wunsch, den Illuminati beizutreten, nur als Joke gemeint war. Über ihre tatsächliche Rolle als Marionette der Hochgradfreimaurerei täuscht sie mit dieser Äußerung auf jeden Fall gekonnt hinweg. Ebenso geht Katy Perry auf die eigentlichen Vorwürfe überhaupt nicht ein. Sie liefert keine alternative Erklärung für die Verwendung okkulter Freimaurersymbole in ihren Musikvideos und Bühnenshows. Stattdessen posiert sie auf dem Cover des betreffenden Rolling Stone Magazins mit freimaurerischer Verschwiegenheitsgeste. Nun, eine solche Geste sagt mehr als tausend Worte.

Rolling Katy

Die Illuminaten – Fakten und Mythen

von Shinzon

Es gibt wohl kaum ein größeres Mysterium auf diesem Planeten als die Illuminaten. Folgt man den Verschwörungstheorien, sollen sie an der Spitze der Machtpyramide stehen und was immer auf der Welt geschieht, die Illuminaten sollen für alles verantwortlich sein. Doch wer sind diese Illuminaten eigentlich und wie lässt sich der Begriff definieren?

Den meisten Verschwörungstheorien liegt der real existierende bayrische Illuminatenorden zu Grunde, welcher am 1. Mai 1776 in Ingolstadt gegründet wurde. Dieser soll im Laufe der Jahrhunderte die Freimaurerei infiltriert haben und inzwischen die gesamte Welt kontrollieren. Die Wahrheit sieht jedoch ein wenig anders aus und dürfte die meisten Verschwörungstheoretiker zumindest teilweise bitter enttäuschen.

Der Gründer Adam Weishaupt (1748-1830), welcher an der Universität von Ingolstadt praktische Philosophie und Kirchenrecht lehrte, sah sich nämlich der wissenschaftlichen Aufklärung verpflichtet. Den Illuminatenorden gründete er, um seine Schüler vor den Intrigen der Jesuiten zu schützen, denen er als einziger im Lehrkörper der Universität nicht angehörte. Zwar besuchte er selbst in seiner Jugend ein Jesuiten-Gymnasium, mit dem Orden konnte er sich jedoch nie anfreunden.

Adam_weishaupt

Nun war Weishaupt nicht nur ein erbitterter Gegner der Jesuiten, sondern sah zunächst auch in den Rosenkreuzern und Freimaurern ein Übel, welches es zu bekämpfen galt. 1790 berichtete er rückblickend in seiner Schrift „Pythagoras oder Betrachtungen über die geheime Welt- und Regierungskunst“ Folgendes:

„Zwei Umstände aber gaben vollends Ausschlag. Zu eben dieser Zeit [1776] hatte ein Offizier, Namens Ecker, in Burghausen eine Loge errichtet, welche auf Alchemie ging und sich gewaltig zu verbreiten anfing. Ein Mitglied dieser Loge kam nach Ingolstadt, um dort zu werben und die Fähigsten unter den Studierenden auszuheben. Seine Auswahl fiel zum Unglück gerade auf diejenigen, auf welche auch ich mein Auge geworfen hatte. Der Gedanke, so hoffnungsvolle Jünglinge auf diese Art verloren zu haben, sich auch überdies mit der verderblichen Seuche, mit dem Hang zur Goldmacherei und ähnlichen Torheiten angesteckt zu sehen, war für mich quälend und unerträglich.“

Das alles hört sich ganz und gar nicht nach den bösen Illuminaten an, welche die Menschheit zu unterdrücken trachten. Im Gegenteil war Weishaupt ein erklärter Gegner des Absolutismus und strebte nach einer demokratischen Republik. Sein Geheimname „Spartacus“ war dementsprechend an den Anführer des römischen Sklavenaufstandes (73–71 v. Z.) angelehnt.

Mit diesem Hintergrundwissen ist einem Adam Weishaupt plötzlich gar nicht mehr so unsympathisch. Dennoch beging er einige gravierende Fehler mit seinem „Bund der Perfektibilisten“, wie der Illuminatenorden ursprünglich hieß.

Der größte Fehler war, dass er schon früh Freimaurer in seinen Illuminatenorden aufnahm, die er zuvor noch als Übel erachtete. Zwar verschaffte die Aufnahme des Freimaurers Franz Xaver von Zwack (1756-1843) dem Orden 1778 einen ersten Aufschwung, sodass er zwei Jahre später schon 60 Mitglieder umfasste, doch kamen die Illuminaten damit auch vom ursprünglichen Kurs ab.

Weishaupt selbst trat 1777 der Münchner Freimaurerloge „Zur Behutsamkeit“ bei, in welcher er zunächst den Namen „Sanchoniaton“ trug. Er überließ seinem Logenbruder von Zwack die Reorganisierung seines Bundes der Perfektibilisten, wobei die Freimaurerei als Vorbild diente. Weishaupt schlug indes als neuen Namen „Bienenorden“ vor, was eindeutig an der Freimaurersymbolik angelehnt war. Seiner Vorstellung zufolge sollten die Mitglieder unter Leitung einer Bienenkönigin den Nektar der Weisheit einsammeln.

Das Einzige, was seine Untergebenen einsammelten, waren jedoch noch mehr Freimaurer. Darunter auch der Adelige Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (1752-1796), welcher seinerseits zahlreiche Freimaurer in Weishaupts Orden brachte, für den man sich inzwischen auf den Namen „Illuminaten“ geeinigt hatte.

Nun wird ja oft behauptet, dass die Illuminaten die Freimaurerei unterwandert hätten. In Wahrheit sieht es jedoch ganz danach aus, als ob das genaue Gegenteil der Fall war. Einige Freimaurer, wie z.B. Johann Wolfgang von Goethe, wurden sogar gezielt mit dem Auftrag zu den Illuminaten geschickt, diese zu überwachen. Zu diesem Zeitpunkt war der Illuminatenorden allerdings schon nur noch ein freimaurerisches Karrierenetzwerk, welches von einer Gruppe Hochgradfreimaurer genutzt wurde, um die zahlreichen deutschen Logen unter ihre Herrschaft zu bringen.

Man könnte also zusammenfassend sagen, dass eine Gruppe von Hochgradfreimaurern die Illuminaten nur als Werkzeug gegen konkurrierende Kräfte innerhalb der Freimaurerei eingesetzt hat. Dieser interne Machtkampf kam nicht von ungefähr, sondern war das Resultat einer schweren Krise, in welcher sich die deutsche Freimaurerei ab 1776 befand. In diesem Jahr starb mit Karl Gotthelf, Reichsfreiherr von Hund und Altengrotkau (1722-1776) der Gründer der „Strikten Observanz“ (das deutsche Hochgradsystem) und hinterließ damit ein Machtvakuum.

Gotthelf war so etwas wie der Kopf der deutschen Hochgradfreimaurerei und behauptete, mit „geheimen Oberen“ in Kontakt zu stehen, die ihn in das tiefste Geheimnis der Freimaurerei eingeweiht hätten. Nun könnte man spekulieren, ob es sich bei diesen „geheimen Oberen“ um den europäischen Hochadel oder gar um Grey und Reptiloide gehandelt haben könnte. Allen dahingehenden Verschwörungstheorien zum Trotz meldeten sich diese Wesen jedenfalls nicht zu Wort und ließen die deutschen Freimaurer ratlos zurück.

Die beiden Illuminaten Freiherr Knigge und Franz Dietrich von Ditfurth (1738-1813) nutzten die Gunst der Stunde und übernahmen auf dem großen Freimaurerkonvent der Strikten Observanz von 1782 die Meinungsführerschaft. Sie schafften das alte Templersystem ab und drängten die Gold- und Rosenkreuzer ins Abseits. (Kleine Anm. nebenbei: Die ehemalige Grünenpolitikern und Gründerin der Ökologischen Linken Jutta Ditfurth ist eine Nachfahre des Illuminaten Franz Dietrich von Ditfurth.)

Nachdem der Illuminatenorden durch die freimaurerische Übernahme gestärkt war, kam es 1784 zum Streit zwischen Weishaupt und Knigge. Offensichtlich hatte Weishaupt seinen schweren Fehler erkannt. Statt die Freimaurerei zu verändern, kontrollierte diese nun seinen Orden und spähte ihn aus. Er mahnte daher an, dass zu rasch zu viele Mitglieder aufgenommen wurden, ohne diese zu überprüfen.

Knigge fühlte sich daraufhin persönlich angegriffen und drohte Weishaupt damit, dessen Geheimnisse an die verhassten Jesuiten und Rosenkreuzer zu verraten. Letztendlich ließ er ein Schiedsgericht in Weimar einberufen, dem u.a. Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder und Herzog Ernst von Sachsen-Gotha angehörten. Dieser Congress urteilte, dass sowohl Weishaupt als auch Knigge ihre Machtpositionen im Orden aufgeben sollten. Da Weishaupt, welcher die Leitung des Ordens an Johann Martin Graf zu Stolberg-Roßla abgab, als dessen Gründer jedoch weiterhin einflussreich blieb, verließ Knigge die Illuminaten am 1. Juli 1784.

Mit Knigge verabschiedete sich der wichtigste Fürsprecher des Absolutismus, welcher den republikanischen Bestrebungen des Ordens entgegen stand. Mit dieser neuen Dominanz wurden die Illuminaten wieder zu einer Gefahr für den herrschenden Adel. Insbesondere der bayrischen Obrigkeit waren die Geheimbünde suspekt, weshalb schon am 22. Juni 1784 alle „Communitäten, Gesellschaften und Verbindungen“ durch den bayerischen Kurfürsten Karl Theodor verboten wurden, die nicht vorab von ihm genehmigt waren.

Am 2. März 1785 folgte schließlich das direkte Verbot der Illuminaten und Freimaurer, welche als landesverräterisch und religionsfeindlich eingestuft wurden. Bei den folgenden Hausdurchsuchungen sowie dem Fund eines toten Kuriers, der bei einem Gewitter von einem Blitz getroffen wurde, konnten zahlreiche Dokumente und Mitgliederlisten der Illuminaten beschlagnahmt werden. Einige Illuminaten wurden in der Folge ihrer Ämter enthoben, doch die Verfolgung verlief insgesamt eher milde und es wurden keinerlei Haftstrafen ausgesprochen. Im April 1785 erklärte Graf Stolberg-Roßla den Orden, dem er selbst einst angehörte, schließlich offiziell für suspendiert.

Dies hätte nun das Ende der Illuminaten sein können, wenn Adam Weishaupt nicht 1787 Asyl beim Herzog Ernst in Gotha erhalten hätte. Der verschaffte ihm zusätzlich eine Stelle als Hofrat und bewahrte die Geschichte des Illuminatenordens in der so genannten Schwedenkiste auf, welche sich bis heute in Gotha befindet und seit 1990 ausgewertet wird. Ein weiteres Zeugnis der Illuminaten ist der Merkurtempel im Gothaer Stadtpark. An diesem findet sich bei genaurer Betrachtung die 666 verschlüsselt wieder – ein mögliches Indiz dafür, dass Weishaupt zumindest in späteren Jahren auch vom Satanismus beeinflusst wurde.

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Neben Weishaupt versuchte auch dessen Mitstreiter Johann Joachim Christoph Bode (1731-1793) die Illuminaten durch die Nachfolgeorganisationen der „Minervalkirche“ und dem „Orden der unsichtbaren Freunde“ am Leben zu halten. Die bayrische Obrigkeit roch den Braten offenbar und erließ am 16. August 1787 ein drittes, verschärftes Verbotsedikt, welches die Rekrutierung von Mitgliedern für die Freimaurer und Illuminaten unter Todesstrafe stellte. Unter diesen harten Bedingungen stellte Bode drei Jahre später seine Bemühungen ein.

Was die Freimaurerei angeht, so konnte diese ihren Einfluss dank ihrer Verbreitung in ganz Europa sowie der Mitgliedschaft der wichtigsten Adelshäuser aufrechterhalten. Später konnten die Freimaurer auch in Bayern wieder Fuß fassen. Die Illuminaten gelten hingegen als zerschlagen, wobei sich einige ehemalige Mitglieder wie der bayrische Staatsminister Maximilian von Montgelas (1759-1838) aus Machtkalkül gegen den Geheimbund stellten. Ein Rest von Zweifel bleibt allerdings.

Als letztes großes Werk der Illuminaten gilt die Französische Revolution, welche von 1789-1799 wütete. Historisch belegt ist diese Behauptung jedoch nicht. Fakt ist lediglich, dass die deutschen Freimaurer Verbindungen zu ihren französischen Logenbrüdern unterhielten und auch heute noch unterhalten. Da zahlreiche führende Freimaurer zu dieser Zeit Mitglieder des Illuminatenordens waren, könnte man den Illuminaten zumindest eine Beteiligung an der französischen Revolution zugestehen. Zumal die Abschaffung der Monarchie sowie die Erklärung der Republik zu den wichtigsten Zielen der Illuminaten gehörten.

Die französische Revolution hätte es wohl aber auch ohne Adam Weishaupts Orden gegeben, denn die treibende Kraft dahinter waren die Jakobiner. Diese waren ebenfalls ein Produkt der Freimaurerei und wurden von den Erfahrungen der französischen Soldaten angetrieben, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatten und dort mit der Idee einer demokratischen Republik in Kontakt gekommen waren. Es ist daher kaum ein Zufall, dass die französische Tricolore in den Farben der Freimaurer gehalten ist.

Ob Illuminaten oder Jakobiner, letztendlich sind die Freimaurer die verdeckte Hand, die unsere Geschichte lenkt. Das gilt insbesondere auch für die USA, deren Flagge dieselben Farben aufweist, wie die französische Tricolore. Die USA waren seit jeher ein Freimaurerstaat und sämtliche Verschwörungstheorien, die ihre Gründung den bayrischen Illuminaten zuschreiben, sind kompletter Mumpitz.

Einige Verschwörungstheoretiker behaupten sogar, dass Adam Weishaupt nach Amerika geflohen sei, wo er den Namen George Washington angenommen hätte. Das kann nicht stimmen, denn dann hätte Weishaupt an zwei Orten gleichzeitig sein müssen. Im 18. Jahrhundert konnte er auch noch nicht innerhalb von wenigen Stunden über den Atlantik fliegen und die Seereise dauerte Wochen. Es gibt nur eine Verbindung zwischen ihm und Washington: Beide waren Freimaurer. Möglicherweise ist es daher kein Zufall, dass 1776 sowohl die Vereinigten Staaten von Amerika als auch die Illuminaten gegründet wurden, welche in Deutschland eine ähnliche Republik anstrebten.

Doch wie gesagt ist das verbindende Element die Freimaurerei. Auf diese ist auch die Pyramide mit dem allsehenden Auge zurückzuführen, welche sich u.a. auf dem Staatsiegel der USA befindet. Die Behauptung, dass es sich bei der Pyramide um ein Illuminatensymbol handele, ist zumindest in Bezug auf Adam Weishaupt schlichtweg falsch. Die nachweisbaren Verbindungen zwischen den Illuminaten und der Pyramide mit Auge sind allesamt neueren Datums und ein Phänomen der modernen Pop-Okkultur.

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Das Symbol der Illuminaten war indes die Eule der Minerva und nicht einmal die Eule kann ausschließlich den Illuminaten zugeordnet werden. Zum einen wird sie auch von anderen okkulten Geheimgesellschaften wie dem Bohemian Club benutzt, zum anderen wird sie exoterisch als Symbol der Weisheit verwendet, z.B. von Universitäten und Buchhandlungen. Es ist also nicht alles ein Werk der Illuminaten, wie oft behauptet wird.

Illuminateneule

Einzig die Zahl 23 kann zweifelsfrei den Anhängern Adam Weishaupts zugeschrieben werden. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass das ehemalige Versammlungsgebäude der Illuminaten heute die Hausnummer 23 hat. Das war nicht immer so, denn als die Theresienstraße noch Am Weinmarkt hieß, hatte das Gebäude die Nummer 298. Offenbar gibt es in Ingolstadt bis heute einflussreiche Freimaurer, die dem Illuminatenorden huldigen.

Oder gibt es den Orden gar noch, wie einige behaupten? Diese Frage lässt sich aufgrund der Beweislage nur schwer beantworten. Es fällt jedoch auf, dass der Name der Illuminaten nicht nur von Verschwörungstheoretikern verwendet wird, sondern extrem oft in der Pop-Okkultur vorkommt. Die Illuminaten tauchen in Filmen, Liedern und PC-Spielen auf. Einige Firmen haben sich sogar nach den Illuminati benannt. Das ist mehr als nur die Ausschlachtung eines alten Mythos, es ist die blanke Ehrerbietung. Der bayrische Orden genießt in Teilen der Freimaurerei bis heute höchste Anerkennung.

Doch steckt eventuell mehr dahinter als die reine Romantisierung eines längst vergangenen Kultes? In betreffenden Filmen und PC-Spielen werden die Illuminaten als nach wie vor mächtige Organisation dargestellt, die das Weltgeschehen kontrolliert. In der Musikindustrie werden Stars direkt mit den Illuminaten in Verbindung gebracht und zwar nicht von Internetbloggern, sondern von der Musikindustrie selbst.

Eine direkte Verbindung gibt es auch zu modernen Geheimgesellschaften wie dem rosenkreuzerischen Ordo Templi Orientis, dessen Mitglieder sich als rechtmäßige Nachfolger der Illuminaten betrachten. Die Meritokratische Partei Großbritanniens beruft sich ebenfalls direkt auf Weishaupts Orden. Die Indizien häufen sich also, dass die Illuminaten tatsächlich noch existieren bzw. in anderen Geheimgesellschaften fortleben und ihr Einfluss keineswegs gegen Null läuft.

Des Weiteren gibt es noch einige okkulte Randgruppen, die sich zwar Illuminaten nennen, aber keinen direkten Bezug zu Weishaupt haben. Darunter die 1978 gegründeten Illuminaten von Thanateros, die sich mit Chaosmagie beschäftigen. Halten wir also fest, dass es verschiedene Illuminaten gibt.

Es gibt sogar Mutmaßungen, dass die wahren Illuminaten schon lange vor Adam Weishaupts Orden existierten. Möglicherweise gab es sie schon vor über 13.000 Jahren im untergegangenen Atlantis. Das ist zwar eine reine Spekulation, aber zumindest muss es schon damals einen Vorläufer der modernen Freimaurerei gegeben haben. Dafür sprechen steinerne Artefakte wie eine dreizehnstufige Pyramide mit Auge, die auf ein Alter von ca. 13.000 Jahren datiert wurden. Die Frage, wie ein solch altes Symbol den Einzug in die Freimaurerei und damit auch auf das Staatssiegel der USA fand, ist absolut berechtigt.

Klaus Dona Pyramide

Doch nannte sich der antike Vorläufer der modernen Freimaurerei tatsächlich Illuminaten? Und war Weishaupts Orden lediglich der Versuch einer Wiederbelebung dieses alten Kultes? Spekulationen, Behauptungen, Irrwege. Wir haben lediglich einige Puzzleteile, die alle okkulten Geheimgesellschaften miteinander verbinden.

Erschwerend kommt hinzu, dass Illuminaten nicht nur die Bezeichnung einer ganzen Reihe von Geheimbünden ist, sondern auch ein Status. Die höchsten Grade der Freimaurerei sehen sich selbst als Erleuchtete und das lateinische Wort dafür lautet Illuminati. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass mit den Illuminaten, welche die Welt beherrschen, gar kein konkreter Geheimbund gemeint sind, sondern die Elite der Freimaurerei. Das würde Sinn machen, denn wenn man sich die Namensliste der Weltenlenker ansieht, findet man dort fast ausschließlich Logenbrüder.

Der einzige andere Orden, der in Sachen Einfluss und Verbreitung mit den Freimaurern mithalten kann, sind die Jesuiten. Deren Logo ist die Sonne. Sonne = Licht = Erleuchtung. Es ist eigentlich unerheblich, ob die Führungsebene der Jesuiten sich ebenfalls als Illuminati bezeichnet, denn als Erleuchtete betrachten sie sich auf jeden Fall. Dieses Spiel lässt sich mit weiteren Geheimgesellschaften beliebig fortsetzen, deren Eliten sich allesamt als auserwählt und dem Rest der Menschheit überlegen ansehen.

Abschließend lässt sich also feststellen, dass die Illuminaten absolut real sind. Und das sowohl als namentliche Geheimorden wie auch als Status innerhalb selbiger. Der Weltverbesserer Adam Weishaupt hatte dabei anfangs gar nicht mal so verkehrte Ansätze. Der „Bund der Perfektibilisten“ war aufklärerisch, richtete sich gegen den Absolutismus sowie gegen die Jesuiten und Rosenkreuzer. Erst nach Weishaupts Beitritt in eine Freimaurerloge begann der rapide Abstieg und sogar die Umbenennung in Illuminaten geht auf die Übernahme durch die Freimaurer zurück.

Eine herrschaftsfreie Gesellschaft war und ist mit den adeligen Hochgradfreimaurern selbstverständlich nicht mehr zu erreichen. Doch auch Weishaupt selbst wurde zunehmend totalitär. Neumitglieder wurden über die Ziele des Ordens bewusst getäuscht und ihnen wurde ein bedingungsloser Kadavergehorsam abverlangt. Diese Verstöße gegen die eigenen Ideale sollten sich in Form des eigenen Niedergangs rächen.

Die angeblichen Infiltrationspläne Weishaupts, die inzwischen weltweit kursieren, sind dagegen historisch nicht belegbar. Vermutlich gehen die Behauptungen über die Pläne zur Zerstörung des Christentum und der Kontrolle der Politik auf die Bekenntnisschriften von Aussteigern zurück, welche stark ausgeschmückt waren und daher als Quellen wenig wertvoll sind. Einige vermeintliche Ziele wurden gar erst viel später hinzugedichtet, da bestimmte Entwicklungen wie z.B. die modernen Massenmedien damals noch gar nicht absehbar waren.

Die meisten Behauptungen über die bayrischen Illuminaten sind ganz und gar von den aktuellen Entwicklungen der Weltpolitik abgeleitet. Diese realen gesellschaftlichen Tendenzen gehen aber wohl eher auf den Einfluss der modernen Hochgradfreimaurerei sowie der Rosenkreuzer, Theosophen usw. zurück. Obgleich sich diese als Erleuchtete betrachten und sich mitunter auf Adam Weishaupt berufen, sollten Wahrheitsaktivisten nicht immer gleich von Illuminaten reden, wenn Freimaurer gemeint sind. Dies führt nur zu einer Mystifizierung der Geheimgesellschaften und verstärkt den verschwörungstheoretischen Charakter dessen, was eigentlich als Aufklärung gemeint sein sollte. Das ist auch der Grund, warum wir lieber von der „herrschenden Elite“ reden, da diese Bezeichnung sämtliche Geheimbünde einschließt und eine Differenzierung selbiger ermöglicht.

Winter’s Tale – In der Hölle ist es kalt

von Shinzon

Mit „Winter’s Tale“ liefert der jüdische Regisseur und Produzent Akiva Goldsman ein eher christlich inspiriertes Werk über den Konflikt zwischen Gut und Böse ab. Im Zentrum dessen steht Peter Lake (Colin Farrell), der wie einst Moses als Baby von seinen Eltern in einem kleinen Holzboot ausgesetzt wird. Doch nicht, weil etwa der US-Präsident alle erstgeborenen Söhne töten will, sondern weil seinen Eltern die Einreise in die USA verweigert wurde und sie auf eine bessere Zukunft für ihren Sohn hoffen.

Moses Lake

Jahre nachdem Peter an der Küste New Yorks angeschwemmt wurde, ist aus dem kleinen Hoffnungsträger ein Kleinkrimineller geworden. Sein ehemaliger Boss Pearly Soames (Russell Crowe) ist jedoch unzufrieden mit ihm und hat ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Kurz bevor die Mafiaschergen Peter erwischen, bekommt dieser jedoch unerwartet Hilfe von einem weißen Pferd, welches mit Engelsschwingen über ein hohes Tor und die Mafiosi hinweg fliegt.

Spätestens hier ist die Grenze zum Märchen überschritten. Und mehr noch, die jüdisch-christliche Mythologie wird mit griechischen Fabelwesen vermischt. Zwar wird behauptet, bei dem Pferd handele es sich um einen Boten Gottes und um die Verwirrung komplett zu machen, soll dieser ein schwarzer Hund namens Athansor sein, der als weißes Pferd erscheint. Doch das macht alles offensichtlich überhaupt keinen Sinn, zumal es noch eine weitere Anspielung auf die griechische Astrologie gibt. Peter versteckt sich nämlich auf dem Dachboden einer Bahnhofshalle und direkt neben seiner Luke findet sich das Sternbild Pegasus.

Pegasus_1

Pegasus ist es schließlich zu verdanken, dass Peter seine große Liebe Beverly Penn (Jessica Brown Findlay) bei seinem letzten Raubzug begegnet. Das Haus des Pressemoguls Isaac Penn (William Hurt), auf welches das Pferd ihn aufmerksam macht, ist nämlich keineswegs verlassen. Während ihre Familie auf Achse ist, muss Beverly wegen ihrer Tuberkulose das Haus hüten.

Sie bietet dem Einbrecher eine Tasse Tee an, weil das im New York des Jahres 1916 das übliche Verfahren zu sein scheint, wenn man von einem Dieb mit einer Waffe bedroht wird. Die beiden verlieben sich ineinander, was jedoch zur Folge hat, dass Beverly ins Fadenkreuz von Pearly Soames gerät. Dieser hat eine Vision von ihr, nachdem er in einem Nobelrestaurant einen Kellner getötet hat, weil dieser ihm keinen Uhu servieren konnte.

Mit dem Uhu scheint hier die Eule der Illuminaten gemeint zu sein, denn wer genau hinsieht, erkennt schon früh, dass Peters ehemaliger Boss ein Dämon ist. Dieser will verhindern, dass Peter seiner Geliebten das Leben rettet. Doch als er sie gerade mit dem Tod bedroht, erscheint Peter wie ein Prinz auf seinem weißen Ross und rettet die holde Maid. Übrigens passen in dieser Szene die beiden Löwen vor dem Haus sehr gut zu der Satanistenhorde.

Drecksviecher

Peter flieht mit Beverly auf ein Anwesen ihrer Familie im Norden. Offensichtlich ist ihr Vater ein wohlhabender Freimaurer, denn ein Fenster seiner fürstlichen Villa zeigt ziemlich deutlich ein Hexagramm.

(Bild folgt)

Dort angekommen gehen die hanebüchenen Übertreibungen in die zweite Runde. Beverly bringt dank ihres Fiebers sämtlichen Schnee unter ihren Füßen augenblicklich zum Schmelzen. Nur die Beruhigung ihres Herzens lässt das Wasser sofort wieder zu Schnee kristallisieren. Solcher Unsinn überrascht allerdings nicht wirklich, da sich ohnehin gerade ein Wunder anbahnt.

Pearly, der dieses Wunder verhindern soll, kann die beiden indes nicht weiter verfolgen, da diese Region für seinesgleichen aus vertraglichen Gründen Tabu ist. Einem Kenner der Außerirdischenthematik kommt hier schnell der Gedanke, dass die Erde in verschiedene Besatzungszonen aufgeteilt sein könnte und Pearly zu den Reptiloiden gehört.

Wie sich schon kurz darauf herausstellt, ist diese Annahme wieder einmal ein Volltreffer. Pearly ersucht nämlich bei seinem Boss um eine Ausnahmegenehmigung und sein Boss ist niemand geringeres als Luzifer (Will Smith) höchstpersönlich. Als der Teufel einen kleineren Wutanfall hat, zeigt er sogar seine reptiloiden Zähne. Dieser Effekt ist direkt aus „V – Die Besucher“ kopiert.

Luzifereptiloid

Da Luzifer seinem Dämon Pearly keine Ausreisegenehmigung erteilt, heuert dieser den gefallenen Engel Gabriel (Finn Wittrock) an, um Beverly zu vergiften. Dies gelingt tatsächlich und Beverly stirbt nach dem Liebesspiel in Peters Armen. Obwohl er den göttlichen Hinweisen folgt, die er durch Beverlys kleine Schwester erhält, kann Peter Beverly nicht mit einem Kuss im Dornröschenbett ins Leben zurückholen. Er verliert sie für immer.

Beverly wird auf einem Friedhof in New York zwischen Freimaurern und Jesuiten begraben, wie ein genauer Blick auf einige der umliegenden Gräber enthüllt.

Bei den Gräbern

Als wäre der Verlust noch nicht schlimm genug, wird Peter nach der Beerdigung in New York von Pearlys Satanistenclique aufgemischt und von der Brooklyn Brücke gestürzt. Während die Satansjünger ihn für tot halten, hat Gott noch weitaus boshaftere Pläne für ihn. Peters Gedächtnis wird gelöscht und Gott verdammt ihn zur Unsterblichkeit.

Schwarz/Weiß-Klischee

Schwarz/Weiß-Klischee

Im New York der Gegenwart vertreibt sich Peter als Straßenkünstler die Zeit, bis er von einem kleinen Mädchen angerempelt wird. Wie durch göttliche Fügung beginnt er, seine Vergangenheit neu zu entdecken und trifft dabei die Mutter des kleinen Mädchens wieder. Virginia (Jennifer Connelly) arbeitet in einem Pressearchiv, wo sie ein fast 100 Jahre altes Foto von Peter und Beverly entdeckt. Während Peters Erinnerungen zurückkehren, kommt Virginia aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Durch einen weiteren Zufall stellt sich heraus, dass Virginias Vorgesetzte Beverlys jüngere Schwester Willa (Eva Marie Saint) ist. Diese müsste laut der Chronologie des Films inzwischen über 100 Jahre alt sein, macht jedoch einen für dieses Alter erstaunlich frischen Eindruck. Willa wirkt sowohl körperlich als auch geistig eher wie knapp 70.

Während Peter alte Bekanntschaften feiert, entdeckt Pearly, der inzwischen ein modernes Verbrechersyndikat leitet, dass sein Erzfeind noch am Leben ist. Er sucht erneut Luzifer auf, der ihm jedoch nur eine Genehmigung für Peters weitere Verfolgung erteilen will, wenn Pearly bereit ist, seine Unsterblichkeit aufzugeben und ein Mensch zu werden.

Der Film erweckt an dieser Stelle den Eindruck, als seien die Reptiloiden dabei, den Konflikt zu verlieren. Luzifer ist eindeutig in der Defensive und gewährt seinem eifrigsten Dämon keine Rückendeckung bei dessen Vorhaben. Von göttlicher Seite gibt es indes für Peter diesmal mehr Unterstützung, nachdem der angeblich allwissende Arsch da oben zugesehen hat, wie einer seiner ehemaligen Engel Beverly vergiftete.

Als Peter gerade bei Virginia und deren Tochter zu Besuch ist, wird das Haus von Pearlys Leuten gestürmt. Die drei fliehen auf das Dach, wo Pegasus im letzten Moment landet, um sie in Sicherheit zu fliegen. Ein fliegendes Pferd fällt natürlich mitten in New York niemandem auf. Aber okay, der Film ist ja zur Hälfte Fantasy.

Pegasus_3

Die drei werden von Pegasus zum einstigen Anwesen der Penn-Familie gebracht, wo immer noch das wundersame Dornröschenbett im Wintergarten steht. Dort soll Peter sein Wunder wirken, denn wie sich herausgestellt hat, ist Virginias krebskranke Tochter sein wahres Ziel. Aus diesem Grund heftet sich auch Pearly samt Gefolge wieder an Peters Fersen, um das Wunder zu verhindern.

Seine Männer fahren über das zugefrorene Gewässer vor dem einstigen Penn-Anwesen und Pegasus schlägt das Eis gnädigerweise ein, um die Brut ersaufen zu lassen. Peter muss also nur noch den Endgegner Pearly im Zweikampf besiegen, was erwartungsgemäß gelingt. Kein Mitleid für den Dämon, er hatte immerhin um seine Sterblichkeit gebettelt.

Im Anschluss braucht Peter nur noch die zwischenzeitlich verstorbene Tochter von Virginia zu küssen und schon entfaltet sich das Wunder. Zum Glück küsst er sie nur auf die Stirn und nicht auf den Mund, was man schnell hätte missverstehen können. So bleibt am Ende nur noch die Frage, warum Gott nicht auch im Falle von Beverly ein Wunder zugelassen hat?

Immerhin darf Peter nach getaner Arbeit mit Pegasus zum Himmel aufsteigen, wo er zu einem Stern wird, der direkt neben Beverlys Stern erstrahlt. Selbstverständlich leuchten die beiden unweit des Orion, womit zum Abschluss abermals die Astrologie bedient wird.

Orionstern

Fazit: Es fällt schwer, „Winter’s Tale“ nur einem Genre zuzuordnen. Der Film vereint die Merkmale eines Liebesdramas und Gangsterstreifens mit Fantasy-Elementen, Esoterik und diversen Mythologien. Im Zentrum steht allerdings zweifelsfrei der Kampf zwischen Gut und Böse. Interessant ist dabei an der Rolle Luzifers, dass sie von dem $cientology-Sympathisanten Will Smith verkörpert wird. Akiva Goldsman arbeitete zwar schon mehrfach als Produzent mit Smith zusammen, dennoch ist diese Wahl fragwürdig. Für die Rolle des Xenu wäre der „Prinz von Hell Air“ wohl besser geeignet gewesen.

Nett gemacht scheinen indes lediglich die Lichtspielereien. Allerdings steckt darin schon wieder sehr viel Esoterik. Es wimmelt geradezu von Orbs.

Illumination_1

Zudem fragt man sich, welche Aussage sich dahinter verbirgt, wenn ein Dämon mit Illuminationen spielt.

Illumination_2

Eine weitere Erwähnung ist die Romanvorlage von „Winter’s Tale“ aus dem Jahr 1983 wert, welche aus der Feder des Mark Helprin stammt und vor Esoterik nur so strotzt. Helprin, der neben seiner US-Staatsbürgerschaft noch eine zweite israelische hat und dem dortigen Militär angehörte, ist ein erklärter Gegner der Internetkultur und tritt für ein verschärftes Urheberrecht ein. Wie es scheint, kann er nicht mit Kritik umgehen und hätte wohl gern, dass sie aus dem Netz verschwindet, sobald auch nur der Titel eines seiner Werke erwähnt wird.

Allerdings sollte Helprin vorsichtig mit seinen Wünschen sein, denn in „Winter’s Tale“ kopiert er selbst zahlreiche Elemente aus der Bibel sowie der griechischen Mythologie. Die Geschichte vom Kampf Gut gegen Böse, die er erzählt, ist im Kern einige Jahrtausende alt und findet sich bereits bei Zarathustra. Ein zu strenges Urheberrecht könnte ihn daher vielleicht die Hände kosten.

Mars Attacks – Fiese Dämonen vom roten Planeten

von Shinzon

Tim Burton ist bekannt für seine surrealistischen Filme, voll von okkulter Symbolik. Es verwundert daher nicht, dass sein „Mars Attacks“ der durchgeknallteste Invasionsfilm aller Zeiten ist. Der Streifen basiert dabei auf einer Sammelkartenserie aus dem Jahr 1962, welche Tim Burton noch aus seinen Kindertagen kennt.

So ziemlich alle Kernelemente des Films basieren auf den Trading Cards. Diese zeigen einige sehr drastische Szenen, auf denen Menschen auf grausame Weise getötet und verstümmelt werden. Man bedenke, dass diese Sammelbilder für Kinder gedacht waren.

Sticker Nr 11

Sticker Nr 19

Die Verfilmung geht in eine ähnliche Richtung, überschreitet dabei aber die Grenze zum Klamauk. Bereits der Aufbruch der Marsianer ist vollkommen surrealistisch und schräg. Die Oberfläche des roten Planeten erinnert eher an Filme aus 1950ern als an die Realität. Die Erde, die eigentlich ein kleiner blauer Punkt sein sollte, erscheint zudem so groß am Firmament, als sei der Mars einer ihrer Monde.

Aufbruch Mars

Auf der Erde werden zunächst einmal die Hauptcharaktere vorgestellt. Darunter der US-Präsident (Jack Nicholson) und die Familie Norris, bei denen zwei Illuminateneulen im Wohntrailer hängen.

Eulenwandschmuck

Ein beträchtlicher Teil der Handlung dreht sich um eine Handvoll Leute aus Las Vegas. Zu diesen zählt der Ex-Boxer Byron Williams (Jim Brown), der einen Job als Casinosecurity hat.

Ägypter

Das Pyramidencasino gibt es tatsächlich, doch man muss nicht lange raten, warum sich der Freimaurer Tim Burton ausgerechnet für diesen Schauplatz entschieden hat.

Las Vegas Pyramide

In Las Vegas treibt sich weiterhin ein ausgeflippter Unternehmer (Jack Nicholson in einer Zweitrolle) herum, der ebenfalls starke Bezüge zur Freimaurerei aufweist. Auf seinem Jackett findet sich z.B. ein allsehendes Auge.

Allsehende Augenjacke

Aber vielleicht ist er ja eher ein Anhänger der Bruderschaft des Saturns. Denn dieser Planet ziert in seinem Empfangszimmer nicht nur die Wände, sondern auch die Säulen Jachin und Boas.

Saturnsäulen

Etwas später taucht im Casino noch einmal ein Arrangement mit drei Säulen auf, bei welchem im Vordergrund aufrechte sowie umgedrehte Pentagramme zu sehen sind.

Pentagramme & Säulen

In einer Bettszene gibt es zu guter letzt noch ein schwarz/weißes Yin und Yang-Symbol, während die Decke im Blau/Rot der Freimaurergrade gehalten ist.

Masonic Sex

Doch zurück zur Handlung. Die Marsianer landen zunächst in der Wüste Nevadas, was wohl eine Anspielung auf die Area 51 sein soll. Empfangen werden sie u.a. von einer Esoterikspinnerin, was symbolisch für die okkulten Praktiken auf dem Gelände der Geheimbasis stehen könnte.

Esoteriktante

Ankunft

Man denke in diesem Zusammenhang an den verängstigen Area 51-Whistleblower, der in einer Livesendung bei Art Bell behauptete, dass die Aliens in Wirklichkeit bösartige extradimensionale Wesen sind. In „Mars Attacks“ entpuppen sich die Marsianer ebenfalls als dämonische Kreaturen. Anfangs behaupten sie noch, in Frieden zu kommen, nur um dann alle Anwesenden auf möglichst grausame Art und Weise abzuschlachten.

Aliensbotschafter

Grausamkeit

Die Reporterin Nathalie Lake (Sarah Jessica Parker) lassen die Marsianer als einzige am Leben, um sie für ihre abscheulichen Experimente zu missbrauchen.

Bizarre Experimente_1

Bizarre Experimente_2

In dieser Szene sieht man im Hintergrund auch einen Clown in einem Wasserglas. Ob dieser von der Erde stammt oder wohl eher als Anspielung auf die „Killer Klowns from outer Space“ zu verstehen ist?

Clown im Glas

Nach dem ersten Massaker versuchen es die Marsianer erneut mit ihrer Friedensmasche und landen in Washington D.C. Im Kongress sind deutlich zwei Rutenbündel zu sehen, welche den römischen Einfluss auf die USA zeigen. Rutenbündel finden sich in den Vereinigten Staaten tatsächlich überall.

Rutenbündel im Kongress

Prof. Kessler (Pierce Brosnan) verdeutlicht derweil noch einmal die freimaurerischen Einflüsse mit einem Krawattengriff.

Brosnans Krawattengriff

Im Anschluss wird der Kongress von den Marsianern ausgelöscht. Eine ziemlich unverhohlene Andeutung, dass Project Blue Beam das Ende der Demokratie einläuten wird. Grandma Norris (Sylvia Sidney) bricht angesichts des Niedergangs der Demokratie sogar in Freude aus.

Kongress_1

Kongress_2

Prof. Kessler wird indes von den Aliens entführt und auf besonders abscheuliche Weise in seine Einzelteile zerlegt. Zu Menschenverstümmelungen soll es im Zusammenhang mit dem Entführungsphänomen tatsächlich schon gekommen sein. Dass der Kopf dabei am Leben bleibt, ist jedoch eher unrealistisch.

Human Mutilations

Ein wenig Ironie steckt ebenfalls in dieser Szene, denn kurz zuvor leitete Prof. Kessler noch eine Alienautopsie. Als Pluspunkt für die Menschheit ist dabei zu werten, dass der Marsianer wenigstens schon tot war.

Alien Autopsy

Auf der Erde läuft die Invasion indes weiter. In der US-Hauptstadt versuchen die Marsianer das Weiße Haus zu infiltrieren, um den Präsidenten zu ermorden.

Obelsikalien

In Paris verhandeln die Marsianer indes auf dem Schachbrettboden der französischen Regierung. Das Bodenmuster ist gar nicht mal so weit hergeholt, denn bisher waren und sind alle französischen Staatsoberhäupter Freimaurer.

Zerstörtes Paris_1

Es ist daher nicht wirklich ein Verlust, dass die Invasoren kurz darauf in ihren üblichen Blutrausch verfallen und die Logenbrüder einschmelzen. Im Hintergrund fällt indes ein Wahrzeichen der Freimaurer.

Zerstörtes Paris_2

Gleiches gilt für Washington D.C., wo der Obelisk fällt.

Zerstörtes Washington Monument

In London zerstören die Invasoren den Big Ben…

London Attacks_1

London Attacks_2

…und die Pyramide in Las Vegas kommt ebenfalls nicht ungeschoren davon. So langsam werden einem die Marsianer fast sympathisch.

Zerstörte Pyramide

Nur die Zerstörung des wunderschönen Taj Mahal muss man ihnen wirklich übel nehmen.

Zerstörtes Taj Mahal

Hinzu kommt, dass ihre Flagge eine Pyramide mit Auge an der Spitze zeigt. Die Marsianer sind also doch nicht die erhofften Erlöser, die die Erde von der Freimaurerei säubern. Sie sind einfach nur generell menschenverachtend. Das sollte die irdische Elite vielleicht berücksichtigen, wenn sie geheime Verträge mit extradimensionalen Wesen abschließt. Vielleicht enden sie ja auch mit einer Pyramidenfahne im Rücken, wer weiß…

Marsflagge

Die Erlösung von den Marsianer bringt indes die schrille Musik von Grandma Norris. Diese ist bereits für menschliche Ohren das reinste Gift. Den Aliens explodiert hingegen der Kopf davon. Die Welt ist gerettet!

Schlechte Musik

Fazit: „Mars Attacks“ ist auf der einen Seite extrem schrill und hat durchaus einige gute Gags zu bieten. Andererseits ist er absolut menschenverachtend und die Marsianer werden einzig von einer dämonischen Boshaftigkeit getrieben. Die Gründe für ihren Angriff sind weder Ressourcen, noch die Eroberung des Planeten oder die Versklavung der Menschheit. Sie sind schlichtweg Sadisten, die jemanden zum Quälen brauchen.